4 Diskussion

4.1 Grundsätzliche methodische Betrachtungen

4.1.1 Probleme in der Versuchsanstellung im Spargel

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Untersuchungen mit Spargel sind je nach Versuchsfrage sehr zeit- und arbeitsaufwändig. Dieser Umstand ist mit verschiedenen Faktoren zu begründen. Die heute gängigen Spargelsorten sind zwar sogenannte F1-Hybriden (SCHOLTEN und BOONEN 1996, FALAVIGNA et al. 1999), die einzelnen Pflanzen einer Sorte sind aber trotzdem genetisch nicht homogen. Hierin ist auch ein Grund zu suchen, warum Einzelpflanzen der Sorte ‚Gijnlim‘ in den durchgeführten Gefäßversuchen bei gleicher Behandlung eine relativ große Streuung innerhalb einer Variante aufwiesen. Als Beispiel sei die FM der Kronen im Herbst beim Tauchbehandlungsgefäßversuch 2003 zu nennen. Die fünf Einzelpflanzen der Tauchbehandlung mit ‚Sportak Alpha‘ und anschließender Vliesbedeckung für zehn Tage zeigten eine Streuungsbreite von 388 bis 800g pro Pflanze, was einer Differenz von mehr als 100% entspricht (Ergebnisse nicht dargestellt). BORN und HARTMANN (1982) berichten ebenfalls von einer großen Streuung bei der Wüchsigkeit der Sorte ‚Lukullus‘ in Gefäßversuchen. Als Konsequenz hieraus ergibt sich die Forderung nach einer möglichst hohen Anzahl Versuchspflanzen, was wiederum ebenfalls den Aufwand bei der Versuchsdurchführung erhöht. NIKOLOFF und FALLOON (1986) ermittelten mit durch Gewebekultur geklonten Pflanzen den Mindestumfang einer Variante von sieben bis zehn Pflanzen mit drei Wiederholungen, empfehlen aber eher 15 Pflanzen mit vier Wiederholungen pro Variante für eine Versuchsdurchführung im Spargel.

Darüber hinaus besteht ein großer Einfluss der Umweltbedingungen auf die Ausprägung der jeweils erfassten Merkmale beim Spargel. RAMEAU und DENIS (1992) untersuchten die Wechselwirkungen von Genotypen und Umweltbedingungen anhand von sieben Sorten an vier Orten über neun Jahre. Sie fanden einen erheblichen Einfluss der Standorte und der Klimabedingungen des jeweiligen Jahres auf den Ertrag der Sorten. Die Sorteneigenschaften prägten sich in den Jahren und auf den verschiedenen Standorten nicht vergleichbar aus. Diese Aussage kann mit den vorliegenden Ergebnissen untermauert werden, da sich nahezu immer signifikante Unterschiede bei der Betrachtung vergleichbarer Versuche im Freiland auf verschiedenen Standorten und über die Versuchsjahre ergaben. HARTMANN et al. (1990) untersuchten anhand der Auswertung vieler Versuche über mehrere Jahre den Einfluss der Witterung der vorherigen Vegetationszeit auf die Erträge im Folgejahr. Sie erhielten höhere Erträge, wenn es im Hochsommer des Vorjahres nicht zu warm und im Herbst nicht zu feucht war. KNAFLEWSKI und KONYS (1994) berichten bei dem Vergleich der Etablierung von Spargelanlagen durch Direktsaat, Sämlingspflanzen und einjährigen Kronen über ausgeprägte Jahreseinflüsse bei der Pflanzung. Einjährige Betrachtungen können beim Spargel demnach zu einer verzerrten Aussage über die Auswirkungen von Maßnahmen führen. Diese Aussage wurde durch die hier durchgeführten Tauchversuche der Kronen vor der Pflanzung im Freiland bestätigt. So brachte eine chemische Beizung der Jungpflanzen vor der Pflanzung im Versuchsjahr 2001 keine nachweisbaren Effekte auf das Wachstum im ersten Standjahr (Ergebnisse nicht dargestellt). In den Versuchen der beiden Folgejahren waren jedoch viele der erfassten Laubmerkmale durch eine Tauchbehandlung mit einem Fungizid erhöht, so dass in der Auswertung über die drei Versuchsjahre sich in fast jedem dargestellten Merkmal signifikante Unterschiede nachweisen ließen (Tabellen 48 und 49).

Die für die Praxis interessanteste Zielgröße des quantitativen und qualitativen Ertrages an Stangen stellt jedoch den größten Aufwand bei der Versuchsdurchführung im Spargelanbau dar. Bedingt durch die lange Juvenilphase des Spargels ist eine Ernte über den gesamten Zeitraum von acht Wochen frühestens ab dem vierten Standjahr möglich. Eine kurzzeitige Ernte im zweiten Standjahr fördert zwar die weitere Entwicklung einer Spargelanlage (McGRADY und TILT 1990, PASCHOLD et al. 1993), brauchbare Ergebnisse bezüglich des Ertrages sind in diesem kurzen Zeitraum jedoch kaum gegeben.

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Bei Versuchen zur Eignung verschiedener Sorten können schon im ersten Erntejahr Aussagen über die Qualität der geernteten Spargelstangen getroffen werden (PASCHOLD et al. 2002a), Rückschlüsse auf die Erträge nach einer kurzen Erntezeit sind aber schwierig. DIRKS und NUTTALL (1982) zeigten bei Versuchen über fünf Jahre mit elf Spargelsorten und einer jeweiligen Erntedauer von 52, 60 und 68 Tagen, dass Sorten unterschiedliche optimale Ernteperioden aufweisen. Die Beurteilung der Ertragspotenz von Spargelsorten hängt demnach neben dem Standort und dem Versuchsjahr (RAMEAU und DENIS 1992) auch von der Wahl der jeweiligen Erntedauer ab.

Noch problematischer sind Aussagen über die Erträge einer kurzen Ernteperiode bei Versuchen mit unterschiedlichen Behandlungen zur Pflanzung bzw. im ersten Standjahr. PASCHOLD et al. (2002b) erhielten zwar durch die Düngung von Spargeljunganlagen mit Entec eine tendenziell bessere Laubentwicklung im ersten Standjahr, Effekte auf den Ertrag waren im ersten Erntejahr allerdings nicht gegeben. Sie rechnen aber damit, dass sich Ertragsunterschiede in den Folgejahren zeigen werden. LORD (2002) untersuchte die Auswirkungen von Rhizosphärenbakterien auf das Wachstum von Spargelpflanzen und den Ertrag der ersten Ern–te im dritten Standjahr. Er erhielt trotz Differenzen der einzelnen Varianten von über 20% keine signifikanten Unterschiede im Ertragsverhalten. Er begründet dies mit der relativ breiten Streuung der Werte. Diese Aussage kann anhand der vorliegenden Gefäßversuche einer simulierten Ernte als Grünspargel im zweiten Standjahr gestützt werden. Obwohl die Pflanzmasse von 150g im Vergleich zu 50g pro Pflanze ein um etwa 25% höheres Gesamtgewicht der Stangen brachte, war der Unterschied statistisch nicht abzusichern (Tabelle 39).

Auch konnte in Versuchsauswertungen gezeigt werden, dass sich bei Ertragserhebungen im ersten Erntejahr deutliche Unterschiede ergeben können, obwohl sich die Parzellen in der vorherigen Kulturführung nicht von einander unterschieden (ALDENHOFF 2001). Auch ergab sich bei Versuchen wiederholt das Problem, dass Unterschiede in der Anfangsentwicklung von Spargelpflanzen mit der Zeit kompensiert wurden (LILL und TATE 1982, BURROWS und WATERS JR. 1989, NICOLA und BASOCCU 2000), mit der Ausnahme von Pflanzenausfällen (KNAFLEWSKI und KONYS 1994). Bei entsprechender Kulturführung und einer guten weiteren Pflanzenentwicklung ist nur in wenigen Fällen mit signifikanten Unterschieden im Ertragsverhalten der kommenden Jahre bei Versuchen zur Etablierung von Spargeljunganlagen zu erwarten. Aus diesem Grund und wegen des hohen Arbeitsaufwands einer Ernte über mehrere Jahre ist in der vorliegenden Arbeit auf eine Erfassung des Stangenertrages im Freiland verzichtet worden.

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Um die beschriebenen Probleme der Ertragserfassung im Spargel zu überwinden, sind in zahlreichen Versuchen andere Laub- und Kronenmerkmale herangezogen worden. Dies ist deshalb möglich, da die Wachstumsleistung der Pflanzen sowohl bei unterschiedlichen (KNAFLEWSKI 1985b, BAI und KELLY 1999), als auch bei gleichen Sorten (STEIN 1987, URAGAMI et al. 1996) maßgeblich für die spätere Ertragsausprägung verantwortlich ist.

4.1.2 Eignung von Laubmerkmalen

Wesentlich für die Ertragsbildung im Spargel ist die Photosynthese. Diese findet v.a. in den Phyllokladien statt (DOWNTON und TÖRÖKFALVY 1975, INAGAKI et al. 1989). Die dort gewonnene Energie wird in Form von Zuckern in die Speicherwurzeln verlagert und dient dort dem Aufbau der Wurzelmasse und der Einlagerung für einen Austrieb im gleichen oder im kommenden Jahr (DROST 1997). Die Vermutung liegt demnach nahe, dass eine höhere Laubmasse die Bildung von RKH und damit des Ertrages im Folgejahr fördert (BENSON und MOTES 1982).

WARMAN (1990) untersuchte die Auswirkungen einer Begrünung der Zwischenreihen mit unterschiedlichen Einsaaten im Pflanzjahr. Hierbei stellte sich heraus, dass neben dem Stangenertrag auch die Anzahl der Triebe für mindestens ein Jahr durch Begrünungen vermindert wurde. KNAFLEWSKI et al. (1999) erhielten bei unterschiedlichen Ernteperioden im Spargel ebenfalls die Tendenz, dass eine höhere Anzahl Triebe auch die Erntemenge positiv beeinflusst. Die Korrelationsberechnungen mit den einjährigen Pflanzen in Gefäßen lassen jedoch die Triebanzahl als weniger geeignetes Merkmal vermuten, um auf den Kronenzuwachs oder die Ertragspotenz Rückschlüsse zu ziehen (Tabellen 18 und 20). Zudem ergaben sich im Vergleich zu anderen erfassten Merkmalen im Freiland und den Gefäßen nur relativ wenig statistisch gesicherte Unterschiede zwischen einzelnen Varianten hinsichtlich der Anzahl der dicken bzw. der gesamten Triebe.

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Die Erfassung der Gesamtlänge der Triebe erfordert einen deutlichen Mehraufwand in der Versuchsdurchführung, bringt aber größeren Aufschluss über die Laubmasse einer Pflanze (Tabelle 16) und dem damit verbundenen Kronenzuwachs (Tabelle 18) sowie des zu erwartenden Ertrages (Tabelle 20). Dabei hatte die Summe der Trieblängen im Sommer einen größeren Effekt auf den Kronenzuwachs am Ende des ersten Standjahres, als dies im Herbst der Fall war. Die positive Korrelation mit dem Ertrag im Folgejahr lag im Gefäßversuch bei R²=0,72.

BENSON und TAKATORI (1980) ermittelten enge Korrelationen zwischen ober- und unterirdischen Pflanzenteilen. Sie erhielten dabei eine höhere Wurzelmasse und Gehalt an RKH, wenn sich das Laub früher entwickelte. BENSON und MOTES (1982) vermuten in den ermittelten positiven Effekten einer Ernte im zweiten Standjahr die Brechung der Apikaldominanz beim Spargel, wodurch sich früher mehr Triebe und somit eine höhere Produktivität des Laubes ergeben. SUDJATMIKO et al. (1997) erhielten bei zu unterschiedlichen Zeitpunkten gepflanzten Spargelpflanzen eine Erhöhung des Zuwachses im ersten Jahr bei frühen Pflanzterminen. Sie erklären dies mit der längeren Vegetationszeit und der damit verbundenen längeren Assimilationszeit. Dieses Prinzip kann auch auf einzelne Triebe angewendet werden, so dass über die Vegetationsperiode betrachtet früh gewachsene Triebe eine höhere Produktivität haben.

