| Kühne, Hartmut: Der Harz und sein Umland - eine spätmittelalterliche Wallfahrtslandschaft ? |
Der vorgeschlagene Weg der Rekonstruktion spätmittelalterlicher Wallfahrtsgeographie durch die Zeugnisse der Pilgerzeichen und Wallfahrtslegate erweist sich freilich bei näherem Hinsehen als nicht so unproblematisch, wie es auf den ersten Blick scheinen mag. Denn dieser Weg setzt die Kenntnis der in den Legaten gemeinten Ziele und der Herkunftsorte der Pilgerzeichen voraus. Welche Probleme die Zuweisung von Wallfahrtslegaten darstellen kann, wird z. B. in der Edition der Lüneburger Testamente sichtbar, in der Königslutter<26>, der Hülfensberg<27>, der Golmberg bei Jüterbog<28> und der hl. Theobald von Thann<29> nicht oder falsch identifiziert wurden.
Ebenso setzt die lokale Zuordnung all jener Pilgerzeichen, die nicht durch lesbare Beischrift oder Wappen eindeutig bestimmbar sind, die Kenntnis möglicher Kultorte voraus, die erst eine Identifizierung des ikonographischen Gehalts der Zeichen ermöglicht.
Wie es aber um diese notwendigen Vorkenntnisse in der Forschung bestellt ist, zeigt die Kartierung der um 1500 im römisch-deutschen Reich bestehenden Wallfahrtstätten (shrines), die der kanadische Historiker Lionel Rothkrug 1979 publizierte<30>. Diese Karte ist vor allem ein Spiegel der deutschen Forschungssituation, weil sie deutlich macht, welches historische Wissen über religiöse Mobilität im spätmittelalterlichen Deutschland ohne größere Mühe bibliographierbar ist. Von den etwas mehr als 1000 erfaßten Wallfahrtsstätten liegen acht geographische Punkte im Harz und seinem Umland, nämlich: Aschersleben, Braunschweig, Germershausen, ein Hülfensberg bei Göttingen, Königslutter, der Nikolausberg bei Göttingen und die Klöster Wasserleben bei Wernigerode sowie Walkenried bei Blankenburg. Drei dieser Orte sind nach Überprüfung der von Rothkrug angegebenen Literaturbasis ohne Zweifel irrelevant:
Auch die Aufnahme des Klosters Walkenried in den Katalog der Wallfahrtsorte ist zumindest problematisch, da sie nur auf Nachrichten über ein silbernes Gnadenbildes Mariens beruht, das sich in der Nikolauskapelle des Klosters befand <34>.
Wenn die auf der Karte verbleibenden vier Kirchen tatsächlich die einzigen Wallfahrts- oder Gnadenorte des Harzes waren, so hätte es sich wirklich um ein Gebiet mit schwacher Kultdynamik gehandelt, wie sich Georg Schreiber gelegentlich einer Beurteilung des gesamten Hanseraumes ausdrückte<35>. Die Rothkrugsche Karte ist aber eher ein Spiegel der in Erkenntnisinteressen begründeten Kontinuitäten bzw. Diskontinuitäten historischer Überlieferung als ein Abbild historischer Realität. Denn da es in den protestantischen Territorien weder eine barocke Atlas-Marianus Literatur noch eine wissenschaftlich inventarisierende Wallfahrtsforschung gegeben hat, ist Wallfahrtsforschung hier auf die Suche nach mehr oder weniger versteckten Nachrichten in der orts- und territorialgeschichtlichen Literatur der letzten 500 Jahre angewiesen.
Ein Beispiel dafür, daß eine solche Sichtung ganz andere Ergebnisse präsentiert als die vermeintlichen mittel- und norddeutschen Kultwüsten, bietet die Mansfelder Chronik des lutherischen Theologen Cyriakus Spangenberg aus dem späten 16. Jahrhundert<36>. Besonders einschlägig ist hier der vierte Teil der Chronik, die Beschreibung der Graveschaft Mansfeltt von ort zu ort, in deren Marginaltexten nach meiner Durchsicht des Textes neun Orte mit dem Hinweis Walfahrt versehen wurden<37>. Trotz der Zahl von neun Wallfahrten in der Grafschaft unter Einschluß des Amtes Allstedt<38>, wird man Spangenberg nicht den Vorwurf machen können, er habe alles spätmittelalterlich-fromme Treiben außer Haus und Kirche mit Wallfahrt identifiziert. So wird der jährliche Gang der Pfarre von Wippra zu Fronleichnam auf das Schloß, wo der Amtsvogt den Teilnehmern der Prozession Wein und Bier vollauf [aus]geschenkt, zwar als Abgöttische Prozession, nicht aber als Wallfahrt bezeichnet<39>. Nach der differenzierenden Nomenklatur neuerer Wallfahrtsforschung hat es sich wahrscheinlich um eine sog. Bannfahrt gehandelt, durch die die rechtliche Abhängigkeit der Pfarre symbolisch demonstriert wurde<40>.
