cms-journal
Nr. 27
August 2005
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www.kunsttexte.de

Eine Zeitschrift für Kunst- und Kulturgeschichte

Dr. Sigrid Brandt, Christiane Kant, Stefan Pohl | www.kunsttexte.de
brandt@kunsttexte.de, kant@kunsttexte.de, pohl@kunsttexte.de

Abstract

Die seit Oktober 2001 erscheinende Zeitschrift www.kunsttexte.de ist ein unabhängiger Raum für wissenschaftliche Publikationen aus Kunst- und Kulturgeschichte. Die Zeitschrift ist in verschiedene inhaltliche Sektionen aufgeteilt (Denkmalpflege, Bild Wissen Technik, Gender Studies, Politische Ikonographie, Kunst Medien). In diesen arbeiten ehrenamtliche Redakteure. Bisher sind 130 Beiträge erschienen. In einem Turnus von drei Monaten erscheinen neue Artikel in den Sektionen. Technisch betreut wird die Zeitschrift vom Computer- und Medienservice (CMS) der HU.

Die Zeitschrift www.kunsttexte.de erscheint seit Oktober 2001 und geht auf eine Initiative von Silvia Zörner und Michael Lailach zurück. Sie bietet seither Wissenschaftler(inne)n, Künstler(inne)n und Student(inn)en einen unabhängigen Raum für wissenschaftliche Publikationen und einen Ort des Austausches. Die Zeitschrift nutzt die Vorteile der elektronischen Publikation, ohne auf die Standards einer gedruckten wissenschaftlichen Veröffentlichung zu verzichten. Die Beiträge sind orts- und zeitunabhängig erreichbar und kostenfrei zugänglich. Bisher wurden 130 Beiträge veröffentlicht. wird inhaltlich von sieben Themen bestimmt, die von verantwortlichen Redakteuren betreut werden. Diese Sektionen sind fester Bestandteil der Website, in der in einem dreimonatigen Rhythmus neue Texte, Bilder und Audiomaterial veröffentlicht werden. In Zukunft sollen auch Bildessays und Videomaterial hinzukommen. Die Beiträge sind am Bildschirm zunächst in einer Zusammenfassung einsehbar. Die vollständigen Artikel können dann in PDF-, Audio- bzw. Videoformaten heruntergeladen und ausgedruckt werden. Jeder themenspezifischen Seite ist ein Forum zugeordnet, in dem kritische Diskussionen zwischen Autor und Rezipienten stattfinden können.

Abb. 1: www.kunsttexte.de

Nach den Erfahrungen der letzten drei Jahre besteht die besondere Attraktivität der Zeitschrift in ihrer langfristigen Sicherung und Archivierung auf dem Dokumenten- und Publikationsserver (edoc) der Humboldt-Universität. Dank der Zusammenarbeit mit dem Computer- und Medienservice können dadurch immer noch bestehende Schranken und Hemmungen im Bereich des elektronischen Publizierens deutlich abgebaut werden. Im Bereich Denkmalpflege werden Beiträge der Internetzeitschrift zunehmend in den traditionellen Printmedien der Landesdenkmalämter als Publikationsform akzeptiert und zitiert. Von den ca. 300 Abonnenten dieser Sektion, an die bei Erscheinen einer neuen Ausgabe die Information über Beiträge elektronisch versandt wird, haben bisher nur etwa ein Dutzend explizit um eine Streichung aus dem Verteiler gebeten.

Auch der Internetauftritt und das Layout der Beiträge in den PDF-Dateien werden gut angenommen. Aus der umfangreichen redaktionellen Arbeit im Hinblick auf das spezifische Gestaltungskonzept der Zeitschrift und der Beiträge sowie das Dateiformat ergeben sich jedoch nicht unerhebliche Schwierigkeiten. Zum einen sind lediglich die Abstracts im HTML-Format recherchierbar, eine Volltextsuche in den gesamten Beiträgen ist nicht möglich. Zum anderen hat sich die als besonders zugkräftig angesehene Schnelligkeit des Publizierens im Internet stark relativiert. Sowohl von den Redakteuren als auch von den Autoren wurde der zeitliche Aufwand aller notwendigen Schritte anfänglich unterschätzt. Zu hohe Vorstellungen mussten deshalb mit Blick auf die angestrebte Qualität der in Lektorat und Layout betreuten Artikel korrigiert werden. Die Erwartungen an Diskussionen von Inhalten der Beiträge über das Forum mussten korrigiert werden. Diskussionen zu einzelnen Beiträgen blieben nicht aus, aber das Forum als ein Ort der Auseinandersetzung zwischen Autor und Leser wurde sehr wenig genutzt. Dies ist nicht zuletzt einer wissenschaftlichen Diskurs-Kultur geschuldet, die sich nach wie vor in sehr traditionellen Formen bewegt und das Internet noch nicht nutzt.

