Sander, Oliver: Die Universität und die Berliner Mitte im späten Kaiserreich. Königliche Bibliothek, Poliklinisches Institut für innere Medizin und der Standort Kastanienwäldchen

Kapitel 3. ”Ihnes bestes Werk“. Die köngliche Bibliothek Unter den Linden

Abbildung 6, Der ”Palast der Wissenschaft“ auf dem Akademieviertel.

Die zentrale Lage der Bibliothek in Nähe des kaiserlichen Schlosses und das Interesse des Kaisers an Kunst, Wissenschaft und Repräsentation liessen das Gebäude zu einem symbolbefrachteten dynastischen Monument werden: Vom Tag der Grundsteinlegung am 2. September 1903 (der Tag des Sieges des deutschen Heeres über französische Truppen und die Gefangennahme Kaiser Napoleons in der Festung Sedan) über das ikonographische Programm des Generaldirektors Adolf von Harnack bis hin zum Tag der Einweihung am 22. März 1914 (Geburtstag Kaiser Wilhelms I.): Die martialischen Daten hatten vielleicht wenig mit einer Bibliothek zu tun, dafür aber um so mehr mit dem König ihres Titels, Wilhelm II. Auslöser für den Neubau waren die Platz- und damit verbundenen Arbeitsprobleme der alten Bibliothek.<22> Pläne für einen Neubau waren schon von Karl Friedrich Schinkel (1781-1841), später von Friedrich August Stüler (1800-1865) und Martin Gropius (1824-1880) gemacht worden, sind aber aus den verschiedensten Gründen (meist finanziellen) nicht zur Ausführung gelangt. Ausgangspunkt für die später realisierten Planungen war ein 1888/89 von Bibliotheksdirektor August Wilmanns entwickeltes Raumprogramm, was er 1890 in überarbeiteter Version wieder vorlegte. Es sah eine Stellkapazität für 2,5 Millionen Bücher und Erweiterungsmöglichkeiten um das Doppelte vor.<23> Die entscheidenden Weichen für den Neubau der Königlichen Bibliothek wurden eigentlich aber erst 1896 gestellt: Im Mai wurde ein Wettbewerb für einen gemeinsamen Neubau der Hochschulen für Musik und bildenden Künste am Bahnhof Zoo ausgeschrieben; das - von dem liberalen Abgeordneten Rudolf Virchow als ”Nebenleiden“ bezeichnete - Regiment der Gardes du Corps wurde vom Akademieviertel nach Potsdam verlegt und der Kaiser hatte die Genehmigung zum Bau eines Neuen Marstalls gegeben, der, ebenfalls von Ihne entworfen, zwei Jahre später begonnen wurde.<24> Denn Marstall, Kaserne und die Akademien der Künste und der Wissenschaften hatten bisher das Akademieviertel genutzt.

Abbildung 7, Lageplan des Akademieviertels 1897.

Nachdem dieses sich als Standort gegen andere Orte (Dahlem, Tiergarten) durchgesetzt hatte, wurde entschieden, neben Königlicher Bibliothek und Akademie der Wissenschaften (AdW) auch die Universitätsbibliothek im gleichen Gebäude unterzubringen. Auch die Akademie der Wissenschaften litt unter Raumnot und zudem unter völlig veralteten Licht- und Heizungsanlagen, die sich ”ungefähr im gleichen Zustand wie vor 100 Jahren“ befanden.<25> Die beteiligten Ministerien der öffentlichen Arbeiten und der geistlichen Angelegenheiten wollten einen beschränkten Wettbewerb unter hervorragenden Berliner Architekten durchführen, u.a. mit den renommierten Firmen Ende & Böckmann (die 1890 und 1893 schon Vorentwürfe gemacht hatten) und Kayser & von Groszheim. Auch an Alfred Messel war gedacht worden, aber der wurde von Oberbaudirektor Hinckeldeyn ”als jüdisch und zu jung perhorresziert.“<26> Von Wettbewerben hielt der Kaiser allerdings überhaupt nichts, ”um Gotteswillen nur keine Konkurrenz ... .“<27> So hatte Er sich am 31. Dezember 1900 definitiv für Ihne entschieden und ließ dies dem Kultusminister telegraphisch mitteilen.<28>

Abbildung 8, ”Einverstanden. Wilhelm I.R.“, Ihne-Entwurf der Staatsbibliothek mit Segen des Kaisers, 1907.

