Schleyer, Thomas: Untersuchungen zum Einfluß des Kälberaufzuchtverfahrens auf die Ontogenese des Sozialverhaltens heranwachsender Rinder



54

Kapitel 4. Ergebnisse

Die Ergebnisdarstellung basiert in ihrer Gliederung auf einer durchgehenden Struktur. Zunächst werden die witterungsseitigen Rahmenbedingungen des gesamten Versuchszeitraumes umrissen. Im Anschluß daran werden die Resultate zur Entwicklung der Tiere, sowie zur sozialen Aktivität vorgestellt, wobei separat nach Altersstufen vorgegangen wird. Als Altersstufen gelten die Kalb-, Jungrind- und Jungkuh- Phase. Sie werden durch das Absetzen der Kälber im achten Lebensmonat und die Abkalbung der Beobachtungstiere ab 24. Lebensmonat markiert.

Am Anfang jedes Kapitels werden zunächst die Sozialkontakte zu den gleichaltrigen Tieren besprochen. In der Kalb- Phase folgen die Kontakte zu den Müttern und in der Jungkuhphase die Kontakte zu den Nachkommen.

Nachfolgend werden die Tagessummen der Freß-, Liege- und Stehaktivität über den Lichttag hinweg dargestellt. Die Lichttagesrhythmik der verschiedenen Aktivitäten werden am Ende eines jeden Kapitels gezeigt und beschrieben.

4.1. Witterungsverhältnisse im Versuchszeitraum

Um die Klimaverhältnisse während der Untersuchungen charakterisieren zu können, wurde die Darstellung des Klimas nach Walter (1955) gewählt. Dabei erfolgt die Darstellung der Monatsmittel der Temperatur und der Niederschläge im Verhältnis von 1: 2. Aus dieser Abbildung lassen sich deutlich vorhandene Trockenperioden erkennen. Um Trockenperioden handelt es sich dann, wenn die Verlaufskurve der Niederschlagsmenge unterhalb der Verlaufskurve der Lufttemperatur fällt. Während der Untersuchungszeit trat dies im Juli 1994, im Oktober 1995 und im Juni 1996 auf (siehe Abbildung 1).


55

Abb. 1: Witterungsbedingungen während des Untersuchungszeitraumes (Mai 1994 bis Oktober 1996)

Abb. 2: Darstellung der Luftfeuchte und der Globalstrahlung über den gesamten Versuchszeitraum

Die Werte für die Luftfeuchte zeigen über den gesamten Versuchszeitraum eine geringe Schwankungsbreite. Der Kurvenverlauf für die Globalstrahlung hat im Juli 1994, im August 1995 und im Mai 1996 deutliche Spitzenwerte. Im November 1994 und vom Oktober 1995 bis Januar 1996 sind die Werte sehr gering.


56

4.2. Einfluß der Aufzuchtform in der Kalb- Phase

4.2.1. Lebendmasseentwicklung

In Tabelle 1 ist die Entwicklung der Lebendmassen beider Gruppen mit Maximal- und Minimalwerten dargestellt.

Tabelle 1: Entwicklung der Lebendmassen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 1. bis 8. Lebensmonat

Lebens-monat

Saugkälber

Tränkkälber


Mittelwert

in kg

Maximum

in kg

Minimum

in kg

Mittelwert

in kg

Maximum in kg

Minimum in kg

1. LM

59

68

49

62

96

54

2. LM

113

134

97

98

142

84

3. LM

153

182

130

122

169

94

5. LM

219

248

198

139

208

100

6. LM

247

276

222

162

232

128

8. LM

265

282

247

205

281

172

Die Entwicklung der absoluten Lebendmasse in den ersten acht Lebensmonaten während der Kalb- Phase weist deutliche Unterschiede zwischen beiden Tiergruppen auf. In der Tränkkälbergruppe liegen die Werte deutlich unter denen der Saugkälbergruppe (siehe Abbildung 3).

Abb. 3: Lebendmasseentwicklung in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 1. bis 8. Lebensmonat (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


57

Abb. 4: Konfidenzintervall (alpha= 0,05) der Lebenstagzunahmen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 1. bis 8. Lebensmonat

Auch in Abbildung 4 sind die Unterschiede in den Lebenstagzunahmen zwischen beiden Gruppen unverkennbar. Der Mittelwert liegt in der Tränkkälbergruppe bei ca. 595 g/Tier/Tag und in der Saugkälbergruppe bei ca. 1058 g/Tier/Tag. In der folgenden Abbildung ist ebenfalls ersichtlich, daß die Lebenstagzunahmen der Saugkälber erheblich über denen der Tränkkälber liegen.

Abb. 5: Entwicklung der Lebenstagzunahmen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Konfidenzintervall für alpha= 0,05) vom 1. bis 8. Lebensmonat


58

Die Tabelle 2 gibt den spezifischen Effekt der Aufzuchtvarianten in bezug zu den Lebenstagzunahmen an.

Tabelle 2: MCA - Werte für die Lebenstagzunahmen der ersten acht Lebensmonate


Saugkälber (n= 66)

Tränkkälber (n= 60)

Gesamtmittelwert in g

837,27

Effekt der Aufzuchtform in g

220,55

-242,61

Varianzanteil der Aufzuchtform

0,75

Erkennbar ist, daß die Zunahmen beider Gruppen um 463,16g/Tier/Tag auseinanderliegen. Der Varianzanteil der Aufzuchtform liegt bei 75%.


59

4.2.2. Sozialkontakte

4.2.2.1. Sozialkontakte zu gleichaltrigen Gruppenmitgliedern

4.2.2.1.1. Soziales Lecken

Die Summe aller sozialen Leckvorgänge, die in den Untersuchungsperioden während eines Lichttags beobachtet wurden, sind in Tabelle 3 dargestellt.

Tabelle 3: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

10

48


0,021*

Juli

2. LM

43

62

0,166


August

3. LM

58

38

0,481


Oktober

5. LM

28

35


0,173

November

6. LM

1

50


0,010*

Januar

8. LM

2

5

0,280


* = signifikante Unterschiede

Aus den Werten ist erkennbar, daß es in der Kalb- Phase nur im ersten und sechsten Lebensmonat signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen gibt. Mit Ausnahme des dritten Lebensmonats führten die Tränkkälber tendenziell häufiger soziale Leckkontakte untereinander aus (siehe Abbildung 6).

Abb. 6: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha=0,05)


60

4.2.2.1.2. Gegenseitiges Beriechen

Die Häufigkeit des gegenseitigen Beriechens wird in Tabelle 4 dargestellt.

Tabelle 4: Entwicklung der Häufigkeit des Beriechens von Gleichaltrigen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 1. bis 8. Lebensmonat

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

16

78


0,023*

Juli

2. LM

8

14

0,174


August

3. LM

7

7

0,860


Oktober

5. LM

5

8

0,339


November

6. LM

3

7

0,155


Januar

8. LM

1

0


0,341

* = signifikante Unterschiede

Diese Aktivität ist sehr gering. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen traten nur im ersten Lebensmonat auf, hier berochen sich die Tränkkälber deutlich häufiger als die Saugkälber. Schon ab zweiten Lebensmonat reduzierte sich die Art dieser Kontakte, ab dem achten Lebensmonat gehen sie dann ganz verloren.

Abb. 7: Entwicklung der Häufigkeit des Beriechens von Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha = 0,05)


61

4.2.2.1.3. Kopfreiben und Kopfauflegen bei Gleichaltrigen

Das Kopfauflegen bei Gleichaltrigen trat nur selten auf, das Kopfreiben hingegen bedeutend häufiger. Aus diesem Grunde werden diese Aktvitäten zusammengefaßt (Tabelle 6).

Tabelle 5: Häufigkeit des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Kopfreiben

Anzahl/Lichttag

Kopfauflegen

Anzahl/Lichttag



Saug-kälber

Tränk-kälber

Saug-kälber

Tränk-kälber

Juni

1. LM

14

21

1

0

Juli

2. LM

60

30

17

12

August

3. LM

113

48

7

0

Oktober

5. LM

28

18

3

2

November

6. LM

13

19

1

4

Januar

8. LM

5

9

0

1

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen traten nur im zweiten und dritten Lebensmonat auf. Bis dritten Lebensmonat stieg die Häufigkeit der Kontakte an, ab fünften Lebensmonat sank sie.

Tabelle 6: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

15

21

0,442


Juli

2. LM

77

42

0,031*


August

3. LM

120

48


0,042*

Oktober

5. LM

31

20

0,383


November

6. LM

14

23

0,350


Januar

8. LM

5

10

0,268


* = signifikante Unterschiede


62

Abb. 8: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform(Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.2.2.1.4. Spielerische Aktivitäten

Als spielerische Aktivitäten in der Kalb- Phase wurden das spielerische Hornen, das Aufreiten und die Bewegungsspiele in Tabelle 7 zusammengefaßt.

Tabelle 7: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

23

21

0,991


Juli

2. LM

43

31

0,466


August

3. LM

134

34


0,018*

Oktober

5. LM

67

40

0,322


November

6. LM

44

34

0,700


Januar

8. LM

10

16

0,339


* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Tiergruppen gab es nur im dritten Lebensmonat. Mit Ausnahme des achten Lebensmonats spielten die Saugkälber geringfügig häufiger miteinander.


63

Abb. 9: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint.alpha= 0,05)

4.2.2.1.6. Affiliative Kontakte

Zu affiliativen Aktivitäten werden die bereits besprochenen Sozialkontakte zusammengefaßt. Sozial bindende sind solche Kontakte, die die Bindung zwischen den einzelnen Individuen verstärken und gleichzeitig die Individualität der Einzeltiere bewahren.

Tabelle 8: Entwicklung der Häufigkeit von affiliativen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

64

168


0,014*

Juli

2. LM

177

149

0,785


August

3. LM

319

127


0,027*

Oktober

5. LM

131

103

0,611


November

6. LM

62

114

0,014*


Januar

8. LM

18

31

0,167


* = signifikante Unterschiede


64

Abb. 10: Entwicklung der Häufigkeit von affiliativen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen traten im ersten, dritten und sechsten Lebensmonat auf. Im ersten und sechsten Lebensmonat hatten die Tränkkälber häufiger affiliative Kontakte untereinander, als die Saugkälber. Im dritten Lebensmonat hatten die Saugkälber häufiger derartige Kontakte untereinander. In den übrigen Beobachtungsperioden unterschied sich die Häufigkeit affiliativer Kontakte nicht.

4.2.2.1.8. Gruppenhierarchie

Die Häufigkeit der Rangfolgeauseinandersetzungen ist in Tabelle 9 dargestellt.

Tabelle 9: Entwicklung der Rangfolgeauseinandersetzungen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahrschein-lichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

0

2


0,442

Juli

2. LM

7

25


0,074

August

3. LM

11

91


0,016*

Oktober

5. LM

3

8


0,173

November

6. LM

2

66


0,000*

Januar

8. LM

0

17


0,031*

* = signifikante Unterschiede


65

An den Werten in der Tabelle ist zu erkennen, daß in der Tränkkälbergruppe in den ersten acht Lebensmonaten deutlich mehr Rangfolgeauseinandersetzungen stattfanden. Signifikante Unterschiede traten im dritten, sechsten und achten Lebensmonat auf. Im zweiten und fünften Lebensmonat sind analoge Tendenzen vorhanden, die aber nicht signifikant sind.

Abb. 11: Zeitlicher Verlauf der Rangfolgeauseinandersetzungen in den ersten acht Lebensmonaten

4.2.2.1.9. Gesamtkontakte

Bei der Berechnung der gesamten Sozialkontakte wurden zusätzlich zu den affiliativen Kontakten, die Rangfolgeauseinandersetzungen, das Flehmen und das gemeinsame Liegen und Stehen einbezogen.

Tabelle 10: Entwicklung der gesamten Sozialkontakte zu Gleichaltrigen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahrschein-lichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

64

190


0,010*

Juli

2. LM

184

284

0,002*


August

3. LM

330

247

0,570


Oktober

5. LM

134

131

0,788


November

6. LM

64

180

0,000*


Januar

8. LM

18

60


0,008*

* = signifikante Unterschiede


66

Bis zum dritten Lebensmonat stieg die Anzahl der sozialen Kontakte in beiden Gruppen an, ab dem fünften Lebensmonat sank die Anzahl in beiden Gruppen gleichermaßen an. Untereinander hatten die Tränkkälber mit Ausnahme des dritten und fünften Lebensmonats signifikant mehr Kontakte als die Saugkälber. Im fünften Lebensmonat waren die Kontakte fast ausgeglichen.

Abb. 12: Entwicklung der Häufigkeit von Sozialkontakten insgesamt mit Gleichaltrigen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 1. bis 8. Lebensmonat (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.2.2.2. Sozialkontakte zu älteren Gruppenmitgliedern

Die Anzahl der Kontakte zu den eigenen Müttern in der Aufzuchtvariante "Saugkalb" und deren Aufgliederung in die einzelnen Verhaltensweisen sind in Tabelle 11 zusammengefaßt.

Tabelle 11: Anzahl verschiedener Sozialkontakte zur eigenen Mutter vom 1. bis 8. Lebensmonat

Monat

Lebens-monat

Sozialkontakte zur Mutter (gesamt)

Anzahl/Lichttag

saugen

Anzahl/

Lichttag

belecken/

beriechen

Anzahl/

Lichttag

Kopfreiben/-auflegen

Anzahl/

Lichttag

Gemeinsames Laufen/Stehen

Anzahl/

Lichttag

Aufreiten

Anzahl/

Lichttag

Juni

1.LM

187

96

27

17

47

0

Juli

2.LM

159

89

12

31

27

0

August

3.LM

172

88

10

32

42

0

Oktober

5.LM

99

44

17

20

18

0

November

6.LM

117

60

8

11

38

0

Januar

8.LM

21

13

1

3

4

0


67

Aus der Tabelle 11 ist zu erkennen, daß sich die meisten Kontakte zur Mutter auf die Nahrungsaufnahme beziehen. Ebenfalls sehr häufig tritt das gemeinsame Laufen und Stehen auf. Die Kategorien Belecken/ Beriechen der Mutter und das Kopf reiben bzw. Kopf auflegen auf der Mutter haben etwa die gleiche Häufigkeit. Aufreiten bei der eigenen Mutter und spielerisches Hornen mit der Mutter konnte nicht beobachtet werden.

Tabelle 12 zeigt die Anzahl der Sozialkontakte und die Aufteilung der einzelnen Verhaltensweisen zu den fremden Müttern.

Tabelle 12: Anzahl verschiedener Sozialkontakte zu fremden Müttern

Monat

Lebens-monat

Sozialkontakte zu fremden Müttern (gesamt)

Anzahl/Lichttag

fremd-saugen

Anzahl/Lichttag

belecken/

beriechen

Anzahl/

Lichttag

Kopfreiben/-auflegen

Anzahl/

Lichttag

Gemeinsames Laufen/Stehen

Anzahl/

Lichttag

Aufreiten

Anzahl/

Lichttag

Juni

1.LM

28

23

2

3

0

0

Juli

2.LM

63

55

2

4

2

0

August

3.LM

67

40

6

7

6

8

Oktober

5.LM

19

11

1

4

0

3

November

6.LM

32

22

3

2

5

0

Januar

8.LM

8

2

0

1

1

4

Die Hauptanteile an den Kontakten zu den fremden Müttern beziehen sich auf die Nahrungsaufnahme, d.h. das Fremdsaugen. Alle anderen Verhaltensweisen treten nur in geringem Maße auf. Das Kopfreiben bzw. das Kopfauflegen bei fremden Müttern tritt ebenso wie das Belecken und Beriechen in den ersten acht Lebensmonaten zwar mit geringer Häufigkeit, jedoch kontinuierlich auf. Spielerisches Hornen mit fremden Müttern konnte nicht beobachtet werden. Aufreiten allerdings fand nur bei fremden Müttern statt.

