Bischoff, Reinhard: Untersuchungen zur Wirksamkeit insektenpathogener Pilze gegen die vorratsschädlichen Motten Ephestia kuehniella und Plodia interpunctella (Lepidoptera : Pyralidae)

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Kapitel 5. Ergebnisse

5.1. Zur Pathogenität geeigneter Pilzstämme

Bei der Pathogenitätsprüfung der Pilzstämme gegenüber frisch geschlüpften Imagines der Mehlmotte und der Dörrobstmotte erwiesen sich folgende Pilzstämme als pathogen: M. anisopliae 73 (M.a.73), M. anisopliae 110 (M.a.110), B. bassiana 56 (B.ba.56), P. farinosus 34 (Paec.f.34) und P. fumosoroseus 10 (Paec.f.10).

Die kumulativen Mortalitätsraten sind in Abbildung 1 und 2 dargestellt. Der im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle deutlich steilere Anstieg der kumulativen Mortalität ist bei den oben aufgeführten Pilzstämmen erkennbar. Nach STEIN (1986) leben die Imagines der Mehlmotte und der Dörrobstmotte etwa zwei bis drei Wochen. Die Mortalitätskurven mit entomopathogenen Pilzstämmen behandelter Falter zeigen ein Absterben der Insekten innerhalb der ersten 12 Tage.

Abb.1: Mortalität adulter Ephestia kuehniella nach Inokulation entomopathogener Pilze


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Abb.2: Mortalität adulter Plodia interpunctella nach Inokulation entomopathogener Pilze

Mit pathogenen Pilzstämmen behandelte Insekten zeigten nach dem Einlegen der abgestorbenen Kadaver in feuchte Kammern die für den Krankheitsverlauf charakteristischen äußeren Symptome. Sämtliche Erreger, welche ihre Wirte schnell abtöteten, waren auch in der Lage, das Integument der Wirte zu durchbrechen und anschließend darauf zu fruktifizierten. Die Bildung von Luftmycel auf den toten Insekten war 7-12 Tage nach der Inokulation erkennbar. Das Durchwachsen des Integuments nach außen erfolgte bevorzugt an Körperstellen mit dünner Chitinschicht.

Die bei toten Faltern beobachteten Verpilzungen werden in den Abbildungen 5 und 6 gezeigt.

Bei B. bassiana Stamm 112 konnte eine Pathogenität gegenüber den getesteten Wirtstieren nicht nachgewiesen werden. Die kumulativen Mortalitätsraten mit B.ba.112 behandelter adulter Dörrobstmotten und Mehlmotten unterscheiden sich nicht zu unbehandelten Kontrolltieren. Es kann davon ausgegangen werden, daß es sich um einen avirulenten Pilzstamm handelt. Aus diesem Grund wurde B. bassiana 112 für die weiteren Untersuchungen nicht berücksichtigt.


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Abb.3: Hyphen und Konidien von Metarhizium anisopliae auf dem Femur von Ephestia kuehniella (Vergrößerung: 3000-fach )

Abb.4 : Hyphen von Metarhizium anisopliae am Kopf von Ephestia kuehniella (Vergrößerung: 100-fach)


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Abb.5: Durch Paecilomyces fumosoroseus abgetötetes Imago von Ephestia kuehniella (natürliche Größe 10-14 mm)

Abb.6: Durch Metarhizium anisopliae abgetötetes Imago von Ephestia kuehniella (natürliche Größe 10-14 mm)


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5.2. Zur Virulenz entomopathogener Pilzstämme

5.2.1. Virulenz in Abhängigkeit von Pilzstamm und Wirtsart

Genaue Kenntnisse über die Virulenz insektenpathogener Pilze sind für die erfolgreiche Nutzung der Pilze im Rahmen von Verfahren des biologischen Pflanzenschutzes unentbehrlich.

Zur Ermittlung der Isolat - Virulenz gegenüber frisch geschlüpften Imagines von E. kuehniella und P. interpunctella diente der Anteil nachweisbar durch die Erreger abgetöteter Falter sowie die Mortalitätskurven. Die Virulenzen der getesteten Pilzstämme wurden mittels indirekter Konidienapplikation geprüft und wurden somit auch von der Fähigkeit der Pilzsporen, auf der Insektenkutikula zu haften, beeinflußt. Diese Vorgehensweise war von Vorteil, um erste Rückschlüsse auf eine praktische Anwendbarkeit ziehen zu können.

Abb.7: Anteil der Imagines von E. kuehniella und P. interpunctella mit nachgewiesenem Befall nach indirekter Inokulation von Konidien verschiedener entomopathogener Pilzstämme


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Die Abbildung 7 zeigt den Anteil der nachweisbar durch die Pilze abgetöteten Imagines von

E. kuehniella und P. interpunctella. Der paarweise Vergleich zwischen den einzelnen Versuchsvarianten ist in Tabelle 4 dargestellt.

Tab. 4: Vergleich entomopathogener Pilzstämme hinsichtlich der von ihnen verursachten Mortalitätsraten bei Imagines von E. kuehniella und P. interpunctella (Chi2-Test / 2 x 2 Kontingenztafelanalyse für alpha = 0,05)

Wirt Ephestia kuehniella Plodia interpunctella
EphestiaKuehniella Pilzstamm M.a.110 M.a.73 B.ba.56 Paec.f.10 Paec.f.34 M.a.110 M.a.73 B.ba.56 Paec.f.10 Paec.f.34
M.a.110   +   + + +   + +  
M.a.73 +   +       +     +
B.ba.56   +   + + +     + +
Paec.f.10 +   +       +     +
Paec.f.34 +   +       +     +
PlodiaInter-Punctella M.a.110 +   +       +     +
M.a.73   +   + + +   + +  
B.ba.56 +   +       +     +
Paec.f.10 +   +       +     +
Paec.f.34   +   + + +   + +  

(+ signifikante Differenzen bei paarweisem Vergleich)

Die verwendeten Pilzstämme erbrachten für die getesteten Mottenimagines teilweise äußerst verschiedene Mortalitätsraten.

Gegenüber der Dörrobstmotte war B.ba.56 am virulentesten. Der Anteil der nachweisbar durch diesen Erreger abgetöteten Dörrobstmottenimagines beträgt 98%. Zieht man die Ergebnisse der Kontingenztafelanalyse in Betracht, so sind die Mortalitätswerte von B.ba.56, M.a.110 und Paec.f.10 auf gleichem statistischen Niveau, während die Mortalitätswerte von M.a.73 und Paec.f.34 signifikant geringer sind.

Hinsichtlich der Virulenz gegenüber der Mehlmotte ergibt sich folgende Reihenfolge: M.a.73 ge Paec.f.10 ge Paec.f.34 > B.ba.56 > M.a.110.

Die Mortalitätsraten von M.a.73, Paec.f.10 und Paec.f.34 sind signifikant höher als von B.ba.56 und M.a.110.

In der Abbildung 8 sind die Mortalitätskurven der untersuchten Motten in Abhängigkeit von der Pilzbehandlung dargestellt. Da ein Teil der behandelten Tiere von den weniger virulenten Pilzstämmen nicht infiziert wurde, tritt die Verzögerung des Absterbens bei diesen Insekten besonders am Ende deutlich hervor.


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Ephestia kuehniella

Plodia interpunctella

Abb. 8: Mortalität bei Imagines von E .kuehniella und P. interpunctella nach künstlicher Inokulation unterschiedlicher entomopathogener Pilze


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Die Ergebnisse zeigen darüber hinaus, daß die meisten Pilzstämme unterschiedliche Mortalitätsraten bei P. interpunctella und E. kuehniella verursachen. Bei statistischer Betrachtung der Mortalitätsraten ist für die Pilzstämme M.a.110, M.a.73, B.ba.56 und Paec.f. 34 eine Wirtsabhängigkeit der Virulenz erkennbar. Lediglich der Pilzstamm Paec.f.10 verursacht bei P. interpunctella und bei E. kuehniella eine annähernd gleiche Mortalitätsrate von 90,8% bzw. 93,8% und ist somit gegenüber beiden Testorganismen hoch virulent.

Die im Versuch gewählten Bedingungen erleichterten den Kontakt zwischen Erreger und Wirt sowie die Konidienkeimung und die Pilzpenetration. Die geringen Mortalitätsraten von M.a.73 und Paec.f.34 gegenüber der Dörrobstmotte sowie von M.a.110 und B.ba.56 gegenüber der Mehlmotte lassen auf eine geringe Virulenz der Pilzstämme gegenüber diesen Wirtsinsekten schließen. Da man davon ausgehen kann, daß unter praxisnahen Bedingungen die Wirksamkeit dieser Pilzstämme sich noch verschlechtert, wurden für den weiteren Verlauf der Untersuchungen folgende Pilzstämme ausgewählt: gegenüber der Dörrobstmotte M.a.110, B.a.56 und Paec.f.10; gegenüber der Mehlmotte M.a.73, Paec.f.10 und Paec.f.34.

5.2.2. Virulenz in Abhängigkeit von ökologischen Infektionsbedingungen

5.2.2.1. Einfluß der Temperatur

Voraussetzung für eine hohe Virulenz ist die Vitalität der Sporen, welche durch hohe Keimfähigkeit und -geschwindigkeit charakterisiert ist (AL-AIDROOS und SEIFERT 1980). Die erzielten Untersuchungsergebnisse zum Keimungsverhalten bei unterschiedlichen Temperaturen sind in den Abbildungen 9 und 10 dargestellt. Die Abbildung 9 zeigt den Anteil gekeimter Sporen nach 36 h Inkubationszeit.

Grundsätzlich lassen sich aus den erhaltenen Werten für sämtliche Pilzstämme hohe Wärmeansprüche für die Konidienkeimung ableiten. Diese Ergebnisse stimmen mit zahlreichen Angaben in der Literatur überein. Das Temperaturoptimum für M. anisopliae liegt nach DIAMONDÉ (1969) bei etwa 28°C. FERRON (1978) ermittelte für B. bassiana ein Optimum bei 25 °C.


