Bilder werden in der Datenbank unseres Medienportals einen Großteil der Objekte ausmachen. Die Archivierung wird in den meisten Fällen von ganz konkreten Forderungen abhängig sein. Wir gehen davon aus, dass genügend Speicherplatz zum Abspeichern der Dateien vorhanden ist. Gedanken müssen wir uns darüber machen, wofür unsere Bilder abgespeichert werden und in welcher Menge und welchem Format sie über das Netz transportiert werden sollen. Da Qualität von Bildern meist sehr große Datenmengen impliziert, wird das Archivieren immer ein Kompromiss zwischen Qualität und Netzlast sein. Zur Nachbearbeitung der Bilddateien empfehlen wir ausdrücklich das Programm Adobe Photoshop, da es alle Möglichkeiten bietet, die Daten in ordentlicher Form und Qualität abzuspeichern. Der folgende Artikel soll bei der Erfassung und Aufbereitung digitaler Bilder helfen.
Bilddateien, auch Rasterbilder, Pixelbilder oder Bitmaps genannt, bestehen aus einzelnen Bildpunkten (Pixel, px), von denen jeder eine Farbinformation in Form von Zahlen enthält. Hierbei spielen Auflösung, Farbmodus und Farbtiefe eine wesentliche Rolle. Um Qualitätsverluste beim Erstellen und Nachbearbeiten der Bilder zu vermeiden, ist es für jeden Anwender unumgänglich, sich mit diesen Begriffen vertraut zu machen. Die Anwendung von Farbmanagement-Systemen dagegen ist nur für die professionelle Druckvorstufe erforderlich.
Für den Begriff der Auflösung existieren zwei unterschiedliche mathematische Definitionen:
Welche Definition des Auflösungsbegriffes trifft nun auf eine Bilddatei zu? Die Antwort lautet: Es kann beides gemeint sein. Für die Größe einer Bilddatei ist die konkrete Anzahl der Bildpunkte ausschlaggebend, da sie nichts anderes ist als eine Zahlenmatrix zuzüglich einiger Zusatzinformationen. Längenmaße – und daraus resultierend die Anzahl der Bildpunkte pro Längeneinheit – sind Zusatzinformationen für Drucker und Seitenlayoutprogramme.
In Photoshop kann man alle diese Größen in dem Dialogfeld Bild: Bildgröße steuern. Einen grundlegenden Unterschied macht es aus, ob man die Option Bild neu berechnen aktiviert oder deaktiviert hat:
Um Neuberechnungen, besonders Vergrößerungen, nach Möglichkeit zu vermeiden, müssten die Daten in einer ausreichenden Auflösung (Pixelanzahl) für alle später denkbaren Anwendungsfälle erfasst werden. Das wird sich – schon wegen des erwähnten Kompromisses zwischen Qualität und Netzlast – schwer realisieren lassen. Wichtig ist es, nach einer Neuberechnung das Ergebnis bei 100%-iger Darstellung zu betrachten (erreichbar z. B. durch Doppelklick auf das Zoomwerkzeug), da nur so die Qualität eines Bildes beurteilt werden kann.
Leider befindet sich in dem Dialogfeld Bild: Bildgröße ein Fehler: Die Überschrift »Dateigröße« (siehe Abb. 1) ist falsch und beruht auf einem Übersetzungsfehler. Die Größe einer Rasterdatei ergibt sich aus der Anzahl ihrer Pixel und nicht aus den für die Ausgabe bestimmten Längenmaßen. In älteren Photoshop-Versionen heißt es noch richtig »Ausgabegröße«, in englischen Versionen »document size«. Auch die Überschrift »Pixelmaße« (früher »Bildmaße«) ist in diesem Menü nicht glücklich gewählt.
Auf Monitoren werden Farben durch Mischung von rotem, grünem und blauem Licht unterschiedlicher Intensität erzeugt (RGB-Modell). Farbdrucker dagegen verwenden in der Regel die Komplementärfarben von Rot, Grün und Blau: Cyan, Magenta und Gelb, ergänzt durch Schwarz (CMYK-Modell). Auf der Grundlage eines dieser Farbmodelle können Farbinformationen für Bilder gespeichert werden. Für jeden Bildpunkt einer RGB-Datei werden drei Zahlen benötigt, die den Anteilen der Grundfarben entsprechen. Man spricht auch von den Farbkanälen Rot, Grün und Blau. Da gleiche Intensität von Rot, Grün und Blau einen Grauwert ergeben, ist bei einem Graustufenbild nur ein Kanal, der Grauwert-Kanal, erforderlich. Die Farbe eines Druckpunktes wird dementsprechend durch vier Zahlen festgelegt, den Anteilen von Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz.