In den folgenden Abbildungen werden die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Kälber gegenüber den eigenen und fremden Müttern vergleichend dargestellt.


68

Abb. 13: Entwicklung der Häufigkeit des Saugens und dessen soziale Ausrichtung vom 1. bis 8. Lebensmonat

In Abbildung 13 erkennt man die allmähliche Abnahme des Saugens mit zunehmendem Lebensalter der Kälber. Dies betrifft sowohl das Saugen bei den eigenen als auch bei den fremden Müttern. Eine gewisse Ausnahme bildet der sechste Lebensmonat. Auffallend dabei ist, daß die Häufigkeit des Saugens und Fremdsaugens gleichermaßen in diesem Monat ansteigt.

Abb. 14: Entwicklung der Häufigkeit des Beleckens und Beriechens und dessen soziale Ausrichtung vom 1. bis 8. Lebensmonat


69

In Abbildung 14 wird deutlich, daß sich das Belecken und Beriechen vorwiegend auf die eigenen Mütter bezieht. Im achten Lebensmonat wurde es in bezug auf fremde Mütter gar nicht mehr beobachtet. Das Belecken und Beriechen der eigenen Mütter nahm vom ersten bis achten Lebensmonat fast kontinuierlich ab. Lediglich der fünfte Monat bildet eine Ausnahme.

Abb. 15: Entwicklung der Häufigkeit des Kopfreibens und -auflegens und dessen soziale Ausrichtung vom 1. bis 8. Lebensmonat

Kopfreiben bzw. -auflegen fand ebenfalls vorwiegend mit den eigenen Müttern statt (Abbildung 15). Auffallend ist, daß im dritten Lebensmonat das Kopfreiben und -auflegen bei den eigenen und auch bei den fremden Müttern einen Spitzenwert in der Häufigkeit erreicht.

Abbildung 16 zeigt, daß die Saugkälber in den ersten acht Lebensmonaten vor allem die Nähe der eigenen Mütter suchten. Das Stehen und Laufen mit fremden Müttern fand nur äußerst selten statt. Im ersten und fünften Lebensmonat der Kälber war es überhaupt nicht zu beobachten.


70

Abb. 16: Entwicklung der Häufigkeit des gemeinsamen Stehens und Laufens und dessen soziale Ausrichtung vom 1. bis 8. Lebensmonat

Abb. 17: Entwicklung der gesamten Sozialkontakte und deren soziale Ausrichtung vom 1. bis 8. Lebensmonat

In Abbildung 17 zeigt sich zusammenfassend, daß sich die Sozialkontakte der Saugkälber zu den Müttern hauptsächlich auf die eigenen Mütter beziehen. Im dritten Lebensmonat kommunizierten die Kälber sehr häufig mit den Müttern, sowohl mit der eigenen, als auch mit fremden Müttern. Auch der nochmalige Anstieg der Kontakte im sechsten Lebensmonat der Kälber tritt zu den eigenen und fremden Müttern auf.


71

4.2.2.3. Sozialkontakte insgesamt in der altersstrukturierten Aufzuchtgruppe

In Tabelle 13 werden die Häufigkeit der Sozialkontakte zu den gleichaltrigen Individuen mit der Anzahl der Kontakte zu den Müttern verglichen.

Tabelle 13: Entwicklung der Häufigkeiten von Sozialkontakten von Kälbern in der altersstrukturierten Aufzuchtgruppe zu Gleichaltrigen und Müttern vom 1. bis 8. Lebensmonat

Monat

Lebensmonat

Kontakte zur Altersgruppe

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Kalb

Mutterkuh




Anzahl/

Lichttag

Anzahl/

Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

64

215


0,000*

Juli

2. LM

184

222


0,183

August

3. LM

330

239


0,168

Oktober

5. LM

134

118


0,515

November

6. LM

64

149


0,002*

Januar

8. LM

18

29


0,423

* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede liegen im ersten und sechsten Lebensmonat vor. Im dritten Lebensmonat haben die Saugkälber untereinander erheblich mehr Kontakte als zu den Müttern, während die Kontakte im fünften Lebensmonat fast ausgeglichen sind (siehe Abbildung 18).

Abb. 18: Entwicklung der Häufigkeit von Sozialkontakten von Kälbern in der altersstrukturierten Aufzuchtgruppe zu Gleichaltrigen und Müttern vom 1. bis 8. Lebensmonat (Mittelwert und Konfidenzint. alpha= 0,05)


72

Die Kontakte zu den älteren, wie auch zu den gleichaltrigen Gruppenmitgliedern nahmen ab dem dritten Lebensmonat stark ab. Die Kontakte zu den Müttern stiegen im sechsten Lebensmonat nochmal an. Im dritten Lebensmonat ist die interindividuelle Schwankungsbreite unter den Saugkälbern relativ groß.

4.2.2.4. Sozialkontakte insgesamt in unterschiedlich altersstrukturierten Aufzuchtgruppen

Abschließend werden nun die Gesamtkontakte beider Gruppen für die Kalb- Phase miteinander verglichen. Die Tabelle 14 zeigt die gesamten Sozialkontakte, die in beiden Gruppen beobachtet wurden.

Tabelle 14: Entwicklung der sozialen Gesamtkontakte von Kälbern vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

279

190


0,012*

Juli

2. LM

406

284

0,017*


August

3. LM

557

247

0,004*


Oktober

5. LM

252

131

0,743


November

6. LM

213

180

0,009*


Januar

8. LM

47

60

0,000*


* = signifikante Unterschiede

Die Saugkälber hatten im Allgemeinen insgesamt mehr Sozialkontakte als die Tränkkälber. Die Unterschiede sind mit Ausnahme des fünften Lebensmonats alle signifikant. Zu entgegengesetzten Verhältnissen, jedoch auf deutlich niedrigerem Niveau, kommt es im achten Lebensmonat.


73

Abb. 19: Entwicklung der sozialen Gesamtkontakte von Kälbern vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Da für die Saugkälber die Häufigkeit des Saugens an der Mutter berücksichtigt wurde, jedoch das gleiche Verhaltenselement bei den Tränkkälbern nicht auftreten kann, sind in einen anderen Vergleich die Kontakte der Tränkkälber zum Tränkautomaten in den ersten drei Monaten mit einbezogen worden (Tabelle 15).

Tabelle 15: Entwicklung der sozialen Gesamtkontakte von Kälbern vom 1. bis 3. Lebensmonat unter Einbeziehung von Kontakten zum Tränkautomaten in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Anzahl/Lichttag

Tränkkälber

(mit Kontakten zum TA)

Anzahl/Lichttag

Irrtumswahr-scheinlichkeit

Juni

1. LM

279

306

0,343

Juli

2. LM

406

401

0,269

August

3. LM

557

523

0,844

Bezieht man die Kontakte zum Tränkautomaten mit ein, bestehen keine gesicherten Unterschiede zwischen den Aufzuchtvarianten. In beiden Gruppen steigt die Häufigkeit der Kontakte bis zum dritten Lebensmonat an. Die Kontakte in beiden Gruppen sind fast ausgeglichen.


74

4.2.2.5. Verhaltensstörungen

In Tabelle 16 wird die Entwicklung der Häufigkeit des gegenseitigen Besaugens dargestellt.

Tabelle 16: Entwicklung der Häufigkeit des gegenseitigen Besaugens vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Juni

1. LM

0

17

Juli

2. LM

6

110

August

3. LM

0

29

Oktober

5. LM

0

20

November

6. LM

0

0

Januar

8. LM

0

12

Aus der Tabelle ist ersichtlich, daß das Besaugen fast ausschließlich in der Tränkkälbergruppe auftrat. Einen Höhepunkt erreicht dieses Verhalten im zweiten Lebensmonat, zu einer Zeit, als die Tränkkälber noch am Automaten getränkt wurden. Die folgende Tabelle zeigt eine Analyse der beteiligten Kälber.

Tabelle 17: Häufigkeiten des Besaugens der Tränkkälber in den ersten drei Lebensmonaten in Abhängigkeit vom Individuum

Sau-gende Tiere

Besaugte Tiere


1805

1806

1807

1811

1819

1820

1825

1831

1833

1841

Sigma

1805


2

1

4


8



2


17

1806

35


7

5

3

10



1


61

1807

25



8

6


1


2


42

1811

24


4



3



3


34

1819

6


3

3


4

13


11


29

1820

30

1

2


1



2

4


40

1825

11


2

3

3

15



1


35

1831

11


3

1





1


16

1833

10


3

1

1

6





21

1841

9

1

2

1


1





14

Sigma

161

4

27

26

14

47

14

2

25

0


Aus der Tabelle kann man entnehmen, daß alle Tiere am Besaugen beteiligt waren. Bevorzugt von allen Tieren wurde das Tier Nr. 1805 besaugt. Mit Abstand am häufigsten saugte das Tier Nr. 1806, gefolgt von Nr. 1807 und Nr. 1820. Am wenigsten saugten die Tiere Nr. 1805, Nr. 1831 und Nr. 1841. Das Tier Nr. 1841 wurde von anderen Tieren überhaupt nicht besaugt, die Tiere Nr. 1806 und Nr. 1831 nur sehr wenig. Die größte


75

Spannbreite zwischen Besaugtwerden und Besaugen zeigt deutlich das Tier Nr. 1805. Bei dem Tier Nr. 1820 ist die Spannbreite zwischen Besaugen und Besaugtwerden am geringsten, ebenfalls sehr gering ist die Spannbreite bei dem Tier Nr. 1811.

4.2.3. Analysen der Verhaltensweisen

4.2.3.1. Saugen

Die Tränkkälber wurden nur drei Monate im Stall am Tränkeautomaten gehalten. Ein Vergleich ist deshalb nur für drei Monate möglich.

Tabelle 18: Entwicklung der Tagessummen für Saugen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

25

32

0,017*


Juli

2. LM

40

26

0,005*


August

3. LM

59

23

0,000*


Oktober

5. LM

26

0



November

6. LM

35

0



Januar

8. LM

10

0



* = signifikante Unterschiede

Im ersten Lebensmonat saugten die Tränkkälber länger als die Saugkälber. Ab zweiten Lebensmonat war es umgekehrt. Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren in den vergleichbaren Monaten signifikant.

Neben dem Saugen wurde für die Tränkkälber die Dauer des Leersaugens (Saugen am Nuckel des Automaten ohne Anspruch) und die Dauer des gegenseitigen Besaugens untersucht (Tabelle 19).


76

Tabelle 19: Entwicklung der Zeitsumme für Saugen, Leersaugen und Besaugen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebens-monat

Saugen + Leersaugen

min./Lichttag

Besaugen

min./Lichttag

Saugaktivität insgesamt

min./Lichttag



Tränk-kälber

Saug-kälber

Tränk-kälber

Saug-kälber

Tränk-kälber

Saug-kälber

Juni

1. LM

(34)

32+2

25

1

0

35

25

Juli

2. LM

(31)

26+5

40

9

\|[ap ]\|0

40

40

August

3. LM

(36)

23+13

59

9

0

45

59

Oktober

5. LM

0

26

4

0

4

26

November

6. LM

0

35

0

0

0

35

Januar

8. LM

0

10

2

0

2

10

Berücksichtigt man Leer- und Besaugen in der Saugeaktivität, so ergibt sich, daß die Tränkkälber im ersten Lebensmonat die Saugdauer der Saugkälber übertreffen und im zweiten Lebensmonat die Saugaktivität ausgleichen können. Im dritten Lebensmonat ist die Saugdauer der Saugkälber deutlich länger (Abbildung 20).

Abb. 20: Entwicklung der Zeitsumme für Saugen, Leersaugen und Besaugen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


77

4.2.3.2. Fressen

In Tabelle 20 sind die Werte für die Dauer des Fressens angegeben.

Tabelle 20: Entwicklung der Tagessummen für das Fressen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

276

113


0,000*

Juli

2. LM

343

207


0,000*

August

3. LM

397

354


0,013*

Oktober

5. LM

406

364


0,005*

November

6. LM

401

380


0,229

Januar

8. LM

379

382


0,827

* = signifikante Unterschiede

Vom ersten bis sechsten Lebensmonat fraßen die Saugkälber länger als die Tränkkälber. Im achten Lebensmonat glich sich die Freßdauer in beiden Gruppen fast an. Hochsignifikante Unterschiede gab es im ersten, zweiten, dritten und fünften Lebensmonat.

Abb. 21: Entwicklung der Tagessummen für das Fressen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Abbildung 21 zeigt den allmählichen Anstieg der Dauer des Fressens mit zunehmendem Alter. Die Saugkälber setzen auf deutlich höherem Niveau ein. In den ersten fünf Lebensmonaten fraßen die Saugkälber deutlich länger, ab dem sechsten und achten Lebensmonat war die Freßdauer in beiden Gruppen ausgeglichen.


78

4.2.3.3. Liegen

Tabelle 21 stellt die Entwicklung des Liegens vom 1. bis 8. Lebensmonat dar.

Tabelle 21: Entwicklung der Tagessummen für das Liegen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

568

678


0,000*

Juli

2. LM

530

623


0,000*

August

3. LM

370

253


0,000*

Oktober

5. LM

223

229


0,562

November

6. LM

102

93


0,425

Januar

8. LM

5

60


0,000*

* = signifikante Unterschiede

Tränkkälber liegen in den ersten zwei Lebensmonaten signifikant länger als Saugkälber. Ab dritten Lebensmonat geht das Niveau der Liegeaktivität deutlich zurück, die Relation zwischen den Aufzuchtvarianten kehrt sich um bzw. geht bei weiter sinkender Liegedauer verloren. Zum Ende der Kalb- Phase bleibt die Liegedauer bei Tränkkälbern auf signifikant höherem Niveau im Vergleich zu Saugkälbern.

Abb. 22: Entwicklung der Tagessummen für das Liegen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


79

4.2.3.4. Stehen

In Tabelle 22 ist die Entwicklung der Stehdauer in den ersten acht Lebensmonaten aufgezeigt.

Tabelle 22: Entwicklung der Tagessummen für das Stehen vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Saugkälber

Tränkkälber

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juni

1. LM

32

25


0,049*

Juli

2. LM

39

48


0,050*

August

3. LM

85

107


0,009*

Oktober

5. LM

33

121


0,000*

November

6. LM

81

122


0,000*

Januar

8. LM

161

89


0,000*

* = signifikante Unterschiede

Beide Gruppen unterscheiden sich im zeitlichen Umfang ihrer Stehdauer während der gesamten Kalb- Phase. Diese Unterschiede sind jedoch nicht gleichgerichtet. Im Verlauf der Altersentwicklung der Kälber nimmt in der Grundtendenz die Stehdauer zu (Abbildung 23), wobei sich auch Differenzierungen zwischen den Varianten zeigen.

Abb. 23: Altersabhängige Tagessummen des Stehens vom 1. bis 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


80

Die Tagessummen der Saugkälber stiegen vom ersten bis dritten Lebensmonat und nochmals vom fünften bis achten Lebensmonat an. Die Tagessummen der Tränkkälber stiegen vom ersten bis sechsten Lebensmonat an und fallen zum achten Lebensmonat hin leicht ab.