Als weiteres mögliches Laubmerkmal ist die maximale Trieblänge einer Pflanze zu nennen. Sie ist relativ einfach zu ermitteln, weshalb sie bei den Laubauswertungen im Sommer und Herbst neben den Gefäßversuchen auch im Freiland erfasst wurde. WILCOX (1985) erzielte durch unterschiedliche Bewässerungsstufen bei Spargelsämlingen mit zunehmenden Wassergaben höheres Laub. Hiermit verbunden war auch ein Anstieg der Laub- und Wurzelmasse der Sämlinge. Ebenfalls bei Sämlingen untersuchten VALENZUELA und BIENZ (1989) die Wechselwirkungen eines Befalls mit der Spargelblattlaus und Frostschäden im kommenden Jahr. Der Besatz mit der Spargellaus und die Aufbewahrung der Kronen für 24h bei –4,5°C alleine führte jeweils zu einer leichten, in Kombination aber zu einer großen Reduktion aller ermittelten Laub- und Kronenmerkmale, u.a. auch der Laubhöhe.

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Bei den Versuchen von STERRETT et al. (1990) zur Bewässerung und Etablierung durch Kronen oder Sämlingspflanzen blieben die Vorteile der Bewässerung und der einjährigen Kronen sowohl im Laub als auch im Ertrag über mindestens drei Jahre bestehen. Dabei zeigten sich die Unterschiede im Durchmesser, der maximalen Länge und der Anzahl der Triebe pro Pflanze.

FALLOON und FRASER-KEVERN (1996) tauchten einjährige Spargelpflanzen vor der Pflanzung in unterschiedliche Konzentrationen verschiedener Fungizide und werteten das Laub am Ende der ersten Vegetationsperiode aus. Dabei erhielten sie mit zunehmender Konzentration der Fungizide eine Erhöhung der Laubparameter Anzahl, Trockengewicht und maximale Länge der Triebe pro Pflanze. Im Vergleich zur unbehandelten Kontrolle waren die Unterschiede zumeist signifikant. Bei den Berechnungen der Zusammenhänge unterschiedlicher Merkmale in Gefäßen 2002 und 2003 erwies sich die maximale Trieblänge im Vergleich zu der Gesamtlänge der Triebe pro Pflanze als wenig eng korrelierend. Ein Grund hierfür könnte sein, dass dieses Merkmal stark von den äußeren Bedingungen abhängt. MAHOTIERE et al. (1988, 1989) erzielten durch Behandlungen mit Pflanzenhormonen mehr Triebe, die jedoch in ihrer Länge geringer ausfielen. Sie erklärten dies mit einer begrenzten Menge an RKH, die sich dann auf mehrere Triebe verteilen. Wenn also zur gleichen Zeit mehr als ein Trieb wächst, geht dies zu Lasten der Trieblänge. Durch die geringe Anzahl Pflanzen (n = 5) in den Gefäßen sind durch diesen Effekt Beeinflussungen auf das jeweilige Versuchsergebnis und die Korrelationsberechnungen denkbar, im Freiland ist dieser Punkt aufgrund der hohen Anzahl Pflanzen (4 x 15, 20 bzw. 40) sicher zu vernachlässigen. Auch hängt die Länge der einzelnen Triebe von der Temperatur beim Wachstum ab. Die Geschwindigkeit des Längenwachstum der Stangen (KAILUWEIT und KRUG 1995) und Triebe (NICHOLS und WOOLEY 1985) erhöht sich mit zunehmender Temperatur und kann laut DEAN (1999) bis zu 0,51cm pro Stunde betragen. Gleichzeitig ergibt sich aber eine Verminderung der Triebendhöhe mit zunehmender Temperatur (YEN et al. 1996). KRUG (1999a) ermittelte mit einjährigen Spargelpflanzen in Klimakammern bei einer Temperatur von 20°C den mit 152cm höchsten Wert für die Trieblänge. Niedrigere und höhere Temperaturen führten wieder zu einer geringeren Trieblänge. Anhand der Temperaturen im Sommer (Abbildungen 1 bis 3) lässt sich somit erklären, warum die maximalen Trieblängen im Herbst in den Gefäßen und im Freiland im Jahre 2003 bei vergleichbaren Versuchen durchweg deutlich vermindert waren (z.B. Tabellen 34 und 37).

4.1.3 Eignung von Kronenmerkmalen

Die Ermittlung der Kronenmerkmale ergibt im Vergleich zum Laub genauere Aussagen über die Wachstumsleistung einer Spargelpflanze, ist aber in der Versuchsdurchführung entsprechend aufwändiger. Laut WILSON et al. (1999) ist der Gehalt an RKH im Herbst zur Abschätzung des Ertragspotentials einer Pflanze deutlich besser geeignet als die Laubmerkmale. Der Gesamtgehalt an Reservestoffen einer Pflanze wird durch die Konzentration der RKH und die Wurzelmasse bestimmt (SHELTON und LACY 1980, HAYNES 1987). MARR und LAMONT JR. (1990) erhielten durch eine ausreichende Bodenfeuchte bei Sämlingen eine Erhöhung verschiedener Wachstumsparameter. Allerdings wuchsen sich die Unterschiede oberirdisch mit der Zeit wieder heraus, waren aber in den Wurzeln noch festzustellen. Von ähnlichen Ergebnissen berichten auch DROST und WILCOX-LEE (1990).

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RAHDEN et al. (1990) untersuchten die Auswirkungen verschiedener Beizungen bei Spargeljungpflanzen im Freiland auf das Wachstum im ersten Standjahr anhand von Laub- und Kronenmerkmalen. Unterschiede waren dabei sowohl im Laub, als auch in den Kronen (Anzahl und Masse der Wurzeln) festzustellen. Von einem ähnlichen Versuch mit entsprechenden Ergebnissen berichten KNAFLEWSKI et al. (1993). WILCOX-LEE und DROST (1991) ermittelten den Einfluss von Bodenbearbeitungsmaßnahmen im Vergleich zum Einsatz von Herbiziden auf die weitere Bestandsentwicklung von Ertragsanlagen bei Grünspargel. Die Bodenbearbeitung reduzierte den Ertrag über die Versuchsjahre um 12 bis 50%, was mit Beschädigungen der Kronen erklärt wird. Im letzten Jahr des Versuches wurden nach der Ernte im Abstand von jeweils drei Wochen Pflanzen gerodet, um die langfristigen Effekte auf die Kronenentwicklung zu studieren. Hierbei zeigte sich, dass die Unterschiede der Bodenbearbeitung und des Herbizideinsatzes hinsichtlich der Laub- und Kronenmerkmale mit 50 bis 95% deutlicher ausfielen, als es bei den Ertragserfassungen der Fall war. PITMAN et al. (1991) untersuchten den Einfluss unterschiedlicher N-Gaben auf das Wachstum von einjährigen Spargelpflanzen in 21-l-Gefäßen. Eine Steigerung des N-Angebots führte zu vermehrter Laubbildung, jedoch zur Verminderung der Kronenmasse und des Gehaltes an RKH. Gleiches berichtet auch BLOOM (2003) über Gefäßversuche mit unterschiedlichen Bewässerungsstufen im ersten Standjahr. Regelmäßige hohe Wassergaben erhöhten zwar die Laubmasse signifikant, die eher entscheidende Wurzelmasse war jedoch bei der mittleren Bewässerungsstufe signifikant am größten. Daraus ist zu schließen, dass bei bestimmten Versuchsfragen die Wirkungen auf das Laub und die Kronen unterschiedlich ausfallen können. Die Bildung von Laub erfordert Energie, die durch den Abbau der RKH in der Wurzel zur Verfügung gestellt wird (WOOLLEY et al. 1999). Spätes Triebwachstum könnte der Pflanze ebenso viel oder sogar mehr Energie kosten, als durch die Photosynthese in der verbleibenden Vegetationszeit neu gebildet wird. Gestützt wird diese Aussage auch durch die bereits näher beschriebene engere Korrelation der Gesamttrieblänge im Sommer im Vergleich zum Herbst mit dem Kronenzuwachs und dem zu erwartenden Ertrag im Folgejahr. Die anhaltende Stimulation des Triebwachstums durch ein übermäßiges Angebot der Wachstumsparameter N und Wasser stellt also offensichtlich eine Konkurrenz zum Wurzelwachstum um die vorhandenen RKH dar.

Dem gegenüber stehen die Ergebnisse aus Gefäßversuchen von DROST und WILCOX-LEE (1997a), wo die intensivste Bewässerung auch zum höchsten Wurzelzuwachs führte. Bei weiterführenden Betrachtungen ergab sich durch die Reduktion der Bewässerung eine Abnahme von Anzahl und Durchmesser der Knospen pro Pflanze. Sie schließen daraus, dass weniger die Anzahl, sondern eher der Durchmesser der zu erntenden Stangen im Folgejahr vermindert ist (DROST und WILCOX-LEE 1997b). Neben der Wurzelmasse und dem Gehalt an RKH scheint also auch ein Effekt der Knospenanzahl bzw. -dicke auf die Ertragsbildung gegeben zu sein. Allerdings zeigten die Pflanzen in ihren Versuchen in allen genannten Kronenmerkmalen die gleichen Tendenzen in der Reaktion auf die Bewässerung.

Zwischen den Merkmalen Anzahl Wurzeln, Knospenbündel und dicker Knospen sowie der FM der Kronen bestanden in den Gefäßversuchen 2002 und 2003 enge Korrelationen (R² > 0,50) untereinander (Tabelle 17). Hieraus kann der Schluß gezogen werden, dass sich die Kronen unabhängig von der Ausgangssituation im Frühjahr in allen Merkmalen relativ gleichmäßig entwickeln. Dies wird durch den ermittelten stetigen Kronenzuwachs einjähriger Pflanzen in Gefäßen unterstützt (Abbildungen 11 und 12). KIM und SAKIYAMA (1989) untersuchten die Einflüsse der Wurzelmenge und Temperatur auf die Wachstumsgeschwindigkeit von Spargelstangen. Sie fanden heraus, dass größere Pflanzen bei ausreichenden RKH in den Wurzeln ein eher exponentielles, kleinere Pflanzen hingegen ein eher lineares Wachstum aufwiesen.

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Weniger deutlich waren jedoch die Zusammenhänge zwischen den Kronenmerkmalen im Jahr 2002 und der simulierten Ernte als Grünspargel im Folgejahr (Tabelle 21). Die wichtigste Ertragsgröße , die Summe der Stangengewichte, zeigte nur mit den Knospenmerkmalen Korrelationen mit R² > 0,50. Die FM der Kronen war mit R² = 0,47 nur in vergleichsweise geringerem Umfang mit dem Gesamtgewicht der geernteten Stangen korreliert. Als ein Grund hierfür sind die Versuchsbedingungen hinsichtlich der Auswertung der Kronen im Herbst und der Beerntung im Folgejahr zu nennen. Die Rodung im Herbst führte im Vergleich zu nicht gerodeten Pflanzen zu einer deutlichen Verminderung von fast 100% der Erntemenge im Folgejahr (Tabelle 23). DECKERS und LAMBERTS (1981) berichten davon, dass gerodete ein- bzw. zweijährige Spargelpflanzen nach der Beerntung durch Treiben unter kontrollierten Bedingungen bei ihrem erneuten Auspflanzen Ausfälle von bis zu 75% aufwiesen. Die Rodung und erneute Pflanzung bedeutet also für ältere Pflanzen enormen Stress. Auch standen für die Korrelationsberechnungen der Laub- und Kronenmerkmale mit der simulierten Ernte im Folgejahr nicht die Pflanzen des Versuches mit einem unterschiedlichen Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr zur Verfügung. Diese zeigten bei ihrer Rodung im Herbst deutliche Unterschiede in den Kronenmerkmalen (Tabelle 45) und hätten somit vermutlich bei ihrer Beerntung im Folgejahr größere Unterschiede und damit in der Summe engere Zusammenhänge gebracht.