Ihne legte Anfang 1902 erste Entwürfe für das neue Haus vor. Dabei suchte er einen Kompromiß zwischen einer Blockbebauung mit der Hauptfront zu den Linden hin und der Wiederholung des Universitätsehrenhofs. Dies wurde mit einem kuppelgekrönten Mittelrisalit erreicht, der, von drei großen Torbögen durchbrochen, den Blick und den Durchgang in den Hof freigab. Andererseits galt es die beiden als gleichrangig empfundenen Körperschaften von Akademie der Wissenschaften und Bibliothek annähernd paritätisch zu plazieren. Ihne fand ”die glückliche Lösung, die Verwaltung der beiden Körperschaften gleichwertig in einem Frontbau an der Straße Unter den Linden zu vereinigen, im übrigen aber der königlichen Bibliothek mit ihrem Raumbedürfnis freie Entwicklung hinter dem Ehrenhof zu lassen.“<29>

Abbildung 9, Ansicht des Südflügels von den Linden und dem Ehrenhof, 1914.

Die Fassadengestaltung geschah ursprünglich in der Formensprache eines ”vornehmen Barocks“ wurde durch zahlreiche Umarbeitungen aber zu einem ”Renaissancebau, aber derart durchdrungen von antikem Geiste, daß er in dieser Verbindung in vieler Beziehung als etwas durchaus Neuartiges empfunden werden muß.“<30> Dabei ist die fünfzehnachsige Fassade an der Lindenfront mit zwei je einachsigen Eckrisaliten und einem dreiachsigen Mittelrisalit gegliedert. Für die Regelachsen der Fassaden hat Ihne ”eine Art Rahmensystem, bestehend aus vertikalen Vorlagen, dem umlaufenden Dachgebälk und dem oberen Abschluß des Sockelgeschosses“ gewählt.<31> Über dem rustizierten Sockelgeschoß befinden sich zwei durch ein Mezzaningeschoß getrennte Hauptgeschosse. Damit treten nur drei Geschosse in Erscheinung, was vor allen bei den Magazinen mit ihren bis zu 13 Stockwerken in keiner Weise der inneren Anordnung entspricht. Die als Fassadenabschluß nach dem abgetreppten Gesimsband und dem Kranzgesims eigentlich vorgesehenen Statuen der Attika wurden nicht zuletzt aus Kostengründen durch Vasen ersetzt.

Abbildung 10, Schnitt durch den nördlichen Teil des Ostflügels.

Die Ost- und Westfassade besteht jeweils aus 30 Achsen, also doppelt so viele Achsen bei nur gut 60 Metern größerer Länge der Ost-West- gegenüber der Nord-Süd-Fassade (106 m x 170 m).

Abbildung 11, Ansicht der Fassade an der Dorotheenstraße, 1914

Bemerkenswert ist die völlig differierende Behandlung von Hof- und Straßenfassaden. Während an den Straßenfassaden an ”Zierrat“ nicht gespart wurde, wurden die Fassaden zu den Höfen II bis VII mit weiß lasierten Ziegeln verkleidet. Diese sollten hauptsächlich die Lichtverhältnisse in den teilweise arg dunklen Hofräumen verbessern. Eine solche Gestaltung findet sich auch an der Library of Congress in Washington, 1888-1897 von Smithmeyer, Paul J. Pelz und Casey, die in vielen Bereichen Maßstab für den Bau der Bibliothek in Berlin sein sollte. Zum anderen lassen sich in den Höfen die tatsächlichen Geschoßhöhen ablesen, während die Straßenfassaden ein Sockel- und zwei Hauptgeschosse zeigen. ”Spätestens mit den Fassaden der inneren Bibliothekshöfe, an denen die Büchermagazine mit ihren knappen Geschoßhöhen unmittelbar anliegen, setzte sich Ihne vorbehaltlos mit dieser modernen Fassadenstruktur auseinander. Die Hoffassaden waren moderner als die Straßenfassaden.“<32> Durch die Lindenhalle gelangte man links zu der Generaldirektion der Bibliothek,

Abbildung 12, Lindenhalle mit Eingang der Bibliotheksgeneraldirektion, 1914

rechts zur Akademie der Wissenschaften und geradeaus über den Ehrenhof zum eigentlichen Bibliothekseingang.

Abbildung 13, Ehrenhof, Eingang zur Treppenhalle, 1914

Der Weg führte über das Treppenhaus mit einem kolossalen Aufgang in eine heute zumeist für Ausstellungen genutzte Vorhalle, und von dort weiter in den beeindruckenden Kuppellesesaal.