81

4.2.4. Verhaltensrhythmik

4.2.4.1. Klimaverhältnisse in der Kalb- Phase

Abbildung 24 zeigt die Werte für die Luftfeuchte, die Lufttemperatur, die Windgeschwindigkeit und die Globalstrahlung, die an den Beobachtungstagen in den beiden Gruppen auftraten. Auf Grundlage dieser Klimawerte können Rückschlüsse auf Verhaltensunterschiede gezogen werden, die möglicherweise durch die Witterungsbedingungen hervorgerufen wurden.

Abb. 24: Vergleich der Klimaverhältnisse an den Beobachtungstagen für den Beobachtungszeitraum vom 1. bis 8. Lebensmonat (Saugkälber: rot; Tränkkälber: grün)


82

Unterschiede traten bei der Luftfeuchte im August und Oktober 1994 und bei der Globalstrahlung, ebenfalls im August und im Oktober 1994 auf. Die Lufttemperatur und die Windgeschwindigkeit sind nahezu gleich. Im achten Lebensmonat fiel die Klimastation aus, so daß keine gemessenen Werte vorliegen. Während des Beobachtungszeitraumes herrschten winterliche Bedingungen mit starkem Frost und starkem Wind.

4.2.4.2. Saugen

1. Lebensmonat

Die Aktivitätskurve der Tränkkälber liegt über der der Saugkälber (Abb. 25). Insgesamt nahmen die Tränkkälber sechs Saugzeiten in Anspruch. Die erste Saugzeit lag zwischen 4.45 und 6.15 Uhr, die zweite zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, die dritte zwischen 10.00 und 12.00 Uhr, zwischen 14.15 und 15.15 Uhr, zwischen 18.00 und 19.00 Uhr und von 20.00 bis 20.45 Uhr. Die Saugperioden lagen bei den Saugkälbern etwa zur gleichen Zeit. Jedoch ist die Aktivitätskurve flacher, da die Kälber zu jeder beliebigen Tageszeit an ihren Müttern saugen konnten und dadurch keine so deutlich ausgeprägten Aktivitätsgipfel entstanden.

Abb. 25: Tageszeitlicher Verlauf des Saugens von Kälbern im 1. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


83

2. Lebensmonat

Bei den Tränkkälbern sind über den Tag verteilt sieben Tränkzeiten erkennbar (Abb. 26). Die erste Tränkzeit liegt zwischen 3.00 und 4.30 Uhr, die zweite zwischen 6.30 und 7.00 Uhr, die dritte zwischen 8.00 und 8.15 Uhr, die vierte zwischen 11.00 und 11.30 Uhr, die fünfte zwischen 13.45 und 14.45 Uhr, die sechste zwischen 17.30 und 18.00 Uhr und die siebte zwischen 20.00 und 20.45 Uhr. Allerdings zeigt sich im Vergleich zum ersten Lebensmonat, daß sich die Länge der Saugperioden verringert hat. Die Kurve der Saugkälber zeigt Unterschiede zu der der Tränkkälber. In der Zeit von 4.00 bis 7.00 Uhr ist zu erkennen, daß zu dieser Zeit die Kälber nacheinander bei ihren Müttern saugten. Nach dieser Zeit sind nur noch einzelne Saugakte zu verzeichnen. Von 11.30 bis 13.15 Uhr und von 14.00 bis 15.00 Uhr ist die nächste Saugzeit erkennbar. Circa 16.15 Uhr beginnt die dritte Saugperiode, allerdings erst sehr zögerlich; zwischen 18.15 und 19.00 Uhr findet sie ihren Höhepunkt. Zwischen 19.45 und 21.15 Uhr erfolgt noch einmal eine Saugzeit. Verschiebungen zu den Tränkkälbern gibt es zwischen 7.45 und 8.30 Uhr, zwischen 10.45 und 11.30 Uhr, zwischen 15.45 und 16.15 Uhr und zwischen 17.15 und 18.15 Uhr in denen die Tränkkälber im Gegensatz zu den Saugkälbern Saugperioden hatten. Zwischen 12.00 und 13.15 Uhr und zwischen 18.15 und 19.00 Uhr haben die Saugkälber Saugzeiten, die Tränkkälber aber nicht.

Abb. 26: Tageszeitlicher Verlauf des Saugens von Kälbern im 2. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


84

3. Lebensmonat

Im dritten Lebensmonat weisen beide Gruppen mehr Gemeinsamkeiten auf (Abb. 27). Deutliche Unterschiede liegen noch zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, zwischen 13.45 und 15.15 Uhr und zwischen 17.00 und 18.00 Uhr, in der die Tränkkälber saufen. Zwischen 10.00 und 11.00 Uhr und zwischen 15.30 und 16.15 Uhr saugten die Saugkälber. Beide Gruppen haben gemeinsam zwischen 19.45 und 20.45 Uhr eine stark ausgeprägte Saugspitze.

Abb. 27: Tageszeitlicher Verlauf des Saugens von Kälbern im 3. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

5. Lebensmonat

Im fünften Lebensmonat sind für die Saugkälber nur noch zwei Sauggipfel zu erkennen (Abb. 28). Zwischen 11.00 und 12.45 Uhr und zwischen 15.45 und 16.15 Uhr sind stärkere Saugzeiten zu verzeichnen. Ansonsten verteilt sich die Saugaktivität über den ganzen Tag, jedoch gegenüber den früheren Lebensmonaten mit geringerer Intensität.

6. Lebensmonat

Stärker ausgeprägte Saugzeiten liegen zwischen 9.00 und 10.00 Uhr, zwischen 11.00 und 11.30 Uhr, zwischen 13.00 und 13.30 Uhr, zwischen 14.00 und 14.45 Uhr und zwischen 15.30 und 16.00 Uhr (Abb. 28).

8. Lebensmonat

In diesem Lebensmonat sind nur noch zwischen 10.30 und 11.00 Uhr und zwischen 14.30 und 15.00 Uhr Sauggipfel zu verzeichnen, jedoch nur noch mit geringerer Intensität (Abb. 28).


85

Abb. 28: Tageszeitlicher Verlauf der Saugens der Saugkälber vom 5. bis zum 8. Lebensmonat


86

4.2.4.3. Fressen

Um die einzelnen Beobachtungsmonate besser analysieren und erklären zu können, werden sie gemäß der Jahreszeiten zusammengefaßt. Der erste, zweite und dritte Lebensmonat der Kälber wurden zum Sommer 1994 und der fünfte und sechste Lebensmonat wurden zum Herbst 1994 zusammengefaßt.

Der achte Lebensmonat wird, als Beispiel für den Winter 1995, eigenständig betrachtet.

Sommer 1994

Im ersten Lebensmonat sind erhebliche Unterschiede zwischen den Gruppen zu erkennen. Der Kurvenverlauf der Saugkälbergruppe liegt deutlich über dem der Tränkkälber. Die zeitliche Struktur zeigt Gemeinsamkeiten. In der Saugkälbergruppe werden fünf große Freßperioden deutlich. Sie weisen eine Dauer von eins bis zwei Stunden auf. Die erste Periode beginnt in den frühen Morgenstunden, die übrigen sind mit einem Abstand von drei Stunden über den ganzen Tag verteilt. Die längste Periode liegt zwischen 17.45 Uhr und 20.45 Uhr mit einer geringen Abschwächung zwischen 19.00 und 20.00 Uhr. Diese Periode ist auch für die Tränkkälbergruppe charakteristisch, wenn auch nicht so deutlich ausgeprägt. Auffallend ist, daß die Freßperioden der Tränkkälber nicht nur flacher, sondern auch kontinuierlicher im Tagesverlauf verteilt sind. Die Periodik ist nicht so deutlich ausgeprägt.

Abb. 29: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Kälbern im 1. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im zweiten Lebensmonat ist erneut festzustellen, daß die Amplitude der Tagesperiodik der Saugkälbergruppe über der der Tränkkälbergruppe liegt (Abb. 30). Der Unterschied hat sich jedoch erheblich verringert. Die Anzahl der Freßperioden ist gleich bzw. hat sich angenähert. Auch die Freßpausen liegen fast zu gleichen Zeitpunkten. Lediglich eine leichte Ver-


87

schiebung zwischen den Freßperioden um eine halbe bis dreiviertel Stunde ist zu bemerken.

Abb. 30: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Kälbern im 2. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Auch im dritten Lebensmonat hat sich die Kurve weiter angeglichen (Abb. 31). Erstmals liegt die Amplitude der Tagesperiodik der Tränkkälber streckenweise über der der Saugkälber. Ein Unterschied liegt zwischen 7.00 Uhr und 8.45 Uhr. In diesem Zeitraum legen die Saugkälber eine Pause ein, die Tränkkälber dagegen fressen weiter. Ebenso auffällig ist der Unterschied zwischen 12.15 und 13.00 Uhr; auch in dieser Zeit fraßen die Tränkkälber, während die Saugkälbergruppe pausiert.

Abb. 31: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Kälbern im 3. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


88

Herbst 1994

Die Tagesperiodik der Tränkkälber ist im fünften Lebensmonat extremer ausgeprägt als bei den Saugkälbern (Abb.: 32). Der Verlauf der Tagesperiodik war weitgehend gleich. Drei Hauptfreßschübe sind über den Tag hinweg gleichmäßig verteilt. Zwischen 8.30 und 9.00 Uhr beginnen beide Gruppen ihre erste Freßpause. Ein merklicher Unterschied liegt zwischen 11.15 und 12.15 Uhr. Tränkkälber grasten mit zunehmender Aktivität , während die Saugkälber ihre Freßaktivität verringern. Bei beiden Gruppen ist in den Nachmittagsstunden bis in die Dämmerung hinein (17.00 Uhr) eine lange Freßperiode vorhanden.

Abb. 32: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Kälbern im 5. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


89

Im sechsten Lebensmonat ist die Amplitude der Freßperiodik der Tränkkälber zwischen 07.30 und 10.30 Uhr stärker ausgeprägt (Abb. 33). Deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen gibt es nur zwischen 11.00 und 12.30 Uhr. Die Freßperiodik beider Gruppen ist im sechsten Lebensmonat nahezu gleich.

Abb. 33: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Kälbern im 6. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Winter 1995

Die beiden Gruppen fressen über den ganzen Tag hinweg (Abb. 34). Eine Pause liegt bei den Tränkkälbern zwischen 11 und 13 Uhr, bei den Saugkälbern liegt sie zwischen 12.15 und 12.45 Uhr und zwischen 14.45 und 15.15 Uhr. Die Tränkkälbergruppe legte in den Nachmittagsstunden keine weitere Freßpause ein. Die beiden Gruppen fraßen bis in die Dunkelheit hinein.

Abb. 34: Tageszeitlicher Verlauf der Fressens von Kälbern im 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


90

4.2.4.4. Liegen

Sommer 1994

Die Abbildung 35 zeigt den Verlauf des Liegens beider Gruppen für den ersten Lebensmonat.

Abb. 35: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 1. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im ersten Lebensmonat liegen beide Gruppen sehr oft. Eine Liegepause gab es zwischen 6.00 und 7.15 Uhr sowie in der Tagesmitte bei den Tränkkälbern. Bei den Saugkälbern lag der Einschnitt zwischen 5.15 und 6.00 Uhr. Von 18.45 Uhr an bis Beobachtungsende lagen beide Gruppen weniger.

Abb. 36: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 2. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


91

Auch im zweiten Lebensmonat sind Unterschiede zwischen den beiden Gruppen zu erkennen. Deutliche Unterschiede liegen zwischen 3.30 und 6.00 Uhr und zwischen 13.30 und 14.30 Uhr. Die Tränkkälber liegen viel öfter als die Saugkälber. Ansonsten sind die Kurven sehr ähnlich. Die zeitliche Struktur unterscheidet sich nur sehr wenig.

Für den dritten Lebensmonat ist nur ein Unterschied zu erkennen, der im Zeitraum zwischen 7.15 und 9.30 Uhr liegt (Abb. 37). In dieser Zeit haben die Saugkälber eine Liegeperiode, während die Tränkkälber aktiv sind. Eine Liegeperiode für beide Gruppen ist zwischen 12.30 und 15.30 Uhr. Weitere Unterschiede sind nicht festzustellen.

Abb. 37: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 3. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


92

Herbst 1994

Bis ca. 11.00 Uhr war die Rhythmik in beiden Gruppen weitgehend gleich. Deutliche Unterschiede traten im fünften Lebensmonat zwischen 11.30 und 16.00 Uhr auf. Die Saugkälber lagen von 11.30 bis 14.00 Uhr und die Tränkkälber von 14.00 bis 15.00 Uhr (Abb. 38).

Abb. 38: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 5. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im November 1994 war für die Saugkälber eine ausgedehnte Liegeperiode feststellbar zwischen 10.30 und 13.00 Uhr. Die Tränkkälber hatten keine Liegeperiode vorzuweisen (Abb. 39).

Abb. 39: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 6. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


93

Winter 1995

Im achten Lebensmonat hatten die Tränkkälber eine Liegeperiode zwischen 10.45 Uhr und 13.30 Uhr. Die Saugkälber legten im Tagesverlauf keine Liegeperiode ein (Abb. 40).

Abb. 40: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Kälbern im 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

4.2.4.5. Stehen

Sommer 1994

Im ersten Lebensmonat sind keine deutlichen Stehperioden erkennbar.

Abb. 41: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 1. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


94

Unterschiede im Tagesgang zwischen beiden Gruppen sind kaum zu erkennen, jedoch ist die Verlaufskurve der Tränkkälbergruppe ein wenig höher, als die der Saugkälber. Im zweiten Lebensmonat zeigen sich zwischen beiden Gruppen deutlichere Unterschiede auf (Abb. 42). Die Amplituden der Periodik sind stärker ausgeprägt als im ersten Lebensmonat. Unterschiede gibt es vor allem zwischen 6.30 und 7.15 Uhr. In dieser Zeit standen in der Saugkälbergruppe mehr Kälber. Zwischen 5.00 und 6.00 Uhr, zwischen 8.00 und 9.00 Uhr, zwischen 10.00 und 11.00 Uhr, zwischen 14.00 und 16.30 Uhr und zwischen 18.00 und 19.00 Uhr standen die Tränkkälber häufiger, als die Saugkälber. Deutlich sind diese Unterschiede allerdings nicht.

Abb. 42: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 2. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im August 1994 (dritter Lebensmonat) treten das erste Mal erhebliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen auf (Abb. 43). Die Verlaufskurve ist deutlich höher geworden. Zwischen 6.45 und 9.00 Uhr haben die Tränkkälber das erste Mal eine ausgedehnte Stehphase, die bei den Saugkälbern nahezu fehlt. Weiterhin standen zwischen 11.30 und 13.00 Uhr die Tränkkälber deutlich häufiger und länger. Kleine Unterschiede zugunsten der Saugkälber treten zwischen 13.15 und 13.45 Uhr und zwischen 17.15 und 17.45 Uhr auf.


95

Abb. 43: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 3. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Herbst 1994

In Abbildung 44 sind für beide Gruppen Stehperioden zu erkennen. Allerdings dauern die Stehperioden der Tränkkälber länger.