Bezüglich der Gehalte an löslichen RKH im Frühjahr, Herbst und nach der Ernte konnten kaum Beziehungen zu anderen Merkmalen festgestellt werden. Eine Ausnahme stellte der Einfluss des Gehaltes an löslichen RKH im Frühjahr auf einige Laubmerkmale dar. Hiervon betroffen waren jedoch fast ausschließlich Merkmale, die im direkten Zusammenhang zum frühen Austrieb stehen. Neben der maximalen Trieblänge im Jahre 2003 war beispielsweise auch die mittlere Trieblänge im Herbst in beiden Jahren betroffen. KIM und SAKIYAMA (1989) ermittelten bei ausreichendem Angebot an RKH in der Pflanze ein schnelleres, bei geringerem Gehalt entsprechend langsameres Wachstum.

Die Konzentration an löslichen RKH im Herbst scheint kein Merkmal zu sein, um Unterschiede des Wachstums im ersten Standjahr von Spargelpflanzen zu ermitteln. Sowohl bei der Erfassung des Zuwachses von Spargelsämlingen (Abbildung 8), als auch bei einjährigen Pflanzen im ersten Standjahr (Abbildung 13) ergaben sich kaum Veränderungen im Gehalt an löslichen RKH vom Sommer bis zum Herbst, obwohl die anderen Parameter stetig zunahmen (Abbildungen 4 bis 7 bzw. 9 bis 12). Ein deutlich geringerer Wert war nur bei der Probenahme einjähriger Pflanzen im Juni festzustellen. DOGRAS und ITKOS (1991) untersuchten den Verlauf der RKH von zwei- und sechsjährigen Spargelpflanzen vom Herbst bis zum Frühling. Durch das Laubwachstum nahm die Konzentration an RKH und die TM der Wurzeln im Frühjahr ab. Dieser Effekt war bei den jüngeren Pflanzen deutlicher ausgeprägt. Hier ist die zur Verfügung stehende Wurzelmasse geringer und damit fällt bei gleichem Bedarf an Energie zum Laubaufbau die Konzentration an RKH in den Wurzeln stärker ab. Die prinzipiell gleiche Situation ließ sich auch bei den einjährigen Pflanzen nach der ersten Laubbildung im Juni feststellen. Neben dem Gehalt an löslichen RKH war auch die FM der Kronen im Vergleich der FM zur Pflanzung mit unter 100g reduziert. Nach dem anfänglichen Aufbau der Laubmasse scheint sich der Gehalt an löslichen RKH unter normalen Kulturbedingungen in einer Art Gleichgewicht zu befinden (HAYNES 1987). Die bei der Photosynthese gewonnene Energie dient bei Spargelpflanzen in der Juvenilphase offensichtlich eher der Bildung des Wurzelwerkes. Größere Unterschiede in der Konzentration an RKH in der Wurzel scheinen eher durch außergewöhnliche Situationen in der Vegetationsperiode bedingt zu sein, die in den Versuchen aufgrund der zu klärenden Fragen nicht enthalten waren. Eine Ausnahme bildete die Gewinnung der Versuchspflanzen mit unterschiedlichem Gehalt an RKH durch unterschiedliche Krautschnittermine im Sommer bei Sämlingen. Die Pflanzen mit einem totalen Krautverlust Anfang August bildeten aus den bereits gewonnenen Reserven (Abbildung 8; FIALA und JOLIVET 1982) neues Laub, so dass diese Pflanzen zwar eine deutlich verminderte FM der Kronen zeigten, ihren Gehalt an RKH aber wieder auffüllen konnten (Tabelle 15). Ab den Terminen einer vollständigen Krautentfernung im September war mit einem zunehmend früheren Krautverlust auch eine Verminderung sowohl in der FM der Kronen, als auch dem Gehalt an löslichen RKH gegeben. In der Literatur wird außerdem von einer Verminderung der RKH-Gehalte in den Wurzeln durch eine Ernte im Sommer (POLL 2002), Trockenperioden im Sommer (ERNST und KRUG 1998) oder dem Befall mit der Spargelblattlaus (LESZCYNSKI et al. 1986) berichtet.

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Die Auswertungen der Pflanzen bezüglich ihres Gehaltes an löslichen RKH zeigte in den Versuchen weitere Auffälligkeiten. Die starken Schwankungen der Brix-Messungen einer Pflanze (Tabelle 22) bestätigen die Aussage, dass für verläßliche Ergebnisse mindestens 20 Pflanzen pro Parzelle zu untersuchen sind (WILSON et al. 2000). Dieses war aber in den Gefäßen aufgrund der geringeren Anzahl Pflanzen nicht möglich.

Ferner zeigten die Pflanzen im Vergleich zum Vorjahr in den Gefäßen im Jahre 2003 deutlich geringere Werte an löslichen RKH im Herbst auf. Bei dem Vergleich unterschiedlicher Pflanzmassen ergab sich beispielsweise eine Differenz von über 10% Brix zwischen beiden Jahren (Tabelle 38). Diese deutlichen Unterschiede waren im Freiland nicht festzustellen, jedoch erfolgte hier die Probenahme entsprechend früher (Tabellen 5 und 10). Bei der Auswertung der Pflanzen zur Erfassung der Pflanzenentwicklung Anfang November 2003 ergaben sich ebenfalls noch höhere Werte (Abbildung 13). Zahlreiche Untersuchungen zeigen jedoch, dass keine größeren Verluste an RKH über Winter gegeben sind (HAYNES 1987, MARTIN 1989). Aus diesem Grund kann davon ausgegangen werden, dass es in dieser kurzen Zeit bis zur Auswertung der Kronen Anfang Dezember nicht zu einem realen Verlust an Reservestoffen kam. Gleichzeitig waren im Schnitt die FM der Kronen gleicher Versuche im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr deutlich erhöht, was an den höheren Temperaturen in 2003 gelegen haben könnte (Abbildungen 2 und 3; SINGER et al. 1991b). Es liegt jedoch die Vermutung nahe, dass es sich beim Abbau der löslichen RKH um Reserven handelt, die zum weiteren Kronenwachstum verwendet wurden. Hierfür sprechen Ergebnisse von CAINS (1992) aus Großbritannien. Er verglich den Gehalt an RKH nach der vollständigen Krautreife unterschiedlicher Sorten miteinander. Dabei zeigte die auch hier verwendete Sorte ‚Gijnlim‘ im Vergleich zu anderen Sorten einen relativ geringen Wert auf. Gleichzeitig erwies sich diese Sorte aber in zahlreichen Versuchen als sehr ertragreich (PASCHOLD et al. 1999, EVENHUIS et al. 2001). Die Ertragsbildung der ‚Gijnlim‘ scheint somit weniger durch die Konzentration an RKH als vielmehr durch ihre Wurzelmasse bedingt zu sein. Obwohl das Laub bereits im November bei den Versuchspflanzen entfernt worden war, könnte ein weiteres Wurzelwachstum stattgefunden haben. Warum dies aber im gleichen Zeitraum im Jahr 2002 nicht gegeben war, konnte nicht endgültig geklärt werden.

4.1.4 Eignung von Gefäßversuchen

Durch das umfangreiche Wurzelwerk des Spargels ist die genaue Ermittlung der Kronenmerkmale erschwert. Aus diesem Grund wird oft bei Versuchen im Spargel auf Gefäße zurückgegriffen (BORN 1981, DUFAULT 1991, KRUG 1999a). Allerdings sind die Bedingungen für die Pflanzen sicher anders als im Freiland.

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Grundsätzlich lassen sich im Freiland und in Gefäßen vergleichbare Ergebnisse erzielen, wie die Untersuchungen mit unterschiedlichen Pflanzmassen gezeigt haben (Tabellen 34, 37 und 38). Somit ist gewährleistet, dass die Ergebnisse der anderen Versuche im Freiland auch ohne die aufwendige Erfassung von Kronenmerkmalen oder des Ertrages als Aussage dienen können. Im direkten Vergleich von Pflanzen im Freiland und in Gefäßen am gleichen Standort im Jahre 2003 zeigten sich zwar grundsätzliche Unterschiede in der Intensität der Ausprägung einzelner Laub- und Kronenmerkmale (Tabellen 24 und 25), die inhaltliche Aussage über die Auswirkungen der unterschiedlichen Pflanzmassen auf das Wachstum von Spargelpflanzen im ersten Standjahr war unter beiden Versuchsbedingungen jedoch gleich. Die Gefäßversuche dürfen deshalb als für das Freiland gültig bezeichnet werden.

Im Sommer zeigten die Pflanzen im Freiland und den Gefäßen noch die gleiche maximale Trieblänge pro Pflanze (Tabelle 24). Im Herbst wiesen aber die Pflanzen im Freiland bei allen erfassten Laubparametern deutlich höhere Werte auf. Eine Erklärung hierfür könnte die bessere Versorgung mit Wasser sein, da die besondere Bedeutung des Wassers im Spargelanbau hinlänglich bekannt ist (WILCOX-LEE 1987, HARTMANN 1996). Die Bodenfeuchte im Freiland wurde separat mit einem Tensiometer erfasst und bei Bedarf bewässert. Obwohl der Boden im Freiland und den Gefäßen der gleiche war, ergaben sich deutlich mehr notwendige Bewässerungsmaßnahmen in den Gefäßen. Im Sommer traten in den Gefäßen trotz teilweise zweitägigen Bewässerungsintervallen wiederholt Wasserdefizite auf. Zumindest konnte hier nicht die Gleichmäßigkeit in der Wasserversorgung gewährleistet werden, da sich besonders das Jahr 2003 als außergewöhnlich heiß und trocken erwies.

Der gleiche Grund ist bezüglich der Beobachtung anzugeben, dass die Pflanzen in den Gefäßen früher in die Abreife gingen. Zwar ist die Induktion der Abreife durch niedrige Temperaturen im Spätsommer bedingt (KRUG 1996, 1999b), hohe Temperaturen und Trockenheit können diesen Effekt jedoch beschleunigen (PRESSMAN et al. 1989). Für die Pflanzen in den Gefäßen treffen dabei wahrscheinlich beide Faktoren zusammen. Es ist davon auszugehen, dass Pflanzen in schwarzen Gefäßen auf schwarzem Bändchengewebe einer deutlich höheren Temperatur als im Freiland ausgesetzt sind.