Abbildung 14, Längsschnitt, 1914

Nach Washingtoner, Pariser und Londoner Vorbild gestaltet, bot er knapp 400 der insgesamt 1300 Arbeitsplätze. Für die Kuppel zeichnete vor allem der Geheime Baurat Anton Adams (1856-1915) verantwortlich. Mit ihrer Spannweite von 38,6 Metern war sie auch eine technische Herausforderung, wobei die gefundene Lösung, Eisenbeton mit gleichzeitig gestampften Vorsatzbeton aus Kunstkalkstein als Baustoff zu verwenden, ”eine Umwälzung im Eisenbetonbau zur Folge haben“ werde, wie ein Zeitgenosse prophezeite.<33> Anregungen für die Kuppel bot auch hier die wenige Jahre zuvor in Washington erbaute Library of Congress, die ebenfalls mit einem Kuppellesesaal ausgestattet war. Dieser hatte sogar annähernd gleiche Dimensionen wie derjenige der Berliner Bibliothek. Im Gegensatz zu ihrem Berliner Nachfolger, war die Washingtoner Kuppel aber weithin sichtbar und als Symbol demokratischen Bildungsstolzes auch auf Außenwirkung berechnet, während die Berliner Kuppel vom Straßenniveau kaum wahrnehmbar war. Ihne hatte sich die Bibliothek in Washington offenbar bei seinem USA-Besuch anläßlich der Einweihung des Carnegie Instituts 1907 angesehen und fand für den Universitätslesesaal zudem Anregungen in einem Postgebäude in Chicago.<34> Bei der Innenraumgestaltung der Stabi seien zudem Ihnes französische Lehrjahre nachvollziehbar, ”mit der Vielfältigkeit seiner Formen und Gestalten, aber auch in seiner Schwere und Strenge, ist [er] den Schülerarbeiten des Ateliers Coquart verwandt.“<35>

Abbildung 15, Grundriß des Erdgeschosses

Abbildung 16, Grundriß des 1. Obergeschosses

Abbildung 17, Grundriß des 2. Obergeschosses

Abbildung 18, Grundriß des 3. Obergeschosses

Der Universitätslesesaal schloß sich dieser Zentralachse an; allerdings lag er tiefer als der Kuppellesesaal. Durch die jetzt als elektronischer Katalograum genutzte Vorhalle gelangte man zur Dorotheenstraße. Dieser nördliche Bauabschnitt war zuerst in Angriff genommen worden, zum einen um noch möglicherweise notwendige oder gewünschte Änderungen in der Fassadengestaltung durchzuführen, zum anderen um das alte Akademiegebäude quasi als eine Art ”Bauzaun“ möglichst lange zu erhalten.

Am 2. September 1903, dem Sedanstag, wurde der erste Spatenstich gemacht und erst am Geburtstag Kaiser Wilhelms I. (22.3.1914) wurde das Gebäude im Beisein des Kaisers und anderer hoher Herrschaften eingeweiht. Schon diese Daten, verbunden mit dem von Harnack entworfenen ikonographischen Programm verdeutlichen den monarchischen Bezug den Kaiser Wilhelm II. intendierte, zeugen aber letztlich auch von dem echten Interesse an ”seiner“ Bibliothek.

Im Tympanon des Portalrisalits ist die Reliefgruppe ”Kunst und Technik huldigen der Athena“ dargestellt, die Hermann Feuerhahn entworfen und die die Genehmigung des Kaisers gefunden hatte.<36>

Abbildung 19, Modell des Giebelreliefs von H. Feuerhahn, 1912.

Die Künste werden von einem Bildhauer repräsentiert, die Technik durch einen Schmied. Der Bildhauer präsentiert der Athene sein jüngstes Werk, eine Nike, während der Schmied an einem Panzer arbeitet. Die Anregung zu diesem Bild ging vermutlich von Harnack aus. So hieß es in seiner Denkschrift von 1906, in der er eine Erhöhung des Etats der Bibliothek forderte:

”Was wir im Kreise der Kulturvölker bedeuten, das liegt alles beschlossen in unserer Wehrkraft und unserer Wissenschaft, mit welch letzterer unsere Technik und Industrie aufs engste verbunden sind, weil sie - im Unterschied von anderen Völkern - mehr und mehr angewandte Wissenschaft bei uns geworden sind. Unterstützen wir nicht unsere Wissenschaft mit allen Kräften und in rastlosem Fortschritt, so fällt unsere Größe dahin. Die Wehrkraft allein kann sie nicht tragen.“

