CMS Journal
Nr. 31
21.01.2009
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Literaturverwaltung mit Plone


Matti Stöhr
matti.stoehr@ibi.hu-berlin.de

Abstract

Der Artikel stellt das Plone-Produkt „CMF Bibliography AT“ in seinen Funktionen und zielgruppenorientierten Anwendungsbereichen vor. Es wird ferner über die Ziele eines im August 2008 angelaufenen, von der Medienkommission der HU geförderten, einjährigen Projektes am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft (IBI) zur Weiterentwicklung des Produkts informiert.


An der Humboldt-Universität zu Berlin (HU) kommt seit geraumer Zeit das freie Content Management System Plone zentral wie dezentral in vielen Fakultäten und Instituten zum Einsatz. Durch den Computer- und Medienservice wird dazu eine Reihe von ergänzenden, universitäts- spezifischen Applikationen und Templates erarbeitet, die zur Steigerung der Effizienz und zur Verbesserung des Gesamterscheinungsbildes der Web-Auftritte der HU beitragen.[1] Die Verfüg- und Nutzbarkeit eines plonebasierten Literaturverwaltungsprogramms erweitert dieses Spektrum.

Mit dem Produkt „CMF Bibliography AT“, im Folgenden BibliographyTool genannt, stellt die Plone-Community auf www.plone.org ein Werkzeug zur Literaturverwaltung als Ergänzungsprodukt zu Plone kostenlos zur Verfügung. In der Darstellung bezieht sich der Autor auf das Produkt in der Version 0.9.0rc1. An dieser Stelle sei der Hauptprogrammierer des Tools, der Biologe Raphael Ritz, welcher lange Zeit an der Humboldt-Universität tätig war, gewürdigt.[2] Außerdem wird dort unter anderem eine Erweiterung – das AddOn „ATBiblioList“ – zur Erstellung von individuellen Literaturlisten im „ready to publish“ style angeboten.


Das BibliographyTool – Ergänzung zu Endnote, Citavi & Co.

Dieses Werkzeug orientiert sich in der hohen Strukturierung seiner Referenz-typen an BibTeX und bietet somit von vornherein eine auf diesem Standard basierende Import-und Exportfunktionalität, welche für den Austausch von bibliographischen Daten notwendig ist. [3]

Das BibliographyTool erhebt nicht den Anspruch, andere Literaturverwaltungsprogramme – Offline- (Endnote, Citavi etc.) wie Onlinelösungen (Connotea, RefWorks u. a.) – zu ersetzen, sondern diese vielmehr, mit dem besonderen Zuschnitt auf Plone und durch Interoperabilität, zu ergänzen. Hierbei werden die Vorteile eines Content Management Systems (CMS) genutzt. Diese liegen insbesondere darin, dass CMS-Funktionalitäten wie Suche, Dateimanagement, einheitliches „Look and Feel“, Organisation von Metadaten etc. de facto automatisch dem Literaturverwaltungsprogramm mitgegeben werden.


Literaturverwaltung für alle – Anwendungsbereiche und Zielgruppen

Das Werkzeug soll zum Ersten allen Institutionen der HU zur Verfügung stehen, um in einer einheitlichen Oberfläche (Plone-Instanz mit HU-Corporate Design) die Publikationen ihrer Angehörigen in strukturierter Form zu verwalten und der (Fach)-Öffentlichkeit zu präsentieren. Mit der Plone-Instanz http://bibliographien.hu-berlin.de steht Interessierten an der HU schon länger eine Testplattform bereit. Zum Zweiten können mit Hilfe des BibliographyTools Fachbibliographien erstellt werden, die unter Anwendung des Dokumentenmanagements von Plone entweder öffentlich sichtbar oder nur autorisierten Nutzern zugänglich und modifizierbar gemacht werden können. Zum Dritten eignet sich das Tool – durch Import- und Exportschnittstellen – für den Austausch bzw. die Abfrage strukturierter bibliographischer Daten zur Weiterverarbeitung mit anderen Literaturverwaltungsprogrammen.

HU-Mitarbeiter/-innen bzw. hier insbesondere Wissenschaftler/-innen stellen die erste Zielgruppe dar. Auf der mit Plone gestalteten Webpräsenz ihrer Institution können diese entweder mittelbar über den jeweiligen Webmaster oder – sofern sie die Bearbeitungsrechte (je nach Workflow „Redakteur“ oder „Manager“) besitzen – selbstständig direkt ihre Publikationstätigkeit dokumentieren und präsentieren. Hier werden neben Basiskenntnissen in der Internetnutzung Fertigkeiten im Umgang mit Plone in der entsprechenden Rolle vorausgesetzt.

