3 Ergebnisse

3.1 Voruntersuchungen mit Spargelsämlingen

3.1.1 Wachstumsverlauf von Sämlingen im Freiland

↓35

Die Gesamtlänge des Laubes von Spargelsämlingen verdoppelte sich nahezu von August mit rund 200cm pro Pflanze bis September auf knapp 400cm (Abbildung 4). Von September bis November konnte keine Zunahme mehr verzeichnet werden. Die FM des Laubes zeigte jedoch einen anderen Verlauf auf (Abbildung 5). Hier war bis Oktober eine Zunahme der Laubmasse festzustellen. Mit beginnender Abreife im November fiel diese dann wieder stark ab.

Abbildung 4: Zunahme der Gesamtlänge der Triebe pro Pflanze von Spargelsämlingen im Jahr 2002 (n = 40) im Freiland

↓36

Abbildung 5: Verlauf der FM des Laubes pro Pflanze von Spargelsämlingen in den Jahren 2001 (n = 10) und 2002 (n = 40) im Freiland

Die Kronen-FM zeigte in den beiden Untersuchungsjahren einen unterschiedlichen Verlauf. Im Jahre 2001 nahm die FM von August bis in den November kontinuierlich bis etwa 150 g pro Pflanze zu (Abbildung 6). Im Jahr 2002 hingegen war ab Oktober kaum mehr Zuwachs zu verzeichnen. In Kombination mit einem langsameren Anstieg der Kronen-FM im Sommer ergaben sich im Vergleich der beiden Jahre in 2002 nur etwa halb so große Pflanzmassen wie in 2001.

Die Verläufe der Kronen-FM der beiden Jahre verlaufen nicht parallel mit der Anzahl der Wurzeln. Zwar waren in 2001 mehr Wurzeln zu finden (Abbildung 7), die Unterschiede waren aber weitaus weniger ausgeprägt. Auffallend war auch, dass in 2001 trotz deutlicher Zunahme der Kronen-FM von September bis November kaum ein Anstieg der Wurzelanzahl festzustellen war. Die Gewichtszunahme im Herbst fand nicht über weitere Wurzelbildung statt, sondern über Zuwachs der vorhandenen Wurzeln.

↓37

Abbildung 6: Zunahme der Kronen-FM pro Pflanze von Spargelsämlingen in den Jahren 2001 (n = 10) und 2002 (n = 40) im Freiland

Abbildung 7: Zunahme der Anzahl Wurzeln pro Pflanze von Spargelsämlingen in den Jahren 2001 (n = 10) und 2002 (n = 40) im Freiland

Der Gehalt an löslichen RKH wies im Jahr 2002 keine gravierenden Zunahmen auf (Abbildung 8). Nachdem er von Anfang August bis Anfang September mit etwa 16% Brix relativ konstant blieb, war von September bis Oktober ein signifikanter Anstieg auf etwa 22% Brix festzustellen. Im weiteren Verlauf von Oktober bis November veränderte sich der Gehalt unerheblich und nicht signifikant.

↓38

Abbildung 8: Verlauf des Gehaltes an löslichen RKH bei Spargelsämlingen im Jahr 2002 (n = 20) im Freiland

3.1.2 Krautschnitt bei Sämlingen zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Freiland

Bei einem Krautschnitt Anfang August kam es zu einem starken Neuaustrieb der Sämlinge, der am Ende der Vegetationsperiode kaum mehr von der Laubmenge der nicht abgeschnittenen Pflanzen zu unterscheiden war. Der Neuaustrieb ab Anfang September war gering, ab Oktober war in beiden Versuchsjahren kein Austrieb mehr zu beobachten.

Die FM der Pflanzen bei Rodung im Frühjahr des Folgejahres korrelierte stark mit dem Zeitpunkt der Krautentfernung. Signifikante Unterschiede ergaben sich jeweils beim Vergleich der Termine im August und September mit den späteren Zeitpunkten Oktober bis Dezember (Tabelle 15). Im Vergleich der beiden Versuchsjahre war im Jahr 2002 eine signifikant höhere FM festzustellen. Gleiches galt auch für die Anzahl der Wurzeln pro Pflanze. Innerhalb der Krautschnitttermine ergab sich nur zwischen August und den späteren Zeitpunkten eine signifikant verminderte Anzahl Wurzeln.

↓39

Bezüglich des Gehaltes an löslichen RKH im Frühjahr des Folgejahres waren deutliche Unterschiede gegeben. Beim Vergleich aller Termine mit Ausnahme der Krautschnitte im August und Dezember ergaben sich hier signifikante Unterschiede. Eine Krautentfernung bei Sämlingen Anfang August führte zu Pflanzen mit einer deutlich geringeren FM und weniger Wurzeln, aber gleichem Gehalt an RKH im Folgejahr.

Tabelle 15: Kronenmerkmale einzelner Spargeljungpflanzen im Frühjahr bei vollständiger Krautentfernung zu unterschiedlichen Terminen im Anzuchtjahr

 

FM Kronen [g]

Anzahl Wurzeln

Lösliche RKH [% Brix]

Krauten t fernung

   

Anfang August

50 b

22,8 b

23,1 a

Anfang September

59 b

27,8 a

7,2 d

Anfang Oktober

91 a

29,9 a

16,7 c

Anfang November

96 a

30,8 a

21,1 b

Anfang Dezember

97 a

28,6 a

24,4 a

HSD (5%)

17

4,3

1,8

Jahr

   

2001

100

31,4

18,8

2002

57

24,6

18,2

HSD (5%)

7

1,9

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2 Untersuchungen mit einjährigen Spargelpflanzen

3.2.1 Wachstumsverlauf im ersten Standjahr in Gefäßen

Die Zunahme der Gesamtlänge der Triebe verlief in den beiden Jahren unterschiedlich (Abbildung 9). Im Jahr 2001 nahm sie von etwa 200cm Anfang Juni auf 800cm bis Anfang September zu, wo hingegen der Anstieg im Jahr 2003 wesentlich geringer war. Hier erreichte er bis Anfang September nur eine Gesamtlänge von rund 400cm.

↓40

Die Anzahl der Triebe pro Pflanze zeigte einen vergleichbaren Verlauf wie die Gesamtlänge auf (Abbildung 10). So waren im Juni in beiden Jahren im Schnitt rund zwei Triebe pro Pflanze vorhanden. Im Jahr 2001 stieg diese aber bis September auf bis zu zehn Trieben, im Jahr 2003 nur auf knapp vier an.

Abbildung 9: Zunahme der Gesamtlänge der Triebe pro Pflanze bei Spargelpflanzen im ersten Standjahr in den Jahren 2001 (n = 5) und 2003 (n = 10) in Gefäßen

Abbildung 10: Zunahme der Anzahl der Triebe pro Pflanze bei Spargelpflanzen im ersten Standjahr in den Jahren 2001 (n = 5) und 2003 (n = 10) in Gefäßen

↓41

Die FM der Kronen zu den einzelnen Probenahmen jeweils am Anfang des Monats zeigten sich in beiden Jahren nahezu identisch (Abbildung 11). Die ursprüngliche Pflanzmasse im Frühjahr von 100g war Anfang Juni noch nicht angewachsen. Bis zum November wuchs diese dann annähernd linear auf etwa 450g pro Pflanze an.

Der Zuwachs der Anzahl der Wurzeln war im Jahr 2001 deutlicher ausgeprägt als im Jahr 2003 (Abbildung 12). Von der in beiden Jahren nahezu identischen Anzahl von 30 Wurzeln pro Pflanze im Juni stieg sie im Jahr 2001 auf über 120, in 2003 auf nur rund 80 Stück, obwohl die Zunahme und die Höhe der Kronen-FM in beiden Jahren nahezu identisch war.

Der Gehalt an löslichen RKH wies im Jahr 2003 nur im Vergleich zwischen der Probenahme Anfang Juni und den Proben der späteren Monaten Unterschiede auf (Abbildung 13). War er im Juni mit 13% Brix noch relativ niedrig, blieb er ab Juli mit einem Wert von etwa 23-25% Brix relativ konstant.

↓42

Abbildung 11: Zunahme der Kronen-FM pro Pflanze bei Spargelpflanzen im ersten Standjahr in den Jahren 2001 (n = 5) und 2003 (n = 10) in Gefäßen

Abbildung 12: Zunahme der Anzahl der Wurzeln pro Pflanze bei Spargelpflanzen im ersten Standjahr in den Jahren 2001 (n = 5) und 2003 (n = 10) in Gefäßen

Abbildung 13: Verlauf des Gehaltes an löslichen RKH bei Spargelpflanzen im ersten Standjahr Jahr 2003 (n = 10) in Gefäßen

3.2.2 Grundsätzliche methodische Untersuchungen in Gefäßen

3.2.2.1  Zusammenhänge von Laub- und Kronenmerkmalen im ersten Standjahr

↓43

Bei Betrachtung aller erfaßten Laubmerkmale in Gefäßen im Jahre 2002 ergab sich eine Vielzahl von Korrelationen untereinander (Tabelle 16; Anhang Abbildungen 3-18). Enge Beziehungen herrschten jeweils zwischen den vergleichbaren Laubmerkmalen Anzahl der Triebe (R² = 0,61), maximale Trieblänge (R² = 0,68) und Gesamtlänge der Triebe (R² = 0,65) im Sommer und im Herbst. Ebenfalls im Sommer und Herbst 2002 bedingte eine hohe Anzahl auch eine hohe Gesamtlänge der Triebe (R² = 0,67 bzw. 0,86) sowie eine hohe maximale Länge auch eine hohe mittlere Länge im Herbst (R² = 0,63 bzw. 0,67). Bezüglich der Laubmerkmale im Sommer zeigte sich ein Zusammenhang zwischen der maximalen Länge und der Gesamtlänge (R² = 0,68), der im Herbst nicht mehr festzustellen war. Die TM des Laubes im Herbst hing mit R² = 0,58 im Sommer und R² = 0,59 im Herbst mit der Gesamtlänge des Laubes zusammen. Zusätzlich korrelierte noch die mittlere Länge mit dem mittleren Durchmesser der Triebe im Herbst (R² = 0,64). Somit korrelierte im Jahr 2002 jedes Laubmerkmal mit R² > 0,5 mit mindestens einem weiteren Merkmal.

