CMS Journal
Nr. 32
Juni 2009
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EoD bringt alte Bücher nach Hause


Patricia Fechner
patricia.fechner@cms.hu-berlin.de

Abstract

“EoD – eBooks on Demand” ist ein neuer Service der Universitätsbibliothek zur Digitalisierung urheberrechtsfreier Werke auf Bestellung und gegen Bezahlung. Ausgangspunkt war ein EU-Projekt mit 13 teilnehmenden Universitäts- und Nationalbibliotheken aus ganz Europa. Seit Beendigung der Projektphase wird dieser Service als Basisdienstleistung angeboten.


Wer schon immer einmal die Farbenlehre von Goethe studieren oder an den naturwissenschaftlichen Erkenntnissen der Javareise von Franz Wilhelm Junghuhn im Jahr 1845 teilhaben wollte, kann die Bücher nun digital direkt nach Hause bestellen.

Diesen neuen Service macht die Universitätsbibliothek der HU möglich. Er ist das Ergebnis des EU-Projektes „EoD – eBooks on Demand“ mit 13 teilnehmenden Universitäts- und Nationalbibliothevor Ort gestattet wird. Diese Einschränkungen erschweren natürlich vor allem die Arbeit der Wissenschaftler.Mit „EoD– eBooks on Demand“ ändert sich die Situation schlagartig – jetzt hat jeder Zugriff auf diese Wissensschätze, weltweit und zu jeder Zeit.

Der Service ist im Online-Katalog der Universitätsbibliothek eingebettet. Für urheberrechtsfreie Werke, die vor 1909 erschienen sind, wird in der Exemplaransicht der EoD-Button angezeigt.

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Abb. 1: Integration des Service „EoD-eBooks on Demand“ im Online – Katalog

“EoD – eBooks on Demand” ist ein neuer Service der Universitätsbibliothek zur Digitalisierung urheberrechtsfreier Werke auf Bestellung und gegen Bezahlung. Ausgangspunkt war ein EU-Projekt mit 13 teilnehmenden Universitäts- und Nationalbibliotheken aus ganz Europa. Seit Beendigung der Projektphase wird dieser Service als Basisdienstleistung angeboten.

ken aus ganz Europa. Ziel ist die Digitalisierung urheberrechtsfreier Werke auf Bestellung und gegen Bezahlung, um diese Werke für Forschung und Lehre, aber auch für den Privatgebrauch nutzbar zu machen. Diese alten Bücher können, sofern es ihr Zustand erlaubt, nur im Lesesaal gelesen werden. Eine Ausleihe oder das Kopieren einzelner Seiten ist aus Bestandsschutzgründen nicht gestattet. Oft sind weite Reisewege in Kauf zu nehmen, um die Werke anzusehen. Einige Bücher oder Manuskripte sind so alt, dass noch nicht einmal das Lesen

Mit diesem Button gelangt der interessierte Leser direkt auf die Online-Bestellseiten und kann die Digitalisierung des Buches in Auftrag geben. Die Bestellung ist sehr einfach und vergleichbar mit anderen Webportalen. Im ersten Schritt wird eine Übersicht mit den Buchdaten und dem Preis für die Digitalisierung angezeigt. Über die Links im Servicebereich der Bestellseiten können sich die Kunden jederzeit über unseren Service, die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die Möglichkeiten der Bezahlung und die Lieferfristen informieren.

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Abb. 2: Anzeige der Buchdaten im ersten Schritt

Ist der Leser mit unseren Konditionen einverstanden und möchte das Buch zu diesem Preis als eBook bestellen, müssen nun die Kundendaten eingegeben werden. Der Kunde kann sich am Bestellsystem registrieren. In diesem Fall erhält der Nutzer seine Zugangsdaten per Email und die Eingabe der Kundendaten entfällt bei allen weiteren Bestellungen.