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Beim Vergleich der Kronen im Freiland und den Gefäßen ergaben sich ebenfalls Unterschiede (Tabelle 25). Jedoch war hier die Anzahl der Wurzeln und die FM der Krone im Freiland signifikant verringert. Gleichzeitig fanden sich signifikant mehr dicke Knospen, was ähnlich wie bei den Laubmerkmalen auf bessere Wachstumsbedingungen schließen lässt (DROST und WILCOX-LEE 1997b). Die geringere Anzahl Wurzeln und FM der Kronen müssen daher auf die anderen Bedingungen zurückzuführen sein. Die Pflanzen im Freiland hatten einen größeren durchwurzelbaren Raum zur Verfügung. Obwohl sich die Hauptwurzelmasse beim Spargel im Bereich bis 30cm Bodentiefe befinden (DROST und WILCOX-LEE 2000), wird bei ausreichend lockerem Boden ein größeres Bodenvolumen durch die Wurzeln erschlossen (REIJMERINK 1973). Die Pflanzen brauchten also bei gleicher oder größerer Wurzelmasse nur eine geringere Anzahl Wurzeln. Bei der Rodung der Pflanzen im Herbst konnte nur auf Spatentiefe gearbeitet werden, so dass ein Teil der Wurzelmasse nicht miterfasst wurde. Aufgrund des dichten Standes und der Verteilung der wenigen Pflanzen musste im Gegensatz zu anderen Untersuchungen (PASCHOLD et al. 2001a, BLOOM 2003) darauf verzichtet werden, großräumig den Boden auszuheben, die Wurzeln auszusieben und den entsprechenden Pflanzen zuzuordnen.

Die in den Gefäßen zu 25l erzielten durchschnittlichen Kronenmassen der Varianten von 361 bis 720g pro Pflanze (Tabellen 38 und 47) entsprach etwa dem, was in anderen Untersuchungen nach dem ersten Standjahr ermittelt wurde. BLOOM (2003) führte ebenfalls Versuche in Gefäßen zu 25l mit der Sorte ‚Gijnlim‘ durch und erhielt dabei Kronenmassen von 418 bis 540g pro Pflanze. WAGENVOORT und AMMERLAAN (1988) rodeten im Freiland Pflanzen unterschiedlicher Sorten im Herbst und Winter des ersten Standjahres. Die Sorte ‚Gijnlim‘ kam im Durchschnitt aller gerodeten Pflanzen auf eine Kronenmasse von 484g. Da sich über die Sorten eine Schwankung der Kronenmasse von 374 bis 550g ergab, ist der Vergleich der Kronenmassen unterschiedlicher Sorten aus anderen Versuchen problematisch. Aus diesem Grund kann ansonsten nur auf einzelne Ergebnisse aus Deutschland zurückgegriffen werden, in der Annahme, dass die Ergebnisse ebenfalls anhand der Standardsorte ‚Gijnlim‘ ermittelt wurden oder die Sortenunterschiede hier gering sind. PASCHOLD et al. (2001a) nennen als Bandbreite der Kronenmasse im Herbst des ersten Standjahres nach umfangreichen Erfassungen 700 bis 950g pro Pflanze und liegen damit über den in den Gefäßen erhaltenden Massen. PASCHOLD (2001b) berichtet sogar von Einzelpflanzen in Lysimetern, die über drei kg FM pro Pflanze im ersten Standjahr erzielen können. Dennoch kann davon ausgegangen werden, dass die in den Gefäßversuchen erhaltenen Kronenmassen denen unter Praxisbedingungen entsprechen.

4.2 Jungpflanzenqualität bei Spargel

Die Qualität von Spargeljungpflanzen wird im Allgemeinen über die Pflanzmasse sowie der Anzahl der Wurzeln und Knospen beschrieben. Laut KRUG (1991) sollte eine gute Spargeljungpflanze mindestens 40g, acht Wurzeln und vier Knospen besitzen, FRITZ und STOLZ (1989) fordern mindestens 40-50g, 20 Wurzeln und fünf bis sechs Knospen. OERTL (2001b) definiert die Qualität von guten Spargeljungpflanzen mit einer Pflanzmasse von mindestens 60g, 15-20 Speicherwurzeln und sortenabhängig fünf feste Knospen.

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Darüber hinaus dürfen keine stärkeren Beschädigungen der Kronen, äußerlicher Schimmelpilzbefall, hohle Wurzelschläuche oder faule Knospen vorhanden sein (FRITZ und STOLZ 1989, OERTL 2001b). Die Ausprägung dieser Qualitätsmerkmale sind auf unterschiedliche Ursachen zurückzuführen. Beschädigungen der Speicherwurzeln von Spargeljungpflanzen sind sowohl bei der Rodung (GOTTWALD und WOLTERSTORFF 1988) als auch der Pflanzung (GREINER 1990) möglich. Hier findet sich dann oft der Ausgangspunkt für eine Schimmelbildung (VOGEL 1996), die unter ungünstigen Lager- oder Pflanzbedingungen verstärkt auftritt (MAQBOOL und CAMERON 1994). Hohle Wurzelschläuche und weiche Knospen deuten hingegen auf einen stärkeren Befall der Spargelpflanzen mit bodenbürtigen Pilzen hin. Diese sind häufig auf Infektionen mit Fusarium ssp. zurückzuführen (YOSHIKAWA et al. 1994, BAAYEN et al. 2000), können aber auch von Phytophthora ssp. (FAL–LOON et al. 1983, NIKOLOFF 1984), Penicillium ssp. oder Rhizoctonia ssp. (GORDON-LENNOX und GINDRAT 1987) hervorgerufen werden.

Die FM der Krone zeigt beim Spargel enge wechselseitige Beziehung zur Anzahl der Wurzeln und der Knospen. So hängt die Kronenmasse bei Spargeljungpflanzen stark von der Anzahl der Wurzeln ab (HARTMANN 1989). Bei Betrachtung der untersuchten Herkünfte wiesen mit Ausnahme der Herkunft 3 im Jahr 2002 die Pflanzen mit einer höheren durchschnittlichen FM in beiden Versuchsjahren auch eine höhere Anzahl Wurzeln auf (Tabellen 27 und 28). Die Pflanzen im Herbst des ersten Standjahres zeigten in beiden Versuchsjahren eine enge Beziehung zwischen der FM und Wurzelanzahl der Kronen, aber auch zur Anzahl dicker Knospen (Tabelle 17). DROST (1994) erhielt durch eine Steigerung der Wassergaben bei Spargel neben der Erhöhung der Kronenmasse von 413 auf 586g auch eine Erhöhung der Knospenanzahl von 53 auf 78, was ebenfalls den direkten Zusammenhang zwischen der Pflanzenmasse und der Anzahl der Knospen unterstreicht. Ferner haben die Versuche zur Pflanzenentwicklung von einjährigen Spargelpflanzen in den Jahren 2001 und 2003 gezeigt, dass nach dem ersten Durchwuchs im Frühjahr die weiteren Triebe einer Jungpflanze aus im gleichen Jahr neu gebildeten Knospen entstehen. Aus diesen Gründen konnte auf eine differenzierte Versuchsanstellung hinsichtlich der Anzahl an Knospen und Wurzeln bei Spargeljungpflanzen verzichtet werden. Die Untersuchungen der visuell sichtbaren Qualitätsmerkmale von Spargeljungpflanzen ließen sich daher vornehmlich auf die Pflanzmasse und den Verlust an Pflanzenteilen vor der Pflanzung reduzieren.

4.2.1 Einflüsse der Pflanzmasse

HARTMANN (1989) fand den höchsten Pflanzenzuwachs im ersten und zweiten Standjahr unterschiedlicher Kronen-FM zur Pflanzung bei den im Versuch mit 90g schwersten Pflanzen. Gleiches galt auch für die vorliegenden Versuche im Freiland und in Gefäßen. Die Steigerung der Pflanzmasse brachte auch eine Erhöhung der meisten untersuchten Wachstumsmerkmale im ersten Standjahr (Tabellen 34 bis 39). Eine Ausnahme bildete nur der Gehalt an löslichen RKH im Herbst, der sich nicht von der Pflanzmasse im Frühjahr beeinflusst zeigte. Ein von MEHWALD (1994) befürchtetes schlechteres Anwachsen der schwereren Jungpflanzen war in den Versuchen nicht gegeben, was an der ausreichenden Bewässerung der Pflanzen gelegen haben könnte (WEBER 1999). Nach der Pflanzung bildet eine Spargeljungpflanze verstärkt Laubmasse (Abbildung 9), der Kronenzuwachs ist zunächst nur begrenzt (Abbildung 11; SUDJATMIKO et al. 1996). Schwerere Pflanzen mit ihrer schon im Sommer größe–ren Laubmasse (Tabellen 34, 35 und 37) weisen sicher einen höheren Bedarf an Wasser und Nährstoffen auf, der bei Trockenheit und noch unzureichend entwickeltem Wurzelwerk zu einem höheren Trockenstress und damit zu Anwuchsproblemen führen könnte. Die in den vorliegenden Versuchen erzielten Ergebnisse sind daher auf Flächen zu beziehen, die bei Bedarf bewässert werden können.

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Die Gründe für die bessere Wachstumsleistung im ersten Standjahr der Jungpflanzen mit einer höheren Kronenmasse dürften vielschichtig sein. Die Effekte ließen sich sowohl in den Laub-, als auch den Kronenmerkmalen wiederfinden. Die Differenzen der Kronen-FM waren im Herbst deutlich ausgeprägter, als dies noch im Frühjahr zur Pflanzung der Fall war. Eine um 100g höhere Pflanzmasse im Frühjahr bewirkte beispielweise eine um etwa 200g höhere FM im Herbst des ersten Standjahres (Tabelle 38).

Als wichtigste Ursache für die bessere Wachstumsleistung der schwereren Kronen ist wahrscheinlich das schnellere und stärkere Laubwachstum beim ersten Austrieb zu nennen. Eine hohe Laubmasse im Sommer ermöglicht der Pflanze eine effizientere Assimilation und damit stärkere Substanzbildung (Tabelle 18; BENSON und MOTES 1982). Größere Spargelpflanzen weisen tendenziell dickere Knospen auf (DROST und WILCOX-LEE 1997b), was wiederum zu dickeren Stangen bzw. Trieben (DEAN 1996) und einer größeren Trieblänge führt (Tabelle 16). Spargelpflanzen zeigen ferner eine ausgeprägte Apikaldominanz auf (MAHOTIERE et al. 1993), einzelne Rhizomteile reagieren jedoch wie einzelne Pflanzen (KRETSCHMER und HARTMANN 1979). Größere Spargelpflanzen besitzen auch eine höhere Anzahl Knospenbündel (Tabelle 17), so dass hier oft trotz Apikaldominanz mehr als ein Trieb im Frühjahr wachsen kann.

Die Erhöhung der Wachstumsleistung einjähriger Spargelpflanzen unterschiedlicher Pflanzmassen erwies sich nicht als linear, sondern war zwischen 50 und 100g deutlich ausgeprägter als zwischen 100 und 150g. Eine signifikante Zunahme des Pflanzenzuwachses ergab sich bei 100- und 150-g-Pflanzen ausschließlich hinsichtlich der FM der Kronen im Herbst in den Gefäßen (Tabelle 38). Ansonsten zeigten sich signifikante Unterschiede nur entweder zwischen den Pflanzmassen von 50 und 100 bzw. 150g oder zwischen 50 und 150g pro Pflanze (Tabellen 34, 37 und 38). Dies lässt den Schluß zu, dass kleinere Pflanzen auf die gute Etablierung von Spargelanlagen negative Auswirkungen haben, sich aber durch die Steigerung der Pflanzmassen bei der Jungpflanzenanzucht hingegen nur geringe Effekte erzielen lassen. Ziel muss es daher sein, nicht möglichst schwere, sondern möglichst wenig kleine Spargeljungpflanzen zu produzieren. MEULENDIJKS (1991) empfiehlt bei Verwendung von Jungpflan–zen mit einer durchschnittlichen Masse von 100g die Aussortierung von Pflanzen unter 50 bis 60g, was im Ergebnis den vorliegenden Versuchsergebnissen entspricht.

