CMS Journal
Nr. 35
März 2012
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Weitere Artikel aus dem cms-Journal Nr. 35 finden Sie auf dem edoc-Server der Humboldt-Universität zu Berlin unter http://edoc.hu-berlin.de/cmsj/35
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Podcasting an der HU

Tobias Lehmann I tobias.lehmann@hu-berlin.de

Keywords

Podcast, Audiocast, RSS-Feed, Podcatcher, YouTube, HU-Podcampus, iTunes U

Abstract

Podcasts sind eine mittlerweile etablierte Form, mediale Inhalte zu abonnieren und auch selbst produzierte weiterzugeben. Der Beitrag erläutert in Grundzügen, was Podcasts technisch ausmacht und geht auf die Infrastruktur zu Bereitstellung, Veröffentlichung und Abonnement an der Humboldt-Universität ein.


Informationen abonieren

In der heutigen medialen Informationsflut wird es immer dringender, Neuigkeiten zu filtern und rasch Wichtiges von Unwichtigem zu trennen. Es wird also unabdingbar, gezielt Informationen zu erhalten, ohne sich ständig durch das Überangebot der Medienwelt zu arbeiten. An Medienbeiträge gebundene RSS-Feeds sind genau eines dieser Mittel, um eine interessengesteuerte Informationsweiter-gabe mittels Podcasts zu ermöglichen.

Im Web begegnet man zunehmend den Begriffen Podcast, RSS-Feed und RSS-Reader. RSS-Feeds und Podcasts sind keine Neuheit mehr. Es gibt sie schon seit langem – Audio-Podcasts beispielsweise seit ca. 2003 und erste Videopodcasts seit etwa 2005. Ihr Einsatz in der Medienwelt ist vielfältig und die Bandbreite an Themen und Angeboten reicht von Nachrichten, Radiosendungen oder Fernsehbeiträgen bis hin zum Einsatz bei Online-Zeitungen und -Zeitschriften.

Aus Nutzersicht spart das RSS-Abonnement Such-Zeit und bietet die Möglichkeit, sich zeitnah und aktuell zu informieren. Die eigene mediale Programmgestaltung ermöglicht das Ausfiltern aller Inhalte, die man nicht haben möchte. Den Nutzer erreicht nur noch, was ihn interessiert. Durch RSS dynamisiert und bündelt man für sich wichtige Informationen.

Mit einer Frage sollte man sich bei der Personalisierung von Medien jedoch stets kritisch auseinandersetzen: Wenn neue Technologien dem Einzelnen gestatten, alles herauszufiltern, was ihn / sie nicht interessiert, gelangen dann überhaupt noch neue Informationen, Einflüsse oder Wahrnehmungen an ihn heran?

Inhaltsverzeichnis

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Podcast, Podcasting, Podc...

Podcasts an und von Unive...

HU-Podcampus...

HU-Podcasts auf iTunes U ...

Bereitstellung über Moodl...

Zusammenfassung...


Podcast, Podcasting, Podchatcher - was ist das?

Podcasting beschreibt nichts anderes als den Ablauf des Produzierens von Mediendateien und deren Veröffentlichung über das Web. Ein einzelner Podcast – egal, ob nun ein Audio-, Video- oder sogenannter Enhanced-Podcast – kann als Serie von Medienbeiträgen verstanden werden, also als eine Sammlung von Episoden, die nach und nach zu einem Thema produziert werden. Und: Podcasts sind in der Regel kostenlos.

Was einen Podcast vom einfachen Einstellen und Verbreiten von Mediendateien im Internet unterscheidet, ist das Feed- und Abonniersystem. Podcasts werden von einer Datei begleitet, die sich RSS-Feed nennt. Der RSS-Feed ist in der Regel eine simple XML-Datei, welche mindestens den Download-Ort der Episoden beinhaltet, also eine Liste mit URLs, unter welchen die einzelnen Episoden im Web zu erreichen sind. Oftmals sind in der XML-Datei auch Zusatzinformationen wie z. B.der Titel, das Veröffentlichungsdatum oder kurze Inhaltsangaben zu den Episoden enthalten.

Der Podcast-Ersteller kann den Feed im Prinzip manuell schreiben oder aber eine Software benutzen, die die Feed-Datei automatisch generiert. Mediendatei und RSS-Feed werden dann zusammen auf einen Webserver hochgeladen.

Ist ein Nutzer nachfolgend an einem Podcast bzw. einer Reihe von Episoden zu einem Thema interessiert, kann er /sie den dazugehörigen RSS-Feed abonnieren. Am einfachsten funktioniert dies mit einem Podcatcher (auch Podcast-Client genannt). Hierbei handelt es sich um eine Software, die Podcast-Feeds regelmäßig auf Updates hin ausliest. Die RSS-Feeds der abonnierten Podcasts werden ständig auf neu erschienene Episoden oder Aktualisierungen überprüft. Änderungen werden dann automatisch auf den Computer oder ein mobiles Abspielgerät heruntergeladen.

