| Bischoff, Reinhard: Untersuchungen zur Wirksamkeit insektenpathogener Pilze gegen die vorratsschädlichen Motten Ephestia kuehniella und Plodia interpunctella (Lepidoptera : Pyralidae) |
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Ausgehend von den erzielten Untersuchungsergebnissen können folgende Schlußfolgerungen gezogen werden:
Die Untersuchungen haben gezeigt, daß entomopathogene Pilze der Ordnung Hyphomycetales vorratsschädliche Insekten der Ordnung Lepidoptera infizieren können. Eine biologische Bekämpfung vorratsschädlicher Motten mit entomopathogenen Pilzen scheint somit grundsätzlich möglich.
Die Wirksamkeit der getesteten Pilze ist in hohem Maße von verschiedenen Infektionsparametern abhängig. Insbesondere die Virulenzeigenschaften der angewendeten Pilzstämme, der Einfluß der Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen sowie die Anfälligkeit der Wirtsinsekten bestimmen den Bekämpfungserfolg. Für die kommerzielle Nutzung ist die Untersuchung dieser Einflußfaktoren unabdingbar.
Entomopathogene Pilze sind häufig genetisch hoch variabel und ihre Virulenz nicht selten instabil. Das Auffinden von Pilzstämmen mit hoher Virulenz, die Virulenzsteigerung (z.B. durch Anzucht auf entsprechenden Nährböden) sowie Verfahren der Virulenzerhaltung (z.B. durch entsprechende Lagerung, Formulierung oder Durchlaufen einer
Wirtspassage) können einer Wirksamkeitsminderung entgegenwirken. In diesem Zusammenhang erscheint auch die gezielte Vorkultivierung der Isolate auf chitinhaltigen Nährböden einer weiteren Untersuchung wert.
Laboruntersuchungen zur Virulenz belegen für die Stämme M. anisopliae 110 und B. bassiana 56 gegenüber P. interpunctella unter lagerähnlichen Bedingungen eine hohe Wirksamkeit, wobei stadienbedingte Virulenzunterschiede zwischen den beiden Erregern nachweisbar sind. Die verringerte Wirksamkeit unter trockneren Bedingungen wird teilweise durch eine optimierte Anzucht ausgeglichen.
Einer weiteren Bearbeitung wert erscheinen Verbesserungen der Isolate durch gezielte Stammselektion und -zucht, insbesondere im Hinblick auf eine Langzeitwirkung unter trocknen Lagerbedingungen.
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Untersuchungen zum Einfluß von Formulierungen bestätigen die positive Wirkung von ölhaltigen Bestandteilen auf die Infektiosität der Pilze unter trocknen Bedingungen. Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den einzelnen Entwicklungsstadien resultieren aus dem von der Oberflächenbeschaffenheit der Wirtstiere abhängigen Anhaftungsvermögen der Sporen. Zur Verbesserung der Pilzpräparate im Hinblick auf eine erhöhte Infektiosität unter lagerähnlichen Bedingungen sowie auf eine erhöhte Umweltpersistenz sind weitere Tests vorzunehmen, welche zusätzliche Formulierungsbestandteile beinhalten.Unter dem Gesichtspunkt einer Verringerung der Fekundität von Dörrobstmottenweibchen muß die Inokulation der Pilze spätestens zum Zeitpunkt der Kopulation erfolgen. Zur Erzielung hoher Dezimierungsraten sind hohe Dosierungen erforderlich.
Die in Modellversuchen durchgeführten Einsatzerprobungen bestätigen eine ausreichende Wirksamkeit der eingesetzten Pilze gegenüber P. interpunctella nur bei Kombination verschiedener Behandlungsverfahren (z.B. Inokulation zum Zeitpunkt der Kopulation und nachfolgende Eiablage auf kontaminiertem Untergrund). Versuche in Mottenflugkäfigen mit behandeltem Verpackungsmaterial, die Verwendung von Pilz behandelten Brut- und Fraßlockstoffen sowie die Verwendung pheromonbeköderter Kontaminationsherde zeigen mögliche Einsatztechnologien auf.
Die Ergebnisse von Persistenzversuchen belegen für die getesteten Pilzsporen in Abhängigkeit von der verwendeten Formulierung eine Wirksamkeit für den Zeitraum von einer Lagerperiode. Zur Erzielung gleichbleibender Dezimierungseffekte ist eine entsprechend hohe Bemessung an Konidien für die Ausgangskontamination erforderlich.
Bevor der Einsatz entomopathogener Pilze gegen vorratsschädliche Insekten der Ordnung Lepidoptera empfohlen werden kann, müssen zur Unterlegung der Ergebnisse weitere praxisnahe Erprobungen durchgeführt werden, die vom Umfang her vollständige Läger erfassen und Vergleiche mit herkömmlichen Bekämpfungsmitteln zulassen. Einer weiteren Untersuchung wert erscheint außerdem die Prüfung der Pilzpräparate in Kombination mit chemischen Insektiziden.
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