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Bei 25°C keimten nach 36 h die Mehrzahl der Pilzstämme zu 100%. Einzige Ausnahme stellen die für Paec.f.34 ermittelten Keimungsraten dar. Hier waren nach 36h bei 25°C 63% der Sporen gekeimt. Am geringsten wurde die Keimfähigkeit der beiden Metarhizium-Stämme von der Inkubationstemperatur beeinflußt. M.a.110 keimte nach 36h bei 15°C zu 75%, bei 20°C zu 96%, bei 25°C und 30°C zu je 100%. Den größten Einfluß hatte die Temperatur bei Paec.f.10. Bei 15°C keimten 49%, bei 20°C 75%, bei 25°C 100% und bei 30°C 66% der Sporen.

Abb.9: Keimungsprozente insektenpathogener Pilze in Abhängigkeit von der Inkubationstemperatur (Inkubationszeit: 36h)

Die ermittelten Tg50-Werte sind in Abbildung 10 dargestellt und lassen neben den temperaturbedingten Unterschieden im Keimverhalten der einzelnen Pilzstämme auch Differenzen zwischen den Pilzstämmen erkennen

Das ungenügende Keimungsverhalten von Paec.f.34 bei sämtlichen Temperaturstufen wird durch die TG50 ebenfalls verdeutlicht. In dem für die Mottenbekämpfung wichtigen Temperaturbereich zwischen 20 und 30°C benötigen Konidien von Paec.f.34 signifikant längere Keimungszeiten als die übrigen Pilzstämme und keimten zu 50% erst nach 19 bzw. nach 21 Stunden. Lediglich Paec.f.110 unterscheidet sich bei 20°C nicht signifikant von Paec.f.34.

Am schnellsten keimten M.a.73 und M.a.110 bei 25°C. So betrugen ihre TG50 jeweils etwa 10 Stunden.


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Aus Abbildung 10 ist weiterhin ersichtlich, daß sich bei steigender Inkubationstemperatur die Vertrauensbereiche der Tg50-Werte vergrößern.

Abb.10:Einfluß der Inkubationstemperatur auf die Keimungsgeschwindigkeit von Konidien insektenpathogener Pilze

5.2.2.2. Einfluß der relativen Luftfeuchtigkeit

Die erzielten Untersuchungsergebnisse sind in Abbildung 11 dargestellt. Insgesamt war bei Verringerung der relativen Luftfeuchtigkeit ein erheblicher Rückgang der Virulenz bei fast allen Pilzstämmen zu verzeichnen.

Die ermittelten LT90 - Werte lassen darüber hinaus erhebliche Differenzen zwischen den beiden Wirtsinsekten erkennen. Der Abfall der Virulenz nach einer Verringerung der umgebenden Luftfeuchtigkeit war bei den Pilzstämmen, die gegenüber E. kuehniella getestet wurden deutlich größer als bei den Pilzstämmen, welche gegenüber P. interpunctella eingesetzt wurden. So zeigte ein Vergleich der LT90 - Werte bei 95% Luftfeuchtigkeit nur geringe Virulenzunterschiede der eingesetzten Pilzstämmen gegenüber den beiden Mottenarten. Bei 75% Luftfeuchtigkeit sind die Absterbezeiten von Dörrobstmotten jedoch signifikant geringer als die der be


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handelten Mehlmotten. Der Einfluß der Wirtsart auf den Verlust an Virulenz bei verringerter Luftfeuchtigkeit tritt bei Paec.f.10 besonders deutlich hervor. Mit Paec.f.10 behandelte Mehlmotten lebten bei 95% Luftfeuchtigkeit etwa genau so lange wie behandelte Dörrobstmotten (LT90= 5,7 bzw. 5,6 Tage). Eine Verringerung der Luftfeuchtigkeit führte dazu, daß 90% mit Paec.f.10 behandelte Mehlmottenimagines 10 Tage lebten. 90% der behandelten Dörrobstmottenimagines starben bei 75% Luftfeuchtigkeit jedoch bereits nach 7,8 Tage.

Abb.11 : Einfluß der relativen Luftfeuchtigkeit auf die Virulenz entomopathogener Pilzstämme

M.a.110 ist der virulenteste Pilzstamm. Die durch M.a.110 verursachten Absterbezeiten sind bei 95% und 75% Luftfeuchtigkeit signifikant die kürzesten. Eine Verringerung der Luftfeuchtigkeit von 95 auf 75% führte bei diesem Pilzstamm zu keiner signifikanten Verschlechterung der Virulenz gegenüber Dörrobstmottenimagines.


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5.2.3. Virulenz in Abhängigkeit vom Ernährungszustand des Pilzes

Einfluß auf die Sporulation

Die von der Nährbodenzusammensetzung ausgehende Wirkung auf die Sporulation von entomopathogenen Pilzstämmen wird aus der Tabelle 5 deutlich erkennbar. Es ist ersichtlich, daß die Anzahl je cm2 Nährbodenoberfläche gebildeter Konidien bei verschiedenen Nährböden teilweise sehr unterschiedlich ist.

Die verwendeten Nährböden erbrachten differenzierte Ergebnisse hinsichtlich der Sporulation bei verschiedenen Pilzstämmen. Bei der in vitro Kultur bewirkten Hfa, Riba Gluc, CzD Gluc und MPA bei sämtlichen Pilzstämmen eine ausreichende Sporulation. SPA eignet sich hingegen nur zur Konidienproduktion bei M.a.73 und M.a.110.

Die ermittelten Werte lassen darüber hinaus teilweise große Unterschiede im Sporulationsvermögen zwischen den Pilzstämmen erkennen. Die Kultur von M.a.110 zeigte auf allen Nährböden eine hervorragende Konidienbildung. B.ba.56 und Paec.f.110 sporulierten auf sieben der acht getesteten Nährböden gut. Die in vitro Kultur von M.a.73 und Paec.f.34 erbrachte hingegen nur auf 5 bzw. 4 der getesteten Nährböden eine zufriedenstellende Konidienbildung.

Aus den 95%-Vertrauensbereichen sowie den im Anhang Abbildung A-2 dargestellten empirischen Verteilungen für die Sporulation verschiedener Pilzstämme wird ersichtlich, daß die Nährbodenzusammensetzung neben der Anzahl je cm2 gebildeter Sporen auch die Verteilung der Konidienbildung beeinflußt.


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Tab. 5 : Einfluß der Nährbodenzusammensetzung auf die Sporulation entomopathogener Pilze (21 Tage Inkubation, 8 Wiederholungen)

Pilzstamm Nährboden Mittlere Anzahl der Konidien je cm2 Nährboden 95% Vertrauensbereich (Konidien / cm2 )
M.a.110 LPA 2,00 x 107 1,34 x 107 - 2,66 x 107
  MPA 1,86 x 107 1,56 x 107 - 2,15 x 107
  SPA 9,65 x 106 8,90 x 106 - 1,03 x 107
  CzD Gluc 8,96 x 106 8,26 x 106 - 9,66 x 106
  CzD Glyc 1,59 x 107 1,16 x 107 - 2,02 x 107
  HFA 3,32 x 107 2,98 x 107 - 3,66 x 107
  Riba Gluc 2,27 x 107 1,96 x 107 - 2,58 x 107
  Riba Sacch 3,07 x 107 2,83 x 107 - 3,31 x 107
M.a.73 LPA 1,54 x 106 9,03 x 105 - 2,19 x 106
  MPA 4,18 x 107 3,51 x 107 - 4,89 x 107
  SPA 1,98 x 107 1,39 x 107 - 2,56 x 107
  CzD Gluc 9,58 x 106 8,91 x 106 - 1,02 x 107
  CzD Glyc 9,27 x 105 8,57 x 105 - 9,97 x 105
  HFA 3,20 x 107 2,35 x 107 - 4,04 x 107
  Riba Gluc 2,18 x 107 1,77 x 107 - 2,60 x 107
  Riba Sacch 1,75 x 106 9,47 x 105 - 2,55 x 106
B.ba.56 LPA 1,33 x 107 1,04 x 107 - 1,62 x 107
  MPA 8,42 x 106 7,94 x 107 - 8,90 x 106
  SPA 5,87 x 105 5,44 x 105 - 6,30 x 105
  CzD Gluc 9,93 x 106 8,84 x 106 - 1,10 x 107
  CzD Glyc 1,43 x 107 1,23 x 107 - 1,64 x 107
  HFA 7,17 x 106 6,49 x 106 - 7,85 x 106
  Riba Gluc 1,42 x 107 1,14 x 107 - 1,70 x 107
  Riba Sacch 1,97 x 107 1,78 x 107 - 2,16 x 107
Paec.f.10 LPA 1,87 x 107 1,48 x 107 - 2,26 x 107
  MPA 2,28 x 107 1,63 x 107 - 2,94 x 107
  SPA 1,32 x 106 1,12 x 107 - 1,51 x 107
  CzD Gluc 1,49 x 107 1,26 x 107 - 1,73 x 107
  CzD Glyc 9,65 x 106 9,04 x 106 - 1,02 x 107
  HFA 5,22 x 107 3,98 x 107 - 6,46 x 107
  Riba Gluc 2,31 x 107 1,69 x 107 - 2,93 x 107
  Riba Sacch 2,56 x 107 2,00 x 107 - 3,11 x 107
Paec.f.34 LPA 9,38 x 105 8,84 x 105 - 9,92 x 105
  MPA 1,17 x 107 9,99 x 106 - 1,35 x 107
  SPA 9,62 x 105 8,91 x 105 - 1,03 x 106
  CzD Gluc 9,62 x 106 8,90 x 106 - 1,03 x 107
  CzD Glyc 8,67 x 105 7,62 x 105 - 9,71 x 105
  HFA 1,96 x 107 1,39 x 107 - 2,52 x 107
  Riba Gluc 9,93 x 106 9,28 x 106 - 1,05 x 107
  Riba Sacch 1,29 x 106 9,99 x 105 - 1,59 x 106


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Einfluß auf die Virulenz

Die Tabelle 6 zeigt die bei der Virulenztestung von unterschiedlich ernährten Pilzstämmen gegenüber E. kuehniella und P. interpunctella erzielten Ergebnisse. Die Versuche erfolgten bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 76% und 25°C und entsprachen somit annähernd den in Lägern während einer Mottenkalamität herrschenden Bedingungen.