4.2.2 Einflüsse des Verlustes von Pflanzenteilen

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Die Versuche mit einem simulierten Verlust an Wurzelmasse zur Pflanzung im Freiland und Gefäßen lassen sich im Ergebnis ausschließlich auf die Pflanzmasse reduzieren. So gab es weder signifikante noch nennenswerte Unterschiede zwischen Pflanzen mit einer ursprünglichen FM der Kronen von 50g und den Pflanzen, die vor der Pflanzung von 100 auf 50g vermindert wurden (Tabelle 41; Anhang Tabellen 8 bis 10). Gleiches gilt auch für die Versuche mit einem simulierten Wurzelverlust von 25% im Freiland (Tabelle 40). Dies steht im Gegensatz zu Aussagen von VOGEL (1996), der bei einer Wurzelreduktion um 25% von einer Verminderung des Sproßwachstums um 35% berichtet. PASCHOLD et al. (2001b) berichten sogar von Ertragsdepressionen von 22 bzw. 44% bei einer Ernte im zweiten Standjahr von Jungpflanzen mit deutlichen Wurzelverletzungen bei der Pflanzung.

Es ist zu vermuten, dass sich in den Versuchen mehrere Faktoren gegenseitig aufgehoben haben und daher in der Summe keine Effekte erkennbar waren. Auf der einen Seite bedingt eine Wurzelreduktion eine Beschädigung der Pflanzen, die ohne eine fungizide Tauchbehandlung zur weiteren Wurzel- und damit Substanzverlusten führen kann (RAHDEN et al. 1990). Die Verminderung der Wurzelmasse durch eine gleichmäßige Kürzung der Wurzeln verringert außerdem zu Beginn der Pflanzenentwicklung den verfügbaren Wurzelraum und damit die Aufnahmekapazität von Wasser und Nährstoffen. Auf der anderen Seite zeigten Vorversuche zur Methodik der Messung der löslichen RKH, dass die Wurzelspitzen von Spargelpflanzen deutlich verminderte Zuckergehalte aufweisen. Der durchgeführte Wurzelschnitt beinhaltete auch einen hohen Anteil Wurzelspitzen, die weniger der Bereitstellung von RKH zur Bildung des ersten Aufwuchses dienen. Ein Verlust dieser Pflanzenteile wirkt sich demnach weniger gravierend auf das weitere Pflanzenwachstum aus. Auch dürften die Auswirkungen des verminderten Wurzelraumes auf die anfängliche Pflanzenentwicklung in den Versuchen gering ausfallen, da für eine ausreichende Wasserversorgung mittels Bewässerung gesorgt werden konnte.

Der simulierte Verlust an Trieben vor der Pflanzung brachte aufgrund des geringen Versuchsumfanges wenig statistisch gesicherte Unterschiede. Laut REINERS und GARRISON (1994) können Spargeljungpflanzen mindestens fünf Wochen von ihren Reserven leben, so dass auch trotz des Verlustes der ersten Triebe das weitere Wachstum gesichert ist. Waren diese Trieb–verluste nicht zu stark, konnte auch keine gravierende Beeinflussung des Wachstums im ersten Jahr festgestellt werden (Tabellen 42 und 43). Jedoch zeigte sich mit zunehmendem Triebverlust eine Verminderung der maximalen Trieblänge im Sommer, auch wenn der Unterschied nur zwischen der Kontrolle und der Entfernung von sechs Trieben signifikant war (Tabelle 42). Bis zum Herbst konnten die Pflanzen jedoch die Unterschiede nahezu kompensieren. Tendenziell war sogar eine Wachstumsförderung hinsichtlich der Kronen-FM durch eine maßvolle Triebentfernung gegeben (Tabelle 43). Dies kann ähnlich wie bei zweijährigen Spargelpflanzen mit einer verstärkten Triebstimulation erklärt werden (McGRADY und TILT 1990). Jedoch könnten auch versuchstechnische Gründe eine Rolle spielen. Die Pflanzen der Kontrolle wurden trocken gelagert. Trotz Tauchung dieser Kronen in Wasser vor der Pflanzung könnte es zum irreversiblen Verlust von Wurzelspitzen und damit Pflanzenmasse durch die Trockenheit gekommen sein.

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Die Entfernung von Trieben bei im dunklen Raum gelagerten Jungpflanzen entspricht im Prinzip den Vorgängen einer Ernte bei Ertragsanlagen und führt zu einer Reduktion der gesamten und löslichen RKH (Tabelle 43; TAGA et al. 1980). Mit Ausnahme des zunehmenden Verlustes dicker Knospen könnte der Versuch auf den Gehalt an löslichen RKH vor der Pflanzung im Frühjahr reduziert werden.

Anders sieht es offensichtlich bei einem Verlust von grünen Trieben nach der Pflanzung aus. In Gefäßversuchen 2003 wurde ein Teil der Pflanzen durch die Auflage von Vlies nach der Pflanzung im Frühjahr zusätzlich angetrieben, ein anderer Teil zunächst im Wachstum durch weiße Folie verzögert. Laut ARORA et al. (1992) treten in Abhängigkeit von der Dauer der Einwirkung ab –2,8°C irreversible Frostschäden an den Stangen auf, die trotz einer Abdeckung der Pflanzen im Frühjahr 2003 bei den durch das Vlies weit angetriebenen Pflanzen gegeben waren. Dieser Verlust an Trieben führte in der Folge zu einer signifikanten (Tabelle 52) bzw. tendenziellen (Tabelle 53) Reduktion der erfassten Laub- bzw. Kronenmerkmalen im ersten Standjahr.

4.2.3 Einflüsse der RKH

Die Reserven einer Spargelpflanze liegen vornehmlich in Form der Wurzelmasse und dem Gehalt an RKH in den Speicherwurzeln vor (HAYNES 1987). Das Rhizom dient dabei weniger der Speicherung der RKH (MARTIN 1989). Neben der Pflanzmasse könnte demnach auch der Gehalt an RKH in Spargeljungpflanzen ein Qualitätsfaktor sein.

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Verschiedene Krautschnittermine bei Spargelsämlingen führten zu Jungpflanzen mit unterschiedlicher FM der Kronen und Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr des Pflanzjahres (Ta–belle 15). WEBER und LÖSCHE (1995) erhielten bei ähnlichen Versuchen mit einjährigen Spargelpflanzen deutliche Ertragsminderungen in den folgenden beiden erfassten Ernten durch einen simulierten frühen Krautverlust. Die im vorliegenden Versuch verwendeten Pflanzen der RKH-Stufe 3 konnten mit durchschnittlich 21,4% Brix (Tabelle 45) im Vergleich der Gehalte an löslichen RKH unterschiedlicher Herkünfte der Jahre 2002 und 2003 (Tabellen 27 und 28) nahezu als Standard angesehen werden. Der Gehalt von 17,5% Brix im Frühjahr der Stufe 2 ähnelte den Auswirkungen von Triebverlusten während einer längeren und warmen Lagerung von Spargeljungpflanzen vor der Pflanzung (Tabelle 43). Die geringen Gehalte der Stufe 1 dürften mit durchschnittlich 7,7% Brix in der Praxis bei Spargeljungpflanzen kaum wiederzufinden sein (Tabelle 45). Nur die sehr lange simulierte Ernte der Versuchspflanzen unterschiedlicher Herkünfte im Frühjahr des zweiten Standjahres führte zu vergleichbar geringen Gehalten an löslichen RKH (Anhang Tabelle 7).

Die Pflanzung der Jungpflanzen unterschiedlicher RKH-Gehalte bei gleicher Pflanzmasse in Gefäßen führte zu teilweise deutlichen Unterschieden im Aufwuchs des ersten Standjahres. Der geringste Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr hatte eine signifikante Verminderung der erfassten Laubmerkmale zur Folge (Tabelle 44). Dabei fiel der sehr schwache Austrieb im Frühjahr auf, der sich in einer geringen maximalen Trieblänge pro Pflanze niederschlug. Die Unterschiede wurden bis in den Herbst geringer, waren aber immer noch signifikant vorhanden. Bei Ertragsanlagen wird nach bisherigen Erkenntnissen von einem kritischen Wert von etwa 10% Brix ausgegangen, ab dem der Aufwuchs und damit die Regeneration der Spargelpflanzen gestört ist (PASCHOLD 2003). Zwar bildet eine ältere Pflanze mehr Laub und hat daher auch einen höheren Energiebedarf, jedoch ist hier auch eine deutlich größere Wurzelmasse und damit Gesamtgehalt an Reservestoffen vorhanden.

Auffallend waren auch die Kronenmerkmale im Herbst (Tabelle 45). Die Anzahl der Wurzeln und dicken Knospen zeigten sich nicht von dem Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr beeinflusst, was auch den Ergebnissen der Berechnung der Korrelationen der Kronenmerkmale im ersten Standjahr entspricht (Tabelle 17). Obwohl sich bei den Laubmerkmalen keine Unterschiede zwischen den Stufen 2 und 3 gezeigt hatten, war die FM der Kronen bei geringeren RKH-Gehalten im Frühjahr signifikant niedriger. Dies widerspricht den Ergebnissen der Versuche zu Triebverlusten vor der Pflanzung, wo vergleichbar geringere Gehalte an löslichen RKH vor der Pflanzung keine Effekte auf die Kronen-FM im Herbst aufwiesen (Tabelle 43). Allerdings waren die Versuchsbedingungen nicht exakt identisch. Die Pflanzung der Versuche mit simulierten Triebverlusten im Jahr 2003 erfolgte zu einem späteren Zeitpunkt. Die Witterung war hier deutlich wärmer und die Pflanzen durch die warme Lagerung physiolo–gisch aktiver. Darüber hinaus war die Pflanzmasse von 100g im Vergleich zu 75g im Jahr 2002 und 50g im Jahr 2003 größer, was bei einem gleichen prozentualen Zuckergehalt in den Wurzeln einem größeren Gesamtgehalt an RKH bei den Jungpflanzen entspricht (SIMOMOS und PONTIKIDOU 2000).

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Der sehr geringe Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr führte zu einem um etwa 3% Brix geringeren Gehalt im Herbst (Tabelle 45), was sich nur schwer erklären lässt. SHELTON und LACY (1980) führten Versuche mit unterschiedlichen Ernteperioden bei jüngeren Spargelanlagen durch und erfassten parallel den Verlauf der RKH. Eine intensive Ernte führte zu einer Reduktion der Folgeerträge, jedoch erhielten sie im Herbst bei allen Varianten vergleichbare Gehalte an RKH in den Wurzeln. Sie schlossen daraus, dass die Ertragsreduktionen weniger durch den prozentualen Gehalt, sondern eher durch ein geringeres Wurzelwachstum bedingt war. Die Pflanzen scheinen zunächst bestrebt zu sein, ihre durch eine Ernte und die Laubbildung verbrauchten RKH wieder aufzufüllen und erst danach das Wurzelwachstum voranzutreiben, wie auch die Untersuchungen zur Pflanzenentwicklung im ersten Standjahr gezeigt haben (Abbildung 13). HAYNES (1987) untersuchte den Verlauf der TM und RKH von jungen Spargelpflanzen und erhielt im Jahresverlauf ebenfalls nur verhältnismäßig geringe Unterschiede im Gehalt an RKH in den Wurzeln. Die Ansammlung an Reservestoffen im Sommer geschah auch hier weniger durch stetige Erhöhung der Konzentration der Zucker in der Wurzeln, sondern vielmehr durch den Zuwachs an Wurzelmasse. Man hätte also eher erwarten können, dass die Pflanzen der RKH-Stufe 1 im Versuch zwar geringere Kronenmerkmale zeigen würden, jedoch einen vergleichbaren Gehalt an löslichen RKH im Herbst besitzen. Die Rodung von einjährigen Pflanzen im Sommer hat jedoch gezeigt, dass frisch gepflanzte Spargelpflanzen gleich zu Beginn der Vegetationsperiode eine Neubildung von Wurzeln aufzeigen. Dies ist notwendig, um die Wasserversorgung der Pflanze sicherzustellen und dürfte auch bei den durch geringe RKH-Gehalte im Frühjahr geschwächten Pflanzen aufgetreten sein. Die schwache Laubentwicklung im Sommer verminderte dann die Assimilationsleistung der Pflanze, so dass eine Konkurrenz des Wurzelwachstums und der Erhöhung der Konzentration an Zuckern in den Wurzeln auf ein scheinbar normales Niveau gegeben war.