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Abb. 3: Eingabe der Kundendaten

Sobald die Bestellung im System gespeichert wurde, erhält der Kunde eine E-Mail mit allen relevanten Informationen, wie z. B. die Buchdaten, die Lieferadresse, den Preis und die Lieferzeit. Mit dieser Email wird auch der Link zur persönlichen Kundenseite verschickt. Über diese Seite kann man sich jederzeit den Status der Auftragsbearbeitung ansehen, online bezahlen sowie das fertige eBook herunterladen. Die vereinbarte Lieferfrist beträgt 15 Werktage. Zurzeit werden die Aufträge in der Regel innerhalb von 7 Werktagen abgearbeitet und die eBooks können nach erfolgter Bezahlung an den Leser ausgeliefert werden.

Reine Textseiten werden in Schwarz - Weiß mit hoher Qualität, standardmäßig 400dpi, gescannt; Bilder, Illustrationen sowie Fotos je nach Vorlage in Graustufen oder farbig. Mit der Software zur automatischen Texterkennung (OCR) wird das eBook anschließend für die Volltextsuche aufbereitet. So kann gezielt nach Schlagwörtern gesucht werden, sogar bei Werken in sehr alter Frakturschrift.

Der Nutzer kann sein eBook am Bildschirm lesen, blättern und zoomen sowie das gesamte Buch oder ausgewählte Seiten ausdrucken. Texte und Bilder können ausgeschnitten und in eigenen Arbeiten als Zitate eingefügt werden.

Ausgeliefert wird das eBook über einen Downloadlink, auf Wunsch aber auch auf CD. Der Preis für die Digitalisierung beträgt 0,20 € / Seite. Ein 100-seitiges Werk kostet 20,00 €; für 200 Seiten bezahlen interessierte Leser 40,00 €. Der Mindestpreis pro Werk beträgt 12,50 €. Für die Lieferung auf CD fallen dann noch Kosten laut Gebührenordnung der UB von 8,50 € für Europa und 10,50 € für den weltweiten Versand an. Bezahlt wird das eBook online mit Kreditkarte oder per Click&Buy; für ausgewählte Bestände bietet die Zentralbibliothek die Möglichkeit der Vor-Ort-Bezahlung.

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Abb. 4: Volltextsuche im eBook


Fazit

Nun, ein Jahr nach Start des neuen Services, können wir eine durchaus positive Bilanz ziehen. Nach anfänglich sehr verhaltener Auftragslage stiegen die Aufträge ab Januar 2008 sprunghaft an. Wir haben dabei nicht nur einzelne Bücher für den privaten Gebrauch digitalisiert. Erfreulich ist auch die Tatsache, dass wir Institutionen, wie die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften oder das Museum für Naturkunde, als Kunden gewinnen und so die Forschungsarbeit dieser Einrichtungen maßgeblich unterstützen konnten.

Nach Beendigung der Förderung durch die Europäische Union im Juni 2008 nahm die Frage nach der Weiterführung des Services bei allen Projektpartnern natürlich eine vordergründige Rolle ein. Unter Federführung von Innsbruck wurde ein Konsortium mit den am Projekt beteiligten Bibliotheken gegründet. Zudem ist es gelungen, weitere Einrichtungen, wie die Sächsische Landes- und Universitätsbibliothek Dresden, die Moravian Library in Brno und die Medical and Dental Academic Library in Paris, für eine Mitarbeit im Konsortium zu gewinnen.

Alle Mitglieder leisten einen finanziellen Beitrag zur Nutzung der technischen Infrastruktur in Innsbruck, insbesondere der OCR-Software und gewährleisten so die Nachhaltigkeit des Services.

Die EoD-Administration innerhalb der Humboldt-Universität wurde mit Beendigung der Projektphase vom Computer- und Medienservice an die Universitätsbibliothek übergeben. Diese Aufgabe wird, erst einmal befristet für 1 Jahr, von Frau Hühn aus der Zweigbibliothek Naturwissenschaften übernommen. Um den Service auch in Zukunft in der gewohnt hohen Qualität anbieten zu können, muss hier über eine dauerhafte Lösung von Seiten der Universitätsbibliothek nachgedacht werden.

Inhaltsverzeichnis

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Fazit...

Weiterführende Informationen unter:

EoD-Administrator Universitätsbibliothek der HU Zentralbibliothek Referat Historische Buchbestände

Hessische Straße 1-2 10115 Berlin

Tel: 2093-6920 Email: eod.admin@cms.hu-berlin.de

http://books2ebooks.eu/