1 Einleitung

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Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist der häufigste gutartige Tumor des erwachsenen Mannes. Sie zeigt eine deutliche Altersabhängigkeit, so dass auch in unserer zunehmend alternden Gesellschaft die Prävalenz der histologisch nachweisbaren BPH ansteigt. Zunehmend sind folglich auch die mit ihr assoziierten klinischen Probleme, wenn die gutartige Prostatavergrößerung (BPE: Benign prostatic enlargement) zur Blasenauslassobstruktion (BOO: Bladder outlet obstruction) führt und dadurch Miktionsbeschwerden (LUTS: Lower urinary tract symptoms) verursacht.

Ab dem dreißigsten Lebensjahr sind histologische Veränderungen in Form einer BPH zu beobachten, die ab dem 60igsten Lebensjahr bei mehr als 50% der Männer nachweisbar sind (Berry et al. 1984).

Derzeit leiden circa 25% der 40-79 jährigen Männer an Miktionsbeschwerden, die ihre Lebensqualität beeinträchtigen. Für das Jahr 2025 wird der Anteil auf 50% geschätzt (McNicholas, 1999).

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Bis in die 90iger Jahre war die transurethrale Resektion der Prostata (TURP) die Methode der Wahl zur operativen Behandlung von LUTS bei Prostatae mit einem geschätzten Gewicht von weniger als 100 Gramm. Die TURP hat seit ihrer Einführung in den 20iger Jahren einen wesentlichen Beitrag zur Bildung der Urologie als eigene Fachrichtung beigetragen und ist heute noch die am häufigsten durchgeführte urologische Operation.

Allerdings begann schon vor etlichen Jahren wegen der Morbidität der TURP (5-10% „major morbidity“ (Donovan et al, 1994) und bis zu 15-20% Gesamtmorbidität (Mebust et al, 1989)) die Suche zunächst nach weniger invasiven und in den letzten Jahren zugleich auch kostengünstigeren Methoden.

Obwohl durch die Einführung medikamentöser Therapien (5-alpha-Reduktase- Hemmer und alpha-1-Blocker) und weniger invasiver Operationen die Anzahl der TURP deutlich abgenommen hat, gilt die TURP bezüglich ihrer klinischen Effektivität jedoch weiterhin als der „gold standard“ der operativen Therapie der BPH (Madersbacher et Marberger, 1999).

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1996 entwickelten P. Gilling und M. Fraundorfer die Methode der Holmium-Laser- Resektion der Prostata (HoLRP) (Gilling et al, 1996), die sie später durch Änderung des Operationsverfahrens und Einführung eines Gewebemorcellators zur Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP) (Gilling et al, 1998) modifizierten.

Bei der spezifischen Wellenlänge des Holmium:Yttrium-Aluminium-Garnett Laser (Holmium:YAG Laser) kann mit Hilfe einer Laserfaser endoskopisch und in flüssiger Umgebung Gewebe präzise exzidiert, abladiert und vaporisiert werden. Der Laser sorgt dabei durch simultane Koagulation der Gefäße für eine ausreichende Blutstillung (Larizgoitia et Pons, 1999). Da bei der HoLEP ähnlich wie bei der TURP obstruierendes Prostatagewebe sofort und unter endoskopischer Kontrolle abgetragen werden kann, tritt der Therapieerfolg umgehend nach der Operation ein.

Zur Beantwortung der Frage, ob die HoLEP eine Alternativtherapie zur Standardmethode TURP ist bzw. welche messbaren Unterschiede die beiden endoskopischen Verfahren bezüglich ihrer Morbidität und postoperativen funktionellen Ergebnissen aufweisen, führten wir eine prospektive randomisierte klinische Studie durch bei urodynamisch nachgewiesen obstruierten Patienten mit einer BPH von weniger als 100 g im transrektalen Ultraschall durch.


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28.08.2006