Abb. 44: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 5. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die zeitliche Struktur ist zwischen beiden Gruppen erneut verschoben. Ausgiebige Stehperioden weisen wieder nur die Tränkkälber auf. Die Amplitude der Verlaufskurve der Tränkkälber ist stärker ausgeprägt als die der Saugkälber. Nennenswerte Unterschiede gibt es zwischen 7.30 und 9.30 Uhr und zwischen 12.00 und 13.00 Uhr. Die Saugkälber weisen nur


96

zwischen 11.00 und 12.00 Uhr und zwischen 15.00 und 16.00 Uhr zwei kurze Stehperioden auf.

Abb. 45: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 6. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Auch im sechsten Monat gab es Unterschiede zwischen beiden Gruppen (Abb. 45). Vor allem zwischen 11.30 Uhr bis zum Beobachtungsende unterscheiden sich beide Gruppen deutlich. Für die Tränkkälber sind ausgeprägte Stehperioden zu erkennen, während die Saugkälber nur eine kurze Stehperiode zwischen 14.15 und 14.45 Uhr hatten.

Winter 1995

Die Tränkkälber legten im Winter 1995 ausgiebige Stehperioden ein, die Saugkälber dagegen nur zwischen 9.30 und 10.30 Uhr (Abb. 46). Eine lange Stehperiode mit kurzen Unterbrechungen hatten die Tränkkälber zwischen 10.30 und 13.15 Uhr. Kürzere Stehphasen waren zwischen 8.15 und 8.45 Uhr, zwischen 15 und 15.30 Uhr und zwischen 16.15 und 16.45 Uhr. Nicht nur, daß die Tränkkälber häufiger Stehperioden hatten, die auch länger dauerten, sie sind auch in ihrer Rhythmik denen der Saugkälber gegensätzlich, besonders zwischen 10.45 und 13.00 Uhr.


97

Abb. 46: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Kälbern im 8. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


98

4.3. Einfluß der Aufzuchtform in der Jungrind- Phase

Im folgenden Abschnitt, wie auch in den späteren Kapiteln werden die ehemaligen Saugkälber als Jungrinder (S) und die ehemaligen Tränkkälber als Jungrinder (T) bezeichnet.

4.3.1. Lebendmasseentwicklung

Tabelle 23 zeigt die Entwicklung der Lebendmasse in beiden Versuchsgruppen in der Jungrind- Phase.

Tabelle 23: Entwicklung der Lebendmassen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Lebens-monat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)


Mittelwert

in kg

Maximum

in kg

Minimum

in kg

Mittelwert

in kg

Maximum in kg

Minimum in kg

9. LM

300

336

280

239

319

196

11. LM

321

353

305

282

360

241

12. LM

353

387

327

324

396

287

14. LM

395

440

375

361

435

325

15. LM

415

443

386

382

477

322

17. LM

441

486

419

425

500

377

18. LM

471

514

443

432

504

393

21. LM

508

560

469

457

546

409

23. LM

506

565

481

439

533

400

Auch in der Jungrind- Phase liegt die absolute Lebendmasse der Jungrinder (T) unter der Lebendmasse der Jungrinder (S) (Abbildung 47).

Abb. 47: Entwicklung der Lebendmassen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 9. bis 23. Lebensmonat (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


99

In beiden Gruppen steigt die Lebendmasse mit zunehmendem Alter kontinuierlich an. Die Spannweite zwischen Maximum und Minimum ist in der Jungrinder (T)- Gruppe erheblich größer als in der Jungrinder (S)- Gruppe.

Abb. 48: Konfidenzintervall (alpha=0,05) der Lebenstagzunahmen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Aus dieser Abbildung ist ersichtlich, daß die Lebenstagzunahmen der Jungrinder (T), über die gesamte Jungrind- Phase berechnet, deutlich unter der der Jungrinder (S) liegen. Die Lebenstagzunahmen der Jungrinder (T) liegen bei ca. 705 g/Tier/Tag und die der Jungrinder (S) bei ca. 848 g/Tier/Tag. In der folgenden Abbildung ist zu erkennen, daß die Lebenstagzunahmen der Jungrinder (T), monatlich berechnet, deutlich unter den Zunahmen der Jungrinder (S) liegen.


100

Abb. 49: Entwicklung der Lebenstagzunahmen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Konfidenzintervall für alpha=0,05) vom 9. bis 23. Lebensmonat

Tabelle 24 gibt den spezifischen Effekt der Aufzuchtvariante in bezug zu den Lebenstagzunahmen an.

Tabelle 24: MCA- Werte für die Gewichtsentwicklung vom 9. bis 23. Lebensmonat


Jungrinder (S) (n= 66)

Jungrinder (T) (n= 60)

Gesamtmittelwert in g

776,30

Effekt der Aufzuchtform in g

57,84

-63,62

Varianzanteil der Aufzuchtform

0,767

Die Differenz in den Zunahmen beider Gruppen liegt bei 121,46 g/Tier/Tag. Der Varianzanteil der Aufzuchtform liegt bei 77%.


101

4.3.2. Sozialkontakte

Den Beginn dieser Altersstufe markiert das Absetzen, infolge dessen richten sich die Sozialkontakte nur auf gleichaltrige Gruppenmitglieder.

4.3.2.1. Soziales Lecken

In Tabelle 25 sind die Häufigkeiten des sozialen Leckens vom 9. bis zum 23. Lebensmonat dargestellt.

Tabelle 25: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

26

26


0,864

April

11.LM

29

49

0,117


Mai

12.LM

38

43

0,498


Juli

14.LM

32

81


0,042*

August

15.LM

53

64


0,484

September

16.LM

28

9


0,070

Oktober

17.LM

40

33

0,812


November

18.LM

26

24

0,973


Januar

20.LM

0

1


0,343

Februar

21.LM

7

15


0,302

April

23.LM

26

27

0,769


* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen treten nur im 14. Lebensmonat auf. In den anderen Lebensmonaten bestehen keine gesicherten Unterschiede. Die Differenzen zwischen den Gruppen sind in diesem Versuchszeitraum nicht gleich gerichtet. Sehr deutlich sind die Unterschiede in der folgenden Abbildung zu erkennen. Der 14. Lebensmonat, als einziger Lebensmonat mit signifikantem Unterschied fällt ebenso auf, wie der 16. Lebensmonat, in dem zwischen beiden Gruppen kein gesicherter Unterschied besteht, aber eine Tendenz erkennbar ist.


102

Abb. 50: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Bei den Jungrindern (T) ist eine Zunahme der Leckkontakte bis zum 14. Lebensmonat zu erkennen. Zwischen 14. und 20. Lebensmonat nimmt die Anzahl der Leckkontakte in beiden Gruppen erheblich ab, ehe sie ab 21. Lebensmonat wieder ansteigt.

4.3.2.2. Gegenseitiges Beriechen

Tabelle 26 zeigt die Anzahl der Beriechkontakte vom 9. bis 23. Lebensmonat.

Tabelle 26: Entwicklung der Häufigkeit des Beriechens von Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

7

7


0,881

April

11.LM

0

4


0,168

Mai

12.LM

3

2

0,766


Juli

14.LM

7

4

0,520


August

15.LM

2

2

0,938


September

16.LM

2

1

0,706


Oktober

17.LM

2

2

0,920


November

18.LM

3

4

0,626


Januar

20.LM

1

1

0,947


Februar

21.LM

0

0

kein Wert


April

23.LM

4

3

0,771


* = signifikante Unterschiede


103

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen konnten nicht festgestellt werden. Im 21. Lebensmonat, dem Februar 1996 wurde kein gegenseitiges Beriechen festgestellt (Abbildung 51).

Abb. 51: Entwicklung der Häufigkeit von Beriechkontakten zu Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Aus der Abbildung wird ersichtlich, daß die Anzahl der Beriechkontakte in beiden Gruppen häufig gleich ist. Der 14. Lebensmonat weist den deutlichsten Unterschied auf.


104

4.3.2.3. Kopfreiben und Kopfauflegen

Am Anfang dieses Kapitels erfolgt die getrennte Darstellung der Häufigkeiten für das Kopfreiben und Kopfauflegen vom 9. bis 23. Lebensmonat.

Tabelle 27: Getrennte Darstellung des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Kopfreiben

Anzahl/Lichttag

Kopfauflegen

Anzahl/Lichttag



Jungrinder

(S)

Jungrinder

(T)

Jungrinder

(S)

Jungrinder

(T)

Februar

9.LM

15

40

0

1

April

11.LM

28

28

0

0

Mai

12.LM

42

34

0

12

Juli

14.LM

46

63

0

0

August

15.LM

38

61

0

2

September

16.LM

24

16

0

0

Oktober

17.LM

59

50

2

3

November

18.LM

62

43

0

1

Januar

20.LM

2

5

0

0

Februar

21.LM

11

10

0

2

April

23.LM

26

28

0

9

Die nachfolgende Tabelle zeigt die zusammengefaßten Häufigkeiten des Kopfreibens und - auflegens in der Jungrind- Phase.


105

Tabelle 28: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

15

41

0,085


April

11.LM

28

28

0,686


Mai

12.LM

42

46

0,568


Juli

14.LM

49

63

0,119


August

15.LM

41

63


0,158

September

16.LM

24

16

0,318


Oktober

17.LM

61

53

0,875


November

18.LM

62

44

0,349


Januar

20.LM

2

5


0,232

Februar

21.LM

11

12

0,708


April

23.LM

26

37


0,091

* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen im Kopfreiben und Kopfauflegen treten im Zeitraum vom 9. bis 23. Lebensmonat nicht auf. Eine klare Tendenz, welche Gruppe häufiger derartige Kontakte zeigte, läßt sich nicht erkennen (Abbildung 52).

Abb. 52: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


106

Lediglich vom 16. bis 18. Lebensmonat hatten die Jungrinder (S) nichtsignifikant häufiger Kontakte durch Kopfreiben und Kopfauflegen bei ihren Gruppenmitgliedern.

4.3.2.4. Spielerische Aktivitäten

Tabelle 29 zeigt die spielerischen Aktivitäten vom 9. bis 23. Lebensmonat.

Tabelle 29: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

19

30

0,325


April

11.LM

32

25

0,674


Mai

12.LM

35

38

0,690


Juli

14.LM

9

44


0,004*

August

15.LM

8

22

0,027*


September

16.LM

10

2


0,291

Oktober

17.LM

3

2

0,713


November

18.LM

0

4


0,168

Januar

20.LM

0

0

kein Wert


Februar

21.LM

0

14


0,001*

April

23.LM

4

4

0,905


* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede liegen für den 14., 15. und 21. Lebensmonat vor. In den anderen Untersuchungszeiträumen sind die Differenzen nicht gleich gerichtet. Im 20. Lebensmonat wurden keine spielerischen Aktivitäten beobachtet.


107

Abb. 53: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Nach dem 14. Lebensmonat ist ein deutliche Reduzierung der spielerischen Aktivitäten zu erkennen. Ab 17. Lebensmonat treten kaum noch spielerische Aktivitäten auf. Im 20. Lebensmonat wurden in beiden Gruppen keine spielerischen Aktivitäten beobachtet, im 21. Lebensmonat gab es bei den Jungrindern (S) keine spielerischen Aktivitäten.


108

4.3.2.5. Affiliative Kontakte

Ab dem 14. Lebensmonat ist in der Anzahl der affiliativen Aktivitäten auch das gegenseitige Aufreiten enthalten. Bis zum 12. Lebensmonat wurde das gegenseitige Aufreiten mit zu den spielerischen Kontakten gerechnet. In Tabelle 30 sind die affiliativen Kontakte in der Jungrind- Phase dargestellt.

Tabelle 30: Entwicklung der Häufigkeit von affiliativen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

67

104


0,128

April

11.LM

89

106

0,153


Mai

12.LM

119

170

0,070


Juli

14.LM

100

316


0,023*

August

15.LM

108

179


0,098

September

16.LM

64

37

0,212


Oktober

17.LM

106

92


0,877

November

18.LM

97

101

0,630


Januar

20.LM

4

10

0,157


Februar

21.LM

18

45


0,026*

April

23.LM

61

73


0,332

* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede liegen nur für den 14. und 21. Lebensmonat. Mit Ausnahme des 16. und 17. Lebensmonats hatten die Jungrinder (T) untereinander mehr affiliative Kontakte als die Jungrinder (S), allerdings nicht signifikant mehr.


109

Abb. 54: Entwicklung der Häufigkeit von affiliativen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

In der Abbildung erkennt man den Anstieg der affiliativen Kontakte der Jungrinder (T) bis zum 14. Lebensmonat. Nach dem 14. Lebensmonat nimmt deren Häufigkeit wieder ab.

4.3.2.6. Gruppenhierarchie

In der Tabelle 31 sind die Rangfolgeauseinandersetzungen vom 9. bis 23. Lebensmonat dargestellt.

Tabelle 31: Entwicklung der Rangfolgeauseinandersetzungen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

23

24

0,841


April

11.LM

46

25

0,195


Mai

12.LM

37

42

0,655


Juli

14.LM

52

66

0,389


August

15.LM

48

21

0,080


September

16.LM

8

3

0,155


Oktober

17.LM

14

23


0,341

November

18.LM

12

7

0,356


Januar

20.LM

4

11


0,167

Februar

21.LM

2

19

0,000*


April

23.LM

41

52

0,396


* = signifikante Unterschiede


110

Vom 9. bis 15. Lebensmonat sind in beiden Gruppen noch häufige Rangfolgeauseinandersetzungen zu beobachten. Danach reduzierte sich deren Anzahl. Signifikante Unterschiede gibt es nur im 21. Lebensmonat. In den anderen Lebensmonaten sind die Unterschiede nicht gesichert.

Abb. 55: Zeitlicher Verlauf der Rangfolgeauseinandersetzungen vom 9. bis 23. Lebensmonat

Die dargestellten Linien sind fast deckungsgleich. Bis zum 14. Lebensmonat steigen die Rangauseinandersetzungen in beiden Gruppen an. Vom 15. bis 21. Lebensmonat reduziert sich die Anzahl deutlich.


111

Um die Entwicklung der Hierarchiestrukturen in beiden Gruppen zu zeigen, wird in den beiden folgenden Abbildungen die Rangfolgestabilität der beiden Gruppen gezeigt.

Abb. 56: Rangfolgestabilität Jungrinder (T) vom 1. bis 23. Lebensmonat

In dem obigen Diagramm sind die ersten acht Lebensmonate ebenfalls dargestellt, um die Erstellung der Rangfolge deutlicher zu zeigen. Es ist ersichtlich, daß es in den ersten Monaten noch sehr viele Veränderungen gab. Die vorderen Rangplätze sind bereits seit dem dritten Lebensmonat stabil. Veränderungen gab es nur zwischen verschiedenen Rangnachbarn auf den hinteren Rangplätzen. Zwischen dem 14. und 21. Lebensmonat gab es keine Veränderungen in der Rangfolge.

Abb. 57: Rangfolgestabilität Jungrinder (S) vom 9. bis 23. Lebensmonat


112

Bei den Jungrindern (S) begann die Erstellung einer vorläufigen Rangfolge erst nach dem Absetzen im neunten Lebensmonat. Ab dem zwölften Lebensmonat war die Rangfolge auf den vorderen Rangplätzen weitgehend stabil und erst im 23. Lebensmonat gab es wieder Veränderungen auf den vorderen Rangplätzen. Zwischen dem 15. und 21. Lebensmonat gab es keine Veränderungen in der Gruppenhierarchie.

