Bischoff, Reinhard: Untersuchungen zur Wirksamkeit insektenpathogener Pilze gegen die vorratsschädlichen Motten Ephestia kuehniella und Plodia interpunctella (Lepidoptera : Pyralidae)

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Kapitel 1. Einleitung

Vorräte befallende Insekten der Ordnung Lepidoptera gehören in zahlreichen Regionen der Erde zu bedeutenden Vorratsschädlingen. Aufgrund der langsameren Entwicklung dieser Tiere in gemäßigten Breiten und wegen intensiverer Vorratsschutzmaßnahmen treten in Industrieländern meist geringere Fraßverluste auf als in tropischen Regionen. Es entsteht jedoch häufig großer finanzieller Schaden durch die Spinntätigkeit der Raupen. So kommt es bereits bei schwachem Befall zu erheblichen technischen Störungen in Mühlenbetrieben.

Vorratsschädliche Motten sind häufig extrem polyphag und befallen neben gelagertem Getreide, getrocknetem Obst, Kakaobohnen und Nüssen auch hochwertige Verkaufsprodukte wie Süßwaren und Dauerbackwaren. Bis zum Verkauf an den Verbraucher können sich die abgelegten Motteneier bei einer Zwischenlagerzeit von vier bis sechs Wochen zu großen Larven entwickeln, die an den Lebensmitteln fressen und diese mit ihren Exkrementen, Exuvien und Gespinsten verunreinigen. Insektenbefallene Lebensmittelpackungen führen somit neben dem finanziellen Verlust bei Reklamationen meist zu wesentlich größerem Schaden durch Verlust an Gebrauchswert.

Die zur Bekämpfung dieser Schadinsekten bisher übliche chemische Behandlung erfordert zusätzliche finanzielle Aufwendungen und beeinträchtigt den Betriebsablauf, da Bekämpfungsmaßnahmen zu einer Unterbrechung des Produktionsbetriebes führen. Darüber hinaus kann eine Behandlung mit Fraß- oder Kontaktinsektiziden bei unsachgemäßer Durchführung zu Überschreitungen der in der Rückstandshöchstmengen Verordnung festgelegten Werte führen und das Lagergut so mit chemischen Rückständen belasten. Der Einsatz von Insektiziden auf Lebensmitteln und an verpackter Ware wird dadurch besonders erschwert.

Die Suche nach Auswegen aus einer zu einseitig auf chemische Wirkstoffe ausgerichteten Bekämpfungsstrategie führte in letzter Zeit zu einer verstärkten Hinwendung auf biologische Verfahren zur wirksamen Kontrolle der Motten. Obwohl Vorratsläger normalerweise einen artenarmen Lebensraum darstellen, wurden bisher eine größere Anzahl natürlicher Gegenspieler aufgefunden, die potentiell für die biologische Bekämpfung vorratsschädlicher Motten eingesetzt werden können.


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Die vorliegende Arbeit untersucht die Möglichkeiten einer biologischen Bekämpfung mittels entomopathogener Pilze und ist gleichzeitig Bestandteil eines umfangreicheren Forschungsprogrammes, welches am Institut für Vorratsschutz der Biologischen Bundesanstalt für Land- und Forstwirtschaft realisiert wird.
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Mon Jul 13 15:01:33 1998