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Abb. 1: Konfiguration des BibliographyTools

Die lokalen Webmaster (Administratoren) der jeweiligen Plone-Instanzen sind insofern als Zielgruppe definierbar, dass sie das Werkzeug – vor allem in der Plone-Konfiguration (vgl. Abbildung 1) – installieren, konfigurieren und ggf. den weiteren Nutzern (sofern die Administratoren die Daten nicht selbst einstellen) in der Verwendung des Tools beratend und helfend zur Seite stehen sollen.

Besucher bzw. Betrachter der HU-Bereichswebsites sind die dritte Zielgruppe. Mit den durch das Bibliography-Tool erstellten Publikationslisten sollen sie ansprechende, gut strukturierte bibliographische Daten vorfinden. Exportmöglichkeiten und Abonnement/Alert via RSS-Feeds bieten den Besucher/-innen entsprechende Mehrwerte. Basiskenntnisse in der Internetnutzung werden hier benötigt sowie die Kenntnis der Vorteile von strukturiert vorliegenden bibliographischen Daten.

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Im-/Export, Duplikatverwaltung und mehr – Produktfunktionen

Die nicht im System angemeldeten Besucher haben in erster Linie lesenden Zugriff auf die bibliographischen Daten.

Sie können diese, nach Jahr und Autor sortiert, entweder überblicksartig als Liste betrachten oder zur Einzelansicht einen bestimmten Referenzeintrag auswählen. Gegebenenfalls stehen den Besuchern Volltexte im PDF-Format zum Download bereit. Falls freigeschaltet, können Interessierte über einen RSS-Button die jeweilige Literaturliste abonnieren und sich so über Neueintragungen informieren. Man hat die Möglichkeit entweder die gesamte Referenzliste oder einen einzelnen Referenzeintrag im Exportformat BibTeX herunterzuladen. Redakteure und Manager haben die gleichen Rechte wie Besucher. Sie (wobei hier Manager die Redakteure „bestimmen“ und reglementieren können) haben dazu, sofern mit ihren Accountdaten angemeldet, in den für sie freigeschalteten Bereichen umfassende Rechte. Dazu gehören: Bibliographieordner zu erstellen, Artikel in Berücksichtigung von 16 verschiedenen Publikationstypen hinzuzufügen (vgl. Abbildung 2), zu bearbeiten, den Referenzen Volltexte im PDF-Format anzufügen und den Veröffentlichungsstatus der Referenzen festzulegen. Der Manager kann hier zudem Syndizierungseinstellungen für einen RSS-Feed vornehmen, die Ordnereigenschaften (Generierung von Kurznamen etc.) festlegen, die Duplikatverwaltung zur Vermeidung doppelter Literatureinträge vornehmen, Standardangaben zu Literatureinträgen bestimmen und Zugriffsrechte verwalten. Über das BibTeX-Austauschformat sind Redakteure und Manager in der Lage, strukturiert vorliegende bibliographische Daten in Bibliographieordner zu importieren. Über den Artikeltyp „Bibliography List“ (verfügbar gemacht durch das Add-on „ATBiblioList“) ist es möglich, individuelle Literaturlisten mit Daten aus verschiedenen Bibliographieordnern zu generieren. Das Aussehen dieser Listen bzw. der Zitierstil der bibliographischen Daten ist über die „Bibref Custom Styles“ im „Bibref Custom Style Folder“ für jeden Publikationstyp bis ins kleinste Detail modifizierbar. Über die erweiterte Suche einer Plone-Instanz können Redakteure und Manager zudem eine artikeltyp- und somit publikationstypspezifische Recherche vornehmen.

Lokale Instanzadministratoren haben die gleichen Rechte wie Besucher, Redakteure und Manager. Ihre Aufgabe ist es zudem, das BibliographyTool global in der Plone-Konfiguration – auf die jeweilige Plone-Instanz bezogen – einzustellen. Dazu gehören allgemeine Dinge, wie das An- oder Abschalten der Übersetzungsfunktion für Bibliographieordner, aber auch spezielle Einstellungsmöglichkeiten für die automatische Erstellung von Kurznamentiteln, für eine (De-)Aktivierung von Im- und Export-filtern, für das Handling mit doppelten Literatureinträgen (Duplikatverwaltungssystem) sowie für die Autor-Benutzerschnittstelle.