Auch eine hölzerne Klause bei dem Dörfchen Rüdigerode bei Walbeck, darein man auf die Zeit, wenn man mit Kreutzen und Fahnen gegangen, einen Tisch gesetzt, darauf man die Monstrantz gestellet mit dem abgöttischen Brot<41> ist für Spangenberg ebensowenig ein Wallfahrtsort wie die Marienklause in der Nähe des Dorfes Gehofen südlich von Artern, darein gemeiniglich im Bapsthumb die Kindbetterin nach ihren Sechswochen gegangen. Desgleichen die, so umb Schulden oder anderer Ursachen halben gleich als verbannet in die andere Kirchen nicht gehen durften<42>. Ein Gewelblin mit einem Cruzifix darinnen, das im Bapsthumb bei Niederröblingen an der Brücke über die Helme stand darin man Almosen in einen Stock gegeben<43> wird ebenfalls nicht als Wallfahrtsort klassifiziert: Opferstöcke an Brückenkapellen stellten eine im Spätmittelalter übliche Form der Finanzierung der Verkehrsinfrastruktur dar<44>.
Selbst die feierliche Einholung einer bei einem Kirchenraub geschändeten Hostie durch Rat und Geistlichkeit von Hettstett mit Creutzen, Fahnen und Lichten wird zwar als greuliche Abgötterei und närrische Andacht<45>, nicht aber als Wallfahrt gebucht.
Was aber war in der Sicht Spangenbergs Wallfahrt? Bei zwei der von Spangenberg angeführten Wallfahrten bleibt er uns eine nähere Angabe darüber schuldig, was man sich unter dem Gemeinten vorzustellen habe. Dies gilt für das Dorf Siebickerode bei Kloster Mansfeld, von deren Kirche Spangenberg meldet: Ist auch etwan dahin eine große Wallfahrt gewesen zum heiligen Creuz<46>. Auch die Angaben zur Wallfahrt nach Heiligenthal bleiben unbestimmt, und man hat den Eindruck, diese Wallfahrt existierte auch nur als volksetymologische Erklärung des Ortsnamens Heiligenstadt<47>.
In den Fällen, wo Spangenberg etwas über die hinter dem Begriff stehende Praxis verrät, erscheint Wallfahrt vor allem als Ausdruck spätmittelalterlicher Votivpraxis oder, wie Spangenberg es ausdrückt, daß man sich zu bestimmten Kirchen mit einem Opfer gelobt oder verlobt habe. Eine solche Votivwallfahrt habe es zum Beispiel im Dorf Steinbrücken gegeben, in dem 1501 ... drey Einwohner zu Steinbrücken, der eine der alte Koch, der andere der alte Pilgenrod, der dritte Große genannt, so an Zähnen große und schmertzliche Wehetage gehabt, sich mit einander vereinigt, S. Wolffgangen eine Capellen zu bauen, damit sie solcher Schmertzen entledigt werden möchten. Dahin hernach eine besondere Wallfahrt worden von denen Leuten, so mit Zahnwehe in der Nachbarschaft beladen gewesen, wie dann zwar auch von fernen und weitgelegenen Orten, wenn sie solche Marter an Zähnen gehabt, sich mit einem Opfer hieher zu S. Wolffgang gelobt und solchs auch gebracht<48>. Wie die Zahnleidenden nach Steinbrücken seien die Febricianten in die Maternuskapelle nach Braunsroda bei Brettleben gelaufen, und zwar mit einer Hand voll Eier, die sie auch also in der Hand dahin tragen müssen, so ist ihnen das Fieber vergangen<49>. Zu einer große[n] Eiche in Wald bei Annarode, in oder an der ein Cruzifix stand, wurden Kranke, Lahme und Blinde gebracht, die bei dieser Eiche genesen, ihre Krücken und Stäbe an die Eiche gehängt, und ... wiederumb gesund hingewandert.<50> Die Besessenen sollen dagegen in das Cyriakuskloster nach Wimmelburg gelobt und gebracht worden sein, weil die Bapstische Legenda mit sich bringet, wie S. Cyriacus die besessenen Leute vom Bösen erledigt und die Teufel von ihnen ausgetrieben habe. Daher sei anfänglich eine Wallfahrt gegen Wimmelburg wurden und geblieben bis auf die Zeit der herwieder gebrachten Evangelii. Spangenberg erzählt bei dieser Gelegenheit eine Anekdote von einem Mönch, der gar ein guter Zechbruder gewesen und während eines Exorcismus dem Teufel {gebot], daß er gestracks ohne allen weitern Verzug also dann ausfahren sollte, wenn man S. Ciliar Glöcklin läuten würde. Das tät der Schalk auch, auf daß er also das arme Volk in dem Wahn und Irrtumb stärkete, als wäre das Glöcklin so heilig, daß der Teufel desselben Klang nicht erdulten könnte, sondern sobald er denselben nur hörete, weichen und ausfahren müßte. Diese Geschichte aber habe Doctor Martinus Luther selbst gegenwärtig gesehen und hernach oftmals andern davon gesagt, wie ich sie dann auch selbst Anno 1543 von ihm gehöret.<51> Dieselbe Erzählung findet sich denn auch in Luthers Tischreden<52>, wo ebenfalls von großer Wallfahrt und Zugelauf nach Wimmelburg die Rede ist. Während alle anderen von Spangenberg notierten Wallfahrten in der neueren Mansfelder Lokalgeschichte nicht beachtet wurden, sicherte die Erwähnung durch den Reformator der angeblichen Wimmelburger Wallfahrt ein gewisses Interesse, so daß z. B. Hermann Größler aus dem Luthertext die Angabe kompilierte, es hätten in katholischer Zeit starke Wallfahrten nach Wimmelburg stattgefunden, wo sich täglich eine große Anzahl Leidender auf den das Kloster umgebenden Höhen [lagerte] und ...auf das Vespergeläut [wartete], um der heilenden Wirkung desselben teilhaftig zu werden<53>.
