cms-journal
Nr. 26
März 2005
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Weitere Artikel aus dem cms-Journal Nr. 26 finden Sie auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin unter http://edoc.hu-berlin.de/cmsj/26
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E-Learning und digitale Medien, nur etwas für Spezialisten?

Uwe Pirr
pirr@cms.hu-berlin.de

Viele sind sich einig: gute Lehre kann durch den Einsatz digitaler Medien besser werden, die Studierenden sind oftmals motivierter und lernen mehr und intensiver. Warum machen es also nicht alle? Die Antworten hierauf sind wahrscheinlich vielschichtig: es ist zu aufwändig und kompliziert, es fehlen die technischen Voraussetzungen, rechtliche Unsicherheiten oder andere Ängste spielen auch eine Rolle.

Diese Vorbehalte wollen wir versuchen, mit der vorliegenden Ausgabe des cms-journals abzubauen. Sicher erfordert der Einsatz digitaler Medien neue Kompetenzen des wissenschaftlichen Personals, aber die Situation an der Humboldt-Universität ist gar nicht so schlecht und das trotz knapper Kassen.

Unterstützung bei technischen Fragen bietet der Computer- und Medienservice (CMS), und hier insbesondere das Multimedia Lehr- und Lernzentrum (MLZ), das im Rahmen der Multimedia-Initiative im CMS als koordinierende Stelle der Multimedia-Aktivitäten der Universität und als Multiplikator entstanden ist. Das MLZ ist in die Abteilung Multimediaservice integriert und findet hier das entsprechende technische und technologische Hinterland. Schwerpunkte der Arbeit des MLZ sind Kompetenzentwicklung, die Betreuung des Multimedia-Förderprogramms und die Aufbereitung und Begleitung multimedialer Werkzeuge und Lösungen. Von hier werden regelmäßige Multimedia-Veranstaltungen zu Möglichkeiten und Grenzen von Multimediaeinsatz in der Lehre und zu technischen Fragestellungen organisiert. Buchbare Einführungsveranstaltungen ergänzen das Weiterbildungsangebot des CMS wirkungsvoll. Aber auch Hilfe und Beratung vor Ort, weiterführende Veranstaltungen im Institutsrahmen, Vermittlung von Kursen oder Kooperation mit Kursanbietern sind ebenso möglich wie konzeptionelle und praktische Unterstützung bei der Aufbereitung von Lehrveranstaltungen und bei der Digitalisierung oder Erstellung multimedialer Lehrmaterialien.

Das jährlich ausgeschriebene Multimedia-Förderprogramm wird vom MLZ inhaltlich und administrativ begleitet. Die Förderung des Erfahrungsaustausches und die Bündelung der vorhandenen Kompetenz spielen hierbei eine besondere Rolle. Viele der Projekte des Förderprogramms sind auf den Multimedia-Tagen der vergangenen Jahre in Vorträgen, Präsentationen und Ausstellungen vorgestellt worden. Dies soll auch fortgesetzt werden.

Neben einem Objektmanagementsystem als Werkzeug für die Speicherung, Organisation und Arbeit mit multimedialen Inhalten, das allen Lehrenden offen steht, wird ein Lernmanagementsystem vom CMS inhaltlich und technisch betreut. Somit werden diese E-Learning-Basisdienste für einen erfolgreichen Einstieg in die Verwendung digitaler Medien in der Lehre mit allen dahinter liegenden Funktionalitäten, wie Netz- und Kommunikationsdienste, File- und Backupservice, zentral bereitgestellt und betreut.

Weiter strukturelle Verbesserungen zur systematischen und nachhaltigen Integration von E-Learning in Lehre und Studium erwarten wir vom Projekt »e-Kompetenz im Kontext« an der Humboldt-Universität, das sich gegenwärtig in der Genehmigungsphase beim BMBF befindet. Hiermit soll unter anderem stärker als bisher Wert auf didaktische Fragestellungen gelegt werden, deren Wichtigkeit auch durch Beiträge in diesem Heft unterstrichen wird. Wir hoffen, mit der Arbeit im kommenden Sommer beginnen zu können.

Relativ gute Voraussetzungen für alle noch Unschlüssigen. Und eine Vielzahl interessanter Projekte und Erfahrungen, von denen einige in diesem Heft vorgestellt werden, sollten weiterer Ansporn für alle sein!

Zentraler Block in diesem Heft sind die Erfahrungsberichte von Nutzerinnen und Nutzern des zentralen Objektmanagementsystems oder des Lernmanagementsystems beziehungsweise einer Kombination von beiden, die wir gebeten haben, über ihre bisherigen Erfahrungen hier zu berichten. Bei der Auswahl kam es uns darauf an, die Thematik aus möglichst vielen unterschiedlichen Richtungen und fachlichen Zusammenhängen zu beleuchten. Die Vielseitigkeit möglicher Nutzungsszenarien in Lehre und Studium soll hiermit gezeigt werden.

Und noch etwas: Das Medienportal heißt jetzt Mneme! Das, was seit 2002 als Medienportal an der Universität genutzt wurde, hat jetzt einen neuen Namen bekommen.

Und warum diese Umbenennung? Mneme, benannt nach der Muse des Gedächtnisses und der Erinnerung in der griechischen Mythologie, ist das zentrale Instrument, digitale Objekte für die Lehre zu organisieren. Diese digitalen Daten können jetzt entweder direkt zur Verfügung gestellt und verwendet werden oder über das Lernmanagementsystem Moodle in der Lehre genutzt werden. Mneme und Moodle greifen also ineinander und bilden zusammen das neue Medienportal, das durch weitere Dienste ergänzt werden kann. Dieses neue Medienportal ist der zentrale Zugang zu einem erweiterungsfähigen Konzept, von dem das Objektmanagementsystem Mneme, also das, was vorher Medienportal hieß, nur ein Teil ist.

Das Konzept des Medienportals ist also ausgebaut worden, und dem soll jetzt auch in der Namensgebung entsprochen werden.