Ganz ähnlich formulierte er knapp vier Jahre später: ”Die Wehrkraft und die Wissenschaft sind die beiden starken Pfeiler der Größe Deutschlands.“<37> Diese Aussage des Theologen Harnack ist allerdings kein Beweis dafür, daß er deutschen Militarismus und Imperialismus predigte, sondern es ist eine - erfolgreiche - Argumentationsstrategie gegenüber dem Adressaten beider Denkschriften, dem Kaiser.<38> Die Verbindung von Wehrkraft und Wissenschaft findet sich aber auch in dem erwähnten Baubeginn am Sedanstag und zum anderen beim Einweihungsdatum: Es war der 22. März 1914, der 117. Geburtstag des Siegers bei Sedan, Kaiser Wilhelm I. Und war nicht schon die Gründung der königlichen Bibliothek durch den Großen Kurfürsten aus seinem Hauptquartier zu Wiburg in Jütland 1659 eine Art Verbindung von ”Wehrkraft“ und ”Wissenschaft“? Feuerhahn, der Gestalter der Reliefgruppe im Tympanon hatte auch die über dem Giebel befindlichen Akroterien der Attika (Athene und Berlin) entworfen. Die Figuren hatten die staatliche Größe von 3,2 Metern. Er gestaltete ebenfalls den Zeuskopf, der über dem Eingang zur Generaldirektion angebracht wurde. Der gegenüberliegende Eingang der Akademie der Wissenschaften wurde mit einem Kopf der griechischen Göttin der Wissenschaften, einer Athene geschmückt. Für seine Leistungen wurde Feuerhahn am Tag der Einweihung mit dem Kronenorden vierter Klasse ausgezeichnet.<39> Da ihm dies aber als zu geringer Lohn seiner Mühen erschien, wies Feuerhahn diesen Orden zurück, was die Sozialdemokratische Zeitung ”Vorwärts“ mit der ironischen Aufforderung: ”Mehr Untertanensinn, Herr Feuerhahn“ kommentierte.<40> Einige der ersten Bildwerke, die einen vor dem Eintreten betrachteten waren drei Medaillons in einem ”reichdekorierten Friesstreifen in der Form der römischen Antike“ über dem Eingang.<41>

Abbildung 20, Mittelrisalit an der Lindenfront mit Hohenzollernmedaillions, 1914.

Links war König Friedrich II., dann Kaiser Wilhelm II. und rechts der Große Kurfürst angebracht. Die beiden äußeren Köpfe sind zur Mitte gerichtet und lediglich als Profile ausgebildet, während Wilhelm II. als fast plastische Büste hervorragt. Die Wahl der beiden hatte nicht nur dynastische Gründe, sondern sowohl der Kurfürst, als auch der König hatten Bibliotheken ”gegründet“. Kam sie bei ihrem Begründer, dem Großen Kurfürsten, noch im Schloß unter, ließ König Friedrich II. ein Gebäude mit hohem baukünstlerischem Anspruch als Element eines ”Forum Fridericianum“ bauen, wenngleich der Berliner Volksmund dieses als ”Kommode“ bezeichnete. Genau in dieser Tradition seiner Vorfahren sah sich auch Kaiser Wilhelm II. Als Förderer der Wissenschaften und Anreger der Künste wollte er sich an Berlins Prachtboulevard ein bauliches Denkmal setzen. Das von Harnack aufgestellte Bildprogramm bezog sich auch auf den genius loci und die umstehenden Universitätsgebäude. Zur Dorotheenstraße, wo der Haupteingang der zukünftigen Universitätsbibliothek vorgesehen war, wurden Allegorien alter Universitätsstädte aufgestellt: Padua und Salerno von Hilgers, Bologna und Paris von August Vogel. Zur Universitätsstraße hin wurden acht Figuren plaziert, die preußische Hochschulen darstellen sollten: Die Statuen von Königsberg, Breslau, Charlottenburg und Hannover wurden von Otto Lessing gestaltet. Die Technische Hochschule Charlottenburg wurde durch die Architektur, die TH Hannover durch die Ingenieurskunst repräsentiert. Marburg und Greifswald wurden von Adolf Jahn, Aachen und Danzig von Martin Wolff entworfen, wobei letztere von Metallurgie (Aachen) und Schiffsbau (Danzig) symbolisiert wurden. Gleichzeitig waren damit die vier ältesten preußischen Universitäten gewürdigt, die zudem Landschaften und Provinzen darstellten, die im Laufe der Hohenzollernherrschaft zum Kurfürstentum Brandenburg hinzukamen: Ostpreußen, Pommern, Schlesien und Kurhessen. Die vier neuen Technischen Hochschulen erfreuten sich des besonderen Wohlwollens Kaiser Wilhelms II. und standen auch für die Provinzen Rheinland, Hannover, Brandenburg und Westpreußen. Die Fassade der Charlottenstraße ist mit Statuen der Bibliotheksstädte Venedig und Florenz (Konstantin Starck), Eskurial und Oxford (Emil Hundrieser), London und Washington (Paul Nisse), Wolfenbüttel und Leiden von Gerhard Jaensch geschmückt.<42> Der Umzug der ca. 34 Kilometer an Büchern vom alten ins neue Bibliotheksgebäude war schon im März 1909 vollzogen worden. Der Umbau der ”Kommode“ für Unizwecke, u.a. für eine Aula, war bereits im Februar 1903 vom Kaiser genehmigt worden: ”Allerhöchstdieselben wünschen jedoch, daß bei Lösung von ästhetischen Fragen bezüglich dieses Umbau der Geheime Hofbaurat Ihne zur Mitwirkung herangezogen wird.“<43> Der Umbau der Kommode wurde dann von Anton Adams in den Jahren 1909/10 vorgenommen.<44> Bis zur offiziellen Einweihung war die Königliche Bibliothek in dem für die Universität bestimmten Raumteil untergebracht, wobei natürlich auch der Lesesaal der Universitatsbibliothek genutzt wurde. Erst im Sommer 1914 konnte man die eigentlichen Räume und den großen Lesesaal nutzen, nachdem die Bibliothek im März des Jahres feierlich eingeweiht worden war.