Das zweite Stichwort, das für Spangenberg mit Wallfahrt verbunden ist, lautet: Jahrmarkt. Ein solcher Jahrmarkt habe an der Maria Magdalenen-Kapelle des Dorfes Berndsdorf südlich von Artern jährlich am Patronatstag (22. Juli) stattgefunden, an dem große Wallfahrt gewesen [...], da dieser Capellen nicht ein wenig Geldes gefallen, denn ein solcher Zulauf gewesen, daß oftmals auf denselben einigen Tag 14 oder 15 Faß Bier daselbst ausgetrunken worden und allerley Ware wolfeil zu bekommen gewesen, dass mans wol einer halben Eselstetischen Messe oder Markt vergleichen mögen<54>. Auch im Fall der Marienkapelle von Mallerbach bei Allstedt, die durch ihre Zerstörung während der Allstedter Zeit Thomas Müntzers eine gewisse Berühmtheit in der reformationsgeschichtlichen Literatur erlangte<55>, hält Spangenberg vor allem den Jahrmarkt für buchenswert: Nach Mallerbach wäre nämlich eine große Walfahrt von nahen und weiten Orten gewesen zu einem Marienbilde, gleich wie die Walfahrt ins Grimmenthal, denn auch die antichristlichen Pfaffen das thörichte Volk beredet gehabt, diese Maria were unser lieben Frauen in Grimmenthal Schwester. So ist auch von solchem jährlichen Zulauf ein sonderlicher Jahrmarkt an diesem Ort worden, dahin allerley Ware gebracht und gut Kaufs zu bekommen gewesen<56>.
Ein für Spangenberg mit Wallfahrt verbundenes Stichwort fehlt noch, und es spricht für die Genauigkeit, mit der der lutherische Theologe die vorreformatorischen Zustände seiner Heimat referiert, daß dieses Stichwort nur bei einer der von ihm notierten Wallfahrten fällt: Ablaß. Es sei nämlich an der Marienkirche zum Welfesholz eine gottlose Abgötterey [...] getrieben [worden...], daß man gemeinet, wer sich dahin gelobe und walfahrte, Ablaß der Schuld und Peyne und also tötlicher und täglicher Sünden Vergebung erlangete. Im Bericht über diese Kapelle, die dem Kloster Gerbstedt inkorporiert war<57>, erscheinen aber auch die bereits erwähnten Stichwörter Votivpraxis und Jahrmarkt. Aus dem Zulauf ... bey der Kirche zu Welffeholtz sei, im September auf den Tag Mariae Geburt ein öffentlicher Jahrmarkt geworden, gleich wie vor Quernfurt in der Osterwoche der Eselstetisch Markt. Auch seien Votanten nach dem Welfesholz gekommen, so Wehetage und Schmertzen an Zähnen hetten. Unter den Votanten hätten sich auch viel hoher Personen, wie wohl verkleidet befunden, die barfuß dahin gewallet. Auch [hätten] etliche in dieser Kirche gestanden und auf iglicher Zehe an Füßen Wachslichtlin gehabt und stille gehalten, bis die gar nahe verbrannt, da denn andere darzu Verordnete die ableschen müssen. Damit ist denn das Gelübbe verbracht und, was man gewollt, erlanget gewesen, doch daß auch gebührliche Opfer dabey geschehen. Außer dem Besuch durch Votanten und dem Ablaßkonkursus mit Jahrmarkt habe es auch noch eine sonderliche Walfahrt zu dieser Kirche jährlich in der Creutzwochen gegeben, da die Leute aus vielen Dörfern, Flecken und Städten in großer Anzahl mit Kertzen und Fahnen gelaufen kommen. Bei dieser Wallfahrt habe jede Gemeine ein besonders groß Waxlicht mit sich gebracht und in diese Kirche gesteckt, da es blieben bis zu Ende des Jahres, da sie es wieder geholet, verneuert und auf gedachte Zeit mit großer Andacht wieder gebracht<58>. Es handelte sich bei dieser sonderlichen Wallfahrt also um jene Form religiöser Mobilität, für die Hans Dünninger den Kunstbegriff processio peregrinationis einführte, d. h. ein gruppenweises, prozessionales Gehen mit Kreuzen, Fahnen und Lichtern zu regionalen Heiligtümern, das offenbar nicht nur in Franken, sondern auch in der Grafschaft Mansfeld besonders in der Bitt- oder Kreuzwoche vor Himmelfahrt üblich war.<59>