Nicht alle engeren Beziehungen von Laubmerkmalen untereinander im Jahr 2002 ließen sich im Folgejahr wiederfinden (Tabelle 16, Anhang Abbildungen 3-18). So konnten im Jahr 2003 keine Zusammenhänge zwischen der Anzahl Triebe im Sommer mit anderen Laubmerkmalen festgestellt werden. Die maximale Trieblänge pro Pflanze im Sommer zeigte mit R² = 0,71 eine starke Korrelation mit der Gesamtlänge der Triebe im Sommer und eine weniger starke mit der mittleren Länge (R² = 0,52) und der TM des Laubes (R² = 0,50) im Herbst. Letztere beiden Laubmerkmale standen ebenfalls in enger Beziehung zur Gesamtlänge der Triebe im Sommer (R² = 0,55 bzw. 0,57). Eine hohe Anzahl Triebe im Herbst führte ähnlich wie im Jahr 2002 zu einer höheren Gesamtlänge der Triebe (R² = 0,69), welche wiederum eine höhere TM des Laubes im Herbst bewirkte (R² = 0,60). Im Gegensatz zum Jahr 2002 korrelierte im Jahr 2003 die maximale Trieblänge im Herbst nicht nur mit der mittleren Länge (R² = 0,74), sondern auch dem mittleren Durchmesser der Triebe (R² = 0,60) und der TM des Laubes (R² = 0,59). Eine enge Beziehung mit R² = 0,77 zeigte sich ähnlich wie im Jahr 2002 auch in 2003 zwischen der durchschnittlichen Länge aller Triebe und dem Durchmesser der Triebe pro Pflanze. Im Gegensatz zum Jahr 2002 korrelierte in 2003 die mittlere Trieblänge mit der TM des Laubes im Herbst (R² = 0,50).

Tabelle 16: Korrelationen (R²) verschiedener Laubmerkmale im ersten Standjahr 2002 (n = 15x5) und 2003 (n = 25x5) in Gefäßen

   

Triebe im Sommer

 

Triebe im Herbst

     
  

Jahr

Maximale Länge

Gesamtlänge

Anzahl

Maximale Länge

Gesamtlänge

Mittlere Länge

  

2002

0,30

0,67

0,61

0,26

0,47

0,10

0,01

0,24

  

2003

0,33

0,29

0,13

0,10

0,02

0,25

0,20

0,14

  

2002

 

0,68

0,11

0,68

0,32

0,63

0,43

0,42

  

2003

 

0,71

0,05

0,46

0,20

0,52

0,29

0,50

  

2002

  

0,47

0,35

0,65

0,14

0,18

0,58

  

2003

  

0,13

0,42

0,33

0,55

0,31

0,57

  

2002

   

0,15

0,86

0,02

0,07

0,34

  

2003

   

0,06

0,69

0,08

0,18

0,16

  

2002

    

0,39

0,67

0,25

0,40

  

2003

    

0,21

0,74

0,60

0,59

  

2002

     

0,16

0,01

0,59

  

2003

     

0,09

0,07

0,60

  

2002

      

0,64

0,35

  

2003

      

0,77

0,50

  

2002

       

0,33

  

2003

       

0,36

  

↓44

Bezüglich der Gehalte an löslichen RKH waren in beiden Jahren keine Zusammenhänge mit anderen Kronenmerkmalen gegeben (Tabelle 17). Die nur im Jahr 2002 erfasste Anzahl der dünnen Knospen korrelierte ebenfalls mit keinem anderen erfassten Kronenmerkmal.

Bei Betrachtung der weiteren Kronenmerkmale fiel auf, dass beim Vergleich untereinander engere Beziehungen (R² > 0,50) immer in beiden Versuchsjahren zu finden waren. Zusammenhänge bestanden wechselseitig zwischen der FM der Krone, der Anzahl Wurzeln, Knospenbündel und dicken Knospen (Tabelle 17, Anhang Abbildungen 19-24). Bei einer höheren Anzahl Wurzeln waren auch entsprechend mehr Knospenbündel (R² = 0,64 bzw. 0,79) und dicke Knospen (R² = 0,59 bzw. 0,85) zu finden. Ein noch engeres Verhältnis bestand mit R² = 0,78 im Jahr 2002 und R² = 0,83 im Jahr 2003 zwischen der FM der Kronen und der Anzahl der Wurzeln im Herbst. Eine hohe FM der Krone bedingte ferner eine hohe Anzahl Knospenbündel (R² = 0,69 bzw. 0,57) und dicke Knospen (R² = 0,57 bzw. 0,79). Bei einer höheren Anzahl Knospenbündel waren auch entsprechend mehr dicke Knospen zu finden (R² = 0,74 bzw. 0,68).

Tabelle 17: Korrelationen (R²) verschiedener Kronenmerkmale im ersten Standjahr 2002 (n = 15) und 2003 (n = 25) in Gefäßen

    

Anzahl im Herbst

    
  


Jahr

lösliche RKH Herbst

Wurzeln

Knospenbündel

Dicke Knospen

Dünne Knospen

FM Krone im Herbst

2002

0,44

0,40

0,09

0,25

0,10

0,46

  

2003

0,11

0,29

0,18

0,36

-

0,35

  

2002

 

0,18

0,17

0,06

0,03

0,26

  

2003

 

0,08

0,03

0,03

-

0,01

  

2002

  

0,64

0,59

0,13

0,78

  

2003

  

0,79

0,85

-

0,83

  

2002

   

0,74

0,01

0,69

  

2003

   

0,68

-

0,57

  

2002

    

0,11

0,57

  

2003

    

-

0,79

  

2002

     

0,18

  

2003

     

-

  

- = nicht erfasst

↓45

Die Betrachtung der Zusammenhänge der Laub- und Kronenmerkmale von einjährigen Spargelpflanzen wies vergleichsweise wenige enge Korrelationen auf (Tabelle 18, Anhang Abbildungen 25-37). So brachte die Betrachtung der Anzahl der Triebe weder im Sommer noch im Herbst sowie der mittleren Länge und Durchmesser der Triebe im Herbst in beiden Jahren keine engere Beziehung zu den erfassten Kronenmerkmalen. Auf der anderen Seite war kein ausgeprägter Einfluss eines Laubmerkmales auf die Anzahl der dünnen Knospen im Jahr 2002 gegeben.

Tabelle 18: Korrelationen (R²) verschiedener Kronen- und Laubmerkmale im ersten Standjahr 2002 (n = 15x5) und 2003 (n = 25x5) in Gefäßen

   

Lösliche RKH

Anzahl im Herbst

     
  


Jahr

Frühjahr

Herbst

Wurzeln

Knospenbündel

Dicke Knospen

Dünne Knospen

 

2002

0,02

0,11

0,41

0,43

0,22

0,08

0,34

  

2003

0,05

0,06

0,03

0,13

0,02

-

0,01

  

2002

0,37

0,35

0,21

0,30

0,20

0,12

0,31

  

2003

0,73

0,02

0,35

0,27

0,40

-

0,46

  

2002

0,14

0,17

0,48

0,51

0,56

0,19

0,57

  

2003

0,11

0,01

0,50

0,50

0,54

-

0,50

  

2002

0,07

0,32

0,24

0,46

0,25

0,05

0,15

  

2003

0,11

0,15

0,13

0,15

0,08

-

0,02

  

2002

0,48

0,56

0,15

0,24

0,14

0,12

0,22

  

2003

0,42

0,01

0,41

0,37

0,29

-

0,48

  

2002

0,15

0,47

0,37

0,55

0,38

0,10

0,28

  

2003

0,33

0,09

0,42

0,37

0,34

-

0,24

  

2002

0,51

0,39

0,22

0,05

0,07

0,18

0,20

  

2003

0,56

0,02

0,30

0,27

0,37

-

0,47

  

2002

0,59

0,27

0,38

0,08

0,11

0,14

0,47

  

2003

0,37

0,03

0,32

0,28

0,28

-

0,29

  

2002

0,27

0,30

0,66

0,56

0,48

0,30

0,62

  

2003

0,46

0,05

0,83

0,67

0,74

-

0,69

  

- = nicht erfasst

Ein höherer Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr führte im Jahr 2003 auch zu einer höheren maximalen Trieblänge im Sommer (R² = 0,73) und in beiden Jahren einer höheren durchschnittlichen Trieblänge im Herbst (R² = 0,51 bzw. 0,56). Im Jahr 2002 bestand zudem ein mit R² = 0,59 engerer Zusammenhang der löslichen RKH im Frühjahr und dem mittleren Triebdurchmesser. Bezüglich des Gehaltes an löslichen RKH im Herbst bestand ausschließlich eine engere Beziehung zum Laubmerkmal des längsten Triebes im Herbst (R² = 0,56). Die Gesamtlänge aller Triebe im Sommer zeigte Auswirkungen auf verschiedene Kronenmerkmale im Herbst, die sich aber alle mit R² < 0,6 als eher gering zeigten. Bezüglich der Anzahl der Wurzeln ergab sich in 2003 eine Korrelation von R² = 0,50. Mit den anderen Kro–nenmerkmalen, der Anzahl der Knospenbündel (R² = 0,51 bzw. 0,50), Anzahl der dicken Knospen (R² = 0,56 bzw. 0,54) und der FM der Kronen im Herbst (R² = 0,57 bzw. 0,50) korrelierte die Gesamtlänge der Triebe pro Pflanze im Sommer in beiden Versuchsjahren. Die Summe aller Trieblängen im Herbst korrelierte dagegen nur im Jahr 2002 mit R² = 0,55 mit der Anzahl der Knospenbündel. Als weiteres Laubmerkmal mit engeren Beziehungen zu Kronenmerkmalen im Herbst erwies sich die TM des Laubes im Herbst. Hier waren Korrelationen mit der Anzahl der Wurzeln (R² = 0,66 bzw. 0,83), der Anzahl der Knospenbündel (R² = 0,56 bzw. 0,67), der Anzahl dicker Knospen (R² = 0,74) und der FM der Kronen (R² = 0,62 bzw. 0,69) fast in beiden Versuchsjahren zu finden.

↓46

Bei Betrachtung der FM und TM von 40 Einzelpflanzen aus Gefäßversuchen im Herbst 2001 ergab sich ein enges Verhältnis (R² = 0,82) dieser beiden Kronenmerkmale (Abbildung 14). Ein ähnliches Bild war mit R² = 0,89 bei Einzelpflanzen der Untersuchungen zum Pflanzenwachstum von einjährigen Spargelpflanzen im Jahr 2001 gegeben (Anhang Abbildung 38).

Abbildung 14: Zusammenhang der FM und TM von 40 Kronen aus Gefäßversuchen 2001

3.2.2.2 Zusammenhänge von Laub- und Kronenmerkmalen im ersten Standjahr auf eine simulierte Ernte als Grünspargel im Folgejahr

Der Gesamtdurchmesser der als Grünspargel geernteten Stangen korrelierte sehr eng mit der Anzahl (R² = 0,91) und dem Gesamtgewicht der Stangen (R² = 0,74; Tabelle 19; Anhang Abbildung 39 und 40). Der Gehalt an löslichen RKH nach der Ernte stand in keinem engeren Verhältnis zu den Erntemerkmalen.