Abbildung 21, Große Feier im Großen Lesesaal zur Einweihung am 22.3.1914.

Die Eröffnung war auch Anlaß für manche, nicht immer geschmackssichere Scherze. Im ”8 Uhr Bier-Abendblatt“ vom 23.3.1914 wird für Ihne das Anagramm ”En-Hi“ benutzt; er wird als persischer Hofarchitekt und Baumeister des Beherrschers der Gläubigen Harun al Raschid II. bezeichnet. Aber auch Adams und seine Kuppel bekommen in einem Gedicht ihr Fett weg:

”[...]Was hilft des Vaters Schmerzensschrei / den Opfern schwerer Kuppelei!“ Die im Lesesaal aufgestellten ”Kolossalfiguren“ werden als Schwimmer, ”die der Bildhauer im Moment des Abspringens vom Sprungbrett künstlerisch gepackt hat [...] und die Angst vor dem kalten Wasser lebensnah verkörpert“, gedeutet.<45>

Der Kaiser redete gerne und oft und er tat dies natürlich auch anläßlich der Eröffnung der Königlichen Bibliothek, wo er sie als ”Meisterwerk deutscher Baukunst“ würdigte.<46> Ernst v. Ihne wurde zur Exzellenz ernannt, Adolf Harnack geadelt und massenhaft Orden verteilt; ”Sternschnuppenfall“ wurde das despektierlich genannt. Neben der Königlichen Bibliothek, der Bibliothek der Friedrich-Wilhelms-Universität und der Akademie der Wissenschaften hatte auch die Generalverwaltung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft - von ihrer Gründung 1911 bis zum Umzug ins Berliner Schloß 1922 - ihren Sitz auf dem Akademieviertel. Dies war auch durch die personellen Verflechtungen der Führungsspitzen bedingt: Bibliotheksgeneraldirektor Harnack war auch Präsident der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. In zwei Räumen des Gebäudes wurde zudem ab 1917 das Kaiser-Wilhelm-Institut für Deutsche Geschichte untergebracht.<47> Im übrigen hatte der Bau der Staatsbibliothek auch unmittelbar Einfluß auf die Universität, allerdings zuerst einen durchaus ungünstigen: Im Jahr 1908 waren Teile des Universitätsgartens für physiologische und genetische Versuche eingerichtet worden, die aber unter der Verschattung durch den riesigen Nachbarn zu leiden hatten. Mittelbar war die Baumasse der Bibliothek sicherlich auch ein Grund für die von Ludwig Hoffmann schließlich gewählte Lösung, die Universitätserweiterung als einen zusammenhängenden Baukörper auszuführen: ”Mit seiner Ausnutzung der gesamten Grundstückslänge hatte die Universität nun die gleiche Bedeutungsgröße wie die [...] Staatsbibliothek.“<48> Die Urteile über die Architektur der Königlichen Bibliothek sind durchaus zwiespältig. Eine der kritischen Stimmen zu dem Gebäude war die des Kultusbeamten Friedrich Schmidt-Ott, der befand, die Bibliothek habe ”an Zweckmäßigkeit doch nicht den Erwartungen entsprochen, weil der Architekt seine auf äußere Pracht gerichteten Wünsche in den Vordergrund stellte.“ Auch andere Zeitgenossen sahen diesen Bau und seinen Schöpfer teilweise ähnlich kritisch: ”Über Ihnes Fassadenkunst, die aus dem Bibliotheksgebäude einen Palazzo gemacht hat, ist nichts mehr zu sagen. Erwähnung verdient nur, daß auch dieses Mal wieder eine schöne Gelegenheit verpaßt ist. [...] Statt dessen ist der kostbare Platz mit leeren Repräsentationsräumen verschwendet und eine der instruktivsten Bauaufgaben der Zeit einem Hofbaubeamten übertragen worden, der nur an Theaterwirkung denkt. [...] Die beiden Pole unserer Baukunst, Technik und Kunst, treten in ihrem verlogenen Verhältnis zueinander wie in einem Schulbeispiel hier zutage.“<49> Auch aus den Reihen der Mitglieder der Akademie der Wissenschaften wurde Kritik geäußert. Wenn auch Heizung und Ventilation gegenüber dem alten Akademiegebäude eine unzweifelhafte Verbesserung darstellten, wurde doch die Akustik der neuen Sitzungssäle gerügt. Auf der Einweihungsfeier hatte der Präsident der Akademie der Wissenschaft, Prof. Diels, noch anders geklungen: ”Den letzten Dank schulden wir dem feinsinnigen Meister, der mit seinem kunstgeübten Stabe dieses imposante Gebäude harmonisch in den Rahmen des Kaiserforums eingefügt und im Inneren für die verschiedenartigen Zwecke unseres Instituts in sinnreichster Weise gesorgt hat.