Civil Society Assistance in Central and Eastern Europe
The Cases of Poland and Slovakia

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades

doctor philosophiae (Dr. phil)

Eingereicht an der Philosophischen Fakultät III der Humboldt - Universität zu Berlin

Von
Christine   Abele geb. 7.12.1970 in Vaihingen an der Enz

Präsident der Humboldt-Universität zu Berlin Prof. Dr. Jürgen Mlynek
Dekan der Philosophischen Fakultät III Prof. Dr. Gert-Joachim Glaeßner

Gutachter:
1. Prof. Claus Offe
2. Prof Wolfgang Merkel

Tag der mündlichen Prüfung: 21.04.2006

Zusammenfassung

Die Arbeit stellt sich die Frage, inwieweit es externen Akteuren möglich ist, zivilgesellschaftliche Strukturen eines in der Transformation befindlichen Staates zu stärken, um damit einen Beitrag zur Konsolidierung nachkommunistischer Gesellschaften zu leisten. Resultiert die externe Förderung tatsächlich in eine „zivilere“ Gesellschaft, welche sich auf mündige und aktive Bürger stützt, oder führt sie zu einem bloßen Transfer von Strukturen in Form von Nicht-Regierungsorganisationen (NRO), welche jedoch keine gesellschaftliche Anbindung haben und bloße Zuarbeiter westlicher Geberorganisationen sind?

Um diese Frage zu beantworten, werden im theoretischen Teil der Arbeit ausgehend vom akteurszentrierten Institutionalismus zwei wesentliche Mechanismen identifiziert, durch welche die Aktivitäten der Geber Veränderungen bei den Nehmern erzielen: Ermächtigung und Lernen. Während Ersteres die Einsatzmöglichkeiten und Ressourcen einiger Akteure stärkt und damit vorhandene Akteurskonstellationen ändert, führt Letzteres dazu, dass neue Ideen Eingang in die politische Arena finden.

Die Arbeit stellt die Aktivitäten vier verschiedener Geberländer und –organisationen in Polen und der Slowakei in den 1990er Jahren vor; der Europäischen Union, Deutschlands, der Vereinigten Staaten von Amerika und dem privaten Netzwerk der Soros Stiftungen; und untersucht deren Beitrag zur zivilgesellschaftlichen Entwicklung beider Länder. Hierzu werden lokale NROs in den Blick genommen, welche maßgeblich von westlichen Gebern unterstützt werden und untersucht, inwieweit diese als Träger der Zivilgesellschaft fungieren, welche Legitimität sie bei der Bevölkerung besitzen und ob sie nach Rückzug der Geber weiter existieren.

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass westliche Zivilgesellschaftsförderung in beiden untersuchten Ländern einen positiven Effekt hatte in dem Sinne, dass maßgeblich geförderte NROs tatsächlich als Träger der Zivilgesellschaft fungierten. Sie bemühten sich um die Unterstützung anderer NROs, erweitern gesellschaftliche Partizipationsmöglichkeiten und sind soweit in nationale Strukturen und in der Gesellschaft verankert, dass auch ein Fortbestand ohne westliche Gelder möglich ist.

Eigene Schlagworte: Zivilgesellschaft, Mittel- und Osteuropa, Institutionentransfer, Polen, Slowakei, Demokratieförderung ,Zivilgesellschaftsförderung, Non-Governmental Organisations,

Abstract

With the end of the communist bloc and the transformations taking place in Central and Eastern Europe the promotion and protection of democracy from abroad became a major field of assistance. Especially civil society assistance, understood as direct support granted to non-governmental actors of the target state with the explicit aim to promote the consolidation of democracy, became a major pillar of democracy aid. The dissertation analyzes civil society assistance and aims to tackle the question whether it is feasible to promote and strengthen civil society from abroad. Does civil society assistance result in more civil society or does it result in nothing more than the establishment of donor driven NGOs which are neither voluntary nor independent but solely function as puppets of donors?

In order to answer this question and following the insights of actor-centered institutionalism, the dissertation identifies to modes of external intervention labeled „empowerment” and “learning. In the first case, donors may increase the action resources of chosen domestic actors, thus altering domestic actor constellations, by providing finances, technical equipment, information and know-how. In the latter case, external actors may impact upon the orientations, that is, the perceptions and preferences, of domestic actors.

The dissertation analyses the contribution of the activities of four different donors; the European Union, the USA, Germany and the private network of Soros Foundations; to the development of civil society in Poland and Slovakia. In order to pinpoint outcomes of civil society assistance the dissertation focuses on recipients and their activities. The dissertation thus clarifies to what extent main recipient organizations act as carriers of civil society, whether they transmit the interests of their constituency into politics, whether they fulfill a watch-dog function and democratic functions attributed to civil society. It therefore analyzes main recipients, their sustainability, legitimacy and effectiveness as carriers of civil society.

The dissertation jumps to the conclusion that externally driven civil society assistance had positive effects in both countries under investigation as supported NGOs acted as carriers of civil society.

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05.06.2008