9 Zusammenfassung

↓97

Bei der Auswertung unserer Ergebnisse zeigt sich, dass die HoLEP ein schonendes, effektives endoskopisches Verfahrenen ist. Die erarbeiteten Vorteile der HoLEP gegenüber der TURP lassen sich überwiegend auf die hämostatischen Eigenschaften der Holmiumwellenlänge zurückführen. Der signifikant reduzierte intraoperative Blutverlust führt zu einer reduzierten Transfusionsrate und reduzierten Bedarf an postoperativer Blasenspülung. Dadurch muss der transurethrale Spülkatheter nur halb so lange wie bei der TURP verweilen und der Krankenhausaufenthalt des Patienten kann signifikant verkürzt werden. Analog dazu sinken der Pflegebedarf und die benötigten Materialkosten. Demgegenüber steht eine signifikant längere Operationszeit der HoLEP verglichen zur TURP. Die Einführung eines Gewebemorcellators soll in Zukunft die zeitaufwendige Zerkleinerung des Adenoms mit der Schlinge am Ende der HoLEP ersetzen und effizienter machen und erlaubt bereits jetzt die HoLEP bei sehr großen Prostatae.

Eine neue prospektive Vergleichstudie HoLEP unter Verwendung des Gewebemorcellator versus TURP steht aus. Die Verwendung von intraoperativ isotonischer Kochsalzlösung reduziert, trotz längerer Operationszeiten bei der HoLEP das Risiko eines TUR-Syndroms. Es trat weder in unserem Kollektiv noch in sonstigen Publikationen zur HoLEP auf. Unter geringerer perioperativer Morbidität wird bei der HoLEP wie bei der TURP Prostatagewebe abgetragen. Dieses kann histologisch aufgearbeitet werden. Der Therapieerfolg setzt umgehend ein und erscheint in unserem Kollektiv anhaltend, tendenziell besser als bei der TURP. Die postoperativen Spätkomplikationen unterscheiden sich nicht. Somit kann die HoLEP eine ernsthafte Alternative zur TURP und auch zur suprapubischen Adenomenukleation bei großen Proatatae darstellen. Zur endgültigen Klärung des therapeutischen Stellenwerts der HoLEP sind weitere Langzeit-Follow ups und der multizentrische Einsatz des Lasers notwendig. Dann ist die HoLEP nicht nur als Alternative zur TURP, sondern als der „neue Goldstandard“ in der chirurgischen Therapie der obstruktiven BPH zu diskutieren.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
28.08.2006