“<50> Kritisch äußerte sich auch die Tochter des Bibliotheksdirektors, Agnes Zahn-Harnack: ”zwar konnte im Einzelnen in zähen Verhandlungen noch manches umgestaltet, manches verbessert, manches offenbar Verkehrte verhindert werden, aber Grundfehler, besonders die Unzweckmäßigkeiten des großen Lesesaals, waren nicht mehr zu beheben, weil die Rücksicht auf den repräsentativen Charakter des Baues von dem Bauherren und seinem Baumeister, v. Ihne, der Zweckmäßigkeit übergeordnet wurde.“ Dies scheint aber mehr ihre eigene Meinung und nicht die ihres Vaters zu sein. Der äußerte nämlich, daß ”ich unseren Bibliotheksbau als Leistung sehr hoch einschätze“, auch wenn er an gleicher Stelle sagte: ”Thiersch schätze ich als Künstler höher ein als Ihne.“<51> Auch wenn diese ”feste Burg der Wahrheit“ (Harnack) oft und heftig kritisiert wurde und steckte auch ”dieser Bau voller Kompromisse, aber er war in allen Teilen bis zum äußersten durchdacht und in weiten Bereichen zweckmäßig. Nach dem Urteil vieler gelehrter Benutzer haben sie nirgends besser zu arbeiten vermocht als in dem großen Lesesaal.“<52> Dieser Meinung war auch der Preußische Abgeordnete Irmer, der auch im Ausland keine Bibliothek kannte, die ”an innerer Einrichtung höher stände als gerade diese neue Königliche Bibliothek.“<53> Auch das Erfrischungsräume vorhanden waren und die Tinte gestellt wurde, fand seinen Beifall. Selbst zur äußeren Gestaltung erhoben sich durchaus lobende Stimmen: ”Es durchzieht den Bau eine Einheit, die im Zusammenhang mit der Beherrschung der Stilformen das Werk zu einem der bedeutendsten Monumentalbauten der kaiserlichen deutschen Baukunst machen.“<54> Ein Zeitgenosse lobte, daß Ihne mit den Jahren einfacher geworden sei und sicherer in seinem historischen Stil, der ”ja nie den Anschluß an unsere Zeit suchte. [...] So gemessen, kann man sagen, daß die Bibliothek Ihnes bestes Werk ist.“<55> In jüngster Zeit beginnt auch die Architekturgeschichtsschreibung den Bau differenzierter zu sehen. So kommentiert der ”Bauwelt“-Autor Holger Kleine die monumentale Raumfolge von Ehrenhof, Vestibül und Kuppellesesaal wie folgt: ”Denn dieser Weg war von einer Großartigkeit, von einer sich erst kontinuierlich steigernden und dann langsam ausklingenden Raumfolge, die einem den Atem verschlug. [...] Eine solche proménade architecturale, eine solche erhebende, konzentrierte und ästhetisch folgerichtige Einstimmung auf das Lesen suchte in der Bibliotheksbaugeschichte ihresgleichen.“<56>

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude schwer beschädigt, der Kuppellesesaal vernichtet.<57>

Abbildung 22, Kuppel des großen Lesesaals und westlicher Querflügel 1946.

Die Auslagerung der Bestände und die Teilung Berlins führten zur Gründung der Staatsbibliothek im Westteil Berlins, für die 1967-78 ein von Hans Scharoun geplanter Neubau errichtet wurde. Nach der Wiedervereinigung beider Bibliotheken ist dieser nun als Haus 2 der Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz Aufbewahrungsort moderner Literatur und der Handschriften, während im Haus 1 Unter den Linden Bücher bis zum Erscheinungsjahr 1955, Musikalien, Noten und Karten aufgestellt werden. Die Umlagerung bedeutet aber beileibe kein Ende der Platzprobleme der alten Stabi, zumal die zehn Jahre alten Magazinbauten sich als dringend sanierungsbedürftig herausgestellt haben. Derzeit wird vor allem die weitere Umsetzung des Zwei-Häuser-Konzepts diskutiert, wobei dies vor allem durch den vom Bundesrechnungshof empfohlenen Stop weiterer Sanierungsmaßnahmen gefördert wird.<58> Der ”abschließende Monumentalbau der Ära Kaiser Wilhelms II.“ wurde also nicht, wie eigentlich seinerzeit erwartet, das neue Opernhaus - das Ihne ohnehin nicht gebaut hätte - sondern die Königliche Staatsbibliothek in Berlin. Expost scheint es, daß Ihne somit eigentlich Glück gehabt hat, daß der Krieg dies verhinderte. Denn so hat nicht der Stadtbaurat Hoffmann, sondern der Hofarchitekt von Ihne den architektonischen Schlußpunkt unter die Ära Wilhelms II. gesetzt.