Die aus den kumulativen Mortalitätsraten berechneten LT50 - und LT90 - Werte geben Aufschluß auf die Virulenz unterschiedlich ernährter Pilzstämme. Die Anzucht auf verschiedenen Nährböden führte bei sämtlichen Pilzstämmen zu veränderten Virulenzen.

Bei Berücksichtigung der Vertrauensbereiche ergeben sich zwischen den von den verschiedenen Pilzstämmen hervorgerufenen LT50 - und LT90 - Werten innerhalb der gleichen Wirtsart teilweise deutliche Unterschiede. Ein zusätzlicher Einfluß der Wirtsart konnte bei der angewendeten Versuchsmethode nicht festgestellt werden.

Gegenüber der Mehlmotte ist M.a.73 am virulentesten. 90% der mit M.a.73 behandelten Mehlmotten starben nach 5,6 Tagen, wenn der Erreger auf SPA kultiviert wurde. Erfolgte die Behandlung der Insekten hingegen mit Sporen von M.a.73, welche von MPA gewonnen wurden, lebten 90% der so behandelten Insekten noch 9,6 Tage und damit signifikant länger als mit Paec.f.34 und Paec.f.10 infizierte Tiere. Die LT90 der Mehlmottenimagines betrug nach einer Behandlung mit Paec.f.34 7,5 Tage und nach Behandlung mit Paec.f.10 8,1 Tage, wenn die Pilze auf Riba Gluc bzw. CzD Gluc kultiviert wurden

Für M.a.110 kann gegenüber P. interpunctella wiederum die höchste Virulenz belegt werden. Zieht man die Vertrauensbereiche in Betracht, sind die LT90 - Werte bei Kultivierung auf Hfa, MPA und Riba Gluc signifikant kleiner als bei alle anderen Pilzstämme, welche gegenüber P. interpunctella getestet wurden. Bei Anzucht von M.a.110 auf den übrigen Nährböden ist die Virulenz im Vergleich zu den anderen Pilzstämmen mindestens auf gleichem statistischen Niveau.

Zur Gewinnung von Erregermaterial wurden die Pilzstämme für die weiteren Untersuchungen auf folgenden Nährböden kultiviert: M.a.110 auf Hfa, B.ba 56 auf Hfa und Paec.f.10 auf CzD Gluc.


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Tab. 6 : Einfluß der Nährbodenzusammensetzung auf die Virulenz entomopathogener Pilze gegenüber E. kuehniella und P. interpunctella

Wirtsinsekt Pilzstamm Nährboden LT50 (Tage) Vertrauensbereich (Tage) LT90 (Tage) Vertrauensbereich (Tage)
    Hfa 4,1 cdef 3,7 - 4,5 6,1 def 5,7 - 6,6
P.interpunctella B. ba.56 Riba suc 4,5 defg 4,1 - 4,9 6,5 efg 6,1 - 7,0
    Riba gluc 4,6 efg 4,2 - 5,0 6,6 efg 6,2 - 7,1
    CzD gluc 4,8 fgh 4,4 - 5,2 6,8 fg 6,4 - 7,3
    MPA 5,1 gh 4,7 - 5,4 7,1 gh 6,7 - 7,5
    CzD glyc 5,2 gh 4,8 - 5,5 7,2 gh 6,8 - 7,6
    LPA 5,2 gh 4,8 - 5,6 7,3 gh 6,9 - 7,7
  M.a.110 Hfa 3,1 a 2,8 - 3,3 4,7 a 4,5 - 5,0
    MPA 3,4 ab 3,1 - 3,6 5,1 ab 4,9 - 5,3
    Riba gluc 3,6 bc 3,4 - 3,8 5,3 bc 5,1 - 5,6
    CzD gluc 4,0 cd 3,8 - 4,2 5,7 cd 5,5 - 6,0
    SPA 4,0 cde 3,8 - 4,2 5,8 cd 5,5 - 6,0
    LPA 4,0 cde 3,8 - 4,2 5,8 cd 5,5 - 6,0
    Riba suc 4,3 def 4,1 - 4,6 6,1 de 5,8 - 6,3
    CzD glyc 4,3 def 4,1 - 4,6 6,1 de 5,8 - 6,3
  Paec.f.10 CzD gluc 4,1 cdef 3,8 - 4,4 6,3 ef 6,0 - 6,7
    Hfa 4,8 fgh 4,5 - 5,2 7,1 gh 6,8 - 7,4
    LPA 5,0 ghi 4,7 - 5,3 7,2 gh 6,9 - 7,6
    CzD glyc 5,4 hi 5,1 - 5,7 7,6 hgi 7,3 - 8,0
    MPA 5,6 ik 5,2 - 5,8 7,8 hgik 7,5 - 8,1
    Riba gluc 6,0 k 5,7 - 6,3 8,6 ik 7,9 - 8,6
    Riba suc 6,1 k 5,8 - 6,4 8,7 k 8,1 - 8,7
             
    SPA 2,6 a 2,3 - 3,0 5,6 a 5,2 - 6,0
E.kuehniella M.a.73 Riba gluc 4,2 b 3,9 - 4,5 7,1 b 6,8 - 7,5
    Hfa 5,6 efg 5,3 - 5,9 8,8 d 8,3 - 8,9
    CzD gluc 6,2 hi 5,9 - 6,5 9,2 e 8,9 - 9,5
    MPA 6,6 ikl 6,4 - 6,9 9,6 ef 9,3 - 9,8
             
  Paec.f.34 Riba gluc 5,1 cd 4,8 - 5,3 7,5 bc 7,2 - 7,9
    CzD gluc 5,2 de 4,9 - 5,5 7,7 bc 7,4 - 8,1
    Hfa 5,6 def 5,3 - 5,8 8,0 cd 7,7 - 8,4
    MPA 7,1 l 6,9 - 7,4 9,7 efg 9,5 - 10,1
             
  Paec.f.10 CzD gluc 4,6 bc 4,2 - 4,9 8,1 cd 7,7 - 8,5
    Hfa 5,9 fgh 5,6 - 6,3 9,4 efg 9,0 - 9,9
    LPA 6,2 ghi 5,9 - 6,6 9,8 efg 9,4 - 10,2
    CzD glyc 6,5 hik 6,2 - 6,9 10,0 fg 9,6 - 10,5
    MPA 6,7 ikl 6,2 - 7,0 10,1 fg 9,6 - 10,5
    Riba gluc 6,8 ikl 6,3 - 7,1 10,1 fg 9,8 - 10,7
    Riba suc 7,0 kl 6,6 - 7,2 10,2 g 10,0 - 10,8

( Signifikante Differenzen zwischen Werten mit verschiedenen Indizes )


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5.3. Einfluß der Inokulumdichte auf die Wirksamkeit der Pilze

Die sich aus den ermittelten Letalwerten ergebenden LT90 der Pilzstämme sind in Abbildung 12 in Abhängigkeit von der verwendeten Sporenkonzentration der Tauchsuspension dargestellt. Im Anhang Abbildung A-1 befinden sich die dazu gehörenden LT50.

Bei sämtlichen Stämmen war mit höherem Sporentiter des Inokulums ein rascheres Absterben der Testinsekten zu verzeichnen.

Abb.12: Pilzstamm bedingte LT90-Werte bei Dörrobstmottenimagines in Abhängigkeit von der verwendeten Sporenkonzentration der Tauchsuspension

Bei Berücksichtigung der Vertrauensbereiche zeigten die für die 107 und 106 Sp. / ml Tauchsuspension ermittelten LT90 von M.a.110 und B.ba.56 keine signifikanten Unterschiede. Die LT90 von Paec.f.10 sind im Vergleich zu den beiden anderen Pilzstämmen auf sämtlichen Konzentrationsstufen signifikant höher. Die höhere Virulenz von M.a.110 gegenüber B.ba.56 ist nur für die 105 Sp / ml Suspension signifikant.

Abbildung 13 stellt die nachweislich durch die Erreger verursachten Mortalitätsraten der Versuchstiere unter Berücksichtigung der verwendeten Sporenkonzentration der Tauchsuspensionen dar.


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Abb.13: Einfluß der Sporenkonzentration auf die Wirksamkeit verschiedener Pilzstämme gegenüber Imagines von P. interpunctella

Tab. 7: Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlich dosierter Pilzstämme gegenüber Imagines von P. interpunctella (Chi2 - Test / 2x2 Kontingenztafelanalyse, alpha = 0,5)

Behandlung   M.a.110 B.ba.56 Paec.f.10
  Dosierung 105 106 107 105 106 107 105 106 107
  105 (67,7%) -   + + - - + - -
M.a.110 106 (77,1%)   - + -   - - + -
  107 (99,0%) + + - - -   - -  
  105 (33,3%) + - - - + +   - -
B.ba.56 106 (79,2%) -   - + -   - + -
  107 (92,7%) - -   +   -      
  105 (32,3%) + - -   - - - + +
Paec.f.10 106 (49,0%) - + - - + - + - +
  107 (96,9%) - -   - -   + + -

(+ signifikante Differenzen beim paarweisen Vergleich; - ohne Vergleich)

Die mit Hilfe der Kontingenztafelanalyse durchgeführten Vergleiche ergaben, daß bei M.a.110 die Steigerung der Sporenkonzentration von 106 auf 107 zu signifikant erhöhten Mortalitätsraten führte (Chi2-Test in Tabelle 7). Der Anteil befallener Imagines befand sich hingegen bei den 105 und 106 Varianten auf gleichem statistischem Niveau. Für B.ba.56 konnte ermittelt werden, daß die Erhöhung der Sporenkonzentration von 105 auf 106 zu signifikant erhöhten Mortalitätsraten führte, die Erhöhung von 106 auf 107 jedoch nicht. Statistisch gesicherte Steigerungen der Mortalitätsraten wurden für Paec.f.10 mit jeder Konzentrationserhöhung nachgewiesen.