↓47

Tabelle 19: Korrelationen (R²) verschiedener Merkmale einer simulierten Ernte als Grünspargel im zweiten Standjahr 2003 in Gefäßen (n = 12x5)

  

Gesamtdurchmesser Stangen

Gewicht Stangen

Lösliche RKH nach der Ernte

Anzahl Stangen

 

0,91

0,48

0,21

Gesamtdurchmesser Stangen

 

0,74

0,27

 

Gewicht Stangen

   

0,37

Der Gehalt an löslichen RKH nach der Ernte zeigte keine deutlichen Beziehungen zu den Laubmerkmalen der Spargelpflanzen im Vorjahr (Tabelle 20). Bei den drei anderen Merkmalen einer simulierten Ernte waren jeweils stärkere Korrelationen (R² > 0,5) mit der Gesamtlänge der Triebe sowohl im Sommer als auch im Herbst gegeben (Anhang Abbildungen 41-49). Dabei fiel der Zusammenhang zwischen der Gesamtlänge im Sommer und dem Gewicht der geernteten Stangen mit R² = 0,72 auf. Ferner korrelierte die TM des Laubes im Herbst mit dem Gesamtdurchmesser (R² = 0,52) und dem Gewicht der geernteten Stangen (R² = 0,65).

Zwischen den erfassten Kronenmerkmalen im ersten Standjahr und einer simulierten Ernte als Grünspargel im Folgejahr bestanden nur wenige und mit R² < 0,6 nur geringe Korrelationen (Tabelle 21; Anhang Abbildungen 50 bis 53). So hing das Gewicht der Stangen von der Anzahl der Knospenbündel (R² = 0,54) und der dicken Knospen (R² = 0,53) im Herbst ab. Die Anzahl der Wurzeln im Herbst zeigte engere Zusammenhänge mit der Anzahl (R² = 0,54) und dem Gesamtdurchmesser der geernteten Stangen (R² = 0,56).

↓48

Tabelle 20: Korrelationen (R²) verschiedener Laubmerkmale im ersten Standjahr 2002 und Merkmale einer simulierten Ernte als Grünspargel im zweiten Standjahr 2003 in Gefäßen (n = 12x5

  

Anzahl Stangen

Gesamtdurchmesser Stangen

Gewicht Stangen

Lösliche RKH nach der Ernte

Anzahl

0,27

0,39

0,46

0,06

 

Maximale Länge

0,29

0,31

0,52

0,41

 

Gesamtlänge

0,54

0,64

0,72

0,26

 

Anzahl

0,43

0,48

0,34

0,01

 

Maximale Länge

0,26

0,28

0,43

0,24

 

Gesamtlänge

0,55

0,65

0,51

0,01

 

Mittlere Länge

0,01

0,01

0,02

0,17

 

Mittlerer Durchmesser

0,04

0,03

0,01

0,20

 

TM Laub im Herbst

0,41

0,52

0,65

0,13

 

Tabelle 21: Korrelationen (R²) verschiedener Kronenmerkmale im ersten Standjahr 2002 und Merkmale einer simulierten Ernte als Grünspargel im zweiten Standjahr 2003 in Gefäßen (n = 12x5)

  

Anzahl Stangen

Gesamtdurchmesser Stangen

Gewicht Stangen

lösliche RKH nach der Ernte

Frühjahr

0,12

0,07

0,03

0,13

 

Herbst

0,05

0,10

0,25

0,10

 

Wurzeln

0,54

0,56

0,41

0,20

 

Knospenbündel

0,13

0,30

0,54

0,10

 

Dicke Knospen

0,24

0,38

0,53

0,17

 

FM Krone im Herbst

0,09

0,17

0,47

0,28

 

3.2.2.3 Genauigkeit der Messung des Gehaltes an löslichen RKH

Im Durchschnitt über alle untersuchten 55 Einzelpflanzen ergab sich eine Abweichung von 2,9% Brix bei den jeweils drei einzelnen Wurzeln und Proben pro Pflanze (Anhang Tabelle 2). Die Häufigkeitsverteilung der Differenzen der Einzelmessungen zeigte, dass nur acht der 55 dreifachen Probenahme pro einzelner Pflanze eine Abweichung von unter 1% Brix aufwies (Tabelle 22).

↓49

Die mittlere Differenz der jeweils zweimaligen Messung der löslichen RKH bei 100 Pflanzen betrug 1,8% Brix (Anhang Tabelle 3). Die Häufigkeitsverteilung zeigt einen Schwerpunkt von 40% aller Messungen, bei denen die Abweichung der zwei Einzelmessungen unter 1% Brix liegt (Tabelle 22).

Tabelle 22: Häufigkeitsverteilung der Differenzen von mehreren Messungen des Gehaltes an löslichen RKH pro Pflanze

KlasseMaximale Differenz der Messungen pro Pflanze [% Brix]

Auswertung von 3 Einzelwurzeln / PflanzeAnzahl Proben

Auswertung von 2 Proben á 2 Wurzeln / PflanzeAnzahl Proben

0-0,9

8

40

1-1,9

11

19

2-2,9

12

21

3-3,9

11

11

4-4,9

7

5

5-5,9

3

2

6-6,9

  

7-7,9

2

1

8-8,9

1

 

9-9,9

  

10-10,9

 

1

Summe

55

100

3.2.2.4 Einfluss einer Rodung nach dem ersten Standjahr auf eine simulierte Ernte als Grünspargel im Folgejahr

Die im Herbst gerodeten Pflanzen wiesen hinsichtlich ihres Laubes und dem Gehalt an löslichen RKH im Herbst keine signifikanten Unterschiede im Vergleich der nur im Sommer gerodeten Pflanzen auf (Anhang Tabelle 4). Anders verhielt es sich mit den beiden herangezogenen Herkünften. Die Herkunft 6 zeichnete sich durch eine höhere Anzahl Triebe aus, was zu einer höheren Gesamtlänge des Laubes im Herbst führte. Gleiches galt auch für den Gehalt an löslichen RKH im Herbst, der bei der Herkunft 6 um knapp 3% Brix höher lag (Anhang Tabelle 4).

↓50

Eine Rodung zur Erfassung der Wurzelmerkmale und erneutes Einpflanzen im Herbst hatte bei allen untersuchten Merkmalen eine signifikante Reduzierung zur Folge (Tabelle 23). Diese Unterschiede in der Erntemenge ergaben sich durch eine größere Anzahl Stangen und größeren Stangendurchmesser, was zu einer Verdoppelung des Gesamtgewichtes der geernteten Stangen bei den nicht im Herbst gerodeten Pflanzen führte.

Hinsichtlich der Kronenmerkmale nach der Ernte zeigten die nicht gerodeten Pflanzen ebenfalls signifikante Vorteile. Obwohl nicht gerodete Pflanzen deutlich höhere Gewichte bei den geernteten Stangen und der FM der Krone zeigten, war der Gehalt an löslichen RKH nach der Ernte signifikant um rund 3% Brix erhöht.

Tabelle 23: Merkmale einer simulierten Ernte als Grünspargel pro Pflanze im zweiten Standjahr 2003 bei Rodung im Herbst des Vorjahres 2002 in Gefäßen

 

Anzahl Stangen

Gesamtdurchmesser Stangen [mm]

Gesamt- gewicht Stangen [g]

Lösliche RKH nach der Ernte [% Brix]

FM Krone nach der Ernte [g]

Rodung

     

Ohne

12,8

112,3

96,2

10,6

661

Vor der Ernte

8,2

62,5

47,5

7,7

456

HSD (5%)

3,7

22,9

14,3

1,6

66

Herkunft

     

6

10,0

87,6

73,0

10,1

569

7

11,0

87,3

70,7

8,3

548

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

1,6

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.2.5 Vergleich des Wachstums im Freiland und in Gefäßen

↓51

Der Vergleich der Merkmale von im Freiland und in Gefäßen am gleichen Ort und Boden kultivierten Spargelpflanzen brachte signifikante Unterschiede sowohl beim Laub als auch den Kronen im ersten Standjahr. Auf die gegebenen Unterschiede der Pflanzmassen und des simulierten Wurzelverlustes von 100 auf 50g pro Pflanze wird zu einem späteren Zeitpunkt näher eingegangen.

Die maximale Trieblänge pro Pflanze im Herbst war im Freiland um etwa 30cm höher als in den Gefäßen (Tabelle 24). Auch waren im Freiland im Mittel zwei Triebe pro Pflanze mehr zu finden. Die Gesamtlänge aller Triebe im Herbst wies mit 940cm pro Pflanze im Freiland nahezu den doppelten Wert auf als in den Gefäßen.

Der Gehalt an löslichen RKH im Herbst zeigte keine signifikanten Unterschiede bei den Pflanzen aus dem Freiland und den Gefäßen (Tabelle 25). Die Pflanzen aus dem Freiland wiesen jedoch im Herbst bei ihrer Rodung im Mittel der unterschiedlichen Pflanzmassen zur Pflanzung etwa 100g FM pro Krone weniger als in den Gefäßen auf. Gleiches war auch in Bezug auf die Anzahl der Wurzeln zu finden. Anders sah es jedoch bezüglich der Anzahl der dicken Knospen pro Pflanze aus. Hier wiesen die Pflanzen aus dem Freiland mit 10,1 einen um 2,2 höheren Wert als die Pflanzen in den Gefäßen auf.

↓52

Tabelle 24: Laubmerkmale pro Pflanze bei im Freiland und in Gefäßen kultivierten Spargeljungpflanzen am gleichen Standort im ersten Standjahr 2003

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

Standort

    

Gefäße

114

130

5,2

505

Freiland

113

164

7,5

940

HSD (5%)

n.s.

8

1,1

117

Masse / Pflanze

    

050 g

0 95 c

141 b

6,5

671 ab

100-50 g

0 95 c

143 ab

5,5

596 b

100 g

124 b

148 ab

6,6

780 ab

150 g

140 a

156 a

6,9

844 a

HSD (5%)

0 12

0 15

n.s.

219

n.s. = nicht signifikant

Tabelle 25: Kronenmerkmale pro Pflanze bei im Freiland und in Gefäßen kultivierten Spargeljungpflanzen am gleichen Standort im Herbst des ersten Standjahres 2003

Anzahl

    

Dicke Knospen

Wurzeln

   

Standort

    

Gefäße

17,9

629

7,9

98

Freiland

18,8

519

10,1

89

HSD (5%)

n.s.