Fußnoten:

<22>

vgl. Werner Schochow, 325 Jahre Staatsbibliothek in Berlin, Wiesbaden 1986, S.101f.

<23>

Spieker an Ministerialdirektor Dr.Greiff, 13.1.1889, Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz [=GStA], I.HA Rep.92 Althoff, A I Nr.189/1, Bl.8 mit ”Programm zur Errichtung eines neuen Bibliotheksgebäudes (anschließend an das von 1878)“, o.D., Bl.13-18. - Raumbedürfnis-Nachweisung für den Neubau der Königlichen Bibliothek, Berlin April 1890, GStA PK, I.HA, Rep.93 B Nr.2312, Bl.30-35 und Rep.92 Schmidt-Ott A LXV 1, Vol.1, Kgl. Bibliothek I, Bl.15-26.

<24>

Abgeordnetenhaus, Stenogr. Bericht, 45.Sitzung, 16.3.1899, S.1527. - Alexandra Restaurierungen, Bauhistorische Untersuchung und denkmalpflegerisches Gesamtkonzept, im Auftrag der Bundesbaudirektion, 2 Teile, Berlin 1994, Teil 1, S.90f.

<25>

Emil Fischer, Aus meinem Leben, Berlin 1922, S.153.

<26>

Denkschrift Schmidt-Ott, 1.1.[1901], GStA PK, I.HA, Rep.76 Vc, Sekt.2, Tit.23, Lit.B, Nr.43, Bd.5, Bl.160-163.

<27>

Wilhelm II. zu A.Kampf bei einem Besuch eines Ausschusses der Akademie der Künste beim Kaiser, Bericht in der Senatssitzung vom 10.4.1909, Stiftung Archiv der Akademie der Künste PrAdK 2.2/261, Bl.51

<28>

Ministerium der öffentlichen Arbeiten (=MinöA) an Kultusministerium (=KuMin), 20.11.1900, GStA PK, I.HA Rep.76 Vc, Sekt.2, Tit.23, Lit.B, Nr.43, Bd.5, Bl.169 und Bericht Schmidt-Ott, 1.1.[1900], ebda, Bl.160-163. - Telegramm an KuMin, 31.12.1900, ebda, Bl.165f. - Aktennotiz von Studts, 2.1.1901, ebda, Bl.173.

<29>

Deutsche Bauzeitung Jg.51, 1917, S.175. - Helmut Engel, Ernst von Ihne und seine Staatsbibliothek, in: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, 1997, Sonderheft 69, S.3-15. - Schochow, 325 Jahre, S.129.

<30>

Anton Adams, Der Neubau für die Königliche Bibliothek und die AdW in Berlin, in: Deutsche Bauzeitung, Jg.48, 1914, S.226f.

<31>

Engel, Ihne, S.13.

<32>

Engel, Ihne, S.14.

<33>

Alex Baerwald, Die Kuppel über dem Lesesaal der Königlichen Bibliothek, in: Wasmuths Monatshefte Jg.1, 1914/15, S.73-78, Zitat S.73, Konstruktionsdetails S.76. Baerwald war allerdings befangen, da er Mitarbeiter von Adams beim Bau der Stabi war, vgl. Baugewerks-Zeitung Nr.24, 25.3.1914, S.218.

<34>

Stellungnahme Ihne zur Erweiterung der Handbibliothek und Treppenveränderungen im UB Lesesaal, o.D. Anlage zum Schreiben Anton Adams an KuMin vom 6.11.1907, GStA PK, I.HA, Rep.76 Vc, Sekt.2, Tit.23, Lit.B, Nr.43, Bd.8, Bl.53f.

<35>

Mohammed Scharabi, Der Einfluss der Pariser École des Beaux-Arts auf die Berliner Architektur in der 2.Hälfte des 19.Jahrhunderts. Diss. Technischen Universität Berlin, Berlin 1968, S.73.

<36>

Berliner Lokal-Anzeiger Nr.183a, 11.4.1912 und Nr.184, 11.4.1912, Beiblatt..