Die Summation von Votivpraxis, Ablaßkonkurs, Jahrmarkt und processio peregrinationis oder nach fränkischer Diktion 'Kreuzgang' an der Marienkapelle am Welfesholz deutet darauf hin, daß es sich hier um eine ganz andere Dimension von Wallfahrt gehandelt haben muß, als bei dem Besuch der Steinbrückener Wolfgangskapelle durch Zahnwehkranke oder der Berndsdorfer Kirmes mit ihren 15 Fässern Bierverbrauch. Die Marienkapelle am Welfesholz war tatsächlich ein Wallfahrtsort im Sinne jener oben beschriebenen Etablierung einer regionalen Wallfahrtsgeographie, denn er konnte über längere Dauer eine religiöse Mobilität an sich binden, die verschiedenartig im Hinblick auf ihre Motivationen, ihre Formen und auch auf ihre geographische Reichweite war. Jenseits der durch Spangenberg überlieferten Nachrichten ist die Quellenlage zur Wallfahrtsgeschichte vom Welfesholz freilich sehr dürftig. Auch die Geschichtsschreibung hat sich weniger für die Kapelle und ihre Wallfahrt als für das Rechtszeichen des Jodute vom Welfesholz interessiert, zumal der Judote als vermeintliches Zeugnis des Überdauerns heidnisch-germanischer Religion ein willkommenes Interpretament für die Theoriebildung der älteren deutschen Volkskunde darstellte<60>. Die Stiftung der Kapelle wird schon von dem um 1370 schreibenden Dominikaner Heinrich von Herford mit der Schlacht am Welfesholz in Zusammenhang gebracht, in der die Sächsischen Großen das Heer Heinrichs V. 1115 bezwangen. Nach Heinrich von Herford soll sie von den Sachsen als Erinnerungszeichen (monimentum) jenes Sieges errichtet worden sein, während Spangenberg vermutet, es könnte sich um einen Memorialbau für den in der Schlacht gefallenen Grafen Hoyer von Mansfeld gehandelt haben<61>. Nach der von Johannes Kraus, Pfarrer zu Groß Örner, 1555 gelesenen Bauinschrift wurde der Kapellenbau aber erst 1289 begonnen. Aus dem folgenden Jahr stammt auch die erste urkundliche Erwähnung der Kapelle. Es handelt sich um eine Ablaßurkunde, eine von 12 italienischen Bischöfen gewährte Sammelindulgenz, die den Besuchern des Klosters Gerbstedt und seiner Kapelle am Welfesholz an zahlreichen Festtagen einen vierzigtägigen Strafnachlaß verheißt, wenn sie zur Unterstützung der kirchlichen Baukasse beitrügen<62>. Man wird diesen Ablaß aber kaum als Indiz für eine bereits damals florierende Wallfahrt lesen dürfen, denn diese Urkunde bleibt noch ganz im Rahmen der am Ende des 13. Jahrhunderts üblichen Bauablässe, die sich an zahlreichen Pfarr- oder Klosterkirchen finden. Auch war das Ziel der von Spangenberg beschriebenen Wallfahrten nicht jene um 1290 gebaute Kapelle, sondern eine ziemliche schöne und große Kirche, die man später, als der Zulauf noch größer geworden war, errichtet, während man die vorige alte Zelle oder Capelle zur Wohnung eines Clusener[s] machte<63>. Das älteste Quellenzeugnis über den Wallfahrtsbetrieb am Welfesholz findet sich erst in einer Urkunde vom 1. Mai 1512, mit der die Äbtissin des Klosters Gerbstedt die Übergabe von 33 Reliquienpartikeln an den Leipziger Bürger Lorenz Jechler, einen Wohltäter des Klosters, bestätigt<64>. Diese Urkunde referiert eine freilich stark legendarische Chronik des Klosters, in der auch die Römische gnad und aplas<65> nicht unerwähnt bleibt, die die Päpste Bonifaz II. (530-532) und Innozenz IV. (1243-1254) dem Kloster verliehen hätten, nämlich vergebung der sünden und peyn und schult zu ewigen gezeiten [...] sunderlich auf nativitatis Marie in unser kirchen zu Welbersholz. Wegen dieses vollständigen Ablasses schicken die Nonnen des Klosters jährlich am 8. September ihren propst mit unserm hochwirdigsten heyligsten heyligthumb und mit etlichen beichtvettern und commissarien zu vergebung der sünden von peyn und von schulden zu absolviren als in jubileo<66> in die Kirche am Welfesholz. Diese Angabe über die Verleihung eines päpstlichen Plenarablasses in der Mitte des 13. Jahrhunderts ist nach allem, was wir über die kuriale Ablaßpraxis des Mittelalters wissen, historisch unmöglich. Der historische Kontext dieser Ablaßfälschung ist wohl auch nicht im 13. Jahrhundert zu suchen, sondern in der Zeit um 1400, als die römische Kurie unter dem Pontifikat Bonifaz IX. geneigt war, allen Kirchen, die eine solche Bitte aussprachen und die fälligen 'Verwaltungsgebühren' zu zahlen bereit