4.3.2.7. Sexualverhalten

Tabelle 32 zeigt das Sexualverhalten vom 12. bis 23. Lebensmonat.

Tabelle 32: Entwicklung des Häufigkeiten des gegenseitigen Aufreitens (Sexualverhalten) vom 12. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

12.LM

1

41


0,126

Juli

14.LM

3

124


0,077

August

15.LM

4

28


0,080

September

16.LM

0

9


0,121

Oktober

17.LM

0

2


0,168

November

18.LM

6

25

0,143


Januar

20.LM

1

3


0,258

Februar

21.LM

0

4


0,037*

April

23.LM

1

2

0,500


* = signifikante Unterschiede

Signifikante Unterschiede gab es nur im 21. Lebensmonat. Die Jungrinder (T) hatten vom 12. bis 23. Lebensmonat nichtsignifikant mehr gegenseitige Aufreitversuche. Nach dem 15. Lebensmonat nahm das gegenseitige Aufreiten bei den Jungrindern (T) stark ab. Ab 16. Lebensmonat war es bei den Jungrindern (S) kaum noch zu beobachten.


113

4.3.2.8. Gesamtkontakte

Die nachstehende Tabelle zeigt die Anzahl aller sozialen Kontakte in der Jungrind- Phase.

Tabelle 33: Entwicklung der gesamten Sozialkontakte vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

90

135

0,107


April

11.LM

135

142

0,339


Mai

12.LM

160

230

0,075


Juli

14.LM

157

383

0,005*


August

15.LM

161

200

0,252


September

16.LM

72

40

0,157


Oktober

17.LM

121

116


0,812

November

18.LM

109

110

0,709


Januar

20.LM

8

22

0,055


Februar

21.LM

20

64


0,003*

April

23.LM

102

126

0,158


* = signifikante Unterschiede

Mit Ausnahme des 16., 17. und 18. Lebensmonats hatten die Jungrinder (T) untereinander mehr Sozialkontakte als die Jungrinder (S). Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen gab es im 14. und 21. Lebensmonat. Die Unterschiede in den anderen Beobachtungsperioden sind nicht gesichert. Eine klare Tendenz ist in beiden Gruppen nicht zu erkennen.


114

Abb. 58: Entwicklung der Häufigkeit von Sozialkontakten insgesamt mit Gleichaltrigen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.3.2.9. Verhaltensstörungen

In der folgenden Tabelle sind die Häufigkeiten des gegenseitigen Besaugens in den einzelnen Beobachtungsperioden dargestellt.

Tabelle 34: Entwicklung des gegenseitigen Besaugens vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Anzahl/Lichttag

Jungrinder (T)

Anzahl/Lichttag

Februar

9.LM

0

7

April

11.LM

0

10

Mai

12.LM

1

15

Juli

14.LM

4

1

August

15.LM

4

0

September

16.LM

0

0

Oktober

17.LM

0

0

November

18.LM

0

2

Januar

20.LM

0

0

Februar

21.LM

0

0

April

23.LM

0

1


115

Die Besaugkontakte der Jungrinder (S) vom 12. bis 15. Lebensmonat sind so gering, daß sie als zufällig betrachtet werden. Bei den Jungrindern (T) trat das Besaugen verstärkt vom neunten bis zwölften Lebensmonat auf, danach ebenso nur noch zufällig. Im 18. und 22. Lebensmonat trat es bei den Jungrindern (T) aber noch immer auf.

4.3.3. Analysen der Verhaltensweisen

4.3.3.1. Fressen

Die ermittelten Werte für die Tagessummen des Fressens vom 9. bis 23. Lebensmonat sind in Tabelle 35 dargestellt.

Tabelle 35: Entwicklung der Tagessummen für das Fressen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

425

292

0,000*


April

11.LM

520

374


0,000*

Mai

12.LM

481

524


0,010*

Juli

14.LM

494

500

0,604


August

15.LM

470

506

0,001*


September

16.LM

509

576


0,010*

Oktober

17.LM

439

464


0,106

November

18.LM

360

483

0,000*


Januar

20.LM

322

267

0,008*


Februar

21.LM

320

240

0,001*


April

23.LM

512

465


0,037*

* = signifikante Unterschiede

Im neunten und elften Lebensmonat fraßen die Jungrinder (S) länger als die Jungrinder (T). Die Unterschiede sind signifikant. Vom 12. bis 18. Lebensmonat fraßen die Jungrinder (T) länger. Die Unterschiede sind im 14. und 17. Lebensmonat nicht gesichert. Vom 20. bis 23. Lebensmonat fraßen die Jungrinder (S) wieder länger und die Unterschiede sind signifikant.


116

Abb. 59: Entwicklung der Tagessummen für das Fressen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Abbildung 59 macht deutlich, daß die Dauer des Fressens bis zum 16. Lebensmonat zunimmt und nach dem 16. Lebensmonat wieder reduziert wird.

4.3.3.2. Liegen

Die Dauer des Liegens wird in der folgenden Tabelle gezeigt.

Tabelle 36: Entwicklung der Tagessummen für das Liegen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

123

69


0,027*

April

11.LM

188

326


0,001*

Mai

12.LM

282

380


0,000*

Juli

14.LM

422

445


0,160

August

15.LM

263

322


0,000*

September

16.LM

304

257


0,049*

Oktober

17.LM

155

135


0,043*

November

18.LM

85

58


0,005*

Januar

20.LM

32

54


0,051

Februar

21.LM

10

17


0,507

April

23.LM

122

255


0,000*

* = signifikante Unterschiede


117

Vom 11. bis 15. und 20. bis 23. Lebensmonat lagen die Jungrinder (T) länger, im 9. und vom 16. bis 18. Lebensmonat die Jungrinder (S). Mit Ausnahme des 14., 20. und 21. Lebensmonat sind die Unterschiede zwischen beiden Gruppen signifikant (Abbildung 60).

Abb. 60: Entwicklung der Tagessummen für das Liegen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Nach der Zunahme der Liegedauer bis zum 14. Lebensmonat reduziert sie sich bis zum 21. Lebensmonat kontinuierlich.


118

4.3.3.3. Stehen

Die Dauer des Stehens zeigt die nachstehende Tabelle.

Tabelle 37: Entwicklung der Tagessummen für das Stehen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungrinder (S)

Jungrinder (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Februar

9.LM

69

150


0,000*

April

11.LM

97

92

0,704


Mai

12.LM

247

84

0,000*


Juli

14.LM

151

130

0,082


August

15.LM

286

187

0,000*


September

16.LM

69

55

0,142


Oktober

17.LM

83

85


0,801

November

18.LM

103

82


0,015*

Januar

20.LM

210

228

0,179


Februar

21.LM

320

356

0,125


April

23.LM

182

101

0,000*


* = signifikante Unterschiede

Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen sind im 9., 12., 15., 18. und 23. Lebensmonat signifikant.

Abb. 61: Entwicklung der Tagessummen für das Stehen vom 9. bis 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Abbildung 61 stellt deutlich den Anstieg der Stehdauer vom 9. bis 15. und vom 16. bis 21. Lebensmonat dar.


119

4.3.4. Verhaltensrhythmik

4.3.4.1. Klimaverhältnisse in der Jungrind- Phase

Die Werte für die Luftfeuchte und die Lufttemperatur weisen keine Unterschiede auf. Bei der Windgeschwindigkeit gibt es Unterschiede im Mai 1995 und Februar 1996. Die Werte der Globalstrahlung zeigen Unterschiede im Juli und September 1995 (Abb. 62).

Abb. 62: Vergleich der Klimaverhältnisse an den Beobachtungstagen für den Beobachtungszeitraum vom 9. bis 23. Lebensmonat (Jungrinder (S): rot; Jungrinder (T): grün)


120

4.3.4.2. Fressen

Um die einzelnen Beobachtungsmonate besser analysieren und erklären zu können, werden sie gemäß der Jahreszeiten zusammengefaßt. Zusammengefaßt wurden folgende Lebensmonate:

Tabelle 38: Zusammenfassung der Beobachtungsmonate

Winter 1995

9. Lebensmonat

Frühjahr 1995

11. und 12. Lebensmonat

Sommer 1995

14.und 15. Lebensmonat

Herbst 1995

16., 17. und 18. Lebensmonat

Winter 1995/96

20. und 21. Lebensmonat

Frühjahr 1996

23. Lebensmonat

Winter 1995

Im neunten Lebensmonat gibt es bis in die frühen Nachmittagsstunden klare Unterschiede zwischen beiden Gruppen. Die Jungrinder (T) -Gruppe legt zwischen 8.30 und 9.45 Uhr eine ausgedehnte Freßpause ein, weiterhin zwischen 12.15 und 12.45 Uhr. Die Freßzeiten liegen zwischen 7.15 und 8.30 Uhr, zwischen 9.45 und 12.15 Uhr und zwischen 14.00 und 18.00 Uhr. Bei den Jungrindern (S) liegt die erste Freßzeit zwischen 7.00 und 10.00 Uhr, zwischen 12.30 und 13.15 Uhr und zwischen 14.45 und 18.00 Uhr. Pausen liegen zwischen 10.45 und 11.15 Uhr und zwischen 14.00 und 14.30 Uhr (siehe Abb. 63).

Abb. 63: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 9. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


121

Frühjahr 1995

Im Frühjahr 1995 waren erneut erhebliche Unterschiede in der Freßaktivität zwischen beiden Gruppen zu verzeichnen. Unterschiede gab es sowohl in der Dauer der Freßperioden als auch in ihrer zeitlichen Rhythmik. Die Jungrinder (S) hatten im 11. Lebensmonat (April 1995) nach Sonnenaufgang eine ausgedehnte Freßperiode von 6.30 bis 10.00 Uhr, zwei kürzere zwischen 12.15 und 13.00 Uhr und 14.30 und 15.15 Uhr. Die letzte Freßperiode folgte von 17.15 Uhr bis zum Sonnenuntergang. In der Jungrinder (T) -Gruppe begann das Fressen erst gegen 7.00 Uhr und diese erste Freßperiode dauerte im Gegensatz zu den Jungrindern (S) auch nur bis 9.15 Uhr. Eine ausgedehnte Freßperiode folgte zwischen 11.15 und 15.00 Uhr und die letzte zwischen 17.00 und 19.30 Uhr. An der letzten Freßperiode der Jungrinder (T) waren jedoch nicht alle Tiere über den gesamten Zeitraum beteiligt. Bemerkenswert für diesen Lebensmonat ist zwar, daß beide Gruppen die gleiche Anzahl an Freßperioden aufwiesen, diese aber von unterschiedlicher Ausprägung sind und von einer verschiedenen zeitlichen Dauer (Abb. 64).

Abb. 64: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 11. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Auch für den 12. Lebensmonat, dem Monat Mai 1995, ist die gleiche Anzahl an Freßperioden zu erkennen. Die Freßperioden sind häufiger als im Vormonat (fünf gegenüber drei Freßperioden im April), aber dafür auch kürzer und gleichmäßiger über den Tag verteilt. In den Vormittagsstunden fanden zwei Freßperioden statt und in den Nachmittagsstunden jeweils drei Freßperioden. Unterschiede gab es in der Dauer der Freßperioden, beispielsweise die erste Periode dauerte bei den Jungrindern (T) von 4.00 bis 7.00 Uhr und bei den Jungrindern (S) nur von 4.15 bis 6.15 Uhr. Als Ausgleich dafür waren die beiden anderen Freßperioden in den Vormittagsstunden etwas länger, als die der Jungrinder (S). In den


122

Nachmittagsstunden haben sich die Freßperioden zwischen beiden Gruppen etwas verschoben. Die Jungrinder (S) fraßen von 12.00 bis 12.45 bzw. von 14.15 bis 15.15 Uhr. Die Jungrinder (T)-Gruppe dagegen fraß nur von 12.45 bis 13.45 Uhr. Die letzte Freßperiode dauerte für beide Gruppen gleichermaßen von ca. 16.00 bis 20.15 Uhr mit einer kleinen Pause zwischen 18.15 und 19.00 Uhr (siehe Abb. 65).

Abb. 65: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 12. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Sommer 1995

In den Sommermonaten 1995 sind wieder Unterschiede zwischen beiden Gruppen zu erkennen. Allerdings sind diese im 14. Lebensmonat (Juli 1995) stärker als im Folgemonat. Nennenswerte Unterschiede in der zeitlichen Struktur gibt es zwischen 8.00 und 8.45 Uhr, 11.15 bis 12.30 Uhr und zwischen 15.00 und 15.45 Uhr in der die Jungrinder (S) grasten. Zwischen 8.45 und 10.45 Uhr und zwischen 13.30 und 15.00 Uhr grasten die Jungrinder (T). Die letzte große Freßperiode zwischen 18.15 Uhr bis zum Sonnenuntergang war für beide Gruppen nahezu gleich.


123

Die Verteilung der Freßperioden für den Monat Juli 1995 soll in folgender Abbildung dargestellt werden, um die Unterschiede auch optisch sichtbar zu machen.

Abb. 66: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 14. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im 15. Lebensmonat (August 1995) liegt der einzige nennenswerte Unterschied in der Zeit zwischen 15.30 und 17.00 Uhr, in der die Jungrinder (T) eine ausgedehnte Freßzeit haben, während die Jungrinder (S) eine Pause einlegten. Der Verlauf der übrigen Freßperioden ließ keine weiteren Unterschiede erkennen (siehe Abb. 67).

Abb. 67: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 15. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


124

Herbst 1995

Erhebliche Unterschiede sind für den 16. Lebensmonat (September 1995) nicht erkennbar. Die zeitliche Struktur ist in beiden Tiergruppen ähnlich. Lediglich in der Dauer der Freßperioden und der Pausen deuten sich Unterschiede an. Die Freßpausen sind bei den Jungrindern (S) länger. Auch gibt es inmitten der Freßzeiten kurze Pausen von ca. 15 bis 30 Minuten, sowohl in den Vormittagsstunden, als auch in der Freßperiode, die bis in die Dunkelheit hinein andauerte.

Abb. 68: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 16. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Zeitliche Verschiebungen sind allerdings wieder im Oktober 1995, dem 17. Lebensmonat sichtbar, wie in Abb. 69 zu sehen ist.

Abb. 69: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 17. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


125

Die Jungrinder (T) fressen im 18. Lebensmonat fast den ganzen Tag durch. Sie beginnen langsam gegen 6.30 Uhr. Kurze Abschwächungen der Verlaufskurve gibt es um 8.15 Uhr, 10.30 Uhr und zwischen 13.00 und 13.30 Uhr.

Abb. 70: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 18. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die Jungrinder (S) beginnen um 6.30 Uhr mit der ganzen Gruppe und fressen dann bis ca. 8.30 Uhr. Weitere Freßperioden liegen zwischen 9.15 und 11.30 Uhr, zwischen 12.45 und 14.15 Uhr und 14.30 bis 17.00 Uhr. Dazwischen liegen ausgedehnte Pausen zwischen 8.30 und 9.15 Uhr, 11.30 und 12.45 Uhr und eine kleine Pause zwischen 14.15 und 14.30 Uhr. Zwischen beiden Gruppen sind deutliche Unterschiede zu erkennen.


126

Winter 1996

Auch im 20. Lebensmonat weisen die Verlaufskurven merkenswerte Unterschiede auf. Bei den Jungrindern (S) sind vier ausgedehnte Freßperioden erkennbar. Aber zwischen den Freßperioden liegen von 8.45 bis 10.15 Uhr, 12.00 bis 12.30 Uhr und 13.30 bis 14.30 Uhr Freßpausen.

