| Haasis-Berner, Andreas: Pilgerzeichenforschung Forschungsstand und Perspektiven |
Im mitteldeutschen Raum beginnt die Produktion von Pilgerzeichen um die Mitte des 14. Jahrhunderts (Gottsbüren 1331, Nikolausberg Mitte 14. Jahrhundert), erfährt aber erst am Ende des 14. Jahrhunderts mit Wilsnack und Magdeburg eine Fortsetzung. Ein massiver Aufschwung ist im zweiten Drittel des 15. Jahrhunderts zu erkennen. Gleichzeitig ist ein deutlicher Rückgang der Fernwallfahrten zu verzeichnen. Die 15 derzeit bekannten Wallfahrtsorte, an denen Pilgerzeichen ausgegeben wurden, dürften sich in den nächsten Jahren mit Sicherheit vermehren, sind doch eine ganze Reihe von Wallfahrtsorten einerseits und von nicht-lokaisierten Pilgerzeichen andererseits bekannt.
Im Hinblick auf das Thema der Tagung "Spätmittelalterliche Wallfahrt im mitteldeutschen Raum" wurde durch meine Ausführungen sicherlich deutlich, daß die Bearbeitung der Pilgerzeichen kein Randgebiet der Wallfahrtsforschung, sondern einen zentraler Aspekt des Phänomens "Wallfahrt" darstellt, dessen Vernachlässigung unserer Kenntnis des Phänomens wichtige Einsichten vorenthalten würde.
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HTML - Version erstellt am: Mon Sep 30 18:16:27 2002 |