Der Gehalt an löslichen RKH von Spargeljungpflanzen kann also nachweislich bei durchschnittlichen Werten unter 18% Brix Einflüsse auf die Etablierung der Pflanzen haben. Jedoch konnte bei der Untersuchung von Spargeljungpflanzen unterschiedlicher Herkünfte in den Jahren 2002 und 2003 nur ein minimaler Wert von knapp 21% Brix festgestellt werden (Tabellen 27 und 28). Die Jungpflanzen bringen ausreichend Reservestoffe für den ersten Austrieb mit (REINERS und GARRISON 1994). Größere Unterschiede im Gehalt an lösli–chen RKH im Frühjahr scheinen demnach nur unter außergewöhnlichen Umständen aufzutreten, die offensichtlich bei den untersuchten Pflanzenpartien in der Praxis nicht gegeben waren. Als Beispiel wäre ein starker Krautverlust durch einen massiven Befall mit Laubkrankheiten bei Sämlingen im Spätsommer (Tabelle 15), einem Befall mit der Spargellaus bei Sämlingen (CAPINERA 1974) oder eine längere Lagerung der Pflanzen unter ungünstigen Bedingungen (Tabelle 43) zu nennen.

4.2.4 Einflüsse des Nährstoffgehaltes

Der Vergleich der Nährstoffgehalte in den Kronen unterschiedlicher Herkünfte von Spargeljungpflanzen erbrachte signifikante Unterschiede (Tabelle 30). Die Gehalte der Hauptnährstoffe lag bei K, Mg und Ca leicht unterhalb den Ergebnissen vergleichbarer Untersuchungen bei Spargeljungpflanzen aus Deutschland (PASCHOLD et al. 2001a). BENSON und PAULSEN (1990) beschrieben die Mangelsymptome bei Spargelsämlingen und schrieben besonders dem N und P größere, dem K und Mg jedoch eher geringere Effekte auf das Pflanzenwachstum zu.

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Obwohl keine separaten Versuche mit simulierten unterschiedlichen Gehalten an Nährstoffen in den Wurzeln von Spargeljungpflanzen durchgeführt worden sind, kann der Einfluss der Nährstoffgehalte der Kronen auf die Etablierung von Spargelpflanzen als gering bezeichnet werden. Beim Vergleich der Nährstoffgehalte der sieben unterschiedlichen Herkünfte in 2003 mit den anderen Kronenmerkmalen der gleichen Pflanzen (Tabelle 28) lassen sich keine grundsätzlichen Zusammenhänge mit der FM oder dem Gehalt an löslichen RKH feststellen. Auffallend war, dass beispielsweise die Herkunft 8 mit hohen Kronenmerkmalen auffallend geringe Nährstoffgehalte aufwies. Auf der anderen Seite zeigte die Herkunft 7 hohe Nährstoffgehalte, jedoch nur geringe Kronenmerkmale auf. Bei den anderen Herkünften ließen sich diese Tendenzen jedoch nicht feststellen.

Die auffallend hohen Gehalte an Mikronährstoffen der Herkunft 3 sind wahrscheinlich auf eine Blattdüngung der Spargelsämlinge zurückzuführen. Ähnlich den Ergebnissen von KNAFLEWSKI (1990) scheint dies aber nicht zur Erhöhung der anderen Kronenmerkmale geführt zu haben.

4.2.5 Einflüsse der Jungpflanzenherkunft

Die Qualität von Spargeljungpflanzen verschiedener Herkünfte wird durch die Ausprägung einer Vielzahl an Merkmalen gebildet und lässt sich nur schwer auf wenige Einzelmerkmale reduzieren. Aus diesem Grund diente der Vergleich der Herkünfte vornehmlich zwei Zielen. Zum einen sollte die Bandbreite der qualitativen Merkmale von Jungpflanzen in der Praxis untersucht werden, zum anderen ermöglichte das Studium des Wachstums dieser Pflanzen im ersten Standjahr eine Aussage möglicher wechselseitiger Beziehungen und der Gewichtung einzelner Merkmale.

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Die Untersuchung der FM von jeweils 400 Spargeljungpflanzen von sieben Herkünften im Jahr 2002 ergab eine unterschiedlich starke Streuung der FM der Kronen innerhalb der einzelnen Pflanzenpartien (Tabelle 26). SIMS et al. (1988) und MEHWALD (1994) fordern neben gesunden und ausreichend schweren Jungpflanzen auch eine einheitliche Gewichtssortierung, um eine gute Etablierung von Spargelanlagen zu gewährleisten. Teilweise war der Anteil kleinerer Pflanzen mit unter den als minimale Pflanzmasse geforderten 50g pro Pflanze (HARTMANN 2000) relativ hoch.

Die nähere Betrachtung von jeweils 40 Jungpflanzen in den Jahren 2002 und 2003 zeigte bei allen erfassten Kronenmerkmalen signifikante Unterschiede (Tabellen 27 bis 28). Dabei lagen im Durchschnitt alle Pflanzenpartien mit mindestens 70g und 24 Wurzeln pro Pflanze über den allgemeinen Angaben zu den Mindestanforderungen von Spargeljungpflanzen (FRITZ und STOLZ 1989, KRUG 1991). Im Vergleich der beiden Jahre konnte keine einheitliche Tendenz in der Jungpflanzenqualität der Herkünfte festgestellt werden. Die Herkunft 7 zeigte beispielsweise im Jahr 2002 die größte FM und den höchsten Gehalt löslicher RKH der Kronen im Frühjahr, im Jahr 2003 waren diese Kronenmerkmale jedoch im direkten Vergleich zum Vorjahr oder den anderen untersuchten Jungpflanzen deutlich vermindert. Ähnliches galt auch für die Herkunft 3, nur dass diese im Jahr 2002 im Gegensatz zu 2003 deutlich geringere Werte in den Kronenmerkmalen aufwies. Hierin ist auch der Grund zu suchen, warum im Vergleich von fünf Herkünften über zwei Jahre keine oder nur wenig signifikante Unterschiede festzustellen waren (Tabelle 29). Die Qualität von Spargeljungpflanzen eines Vermehrungsbetriebes im Vorjahr ist offenbar kein Garant für die Qualität im Folgejahr. Dies unterstützt die Empfehlungen in der Praxis, sich die zum Kauf beabsichtigten Jungpflanzen im Herbst des Vorjahres anzuschauen (MEHWALD 1994, BOONEN 2001) oder die Pflanzen nach deren Ankunft einer intensiven Kontrolle zu unterziehen (FALKENSTEIN 1990, UWIHS 2002).

Die Ergebnisse der Pflanzung verschiedener Herkünfte an zwei Standorten im Freiland 2002 unterstützten viele Aussagen der Versuche mit einer genauen Definition einzelner Kronenmerkmale von Spargeljungpflanzen, zeigten aber auch weitere Aspekte auf. Die Pflanzen der Herkunft 6 wiesen hinsichtlich der Kronenmerkmale im Frühjahr im Durchschnitt eine hohe FM und einen eher geringen Gehalt an löslichen RKH der Kronen auf, was zu einem ver–gleichsweisen guten Wachstum im ersten Standjahr führte (Tabelle 32). Dies unterstreicht die Ergebnisse, dass die Qualität von Spargeljungpflanzen vornehmlich durch die FM und weniger durch den prozentualen Gehalt an RKH in den Wurzeln bestimmt wird. Die im Frühjahr hinsichtlich ihrer durchschnittlichen Kronenmerkmale offensichtlich guten Pflanzen der Herkunft 7 zeigten im ersten Standjahr deutlich geringere Wachstumscharakteristika auf, was auf mehrere Faktoren zurückzuführen sein dürfte. GOTTWALD (2002) empfiehlt für die Etablierung von Spargelanlagen u.a. die beschädigungsfreie Rodung, eine einheitliche Sortierung und die baldige Pflanzung mit einer vorherigen Tauchbehandlung in Fungiziden, was bei diesen Pflanzen alles nicht gegeben war. Die starke Streuung der Pflanzmasse (Tabelle 26) führte zu einem eher uneinheitlichen Bestand, der im Durchschnitt aller Pflanzen zu einer Verringerung des Wachstums geführt hat. Auch waren zahlreiche Beschädigungen an den Wurzeln dieser Herkunft erkennbar, die ohne eine Fungizidtauchung den Befall der Wurzeln mit Krankheitserregern ermöglicht (WEBER 1999, PASCHOLD et al. 2001b). DI LENNA und FOLETTO (1990) erhielten ebenfalls beim Vergleich unterschiedlicher Herkünfte von Spargeljungpflanzen das beste Wachstum bei den vermeintlich schlechtesten Pflanzen. Sie führen dies darauf zurück, dass die Pflanzen des entsprechenden Gebietes eine geringere Belastung mit Fusarien aufweisen.

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Weiterhin fielen deutliche Unterschiede hinsichtlich der Triebe im Herbst auf (Tabelle 32). Bei einer hohen Anzahl der Gesamttriebe einer Pflanze im Herbst des ersten Standjahres waren bei der Herkunft 1 nur relativ wenig dicke Triebe im Herbst zu finden. Dem gegenüber wies beispielsweise die Herkunft 4 einen wesentlich höheren Anteil dickerer Trieb auf. Laut DROST (1997) bedingt ein kräftiges Laub die Ausbildung dicker Knospen, wovon wiederum die Stangenstärke im Folgejahr abhängt (NICHOLS und WOOLEY 1985). Die Ausbildung vieler dünner Triebe scheint sich daher negativ auf den späteren qualitativen Ertrag von Spargelpflanzen auszuwirken. Bei näherer Betrachtung der Pflanzen im Frühjahr fiel auf, dass die Herkunft 1 offensichtlich sehr schonend gerodet wurde, worauf mehrere Indizien hinwiesen. Zum einen war hier noch auffallend viel anhaftende Erde vorhanden, was laut BÄRSCH (1988) eigentlich als vorteilhaft anzusehen ist. Auch waren noch viele Faserwurzeln und nahezu alle Wurzelspitzen vorhanden, die jedoch bei einer Zwischenlagerung schnell vertrocknen können. Auf der anderen Seite zeigen Spargeljungpflanzen oft anhängende sehr kleine separate Pflanzen, die möglichst entfernt werden sollten (GOTTWALD und WOLTERSTORFF 1988). Durch eine sehr schonende Rodung erhöht sich der Anteil dieser kleinen Pflanzen, die nicht der apikalen Dominanz unterliegenden (KRETSCHMER und HARTMANN 1979). Da es sich dabei um sehr kleine eigenständige Pflanzen handelt, kommt es zur Ausbildung eigener Laubsysteme mit vielen jedoch nur dünnen Trieben. Dieser Effekt scheint für die vielen dünnen Triebe der Herkunft 1 im Herbst des ersten Standjahres verantwortlich zu sein (Tabelle 32).

Die Gefäßversuche zu den Herkünften im Jahr 2002 brachten nur wenige nennenswerte Unterschiede, die zumeist nicht signifikant waren (Tabelle 33, Anhang Tabellen 6 und 7). Dies lag an der geringen Anzahl Pflanzen (NIKOLOFF und FALLOON 1986). Die Pflanzmasse, die bei allen Pflanzen im Versuch mit 100g gleich war, hat sich als ein sehr wichtiges Qualitätsmerkmal für Spargeljungpflanzen herausgestellt. Um Unterschiede weniger stark beeinflussender Faktoren ermitteln zu können, hätte sicher eine ungleich größere Anzahl Versuchspflanzen eingesetzt werden müssen.