Das Zwitterleben, das die Zeitschrift führt – als beinahe druckfertige Zeitschrift ist sie nur im Internet abrufbar – gibt in ganz charakteristischer Weise Auskunft über die Nutzung dieses elektronischen Mediums. Überlegungen, die Zeitschrift durch Werbung und Jahres- oder Einzelbeiträge zu finanzieren, haben keinen ausreichenden Widerhall in der Gruppe der Redakteure und Administratoren gefunden, um ernsthaft weiter verfolgt zu werden. Dahinter steht vor allem der Anspruch, die Ergebnisse aus Forschung und Wissenschaft zugänglich und kommunizierbar zu halten und deren Verfügbarkeit im Internet nicht durch kommerzielle Ansprüche zu konterkarieren. Hemmend wirken sich vor allem die noch bestehenden gesetzlichen Grundlagen des Urheberrechts und deren Vertretung durch die Verwertungsgesellschaft WORT (VG WORT) aus. Beiträge im Internet werden im Gegensatz zu gedruckten Artikeln nicht honoriert. Das Aktionsbündnis »Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft« mit seiner Göttinger Erklärung1 versucht seit längerem, diesem unzulänglichen Zustand abzuhelfen. Es bleibt zu hoffen, dass dies erfolgreich ist. Die freie Verfügbarkeit und die langfristige Archivierung der Zeitschrift sind ganz zweifellos wesentliche Vorteile. Nachteilig ist das gewählte PDF-Format insofern, als dass mit Rücksicht auf möglichst kurze Ladezeiten die Größe der Bilddateien auf ein zumutbares Minimum beschränkt wird. So kann man eine Datei, die weniger als ein Megabyte groß ist, auch mit einem einfachen Modem schnell herunterladen und ausdrucken. Als Druckvorlage im Sinne eines Print-on-Demand sind jedoch sämtliche unter www.kunsttexte.de veröffentlichten Beiträge ungeeignet. Um eine Druckqualität zu gewährleisten, wären höhere Auflösungen und ein größerer Speicherplatz vonnöten. Die jetzige Lösung ist gleichwohl als Kompromiss zwischen einfachen HTML-Formaten und deren bildschirmoptimierten Abbildungen und einer druck- und besser lesbaren Version akzeptiert.

Die Zeitschrift www.kunsttexte.de setzt auf traditionelle Seh- und Lesegewohnheiten. Eine Internet-Zeitschrift ist sie nicht. Sie ist eine Zeitschrift im Internet.

Aus technischer Sicht basiert die elektronische Zeitschrift www.kunsttexte.de auf einem vereinfachten Content Management System, welches selbst programmiert wurde. Dieses System besteht aus einer PHP-Programmierung und einer MySQL-Datenbank. Durch den Computer- und Medienservice der Humboldt-Universität werden alle Aufgaben der Informationsverarbeitung realisiert. Dabei übernehmen die Redakteur(inn)e(n) den gesamten Publikationsprozess – das Modifizieren, Veröffentlichen, Archivieren der Inhalte – und die Administrator(inn)en die technische Organisation.

Das Content Management System ist in ein Backend- und Frontend-Bereich untergliedert. Beide sind über das Web erreichbar. Im Backend steht den Redakteur(inn)en eine übersichtlich strukturierte Benutzeroberfläche zur Verfügung. Sie können selbständig neue Themen anlegen, Redakteur(inn)e(n) verwalten, Artikel modifizieren bzw. einpflegen oder ins Archiv verlegen. Des Weiteren haben sie die Möglichkeit, die Rezensionen redaktionell zu betreuen und Foren zu moderieren. Der Zugriff der Redakteur(inn)e(n) auf die ihnen zustehenden Bereiche wird über eine dezidierte Rechtevergabe gesteuert, in der die einzelnen Redakteur(inn)e(n) nur jeweils ihre Bereiche bearbeiten können. Den Administrator(inn)en steht hier eine einfache Userverwaltung zur Verfügung.

Die Administration der MySQL-Datenbank wird über die Standardsoftware phpMyAdmin realisiert. Dieses Tool bietet ausreichende Möglichkeiten, alle notwendigen Aufgaben zu erledigen. Gegebene programmtechnische Veränderungen, die sich aus den Anforderungen der Redakteur(inn)e(n) ergeben, werden direkt im Quellcode vorgenommen.

Die grundsätzliche Trennung von Design und Content-Pflege ermöglicht es den Redakteur(inn)en, ohne große Einarbeitung und technische Kenntnisse Texte zu publizieren.

Bei der Entwicklung des Designs und der Struktur des Frontends stand die schnelle Erreichbarkeit der Informationen an erster Stelle. Dieses wurde in der Gestaltung und Programmierung durch eine optimierte Ladezeit und eine zweidimensionale horizontale/vertikale Einteilung der Menüführung berücksichtigt.

Mit der ersten, horizontalen Menü-Ebene wird das Augenmerk auf die Redaktionsbereiche gerichtet. Hier wird das inhaltliche Profil von »kunsttexte« augenscheinlich. Dadurch wird aber auch das Auffinden einzelner Artikel nach den jeweiligen Interessen der User erleichtert.

In der zweiten, vertikalen Menü-Ebene sind die Punkte für eine weitergehende Recherche zusammengefaßt.

Um die Aktualität der Zeitschrift zu unterstreichen, werden zukünftig die aktuellsten Artikel auf der ersten Seite erscheinen. Es ist geplant, die Zeitschrift auf ein modernisiertes Content Management System umzustellen; zum einen, weil das derzeitige System nicht mehr in allen Punkten den zeitgemäßen Anforderungen entspricht und zum anderen, weil die Redakteur(inn)e(n) mehr Einflussmöglichkeiten auf das Layout der Zeitschrift erhalten sollen.

Anmerkungen