Abb. 71: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 20. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die Jungrinder (T) beginnen langsam gegen 7.30 Uhr. Auch hier gibt es vier Freßperioden. Die erste Freßperiode dauert länger als die der Jungrinder (S). Unterschiede zwischen beiden Gruppen sind nur für die Vormittagsstunden erkennbar. Am Nachmittag sind die Freßphasen fast deckungsgleich.

Abb. 72: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 21. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


127

Im 21. Lebensmonat (siehe Abb. 72) haben die Jungrinder (S) drei ausgeprägte Freßperioden, die 7.30 und 8.30 Uhr, 10.45 bis 13.30 Uhr und 14.45 bis 18.00 Uhr liegen. Freßpausen liegen zwischen 8.30 und 10.45 Uhr und zwischen 13.30 und 14.45 Uhr. In der Jungrinder (T)-Gruppe sind 5 Freßperioden über den Tag verteilt. Sie sind nicht so lang, wie die der Jungrinder (S). Selbst in der Freßperiode am Nachmittag wird zwischen 16.15 und 17.15 Uhr noch eine ausgedehnte Pause eingelegt. Die Unterschiede zwischen den Gruppen sind auch im 21. Lebensmonat vorhanden.

Frühjahr 1996

Das Freßverhalten im April 1996 weist keine großen Unterschiede zwischen beiden Gruppen auf. Lediglich zwischen 7.30 und 8.30 Uhr und zwischen 10.45 und 11.30 Uhr gibt es kleine Unterschiede. In dieser Zeit fraßen mehr Jungrinder (S) als Jungrinder (T) (Abb. 73).

Abb. 73: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungrindern im 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


128

4.3.4.3. Liegen

Winter 1995

Im neunten Lebensmonat (Februar 1995) war das Liegen in beiden Gruppen total verschieden. Auch die zeitliche Struktur war sehr unterschiedlich, wie es aus Abbildung 74 ersichtlich ist.

Abb. 74: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 9. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die Jungrinder (T) hatten zwischen 8.30 und 9.45 Uhr und zwischen 14.15 und 15.15 Uhr Liegeperioden, in denen allerdings nur einzelne Tiere lagen. In der Jungrinder (S)-Gruppe gab es eine ausgedehnte Liegeperiode zwischen 10.00 und 14.15 Uhr mit leichter Abschwächung zwischen 12.45 und 13.30 Uhr.

Frühjahr 1995

Die zeitliche Struktur zwischen beiden Gruppen war auch im elften Lebensmonat wieder erheblich verschoben. Während die Jungrinder (S) bereits kurz nach Sonnenaufgang aktiv wurden, begannen die Jungrinder (T) ihren Tag erst gegen 7.15 Uhr. Die Jungrinder (T)-Gruppe hatte während des Tages drei Liegezeiten. Die erste Liegezeit war von 9.30 bis 11.15 Uhr, eine weitere zwischen 15.00 und 17.00 Uhr und zwischen 18.30 und 19.45 Uhr. In der Jungrinder (S)- Gruppe waren ebenfalls drei Liegeperioden zu beobachten, allerdings zu anderen Tageszeiten. Eine war zwischen 10.00 und 12.30 Uhr, die zweite Liegezeit zwischen 13.15 und 14.15 Uhr und die dritte Liegezeit zwischen 16.00 und 17.15 Uhr. Bei den Jungrindern (S) lagen jedoch nicht alle Jungrinder gleichzeitig (Abb. 75).


129

Abb. 75: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 11. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im zwölften Lebensmonat (Mai 1995) hatten beide Gruppen vier Liegeperioden, die allerdings auch wieder zeitlich verschoben waren (Abb. 76). Die Jungrinder (S) hatten ihre erste Liegeperiode zwischen 6.15 und 8.00 Uhr, die Jungrinder (T) zwischen 7.15 und 8.30 Uhr. Die zweite für die Jungrinder (S) lagen zwischen 9.15 und 10.00 Uhr, für die Jungrinder (T) zwischen 10.15 und 12.45 Uhr. Für die Jungrinder (S) lag die nächste Periode zwischen 13.30 und 14.15 Uhr und zwischen 15.30 und 16.00 Uhr.

Abb. 76: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 12. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die Jungrinder (T) hatten ihre Liegeperiode zwischen 14.00 und 16.15 Uhr. Einige Jungrinder (T) lagen dann nochmal zwischen 18.15 und 19.00 Uhr. Insgesamt war in diesem Monat


130

zu erkennen, daß die Jungrinder (S) kürzere Liegeperioden hatten und diese ungefähr 45 bis 60 Minuten eher begannen als die Jungrinder (T)- Gruppe (Abb. 76).

Sommer 1995

Deutliche Unterschiede für den 14. Lebensmonat (Juli 1995) lagen zwischen 10.00 und 10.45 Uhr. In dieser Zeit lagen die Jungrinder (S). Weiterhin konnte man Unterschiede zwischen 11.15 und 12.30 Uhr, als die Jungrinder (T) lagen und zwischen 13.00 und 14.45 Uhr, als die Jungrinder (S) eine ausgedehnte Liegeperiode hatten, erkennen, während die Jungrinder (T) Aktivität zeigten. Eine weitere Liegeperiode für beide Gruppen lag zwischen 16.30 und 18.30 Uhr. Wiederum begannen die Jungrinder (T) ihren Tag erheblich später als die Jungrinder (S). Ansonsten hatten sich beide Gruppen sehr angeglichen (siehe Abb. 77).

Abb. 77: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 14. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im Monat August 1995 (siehe Abb. 78) traten wieder merklich Unterschiede auf. Die Jungrinder (S) hatten eine Liegeperiode zwischen 7.30 und 8.45 Uhr. Die Jungrinder (T) hatten ihre erste Liegezeit zwischen 9.30 und 11.30 Uhr, mit kurzer Unterbrechung zwischen 10.15 und 10.45 Uhr. Die Jungrinder (S) lagen erneut zwischen 11.15 und 12.00 Uhr und noch einmal zwischen 14.45 und 16.45 Uhr. Die Jungrinder (T) lagen nochmal zwischen 16.30 und 17.30 Uhr.


131

Abb. 78: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 15. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Herbst 1995

Im Herbst 1995 waren die Liegezeiten bei beiden Gruppen sehr gleich. Zwei ausgedehnte Liegeperioden waren festzustellen. Die erste begann um 9.45 und endete gegen 12.45 Uhr. Die zweite lag zwischen 14.45 Uhr und 16.45 Uhr. Im 16. Lebensmonat zeigen die Kurven fast Deckungsgleichheit. Jede Gruppe legte zwei Liegeperioden ein, die Jungrinder (S) zwischen 9.00 und 11.45 Uhr, die Jungrinder (T) zwischen 9.00 und 11.30 Uhr. Die zweite Liegeperiode lag bei den Jungrindern (S) zwischen 13.45 und 15.45 Uhr und bei den Jungrindern (T) zwischen 13.45 und 15.15 Uhr (siehe Abb. 79).

Abb. 79: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 16. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


132

Im Oktober 1995 (17.Lebensmonat) hatten beide Gruppen erneut zwei Liegeperioden aufzuweisen. Allerdings waren diese wiederum zeitlich verschoben. Die Jungrinder (T) hatten ihre erste Liegeperiode zwischen 9.00 und 11.15 Uhr und die zweite Liegezeit zwischen 14.00 und 15.15 Uhr. Bei den Jungrindern (S) sind die Liegezeiten etwas später zu finden. Die erste lag zwischen 10.15 und 12.00 Uhr und die zweite zwischen 14.30 und 15.45 Uhr. Zwischen beiden Gruppen gab es also eine zeitliche Verschiebung von ca. 45 bis 90 Minuten (siehe Abb. 80).

Abb. 80: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 17. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im 18. Lebensmonat legten die Jungrinder (S) nur eine deutliche Liegeperiode zwischen 11.00 und 13.00 Uhr ein. Die Jungrinder (T) legten keine Liegeperiode ein. Über den Lichttag verteilt lagen nur einzelne Rinder. Die Jungrinder (T) beendeten das Liegen später als die Jungrinder (S) (siehe Abb. 81).

Abb. 81: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 18. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


133

Winter 1996

Im 20. Lebensmonat beendeten beide Tiergruppen das Liegen recht langsam. Über den Lichttag hinweg gab es keine Liegeperioden. Ab 15.00 Uhr lagen einige Jungrinder (S). Jungrinder (T) lagen nicht (siehe Abb. 82).

Abb. 82: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 20. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Der 21. Lebensmonat zeigt einen ähnlichen Aktivitätsverlauf (Abb. 83). Bei beiden Gruppen gab es keine ausgeprägten Liegeperioden. Nur zwischen 7.30 und 8.30 Uhr lagen einige Jungrinder (T) und zwischen 11.45 und 13.00 Uhr einige Jungrinder (S).

Abb. 83: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 21. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


134

Frühjahr 1996

Beide Verlaufskurven sind fast deckungsgleich. Unterschiede gab es nur zwischen 6.15 und 8.15 Uhr, als die Jungrinder (T) lagen, während die Jungrinder (S) aktiv waren. Zwischen 12.30 und 14.00 Uhr hatten beide Gruppen eine Liegeperiode; die Jungrinder (T) nochmal eine Liegeperiode zwischen 15.45 und 16.45 Uhr (Abb. 84).

Abb. 84: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungrindern im 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


135

4.3.4.4. Stehen

Winter 1995

Im Februar 1995, dem neunten Lebensmonat, wurden Unterschiede zwischen beiden Gruppen ersichtlich. Die Jungrinder (S) weisen lediglich eine Stehperiode zwischen 14.00 und 15.00 Uhr auf. Dagegen konnten bei den Jungrindern (T) fünf Stehperioden beobachtet werden. Die erste zwischen 7.45 und 8.30 Uhr, die weiteren waren zwischen 9.15 und 10.00 Uhr, zwischen 12.00 und 13.00 Uhr und zwischen 13.30 und 14.00 Uhr zu beobachten. In den Nachmittagsstunden hatten die Jungrinder (S) überhaupt keine Stehperiode, während die Stehaktivität bei den Jungrindern (T) zwischen 15.00 und 17.00 Uhr allmählich anstieg und 17.00 Uhr einen erneuten Höhepunkt fand (Abb. 85).

Abb. 85: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 9. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Erhebliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen waren vorwiegend in der zweiten Tageshälfte, zwischen 12.15 und 17.00 Uhr zu erkennen.

Frühjahr 1995

Beide Gruppen glichen sich im Frühjahr 1995 aneinander an. Im elften Lebensmonat (April 1995) war die Anzahl der Stehperioden fast gleich, in ihrer zeitlichen Struktur allerdings weiterhin verschieden. Die Jungrinder (T)- Gruppe hatte zwischen 8.30 und 9.30 Uhr, zwischen 16.30 und 17.00 Uhr und zwischen 18.00 und 19.45 Uhr ihre Stehphasen. Die Jungrinder (S) hatten Stehperioden zwischen 10.00 und 11.00 Uhr und zwischen 15.15 und 16.00 Uhr. Die massivsten Unterschiede lagen zwischen 15.15 und 16.00 Uhr, als die Jungrinder (S) standen und zwischen 18.00 und 19.45 Uhr als die Jungrinder (T) noch eine Stehperiode einlegten (Abb. 86).


136

Abb. 86: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 11. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Der zwölfte Lebensmonat (siehe Abb. 87) weist eine Angleichung der beiden Gruppen auf. Über den Beobachtungszeitraum hinweg war die Anzahl der Stehperioden fast gleich. Deutliche Unterschiede lagen zwischen 9.15 und 9.30 Uhr, zwischen 10.30 und 13.30 Uhr und zwischen 18.30 und 19.30 Uhr. Allerdings hat sich der Trend umgekehrt, denn die Jungrinder (S) hatten in diesem Zeitraum ihre Stehphasen.

Abb. 87: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 12. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


137

Sommer 1995

Im 14. Lebensmonat, dem Juli 1995, waren nur wenige Unterschiede zu erkennen. Die Rhythmik war fast gleich. Kleine Unterschiede gab es zwischen 8.15 und 8.45 Uhr, 12.00 und 12.45 Uhr, 15.00 und 15.45 Uhr; 16.00 und 16.45 Uhr, 18.30 und 18.45 Uhr und 20.15 und 20.30 Uhr. Das waren jedoch nur kurze Stehperioden der beiden Gruppen. Die Jungrinder (S)-Gruppe hatte in diesem Monat mehr Stehphasen (Abb. 88).

Abb. 88: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 14. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Der August 1995 (15. Lebensmonat) präsentiert wiederum klare Unterschiede zwischen beiden Tiergruppen. Die Anzahl der Stehperioden war in der Jungrinder (S)-Gruppe größer und auch ihre Dauer unterschied sich maßgeblich von der der Jungrinder (T) in diesem Monat (Abb. 89).

Abb. 89: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 15. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


138

Erkennbare Unterschiede gab es zwischen 5.15 und 6.00 Uhr, 8.30 und 10.15 Uhr, 12.00 und 12.45 Uhr und 13.45 und 14.45 Uhr. Zwischen 15.45 und 18.15 Uhr hatten beide Gruppen Stehphasen, deren Ausprägung und Dauer geringe Unterschiede zeigten.

Herbst 1995

Im September 1995 (16. Lebensmonat) waren die Unterschiede zwischen den Gruppen geringer. Die Stehperioden sind von kurzer Dauer und zwischen beiden Gruppen nur wenig zeitlich verschoben. Unterschiede gab es nur zwischen 6.15 bis 6.45 Uhr und zwischen 16.30 und 17.15 Uhr. In diesen Zeiträumen hatten die Jungrinder (S) kurze Stehperioden. Während die Jungrinder (T) im September 1995 nur zwei kurze Stehperioden zeigten, hatten die Jungrinder (S) sechs, allerdings nur kurze, vorzuweisen. Sie waren über die gesamte Beobachtungszeit verteilt (Abb. 90).

Abb. 90: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 16. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Auch im Oktober 1995 hatten die beiden Tiergruppen nur kurze Stehphasen, eine Stehperiode davon bereits kurz nach Sonnenaufgang. Unterschiede gab es nur zwischen 7.45 und 9.00 Uhr, als die Jungrinder (T) standen und zwischen 11.45 und 12.30 Uhr, als die Jungrinder (S) eine Stehphase hatten (Abb. 90).


139

Abb. 91: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 17. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Bei den Jungrindern (S) konnte man im 18. Lebensmonat drei Stehperioden beobachten. Sie dauerten von 8.15 bis 9.30 Uhr; 10.30 bis 11.30 Uhr und 14.30 bis 15.00 Uhr. Nur eine Stehperiode hatten die Jungrinder (T), von 13.00 bis 14.15 Uhr. Einige Jungrinder (T) standen noch zwischen 8.00 und 8.30 Uhr und 9.45 und 10.45 Uhr. Die Verlaufskurve zeigt große Unterschiede zwischen beiden Gruppen (Abb. 92).

Abb. 92: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 18. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Winter 1996

Im 20. Lebensmonat gab es große Unterschiede zwischen beiden Gruppen von 8.45 bis 11.30 Uhr. Nachmittags waren die Verlaufskurven beider Gruppen fast deckungsgleich. Die


140

Jungrinder (S) hatten zwei Stehperioden von 8.30 bis 10.30 Uhr und von 11.45 bis 12.15 Uhr und die Jungrinder (T) insgesamt drei Stehperioden. Sie dauerten von 9.45 bis 11.45 Uhr, 12.00 bis 12.45 Uhr und von 13.15 bis 14.15 Uhr (Abb. 93).