46

1,3

8

Masse / Pflanze

    

050 g

17,4

506 c

7,3 c

83 b

100-50 g

18,6

477 c

7,6 bc

84 b

100 g

18,7

593 b

0 9,9 ab

95 b

150 g

18,6

720 a

11,3 a

111 a

HSD (5%)

n.s.

86

2,5

15

n.s. = nicht signifikant

3.2.3 Herkünfte von Spargeljungpflanzen

3.2.3.1 Erhebung der qualitativen Unterschiede der Jungpflanzen

An keiner der untersuchten Pflanzenpartien konnten ausgeprägte äußerliche Merkmale von Krankheiten (z.B. Läsionen durch Fusarium) festgestellt werden.

↓53

Die Häufigkeitsverteilung der FM von sieben Herkünften für Spargeljungpflanzen zeigte im Jahre 2002 eine unterschiedliche Sortierverteilung der einzelnen Partien (Tabelle 26). Hervorzuheben ist die Herkunft 2, bei welcher innerhalb der Klasse 70 bis 110g pro Pflanze etwa 70% aller Pflanzen zu finden waren. Dies schlägt sich entsprechend auch in einer mit 21,5 deutlich geringeren Standardabweichung (Stabw) nieder. Als Gegenstück hierzu kann die Herkunft 7 angesehen werden, bei der sich in der gleiche Klasse nur 35% aller Pflanzen fanden.

Ein weiteres Merkmal ist der Anteil kleiner Pflanzen pro Partie. Bei der Herkunft 3 lagen knapp 40% der Pflanzen unter 70g pro Pflanze, bei der Herkunft 2 nur 4%.

Die im Jahr 2002 untersuchten sieben Herkünfte wiesen zahlreiche signifikante Unterschiede bei dem Pflanzenmaterial auf (Tabelle 27). Bezüglich der Pflanzenmasse fielen die Herkünfte 6 und 7 durch besonders hohe, die Herkünfte 3 und 4 durch geringe FM des Pflanzgutes auf. Die Anzahl der Wurzeln pro Pflanze unterschieden sich ebenfalls voneinander, ohne dass ein direkter Zusammenhang zur FM der Krone gegeben war. Die Herkunft 3 zeigte beispielsweise im Jahre 2002 Pflanzen mit einer geringen Kronen-FM, die jedoch auffallend viele dünne Wurzeln besaßen. Dieses schlägt sich auch im Verhältnis zwischen der FM und der Anzahl der Wurzeln nieder. Die in 2002 untersuchten Herkünfte lassen sich bezüglich der löslichen RKH in zwei Gruppen mit unterschiedlichen Gehalten einteilen. Jedoch ist kein Zusammenhang zu den sonstigen Merkmalen gegeben, da die Herkünfte 3 und 7 bei der FM der Kronen eine Differenz von bis zu 35g aufwiesen, bei den RKH jedoch der Unterschied gering und nicht signifikant war.

↓54

Tabelle 26: Häufigkeitsverteilung und Standardabweichung der Kronen-FM von sieben Jungpflanzenherkünften im Frühjahr 2002

Klasse

Anteil an der Gesamtverteilung [%]

       

FM/Pflanze [g]

Herkunft 1

Herkunft 2

Herkunft 3

Herkunft 4

Herkunft 5

Herkunft 6

Herkunft 7

 

20-29

00,24

 

00,25

00,25

    

30-39

01,47

00,25

02,48

03,21

01,72

00,66

1,49

 

40-49

05,13

 

09,43

07,41

01,47

01,98

5,47

 

50-59

09,54

00,75

13,90

11,85

03,19

07,27

5,97

 

60-69

11,49

02,75

11,91

08,15

06,86

06,61

7,46

 

70-79

13,20

14,75

07,20

08,89

11,76

08,37

9,45

 

80-89

12,22

26,00

09,43

08,40

09,56

07,05

9,45

 

90-99

12,71

16,75

10,42

11,11

11,03

08,15

7,71

 

100-109

08,07

14,50

07,94

09,63

11,27

12,56

8,46

 

110-119

08,31

09,25

09,18

08,89

10,78

09,03

9,70

 

120-129

06,60

05,50

07,69

05,93

06,86

07,93

5,97

 

130-139

04,16

05,25

02,98

06,17

05,64

08,15

6,72

 

140-149

01,96

02,00

02,48

03,95

06,13

08,37

3,98

 

150-159

01,96

01,00

02,23

01,73

05,39

03,96

4,73

 

160-169

01,22

00,50

01,74

01,48

02,21

04,41

3,98

 

170-179

00,73

00,75

 

01,73

02,45

02,86

1,49

 

180-189

00,24

 

00,25

00,49

01,23

01,10

1,49

 

190-199

00,49

  

00,74

01,47

00,44

2,49

 

200-209

  

00,25

 

00,49

00,66

0,75

 

210-219

    

00,25

 

1,00

 

220-229

     

00,44

1,00

 

230-239

    

00,25

 

0,25

 

240-249

00,24

     

0,25

 

250-259

      

0,25

 

260-269

  

00,25

   

0,50

 
         

Stabw

31,7

21,5

33,8

35,7

36,3

37,0

44,9

 

Tabelle 27: Kronenmerkmale pro Pflanze von sieben Jungpflanzenherkünften im Frühjahr 2002

Herkunft

FM Krone [g]

Anzahl Wurzeln

FM / Wurzel [g]

Lösliche RKH [% Brix]

1

96 bc

23,9 c

4,0 ab

21,8 c

2

103 ab

26,0 bc

4,0 ab

24,1 b

3

81 c

31,1 a

2,6 d

24,1 b

4

94 bc

28,3 ab

3,3 c

22,1 c

5

94 bc

25,7 bc

3,7 bc

20,9 c

6

110 ab

30,2 a

3,6 bc

21,9 c

7

116 a

28,7 ab

4,1 a

25,5 a

HSD (5%)

19

4,3

0,5

1,6

Auch im Jahre 2003 zeigten die untersuchten Herkünfte von Spargeljungpflanzen Unterschiede auf (Tabelle 28). Die Herkunft 7 fiel durch eine mit 70g relativ geringe FM pro Krone auf, die Herkunft 8 wies mit etwa 150g FM pro Krone den doppelten Wert auf, was sich auch in einer signifikant höheren Anzahl Wurzeln niederschlug. Die fünf weiteren Herkünfte zeigten mit 91 bis 107g FM pro Krone ein einheitliches Bild.

↓55

Bezüglich des Gehaltes an löslichen RKH fiel ebenfalls die Herkunft 8 mit 28,1% Brix durch einen signifikant hohen Wert auf. Die erhöhte FM der Krone ging also mit einem hohen Wert an löslichen RKH einher. Dem gegenüber stehen die Herkünfte 3 und 7, bei denen sowohl die FM pro Krone, als auch die Gehalte an löslichen RKH gering waren.

Tabelle 28: Kronenmerkmale pro Pflanze von sieben Jungpflanzenherkünften im Frühjahr 2003

Herkunft

FM Krone [g]

Anzahl Wurzeln

FM / Wurzel [g]

Lösliche RKH [% Brix]

1

96 b

27,8 b

3,5 b

21,3 d

3

98 b

24,6 b

4,1 a

23,5 bc

4

103 b

28,5 b

3,7 ab

23,6 b

6

91 b

26,0 b

3,5 b

23,6 b

7

70 c

24,6 b

2,9 c

21,8 cd

8

149 a

40,5 a

3,7 ab

28,1 a

9

107 b

28,6 b

3,7 ab

22,4 bcd

HSD (5%)

20

4,8

0,5

1,7

Beim Vergleich der fünf sowohl in 2002 als auch 2003 näher untersuchten Spargeljungpflanzen verschiedener Herkünfte ergaben sich keine signifikanten Unterschiede in der FM und der Anzahl Wurzeln pro Krone (Tabelle 29). Jedoch besaßen die Jungpflanzen in der Summe der Herkünfte im Jahre 2002 im Vergleich zu 2003 eine größere Kronen-FM und höhere Anzahl Wurzeln. Signifikante Unterschiede ergaben sich auch beim Vergleich der FM pro Krone der Herkunft 3 bei 400 Pflanzen über die Jahre 2001 bis 2003 (Anhang Tabelle 5). Diese lag im Jahr 2001 bei 112, in 2002 bei 88 und im Jahre 2003 wieder bei 101 g FM pro Krone.

↓56

Bei der FM pro Wurzel unterschieden sich im Jahr 2003 nur die Herkünfte 1 und 3 (Tabelle 29). Beim Vergleich des Gehaltes an löslichen RKH fiel die Herkunft 1 durch einen signifikant geringen, die Herkunft 3 durch einen hohen Gehalt auf.

Tabelle 29: Kronenmerkmale pro Pflanze von fünf Jungpflanzenherkünften im Frühjahr 2002 und 2003

 

FM Krone [g]

Anzahl Wurzeln

FM / Wurzel [g]

Lösliche RKH [% Brix]

Herkunft

    

1

96

25,8

3,7 a

21,6 c

3

90

27,8

3,3 b

23,8 a

4

99

28,4

3,5 ab

22,8 b

6

100

28,1

3,6 ab

22,7 b

7

93

26,7

3,5 ab

23,6 ab

HSD (5%)

n.s.

n.s.

0,3

0 1,1

Jahr

    

2002

99

28,4

3,5

23,1

2003

92

26,3

3,5

22,8

HSD (5%)

6

1,4

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

Bei der Untersuchung der Nährstoffgehalte der Kronen-TM jener sieben Jungpflanzenherkünfte ergaben sich zahlreiche signifikante Unterschiede (Tabelle 30). Nur bei den Gehalten an Kalium (K) und Bor (B) konnten keine Signifikanzen zwischen einzelnen Herkünften nachgewiesen werden. Der Gehalt an Stickstoff (N) variierte zwischen 1,3 und 2,3 % der TM der Kronen, wobei die Herkünfte 1, 4 und 8 mit einem vergleichsweise niedrigen sowie 6, 7 und 9 mit einem hohen Gehalt zusammenzufassen sind. Abweichungen zeigten sich auch beim Phosphor (P) mit 0,19 bis 0,32% und beim Kalzium (Ca) mit 0,09 bis 0,27%. Beim Magnesium (Mg) war nur der Gehalt der Herkunft 7 im Vergleich zur Herkunft 8 signifikant erhöht.

