Philipp, Ute: Charakterisierung von Heterosiseffekten für Wurfgröße bei der Maus durch DNA-Marker-Analysen

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Kapitel 1. Einleitung

Die erfolgreiche Nutzung der Heterosis in der Tierzüchtung setzt eine wirksame Selektion von zwei oder mehreren Populationen auf ihre spezielle Kombinationseignung voraus. Dies führt in der Nutztierzüchtung aufgrund der geringen Vermehrungsraten und des großen Generationsintervalls landwirtschaftlicher Nutztiere zu erheblichen organisatorischen und finanziellen Aufwendungen. Nach LEUTHOLD (1972) sollte somit versucht werden, mit Hilfe von biochemischen und genphysiologischen Kennwerten Hinweise auf Loci zu gewinnen, die für die wiederholte Auslösung von Heterosis bei ökonomisch relevanten Merkmalen von Interesse sind.

Zahlreiche Forschungsprogramme konnten die genetische, biochemische und physiologische Basis der Heterosis nicht ausreichend klären (z.B. SAX, 1923; HIERL, 1976; STUBER, 1986; MENG et al., 1996) . Eine exakte Vorhersage der Heterosis aus der phänotypischen Leistung der Elterntiere scheint nicht möglich (MOSER und LEE, 1994; GAVORA et al., 1996), so daß die Feststellung der speziellen Kombinationseignung über Testanpaarungen weiterhin notwendig ist. Die Auswahl der günstigsten Paarungspartner anhand eines molekulargenetischen Tests zur Marker-gestützten Vorhersage von Heterosis wäre von großem Interesse. In der Tierzüchtung wird zur Charakterisierung der Ursachen der Heterosis mittels DNA-Markern von BRUNSCH et al. (1994, 1995, 1997) ein Forschungsansatz beschrieben, der sich auf die zahlreichen verfügbaren Inzuchtlinien des Modelltieres Maus stützt.

Die vorliegende Arbeit ist Bestandteil eines längerfristigen Forschungsprojektes, das sich mit der molekulargenetischen Charakterisierung von unter Fruchtbarkeitsselektion stehenden Genloci am Modelltier Maus beschäftigt. Das Heterosisprojekt verfolgt das Ziel, geeignete Paarungspartner für Hybridzuchtprogramme mit Hilfe einer molekulargenetischen Analyse auszuwählen, d.h. Heterosiseffekte auf der Basis von Markergenen vorhersagen zu können (LEUTHOLD, 1993). Dazu werden DNA-Marker (Mikrosatelliten), die in zahlreichen Inzuchtlinien polymorph sind, an F2-Tieren verschiedener Inzuchtlinienkreuzungen typisiert. Das Promotionsprojekt beinhaltet die Auswertung der Inzuchtlinienkreuzung C57BL/6J x Balb/cJ mit dem Ziel, für Fruchtbarkeits-Heterosis relevante Chromosomenregionen zu ermitteln.


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Wed Dec 22 16:40:18 1999