Abb. 93: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 20. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Die Verlaufskurven in 21. Lebensmonat zeigen Unterschiede zwischen beiden Gruppen. In der Jungrinder (T)-Gruppe konnten vier Stehperioden und in der Jungrinder (S)-Gruppe insgesamt drei Stehperioden beobachtet werden. Die Jungrinder (S) standen zwischen 7.45 und 10.45 Uhr, 12.15 und 14.15 Uhr und einige Jungrinder (S) noch von 15.00 bis 17.00 Uhr. In der Jungrinder (T)-Gruppe dauerten die Stehperioden von 7.30 bis 8.30 Uhr, von 9.30 bis 12.15 Uhr, von 13.00 bis 14.30 Uhr und von 15.45 bis 17.00 Uhr (Abb. 94).

Abb. 94: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 21. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


141

Frühjahr 1996

Zwischen beiden Gruppen gab es keine großen Unterschiede. Lediglich zwischen 6.45 und 8.30 Uhr und von 8.45 bis 9.15 Uhr standen mehr Jungrinder (S) (Abb. 95).

Abb. 95: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungrindern im 23. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


142

4.4. Einfluß der Aufzuchtform in der Jungkuh- Phase

4.4.1. Lebendmasseentwicklung

Im folgenden Abschnitt, wie auch in den späteren Kapiteln werden die ehemaligen Saugkälber als Jungkühe (S), ihre Nachkommen als Nachkommen (S) bezeichnet. Die ehemaligen Tränkkälber werden dementsprechend als Jungkühe (T) und ihre Nachkommen als Nachkommen (T) bezeichnet.

In der folgenden Tabelle wird die Entwicklung der Lebendmassen vom 24. bis 28. Lebensmonat dargestellt.

Tabelle 39: Entwicklung der Lebendmassen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 24. bis 28. Lebensmonat

Lebens-monat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)


Mittelwert

in kg

Maximum

in kg

Minimum

in kg

Mittelwert

in kg

Maximum in kg

Minimum in kg

24. LM

451

540

388

475

565

433

26. LM

504

563

453

498

544

452

27. LM

513

574

460

525

552

491

28. LM

527

584

484

515

546

470

In der Tabelle, wie auch in der folgenden Abbildung, zeigt sich die relative Ausgeglichenheit der Lebendmassen in beiden Gruppen in der Jungkuh- Phase.

Abb. 96: Entwicklung der Lebendmassen in Abhängigkeit von der Aufzuchtform vom 24. bis 28. Lebensmonat (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


143

Abb. 97: Lebenstagzunahmen pro Gruppe vom 24. bis 28. Lebensmonat

Die Lebenstagzunahmen der Jungkühe (T) liegen in der Jungkuh- Phase bei 572 g/Tier/Tag und die der Jungkühe (S) bei 584 g/Tier/Tag. In der nächsten Abbildung sind die monatlichen Lebenstagzunahmen der beiden Gruppen dargestellt.

Abb. 98: Monatliche Lebenstagzunahmen pro Gruppe vom 24. bis 28. Lebensmonat

Mit Ausnahme des 24. Lebensmonats haben die Jungkühe (S) auch in der Jungkuh- Phase höhere Lebenstagzunahmen.


144

Tabelle 40 gibt den spezifischen Effekt der Aufzuchtvariante in bezug zu den Lebenstagzunahmen an

Tabelle 40: MCA -Werte für die Gewichtsentwicklung vom 24. bis 28. Lebensmonat


Jungkühe (S) (n= 66)

Jungkühe (T) (n= 60)

Gesamtmittelwert in g

756,71

Effekt der Aufzuchtform in g

101,41

-111,56

Varianzanteil der Aufzuchtform

0,608

Der Abstand der Stufenmittel der Lebenstagzunahmen der Gruppen liegt um

213 g/Tier/Tag. Der Varianzanteil der Aufzuchtform liegt bei ca. 61 %.

In folgender Tabelle sind die Lebendmassen der Nachkommen beider Gruppen dargestellt. Aufgrund der Zeitverschiebungen bei den Abkalbungen werden nur die Gewichte des zweiten und dritten Lebensmonats dargestellt.

Tabelle 41: Entwicklung der Lebendmassen der Nachkommen beider Jungkuhgruppen (Mittelwerte; Maximum und Minimum)

Lebens-monat

Nachkommen (S)

Nachkommen (T)


Mittelwert

in kg

Maximum

in kg

Minimum

in kg

Mittelwert

in kg

Maximum in kg

Minimum in kg

2. LM

126

142

97

119

136

74

3. LM

165

190

125

162

182

123

In der Tabelle, wie auch in der Abbildung ist zu erkennen, daß die Nachkommen (S) eine höhere Lebendmasse erreichen als die Nachkommen (T). Die Unterschiede sind aber nicht signifikant.

Abb. 99: Entwicklung der Lebendmassen der Nachkommen beider Jungkuh- Gruppen (Mittelwerte; Maximum und Minimum)


145

4.4.2. Sozialkontakte

Sozialkontakte sind somit zu den gleichaltrigen Tieren und zu den Nachkommen möglich. Die Gruppe der Jungkühe (S) bestand insgesamt aus 22 Tieren und die der Jungkühe (T) aus 20 Tieren.

4.4.2.1. Sozialkontakte zu Gleichaltrigen

4.4.2.1.1. Soziales Lecken

Tabelle 42 zeigt die Anzahl der sozialen Leckkontakte in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 42: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

86

18


0,075

Juli

26.LM

50

11


0,070

August

27.LM

15

35


0,040*

September

28.LM

14

8


0,485

* = signifikante Unterschiede

Nur im 27. Lebensmonat hatten die Jungkühe (T) untereinander mehr soziale Leckkontakte als die Jungkühe (S). In den übrigen Monaten hatten die Jungkühe (S) untereinander mehr Leckkontakte. Für den 27. Lebensmonat sind die Unterschiede zwischen den Gruppen signifikant. Die Unterschiede im 24. und 26. Lebensmonat sind nicht gesichert, zeigen aber klare Tendenzen (Abbildung 100).

Abb. 100: Entwicklung der Häufigkeit von sozialen Leckkontakten zu Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


146

4.4.2.1.2. Gegenseitiges Beriechen

Folgende Tabelle zeigt die Werte für das gegenseitige Beriechen vom 24. bis 28. Lebensmonat.

Tabelle 43: Entwicklung der Häufigkeit des Beriechens von Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

4

0


0,230

Juli

26.LM

1

0


0,353

August

27.LM

0

0

kein Wert


September

28.LM

0

0

kein Wert


* = signifikante Unterschiede

Die Häufigkeiten des gegenseitigen Beriechens sind für die einzelnen Beobachtungsperioden sehr gering. Im 27. und 28. Lebensmonat wurden gar keine Kontakte beobachtet.

4.4.2.1.3. Kopfreiben und Kopfauflegen

Die Aktivitäten Kopfreiben und Kopfauflegen sind in Tabelle 44 zunächst einzeln aufgeschlüsselt.

Tabelle 44: Darstellung (separat) des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Kopfreiben

Anzahl/Lichttag

Kopfauflegen

Anzahl/Lichttag



Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Mai

24.LM

78

34

0

2

Juli

26.LM

55

15

0

0

August

27.LM

14

15

0

0

September

28.LM

1

1

0

0


147

Zusammengefaßt ergeben sich daraus folgende Werte:

Tabelle 45: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

78

36


0,042*

Juli

26.LM

55

15


0,009*

August

27.LM

14

15


0,626

September

28.LM

1

1


0,947

* = signifikante Unterschiede

Im 24. und 26. Lebensmonat haben die Jungkühe (S) untereinander mehr Kontakte im Kopfreiben und gegenseitigem Kopfauflegen als die Jungkühe (T). Die Unterschiede sind signifikant. Im 27. und 28. Lebensmonat ist die Anzahl der Kontakte in beiden Gruppen ausgeglichen.

Abb. 101: Entwicklung der Häufigkeit von Kontakten des Kopfreibens und -auflegens bei Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Deutlich ist eine Reduzierung der Kontakte des Kopfreibens und Kopfauflegens bei gleichaltrigen Tieren mit zunehmendem Alter in beiden Gruppen zu erkennen (siehe Abbildung 101).


148

4.4.2.1.4. Spielerische Kontakte

Tabelle 46 zeigt die Anzahl der spielerischen Kontakte in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 46: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

4

0


0,035*

Juli

26.LM

1

0


0,353

August

27.LM

0

0

kein Wert


September

28.LM

0

0

kein Wert


* = signifikante Unterschiede

Die Anzahl der spielerischen Kontakte im 24. und 26. Lebensmonat ist sehr gering und im 27. und 28. Lebensmonat konnten keine spielerischen Aktivitäten beobachtet werden.

4.4.2.1.5. Affiliative Kontakte

Die nachstehende Tabelle zeigt die Häufigkeiten der affiliativen Kontakte zu Gleichaltrigen in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 46: Entwicklung der Häufigkeit von spielerischen Kontakten mit Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

172

57


0,024*

Juli

26.LM

109

30


0,016*

August

27.LM

29

50

0,112


September

28.LM

17

9

0,388


* = signifikante Unterschiede

Die Jungkühe (S) hatten im 24., 26. und 28. Lebensmonat häufiger affiliative Kontakte zu gleichaltrigen Tieren, im 27. Lebensmonat die Jungkühe (T). Signifikante Unterschiede gibt es im 24. und 26. Lebensmonat (siehe Abbildung 102).


149

Abb. 102: Entwicklung der Häufigkeit von affiliativen Kontakten zu Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Aus dem Diagramm kann man entnehmen, daß die affiliativen Kontakte zu Gleichaltrigen mit zunehmendem Alter immer geringer wurden.

4.4.2.1.6. Gruppenhierarchie

Die Anzahl der Rangauseinandersetzungen in der Jungkuh- Phase sind in Tabelle 48 dargestellt. Um die Entwicklung der Rangauseinandersetzungen zu zeigen, werden die Auseinandersetzungen ab dem 18. Lebensmonat in die Tabelle und die Abbildung einbezogen.

Tabelle 48: Entwicklung der Rangfolgeauseinandersetzungen vom 18. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

November

18.LM

12

7

0,356


Januar

20.LM

4

11


0,167

Februar

21.LM

2

19

0,000*


April

23.LM

41

52

0,396


Mai

24.LM

35

8


0,021*

Juli

26.LM

21

6


0,084

August

27.LM

5

10


0,270

September

28.LM

8

5


0,451

* = signifikante Unterschiede


150

Im 24., 26. und 28. Lebensmonat zeigten die Jungkühe (S) häufiger Rangfolgeaktivitäten als die Jungkühe (T). Allerdings sind die Rangfolgeaktivitäten im 27. und 28. Lebensmonat fast ausgeglichen. Signifikante Unterschiede traten nur im 24. Lebensmonat auf. Im 26. Lebensmonat kann von einer Tendenz ausgegangen werden (siehe Abbildung 103).

Abb. 103: Entwicklung der Rangfolgeauseinandersetzungen vom 18. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Vom 24. bis 28. Lebensmonat fanden in beiden Gruppen kaum Rangfolgeauseinandersetzungen statt.

In den folgenden Abbildungen (Abbildungen 104 und 105) wird die Stabilität der Hierarchiestrukturen in beiden Jungkuhgruppen gezeigt.

Abb. 104: Entwicklung der Rangfolgestabiltät der Jungkühe (T) vom 18. bis 28. Lebensmonat


151

Wie Abbildung 105 zeigt, gibt es auf den beiden vorderen Rangplätzen keine Veränderungen. Rangwechsel gab es auf den Rangplätzen drei bis fünf und acht und neun.

Abb. 105: Entwicklung der Rangfolgestabilität der Jungkühe (S) vom 18. bis 28. Lebensmonat

In der Jungkuh- Phase gab es in der Jungkühe (S) -Gruppe keine Rangwechsel.

4.4.2.1.7. Sexualverhalten

Die folgende Tabelle zeigt die Häufigkeit des auftretenden Sexualverhaltens in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 49: Entwicklung des Sexualverhaltens vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Anzahl/Lichttag

Jungkühe (T)

Anzahl/Lichttag

Mai

24.LM

2

3

Juli

26.LM

0

4

August

27.LM

0

0

September

28.LM

2

0

Sexualverhalten war in beiden Gruppen vom 24. bis 28. Lebensmonat nur sehr selten zu beobachten.

4.4.2.1.8. Verhaltensstörungen

Gegenseitiges Besaugen konnte vom 24. bis 28. Lebensmonat nicht mehr beobachtet werden.


152

4.4.2.1.9. Gesamtkontakte

Die Summen aller sozialen Kontakte zu gleichaltrigen Tieren sind in der folgenden Tabelle aufgezeigt.

Tabelle 50: Entwicklung der gesamten Sozialkontakte zu Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

207

65


0,006*

Juli

26.LM

130

36


0,007*

August

27.LM

34

60


0,059

September

28.LM

25

16


0,434

* = signifikante Unterschiede

Im 24., 26. und 28. Lebensmonat hatten die Jungkühe (S) untereinander mehr Kontakte als die Jungkühe (T). Die Unterschiede im 24. und 26. Lebensmonat sind signifikant. Im 27. Lebensmonat hatten die Jungkühe (T) mehr Kontakte. Gesicherte Unterschiede sind dies allerdings nicht (Abbildung 106).

Abb. 106: Entwicklung der Häufigkeit von Sozialkontakten insgesamt zu Gleichaltrigen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Abbildung 106 zeigt, daß die sozialen Kontakte zu Gleichaltrigen mit zunehmendem Alter in beiden Gruppen geringer wurden.


153

4.4.2.2. Sozialkontakte zu den Nachkommen

4.4.2.2.1. Säugen

In Tabelle 51 sind die Häufigkeiten des Säugens der Nachkommen dargestellt.

Tabelle 51: Entwicklung der Häufigkeiten des Säugens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

129

110

0,222


Juli

26.LM

110

94

0,258


August

27.LM

125

87

0,000*


September

28.LM

98

59

0,000*


* = signifikante Unterschiede

In allen vier Beobachtungsperioden während der Jungkuh- Phase (Abbildung 107) säugten die Jungkühe (S) ihre Nachkommen häufiger. Im 24. und 26. Lebensmonat zeigen sich nur Tendenzen, im 27. und 28. Lebensmonat sind die Unterschiede signifikant.

Abb. 107: Entwicklung der Häufigkeiten des Säugens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)


154

4.4.2.2.2. Duldung des Fremdsaugens

In der folgenden Tabelle sind die Häufigkeiten der Duldung des Fremdsaugens vom 24. bis 28. Lebensmonat dargestellt.

Tabelle 52: Entwicklung der Häufigkeiten der Duldung des Fremdsaugens von Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

2

3


0,696

Juli

26.LM

0

4


0,185

August

27.LM

0

2


0,330

September

28.LM

2

0


0,174

* = signifikante Unterschiede

Beide Gruppen duldeten das Fremdsaugen der Nachkommen nur sehr wenig. Statistisch gesicherte Unterschiede waren nicht festzustellen. Im 24., 26. und 27. Lebensmonat duldeten die Jungkühe (T) das Fremdsaugen häufiger, im 28. Lebensmonat die Jungkühe (S).