↓57

Beim Vergleich der Gehalte an den Mikronährstoffen Mangan (Mn), Zink (Zn) und Eisen (Fe) fiel die Herkunft 3 im Vergleich zu den anderen Herkünften durch signifikant hohe Gehalte auf. Beim Kupfer (Cu) war ausschließlich bei der Herkunft 8 mit einem Gehalt von 3,4 ppm der TM der Kronen im Vergleich zu 22,2 bis 26,5 ppm der anderen Herkünfte ein deutlicher Unterschied gegeben. In der Betrachtung aller Nährstoffe zeichnete sich die Herkunft 8 durch relativ geringe Gehalte aus.

Tabelle 30: Nährstoffgehalte der TM der Kronen von sieben Jungpflanzenherkünften im Frühjahr 2003

Gehalt in %

Gehalt in ppm

         

N

Ca

P

K

Mg

B

Mn

Cu

Zn

Fe

 

1

1,4 b

0,27 a

0,29 ab

1,13

0,08 ab

9,86

43,0 c

23,3 a

10,1 bc

639 bc

3

1,8 ab

0,16 bc

0,31 a

1,01

0,07 ab

19,19

112,9 a

22,2 a

30,2 a

1032 a

4

1,4 b

0,09 c

0,25 ab

0,95

0,07 ab

8,21

84,9 b

25,8 a

26,2 aba

830 b

6

2,1 a

0,27 a

0,35 a

1,16

0,09 ab

7,56

61,9 bc

23,6 a

12,3 bc

591 c

7

2,3 a

0,25 ab

0,32 a

1,16

0,10 a

8,61

48,9 c

23,3 a

18,3 abc

566 c

8

1,3 b

0,14 c

0,19 b

0,82

0,06 b

13,41

40,0 c

3,4 b

09,0 c

495 c

9

2,1 a

0,14 c

0,30 ab

0,75

0,07 ab

2,51

49,7 c

26,5 a

18,2 abc

216 d

HSD (5%)

0,6

0,09

0,12

n.s.

0,04

n.s.

26,8

9,5

16,5

196

n.s. = nicht signifikant

3.2.3.2 Freiland

Der Vorversuch zu den Herkunftsversuchen in 2001 ergab kein einheitliches Bild. Der längste Trieb war bei allen drei Herkünften nicht signifikant verschieden (Tabelle 31). Die Herkunft 7 zeichnete sich jedoch durch eine tendenziell höhere Anzahl Triebe und höherem Gehalt an löslichen RKH im Herbst aus. Obwohl die Herkunft 10 bei den erfaßten Laubmerkmalen tendenziell geringere Werte als die Herkunft 3 aufzeigt, liegt sie im Gehalt an löslichen RKH im Herbst höher.

↓58

Tabelle 31: Merkmale pro Pflanze von drei Jungpflanzenherkünften im Herbst des ersten Standjahres 2001 im Freiland

Herkunft

Längster Trieb [cm]

Anzahl Triebe

Lösliche RKH [% Brix]

3

133

6,5

20,9

7

131

7,4

24,1

10

130

6,3

22,5

HSD (5%)

n.s.

n.s.

2,3

n.s. = nicht signifikant

Bei Betrachtung des Aufwuchses unterschiedlicher Herkünfte von Spargeljungpflanzen auf zwei Standorten im Jahr 2002 ergaben sich im ersten Standjahr signifikante Unterschiede (Tabelle 32). Bei der maximalen Trieblänge unterschieden sich die Herkünfte im Sommer deutlicher voneinander, als dies im Herbst der Fall ist. Ein schlechterer Aufwuchs im Sommer bedeutete dabei zumeist, dass auch im Herbst die Trieblänge im Vergleich zu den anderen Herkünften vermindert ist.

Bezüglich der Triebe war die Gesamttriebzahl nur bei der Herkunft 1 im Vergleich zur Herkunft 7 signifikant erhöht. Jedoch wies diese bei einer hohen Anzahl an Gesamttrieben mit 1,9 nur wenige dicke Triebe pro Pflanze auf. Im Gehalt an löslichen RKH der sieben untersuchten Herkünfte konnten keine Unterschiede ermittelt werden.

↓59

Die beiden Versuchsstandorte unterschieden sich beim längsten Trieb im Sommer voneinander, wohingegen im Herbst keine Unterschiede bei diesem Merkmal mehr festzustellen waren. In Erpolzheim waren im Herbst insgesamt sowohl weniger dicke, als auch gesamte Triebe zu finden. Auffallend ist aber, dass beim Vergleich der Standorte die Pflanzen in Wiesental bei tendenziell besserem Wuchs einen signifikant geringeren Gehalt an RKH zeigten.

Tabelle 32: Merkmale pro Pflanze von sieben Jungpflanzenherkünften auf zwei Standorten im ersten Standjahr 2002 im Freiland

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

    

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

  

Herkunft

     

1

97 bc

122 bc

1,9 b

6,7 a

27,4

2

92 cd

130 a

2,5 ab

6,5 ab

28,7

3

98 b

127 ab

2,3 ab

6,2 ab

28,2

4

94 bcd

127 ab

2,6 a

6,3 ab

27,5

5

92 d

125 abc

2,2 ab

6,3 ab

27,3

6

102 a

128 ab

2,6 a

6,2 ab

28,9

7

85 e

121 c

2,0 b

5,9 b

27,3

HSD (5%)

5

7

0,5

0,8

n.s.

Standort

     

Wiesental

96

126

2,4

6,6

26,8

Erpolzheim

93

125

2,2

6,0

28,3

HSD (5%)

2

n.s.

0,2

0,3

0,8

n.s. = nicht signifikant

3.2.3.3 Gefäße

In den Gefäßversuchen zeigten die unterschiedlichen Jungpflanzenherkünfte in den Laub- (Anhang Tabelle 6) und Kronenmerkmalen (Tabelle 33) keine signifikanten Unterschiede, obwohl sich die Mittelwerte der Varianten deutlich unterschieden. Eine Ausnahme bildete der Gehalt an RKH, der bei der Herkunft 2 im Vergleich zu den Herkünften 1, 4 und 6 vor der Pflanzung signifikant höher lag (Tabelle 33). Im Herbst des Pflanzjahres zeigten sich ebenfalls Unterschiede im Gehalt an löslichen RKH. So fiel die Herkunft 7 mit 27,0% Brix im Vergleich zu 30,7 bzw. 31,1% Brix der Herkunft 4 bzw. 2 signifikant ab.

↓60

Tabelle 33: Kronenmerkmale pro Pflanze von sieben Jungpflanzenherkünften im ersten Standjahr 2002 in Gefäßen

Anzahl im Herbst

     

Wurzeln

Dicke Knospen

    

1

20,9 b

30,3 ab

447

78

6,2

2

26,6 a

31,1 a

572

110

9,2

3

23,1 ab

29,8 ab

472

90

6,4

4

21,7 b

30,7 a

522

97

7,8

5

23,1 ab

29,5 ab

564

110

6,4

6

21,0 b

30,1 ab

458

88

5,8

7

25,2 ab

27,0 b

468

90

6,8

HSD (5%)

4,8

3,4

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

Ähnlich sah es auch bei der simulierten Ernte im Frühjahr 2003 aus. Die Werte der einzelnen Herkünfte zeigten zwar im Mittel größere Unterschiede auf, aufgrund der großen Schwankungen der Einzelpflanzen (Ergebnisse nicht dargestellt) waren diese aber nicht signifikant (Tabelle Anhang 7). Auffällig war jedoch, dass hohe Werte der drei Stangencharakteristika auch mit relativ hohen Werten der löslichen RKH nach der Ernte einher gingen. So zeigte beispielsweise die Herkunft 2 bei allen ermittelten Merkmalen im Vergleich zu den anderen Herkünften den höchsten Wert.

3.2.4 Pflanzenmasse bei der Pflanzung

3.2.4.1  Freiland

Bei Betrachtung der Trieblängen im Sommer und Herbst ergab sich jeweils ein signifikant größerer maximaler Trieb bei den Pflanzmassen zur Pflanzung von 100 bzw. 150g pro Pflanze im Vergleich zu 50g pro Pflanze (Tabelle 34). Bei vergleichbarer Anzahl Gesamttriebe im Herbst zeigten die Pflanzen mit der höchsten Pflanzmasse von 150g mit durchschnittlich 3,1 dicken Trieben pro Pflanze 0,8 mehr dicke Triebe auf als die Pflanzen mit der Ausgangsmasse von 50g. Der Vergleich der löslichen RKH im Herbst über die Versuchsjahre 2001 bis 2003 brachte keine signifikanten Unterschiede im Gehalt.

↓61

Beim Vergleich der drei Versuchsjahre miteinander fällt das Jahr 2003 durch eine deutlich geringere maximale Trieblänge im Herbst auf. Im Jahr 2002 waren im Sommer die längsten Triebe pro Pflanze im Mittel mit 100cm signifikant geringer, im Herbst jedoch mit 152cm im Vergleich zu den anderen beiden Versuchsjahren dagegen signifikant erhöht.

Tabelle 34: Merkmale pro Pflanze von drei Pflanzmassen zur Pflanzung im ersten Standjahr 2001 bis 2003 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

   
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Masse / Pflanze

     

50 g

96 b

126 b

2,3 b

6,6

26,0

100 g

109 a

134 a

2,7 ab

6,6

26,1

150 g

114 a

138 a

3,1 a

7,1

25,2

HSD (5%)

5

6

0,6

n.s.

n.s.

Jahr

     

2001

112 a

132 b

3,3 a

6,4 b

24,5 b

2002

100 b

152 a

2,6 b

7,3 a

26,5 a

2003

107 a

114 c

2,2 b

6,7 ab

26,2 a

HSD (5%)

5

6

0,6

0,8

1,3

n.s. = nicht signifikant

3.2.4.2  Gefäße

Bei den Versuchen in 2001 mit der differenzierten Gewichtsabstufung der Pflanzmasse 35, 70, 105 und 140g pro Pflanze zeigte sich im Sommer eine signifikante Verminderung der maximalen Trieblänge der 35-g-Pflanzen im Vergleich zur den Pflanzmassen 105 und 140g pro Pflanze (Tabelle 35). Bis zum Herbst wuchsen sich diese Unterschiede jedoch nahezu heraus. Bei den Kronenmerkmalen im Herbst waren nur Unterschiede in der Anzahl der Wurzeln und der FM zwischen den 35-g- und 140-g-Pflanzen zu finden (Tabelle 36).

