| Pretzell, Uta: Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs |
Seit ihrer Erbauung unterlag die Architektur der Humboldt-Universität Veränderungen. Die einschneidende Zäsur war jedoch der Zweite Weltkrieg. Durch den Vernichtungskrieg wurde ein sehr großer Teil der Denkmäler in Teilen oder auch zur Gänze zerstört. Was genau war von der Kriegszerstörung betroffen? Was im einzelnen ging verloren? Welche Bruchstücke konnten erhalten werden?
In diesem Beitrag wird die Architektur der Universität aus historischer Sicht auf Kriegsschäden hin beleuchtet. Darüber soll der Gesichtspunkt der gegenwärtigen Erhaltung und Pflege der Denkmäler stehen. Im Bestreben nach Integration von Neuentwürfen mit der bestehenden Architektur ist der Blick seit dem Wiederaufbau auf die historischen Bestände gerichtet. Darüber hinausgehend mögen durch diese Dokumentation Fragen nach zukünftiger Gestaltung aufgeworfen werden.
Die vorliegende Arbeit stützt sich vor allem auf Aktenbestände. Im Humboldt-Universitätsarchiv sind Eintragungen in den Akten Rektor und Senat, Universitätskurator aus den Jahren 1941-1949 und Rektorat aus dem Jahr 1964 thematisch relevant. In der Zeit während des Krieges wurden zumeist Briefe über die Situation an Instituten der Universität gewechselt. Im Landesarchiv zu Berlin sind in Repositur 110 Nr. 313-19 aus den Jahren 1945-1951 Vermerke des Hauptamtes für Hochbau des Magistrats der Stadt Berlin zu Zerstörungen an einzelnen Relikten aufgelistet. Hierin wird zwischen einem Teil- oder Totalschaden der betroffenen Gebäudeteile unterschieden, oder es sind Angaben zu einem vollständigen oder teilweisen Wiederaufbau gemacht, abhängig von der Höhe der Kosten für erste Instandsetzungen. Im Humboldt-Universitätsarchiv sind im Rektorat aus dem Jahr 1964 Berichte über die damalige bauliche Situation und den Fortschritt des Wiederaufbaus erstattet und Kriegsschäden sind in Teil- oder Totalverluste gegliedert.
In der Literatur ist vergleichsweise wenig über Zerstörungen der Gebäude der Humboldt-Universität zu finden. Genauere Aussagen zu einzelnen Fakultäten und Instituten der Universität finden sich in Zeitungsartikeln aus dieser Zeit, wissenschaftlichen Zeitschriften und Festschriften aus dem Jahr 1960, zum hundertfünfzigjährigen Jubiläum der Universität.
In denkmalpflegerischen Gutachten wird zumeist der heutige Bestand an Ursprünglichem baulichen Neuerungen gegenübergestellt.
Fotografien von zerstörten Gebäuden in Literatur und aus der Landesbildstelle zu Berlin und dem Luftbildarchiv des Senates für Bau- und Wohnungswesen von Berlin sind eine sehr hilfreiche Quelle, um wertvolle Überreste zu identifizieren und den Ort von Beschädigungen und Einbrüchen an Gebäuden zu bestimmen.
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HTML - Version erstellt am: Wed Feb 23 16:31:25 2000 |