4.3 Behandlungen vor der Pflanzung

Die Qualität von Spargeljungpflanzen zeichnet sich nicht nur durch deren Beschaffenheit bei der Rodung aus, sondern wird auch durch die Bedingungen bis zur Pflanzung beeinflusst (WEBER 2002). Verschiedene Maßnahmen vor der Pflanzung können eine Steigerung der Jungpflanzenqualität bedeuten, wenn dadurch das spätere Anwachsen im Feld verbessert wird.

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Es wird oft empfohlen, den Zeitraum zwischen Rodung und Pflanzung der Spargeljungpflanzen möglichst kurz zu gestalten (WEBER 2002, ZIEGLER 2002), was jedoch nicht immer möglich ist. Die Pflanzen sollen auf der einen Seite möglichst früh gerodet werden, um Verluste bei der Pflanzung von bereits neu gebildeten Trieben zu verhindern (MEULENDIJKS 2000c). Auf der anderen Seite können ungünstige Bedingungen bei einer frühen Pflanzung auch zu Problemen bei der Etablierung von Spargelanlagen führen (FALLOON 1986a, GOTTWALD und WOLTERSTORFF 1988), so dass oft eine Zwischenlagerung der Jungpflanzen notwendig wird.

4.3.1 Einflüsse einer Lagerung

Eine kühle oder warme Lagerung von Spargeljungpflanzen vor der Pflanzung für einige Tage brachte keine Unterschiede hinsichtlich des Wachstums im ersten Standjahr (Anhang Tabellen 11 und 12). Jedoch kam es in diesem relativ kurzen Zeitraum bei den warm gelagerten Pflanzen nicht zur nennenswerten Bildung von Schimmel oder dem Verlust von Trieben. Auch eine um zwei Wochen verzögerte Pflanzung bei einer warmen Zwischenlagerung wirkte sich nur unwesentlich auf das Wachstum der Spargelpflanzen im ersten Standjahr aus (Anhang Tabellen 13 und 14). Als Gründe sind zu vermuten, dass neben der Lagertemperatur (MEULENDIJKS 1991) auch eine ausreichende Feuchtigkeit für eine Schimmel- oder vorzeitiger Triebbildung und dem damit gegebenen Substanzverlust der Jungpflanzen verantwortlich ist. In den vorliegenden Versuchen wurden die Pflanzen zwar warm, aber auch relativ trocken gelagert.

Ein zunehmend späterer Pflanztermin von zur gleichen Zeit gerodeten Jungpflanzen führte zu einer kontinuierlichen Verminderung der erfassten Laub- und Kronenmerkmale im ersten Standjahr (Tabellen 46 und 47). Allerdings waren diese erst ab einer Pflanzung im Mai deutlicher ausgeprägt, wobei die Pflanzen zu diesem Zeitpunkt schon eine relativ warme aber trockene Zwischenlagerung von über zwei Monaten hinter sich hatten. Da auch hier keine nennenswerten Substanzverluste der Jungpflanze durch Schimmelbildung oder Triebwachstum vor der Pflanzung gegeben waren, ist die Wachstumsreduktion weniger auf die Lagerung, sondern vielmehr auf die deutlich verkürzte Vegetationsperiode zurückzuführen (SUDJATMIKO et al. 1996).

4.3.2 Einflüsse einer Tauchbehandlung

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Eine wichtige Maßnahme zur Steigerung der Qualität von Spargeljungpflanzen stellt die Tauchung in einer Fungizidlösung (Beizung) dar (KNAFLEWSKI et al. 1993, WEBER 2002). So konnte auch in den vorliegenden Versuchen eine deutliche Steigerung des Pflanzenwachstums im ersten Standjahr durch eine Beizung mit den Mitteln ‚Sportak Alpha‘ und ‚Switch‘ anhand nahezu allen ermittelten Laubmerkmalen festgestellt werden (Tabellen 49, 50 und 54). Dabei scheint die Beizung auf zwei Wegen das Wachstum von Spargeljungpflanzen zu fördern.

Während einer Lagerung kommt es in Abhängigkeit von den jeweiligen Lagerbedingungen zu einem Wasserverlust bei Spargeljungpflanzen (MAQBOOL und CAMERON 1994). Eine Tauchung der Kronen schafft einen Ausgleich der während der Lagerung verlorenen Feuchtigkeit und führt so offensichtlich zu einer Stimulation des Wachstums im Frühjahr. Die Tauchbehandlung von Jungpflanzen vor der Pflanzung ausschließlich in Wasser brachte im Versuch über zwei Jahre signifikant höhere maximale Trieblängen im Sommer (Tabelle 48). Die fördernden Effekte waren teilweise auch noch im Herbst gegeben. Jedoch lassen sich die positiven Auswirkungen einer Beizung nicht nur durch die zusätzliche Wasseraufnahme vor der Pflanzung begründen. Im direkten Vergleich von in Wasser und in einer Fungizidlösung getauchten Pflanzen ergaben im Herbst eine signifikant größere maximale Trieblänge und eine höhere Anzahl dicker Triebe (Tabelle 51). Auch zeigte sich in dem Gefäßversuch mit geschwächten Pflanzen, dass eine tendenzielle Zunahme der meisten Laub- und Kronenmerkmale in der Reihenfolge unbehandelte, in Wasser getauchte und gebeizte Pflanzen gegeben war (Tabelle 52 und 53).

LILL und TATE (1982) empfehlen vor einer Lagerung von Spargeljungpflanzen für mehrere Wochen eine Tauchung in einer Fungizidlösung, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. RAHDEN et al. (1990) fanden an im Frühjahr gebeizten Jungpflanzen im Herbst des ersten Standjahres einen geringeren Pilzbefall der Wurzeln. PASCHOLD et al. (2001b) berichten von starken Wurzelausfällen ungebeizter zur Pflanzung beschädigter Jungpflanzen im Sommer des ersten Standjahres durch Fäulnisbefall. Dies erklärt auch die in den Versuchen nachgewiesenen signifikant höheren Gehalte an löslichen RKH im Herbst bei den unbehandelten Pflanzen, obwohl gleichzeitig die meisten Laubmerkmale signifikant verringert waren (Tabellen 49 und 50). Der Verlust an Wurzelmasse durch einen Befall mit bodenbürtigen Pilzen führte wahrscheinlich zu einer höheren Konzentrierung der im Laufe des Sommers eingelagerten RKH in der verminderten FM der Kronen. In den Gefäßversuchen zu einer Beizung war dieser Effekt nicht nachweisbar (Tabelle 53), da hier aufgrund der trockeneren und wärmeren Bedingungen Wurzelausfälle durch einen Pilzbefall bei der Rodung im Herbst nicht festzustellen waren.

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Bereits die Spargelsamen weisen einen hohen Besatz verschiedener bodenbürtigen Pilze auf (KNAFLEWSKI und SADOWSKI 1990b). An Spargeljungpflanzen sind zumeist auch ohne sichtbare Symptome zahlreiche unterschiedliche Pilze vorhanden (GOSSMANN et al. 2001). LACY (1979) erhielt durch eine Beizung der Jungpflanzen keine Förderung des Pflanzenwachstums und erklärt dieses damit, dass die Pflanzen schon vor der Behandlung erkrankt waren. Eine Tauchbehandlung der Kronen vor der Pflanzung kann den Befall mit dem im Spargel bedeutendsten bodenbürtigen Schaderreger Fusarium oxysporum f.sp. asparagi (WEBER und KNAFLEKSKI 1993) und anderen Fusarien zwar nicht verhindern, die Befallsstärke jedoch vermindern (MANNING und VARDARO 1977, KNAFLEWSKI et al. 1993). Eine größere Rolle bei Wurzelausfällen nach der Pflanzung scheint auch Penicillium ssp. zuzukommen (KNAFLEWSKI und SADOWSKI 1990b), wie sich auch bei der näheren Unter–suchung von inkubierten Pflanzen aus den vorliegenden Versuchen gezeigt hat (BAUERMANN 2002). Neben Rhizoctonia violacea (MOLOT et al. 1985, RAHDEN et al. 1990) und Botrytis cinerea (ZIEGLER 2002) liegt auch die Vermutung nahe, dass der Pilz Phytophthora megasperma var. sojae zu Problemen bei der Etablierung von Spargelanlagen führen kann, obwohl in Deutschland ein direkter Zusammenhang bislang noch nicht nachgewiesen wurde. In Neuseeland ist dieser auf Spargel spezialisierte Erreger schon länger bekannt (BOESEWINKEL 1974) und gilt inzwischen dort unter kühlen und feuchten Bedingungen zur Pflanzung als die wichtigste Krankheit im ersten Standjahr (FALLOON 1986a, b). Nachdem in Italien (BUGIANI et al. 1994), Frankreich (BAUDRY et al. 1995) und der Schweiz (GORDON-LENNOX und GINDRAT 1987) dieser Pilz schon länger bekannt ist, wurde er auch in Deutschland in größerem Umfang festgestellt (ZIEGLER 2003).

Die Wahl des fungiziden Beizmittels scheint von eher untergeordneter Rolle zu sein. So konnten in zahlreichen Mittelvergleichen zumeist nur unwesentliche Unterschiede in der Wirkung auf die Etablierung von Spargelanlagen aufgezeigt werden (RAHDEN et al. 1990, KNAFLEWSKI et al. 1993, POLL 1997), wie sich auch in den vorliegenden Versuchen bestätigte (Anhang Tabellen 15 bis 17). Eine Ausnahme bilden dabei Versuche von WEBER (2002), der mit einem nicht näher benannten Mittel eine nachweisliche Schädigung der Pflanzen über mehrere Standjahre erhielt. Vor dem Einsatz eines neuen Mittels sollte daher vorher eine Prüfung durchgeführt werden.

Von größerer Bedeutung scheint jedoch die Konzentration des verwendeten Fungizides zu sein. KNAFLEWSKI et al. (1993) fanden zwar keine geringere Wirkung durch eine Halbierung der Aufwandmenge eines Beizmittels, FALLOON und FRASER (1991) steigerten jedoch bis zu einem gewissen Punkt mit der Konzentration auch die Wirksamkeit des verwendeten Mittels. Bei einer weiteren Erhöhung der Aufwandmenge drehte sich der Effekt um, was sie durch mögliche toxische Wirkungen erklären. Die Steigerung der Aufwandmenge des Mittels ‚Switch‘ von 0 über 0,1 auf 0,2% brachte im Freilandversuch 2002 ebenfalls eine stetige Zunahme der Höhe aller erfassten Laubmerkmale im ersten Standjahr (Tabelle 51).

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Hinsichtlich des optimalen Zeitpunktes der Tauchbehandlung der Kronen in einer Fungizidlösung finden sich in der Literatur keine exakten Versuche. Bei einer Lagerung für mehrere Wochen erscheint es vorteilhaft, direkt nach der Rodung die Beizung durchzuführen (LILL und TATE 1982, FOLLETT 1983). Aus arbeitswirtschaftlichen Gründen wurde in der Vergangenheit empfohlen, dass der Jungpflanzenproduzent die Tauchbehandlung vornimmt (BÄRSCH 1988, FALKENSTEIN 1990), was aber aufgrund der aktuellen Rechtslage im Pflanzenschutz nicht mehr möglich ist (ZIEGLER 2002). Andere Autoren raten zu einer Beizung direkt vor der Pflanzung (WOLTERSTORFF und GOTTWALD 1988, MEULENDIJKS 1991). Der im Versuch durchgeführte Vergleich einer Beizung vor der Lagerung oder Pflanzung brachte keine Unterschiede im Laubwachstum des ersten Standjahres (Anhang Tabelle 18). Dennoch sollte die Beizung kurz vor der Pflanzung durchgeführt werden, da neben der fungiziden Wirkung auch eine Steigerung der Vitalität der Pflanzen durch eine Wasseraufnahme vor der Pflanzung gegeben ist (Tabelle 48).