Scanner und Digitalkameras liefern in der Regel RGB-Daten. Dieser Modus ist auch für die Bearbeitung und Archivierung zu empfehlen. Lediglich Bilder, die für den Offsetdruck bestimmt sind, sollten in den CMYK-Modus überführt werden.
In Photoshop wird in dem Dialogfeld Datei: Neu der Speichermodus einer Datei bestimmt, mit dem Menü Bild: Modus kann er verändert werden.
Die Farbtiefe gibt an, wie viele Bits für die Speicherung eines Bildpixels verfügbar sind. Eine größere Farbtiefe (mehr Bitinformationen pro Pixel) bedeutet mehr Farben und somit eine präzisere Farbdarstellung im digitalen Bild. Ein Pixel mit einer Farbtiefe von einem Bit hat zwei mögliche Werte, die z. B. den Farben Schwarz und Weiß entsprechen können. Ein Pixel mit einer Farbtiefe von 8 Bit hat 28 = 256 mögliche Werte, ein Pixel mit einer Farbtiefe von 24 Bit hat 224 (ca.16,7 Millionen) mögliche Werte.
RGB-, Graustufen- und CMYK-Bilder enthalten meist acht Bit pro Farbkanal. Dies entspricht einer Farbtiefe von 24 Bit bei einer RGB-Datei, von 8 Bit bei einer Graustufen-Datei und 32 Bit bei einer CMYK-Datei.TrueColor oder FullColor sind in Scannersoftware häufig verwendete Bezeichnungen für RGB-Bilddaten mit 24 oder mehr Bit Farbtiefe. Der Farbmodus Indizierte Farben ist eine spezielle RGB-Speicherform mit maximal 8 Bit Farbtiefe.
Viele Scanner sind in der Lage, mehr als acht Bit pro Kanal zu erfassen, und Photoshop bietet die Möglichkeit, mit 16 Bit pro Farbkanal zu arbeiten. Das würde bei einer RGB-Datei die Darstellung von 248 (ca. 281,4 Billionen) verschiedenen Farben ermöglichen. Dieser Modus sollte allerdings der Arbeit innerhalb von Photoshop vorbehalten sein, da er von den meisten anderen Programmen und Systemen, so auch Mneme und Moodle, nicht unterstützt wird. Vor dem Abspeichern einer solchen Datei kann mit Hilfe des Menüs Bild: Modus die Farbtiefe wieder auf 8 Bit pro Kanal herabgesetzt werden.
Scanner, Kameras, Monitore und Drucker können nicht alle mit dem menschlichen Auge sichtbaren Farben erfassen bzw. darstellen. Zudem unterscheiden sich aufgrund der unterschiedlichen Technologie die Farbumfänge aller Gerätearten wie Scanner, Monitore, Digitalkameras, Tintenstrahl-, Laser- und Offsetdrucker. Dadurch kann beispielsweise der Farbdruck einer Datei erhebliche Abweichungen gegenüber der Bildschirmdarstellung aufweisen. Das betrifft besonders die extremen Farben des jeweiligen Modells, z. B. das voll gesättigte Rot, Grün und Blau des Monitors. Aber auch zwischen den entsprechenden Geräten verschiedener Hersteller gibt es Unterschiede, ebenso zwischen den einzelnen Modellen desselben Herstellers, ja sogar zwischen den Geräten gleicher Bauart.
Das Farbverhalten eines Gerätes kann in einer Datei, dem so genannten ICC-Profil, festgehalten werden. Viele Firmen stellen Profildateien für ihre Geräteserien zur Verfügung, professionelle Nutzer erstellen sie sich mit geeigneter Hard- und Software für ihre Geräte selbst. Durch die Auswertung dieser Dateien werden die unvermeidlichen Farbabweichungen eines Bildes auf dem Weg Scanner/Digitalkamera – Computermonitor – Drucker auf ein Mindestmaß beschränkt.
Für Dokumente, bei denen die Farbinformation auch nach längerfristiger Archivierung von Bedeutung ist, empfiehlt sich die Einbettung eines genormten RGB-Profils wie ECI-RGB, sRGB oder AdobeRGB (1989).
Auf unseren Internetseiten [5] und [6] erhalten Sie einige Hinweise zum Einrichten von Farbmanagement auf Ihrem Computer sowie eine Beschreibung des gesamten Farbmanagement-Systems in Photoshop (ab Version 6).