57

5.4. Wirksamkeit entomopathogener Pilze auf die Eier von P. interpunctella

Im Ergebnis der Untersuchungen konnten signifikante Wirkungen sämtlicher Prüffaktoren auf die Absterberaten der behandelten Dörrobstmotten-Eier ermittelt werden. Die vorliegenden Untersuchungen lassen bei allen getesteten Pilzstämmen von der Temperatur abhängige Infektionsraten der Eier erkennen. Auf den getesteten Konzentrationsstufen geht für sämtliche Pilzstämme die Erhöhung der Temperatur von 20°C auf 25°C mit einer erhöhten Wirksamkeit einher. Der Anstieg des Anteils infizierter Eier bei erhöhter Temperatur ist bei B.ba.56 und Paec.f.10 erheblich stärker als bei M.a.110 (Abbildung 14-16).

Die Abbildungen verdeutlichen, daß mit B.ba.56 und M.a.110 bessere Bekämpfungseffekte erzielt wurden als mit Paec.f.10, wobei mit B.ba.56 behandelte Dörrobstmotten-Eier bereits bei der 2 x 106 Sp. / cm2 Variante zu 70 - 80% abstarben, wenn die Inokulationstemperatur 25°C beträgt. Bei der Behandlung mit M.a.110 traten ähnliche Bekämpfungseffekte erst bei höher bemessenen Dosierungen von annähernd 2 x 107 Sp. / cm2 auf.

Abb. 14: Einfluß einer Behandlung der Eier von P. interpunctella mit M. anisopliae 110 in Abhängigkeit von der Inokulumdichte und der Temperatur


58

Abb. 15: Einfluß einer Behandlung der Eier von P. interpunctella mit B. bassiana 56 in Abhängigkeit von der Inokulumdichte und der Temperatur

Abb. 16: Einfluß einer Behandlung der Eier von P. interpunctella mit P. fumosoroseus 10 in Abhängigkeit von der Inokulumdichte und der Temperatur


59

Abb. 17. Wechselwirkungen zwischen Pilzbehandlung und Inokulumdichte

Die Auswertung der dreifaktoriellen Varianzanalyse ergab außerdem signifikante Wechselwirkungen zwischen den Konzentrationen und den drei Pilzbehandlungen. Der Vergleich der Versuchsergebnisse mußte infolgedessen auf der Basis der Nebeneffekte beruhen. In Abbildung 17 sind anhand der mittels arcus-Transformation verrechneten Daten sowohl die Signifikanzen als auch die Wechselwirkungen ersichtlich. Bei B.ba.56 und M.a.110 führte jede Konzentra-

tionserhöhung zu einer signifikanten Wirkungssteigerung. Für Paec.f.10 kann erst mit dem am höchsten konzentrierten Sporentiter ein signifikanter Anstieg im Anteil abgestorbener Dörrobstmotten-Eier festgestellt werden. Auf sämtlichen Konzentrationsstufen waren B.ba.56 und M.a.110 auf signifikant höherem Niveau als Paec.f.10.

5.5. Altersbedingte Sensitivität der Larvenstadien von P. interpunctella gegenüber virulenten Pilzstämmen

Die erzielten Untersuchungsergebnisse zur Sensitivität unterschiedlicher Larvenstadien der Dörrobstmotte gegenüber insektenpathogenen Pilzen sind in Abbildung 18 dargestellt.

Die auf der Basis der Mortalitätswerte berechneten Wirkungsgrade widerspiegeln eine prinzipielle Anfälligkeit sämtlicher Larvenstadien gegenüber den eingesetzten Pilzstämmen.


60

Bei allen Pilzstämmen traten jedoch quantitative Unterschiede zwischen den einzelnen Larvenstadien deutlich hervor.

Abb. 18: Wirkungsgrad insektenpathogener Pilze gegenüber Larven von interpunctella bei künstlicher Inokulation von 107 Sporen / ml (berechnet nach SCHNEIDER-ORELLI)

Eine besonders hohe Anfälligkeit wiesen die frisch geschlüpften Eilarven auf. Die Unterschiede zwischen den Pilzstämmen waren für die L1 sehr gering. So lagen die aus der Abbildung 18 nicht ersichtlichen Verpilzungsraten in allen Behandlungsvarianten sieben Tage nach der Inokulation über 85% (M.a.110: 93,8%; B.ba56: 88,5%; Paec.f.10: 91,7%).

Die aus den Mortalitätsraten ermittelten Wirkungsgrade verdeutlichen klar eine mit fortschreitender Larvenentwicklung einher gehende Abnahme der Anfälligkeit gegenüber den drei Pilzstämmen. Gegenüber den ersten beiden Larvenstadien war M.a.110 am wirksamsten. Der Abfall der Anfälligkeit beim dritten und vierten Larvenstadium ist gegenüber allen Erregern augenscheinlich, tritt jedoch besonders deutlich gegenüber M.a.110 in Erscheinung und läßt auf eine zunehmende Resistenz bei steigendem Alter schließen.

Die statistische Auswertung der Versuchsergebnisse erfolgte mittels angenähertem 95%-Vertrauensbereich. In der Tabelle 8 können die Wirkungsgrade gegenüber den verschiedenen Larvenstadien bei gleicher Pilzbehandlung sowie gegenüber dem gleichem Larvenstadium bei unterschiedlicher Behandlung verglichen werden.

Zieht man die angenäherten 95%-Vertrauensbereiche in Betracht, ergeben sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Wirkungsgraden gegenüber L3 und L4 bei M.a.110


61

und Paec.f.10. Die Anfälligkeit der Larven gegenüber einer Infektion mit B.ba.56 nahm hingegen mit Übergang vom L3 zu L4 weiter signifikant ab.

Tab. 8: Vergleich der Sensitivität verschieden alter Dörrobstmottenlarven gegenüber entomopathogenen Pilzen (angenäherter 95%-Vertrauensbereich, alpha=5%)

Pilzstamm   M.a.110 B.ba.56 Paec.f.10
  Stadium L1 L2 L3 L4 L1 L2 L3 L4 L1 L2 L3 L4
M.a.110 L1 - + + +   - - -   - - -
  L2 + - + + -   - - - + - -
  L3 + + -   - - + - - -   -
  L4 + +   - - - -   - - -  
B.ba.56 L1   - - - - + + +   - - -
  L2 -   - - + -   + -   - -
  L3 - - + - +   - + - -   -
  L4 - - -   + + + - - - -  
Paec.f.10 L1   - - -   - - - - + + +
  L2 - + - - -   - - + - + +
  L3 - -   - - -   - + +    
  L4 - - -   - - -   + +    

(+ signifikante Differenzen beim paarweisen Vergleich; - ohne Vergleich)

Die Tabelle 8 zeigt außerdem, daß signifikante Unterschiede zwischen den Pilzstämmen nur gegenüber L2 und L3 auftraten. Die L2 waren am anfälligsten gegenüber M.a.110. Bei Betrachtung der Wirkungsgrade gegenüber L3 kann für B.ba.56 die höchste Virulenz belegt werden.

5.6. Einfluß der Sporenformulierung auf die Wirksamkeit der Pilze

5.6.1. Einfluß auf die Infektiosität der Pilze

Die Wirksamkeit unterschiedlich formulierter Konidienpräparate gegenüber frisch geschlüpften Imagines von P. interpunctella läßt sich aus den Tabellen 9 und 10 sowie der Abbildung 19 entnehmen.

Die drei getesteten Formulierungen erbrachten für die verwendeten Pilzstämme unterschiedliche Wirkungen gegenüber Dörrobstmottenimagines. Grundsätzlich geht für die beiden Erre


62

gerstämme aus den erhaltenen Werten eine Wirkungssteigerung für Laktose formulierte Konidien hervor, die jedoch nur teilweise statistisch nachweisbar ist.