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Abb. 2: Artikeltypen eines Bibliographieordners

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Aus dem IBI für die HU – Das Bibtool-Projekt an der Universität

Das von der Plone-Community bereitgestellte Produkt ist derzeit nur im Betastatus verfügbar, das heißt, dass es noch nicht voll ausgereift ist. Die in der aktuell downloadbaren Version 0.9.0rc1 implementierten, neben der BibTeX-Schnittstelle weiteren Import- und Exportmöglichkeiten (Endnote, PDF, RIS, XML, Citation Manager sowie ein ISBN-Import über ein so genanntes Amazon Tool) haben sich in einer Evaluation des Werkzeugs als fehlerhaft bzw. nicht nutzbar herausgestellt. Ferner gibt es bei den angebotenen Referenztypen und deren Attributen aus bibliothekswissenschaftlicher Sicht hohen Erweiterungsbedarf. Es gibt zwar diverse Pläne zur Weiterentwicklung aus der Community heraus, diese beschränken sich jedoch auf lose To-Do-Listen und Wünsche, welche nicht konkret sind.[4]

Hier soll, angesichts der vielversprechenden Funktionalitäten des Produkts, das Projekt „BibliographyTool – Weiterentwicklung eines Literaturverwaltungsprogramms für das freie Content Management System (CMS) Plone“ unter der Leitung von Prof. Michael Seadle am IBI ansetzen.

Die Referenzierung von publizierter Information, sei es beispielsweise in Form von gedruckten Bibliographien oder in virtuellen Bibliothekskatalogen (OPACs), ist seit jeher Gegenstand der Forschung und Lehre der Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Insofern bot sich die Ansiedelung der Projektkoordination, -dokumentation und Produktfortentwicklung am IBI im Hinblick auf eine potentielle Anwendung des BibliographyTools in der gesamten Universität an. Zum dreiköpfigen Kernprojektteam gehört über den Zeitraum des Vorhabens von fast einem Jahr (August 2008 bis Juni 2009) die Arbeitskraft einer studentischen Hilfskraft von wöchentlich zehn Stunden, welche sich ausschließlich mit dem Werkzeug beschäftigt.

Die Weiterentwicklung des BibliographyTools erfolgt unter den technischen Gegebenheiten an der Humboldt-Universität. In diesem Sinne wird der Fokus der Programmiertätigkeit auf die Plone-Version 2.5.2 gelegt, die derzeit sukzessive in den HU-Institutionen, welche für ihre Webpräsenzen Plone verwenden (wollen), eingeführt wird. Die aktuelle Plone-Version 3 findet insofern (noch) keine Berücksichtigung. Als Grundlagen für die Arbeit gelten speziell das Plone-Produkt CMFBibliographyAT in der Version 0.9.0rc1 (Beta Release) und deren Extension ATBiblioList in der Version 0.8 und das AmazonTool, welches den Import bibliographischer Daten über ISBN ermöglicht. Außerdem ist die Installation von ATExtensions (mindestens in der Version 0.8.0) für den Betrieb des Tools in der genannten Version erforderlich.

Zunächst liegt der Fokus auf Programmierarbeiten am Kernprodukt „CMF Bibliography AT“. Hierzu gehört zum Ersten die Erweiterung von Formularfeldern, einhergehend mit dem Ausreizen des BibTeX-Standards durch weitere BibTeX-immanente Funktionen, die bis dato fehlen. So wurde beispielsweise die Nachweismöglichkeit von Persistent Identifiern, das sind eindeutige Bezeichner digitaler Inhalte, vernachlässigt. Die Zuordnung und Sichtbarkeit von Schlagwörtern zu referenzierten Publikationen ist ebenso unzureichend. Es sollen zweitens, neben den 16 vorhandenen Referenztypen, solche implementiert werden, die weitere Publikationsformen – vor allem mit multimedialen Inhalten – abdecken. Dazu zählen beispielsweise Ton- und Filmdokumente, Zeitungsartikel, Normen oder auch Patentschriften. Es soll drittens eine Fehlerbehebung der Exportrenderer (vgl. Abbildung 3) und Importparser vorgenommen werden, um eine erhöhte Interoperabilität des Produkts zu gewährleisten. Dazu gehören Im- und Exportformate für Endnote, PDF (nur Export), RIS – Reference Manager, XML (MODS) sowie für ISBN, Citation Manager, Medline, IBSS (alle vier nur Import).

