cms-journal
Nr. 26
März 2005
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Hilfe zur Selbsthilfe

Zur Multimediaförderung an der HU

Wolfgang Coy | Vorsitzender der Medienkommission des Akademischen Senates
coy@informatik.hu-berlin.de

Die Worte »Bildung, Forschung, Wissenschaft« werden nicht nur in Politikerreden ganz groß geschrieben, sie sind Teil der kulturellen Rhetorik. Anders sieht es aus, wenn es um die Finanzierung dieser Säulen unseres Selbstverständnisses geht: Da ist eher Schmalhans Küchenmeister. Selbst der Bestand wird systematisch abgebaut – ein Prozess, der unsere Universität nicht erst im letzten Jahr gebeutelt hat.

Doch selbst wenn der Bestand unangetastet bliebe, könnten Lehre und Forschung damit nicht bestehen. Erneuerung, Aus- und Umbau sind wesentliche Elemente einer lebendigen Universität. Zu den selbstverständlichen Aufgaben gehört es, neben einer arbeitsfähigen Bibliothek angemessene Informations- und Kommunikationstechnik bereitzuhalten. In der HU kann dies aus den grundständigen Mitteln der Institute und Fakultäten nur in beschränktem Umfang geschehen. Ein substantieller Träger der Erneuerung sind eingeworbene Drittmittel, die in den meisten Fällen aus externen Quellen gespeist werden. Freilich vertrauen Drittmittelgeber wiederum auf eine arbeitsfähige Grundausstattung, sodass hier schnell ein deadlock in der Finanzierung entsteht.

In Maßen kann hier ein Ausgleich durch interne zentrale Förderung geschehen, der die gröbsten Lücken der dezentralen Haushaltsdeckung überbrücken hilft. Die Medienkommission der HU legt mit zentralen Mitteln seit einigen Jahren drei jährliche Förderprogramme auf, eines für Rechentechnik an Wissenschaftlerarbeitsplätzen (WAP), eines für die Rechnerausstattung von PC-Laboren für Studierende (CIP) und eines für rechnergestützte multimediale Lehre und Forschung (Multimedia-Förderprogramm). Alle drei Programme gehen auf Förderprogramme des Bundes zurück, die längst ausgelaufen sind, aber in geeignete universitätsinterne Maßnahmen gewandelt wurden.

Ein wichtiger Schritt, den Einsatz von Multimedia in Lehre und Forschung zu unterstützen, war die Einrichtung einer Multimediagruppe im zentralen Rechenzentrum. Mit Wurzeln im ehemaligen Audiovisuellen Zentrum (AVZ) der HU und in Forschungsvorhaben des Rechenzentrums, etwa zu den »Elektronischen Dissertationen« und dem Dokumenten- und Publikationsserver der HU, wurde mit dem Multimediaservice ein Kompetenzzentrum geschaffen, das der ganzen Universität einschlägige Schulung und Hilfestellung bei konkreten Aufgaben anbietet. Das zentrale Rechenzentrum (RZ) hat sich in diesem Prozess zu einem Computer- und Medienservice (CMS) gewandelt, der neben seinen gewachsenen Aufgaben nun auch die Multimediatechnik zu seinen Kernaufgaben zählt.

Das projektorientierte Multimedia-Förderprogramm ergänzt diese allgemeinen Unterstützung und Beratung. Es geht auf eine langjährige Vorbereitungsphase zurück, in der sich eine offene Gruppe von interessierten und engagierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen aus nahezu allen Fachgebieten zum Informationsaustausch und zu wechselseitiger Hilfe im CMS trifft. Aus dieser Gruppe heraus ist die Anregung zu einer universitätsinternen Multimediaförderung entstanden, die als »Hilfe zur Selbsthilfe« verstanden werden soll. Dieses Förderprogramm unterstützt nun seit mehreren Jahren Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen, die auf ihrem Gebiet multimediale Technik für konkrete Vorhaben einsetzen wollen – sei es zur Aufbereitung von Lehrmaterialien, im Unterricht oder im Kontext ihrer Forschung.

Es hat sich schnell gezeigt, dass es in unserer Universität an Ideen, wie Rechner und Programme als Medien der Lehre und Forschung einzusetzen sind, nicht fehlt. Häufig sind es aber die ersten Schritte, die als schwer überwindbare Barriere erscheinen. Hier soll durch die Beschaffung von Geräten oder durch kurzzeitige Bereitstellung von Hilfskräften geholfen werden. Alles in bescheidenem Rahmen, denn das Programm kann nur eine Anschubfinanzierung geben, die dann durch dezentrale Mittel oder externe Förderung fortgesetzt werden soll. Im Idealfall, der gar nicht so selten ist, werden diese angeschobenen Aktivitäten verstetigt – zum Wohle der Lehre und als Plattform neuer Entwicklungen.

Das Multimedia-Förderprogramm ist von Anfang an gut angenommen worden. Seine Beliebtheit ist unter anderem daran erkennbar, dass es gut dreifach »überbucht« ist. Leider können nicht alle guten Anträge gefördert werden. Aber da von den Antragstellern erwartet wird, dass sie nach einmaliger Förderung andere Finanzquellen finden und da die Medienkommission die Leitlinie verfolgt, alle Bereiche der Universität zu unterstützen, sind die Chancen nicht schlecht, im Folgejahr eine Förderung zu erhalten.

Die Medienkommission und ihre Förderprogramme im WWW: http://www.mk.hu-berlin.de