waren, solche vollständigen Ablässe zu gewähren. Es handelte sich um die ad instar - Ablässe, d. h. Ablässe, deren Maß sich an jenen Strafnachlässen orientierte, die an europaweit etablierten Wallfahrtskirchen wie San Marco von Venedig, Portiunkula bei Assisi oder auch Aachen und Einsiedeln verkündet wurden<67>. Auch wenn die wahrscheinlich an Tausende Empfänger in der europäischen Christenheit gerichteten Ablaßurkunden 1402 widerrufen wurden, haben sie ein kulturelles Klima geschaffen oder verstärkt, in welchem die Plenarablässe des römischen Jubiläums oder der großen europäischen Wallfahrtszentren ihre Exklusivität verloren. So ist seit dem Ende des 14. Jahrhunderts das Versprechen eines großen Ablasses oder einer römischen Gnade ein konstitutives Element des regionalisierten Wallfahrtswesens geworden. Die Wallfahrt zum Welfesholz - verstanden als jenes Konglomerat aus Ablaßkonkurs, Votivpraxis, Jahrmarkt und Kreuzgang, ist daher sehr wahrscheinlich nicht vor dem Beginn des 15. Jahrhunderts entstanden. Wenn diese Vermutung zutrifft, gehört die Marienkapelle am Welfesholz zu einer Reihe von Kirchen und Kapellen im Harzgebiet, an denen seit der Mitte des 14. Jahrhunderts - mit einer nach 1400 steigenden Tendenz - Wallfahrten etabliert wurden, wie ein vorläufiger und skizzenhafter Blick auf die Wallfahrtsgeographie des Harzraumes zeigen soll.
| Fußnoten: | |
|---|---|
| Reinhardt (wie Anm. 5), Testament Nr. 239, S. 359 (lutter). | |
| Ebenda, Testament Nr. 239, S. 359 und Testament Nr. 140, S. 187 (sunte hulpen). | |
| Ebenda, Testament Nr. 113, S. 156 (golme). | |
| Enwalde wird fälschlich auf die Brüder Ewaldi in St. Kunibert zu Köln und nicht auf St. Ewald/Theobald in Thann bezogen: ebenda, Testament Nr. 201, S. 285. | |
| Zuerst gedruckt als Beilage zu Lionel Rothkrug: Popular Religion and Holy Shrines: Their Influence on the Origins of the German Reformation and Their Role in German Cultural Development, in: James Obelkevich (Hrsg.): Religion and the People 800-1700. Chapel Hill 1979, S. 20-86. - Wiederabgedruckt als Beilage zu: Ders.: Religious practices and collective perceptions. Hidden homologies in the renaissance and reformation. Waterloo/Ont. 1980. | |
| Christian Schreiber: Wallfahrten durchs deutsche Land. Eine Pilgerfahrt zu Deutschlands heiligen Stätten. Berlin 1928, S. 183-185. Zur Frühgeschichte der Wallfahrt von Germershausen vgl. Marianne Jacoby: Die Wallfahrt Germershausen in Geschichte und Gegenwart. Ein Beitrag zur Volksfrömmigkeit auf dem Eichsfeld. Göttingen 1987, bes. S. 23-28 (=Schriftenreihe der Volkskundlichen Kommission für Niedersachsen e.V. 2). | |
| Wilhelm Dersch: Hessische Wallfahrten im Mittelalter, in: Leo Santifaller (Hrsg.), Festschrift Albert Brackmann. 1931, S. 457-491, dort S. 474. | |
| MGH SS XVI, S. 84. Zu einer Variante der Passage in einer Erfurter Handschrift des späten 12. Jahrhunderts vgl. Edward Schröder: Ein Hostienmirakel zu Aschersleben ao. 1150, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde 62 (1929), S. 211f. - Zur Sache vgl. auch W. Grosse: Das Hostienmirakel zu Aschersleben ao. 1150, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde 63 (1930), S. 204f. | |
| Der Nachweis bei Rothkrug S. 233 bezieht sich auf Hermann Engfer: Die Wallfahrt zum Nikolausberg bei Göttingen und der Nikolauskult in Niedersachsen, in: Die Diözese Hildesheim in Vergangenheit und Gegenwart 25, 1956, S. 84-99, dort S. 99. | |
| Georg Schreiber: Deutsche Mirakelbücher. Zur Quellenkunde und Sinngebung, Düsseldorf 1938, S. 23 (=Forschungen zur Volkskunde 31/32). | |
| Cyriakus Spangenberg: Mansfeldische Chronica. Der vierte Teil. Beschreibung der Graveschaft Mansfeltt von ortt zu ortt.... (3. Buch), hrsg. v. Carl Rühlemann. Eisleben 1913 (=Mannsfelder Blätter 27/28 (1913/14)), (1. Buch), hrsg. v. Rudolf Leers. Eisleben 1916-1918 (=Mansfelder Blätter 30-32 (1916-1918). | |