Von Mneme werden zusätzlich zu dem Original von jedem Bild automatisch vier Thumbnails erzeugt und gespeichert: Zwei Miniaturansichten (in Quadrate von 80 x 80 bzw. 150 x 150 Pixeln eingepasst), eine Voransicht (350 x 350 Pixel) und eine Großansicht (700 x 700 Pixel). Die Miniaturansichten dienen der Vorschau auf dem Mneme-Leuchttisch. Nach Mausklick auf eine Miniaturansicht erscheinen wahlweise die Voransicht oder die Großansicht des Bildes. Diese beiden Varianten eignen sich bereits für Bildschirmpräsentationen. Man kann sie mit Hilfe der rechten Maustaste herunterladen. Das hochauflösende Original erhält man mittels der Download-Funktion des Systems.
Moodle dagegen speichert nur die Originaldaten, wobei es sich häufig um mehrseitige Dokumente mit eingebetteten Bildern handelt.
JPEG-Bilder, die für Mneme bestimmt sind, sollten in der Regel nicht größer als 1500 x 2000 Pixel sein, woraus sich eine Speichergröße von 800 KB bis 2 MB ergibt. Für Bilder in Moodle empfehlen wir als Obergrenzen eine Pixelanzahl von 1024 x 768 (eine zurzeit gängige Bildschirmauflösung) sowie eine Dateigröße von 150 KB. Bitte beachten Sie, dass in Moodle eine Sperre für Dateien über 16 MB besteht und für Nutzer mit ISDN-Anschluss der Download von 1 MB vier Minuten in Anspruch nimmt.
Mehrseitige eingescannte Dokumente sollten beispielsweise bei 20 Seiten 2 MB nicht überschreiten.
Installieren Sie die mit Ihrem Scanner gelieferte Software nach Möglichkeit so, dass sie als Zusatzmodul unter Photoshop läuft und durch Datei: Importieren aufgerufen werden kann.
Wie viele Bildpunkte vom Scanner erfasst werden, ergibt sich aus der Scanauflösung und der Größe des Bildausschnittes. Um bei einem vorgegebenen Bildausschnitt eine vorgegebene Pixelanzahl zu erreichen, muss die Auflösung von Fall zu Fall variiert werden.
Einige Beispiele:
| Bildausschnitt | Auflösung beim Scannen | Erfasste Bildpunkte |
| 9 x 13 cm | 350 | 1240 x 1791 |
| 10 x 15 cm | 300 | 1181 x 1772 |
| 21 x 27 cm (DIN A4) | 150 | 1240 x 1754 |
| 2,4 x 3,2 cm | 1500 | 1417 x 1890 |
Es gibt Scannersoftware, die den Nutzer an dieser Stelle unterstützt, bei weniger komfortabler müssen Sie die Berechnung der optimalen Scan-Auflösung selbst durchführen.
Wir empfehlen, so gut wie alle Vorlagen mit 24 oder mehr Bit Farbtiefe einzuscannen und Modusänderungen/Farbreduzierungen zur Speicherplatzverringerung in Photoshop vorzunehmen.
Es folgen einige Tipps für unterschiedliche Vorlagen, ausführlichere Beschreibungen finden Sie in [3] und [4].
Es ist ausreichend, wenn die Kamera eine physikalische Auflösung von 3 MP hat. Bei Kameras mit 6 bis 7 MP sind nur Modelle mit großem Bildwandler zu empfehlen, deren Preise zzt. noch über 2 000 € liegen.
Zur Reduzierung des Speicherplatzes empfehlen wir für die unterschiedlichen Arten von Bilddateien folgende Maßnahmen:

Abb. 4: Ausschnitt aus dem Dialogfeld »Datei: Für Web speichern« in Photoshop.
Um mehrere gescannte Seiten zu einer Datei zusammenzufügen, sollten Sie diese im PDF-Format speichern. Anschließend benutzen Sie in Adobe Acrobat entweder das Dialogfeld Datei: PDF erstellen: Aus mehreren Dateien (Abb. 5 und 6) oder – bei bereits geöffneten Dateien – den Karteireiter Seiten. In letzterem Fall können Sie sich Ihr Dokument aus den einzelnen Seiten der Dateien per Drag and Drop zusammenstellen.
Von den Adobe-Produkten Photoshop und Acrobat erhalten Mitarbeiter der HU bei der Zentralen Softwarebeschaffung des CMS kostengünstige Campus-Lizenzen für Forschung und Lehre.