Tab.9: Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlich formulierter M.a.110-Konidien hinsichtlich der von ihnen verursachten Mortalitätsraten bei frisch geschlüpften Imagines von P. interpunctella in Abhängigkeit von der Sporendosierung (Chi2-Test / 2 x 2 Kontingenztafelanalyse, alpha = 0,05)

Behandlung   Wasser-Tween Telmion Laktose
Wasser -Tween Dosierung 2x 106 104 105 106 106 104 105 106 106 104 105 106
  103 (18,8%)* - + + +   - - -   - - -
  104 (35,4%) + -   + -   - - -   - -
  105 (57,3%) +   - + - -   - - - + -
  106 (72,9%) + + + - - - -   - - -  
                           
Telmion 103 (21,9%)   - - - -   + +   - - -
  104 (34,4%) -   - -   - + + - + - -
  105 (62,5%) - -   - + +   + - -   -
  106 (79,2%) - - -   + + + - - - -  
                           
Laktose 103 (29,2%)   - - -   - - - - + + +
  104 (57,3%) -   - - - + - - + - + +
  105 (77,1%) - - + - - -   - + + -  
  106 (88,4%) - - -   - - -   + +   -

(* Mortalitätsraten; + signifikante Differenzen beim paarweisen Vergleich; - ohne Vergleich)

Tab. 10: Vergleich der Wirksamkeit unterschiedlich formulierter B.ba.56 Konidien hinsichtlich der von ihnen verursachten Mortalitätsraten bei frisch geschlüpften Imagines von P. interpunctella in Abhängigkeit von der Sporendosierung (Chi2-Test / 2 x 2 Kontingenztafelanalyse, alpha = 0,05)

Behandlung   Wasser-Tween Telmion Laktose
Wasser -Tween Dosierung 2x 103 104 105 106 103 104 105 106 103 104 105 106
  103 (10,4%)* - + + +   - - - + - - -
  104 (26,0%) + - + + -   - - - + - -
  105 (51,0%) + + - + - -   - - - + -
  106 (76,0%) + + + - - - -   - - -  
                           
Telmion 103 (18,8%)   - - - - + + +   - - -
  104 (32,3%) -   - - + - + + - + - -
  105 (61,5%) - -   - + + -   - -   -
  106 (76,0%) - - -   + +   - - - -  
                           
Laktose 103 (26,0%) + - - -   - - - - + + +
  104 (57,0%) - + - - - + - - + - + +
  105 (70,8%) - - + - - -   - + + -  
  106 (86,5%) - - -   - - -   + +   -

(* Mortalitätsraten; + signifikante Differenzen beim paarweisen Vergleich; - ohne Vergleich)


63

Die Wirksamkeit der in Telmion und Wasser formulierten Konidien befanden sich für beide Pilzstämme stets auf statistisch gleichem Niveau. Die in den Tabelle 9 und 10 zusammengefaßten Mortalitätsraten zeigen, daß nach indirekter Inokulation erst mit den am höchsten konzentrierten Sporenformulierungen bei frisch geschlüpften Imagines höhere Mortalitätsraten erzielt werden. Lediglich die in Laktose formulierten Konidien von M.a.110 erbrachten bereits auf der 2 x 105 Sp. / cm2 Variante zufriedenstellende Behandlungsergebnisse.

Die aus den kumulativen Mortalitätsraten berechnete LT50- und LT90- Werte der

2 x 106 Sp. / cm2 Varianten finden sich in Abbildung 19.

Bei gleicher Tendenz der verwendeten Formulierungen wies M.a.110 für sämtliche Versuchsvarianten gegenüber frisch geschlüpften Imagines die höchste Wirksamkeit auf.

Abb. 19: LT50- und LT90-Werte unterschiedlich formulierter Pilzstämme gegenüber Dörrobstmottenimagines nach indirekter Inokulation von 2 x 106 Sp / cm2

Die Abbildungen 20 und 21 zeigen das Mortalitätsgeschehen der L1 nach Behandlung mit unterschiedlich formulierten Konidienpräparaten der beiden Erregerstämme in Abhängigkeit von der Applikationsdosis. Die dazu gehörenden Chi2 - Tests finden sich im Anhang Tabellen A-1 bis A-4.


64

Grundsätzlich geht für beide Pilzstämme aus den erhaltenen Werten bei steigender Sporendosierung eine von der Formulierung abhängige Wirksamkeit gegenüber den Testlarven hervor.

Abb. 20: Einfluß der Formulierung auf die Wirksamkeit von B. bassiana 56 gegen über L1 der Dörrobstmotte in Abhängigkeit von der Sporendosierung

Abb. 21: Einfluß der Formulierung auf die Wirksamkeit von M. anisopliae 110 gegen über L1 der Dörrobstmotte in Abhängigkeit von der Sporendosierung

Die Telmion-Formulierung (Wasser-Öl) war bei sämtlichen Versuchsvarianten am wirkungsvollsten.


65

Mit B.ba.56 behandelte L1 zeigten konzentrationsabhängig nachweisbare Unterschiede der Mortalitätsraten bei Anwendung verschiedener Sporenformulierungen. Bei statistischer Betrachtung der Versuchsergebnisse wurden insgesamt mit der Wasser-Ölformulierung von der 2 x 104 Sp / cm2 Dosierung an statistisch bessere Ergebnisse erzielt. Die Wasser- und die Laktose- Formulierung befanden sich stets auf statistisch gleichem Niveau.

Die Mortalitätsraten der mit unterschiedlichen Konidienformulierungen des als virulenter eingestuften M.a.110 behandelten L1 waren lediglich bei den 2 x 104 und 2 x 105 Sp. / cm2 Varianten auf statistisch unterschiedlichem Niveau. Bei diesen Dosierungen erzielten die Wasser-Öl- und die Laktose- Formulierung statistisch bessere Ergebnisse.

Allgemein konnte gegenüber L1 von der 2 x 105 Sp. / cm2 Dosierung an bei den verwendeten Pilzstämmen eine ausreichende Wirksamkeit erreicht werden, wenn die Konidien als Wasser-Ölformulierung angewendet wurden.

Die Abbildungen 22 und 23 stellen die durch unterschiedlich formulierte Pilzkonidien verursachten Mortalitätsraten bei L5-Larven unter Berücksichtigung der jeweiligen Applikationsdosis dar.

Die höchste Wirksamkeit kann wiederum für die Telmion-Varianten belegt werden. Für die weniger anfälligen L5 wurden jedoch erst mit der am höchsten bemessenen Sporendosierung

(2 x 106 Sp. / cm2 ) höhere Mortalitätsraten von über 75% erzielt.

Abb. 22: Einfluß der Formulierung auf die Wirksamkeit von B. bassiana 56 gegen über L5 der Dörrobstmotte in Abhängigkeit von der Sporendosierung


66

Ein Vergleich der beiden verwendeten Pilzstämme und der getesteten Formulierungen zeigt, daß die Unterschiede im Mortalitätsgeschehen der L5 vorwiegend durch die Formulierungen bestimmt werden.

Abb. 23: Einfluß der Formulierung auf die Wirksamkeit von M. anisopliae 110 gegen über L5 der Dörrobstmotte in Abhängigkeit von der Sporendosierung

Aus den kumulativen Mortalitätsraten berechnete LD50, und LD90 sind in Tabelle 11 aufgelistet.

Tab. 11: Einfluß der Formulierung auf die Wirksamkeit insektenpathogener Pilze gegenüber L5-Larven von P. interpunctella in Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit

Pilz

Luftfeuch-

tigkeit (%)

Formu-

lierung

LD50

(Sp./Larve)

Vertrauens-

bereich (Sp./Larve)

LD90

(Sp./Larve)

Vertrauens-

bereich (Sp./Larve)

B.ba.56

76

Wasser

2,1x104

1,5x104-2,9x104

1,1x106

7,3x105-1,8x106

   

Telmion

3,5x103

2,5x103-5,0x103

1,9x105

1,3x105-3,1x105

 

96

Wasser

3,5x103

2,4x103-4,9x103

2,0x105

1,3x105-3,2x105

   

Telmion

1,3x103

9,0x102-1,8x103

7,4x104

4,8x104-1,2x105

M.a.110

76

Wasser

1,0x104

7,2x103-1,4x104

5,8x105

3,7x105-9,7x105

   

Telmion

2,2x103

1,5x103-3,1x103

1,3x105

8,4x104-2,1x105

 

96

Wasser

2,7x103

1,9x103-3,9x103

1,8x105

1,1x105-3,2x105

   

Telmion

7,4x102

4,9x102-1,1x103

5,0x104

3,1x104-8,4x104


67

Die von der Sporenformulierung ausgehende Wirkung auf die Infektiosität der Erregerstämme ist auch nach direkter Applikation nachweisbar. Bei statistischer Betrachtung der LD50 und LD90 unter Berücksichtigung der Vertrauensbereiche werden mit Telmion formulierte Konidien beider Pilzstämme signifikant bessere Ergebnisse erzielt. Die Mortalitätskurven in Abhängigkeit von den Log-Dosis-Werten der einzelnen Versuchsvarianten finden sich in den Abbildungen 24 bis 27.

Abb. 24: Einfluß der Sporendosierung auf die Mortalität der L5-Larven von P. interpunctella nach direkter Applikation unterschiedlich formulierter B. bassiana 56 Konidien bei 76% relative Luftfeuchtigkeit

Abb. 25: Einfluß der Sporendosierung auf die Mortalität der L5-Larven von P. interpunctella nach direkter Applikation unterschiedlich formulierter B. bassiana 56 Konidien bei 96% relative Luftfeuchtigkeit


68

Die LD50, LD90 sowie die Dosis abhängigen Mortalitätskurven weisen auf unter ungünstigen Umweltbedingungen sich vergrößernde Differenzen zwischen den beiden Formulierungen hin. Ein Vergleich der Mediane der Dosis bei gleicher zu erwartender Mortalität erbrachte für B.ba.56, daß man bei 76% r.F. nur 17% der Applikationsdosis der Wasserformulierung benötigt, um mit der Ölsuspension die gleiche Wirkung zu erzielen. Bei 96% Luftfeuchtigkeit sind hingegen 37% erforderlich.

Abb. 26: Einfluß der Sporendosierung auf die Mortalität der L5-Larven voninterpunctella nach direkter Applikation unterschiedlich formulierter M. anisopliae 110 Konidien bei 76% relativer Luftfeuchtigkeit

Abb. 27: Einfluß der Sporendosierung auf die Mortalität der L5-Larven von interpunctella nach direkter Applikation unterschiedlich formulierter M. anisopliae 110 Konidien bei 96% relativer Luftfeuchtigkeit


69

Der Einfluß der Luftfeuchtigkeit ist bei dem als virulenter betrachteten Erreger M.a.110 weniger deutlich. Um gleiche Mortalitätsraten zu erzielen, beträgt die dafür notwendige Dosierung in Telmion formulierter Sporen bei 76% Luftfeuchtigkeit 22% und bei 96% Luftfeuchtigkeit 27% der Sporendosierung bei Wasserformulierung.