Außerdem ist es geplant, erweiterte Such- und Sortierfunktionen in den Literaturlisten zu implementieren. Im Anschluss daran ist die in den Wunschkriterien des Projekt-Pflichtenheftes formulierte Konzeption und Programmierung von Schnittstellen zu weiteren HU-Webdiensten (insbesondere Moodle, Publikationsdatenbank der HU, OPAC

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Abb. 3: Spektrum geplanter Exportmöglichkeiten

und Digitale Bibliothek der Universitätsbibliothek) vorgesehen. So ist beispielsweise ein favorisiertes Szenarium, dass auf Knopfdruck bibliographische Daten aus der Publikationsdatenbank der HU in beliebige Bibliographieordner entsprechender Plone-Instanzen importiert werden können. Umgekehrt sollte eine automatische Abfrage und Einbindung von Literaturreferenzen aus Plone in die Publikationsdatenbank erfolgen können. Die Umsetzung soll in enger Abstimmung und Zusammenarbeit mit den am Einsatz des Werkzeuges interessierten Institutionen erfolgen. Hierzu wurde als Koordinations- und Kommunikationsplattform ein separater Bereich im Moodlekurs zum Austausch der Plone-User an der Universität eingerichtet.[5]

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Fazit

Das BibliographyTool steht in der Betaversion bereits allen Bereichen, Instituten, Fakultäten und Verwaltungseinheiten der Humboldt-Universität zur Verfügung, die das CMS Plone für ihre Webauftritte verwenden und eine webbasierte, funktionsstarke Literaturverwaltung nutzen wollen. In diesem Sinne können potentiell alle Universitätsangehörigen auf der Grundlage bereits gesammelter bibliographischer Daten über ihre jeweiligen Institutionswebseiten strukturierte, ex- und importierbare Literaturreferenzen pflegen – sei es, um eine Liste der eigenen Publikationen zu veröffentlichen oder Bibliographien zu den verschiedensten Themen für die Forschung und Lehre zusammenzustellen.

Das kürzlich gestartete Multimediaprojekt zur Weiterentwicklung des BibliographyTools hat zum Ziel, das Werkzeug aus dem Betastatus herauszuheben – unter Berücksichtigung der strukturellen und technischen Vorrausetzungen sowie der besonderen Anforderungen und Wünsche an der Universität. Es soll ein funktionsstarkes, zuverlässiges Werkzeug bereitgestellt werden, welches eine einfache, benutzerfreundliche Organisation und Veröffentlichung von Literaturreferenzen, aber auch von Volltexten in Berücksichtigung des geltenden Urheberrechts, im Kontext wissenschaftlicher Publikationen auf den Webseiten der jeweiligen Universitätseinrichtungen ermöglicht. Ein wesentlicher Funktionalitätsanspruch dieses Werkzeuges stellt dabei die Interoperabilität zu anderen Literaturverwaltungsprogrammen, wie zum Beispiel Endnote, dar.

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Literatur

[1]Katrin Lanyi: Zope und Plone an der Humboldt-Universität. CMS-Journal 31, vgl. dort S. 5
[2]Plone-Produktwebsite zum CMFBibliographyAT. http://plone.org/products/cmfbibliographyat; vgl. dort, Letzter Zugriff: 30. Oktober 2008.
[3]Alexander Feder: Informationen zu BibTeX. http://www.bibtex.org/de/, vgl. dort, letzter Zugriff: 30. Oktober 2008
[4]CMFBibliographyAT-Projektwebsite zum Plone Science Sprint in Davis. CA, http://www.openplans.org/projects/zugod/bibliography, vgl. dort, letzter Zugriff: 30. Oktober 2008
[5] Austauschplattform für Plone-User an der HU. http://lms.hu-berlin.de/moodle/course/view.php?id=3222, vgl. dort, letzter Zugriff: 30. Oktober 2008
[4]Linux-HA (heartbeat/DRBD). http://www.linux-ha.org/, 2008
[5]Linux Ethernet Bonding Driver HOWTO. http://www.kernel.org/, Kernel Source Tree, Documentation/ networking/bonding.txt, 2008