CMS Journal
Nr. 34
Mai 2011
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Editorial


Prof. Dr. Peter Schirmbacher
schirmbacher@cms.hu-berlin.de


Es sind fünf Jahre vergangen, seit das letzte Heft des cms-Journals zum Thema „IT in der Universitätsverwaltung“ erschien. Es trug den Titel „Neue Informationstechnologien für die Universitätsverwaltung“ und hat schon allein durch diese Überschrift die Notwendigkeit einer Neuauflage begründet.

Der Einsatz der Informationstechnologie zur Unterstützung der Verwaltung hat an der Humboldt-Universität eine lange Tradition. Bereits wenige Jahre nach der Gründung des Rechenzentrums 1964 wurde beim Verwaltungsdirektor, in seinen Aufgaben vergleichbar einem heutigen Universitätskanzler, eine „Zentrale Organisatorengruppe“ gegründet, deren Aufgabe die Einführung der elektronischen Datenverarbeitung zur Unterstützung der Universitätsverwaltung war. Das erste Vorhaben aus dem Jahr 1970 trug den Namen Studentenstatistik, wurde auf dem zentralen Rechner der Universität Robotron R 300 abgearbeitet und erstellte eine Übersicht zur Zahl der Studierenden in den unterschiedlichen Sektionen, die den heutigen Instituten gleichzusetzen wären. Deutlich anspruchs- voller war das Programm zur Vergabe von Lehr- und Veranstaltungsräumen, das auf der damals schnellsten Anlage des Ostblocks, der BESM 6 des Instituts für Hochenergiephysik Zeuthen, lief und eine Optimierung der Nutzung der Lehr- räume zum Ziel hatte. 1972 wurde diese Gruppe in das Rechenzentrum integriert und dort als selbstständige Abteilung etabliert. Um den damit einhergehenden Aufgaben auch im Namen gerecht zu werden, kam es zur Umbenennung in Organisations- und Rechenzentrum. In- nerhalb der Hochschulen der damaligen DDR nahm die Humboldt-Universität mit ihrem Ansatz zur DV-Unterstützung eine Sonderrolle ein. „Während man in der Mehrzahl der damaligen Entwicklerhochburgen davon ausging, dass man auch die Leitungs- und Verwaltungsprozesse der Hochschulen vollständig automatisieren kann, gab es an der Humboldt- Universität daran von Beginn an Zweifel. Beginnend mit der Übernahme der Führung des Rechenzentrums der Universität durch Professor Bodo Wenzlaff wurden intensive Bemühungen zur Entwicklung eines ‚Datenauswertungs- und Verwaltungssystems (DAVS)‘ initiiert.

Auf der Basis der einschlägigen Datenbanktechnik sollten die Daten von automatisierten Verarbeitungssystemen, die die Abwicklung von Routineaufgaben unterstützen, die Grundlage für qualifizierte Auswertungen im Sinne der Verknüpfung von Daten bilden.“ ( http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:kobv:11-100174760) Das verfolgte Grundkonzept war mehrstufig und unterschied die Ebenen

  • Abrechnungs-, Berichts- und Kontrollsystem,
  • Auskunftssystem und
  • Planungs- und Entscheidungsunterstützungssystem.

Es gab vielfältige Bemühungen, dieses Konzept umzusetzen. Während die Ebene der Abrechnungssysteme noch in Ansätzen durch Projekte auf der Basis zentraler Rechentechnik eine Realisierung erfuhr, waren die anderen Ebenen „Gedankenspiele“, die an unzureichender Qualität und Quantität sowohl der Hard- als auch der Software scheiterten.

Nach der politischen Wende und der damit verbundenen Neugestaltung der Strukturen in der Universität war die Einordnung der Abteilung zur DV-Unterstützung der Verwaltung natürlich ein Thema heftiger Diskussionen. In bundesdeutschen Hochschulen gehörte eine vergleichbare Arbeitsgruppe in den Bereich der zentralen Verwaltung und damit in die Regie des Kanzlers. Nach ausführlicher Abwägung der Vor- und Nachteile entschied sich die damalige Universitätsleitung für die Beibehaltung der Zuordnung zum Rechenzentrum und hat so ein Strukturmodell geschaffen, was heute bei vielen Hochschulen erst umgesetzt wird.

In den bisherigen Ausgaben des CMS-Journals bzw. seines Vorgängers, den RZ-Mitteilungen, wurden sowohl die jeweils aktuellen Konzeptionen als auch interessante Schwerpunkte der Arbeit auf diesem Gebiet vorgestellt (siehe die Ausgaben Nr. 8, 13, 23 und 28). Das jetzt vorliegende Heft reiht sich hier ein und sieht recht vielfältige Themen, die von der Mitwirkung der Personalräte als auch des Datenschutzbeauftragten bei der Einführung von neuen DV-Systemen, über den Technikeinsatz oder den Einsatz von Trouble-Ticket-Systemen bis zu Fragen der Systembetreuung und des Softwaremanagements reichen. Prägend sind natürlich auch die Beiträge zur Gestaltung eines innovativen Campusmanagements.

Ich hoffe, Sie empfinden das aktuelle Heft ebenso wie ich als eine angenehme Lektüre, die Interessantes zu bieten hat und die Entwicklung der DV- Unterstützung für die Verwaltung der Humboldt-Universität seit dem letzten Heft aufzeigt.