| Der Vf. kann nicht ausschließen, daß ihm weitere Hinweise auf 'Wallfahrten' entgangen sind, da nicht auf alle Nennungen von Wallfahrt durch eine entsprechende Marginalie hingewiesen wird. So heißt es z. B. über eine Kapelle bei dem Ort Winckel in der Nähe Allstedts: Über Winckel hat eine Capelle gelegen, hat zum Rödichen geheißen, in S. Erhartts Namen gestiftet. Dahin vorzeiten auf S. Marien Magdalenen Tag eine sonderliche Wallfahrt gewesen. Hat alsdann ein Pfarrherr zu Landgravrode die Messe alda lesen müssen. G. Albrecht von Mansfelt hat diese Wallfahrt abgeschafft und die Capell Herrn Bartholomeus, dem Pfarrherrn zu Mittelhausen, geschenkt. Spangenberg (wie Anm. 36), Bd. 3, S. 494. | |
| Das Amt Allstedt kam erst 1526 als Wettinisches Lehen an die Grafschaft Mansfeld. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 231. | |
| Zur Bannfahrt vgl. Wolfgang Brückner: Zur Phänomenologie und Nomenklatur des Wallfahrtswesens und seiner Erforschung. Wörter und Sachen in systematisch-semantischem Zusammenhang, in: ders.: Kulturtechniken. Nonverbale Kommunikation, Rechtssymbolik, Religio carnalis. Würzburg 2000, S. 223-268, dort S. 257-259 (=Veröffentlichungen zur Volkskunde und Kulturgeschichte 9). | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 93. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 409f. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 504. | |
| Auf die Finanzierung von Brückenbau und -erhaltung durch Opfer, die auch durch Ablässe oder Wallfahrten motiviert waren, hat Erich Maschke: Die Brücke im Mittelalter, in: Historische Zeitschrift 224 (1977), S. 265-292, aufmerksam gemacht, wobei die angeführten Beispiele überwiegend bereits von Franz Falk: Die Kirche und der Brückenbau im Mittelalter, in: Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland 87 (1881), S.87-110 / S. 184-194 /S. 245-259 besprochen wurden. Zu Ablässen für Brücken- und Straßenbau vgl. auch Nikolaus Paulus: Geschichte des Ablasses am Ausgang des Mittelalters. Paderborn 1923 (Neudruck Darmstadt 2000), S. 370-374. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 269. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 182. Über eine Wallfahrt nach Siebigerode liegen m. W. keine Nachrichten vor. Das Dorf lag an der Landstraße von Magdeburg nach Erfurt, vgl. Friedrich Bruns / Hugo Weczerka: Hansische Handelsstraßen, Bd. 3. Köln / Graz 1968, Karte 20 (=Quellen und Darstellungen zur hansischen Geschichte 13, 3). Die ältere Lokalüberlieferung ist durch die Zerstörung des Dorfes im 30jährigen Krieg vernichtet worden. Der heutige Kirchbau von 1851 ist der dritte Bau am Ort und besitzt nach dem Augenschein kein älteres Inventar mehr. Hermann Grössler / Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Mansfelder Gebirgskreises. Halle 1893, S. 200f. (=Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete 18) berichten, daß die Kirche nach der Ortsüberlieferung dem hl. Georg geweiht war und durch den hl. Bonifatius gegründet sei, damit auch die älteste Kirche der Umgegend wäre. Der Sage nach soll sich in Siebigerode ein Kloster befunden haben. Das Georgspatrozinium der Kirche wird auch genannt bei Hermann Größler: Die Schutzheiligen der Kirchen der beiden Mansfelder Kreise und des Querfurter Kreises, in: Mansfelder Blätter 3 (1889), S, 54-59, dort S. 57. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 332: Wovon es [Heiligenthal] den Namen bekommen, habe ich nicht eigentlich erfahren können. Mag wol sein, daß es von einer Wallfahrt, die man zu einem Heiligen durch dieses Thal getan, den Namen habe. Vielleicht ist auch wol an diesem Ort selbst zu einem sonderlichen Heiligen ein sonderliches Geleufe gewesen, wie dann unter den Alten die Rede gangen, daß des Orts, da itzt die Bauern auf dem Hügel am Dorf ein Losament wie einen gewelbten Keller haben, vorzeiten eine Kapelle gestanden, dahin eine sonderliche Wallfahrt gewesen, davon dieser Grund das Heilige Thal [...] solle seien genannt worden. Die (wissenschaftlich z.T. fragwürdige) Ortsgeschichte aus der Feder des Heiligenthaler Pfarrers Callies: Beiträge zur Chronik der Ortschaft Heiligenthal, Mansfelder Seekreis, in: Mansfelder Heimatkunde 3 (1928), S. 7-21, enthält keinerlei Hinweise auf eine Wallfahrt nach Heiligenthal. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 182. Über die Kapelle scheinen sich keine weiteren Nachrichten erhalten zu haben. Nach Spangenberg ist die Kapelle 1539 abgebrochen worden: Weil aber hernach bey offenbartem Evangelio dieser Aberglaube und abgöttische Geleufe nicht ablassen noch aufhören wollen, hat endlich Grave Albrecht Anno 1539 diese Capellen gar abzubrechen befohlen, und ist Stein und Holtz anderswo verbeuet. Die Glocke aber, so daselbst gehangen und einen halben Zentner gewogen, gen Abberode geführet und daselbst in den Kirchturm gehengt worden. Ebenda. Die Familien der Kapellenstifter lassen sich im Erbbuch von 1533 nachweisen: Als dörfliche Oberschicht (Anspänner) werden aufgeführt: Stefan und Heinrich Bilgenrod, Adam Koch, Heinz Keudel. Die Familie Große (Hans Große sen. und jun.) gehörten zu den 15 Handfrönern des Dorfes, vgl. Hermann Schotte: Rammelburger Chronik. Geschichte des alten Mansfeldischen Amtes Rammelburg und der zu ihm gehörigen Flecken, Dörfer und Güter Wippra, Abberode, Biesenrode, Braunschwende, Forst Braunschwende, Friedorf, Haida, Hermerode, Hilkenschwende, Königerode, Popperode, Rammelburg, Ritzgerode, Steinbrücken. Halle 1906, S. 183f. In der Visitation des Jahres 1570 wird die Kapelle bzw. ihr Einkommen nicht erwähnt, vgl. Max Könnecke: Die evangelischen Kirchenvisitationen des 16. Jahrhunderts in der Grafschaft Mansfeld. V. Teil, in: Mansfelder Blätter 15 (1901), S. 29-108, dort S. 51-54. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 452. Die Kapelle ist zuerst 1231 als Besitz der Lazaritenniederlassung in Gotha bezeugt, die in Bretleben später auch eine Kommende gründeten. 1489 ging die Kapelle zusammen mit der Kommende in den Besitz des Johanniterordens über, der sie 1520 an die Grafen von Mansfeld für eine Jahresrente von 60 Gulden veräußerte, vgl. Heinrich Otte / Gustav Sommer (Bearbeiter): Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Eckhardsberga. Halle 1883, S. 13f. (=Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete 9). | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 1. Buch, S. 108. Über die Wallfahrt nach Annarode liegen m. W. keine weiteren Nachrichten vor. Der Kirchenbau soll aus dem Jahr 1520 stammen. Das Annenpatrozinium der Kirche ist unsicher : vgl. Größler / Brinkmann (wie Anm. 44), S. 7. - | |
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Aus den Visitationsakten des 16. Jahrhunderts sind keine Hinweise auf die Funktion als Wallfahrtskirche zu entnehmen, vgl. Max Könnecke: Die evangelischen Kirchenvisitationen des 16. Jahrhunderts in der Grafschaft Mansfeld. I. Teil, in: Mansfelder Blätter 11 (1897), S. 53-103, dort S. 81. - Ders.: Die evangelischen Kirchenvisitationen des 16. Jahrhunderts in der Grafschaft Mansfeld. III. Teil, in: Mansfelder Blätter 13 (1899), S. 18-65, dort S. 27f. - Ders.: Die evangelischen Kirchenvisitationen des 16. Jahrhunderts in der Grafschaft Mansfeld. IV. Teil, in: Mansfelder Blätter 14 (1900), S. 36-109, dort S. 72f. Spangenberg (wie Anm. 36), 1. Buch, S. 408f. | |
| Martin Luther: Werke. Kritische Gesamtausgabe. Tischreden, Bd. 1, Weimar 1912, Nr. 830, S. 403, Z. 17-24. | |
| Hermann Grössler / Adolf Brinkmann: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Mansfelder Seekreises. Halle 1895, S. 400 (=Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete 19). - Ähnlich auch Max Könnecke: Luther als junger Mensch in Wimmelburg, in: Mansfelder Blätter 24 (1910), S. 240-242. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 461. Weitere Nachrichten über den Besuch der Kapelle scheinen sich nicht erhalten zu haben, vgl. Otte / Sommer (wie Anm. 49), S. 10. Zum Vergleich Spangenbergs mit der Eselstetischen Messe oder Eselswiese bei Querfurt vgl. unten Anm. 115. | |