4.4 Abschließende Betrachtung

Kronen- und Laubmerkmale sind neben der Erfassung des Marktertrages je nach Versuchsfrage geeignet, um den Erfolg verschiedener Maßnahmen im Spargel zu belegen. Bei ausschließlicher Betrachtung des Laubes hat besonders die Wuchsleistung im Sommer Auswirkungen auf den unterirdischen Zuwachs und den zu erwartenden Ertrag im Folgejahr. Genauere Auskunft gibt jedoch die Betrachtung der Kronenparameter, die aber ungleich schwerer zu ermitteln sind. Als eine Möglichkeit zur Vereinfachung dieses Problems bietet sich im Versuchswesen oder in der Praxis eine Betrachtung des Rhizoms im Herbst an. Durch die enge Beziehung zwischen Knospenmerkmalen und der Kronenmasse scheint es bei Untersuchungen im Freiland möglich zu sein, auch anhand der Anzahl und der Dicke der Knospen Rückschlüsse auf die Wachstumsleistung von Spargelpflanzen zu ziehen. Hierzu wären aber, ähnlich wie bei DROST und WILCOX-LEE (1997b), je nach Alter der Pflanzen genaue Modelle zur Vergleichbarkeit der Ergebnisse notwendig.

Für Untersuchungen bei einjährigen Spargelpflanzen hat sich der Einsatz von Gefäßen mit 25l Volumen bewährt. Die auch in den vorliegenden Versuchen eingesetzten kleineren Gefäßgrößen bewirken durch das geringere Bodenvolumen eine stärkere Beeinträchtigung des Wachstums und sind dadurch nur mäßig für Versuche geeignet. Gleiches dürfte auch für ältere Spargelpflanzen in Gefäßen zu 25l gelten.

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Die Anzahl an Versuchspflanzen pro Variante sollte in den Gefäßen deutlich größer als die zumeist eingesetzten fünf Pflanzen betragen. Dies erscheint notwendig, weil einzelne Spargelpflanzen bei gleichen Bedingungen große Unterschiede im Wachstum zeigen können. Deutliche und signifikante Unterschiede im Wachstum von einjährigen Spargelpflanzen waren in den meisten Fällen nur durch die zweijährige Auswertung der Versuche gegeben. Als ausreichende Pflanzenzahl pro Variante sollte daher bei Gefäßversuchen eine Anzahl von zehn Pflanzen angesetzt werden.

Bei der Beurteilung der Qualität von Spargeljungpflanzen wird in der Praxis zumeist die Pflanzmasse herangezogen, die sich auch in den vorliegenden Versuchen als eines der wichtigsten Merkmale herausgestellt hat. Dabei sollte jedoch nicht nur auf die durchschnittliche Pflanzmasse geachtet werden, sondern auch die Homogenität in Form der Sortierverteilung beachtet werden.

Beim Vergleich der Pflanzenherkünfte fielen große Unterschiede in den Merkmalen zwischen den einzelnen Herkünften und den Jahren auf. Gute Pflanzen im Vorjahr bringen keine Garantie für die Qualität im Folgejahr. Es muss dem Spargelanbauer also weiterhin empfohlen werden, sich die Spargelpflanzen vor dem Kauf anzuschauen. Die vergleichbare Laubmasse bei deutlich unterschiedlicher Kronenmasse der Sämlingsentwicklung in den Jahren 2001 und 2002 zeigt jedoch die Notwendigkeit, die Spargelsämlinge nicht nur anhand der Laubmerkmale im Herbst, sondern auch mittels der Pflanzenmasse zu beurteilen.

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Wodurch genau die Variabilität in der Pflanzmasse der Jungpflanzen zustande kommt, war nicht Bestandteil der Untersuchungen, bedarf aber sicher noch Forschungsbedarf in der Zukunft. KNAFLEWSKI (1990) führte hierzu viele Versuche durch, die sich jedoch aufgrund der erzielten Pflanzmassen von 25 bis 63g pro Pflanze kaum auf heutige Bedingungen in der Jungpflanzenanzucht übertragen lassen.

In den vorliegenden Versuchen konnten im Gegensatz zu Aussagen in der Literatur nur wenige Auswirkungen von Wurzelverlusten auf das Wachstum im ersten Standjahr ermittelt werden und ließen sich zumeist auf die Pflanzmasse reduzieren. Dennoch sollten Beschädigungen bei der Rodung minimiert werden, da dies zum einen die Pflanzmasse vermindert, zum anderen auch das Risiko von weiteren Wurzelverlusten durch Pilzbefall vergrößert. Dabei scheint auch die Art der Verletzungen für die Auswirkungen von Bedeutung zu sein. Wenn eine Jungpflanzencharge verstärkt Verletzungen in den oberen Wurzelteilen oder größere Quetschungen aufweist, ist die Notwendigkeit der Beizung als Schutz vor einem Befall mit bodenbürtigen Pilzen deutlich erhöht.

Die unterschiedliche Lagerung führte in den Versuchen nur in wenigen Fällen zu Auswirkungen auf die Etablierung der einjährigen Pflanzen. Auch die Wachstumsreduktion der vergleichsweise späten Pflanzung bei langer und wärmerer Lagerung lässt sich in erster Linie auf den Pflanztermin zurückführen. Die sehr frühen Pflanzungen in den Gefäßen brachten ebenfalls keine Vorteile, konnten sogar unter bestimmten Bedingungen eher nachteilig wirken. Zu nennen sind die aufgezeigten Auswirkungen durch Ausfälle des ersten Durchtriebs durch Frost oder ein möglicher Pilzbefall von unbehandelten Jungpflanzen in feuchtem und kühlen Boden. Die Pflanzung sollte daher nicht möglichst früh, sondern nur eher unter günstigen Wachstumsbedingungen erfolgen.

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Abschließend ist bezüglich des Qualitätsmerkmales der gebeizten Spargeljungpflanzen zu sagen, dass sicher nicht in jedem Jahr deutliche Effekte auf das Pflanzenwachstum durch eine Beizung vor der Pflanzung zu erzielen sein werden, wie auch die Einzelauswertung des Beizversuches im Jahre 2001 gezeigt hat. Bei einer wüchsigen Witterung kann von einem zügigen Anwachsen der Pflanzen und damit deutlicher Verringerung des Befalls mit bodenbürtigen Pilzen ausgegangen werden. Dennoch ist auch aufgrund der bereits diskutierten fördernden Wirkung einer Wasseraufnahme vor der Pflanzung eine Tauchbehandlung anzuraten. Auch ist zur Pflanzung noch nicht abzuschätzen, wie sich die Witterung in den kommenden Wochen nach der Pflanzung entwickeln wird. Die Beizung sollte daher eine Standardmaßnahme zur Steigerung der Qualität bei Spargeljungpflanzen und damit der Verbesserung der Etablierung von Spargelanlagen sein.

4.5 Schlussfolgerungen

4.5.1 Empfehlungen für weitere Forschung

Die vorliegenden Untersuchungen sollten Merkmale für die Beurteilung der Qualität von Spargeljungpflanzen erarbeiten. Faktoren vor und nach der Pflanzung waren nicht Bestandteil der Versuche, dürften aber ebenfalls entsprechende Auswirkungen auf die Etablierung von Spargelanlagen haben.

Zum einen stellt sich die Frage nach den Ursachen für die erfassten unterschiedlichen Qualitätsmerkmale von Spargeljungpflanzen. Ähnlich wie die Aussagen in der Literatur über die Jungpflanzenqualität lassen sich auch die Versuche zur Produktion von Jungpflanzen kaum auf heutige Standards (z.B. Pflanzmasse) übertragen. Es fehlen grundsätzliche Untersuchungen zur Produktion einheitlich schwerer Jungpflanzen.

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Zum anderen zeigten die mehrjährigern Versuche deutliche Unterschiede im Aufwuchs vergleichbarer Pflanzen in Abhängigkeit des Jahres bzw. Standortes. Die Gründe hierfür dürften vielschichtig sein und könnten neben Einflüssen von Klima und Boden auch im Pflanzenschutz, Bewässerung, Düngung, etc. zu suchen sein. Die nähere Untersuchung dieser Faktoren und deren Wechselwirkungen würden sicher zu einer Verbesserung der Etablierung von Spargelanlagen beitragen.

4.5.2 Empfehlungen für die Praxis

Als wichtigstes Merkmal für die Beurteilung der Qualität von Spargeljungpflanzen hat sich die Pflanzmasse herausgestellt. Dabei reicht es nicht aus, nur das durchschnittliche Gewicht der Pflanzen zu kontrollieren, sondern auch deren Homogenität. Darüber hinaus zeigten die Pflanzen verschiedener Herkünfte in den untersuchten Jahren sehr unterschiedliche Qualitäten auf, so dass gute Erfahrungen der Vorjahre keine Garantie für gute Pflanzen bedeutet. Hieraus lässt sich die Empfehlung ableiten, bei Anlieferung der Pflanzen im Frühjahr in jedem Fall eine intensive Kontrolle der Ware durchzuführen. Zu diesem Zweck sollten mehrere Verpackungseinheiten ausgeleert und neben dem durchschnittlichen Gewicht und einer optischen Beurteilung auch der Anteil kleiner Pflanzen ermittelt werden.

Auch wenn in den durchgeführten Versuchen bis auf die Reduzierung der Pflanzmasse keine weiteren Beeinträchtigungen von Wurzelverlusten auf das Pflanzenwachstum nachweislich waren, sollten diese dennoch vermieden werden. In diesem Zusammenhang ist neben der gebotenen Vorsicht bei der Rodung und Pflanzung auch die Wahl der Verpackung während des Transportes zu nennen. Grobmaschige Kartoffelsäcke mit kleiner Öffnung sind sicher kritischer zu beurteilen als große Jutesäcke oder der Einsatz von Kisten.

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Die Zwischenlagerung der Jungpflanzen brachte in den Versuchen bei geringer Lagerdauer keine Nachteile auf die Etablierung. Auch wenn eine längere Lagerung nicht angestrebt werden sollte, ist nicht die sofortige Pflanzung erforderlich. Vielmehr sollte gewartet werden, bis die Pflanzbedingungen im Frühjahr günstig sind. Ferner ist es heute üblich, dass Spezialbetriebe in anderen Anbauregionen die Vermehrung der Jungpflanzen übernehmen. Somit ergibt sich das Problem, dass gute Pflanzbedingungen nicht immer mit guten Bedingungen zur Rodung identisch sind. Eine rechtzeitige Rodung mit anschließender kurzer Zwischenlagerung ist nach den vorliegenden Ergebnissen als unproblematisch anzusehen.

Eine Tauchbehandlung in einer Fungizidlösung ist aufgrund der nachgewiesenden vitalisierenden Effekte auf das Pflanzenwachstum als Standardmaßnahme zu sehen. Da neben der fungiziden Wirkung auch die Wasseraufnahme vor der Pflanzung förderlich wirkt, sollte diese vom Betrieb selbst kurz vor der Pflanzung durchgeführt werden. Die in der Praxis oft angebotene Option zur Beizung im Vermehrungsbetrieb kann bei notwendiger Zwischenlagerung und fehlender Bewässerungsmöglichkeit auf dem Feld eine geringere Wirkung aufweisen.


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13.05.2005