↓62

Tabelle 35: Laubmerkmale pro Pflanze von vier Pflanzmassen zur Pflanzung im ersten Standjahr 2001 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

35 g

64 b

118

8,6

24,7

70 g

81 b

128

8,2

27,2

105 g

104 a

131

10,2

34,7

140 g

108 a

129

9,4

33,1

HSD (5%)

30

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

Tabelle 36: Kronenmerkmale pro Pflanze von vier Pflanzmassen zur Pflanzung im Herbst des ersten Standjahres 2001 in Gefäßen

Anzahl

    

Knospen

Wurzeln

   

035 g

30,6

320 b

30,4

98 b

070 g

30,1

383 ab

35,0

133 ab

105 g

29,7

402 ab

34,2

136 ab

140 g

29,5

455 a

40,6

150 a

HSD (5%)

n.s.

123

n.s.

43

n.s. = nicht signifikant

Bei Betrachtung der Laubmerkmale pro Pflanze der drei Pflanzmassen zur Pflanzung in Gefäßen zeigten sich die gleichen Tendenzen wie bei den Versuchen im Freiland. So war bei den höheren Pflanzmassen von 100 und 150g im Vergleich zu 50g pro Pflanze im Frühjahr ein signifikant längerer maximaler Trieb pro Pflanze im Sommer gegeben (Tabelle 37). Im Herbst näherten sich die Unterschiede zwischen den 50- und 100-g-Pflanzen an, so dass nur in der 50-g-Klasse eine signifikante Verminderung der maximalen Trieblänge im Herbst im Vergleich zu 150g FM pro Pflanze zur Pflanzung gegeben war. Die TM des Laubes im Herbst verminderte sich durch eine geringere Pflanzmasse zur Pflanzung signifikant. Bei einer Pflanzmasse von 50g im Frühjahr ergaben sich in den Versuchsjahren 2002 und 2003 mit 26,3g eine deutlich geringere TM des Laubes im Herbst im Vergleich zu 35,2 bzw. 39,9g TM bei 100 bzw. 150g pro Jungpflanze im Frühjahr.

↓63

Die beiden Versuchsjahre 2002 und 2003 zeigten ebenfalls Unterschiede in der Laubentwicklung auf. So waren die längsten Triebe im Jahr 2002 sowohl im Sommer wie auch im Herbst höher als in 2003. Auffallend ist ebenfalls, dass bei tendenziell weniger Trieben im Herbst eine signifikante Erhöhung der TM des Laubes im Jahr 2002 gegeben war.

Die drei unterschiedlichen Pflanzmassen zur Pflanzung zeigten bezüglich ihres Gehaltes an RKH im Herbst keine signifikanten Unterschiede (Tabelle 38). Die FM der Kronen im Herbst steigerte sich signifikant mit zunehmender Pflanzmasse von 532g bei 50- und 720g bei 150-g-Pflanzen. Bei der Anzahl der dicken Knospen und der Wurzeln war diese Steigerung jedoch nicht zwischen jeder der drei Pflanzmassen signifikant. Die dicken Knospen waren bei den 50-g-Pflanzen im Vergleich zu den anderen beiden Pflanzmassen signifikant vermindert, bei der Anzahl der Wurzeln ließ sich nur eine signifikante Erhöhung im Vergleich der 50- und 150-g-Pflanzen nachweisen.

Die Pflanzen der drei Pflanzmassen hatten im Herbst 2003 im Vergleich zu 2002 einen um 11% Brix geringeren Wert an löslichen RKH. Gleichzeitig war jedoch die FM der Kronen um knapp 50g pro Pflanze erhöht. Die Anzahl der dicken Knospen und der Wurzeln zeigte keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Versuchsjahren auf.

↓64

Tabelle 37: Laubmerkmale pro Pflanze von drei Pflanzmassen zur Pflanzung im ersten Standjahr 2002 und 2003 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

Masse / Pflanze

    

50 g

105 b

130 b

4,8

26,3 b

100 g

133 a

141 ab

4,9

35,2 a

150 g

146 a

145 a

5,4

39,9 a

HSD (5%)

15

11

n.s.

5,7

Jahr

    

2002

145

154

4,7

39,2

2003

119

131

5,2

31,0

HSD (5%)

11

8

n.s.

4,1

n.s. = nicht signifikant

Tabelle 38: Kronenmerkmale pro Pflanze von drei Pflanzmassen zur Pflanzung im Herbst des ersten Standjahres 2002 und 2003 in Gefäßen

Anzahl

    

Dicke Knospen

Wurzeln

   

Masse / Pflanze

    

50 g

21,2

532 c

5,7 b

87 b

100 g

21,7

636 b

7,9 a

99 ab

150 g

21,5

720 a

9,7 a

110 a

HSD (5%)

n.s.

66

2,1

15

Jahr

    

2002

28,8

597

6,9

95

2003

17,8

646

8,2

100

HSD (5%)

1,3

47

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

Die simulierte Ernte in 2003 der im Frühjahr 2002 gepflanzten und im Herbst zur Auswertung gerodeten Pflanzen unterschiedlicher Pflanzmassen brachte keine signifikanten Unterschiede (Tabelle 39). Auffällig ist jedoch, dass bei einer Masse von 150g im Frühjahr tendenziell die Werte der Stangenmerkmale deutlich erhöht waren. Dieses galt für die Anzahl genauso wie für die Summe der Durchmesser und der Gewichte der geernteten Stangen. Bei genauerer Betrachtung der Ergebnisse der Einzelpflanzen ergaben sich bei allen Varianten eine starke Streuungen der Einzelwerte (Ergebnisse nicht dargestellt).

↓65

Tabelle 39: Merkmale einer simulierten Ernte als Grünspargel im zweiten Standjahr 2003 pro Pflanze unterschiedlicher Pflanzmassen zur Pflanzung 2002 in Gefäßen


Masse / Pflanze


Anzahl Stangen

Gesamtdurchmesser Stangen [mm]

Gesamtgewicht Stangen [g]

Lösliche RKH nach der Ernte [% Brix]

50 g

7,8

60,3

47,6

9,5

100 g

7,4

58,9

49,6

10,3

150 g

10,2

80,0

63,0

10,2

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.5 Simulierter Verlust von Pflanzenteilen vor der Pflanzung

3.2.5.1 Freiland

Der simulierte Wurzelverlust von 25% bei Pflanzen einer Pflanzmasse von 100g im Frühjahr führte im Vergleich zu Pflanzen mit 50 bzw. 100g pro Krone zu wechselnden signifikanten Unterschieden untereinander. Beim längsten Trieb im Sommer waren die 100-g-Pflanzen noch den beiden geringeren Pflanzmassen signifikant voraus, im Herbst zeigten nur noch die Pflanzen von 50g zur Pflanzung signifikant geringere maximale Trieblängen pro Pflanze (Tabelle 40). Beim Gehalt an löslichen RKH im Herbst wiesen die Pflanzen mit dem simulierten Wurzelverlust mit 23,5% Brix signifikant weniger lösliche RKH auf als die Vergleichspflanzen mit 25,4 bzw. 25,5% Brix. Die Anzahl der dicken und der gesamten Triebe im Herbst unterschied sich nicht voneinander.

Die beiden Versuchsjahre 2001 und 2002 zeigten in allen dargestellten Kriterien signifikante Unterschiede zueinander. Bei der maximalen Trieblänge im Sommer und Herbst sowie der Anzahl dicker Triebe ergaben sich in 2001 höhere Werte, bei der Anzahl der Gesamttriebe und des Gehaltes an löslichen RKH im Herbst waren die Ergebnisse des Jahres 2002 signifikant höher.

↓66

Tabelle 40: Merkmale pro Pflanze bei einem simulierten Wurzelverlust von 25% zur Pflanzung im ersten Standjahr 2001 und 2002 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

   
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Masse / Pflanze

     

50 g

97 b

135 b

2,5

6,7

25,4 a

100-25 g

101 b

143 a

3,0

7,2

23,5 b

100 g

109 a

143 a

2,9

6,6

25,5 a

HSD (5%)

8

7

n.s.

n.s.

1,6

Jahr

     

2001

109

129

3,3

6,5

23,0

2002

95

151

2,3

7,2

26,7

HSD (5%)

5

5

0,5

0,6

1,1

n.s. = nicht signifikant

Die Reduktion der Kronenmasse von 100 auf 50g pro Pflanze vor der Pflanzung im Frühjahr führte bei den erfassten Laubmerkmalen nicht zu signifikanten Unterschieden im Vergleich zu Pflanzmassen von 50g pro Pflanze (Tabelle 41). Jedoch wiesen die löslichen RKH im Herbst bei den 50-g-Pflanzen mit 26,9% Brix einen um 1,4% Brix höheren Gehalt auf, als die Pflanzen mit der simulierten Wurzelmasse zur Pflanzung.

Beim Vergleich der beiden Versuchsjahre 2002 und 2003 zeigten die Laubmerkmale im Herbst 2002 signifikant erhöhte Ergebnisse auf.

↓67

Tabelle 41: Merkmale pro Pflanze bei einem simulierten Wurzelverlust von 50% zur Pflanzung im ersten Standjahr 2002 und 2003 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

   
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Masse / Pflanze

     

50 g

91

126

1,9

7,0

26,9

100-50 g

90

129

2,1

6,7

25,5

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

1,3

Jahr

     

2002

91

147

2,3

7,5

26,2

2003

90

108

1,7

6,2

26,3

HSD (5%)

n.s.

8

0,4

0,9

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.5.2 Gefäße

Ein Wurzelverlust von 100 auf 50g pro Pflanze vor der Pflanzung im Frühjahr in Gefäßen zeigte weder bei Betrachtung der Laub- noch der Kronenmerkmale über zwei Versuchsjahre signifikante Unterschiede auf (Anhang Tabelle 8 und 9).

Gleiches gilt auch für die simulierte Ernte im Jahr 2003 der entsprechenden Versuchspflanzen aus 2002 (Tabelle Anhang 10).

↓68

Eine Lagerung von Spargeljungpflanzen mit einer unterschiedlichen Anzahl verlorener Triebe vor der Pflanzung führte zu einer Verminderung des RKH-Gehaltes im Frühjahr von 23,7% Brix bei der Kontrolle auf bis zu 15,6% Brix beim Verlust von sechs Trieben vor der Pflanzung (Tabelle 43).

Mit einer maximalen Trieblänge im Sommer von 136cm bei der Kontrolle ergaben sich signifikante Unterschiede zu einem Verlust von vier Trieben mit 102cm und sechs Trieben mit 92cm (Tabelle 42). Jedoch zeigten sich im Herbst bezüglich der Laubmerkmale keine Unterschiede mehr. Gleiches galt auch für die Kronenmerkmale im Herbst (Tabelle 43).