5.6.2. Einfluß auf die Lagerfähigkeit und Persistenz der Konidien von B. bassiana 56 und M. anisopliae 110

Beim Einsatz wirksamer Mykoinsektizide müssen die biologischen und physikalischen Eigenschaften der Formulierungen über einen längeren Zeitraum beständig bleiben. So ist bereits die Erhaltung einer hohen Keimfähigkeit der Sporen im Verlauf der Lagerung der Präparate von Bedeutung, da die Applikation von Sporen mit verminderter oder verlorengegangener Keimfähigkeit schnell zu Unterdosierungen führen kann. Andererseits hat eine sinkende Keimfähigkeit im Laufe der Zeit eine eingeschränkte Wirkung auf einen Neubefall von Schaderregern zur Folge.

Lagerfähigkeit

In der Tabelle 12 sind für M.a.110 die Ergebnisse des Sporenlagerungsversuches aufgelistet.

Die Lagerfähigkeit der Konidien ist am geringsten in der Wasser-Tweenformulierung ausgebildet. Für die 26°C und 16°C Varianten können bereits nach vier Monaten erhebliche Einbußen an Keimfähigkeit verzeichnet werden. Zum totalen Verlust kommt es nach sieben bzw. elf Monaten Lagerzeit. Die verminderte Lagerfähigkeit der Sporen von M. anisopliae 110 in Wassersuspension bei 26°C und 16°C wird auch durch die einsetzende Keimung von Sporen während der Lagerung bedingt.

Die geringsten Einbußen an Keimfähigkeit sind bei der Lagerung unformulierter Konidien bei einer Temperatur von 26°C zu verzeichnen. Bei 4°C sind die Sporen jedoch weniger lagerfähig. Für die als Wasser-Ölsuspension formulierten Sporen kann im Verlauf der Lagerung bei 4°C und 16°C ein langsamerer Abfall der Lebensfähigkeit festgestellt werden.


70

Tab. 12: Keimprozente der Konidien von M. anisopliae 110 in Abhängigkeit von der Formulierung und der Lagerzeit

Formulierung Temperatur
(°C)
Lagerperiode in Monaten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
Reine Konidien 4 89 85 80 75 62 56 47 43 42 38 30 24
  16 95 92 85 82 81 79 70 70 68 66 62 60
  26 88 86 84 80 81 80 75 72 73 70 66 62
                           
Laktose 4 92 86 84 79 78 72 70 68 66 59 57 54
  16 82 80 80 77 75 72 66 63 61 56 50 45
  26 95 91 87 85 75 70 66 65 62 55 54 52
                           
Wasser 4 90 82 75 70 56 47 43 40 37 32 28 24
  16 81 72 66 51 37 29 25 20 18 5    
  26 78 70 56 40 28 11            
                           
Wasser-Öl 4 87 84 82 79 78 76 74 71 69 67 62 59
  16 85 80 78 76 73 70 72 70 69 63 60 54
  26 87 78 75 72 71 64 60 58 58 52 47 40

In der Tabelle 13 finden sich die Ergebnisse der Keimungsuntersuchungen unterschiedlich gelagerter Sporenformulierungen von B. bassiana 56.

Tab. 13: Keimprozente der Konidien von B. bassiana 56 in Abhängigkeit von der Formulierung und der Lagerzeit

Formulierung Temperatur
(°C)
Lagerperiode in Monaten
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12
reine Konidien 4 94 93 90 87 84 80 75 70 68 59 54 52
  16 90 88 86 82 79 74 72 68 55 50 44 36
  26 86 80 75 71 62 55 47 41 33 28 22 19
                           
Laktose 4 92 90 87 85 81 77 74 71 68 66 65 62
  16 93 91 88 84 83 75 72 70 66 62 55 51
  26 85 78 75 71 67 64 62 51 44 40 36 33
                           
Wasser 4 90 87 85 82 77 74 71 69 66 63 58 55
  16 87 84 81 77 73 69 63 61 52 49 45 40
  26 84 78 74 69 63 55 42 35 27 19 12  
                           
Wasser-Öl 4 96 91 87 85 84 81 79 72 69 66 62 57
  16 91 88 85 83 80 77 74 70 70 66 61 58
  26 94 87 84 81 77 74 73 68 66 60 58 51

Zur Vermeidung von größeren Keimungsverlusten sollten Konidien von B.ba.56 als Laktose-Konidienstaub formuliert und bei 4°C aufbewahrt werden. Die Lagerung des Laktose-Koni


71

dienstaubes bei 16°C oder 26°C führte hingegen nach neun bzw. elf Monaten zu größeren Einbußen in der Keimfähigkeit der Sporen.

Ein annähernd temperaturunabhängiges Keimungsverhalten konnte bei den Sporen, welche als Wasser-Ölsuspension formuliert waren, beobachtet werden.

Auch für B.ba.56 gilt, daß die Aufbewahrung der als Wassersuspension formulierten Sporen bei 26°C den schnellsten Rückgang der Keimfähigkeit zur Folge hat.

Persistenz

In der Abbildung 28 ist das Persistenzverhalten unterschiedlich formulierter Konidien von

M. anisopliae 110 in Abhängigkeit von der Zeit dargestellt.

Die direkt im Anschluß an die Formulierung durchgeführten Untersuchungen belegten keine erheblichen Differenzen im Keimungsverhalten zwischen den verschiedenen Varianten.

Im Vergleich zu unformulierten Sporen zeigten die Wasser-Ölsuspension und der Laktose-Konidienstaub eine erhöhte Persistenz. So waren nach zehn Monaten noch mehr als 50% der Sporen keimfähig. Hingegen keimten reine Konidien nach zehn Monaten nur zu 24%.

Abb. 28: Einfluß der Formulierung auf die Persistenz der Konidien von Metarhizium anisopliae 110 in Abhängigkeit von der Zeit


72

Eine die Persistenz der Konidien schädigende Wirkung wurde bei der Wasser-Tween-Suspen-sion festgestellt. Ein Vergleich zu unformulierten Konidien belegt, daß es bei 25°C und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 76% bereits nach drei Monaten zu bedeutenden Keimungs-verlusten kommt. Nach zehn Monaten betrug der Anteil keimungsfähiger Sporen nur noch 13%.

Die Untersuchungsergebnisse zur Persistenz unterschiedlich formulierter Konidien von B. bassiana 56 sind in der Abbildung 29 dargestellt.

Die in Wasser suspendierten Konidien besitzen wiederum die geringste Persistenz und widerspiegeln somit auch die Ergebnisse zur Lagerfähigkeit aus Tabelle 13. Nach zehn Monaten kam es zum vollständigen Verlust der Keimfähigkeit.

Abb. 29: Einfluß der Formulierung auf die Persistenz der Konidien von Beauveriabassiana 56 in Abhängigkeit von der Zeit

Einen geringen Einfluß auf die Persistenz der Sporen kann für die Wasser-Ölsuspension und den Laktose-Konidienstaub belegt werden. Ein Vergleich zu unbehandelten Konidien von B.ba.56 zeigt hier kaum Unterschiede in der Persistenz der Sporen. Zehn Monate nach Beginn des Versuches keimten noch 55% der unbehandelten Sporen.


73

Unter den gewählten Versuchsbedingungen besitzen somit die Konidien von B.ba.56 in allen Varianten, mit Ausnahme der Wasser-Tween Formulierung, eine größere Beständigkeit als Konidien von M.a.110.

5.7. Einsatzerprobungen von B. bassiana 56, M. anisopliae 110 und P. fumosoroseus 10 gegen P. interpunctella

5.7.1. Wirkung der Pilze auf die Fekundität, Eier und schlüpfende Eilarven von P. interpunctella

Durch die im Modellversuch gewählte Verfahrensweise war es möglich, Informationen über die Wirkung von Pilzbehandlungen bei sich zumindest zeitweise außerhalb des Lagergutes aufhaltenden Entwicklungsstadien zu gewinnen. Die Analyse einer zum Zeitpunkt der Kopulation stattfindenden Pilzinokulation von Dörrobstmottenweibchen diente zur Bestätigung der Wirksamkeit bei Imagines und ließ gleichzeitig erste Rückschlüsse über praktische Anwendungsmöglichkeiten zu. Die sukzessive Bekämpfung von Weibchen, Eiern und frisch geschlüpften Larven sollte vor allem Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Unterbrechung der Genera-tionsfolge liefern.

Fekundität der Weibchen

In Abbildung 30 sind die Auswirkungen einer während der Kopulation von Dörrobstmotten stattfindenden Pilzapplikation auf die Anzahl gelegter Eier dargestellt.

In Abhängigkeit vom Pilzstamm setzte ein von der Kontrolle signifikant unterschiedliches Eiablagegeschehen bei behandelten Tieren ein. Für M.a.110 konnte die höchste Wirksamkeit auf die Fekundität von Dörrobstmottenweibchen verzeichnet werden, die sowohl gegenüber der unbehandelten Kontrolle als auch den beiden anderen Pilzbehandlungen auf signifikant höherem Niveau lag.


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Abb. 30: Empirische Verteilung der Eiablage unterschiedlich Pilzbehandelter Weibchen von P. interpunctella (signifikante Differenzen zwischen Mittelwerten mit verschiedenen Indizes für alpha = 0,5 n = 8)

Die kumulativen Werte täglich gelegter Eier bei verschieden behandelten Dörrobstmotten sind aus der Abbildung 31 zu entnehmen.

Bereits einen Tag nach der Kopulation setzte die Eiablage ein. Insgesamt ergaben sich zwischen den unterschiedlich behandelten Weibchen keine wesentlichen Differenzen in der Anzahl täglich gelegter Eier. Der erhebliche Rückgang der Anzahl Eier pro Weibchen ist somit allein auf die verkürzte Lebensdauer infizierter Dörrobstmottenweibchen zurückzuführen. So betrug die Dauer der Eiablage in Abhängigkeit von der Pilzbehandlung vier bis sechs Tage. Unbe-handelte Weibchen legten hingegen bis zum 15. Tag Eier.