Bei den meisten Podcatchern besteht die Möglichkeit Intervalle zu bestimmen, in denen der Podcatcher nach neuen Episoden eines Podcasts suchen soll. Gute Podcatcher bieten die Möglichkeit, ein tragbares Abspielgerät zu synchronisieren. Das hat den Vorteil, dass nicht nur alle neuen Episoden automatisch heruntergeladen, sondern bei nächster Gelegenheit auch gleich auf den MP3-Player oder das Smartphone übertragen werden.

Während ein normaler Feed-Reader lediglich Ticker-Nachrichten abruft (RSS-Newsfeeds), kann ein Podcatcher im Prinzip als erweiterter RSS-Reader verstanden werden, der mit den in den RSS-Feeds enthaltenen enclosures (Referenzierungen auf Mediendateien) auf sinnvolle Weise umgeht und regelmäßige Aktualisierungen sowie den automatischen Download von Mediendateien des abonnierten Podcast-Feeds erlaubt. Als Podcatcher für Windows, Mac oder Linux gibt es unter anderem Armangil, gPodder, Juice Receiver oder iTunes.1

Für die Icon-Darstellung von Podcasts gibt es kein einheitliches Piktogramm. Zu den bekanntesten Icons gehört das bei iTunes verwendete violette Männchen, von dessen Kopf Funkwellen ausgehen. Allerdings ist diese Grafik von Apple geschützt und darf nicht von Dritten verwendet werden. Daher wird häufig auf das RSS-Piktogramm mit und ohne Kopfhörer zurückgegriffen (siehe Abb. 1).

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Abb. 1: RSS-Buttons, die auf verfügbare Podcasts hinweisen

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Podcasts an und von Universitäten

Für einen gewinnbringenden Einsatz von Podcasts ist im Vorfeld zu überlegen, in welcher Form und mit welchem Ziel diese eingesetzt werden sollen. An einer Universität ist die Verwendung von Podcasts grob nach zwei Themenbereichen zu unterscheiden.

Einerseits kann es um die allgemeine Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit oder um den Kontakt mit gesellschaftlichen Akteuren gehen; das bedeutet auch immer eine Repräsentation der Marke der Universität. Andererseits eignen sich Podcasts für die Unterstützung von Studium und Lehre, indem Podcasting z. B. in Form von Mitschnitten von Vorlesungen oder als Produkt von Seminaren eingebunden wird.

Podcasts können im Bildungsbereich die Interaktion und Kommunikation zwischen Studierenden und Lehrenden anreichern oder erweitern, sollten diese jedoch nicht ersetzen. Von Vorteil sind Podcasts besonders dort, wo eine Auseinandersetzung mit Lehrinhalten intensiviert werden soll oder der Erwerb von Medienkompetenz eine Rolle spielt.

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HU-Podcampus

An der HU wird sukzessive die Webplattform http://podcampus.hu-berlin.de/ ausgebaut: HU-Podcampus ist ein Portal zur Präsentation öffentlicher Audio- und Video-Podcasts, die im Rahmen von Forschung, Lehre und Öffentlichkeitsarbeit an der HU entstehen.

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Abb. 2: podcampus.hu-berlin.de - öffentliche Podcasts der HU

Podcast-Nutzer finden auf der HU-Podcampus-Seite eine Übersicht über die an der HU verfügbaren Podcastkanäle. Zurzeit sind elf Channels zu verschiedenen Themengebieten abonnierbar. In der Episodenübersicht der Podcastkanäle kann der Podcast-Nutzer nach weiteren Beiträgen stöbern.

Die auf HU-Podcampus vorhandenen Kanäle und Episoden sind technisch gesehen im HU-Moodle angelegte und dort öffentlich geschaltete Podcasts. Die RSS-Feeds der Podcasts und die Mediendateien werden von Moodle automatisch auf einen öffentlichen Serverbereich übertragen und anschließend unter anderem von HU-Podcampus angezeigt.

Gegenwärtig befinden sich auf HU-Podcampus ausschließlich allgemein zugängliche Podcasts aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Das Ziel für die nahe Zukunft ist es, das Podcampus-Portal mit weiteren aktuellen Inhalten auszustatten und auch öffentliche Lehrinhalte zu präsentieren.

Jede Fakultät der HU, jeder Fachbereich und alle Lehrenden haben die Möglichkeit, einen eigenen Podcast-Kanal zu veröffentlichen, in welchem die Aufzeichnungen der Seminare, Veranstaltungen oder Vorträge als öffentlich zugängliche Podcasts im HU-Moodle verfügbar sind.

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HU-Podcasts auf iTunes U und YouTube

Podcasts können je nach Zielgruppe über verschiedene Plattformen parallel zugänglich gemacht werden: Podcampus, Webseiten, Moodle und externe Anbieter. Zurzeit sind HU-Podcasts auch auf YouTube und iTunes U bereitgestellt.