Tabelle 42: Laubmerkmale pro Pflanze von simulierten unterschiedlichen Triebverlusten während einer längeren Lagerung von Spargeljungpflanzen im ersten Standjahr 2003 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

0

136 a

141

5,0

27,3

2

116 ab

130

4,4

26,8

4

102 b

127

6,0

30,8

6

92 b

136

5,0

22,8

HSD (5%)

25

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

↓69

Tabelle 43: Kronenmerkmale pro Pflanze von simulierten unterschiedlichen Triebverlusten während einer längeren Lagerung von Spargeljungpflanzen im ersten Standjahr 2003 in Gefäßen

Anzahl im Herbst

     

Wurzeln

Dicke Knospen

    

0

23,7 a

20,3

556

82

6,0

2

18,7 b

20,7

631

91

7,8

4

17,8 b

20,5

631

105

9,0

6

15,6 b

20,6

495

83

5,0

HSD (5%)

4,7

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.6 Gehalt löslicher RKH in Gefäßen

Die unterschiedlichen Termine der vollständigen Krautentfernung Anfang September, Oktober und November bei Sämlingen im Anzuchtjahr führte zu signifikant unterschiedlichen Gehalten an löslichen RKH im Frühjahr (Tabelle 45). Dieser reichte von 7,7% Brix im Mittel der Versuchspflanzen der RKH-Stufe 1 (September) bis zu 21,4% Brix der RKH-Stufe 3 (November).

Bezüglich der maximalen Trieblänge im Sommer und Herbst zeigten die Pflanzen der RKH-Stufe 1 einen signifikant verminderten Wert auf. So war der längste Trieb im Sommer der Stufe 1 mit 64cm deutlich kleiner als 109 bzw. 111cm der Stufen 2 und 3 (Tabelle 44). Bei der Anzahl der Triebe im Herbst zeigte sich ein anderes Bild. Hier war mit 5,4 Trieben pro Pflanze der 1. RKH-Stufe im Vergleich zu 3,5 Trieben der 2. Stufe ein deutlich höherer Wert zu verzeichnen. Die größere Anzahl der Triebe führte jedoch nicht zu einer höheren TM des Laubes im Herbst. Hier ergab sich ein signifikanter Unterschied der Stufe 1 mit 18,0g im Vergleich zu 23,2g TM Laub im Herbst.

↓70

Tabelle 44: Laubmerkmale pro Pflanze bei unterschiedlichem Gehalt an löslichen RKH von Spargeljungpflanzen zur Pflanzung durch vollständige Krautentfernung Anfang September, Oktober und November bei Sämlingen im Anzuchtjahr in den ersten Standjahren 2002 und 2003 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

RKH Stufe

    

1 (September)

64 b

116 b

5,4 b

18,0 b

2 (Oktober)

109 a

131 a

3,5 a

19,9 ab

3 (November)

111 a

136 a

4,2 ab

23,2 a

HSD (5%)

18

14

1,8

0 4,4

Jahr

    

2002

122

148

4,5

27,7

2003

83

119

4,3

17,3

HSD (5%)

13

11

n.s.

3,3

n.s. = nicht signifikant

Die untersuchten drei Stufen des Gehaltes an löslichen RKH im Frühjahr vor der Pflanzung brachte auch signifikante Unterschiede beim Brix-Gehalt im Herbst. Dabei fiel die Stufe 1 mit knapp 20% Brix um etwa 3% Brix im Vergleich mit den beiden anderen Stufen signifikant ab (Tabelle 45). Die FM der Kronen im Herbst wies über die beiden Versuchsjahre sowohl bei der 1., als auch der bei 2. Stufe eine Verminderung von 466 auf 380 bzw. 388g pro Pflanze auf. In Bezug auf die Anzahl der dicken Knospen im Herbst und der Wurzeln waren keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei RKH-Stufen nachweisbar.

Der Vergleich der beiden Jahre dieses Versuches brachte ausschließlich eine deutliche Verminderung des Gehaltes an löslichen RKH im Herbst von 28,5% Brix im Jahr 2002 auf 19,1% Brix im Jahr 2003. Die weiteren erfassten Kronenmerkmale wiesen keine signifikanten Unterschiede auf.

↓71

Tabelle 45: Kronenmerkmale pro Pflanze bei unterschiedlichem Gehalt an löslichen RKH von Spargeljungpflanzen zur Pflanzung durch vollständige Krautentfernung Anfang September, Oktober und November bei Sämlingen im Anzuchtjahr im Herbst der ersten Standjahre 2002 und 2003 in Gefäßen

Anzahl im Herbst

     

Wurzeln

Dicke Knospen

    

RKH Stufe

     

1 (September)

7,7 c

19,9 b

380 b

71

5,1

2 (Oktober)

17,5 b

23,0 a

388 b

65

5,0

3 (November)

21,4 a

22,7 a

466 a

74

5,4

HSD (5%)

1,9

2,1

56

n.s.

n.s.

Jahr

     

2002

16,0

28,5

389

76

5,7

2003

15,3

19,1

420

68

4,9

HSD (5%)

n.s.

1,6

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.7 Lagertemperatur vor der Pflanzung im Freiland

Die Pflanzen zeigten hinsichtlich einer Kalt- oder Warmlagerung für einige Tage vor der Pflanzung keine signifikanten Unterschiede im Laubwachstum in den ersten Standjahren 2001 und 2002 (Anhang Tabelle 11). Gleiches gilt auch für die Auswertung des kombinierten Lager- und Tauchversuches 2002. Es waren keine signifikanten Unterschiede bei den erfassten Laubmerkmalen durch eine Lagerung der Pflanzen bei unterschiedlichen Temperaturen für fünf Tage gegeben (Anhang Tabelle 12).

3.2.8 Lagerdauer bzw. Pflanztermin in Gefäßen

Der Vergleich eines um 15 Tagen späteren Pflanztermins zugleich gerodeter Pflanzen in Gefäßen brachte keine signifikanten Unterschiede, weder bei den Laub- noch den Kronenmerkmalen (Anhang Tabelle 13 und 14).

↓72

Die Pflanzung zugleich gerodeter Pflanzen zu unterschiedlich späten Terminen in Gefäßen brachten hinsichtlich der Laubmerkmale kein einheitliches Bild (Tabelle 46). Auffallend in Bezug auf die maximalen Trieblängen im Sommer und Herbst waren der mittlere Pflanztermin (12.04.2003) mit relativ hohen und der späteste Pflanztermin (24.05.2003) mit deutlich verminderten maximalen Trieblängen. Bei der TM des Laubes im Herbst ergab sich mit späterem Pflanztermin ein stetiger Rückgang der TM von rund 32g auf 14,1g.

Tabelle 46: Laubmerkmale pro Pflanze bei zugleich gerodeten und zu sechs unterschiedlichen Terminen gepflanzter Spargeljungpflanzen im ersten Standjahr 2003 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

13.03.2003

128 ab

136 ab

5,4

31,8 a

28.03.2003

123 ab

127 abc

5,0

32,1 a

12.04.2003

136 a

141 a

5,0

27,3 ab

26.04.2003

113 ab

113 bc

4,2

18,1 bc

10.05.2003

122 ab

120 abc

4,6

16,4 c

24.05.2003

104 b

106 c

6,0

14,1 c

HSD (5%)

28

26

n.s.

10,2

n.s. = nicht signifikant

Der Vergleich der Kronenmerkmale der unterschiedlichen Pflanztermine im Frühjahr brachte mit Ausnahme des Gehaltes an löslichen RKH im Herbst eine zunehmende Verringerung der untersuchten Merkmale mit späterem Pflanztermin (Tabelle 47). Signifikante Unterschiede ergaben sich jedoch bei den sehr späten Pflanzterminen. So war die FM der Krone im Herbst bei der Pflanzung am 24.05.03 im Vergleich zum 26.04.03 und früher signifikant vermindert. Gleiches galt auch für den 10.05.03 mit der Ausnahme, dass sich die Kronen-FM mit dem Pflanztermin 12.04.03 nicht signifikant unterschied. Bezüglich der Anzahl der Wurzeln ergab sich ausschließlich eine signifikante Verminderung vom 24.05.03 zum 13. bzw. 28.03.03 sowie dem 10.05.03 zum mit 13.03.03 frühesten Pflanztermin. Die Anzahl der dicken Knospen zeigte eine weniger ausgeprägte gleichmäßige Verminderung mit späterem Pflanztermin. So konnte hier nur ein Unterschied vom 24.05.03 zum 26.04.03 und den beiden Terminen im März 2003 nachgewiesen werden.

↓73

Tabelle 47: Kronenmerkmale pro Pflanze bei zugleich gerodeten aber zu sechs unterschiedlichen Terminen gepflanzter Spargeljungpflanzen im Herbst des ersten Standjahres 2003 in Gefäßen

Anzahl

    

Dicke Knospen

Wurzeln

   

13.03.2003

18,2

653 a

7,8 a

104 a

28.03.2003

18,5

665 a

9,4 a

98 ab

12.04.2003

20,3

556 ab

6,0 ab

82 abc

26.04.2003

21,1

575 a

8,0 a

83 abc

10.05.2003

17,8

452 bc

5,8 ab

74 bc

24.05.2003

20,2

361 c

3,6 b

65 c

HSD (5%)

n.s.

121

4,1

27

n.s. = nicht signifikant

3.2.9 Tauchbehandlungen vor der Pflanzung

3.2.9.1 Freiland

Tauchbehandlung in Wasser

Der direkte Vergleich von nicht behandelten zu in Wasser getauchten Spargeljungpflanzen brachte über die beiden Versuchsjahre eine signifikante Erhöhung der maximalen Trieblänge im Sommer von 87 auf 93cm (Tabelle 48). Bis zum Herbst hatte sich der signifikante Vorsprung des längsten Triebes der Wassertauchung herausgewachsen. Eine Tauchbehandlung in Wasser vor der Pflanzung erhöht auch die Gesamtanzahl der Triebe im Herbst von 7,4 auf 7,8 Triebe pro Pflanze.

Tabelle 48: Laubmerkmale pro Pflanze einer Tauchbehandlung in Wasser vor der Pflanzung im ersten Standjahr 2002 und 2003 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

  
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

Tauchbehandlung

    

Ohne

87

129

2,2

7,4

Wasser

93

134

2,5

7,8

HSD (5%)

6

n.s.

n.s.