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Abb. 31: Tägliche Eiablage von Dörrobstmotten in Abhängigkeit von der Pilzbehandlung (kumulative Werte)

Abb. 32: Eimortalität von P. interpunctella nach Oviposition auf Pilz behandeltem Untergrund (signifikante Differenzen zwischen Werten mit verschiedenen Indizes)


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Mortalität der Eier

Abbildung 32 veranschaulicht die Auswirkungen unterschiedlicher Pilzstämme auf die Mortalität von Dörrobstmotteneiern, welche von bereits behandelten Weibchen gelegt worden sind.

Die drei getesteten Erreger erbrachten gegenüber der unbehandelten Kontrolle eine deutliche Zunahme der Eimortalität. Die signifikant höchsten Reduzierungen der Motteneier wurden mit B.ba.56 erzielt. Die Mortalität in der Kontrolle betrug 8,4%.

Mortalität der Eilarven

Tabelle 14 zeigt den Anteil gestorbener L1 nach Behandlung der Eier und anschließendem Schlupf auf kontaminiertem Untergrund.

Tab. 14: Auswirkung einer Pilzbehandlung auf das Überleben der Eilarven von Plodiainterpunctella

Behandlung durchschnittliche Anzahl geschlüpfter L1 Anteil gestorbener L1(%) durchschnittliche Anzahl überlebender L1
M.a.110 26,6 36 a 17,0
B.ba.56 20,7 24 b 15,7
Paec.f.10 48,5 14 c 41,7
Kontrolle 230,1 4 d 220,9

(signifikante Differenzen im Anteil gestorbener L1 zwischen Werten mit verschiedenen Indizes alpha=0,5)

Die Behandlung der Dörrobstmottenweibchen zum Zeitpunkt der Kopulation mit anschließender Eiablage und Larvenschlupf auf kontaminiertem Untergrund führte zu einer erheblichen Reduzierung der Nachkommenschaft.

Bei Betrachtung der drei Behandlungsmethoden lassen sich bereits von der Infektion der Weibchen ausgehende Wirkungen auf die Stärke der F1 nachweisen. M.a.110 hatte den größten Dezimierungseffekt und bewirkte einen Rückgang der Anzahl gelegter Eier auf etwa ein Drittel gegenüber der Kontrolle.

Die Eiablage auf kontaminiertem Untergrund erwies sich für B.ba.56 am wirkungsvollsten.

Durch die gewählte Bekämpfungsfolge wurden insgesamt die besten Resultate mit M.a.110 und B.ba.56 erzielt. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle betrug der Anteil überlebender L1 der Nachfolgegeneration 7,5 bzw. 6,9%. Auf signifikant geringerem Niveau gestalteten sich die Behandlungserfolge bei Paec.f.10.


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5.7.2. Wirkung der Pilze auf die Schlupfrate, Lebensdauer und Fekundität der Imagines von P. interpunctella nach Kontamination der Brutsubstratoberfläche

Die Ergebnisse zum Einfluß einer Behandlung der Brutsubstratoberfläche auf den Schlupftermin der Imagines von P. interpunctella sind in der Abbildung 33 dargestellt.

Für den Beginn des Falterschlupfes ergeben sich zwischen den Behandlungen und der Kontrolle keine wesentlichen Unterschiede.

Abb. 33: Einfluß einer Oberflächenbehandlung von Brutsubstrat auf die Schlupftermine der Imagines von P. interpunctella

Die drei getesteten Pilzstämme erbrachten gegenüber der unbehandelten Kontrolle eine deutliche zeitliche Verkürzung der Schlupfperiode. Die in der Legende von Abbildung 33 dargestellte Anzahl geschlüpfter Imagines läßt darauf schließen, daß die Pilzbehandlung besonders die sich langsamer entwickelnden Insekten dezimiert und dadurch einen verkürzten Schlupfzeitraum hervorruft. Der Falterschlupf aus M.a.110 behandeltem Brutsubstrat vollzog sich zwischen dem 35. und 41. Tag nach der Eiablage. Unbehandelte Insekten schlüpften in einem Zeitraum von 18 Tagen zwischen dem 31. und 49. Tag. Die in Abbildung 34 gegenübergestellten Schlupfraten veranschaulichen die Wirkung der Pilzbehandlung. Zieht man die Ergebnisse des Chi2-Tests (s. Anhang Tabelle A-5) in Betracht, so führte eine Oberflächenbehandlung des Brutsubstrates mit M.a.110 zu einer signifikant höheren präimaginalen Mortalität. Die Schlupfraten von B.ba.56 und Paec.f.10 sind auf statistisch gleichem Niveau, unterscheiden sich jedoch signifikant zur Kontrolle.


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Abb. 34: Einfluß der Oberflächenbehandlung von Brutsubstrat auf die Schlupfrate der Imagines von P. interpunctella

Aufgrund der unterschiedlichen Wirksamkeit der Pilze waren auch bei der Lebensdauer geschlüpfter Falter Differenzen zwischen den Varianten feststellbar. Die Erhebungen zur imaginalen Entwicklung des Schädlings sind in der Tabelle 15 zusammengefaßt.

Die Verpilzungsraten der geschlüpften Falter nach dem Passieren der mit Pilzsporen besprühten Substratoberfläche zeigen statistisch gesicherte Unterschiede in Abhängigkeit von der Kontaminierungsvariante (Ergebnisse des Chi2-Tests im Anhang Tabelle A-6). M.a.110 und B.ba.56 verursachten den höchsten Anteil verpilzter Imagines und führten bei Berücksichtigung der LT50-Werte sowie der dazugehörenden Vertrauensbereiche zu signifikant schnellerem Absterben der Imagines.

Tab. 15: Entwicklung der Imagines von P. interpunctella nach Schlupf aus Brutsubstrat mit unterschiedlicher Oberflächenbehandlung

Pilzbehandlung Anteil verpilzter Imagines (%) Maximale Lebensdauer (Tage) LT50 (Tage) Vertrauensbereich (Tage)
M.a.110 58,9 16 5,66 5,0 - 6,3
B.ba.56 54,7 16 5,75 5,1 - 6,4
Paec.f.10 35,0 16 7,76 7,2 - 8,4
Kontrolle   17 9,95 9,4 - 10,5


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Die Auswirkungen der Oberflächenbehandlung auf die Fekundität schlüpfender Weibchen sind in Tabelle 16 aufgelistet.

Zieht man die Ergebnisse der Varianzanalyse in Betracht, ergeben sich zwischen den Behandlungsvarianten in der Anzahl pro Weibchen gelegter Eier signifikante Unterschiede.

Bezüglich des Einflusses einer Oberflächenbehandlung auf die Mortalität von schlüpfenden Weibchen gelegter Eier können für die verwendeten Pilzstämme gegenüber der Kontrolle keine wesentlichen Unterschiede geltend gemacht werden.

Tab. 16: Einfluß der Pilz Behandlung der Substratoberfläche auf die Fekundität schlüpfender Weibchen sowie die Eimortalität

Behandlung Anzahl Eier je Weibchen Standart- abweichung 95% - Vertrauensbereich Eimortalität (%)
M.a.110 108 a 12,39 92,61 - 123,38 12
B.ba.56 142 b 15,26 123,04 - 160,95 9
Paec.f.10 162 c 9,14 150,56 - 173,34 13
Kontrolle 281 d 14,47 263,02 - 298,97 8

(signifikante Differenzen zwischen Werten mit verschiedenen Indizes, alpha = 0,05; n = 5)

5.7.3. Wirkung der Pilze nach Beimischung zum Brutsubstrat

In der Tabelle 17 werden die Schlupfraten der Dörrobstmottenimagines sowie die dazu gehörenden Wirkungsgrade für alle applizierten Ausgangskontaminationen aufgelistet. Die statistischen Vergleiche mittels Chi2-Test finden sich in Tabelle 18.

Die Populationsentwicklung von P. interpunctella wurde von den getesteten Pilzstämmen deutlich beeinflußt. In sämtlichen Behandlungsvarianten hatten sich erheblich weniger Insekten entwickelt als in der Kontrolle. Der Einsatz von M.a.110 verursachte Dezimierungseffekte, die sich bei Berücksichtigung der Ergebnisse des Chi2-Tests von den meisten Varianten signifikant unterschieden. Lediglich die Behandlung mit B.ba.56 war bei der Verwendung von Mandelbruch (M.bruch) auf statistisch gleichem Niveau. Die Verwendung von Mandelmehl (M.mehl) erbrachte bei den Behandlungsvarianten und der Kontrolle Ergebnisse, die einen signifikant negativen Einfluß auf die Populationsentwicklung erkennen lassen.


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Tab. 17: Wirkung der dem Brutsubstrat beigemischter Konidien von M. anisopliae 110 und B. bassiana 56 auf die Schlupfrate der Imagines von P. interpunctella

Behandlung Brutsubstrat Anteil geschlüpfter Imagines Wirkungsgrad
    (% angesetzter Eier)  
M.a.110 Mandelbruch 29 67
  Mandelmehl 11 84
       
B.ba.56 Mandelbruch 35 60
  Mandelmehl 17 75
       
Kontrolle Mandelbruch 88 -
  Mandelmehl 69 -

Tab. 18: Vergleich entomopathogener Pilzstämme hinsichtlich ihrer Wirkung auf die präimaginale Entwicklung von P. interpunctella nach Beimischung zum Brutsubstrat (Chi2-Test / 2 x 2 Kontingenztafelanalyse, für alpha = 0,05)

Behandlung   M.a.110 B.ba.56 Kontrolle
  Brutsubstrat M.bruch M.mehl M.bruch M.mehl M.bruch M.mehl
M.a.110 Mandelbruch - +   - + -
  Mandelmehl + - - + - +
               
B.ba.56 Mandelbruch   - - + + -
  Mandelmehl            
               
Kontrolle Mandelbruch + - + - - +
  Mandelmehl - + - + + -

(+ signifikante Differenzen beim paarweisen Vergleich; - ohne Vergleich)

Die unter Berücksichtigung der Sterblichkeit der unbehandelten Kontrolltiere berechneten Wirkungsgrade belegen bei den verwendeten Brutsubstraten für M.a.110 die höchste Wirksamkeit. In der Mandelmehlvariante hatten sich jedoch bei der B.ba.56-Kontaminierung mit durchschnittlich 16 adulten P. interpunctella deutlich weniger entwickelt, als bei M.a.110 kontaminiertem Mandelschrot mit 28 Faltern.

