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Spargelanlagen werden fast ausschließlich durch Pflanzung einjähriger Kronen im Frühjahr etabliert. Die spätere Ertragsleistung wird neben verschiedenen Maßnahmen in der Kulturführung auch maßgeblich vom Wachstum der Pflanzen im ersten Standjahr beeinflusst. Bislang sind jedoch nur wenig genaue Aussagen für eine objektive Beurteilung der Qualität von Spargeljungpflanzen und deren Auswirkung auf den Erfolg der Etablierung von Anlagen vorhanden.
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In der vorliegenden Arbeit wurde der Einfluss unterschiedlicher Merkmale und Maßnahmen bei Spargeljungpflanzen anhand von Feld- und Gefäßversuchen in den Jahren 2001 bis 2003 auf das Wachstum im ersten Standjahr untersucht. Ergänzende grundsätzliche Untersuchungen beschäftigten sich mit einer Erfassung der Bandbreite von Merkmalen bei Spargeljungpflanzen verschiedener Herkünfte in der Praxis sowie der Eignung einzelner Parameter für die Beurteilung des Wachstums im ersten Standjahr.
Literaturaussagen und die nähere Betrachtung der Zusammenhänge unterschiedlicher Wachstumsparameter in den vorliegenden Gefäßversuchen haben gezeigt, dass sich zur Beurteilung der Wachstumsleistung einjähriger Spargelpflanzen verschiedene Laub- und Kronenmerkmale eignen. Der Vergleich von Ergebnissen ähnlicher Versuchfragen im Freiland und in Gefäßen ermöglichte Rückschlüsse von den modellhaften Gefäßversuchen auf die Bedingungen in der Praxis. In der Umkehrung erhöhte sich in Kombination mit den nachgewiesenen Korrelationen der Wachstumsparameter die Aussagekraft von den vornehmlich auf die Auswertung von Laubmerkmalen gestützten Freilandversuchen.
Die Bandbreite der Qualitätsmerkmale von Spargeljungpflanzen erwies sich in der Praxis bezüglich der Herkünfte und Jahre als groß. Im direkten Vergleich von sieben Herkünften auf zwei Standorten im Jahr 2002 zeigten sich signifikante Unterschiede in der Etablierung. Die genaue Gewichtung der Merkmale war jedoch nur möglich, indem jeweils einzelne Qualitätsfaktoren in Gefäß- und Freilandversuchen variiert wurden.
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Als wichtigstes Kriterium zur Beurteilung der Qualität von Spargeljungpflanzen hat sich eine hohe Pflanzmasse im Frühjahr herausgestellt. Jeweils im Vergleich zu 100-g-Pflanzen im Frühjahr war bei 50g der Verlust an Zuwachs jedoch größer, als der Zugewinn bei 150g. Aus diesem Grund ist nicht nur die durchschnittliche Pflanzmasse für eine gute Etablierung von Interesse, sondern auch ein geringer Anteil kleinerer Pflanzen.
Im Gegensatz zu Literaturhinweisen konnten in den vorliegenden Versuchen kaum Beeinträchtigungen eines simulierten Verlustes von Pflanzenteilen vor der Pflanzung nachgewiesen werden. Die Reduzierung der Wurzelmasse brachte bis auf die Auswirkungen der geringeren Pflanzmasse keine zusätzlichen Effekte auf die Etablierung der Pflanzen. Der während einer Lagerung simulierte Stangenverlust führte zwar zu einer Abnahme des Gehaltes an löslichen RKH vor der Pflanzung, Auswirkungen auf das Wachstum im ersten Standjahr waren aber erst bei der Entfernung von mehr als vier Trieben pro Krone gegeben.
In Gefäßversuchen mit vergleichsweise kleinen Jungpflanzen, die bei gleicher Pflanzmasse durch unterschiedliche Krautentfernung bei den Sämlingen eine deutliche Differenzierung des Gehaltes an löslichen RKH im Frühjahr aufwiesen, ließen sich signifikante Unterschiede bei den Laub- und Kronenmerkmalen nachweisen. In den Praxiserhebungen der Pflanzenparameter bei Spargeljungpflanzen konnten jedoch keine entsprechend niedrigen Gehalte aufgezeigt werden. Da außerdem bei einer ausreichenden Pflanzmasse genügend Reserven für die Ausbildung des Laubes zur Verfügung stehen, ist der Gehalt an löslichen RKH im Frühjahr im Vergleich zur Pflanzmasse für die Bestimmung der Qualität von geringer Bedeutung.
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Bezüglich unterschiedlicher Behandlungen vor der Pflanzung konnten keine ausgeprägten Effekte der Temperatur bei einer kurzfristigen Lagerung und eines unterschiedlichen Pflanztermins bzw. der Lagerdauer nachgewiesen werden. Zwar zeigte sich bei einer Lagerung von über zwei Monaten eine Reduktion der Laub- und Kronenmasse im Herbst, jedoch ist die Ursache hierfür eher in der Verkürzung der Vegetationszeit zu suchen.
Als ein wichtiges Qualitätsmerkmal sind in Fungizidlösungen getauchte Pflanzen (Beizung) zu nennen. Zwar ergeben sich je nach Pflanzbedingungen nicht in jedem Fall fördernde Effekte, in der Summe der Versuchsauswertungen über mehrere Jahre und Mittel war aber eine deutliche Steigerung des Wachstums durch Tauchbehandlungen nachzuweisen. Da auch die alleinige Tauchung der Jungpflanzen in Wasser zu einer Vitalitätssteigerung führte, sollte die Beizung möglichst direkt vor der Pflanzung durchgeführt werden.
Als Fazit der vorliegenden Untersuchungen ist bezüglich der Jungpflanzenqualität bei Spargel vornehmlich auf gleichmäßig hohe Pflanzmassen sowie einer kurz vor der Pflanzung erfolgten Beizung Wert zu legen.
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