<37>

Denkschrift Harnack vom 21.11.1909, in: 50 Jahre Kaiser-Wilhelm-Gesesllchaft und Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften 1911-1961. Beiträge und Dokumente, Göttingen 1961, S.89.

<38>

Conrad Grau, Wehrkraft und Wissenschaft. Die Gründung der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft 1911, in: Willibald Gutsche, Baldur Kaulisch (Hg.), Bilder aus der Kaiserzeit, Köln 1985, S.165-174.

<39>

Berliner Lokal-Anzeiger Nr.149, 23.3.1914, S.2.

<40>

Vorwärts Nr.83, 25.3.1914, 2.Beiblatt.

<41>

Berliner Lokal-Anzeiger Nr.183a, 11.4.1912, S.3 und Beiblatt Nr.184, S.5.

<42>

Tägliche Rundschau, 20.3.1908 (Abendausg.). - Alexandra-Gutachten, S.122.

<43>

KuMin an FinMin, (27.2.1903), GStA PK, I.HA Rep.76 Va, Sekt.2, Tit.XIX, Nr.14, Bd 5, Bauliche Reparaturen an den Gebäuden Dorotheenstraße 5 und 6, April 1897-März 1905.

<44>

Anton Adams: Die neue Aula der Universität Berlin in der früheren Königlichen Bibliothek, in: Zentralblatt der Bauverwaltung, Jg.30, 1910, S.526-530.

<45>

Abdruck des Abendblatts bei Schochow, 325 Jahre, S.136f. Tatsächlich wog jede der 64 Kuppel-Trägerrippen 70 Tonnen, Baerwald, Kuppel, S.76.

<46>

Deutscher Geschichtskalender 1914, Bd 1, Leipzig 1914, S.160f.

<47>

Eckart Henning, Marion Kazemi, Chronik der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, (Veröff. aus dem Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Bd 1), Berlin 1988, S.11, 27. - Wolfgang Neugebauer, Das Kaiser-Wilhelm-Institut für Deutsche Geschichte im Zeitalter der Weltkriege, in: Historisches Jahrbuch, 1, 1993, S.60-97.

<48>

Sabine Kühl, Das Hauptareal der Humboldt-Universität zwischen der Kaiserzeit und dem Ende des Weltkriegs, Seminararbeit Kunstgeschichte, 1997/98, S.14. - Gandert, Prinzenpalais, S.124.

<49>

Friedrich Schmidt-Ott, Erlebtes und Erstrebtes 1860-1950. Wiesbaden 1952, S.97. - zit. nach Diether und Ruth (Hg.), Berliner Leben 1900-1914, Bd 2, Berlin 1986, S.156.

<50>

So Fischer, Leben, S.154, ”ist es mir nicht gelungen, den Eigensinn der Architekten zu überwinden“ so daß ”die Akustik in dem Neubau recht viel zu wünschen übrig läßt.“ - Der Montag, Berliner Lokalanzeiger Nr.149, 23.3.1914, S.1.

<51>

Agnes Zahn-Harnack, Adolf von Harnack, Berlin 1936, S.336f. - Harnack vertraulich an Schmidt-Ott vom 29.7.1913, S.2, GStA, I.HA, Rep.92 Schmidt-Ott Nr.38.

<52>

Adolf von Harnack, Zur Geschichte der Königlichen Bibliothek. Rede, gehalten bei der Einweihung am 22. März 1914, in: ders., Aus der Friedens- und Kriegsarbeit, (Reden und Aufsätze N.F. Bd.3), Giessen 1916, S.265f, 276. - Wieland Schmid, Von der kurfürstlichen Bibliothek zur Preußischen Staatsbibliothek, in: Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz. Festgabe zur Eröffnung des Neubaus, Wiesbaden 1978, S.66.

<53>

Stenogr. Berichte des Preuß. Abgeordnetenhauses, 12.5.1914, zit. nach Glatzer, Leben, Bd.2, S.157f.

<54>

Scharabi, Ecole, S.73. - Neuerdings Engel, Ihne,, S.14f.

<55>

A. Hartmann, Geheimrat v. Ihne über die neue Bibliothek, in: Berliner Lokal-Anzeiger Nr.147, 21.3.1914.

<56>

Holger Kleine, Der Staat und seine Bibliothek, in: Bauwelt, Jg.88, 23.5.1997, S.1099.

<57>

Werner Schochow, Griff in die Geschichte. Erster Bombenangriff auf die Staatsbibliothek 1941, in: Mitteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin N.F.1, 1992, S.51.

<58>

Oliver Sander, Was wird aus dem Dom der Wissenschaft?, in: Berliner Morgenpost, 10.6.1997, S.30 .- ders., Zwischen hehrem Wunsch und Machbarkeit, in: ebda, 13.6.1997, S.32.


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Mon May 15 16:39:10 2000