5.7.4. Wirksamkeit einer Pilzbehandlung unter Ausnutzung der Lockwirkung eines geeigneten Brutsubstrates

Aus Gefäßen mit losen unbehandelten Haferflocken schlüpften die meisten Dörrobstmotten. Von jeweils vier befruchteten Weibchen entwickelten sich durchschnittlich 165 Falter (Tab.19). Zieht man die Ergebnisse vorheriger Untersuchungen zur Entwicklung der Dörrobstmotten auf


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Mandelbruch in Betracht, zeigen sich jedoch deutliche Unterschiede in der natürlichen präimaginalen Mortalität, welche ein Hinweis dafür sind, daß der Schaden an unterschiedlichen Produkten sehr verschieden sein kann.

Die Schlupfraten aus verpacktem Mandelbruch waren mit durchschnittlich 144 Falter pro vier Weibchen ebenfalls gering, was jedoch mit dem mechanischen Schutz der Verpackung vor einer Invasion der Eilarven erklärt werden kann.

Wurden Haferflocken gleichzeitig mit geröstetem kontaminiertem Mandelbruch angesetzt (ger.M.bruch), kam es durch die Wirkung des behandelten Brutsubstratköders zu einem deutlichen Rückgang der Populationsentwicklung. Bei den Haferflocken-Varianten verringerte sich auf diese Weise die Anzahl pro Gefäß geschlüpfter adulter Dörrobstmotten von 82 auf 39. Betrachtet man die Anzahl geschlüpfter Falter je Versuchskäfig, kann man einen Rückgang von durchschnittlich 165 auf 59 verzeichnen.

Tab. 19: Wirksamkeit Pilz behandelter Brutsubstratköder auf die Populationsentwicklung von P. interpunctella

Behandlung ger.M.bruch verp.M.bruch Geschlechts-verhältnis * verp.M.bruch verp.M.bruch Geschlechts-verhältnis t-Test
Falter je Gefäß 10,5 60,25 0,52 69,5 74,5 0,47  
Falter je Käfig 70,75 144,0 sign.

Behandlung ger.M.bruch Haferflocken Geschlechts-verhältnis * Haferflocken Haferflocken Geschlechts-verhältnis t-Test
Falter je Gefäß 19,0 39,5 0,46 84,25 80,5 0,51  
Falter je Käfig 58,75 164,75 sign.

Wird verpackter Mandelbruch (verp.M.bruch) gleichzeitig mit geröstetem Pilz kontaminiertem Mandelbruch (ger.M.bruch) gelagert, ist die Lockwirkung des Brutsubstratköders auf befruchtete Weibchen als geringer einzuschätzen. Die Anzahl geschlüpfter Falter pro Verpackung verminderte sich von durchschnittlich 72 Falter auf 60 bei Vorhandensein von geröstetem Pilz kontaminiertem Mandelbruch.

Betrachtet man die Anzahl adulter Dörrobstmotten der Varianten mit geröstetem kontaminiertem Mandelbruch, lassen sich mit 10,5 und 19 Falter je Gefäß geringe Unterschiede in der Attraktanz loser Haferflocken und verpackter Mandeln erkennen.


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Haferflocken sind somit in Bezug auf die Nahrungsqualität für Plodia-Larven ein schlechtes Substrat und besitzen nur geringe ölfaktorische Lockwirkung auf die Weibchen.

Das Geschlechterverhältnis wurde durch das Brutsubstrat nicht beeinflußt (1:1).

5.7.5. Wirkung einer Konidienanwendung nach Oberflächenbehandlung von Verpackungsmaterial

Die durchgeführten Untersuchungen dienten einer zielgerichteten Anwendung der bei den Wirsamkeitsüberprüfungen auf Eier und schlüpfende Eilarven ermittelten Bekämpfungseffekte entomopathogener Pilze.

In Tabelle 20 werden die in Käfigversuchen ermittelten Bekämpfungsergebnisse der Pilzbehandlungen von Verpackungsmaterial aufgelistet.

Die Auswertung des zweifaktoriellen Versuches belegte signifikante Effekte der Pilzbehandlung und der Schaderregerdichte auf die Populationsentwicklung von P. interpunctella.

Generell war für die beiden Pilzbehandlungen bei sämtlichen Schaderregervarianten ein signifikanter Effekt auf die Populationsentwicklung von P. interpunctella feststellbar. Bei Berücksichtigung der Anzahl Larven pro Versuchskäfig geht aus der Behandlung der Pappkartons mit M.a.110 die größte Wirkung auf einen Befall der verpackten Ware hervor. Die Behandlungseffekte waren bei sämtlichen Schaderregerdichten auf dem signifikant höchsten Niveau.

Die Tabelle 20 verdeutlicht darüber hinaus einen von der Telmion-Behandlung verursachten Dezimierungseffekt auf die Populationsentwicklung von P. interpunctella.

Ein Vergleich der angesetzten Weibchen mit der Anzahl sich entwickelnder Larven verdeutlicht die erhöhte Wirksamkeit der Pilzbehandlungen bei geringerer Erregerdichte. So entwickelten sich lediglich acht Larven pro Weibchen, wenn die Pappkartons mit M.a.110 kontaminiert waren und in jedem Versuchskäfig zwei Dörrobstmottenweibchen freigelassen wurden. Beim Ansatz von acht Weibchen pro Versuchskäfig konnten hingegen durchschnittlich 34 Larven pro Weibchen nachgewiesen werden. Eine Erhöhung der Anzahl befruchteter Weibchen führte jedoch auch bei den unbehandelten Kontrollvarianten zu einer steigenden Anzahl von Dörrobstmottenlarven pro Weibchen. Die Ursache hierfür könnte in einer vermehrten Eizahl der durch die erhöhte Insektendichte gestreßten Weibchen liegen. Andererseits ist bei erhöhter Larven-dichte auch mit einer verstärkten Konkurenz zwischen den Tieren zu rechnen, die zu einer gesteigerten Larvenmortalität führen kann.


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Tab. 20: Wirksamkeit einer Pilzbehandlung von Verpackungsmaterial auf die Entwicklung von Plodia interpunctella

Behandlung Anzahl Weibchen Anzahl Larven

Anzahl Larven

  pro Käfig pro Käfig Anzahl Weibchen
M.a.110 2 16,0 8,0
  4 103,2 25,8
  8 271,2 33,9
       
B.ba.56 2 34,7 17,4
  4 135,5 33,9
  8 360,2 45,0
       
Telmion 2 71,5 35,8
  4 186,0 46,5
  8 518,4 64,8
       
Kontrolle 2 89,6 44,8
  4 210,0 52,5
  8 570,0 71,2

Die statistische Auswertung der Versuchsergebnisse belegten weiterhin signifikante Wechselwirkungen zwischen der Pilzbehandlung und der Anzahl an Dörrobstmottenweibchen.

Abb. 35: Wechselwirkungen zwischen der Schaderregerdichte und der Behandlung von Verpackungsmaterial mit entomopathogenen Pilzen


84

Die Differenzierung der Anzahl Larven pro Verpackung der einzelnen Behandlungsvarianten stieg mit erhöhter Anzahl befruchteter Weibchen pro Versuchskäfig deutlich an.

5.7.6. Übertragung der Konidien von M. anisopliae 110 unter Ausnutzung der Lockwirkung von Sexualpheromonen der Dörrobstmotte

Die Wirkungen entomopathogener Pilze auf die Nachfolgegeneration nach einer zum Zeitpunkt der Kopulation erfolgten Inokulation der Weibchen wurden bereits im Abschnitt 5.7.1 dargestellt. Es war das Ziel der vorliegenden Untersuchungen, die Möglichkeiten der Einführung und Übertragung hoch virulenter Pilzstämme bei adulten Dörrobstmotten zu überprüfen.

Die Untersuchungen erfolgten in Anlehnung an die von KELLEN und HOFFMANN (1987) sowie VAIL et al. (1993) entwickelten Methoden. Die Ergebnisse des Flugversuches finden sich in Abbildung 36.

Abb. 36: Übertragung der Konidien von M. anisopliae 110 auf Imagines der Dörrobstmotte unter Verwendung der Lockwirkung von Sexualpheromonen

Die Ergebnisse der Untersuchungen belegen eine hohe Männchen-Anlockungsrate der TDA-Pheromone bei Dörrobstmotten. Obwohl männliche und weibliche Puppen simultan angesetzt


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wurden, konnte in beiden Versuchsräumen bei einem hohen Anteil der adulten Männchen der Konidienstaub nachgewiesen werden.

Durch den gewählten Versuchsaufbau wurden im Verlauf der Untersuchungen die Konidien auf 54% bzw. 56% der adulten Weibchen übertragen. Die Differenzen im Anteil der Männchen mit nachweisbar anhaftenden Pilzsporen zwischen Versuchsraum A und B führten somit zu keinen nennenswerten Unterschieden bei den während der Kopulation inokulierten Weibchen.


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