0,4

Jahr

    

2002

99

152

2,6

7,9

2003

80

111

2,1

7,2

HSD (5%)

6

7

0,4

0,4

n.s. = nicht signifikant

Tauchbehandlung in Fungizidlösungen

↓74

Eine Tauchbehandlung (Beizung) mit dem Fungizid ‚Sportak Alpha‘ vor der Pflanzung brachte über die drei Versuchsjahre eine signifikante Zunahme des Laubwachstums (Tabelle 49). Die maximale Trieblänge war im Sommer um acht, im Herbst um sechs cm pro Pflanze durch die Tauchbehandlung vor der Pflanzung erhöht. Auch die Anzahl der dicken wie auch der gesamten Triebe nahm signifikant durch eine Jungpflanzenbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ zu. Bei den löslichen RKH im Herbst zeigte sich ein anderes Bild. Hier lag die Kontrolle mit einem durchschnittlichen Gehalt von 23,1% Brix um rund 1% Brix höher als im Vergleich zur Beizbehandlung.

Der Vergleich der drei Versuchsjahre untereinander zeigte bei jedem erfassten Merkmal signifikante Unterschiede. Dabei fiel das Jahr 2002 mit Ausnahme maximalen Trieblänge im Sommer und der Anzahl dicker Triebe im Herbst durch den jeweils höchsten Wert auf. Das Jahr 2003 hingegen war bezüglich des Längenwachstums der jeweils längsten Triebe im Sommer und Herbst pro Pflanze deutlich herabgesetzt.

Tabelle 49: Merkmale pro Pflanze einer Tauchbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ vor der Pflanzung im ersten Standjahr 2001 bis 2003 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

   
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Tauchbehandlung

     

Kontrolle

95

130

2,7

7,1

23,1

‚Sportak Alpha‘

103

136

3,2

7,7

22,0

HSD (5%)

4

4

0,4

0,5

1,0

Jahr

     

2001

112 a

134 b

3,8 a

6,7 b

20,4 c

2002

102 b

153 a

2,8 b

8,3 a

25,4 a

2003

82 c

112 c

2,2 c

7,1 b

22,0 b

HSD (5%)

6

6

0,5

0,7

0 1,5

↓75

Die Tauchbehandlung mit dem Fungizid ‚Switch‘ über zwei Versuchsjahre führte im Vergleich zur unbehandelten Variante zu vergleichbaren Ergebnissen (Tabelle 50). Auch hier wurde die maximale Trieblänge im Sommer und Herbst sowie die Anzahl dicker Triebe im Herbst durch die Tauchbehandlung signifikant erhöht. Allerdings war die Gesamtzahl der Triebe im Herbst nicht beeinflusst. Ebenfalls wie bei der Auswertung der Tauchversuche mit ‚Sportak Alpha‘ war der Gehalt an löslichen RKH im Herbst durch die Beizung signifikant vermindert.

Tabelle 50: Merkmale pro Pflanze einer Tauchbehandlung mit ‚Switch‘ vor der Pflanzung im ersten Standjahr 2002 bis 2003 im Freiland

 

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe Herbst

   
 

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Tauchbehandlung

     

Kontrolle

87

129

2,2

7,4

24,0

‚Switch‘

100

139

2,8

7,5

22,8

HSD (5%)

5

7

0,4

n.s.

1,2

Jahr

     

2002

103

155

2,8

8,0

24,7

2003

84

113

2,2

6,9

22,1

HSD (5%)

5

7

0,4

0,6

1,2

n.s. = nicht signifikant

Vergleich unterschiedlicher Fungizide

Der direkte Vergleich der Tauchbehandlungen der Jungpflanzen vor der Pflanzung in ‚Sportak Alpha‘ und ‚Derosal‘ brachte 2001 keine signifikanten Unterschiede (Anhang Tabelle 15). Gleiches gilt auch für den Vergleich von ‚Sportak Alpha‘ mit ‚Switch‘ in den Jahren 2002 und 2003 (Anhang Tabelle 16) und ‚Sportak Alpha‘, ‚Switch‘ und ‚Flamenco‘ im Versuchsjahr 2003 (Anhang Tabelle 17).

Zeitpunkt der Tauchbehandlung

↓76

Die Behandlung der Spargeljungpflanzen mit ‚Sportak Alpha‘ vor der Warmlagerung über fünf Tage brachte im Vergleich zur Warmlagerung mit einer Tauchung direkt vor der Pflanzung keine signifikanten Unterschiede in den Laubmerkmalen und dem Gehalt an löslichen RKH im Herbst im ersten Standjahr (Tabelle Anhang 18).

Konzentration der Fungizidlösung

Unterschiede in der Konzentration des Mittels ‚Switch‘ schlugen sich im Laubwachstum im Freiland wieder. Es ergaben sich aber keine signifikanten Unterschiede zwischen den Konzentrationen 0,1 und 0,2% (Tabelle 51). Jedoch war ein signifikanter Unterschied beim längs–en Trieb und der in Anzahl dicker Triebe im Herbst nur zwischen der Kontrolle und der Konzentration von 0,2% ‚Switch‘ gegeben. Der längste Trieb im Sommer und die Gesamtanzahl der Triebe im Herbst unterschieden sich nicht.

Tabelle 51: Laubmerkmale pro Pflanze unterschiedlicher Konzentrationen einer Tauchbehandlung mit ‚Switch‘ vor der Pflanzung im ersten Standjahr 2002 im Freiland

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl der Triebe im Herbst

   

Sommer

Herbst

Dick

Gesamt

 

Konzentration

    

0,0%

101

149 b

2,4 b

7,9

0,1%

103

156 ab

2,7 ab

7,9

0,2%

105

160 a

3,1 a

8,0

HSD (5%)

n.s.

10

0,6

n.s.

Lagerung

    

Kaltlagerung

105

157

2,7

8,0

Warmlagerung

101

153

2,7

7,9

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

3.2.9.2 Gefäße

↓77

Die Tauchbehandlung von Spargeljungpflanzen in Wasser und dem Fungizid ‚Switch‘ brachte in Gefäßen tendenziell eine Verbesserung der Laub- und Kronenmerkmale im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle (Tabellen 52 und 53). Die Unterschiede zeigten sich vor allem beim Vergleich der Kontrolle und der Tauchbehandlung in ‚Switch‘ bei den Laubmerkmalen, ohne dass jedoch Signifikanzen nachzuweisen waren. So ergab sich durch die Beizung mit 11,2g im Vergleich zur Kontrolle eine um 3,2g höhere TM des Laubes.

Tabelle 52: Laubmerkmale pro Pflanze unterschiedlicher Tauchbehandlungen vor der Pflanzung im Herbst des ersten Standjahres 2002 in Gefäßen

Tauchbehandlung

Gesamtlänge Laub [cm]

Maximale Trieblänge [cm]

Anzahl Triebe

TM Laub [g]

Kontrolle

278

108

3,2

8,0

Wasser (+PStM)

338

109

4,2

8,3

‚Switch‘

364

127

3,8

11,2

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

Tabelle 53: Kronenmerkmale pro Pflanze unterschiedlicher Tauchbehandlungen vor der Pflanzung im Herbst des ersten Standjahres 2002 in Gefäßen

Anzahl

    

Dicke Knospen

Wurzeln

   

Kontrolle

27,5

166

3,4

48

Wasser (+PStM)

28,0

174

3,8

50

‚Switch‘

28,2

185

4,0

49

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant

↓78

Durch die Erhöhung der Temperatur beim Anwachsen mit Vlies trieben die Pflanzen deutlich früher aus (Ergebnisse nicht dargestellt). Durch die späten Fröste im Jahr 2003 traten dann jedoch trotz Abdeckung der Pflanzen über Nacht Frostschäden bei den z.T. schon über 50cm ausgetriebenen, verfrühten Pflanzen auf.

Dennoch zeigten sich durch die Tauchbehandlung von Spargeljungpflanzen vor der Pflanzung im Frühjahr mit ‚Sportak Alpha‘ signifikante Effekte auf das Laubwachstum im ersten Standjahr in Gefäßen (Tabelle 54). Der längste Trieb pro Pflanze war sowohl im Sommer als auch im Herbst durch die Beizung erhöht, die Anzahl der Triebe im Herbst jedoch vermindert. Ein Einfluss der Tauchbehandlung auf die TM des Laubes im Herbst war nicht festzustellen.

Die Temperatur beim Anwachsen hatte ebenfalls signifikante Auswirkungen auf die Laubmerkmale. Die Abdeckung der Gefäße mit weißer Folie nach der Pflanzung für zehn Tage und der damit verbundenen Verzögerung des Wachstums bewirkte bei allen dargestellten Merkmalen eine Erhöhung der Werte sowohl im Sommer, als auch im Herbst, wobei die höhere Anzahl der Triebe im Herbst statistisch nicht gesichert war.

↓79

Die Kronenmerkmale im Herbst zeigten weder bei der Tauchbehandlung noch bei den unterschiedlichen Temperaturen beim Anwuchs signifikante Unterschiede (Tabelle 55). Jedoch ließen sich tendenziell die gleichen Entwicklungen wie bei den Laubmerkmalen wiederfinden. Die Tauchbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ vor der Pflanzung und die Verminderung der Anwuchstemperatur durch Auflage von weißer Folie für zehn Tage führte bezüglich der vier näher untersuchten Kronenmerkmale jeweils zu einer Erhöhung der Werte.

Tabelle 54: Laubmerkmale pro Pflanze einer Tauchbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ und einem simuliertem Temperaturunterschied zum Anwachsen von Spargeljungpflanzen im ersten Standjahr 2003 in Gefäßen

Maximale Trieblänge [cm]

    

Sommer

Herbst

   

Tauchbehandlung

    

Kontrolle

114

125

6,7

32,0

‚Sportak Alpha‘

130

135

4,7

34,0

HSD (5%)

11

9

1,6

n.s.

Temperatur beim Anwachsen

    

Kühl (weiße Folie)

128

137

6,4

40,0

Warm (Vlies)

116

123

5,0

26,0

HSD (5%)

11

9

n.s.

7,0

n.s. = nicht signifikant

Tabelle 55: Kronenmerkmale pro Pflanze einer Tauchbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ und simuliertem Temperaturunterschied zum Anwachsen von Spargeljungpflanzen im Herbst des ersten Standjahres 2003 in Gefäßen

Anzahl

    

Dicke Knospen

Wurzeln

   

Tauchbehandlung

    

Kontrolle

17,4

522

8,4

95

‚Sportak Alpha‘

18,4

595

8,9

103

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

Temperatur beim Anwachsen

    

Kühl (weiße Folie)

18,5

584

9,2

105

Warm (Vlies)

17,0

533

8,1

93

HSD (5%)

n.s.

n.s.

n.s.

n.s.

n.s. = nicht signifikant


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13.05.2005