cms-journal
Nr. 26
März 2005
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Moodle im Sprachenzentrum

Ein Erfahrungsbericht

Christa Köbsch | Zentraleinrichtung Sprachenzentrum, Englische Sprache
christa.koebsch@rz.hu-berlin.de

Was viele solcher Plattformen versprechen, hält Moodle; so könnte das Fazit unserer bisherigen Arbeit mit Moodle lauten, aber: Aller Anfang ist schwer.

Nachdem eine kleine Gruppe von Englisch- und Französisch-Lehrkräften auf die Begleitung ihres Unterrichts mit der Lernplattform Blackboard nicht mehr verzichten wollten, wurde diese nicht nur kostenpflichtig, sondern gleich richtig teuer.

Das veranlasste uns von der Mediengruppe, nach einem Ersatz zu suchen. Nach mehreren Fehlschlägen wurden wir durch eine Veranstaltung des MLZ in Adlershof auf Moodle aufmerksam.

Da aufgrund der Betreuung durch das MLZ der Start unverzüglich erfolgen konnte, dauerte es nicht lange, bis ich mich eingearbeitet hatte. Ich habe dann meinerseits (in mehreren Workshops und vielen Einzelkonsultationen) weitere Lehrkräfte des Sprachenzentrums von der Nützlichkeit der Unterrichtsbegleitung durch Moodle überzeugen können.

Im Moment nutzen 10 Lehrkräfte (7 Englisch, 1 Französich, 1 Italienisch, 1 Deutsch) die E-Learning-Plattform unterrichtsbegleitend in insgesamt 26 Kursen, sowohl im Wochen- als auch im Themenmodus.

Das Interesse steigt ständig, aber nicht alle eingerichteten Kurse sind auch bereits eingesetzt worden. Für einige ist der Einarbeitungsaufwand momentan zu hoch, anderen ist die recht schnelle Weiterentwicklung von Moodle ein Hindernis. So hatte sich zum Beispiel nach der letzten Semesterpause Moodle doch etwas verändert, Features waren dazugekommen, die ein anderes Handling erforderten – für die Eingeweihten eine willkommene Neuerung, für die Ungeübten eher abschreckend.

Bisher sind uns wenige Mängel und Probleme bekannt geworden. Die Studierenden beklagen, dass die Reaktionszeit bei vergessenem Passwort zu lang ist, was sie an der Erledigung der Hausaufgaben hindern kann. Die Lehrkräfte stört, dass sich im Feedbackfeld des Assignments die Textkorrekturen nicht wie in Word durch die Option »Änderungen verfolgen« darstellen lassen. Damit geht ein wichtiger Lerneffekt verloren, da die Studierenden nur noch die korrigierte Fassung, nicht aber mehr ihre eigene Version sehen.

An der Zahl der auf Anforderung eingerichteten (wenn auch noch nicht in Gänze genutzten) Kurse lässt sich ein großes Interesse an Moodle ablesen. Wir haben erfahren, dass im kommenden Semester einige Kolleginnen und Kollegen noch einmal Anlauf nehmen. Von der Nützlichkeit sind die meisten, die mit Moodle bekannt gemacht wurden, durchaus überzeugt, und die Studierenden braucht man nicht lange zu überzeugen – sie profitieren unmittelbar von Moodle durch einen Gewinn an Komfort.

Hinzufügen möchte ich, dass Moodle weltweit großen Anklang findet, was ich auf der EUROCALL Konferenz im September 2004 in Wien festgestellt habe.

Die Vorteile von Moodle würde ich folgendermaßen zusammenfassen:

Für die Studierenden

- Sie haben auf Materialien und Links schnell Zugriff und können je nach Notwendigkeit oder Interesse die Auswahl selbst treffen.

- Versäumte Unterrichtsinhalte können nachvollzogen und nachgearbeitet werden.

- Im Forum können auch die Studierenden die Möglichkeit nutzen, Materialien für Kommilitonen zur Verfügung zu stellen, z. B. bei der Vorbereitung auf Präsentationen, und sie könnten natürlich auch Anregungen für Unterrichtsinhalte und -abläufe geben.

- Der Kalender weist langfristig auf anstehende Tests, Klausuren oder Abgabetermine für Arbeiten hin.

- Studenten erweitern ihren Wortschatz durch die Benutzung von Moodle, da die Lehrkräfte die Oberfläche der jeweiligen Zielsprache anpassen können.

Für die Lehrkräfte

- Sie haben eine übersichtliche Kursdokumentation, für sich selbst und für ihre Studierenden. Individuelle Anfragen zum durchgenommenen Stoff seitens der Studenten und deren Beantwortung durch die Lehrkraft per Mail erübrigen sich.

- Das Feature Assignments lässt individuelles Feedback zu und ermöglicht eine schnelle Übersicht über erbrachte Leistungen.

- Die Auswertung der mit Moodle erstellten Tests erfolgt automatisch.

- Die Möglichkeit des Klonens von Kursen ist eine große Erleichterung bei Parallelkursen.

- Auch die Vertretung von einzelnen Unterrichtsstunden oder eines gesamten Kurses im Krankheitsfall wird durch Moodle, abhängig von der Vorbereitung durch die Lehrkraft, sehr unterstützt.

- Die Arbeit mit Moodle ist von jedem vernetzten Computer aus möglich.

- Der Zugang ist durch ein Passwort geschützt.

Abb. 1: Die meisten Kurse des Sprachenzentrums sind mit einem Zugangsschlüssel geschützt. Die Sprache der Moodle-Oberfläche ist innerhalb der Kurse auf die jeweilige Unterrichtssprache festgelegt.