| Vgl. Siegfried Bräuer: Die Vorgeschichte von Luthers Ein Brief an die Fürsten zu Sachsen von dem aufrührerischen Geist, in: ders., Spottgedichte, Träume und Polemiken in den frühen Jahren der Reformation, hrsg. v. Hans-Jürgen Goertz und Eike Wolgast. Leipzig 2000, S. 59-90, dort S. 69-71. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 512. | |
| In der - allerdings fragmentarisch erhaltenen - urkundlichen Überlieferung des Klosters spielt die Kapelle kaum eine Rolle. In den Besitz des Welfesholzes scheint das Kloster durch eine Schenkung seitens des Bischofs Ekbert von Münster zwischen 1127-1139 gelangt zu sein, vgl. den Abdruck der Schenkungsurkunde bei Fritz Buttenberg: Das Kloster zu Gerbstedt, in: Zeitschrift des Harzvereins für Geschichte und Alterthumskunde 52 (1919), S. 1-30, dort Anhang Nr. 3, S. 29. Ein Pfarrer am Welfesholz wird erstmals 1362 genannt, vgl. Max Krühne: Urkundenbuch der Klöster der Grafschaft Mansfeld. Halle 1888, Nr. 63, S. 41 (=Geschichtsquellen der Provinz Sachsen und angrenzender Gebiete 20). In einer Beschwerdeschrift des Klosters vom Jahr 1518 wurde u.a. darüber geklagt, daß die Mansfelder Grafen als Klostervögte das Standgeld einzögen, welches das Kloster bei Gelegenheit der Wallfahrten und Jahrmärkte am Welfesholz einzunehmen pflegte, vgl. Buttenberg, a.a.O., S. 1 mit Anm. 8 und S. 16. | |
| Spangenberg (wie Anm. 36), 3. Buch, S. 311f. | |
| Vgl. Brückner (wie Anm. 39), S. 230. | |
| Die erste moderne Arbeit zur Kapelle am Welfesholz und dem Jodutebild mit einer breiten Übersicht zur älteren Literatur legte Christian Petersen: Zioter (Zeter) oder Tiodute (Jodute), der Gott des Kriegs und des Rechts bei den Deutschen. Eine rechtsgeschichtliche und mythologische Untersuchung, in: Forschungen zur Deutschen Geschichte 6 (1866), S. 223-354, vor, zum Welfesholz vgl. dort bes. S. 227-239. Eine Ergänzung zu dieser Arbeit bietet Ernst Mayer: Jodute-Duddus, in: Zeitschrift der Savigny-Stiftung für Rechtsgeschichte / Germanistische Abteilung 26 (1905), S. 268-272. Die jüngste Arbeit zur Kapelle am Welfesholz stammt von Robert Holtzmann: Sagengeschichtliches zur Schlacht am Welfesholz, in: Sachsen und Anhalt. Jahrbuch der Historischen Kommission für die Provinz Sachsen und Anhalt 10 (1934), S. 71-105. Zur Baugeschichte der Kapelle vgl. Grössler / Brinkmann (wie Anm. 52), S. 394-397. | |
| In monimentum illius victorie et in eodem loco capellulum construxerant. Heinrich von Herford: Liber de rebus memorabilioribus sive chronicon. hrsg. v. August Potthast. Göttingen 1859, S. 141. Die Annahme, Heinrich von Hervord hätte in die Passage über den Kapellenbau eine ältere Quelle des 13. Jhs. ausgeschrieben, scheint irrig zu sein, vgl. Petersen (wie Anm. 59), S. 230f. - Holtzmann (wie Anm. 59), S. 74. Spangenberg schreibt: Es ist mir auch noch unbewust / // wer diese Capell gebawet / ob es die // Sachssen haben gethan / wie etliche // meinen / Gott zu danck / fur den vor= // liehen sieg / oder ob es die wolgebor= // nen Herren und Graffen von Mans0 // feld gethan / zu erstattung der See= // len ires vorfarens / wie dazumal ein // Papistische meinung gewesen. Cyriakus Spangenberg: Warhafftiger be= // richt des grossen Blutver= // giessens / So am Welphes // holtz in der Herrschaft // Mansfelt / ge= // schehen. Eisleben 1556 bei Urban Kaubisch, bl. E 2r. Benutzt wurde das Exemplar der Staatsbibliothek Berlin, Sig. Rx 18637 Rar. | |
| Urkunde vom 1. Mai 1290, gedruckt bei Krühne (wie Anm. 57), Nr. 41, S. 27. | |
| Die Unterscheidung zwischen dem alten Kapellenbau und der späteren Marienkirche findet sich auch bei dem gleichzeitig mit Spangenberg schreibenden Johannes Kraus, vgl. Holtzmann (wie Anm. 58), S. 83, Anm. 43. | |
| Krühne (wie Anm. 57), Nr. 106, S. 68-71. | |
| Ebenda, S. 69. | |
| Ebenda, S. 70. | |
| Vgl. zur Sache Karlheinz Frankl: Papstschisma und Frömmigkeit. Die Ad instar - Ablässe, in: Römische Quartalsschrift 72 (1977), S. 57-124 / S. 184-247. |
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