Die HU betreibt einen eigenen Kanal auf YouTube (http://www.youtube.com/humboldtuniberlin), in welchem diverse Video-Podcasts zu finden sind. Der YouTube-Channel ist übersichtlich strukturiert und seinerseits abonnierbar. Aktuell produzierte Inhalte werden vom Referat Öffentlichkeitsarbeit kontinuierlich auf der Plattform abgelegt. Die Quellen bzw. Inhalte der Podcasts befinden sich im Gegensatz zu den anderen Publishing-Varianten jedoch nicht mehr auf den Servern der Universität.

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Abb. 3: der YouTube-Kanal der HU, betreut vom Referat Öffentlichkeitsarbeit

Eine weitere Variante, die sich bei Medien mit Hochschulinhalten etabliert hat, ist iTunes U (U steht dabei für University). Hierbei handelt es sich um einen Unterbereich des iTunes-Store, der für die kostenfreie Verteilung von Lerninhalten zertifizierter Hochschulen reserviert ist. Die jeweiligen Einrichtungen bürgen also mit ihrem Namen für die Qualität. „iTunes“ bezeichnet dabei sowohl die Plattform als auch die Zugangssoftware, die in diesem Falle als Podcatcher fungiert: Der Zugriff auf die Inhalte der Plattform iTunes ist nur über das Programm iTunes möglich. Die HU-Podcasts sind im iTunes-Store-Bereich „iTunes U“ zu finden (auf HU-Podcampus gibt es einen direkten Link dorthin) und können gleich über iTunes betrachtet oder auch abonniert und synchronisiert werden. Die tatsächliche Quelle der Mediendateien bleiben die HU-Server, denn die Inhalte der Podcasts werden nur über RSS-Feeds verlinkt. Je nach Datenaufkommen werden die Inhalte zusätzlich in iTunes U gespiegelt.

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Abb. 4: der HU-Auftritt im Angebot von iTunes U

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Bereitstellung über Moodle

Die zentrale Plattform, auf der die Podcasts der HU gespeichert werden, ist Moodle. Die Podcastdateien sind hier in die Kurse des Systems eingebunden. Im Lernmanagementsystem Moodle können Nutzer Kurse anlegen und in diesen verschiedene Materialien bereitstellen. Die Kurse sind jeweils mit einem Kursschlüssel versehbar, sodass nur eine bestimmte Nutzergruppe auf Kursinhalte zugreifen kann. Es besteht auch die Möglichkeit, ganze Kurse frei von Kursschlüsseln zugänglich zu gestalten (Open Access).

Innerhalb eines Kurses sind Kursverantwortliche berechtigt Podcast-Kanäle anzulegen, bei Bedarf auch mehrere zu verschiedenen Themen. Dazu steht an der HU ein eigens erstelltes Podcast-Modul im Bereich „Material hinzufügen“ zur Verfügung (Abb. 5).

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Abb. 5: Das Podcast-Modul von Moodle erzeugt die benötigten RSS-Dateien

Der Podcast-Kanal wird einmal angelegt und auf Dauer mit neuen Episoden gefüllt. Bei der Kanal-Erstellung hat man die Möglichkeit eine Beschreibung zu verfassen und die Grundeinstellungen zur Verfügbarkeit festzulegen, durch welche der Podcast-Kanal öffentlich oder nur intern verfügbar sein wird. Die Verfügbarkeit des Kanals funktioniert unabhängig von der generellen Einstellung des Moodle-Kurses, d. h. der Podcast kann öffentlich, der Kurs jedoch geschlossen sein. Die einzelnen Podcast-Episoden werden anschließend mit ihrer jeweiligen Beschreibung und Mediendatei nach und nach in den Kanal hinzugefügt, wobei das Moodle-Modul den RSS-Feed automatisch entsprechend aktualisiert. Die Podcatcher der Abonnenten holen sich demnach jeweils die neuesten Episoden ab. Der Steckbrief in diesem Heft zum Podcast-Modul von Moodle geht genauer auf die Handhabung ein.

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Zusammenfassung

Podcasts können ein wichtiges Medium für die persönliche Information sein. Für das komfortable Einsammeln aus verschiedenen Quellen empfiehlt sich die Verwendung eines Podcatchers.

Gleichzeitig gibt es an einer Universität zahlreiche Inhalte, für die sich auch ein selbst erstelltes Angebot lohnt. Die HU bietet eine abgestimmte Kette zur Bereitstellung von Podcasts: Hochladen und Pflegen der Inhalte in Moodle, automatisches Erzeugen von internen oder öffentlichen Podcasts, Ausgabe intern in Moodle oder öffentlich über HU-Webseiten oder externe Anbieter.

Die Produktion der Inhalte kann je nach Anforderungen und leistbarem Aufwand sehr unterschiedlich ausfallen. Der Computer- und Medienservice berät in allen Fragen zur Herstellung, während das Referat Öffentlichkeitsarbeit die Zugänglichmachung über die verschiedenen Plattformen unterstützt und Veröffentlichungen auf HU-Podcampus, YouTube und iTunes U regelt.

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Anmerkungen

1Ausführliche Übersicht über Podcatcher: http://www.podcast.de/software/podcatcher/