4.4.2.2.3. Soziales Lecken

Die Tabelle zeigt die Häufigkeit des sozialen Leckens der Nachkommen in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 53: Entwicklung der Häufigkeiten des Beleckens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

276

277


0,980

Juli

26.LM

183

59


0,000*

August

27.LM

77

55


0,164

September

28.LM

97

28


0,000*

* = signifikante Unterschiede

Im 24. Lebensmonat (Abbildung 108) waren die Leckkontakte zu den Nachkommen in beiden Gruppen ausgeglichen. Vom 25. bis 27. Lebensmonat hatten die Jungkühe (S) eindeutig mehr Leckkontakte zu den Nachkommen als die Jungkühe (T). Signifikant sind die Unterschiede allerdings nur im 26. und 28. Lebensmonat.


155

Abb. 108: Entwicklung der Häufigkeiten des Beleckens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha = 0,05)

4.4.2.2.4. Beriechen

Tabelle 54 zeigt die Häufigkeiten des Beriechens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat.

Tabelle 54: Entwicklung der Häufigkeiten des Beriechens der Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Anzahl/Lichttag

Jungkühe (T) Anzahl/Lichttag

Mai

24.LM

0

1

Juli

26.LM

2

0

August

27.LM

0

1

September

28.LM

0

0

Das Beriechen der Nachkommen konnte nur sehr wenig beobachtet werden. Eine statistische Auswertung wurde aus diesem Grunde nicht durchgeführt.


156

4.4.2.2.5. Kopfreiben und Kopfauflegen

Zunächst wird das Kopfreiben und -auflegen bei den Nachkommen in der folgenden Tabelle einzeln dargestellt.

Tabelle 55: Darstellung (separat) des Kopfreibens und -auflegens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebens-monat

Kopfreiben

Anzahl/Lichttag

Kopfauflegen

Anzahl/Lichttag



Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Mai

24.LM

2

3

0

0

Juli

26.LM

14

7

3

0

August

27.LM

9

11

0

0

September

28.LM

8

9

0

0

In der folgenden Tabelle wurden die beiden Aktivitäten zusammengefaßt.

Tabelle 56: Entwicklung der Häufigkeiten des Kopfreibens und Kopfauflegens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

2

3

0,696


Juli

26.LM

17

7

0,213


August

27.LM

9

11

0,675


September

28.LM

8

9

0,789


* = signifikante Unterschiede

Die Häufigkeiten in beiden Gruppen waren ausgeglichen. Im 26. Lebensmonat deutet sich die Tendenz an, daß die Jungkühe (S) mehr auf diese Weise mit ihren Nachkommen kommunizierten.


157

Abb. 109: Entwicklung der Häufigkeiten des Kopfreibens und Kopfauflegens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.4.2.2.6. Gemeinsames Liegen

Die Jungkühe (T) lagen im 24. Lebensmonat häufiger bei ihren Nachkommen, im 26. Lebensmonat die Jungkühe (S). In den übrigen Beobachtungsperioden sind die Häufigkeiten ausgeglichen. Signifikante Unterschiede zwischen beiden Gruppen gab es nicht (siehe Tabelle 57 und Abbildung 110).

Tabelle 57: Entwicklung der Häufigkeiten des Liegens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

28

39

0,307


Juli

26.LM

15

11

0,644


August

27.LM

4

5

0,754


September

28.LM

5

5

0,881


* = signifikante Unterschiede


158

Abb. 110: Entwicklung der Häufigkeiten des Liegens bei den Nachkommen vom 24. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.4.2.2.7. Gemeinsames Stehen

Die Häufigkeiten des Stehens bei den eigenen Nachkommen sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Tabelle 58: Entwicklung der Häufigkeiten des Stehens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

85

115

0,233


Juli

26.LM

65

36

0,025*


August

27.LM

53

49

0,653


September

28.LM

40

27

0,311


* = signifikante Unterschiede

Mit Ausnahme des 24. Lebensmonats standen die Jungkühe (S) häufiger bei ihren Nachkommen als die als Tränkkälber aufgewachsenen Mütter. Signifikante Unterschiede gab es nur im 26. Lebensmonat (siehe Abbildung 111).


159

Abb. 111: Entwicklung der Häufigkeiten des Stehens bei den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.4.2.2.8. Gemeinsames Grasen

Lediglich im ersten Lebensmonat der Nachkommen grasten die Jungkühe (T) häufiger mit ihren Nachkommen als die Jungkühe (S). Das zeigt die nächste Tabelle.

Tabelle 59: Entwicklung der Häufigkeiten des Grasens mit den eigenen Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

15

19

0,588


Juli

26.LM

10

1

0,003*


August

27.LM

6

2

0,202


September

28.LM

10

8

0,787


* = signifikante Unterschiede


160

Abb. 112: Entwicklung der Häufigkeiten des Grasens mit den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Signifikante Unterschiede gab es nur im 26. Lebensmonat (siehe Abbildung 112).

4.4.2.2.9. Gemeinsames Laufen

Die Tabelle 60 zeigt die Häufigkeiten des gemeinsamen Laufens mit den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat.

Tabelle 60: Entwicklung der Häufigkeiten des Laufens mit den eigenen Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

23

6

0,049*


Juli

26.LM

9

1


0,003*

August

27.LM

3

7


0,202

September

28.LM

7

8

0,644


* = signifikante Unterschiede

Im 24. und 26. Lebensmonat liefen die Jungkühe (S) häufiger mit ihren Nachkommen. Die Unterschiede sind signifikant. Im 27. Lebensmonat liefen die Jungkühe (T) häufiger mit ihren Nachkommen. Der 28. Lebensmonat war fast ausgeglichen (siehe Abbildung 113).


161

Abb. 113: Häufigkeitssumme des Laufens mit den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha = 0,05)

4.4.2.2.10. Stoßen fremder Nachkommen

Folgende Tabelle zeigt die Häufigkeiten des Stoßens fremder Nachkommen in der Jungkuh- Phase.

Tabelle 61: Entwicklung der Häufigkeiten des Stoßens fremder Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

3

9


0,218

Juli

26.LM

15

4


0,039*

August

27.LM

6

2


0,202

September

28.LM

2

8


0,225

* = signifikante Unterschiede

Die Jungkühe (S) stießen fremde Nachkommen im 26. und 27. Lebensmonat häufiger als die Jungkühe (T). Im 24. und 28. Lebensmonat stießen die Jungkühe (T) häufiger die fremden Nachkommen. Signifikante Unterschiede gab es nur im 26. Lebensmonat (siehe Abbildung 114).


162

Abb. 114: Häufigkeitssumme des Stoßens fremder Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

4.4.2.2.11. Gesamtkontakte

Die gesamten Sozialkontakte zu den Nachkommen sind in der nachstehenden Tabelle zusammengefaßt.

Tabelle 62: Entwicklung der Häufigkeiten von Sozialkontakten insgesamt zu den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



Anzahl/Lichttag

Anzahl/Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

601

591

0,893


Juli

26.LM

432

219

0,000*


August

27.LM

286

222

0,026*


September

28.LM

269

154

0,003*


* = signifikante Unterschiede

Die Jungkühe (S) hatten ab dem 26. Lebensmonat häufiger Sozialkontakte zu ihren Nachkommen. Die Unterschiede sind mit Ausnahme des 24. Lebensmonats signifikant (siehe Abbildung 115).


163

Abb. 115: Häufigkeitssumme von Sozialkontakten insgesamt zu den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

In der folgenden Tabelle sind die Zeiten dargestellt, die die Mütter vom 24. bis 28. Lebensmonat mit ihren Nachkommen verbrachten. Die Dauer der einzelnen Aktivitäten gegenüber den Nachkommen sind darin zusammengefaßt.

Tabelle 63: Entwicklung der Tagessummen gemeinsam verbrachter Zeit mit den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Mai

24.LM

276

228

0,202


Juli

26.LM

138

89


0,023*

August

27.LM

97

77

0,112


September

28.LM

98

45

0,002*


* = signifikante Unterschiede

Die Jungkühe (S) verbrachten mehr Zeit gemeinsam mit ihren Nachkommen, als die Jungkühe (T). Signifikante Unterschiede gab es im 26. und 28. Lebensmonat.


164

Abb. 116: Entwicklung der Tagessummen gemeinsam verbrachter Zeit mit den Nachkommen vom 24. bis 28. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform (Mittelwert mit Konfidenzint. alpha= 0,05)

Die gemeinsam verbrachte Zeit nimmt in beiden Gruppen von 24. bis zum 28. Lebensmonat ab (siehe Abbildung 116).


165

4.4.3. Analysen der Verhaltensweisen

Die Jungkühe (T) kalbten erst ca. einen Monat später ab. So ist es nicht möglich für alle Monate der Jungkuh- Phase die Dauer der Aktivitäten miteinander zu vergleichen. Möglich ist dies nur für den 26. und 27. Lebensmonat.

4.4.3.1. Fressen

Die nachstehende Tabelle zeigt die Tagessummen des Fressens für die unterschiedlich aufgezogenen Mütter.

Tabelle 64: Entwicklung der Tagessummen für das Fressen im 26. und 27. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juli

26.LM

539

499

0,040*


August

27.LM

706

500

0,000*


* = signifikante Unterschiede

Die Unterschiede zwischen beiden Gruppen sind in den beiden Monaten signifikant.

4.4.3.2. Liegen

In Tabelle 65 ist die Dauer des Liegens dargestellt.

Tabelle 65: Entwicklung der Tagessummen für das Liegen im 26. und 27. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juli

26.LM

268

345


0,040*

August

27.LM

256

263


0,219

* = signifikante Unterschiede

Die Jungkühe (T) lagen in beiden Monaten länger. Die Unterschiede im 26. Lebensmonat sind gesichert.


166

4.4.3.3. Stehen

Die Dauer des Stehens ist in Tabelle 66 dargestellt.

Tabelle 66: Entwicklung der Tagessummen für das Stehen im 26. und 27. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Monat

Lebensmonat

Jungkühe (S)

Jungkühe (T)

Irrtumswahr-scheinlichkeit



min./Lichttag

min./Lichttag

einf. ANOVA

t - Test

Juli

26.LM

153

90

0,000*


August

27.LM

58

87

0,017*


* = signifikante Unterschiede

Im 26. Lebensmonat standen die Jungkühe (S) länger, im 27. Lebensmonat die Jungkühe (T). Die Unterschiede sind in beiden Monaten signifikant.


167

4.4.4. Verhaltensrhythmik

4.4.4.1. Klimaverhältnisse in der Jungkuh- Phase

Die Abbildung 117 zeigt, daß lediglich die Lufttemperatur an den verschiedenen Beobachtungstagen ähnlich war. Unterschiede gab es bei der relativen Luftfeuchte, der Windgeschwindigkeit und der Globalstrahlung.

Abb. 117: Vergleich der Klimaverhältnisse an den Beobachtungstagen für den Beobachtungszeitraum vom 26. und 27. Lebensmonat (Jungkühe (S): rot; Jungkühe (T): grün)

rel. Luftfeuchte in%

Lufttemperatur in °C

Windgeschwindigkeit in m/s

Globalstrahlung in W/m²*10

4.4.4.2. Fressen

Analog zu Kapitel 4.4.3 wird die Verhaltensrhythmik nur im 26. und 27. Lebensmonat verglichen.

Die Verlaufskurve der Freßaktivität weist zwischen 8.00 und 12.30 Uhr deutliche Unterschiede auf. Zwischen 8.00 und 9.45 Uhr fressen die Jungkühe (T), während die Jungkühe (S) eine Freßpause einlegen und zwischen 9.45 und 12.30 Uhr fressen mehr Jungkühe (S) als Jungkühe (T). Von 17.45 bis 19.45 Uhr fressen ebenfalls mehr Jungkühe (S). Beide Gruppen hatten drei Freßperioden, wobei die Amplituden der Freßperioden der Jungkühe (S) stärker ausgeprägt waren (siehe Abbildung 118).


168

Abb. 118: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungkühen im 26. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Aus der folgenden Abbildung sind erneut deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen zu erkennen.

Abb. 119: Tageszeitlicher Verlauf des Fressens von Jungkühen im 27. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Im 27. Lebensmonat sind die Aktivitätskurven sehr verschieden. Die Jungkühe (S) hatten vier Freßperioden von Sonnenaufgang bis 7.30 Uhr, von 9.45 bis 13.30 Uhr, von 15.30 bis 16.15 Uhr und von 17.15, mit einer kleinen Pause von 18.30 bis 18.45 Uhr, bis in die Dunkelheit. In der Jungkühe (T)- Gruppe gab es fünf Freßphasen. Sie dauerten von Sonnenaufgang bis 6.45 Uhr, von 8.30 bis 10.15 Uhr, von 12.00 bis 15.00 Uhr, von 16.00 bis 17.15 Uhr und von 17.45 Uhr bis in die Dunkelheit.


169

4.4.4.3. Liegen

Auch beim Liegen gab es im 26. Lebensmonat erhebliche Unterschiede. Die Jungkühe (S) hatten stärker ausgeprägte Liegeperioden als die Jungkühe (T) (siehe Abbildung 120).

Abb. 120: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungkühen im 26. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform

Sie hatten drei Liegeperioden von 7.30 bis 10.00 Uhr, von 12.45 bis 14.15 Uhr und einige Jungkühe (S) lagen von15.45 bis 17.00 Uhr. Von 7.30 bis 9.00 Uhr und von 9.45 bis 12.00 Uhr hatten die Jungkühe (T) zwei Liegeperioden. Am Nachmittag lagen stets einige Jungkühe (T).

Abb. 121: Tageszeitlicher Verlauf des Liegens von Jungkühen im 26. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


170

Die Tagesverlaufskurven zwischen beiden Gruppen sind leicht verschoben. Die Jungkühe (S) hatten zwischen 7.45 und 9.45 Uhr und von 13.45 bis 15.30 Uhr zwei ausgeprägte Liegeperioden. Zwischen 11.30 und 12.15 Uhr und zwischen 16.15 und 17.15 Uhr lagen einige Tiere. Bei den Jungkühen (T) gab es zwischen 7.00 und 8.45Uhr und zwischen 10.00 und 15.45 Uhr (zwischen 12.00 und 15.00 Uhr ist die Amplitude der Liegeperiode etwas schwächer) ausgeprägte Liegeperioden. Zwischen 17.15 und 18.15 Uhr lagen nur einige Tiere (siehe Abbildung 121).

4.4.4.4. Stehen

Die Verlaufskurve ist weitgehend gleich. Unterschiede gab es nur zwischen 18.30 und 21.00 Uhr. Im Tagesverlauf gab es einige kleine Phasen, in denen in den beiden Gruppen mehr Tiere zusammen standen.

Abb. 122: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungkühen im 26. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


171

Deutliche Unterschiede zwischen beiden Gruppen sind im 27. Lebensmonat nicht zu erkennen. Die Verlaufskurven beider Gruppen ähneln sich sehr. Aber es gab kleine Unterschiede zwischen 8.15 und 8.45 Uhr, 10.45 und 11.15 Uhr, 12.15 und 12.45 Uhr, 16.15 und 16.45 Uhr und zwischen 19.30 und 20.15 Uhr (siehe Abbildung 123).

Abb. 123: Tageszeitlicher Verlauf des Stehens von Jungkühen im 27. Lebensmonat in Abhängigkeit von der Aufzuchtform


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Mon May 3 16:40:15 1999