4 Ergebnisse

↓48

Die Ergebnisse sind orientierend in Tab. 4-1 zusammengefaßt und werden im Folgenden diskutiert. Aktivierungen werden nach Arealen geordnet in Tabellen berichtet und ergänzend besprochen. Gruppenunterschiede sind in einem weiteren Abschnitt zusammengefaßt.

Für alle Aktivitätscluster der Gruppenauswertung wurde der prozentuale Signalanstieg (percent signal change) berechnet. Lag der Signalanstieg bei nur ein oder zwei Probanden pro Gruppe über 1% und betrug der nächstkleinere Wert weniger als die Hälfte dessen, so wurden die Werte über 1% als Ausreißer definiert. Hier wurde überprüft, ob unter Herausrechnen dieser Probanden immer noch ein Signalanstieg resultierte. Berichtet wird dieser korrigierte Signalanstieg (d.h. der Gesamtsignalanstieg liegt deutlich höher als angegeben). Cluster, bei denen dies nicht der Fall ist, werden unter dem Punkt „Ausreißer“ berichtet. Signalanstiege über 4% wurden als Artefakte angesehen. Solche Artefakte kamen ausschließlich in BA7 bei dem Probanden pgn005 vor, der für dieses Areal aus allen Analysen ausgeschlossen wurde.

↓49

Tab. 4-1: Aktivierungen in der Gruppenauswertung (p < .001) bzw. den Einzelauswertungen (p < .01) in den vordefinierten Regions of Interest.

Areal

Gesunde

IBS-Patienten

 

subliminal

liminal

supraliminal

subliminal

liminal

supraliminal

 

R

L

R

L

R

L

R

L

R

L

R

L

Thalamus

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

x

-

0/8

0/8

0/8

1/8

5/8

7/8

0/8

0/8

1/8

1/8

4/8

4/8

S1

-

-

-

-

x

x

-

-

x

-

-

-

3/8

5/8

4/8

4/8

7/8

8/8

5/8

1/8

4/8

4/8

7/8

6/8

S2

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

x

x

0/8

0/8

3/8

0/8

5/8

7/8

1/8

0/8

2/8

2/8

5/8

7/8

Insula ant.

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

-

-

0/8

0/8

2/8

2/8

5/8

5/8

0/8

0/8

2/8

1/8

7/8

6/8

Insula post.

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

-

-

0/8

0/8

1/8

0/8

5/8

6/8

0/8

0/8

1/8

1/8

4/8

5/8

antCG (BA24)

x

x

-

-

x

x

-

-

-

-

-

-

3/8

2/8

3/8

3/8

5/8

4/8

0/8

3/8

3/8

2/8

4/8

3/8

antCG (BA32)

x

x

-

-

x

x

-

-

-

-

-

-

3/8

3/8

1/8

2/8

5/8

6/8

2/8

5/8

4/8

4/8

6/8

4/8

amCG (BA24)

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

x

x

2/8

2/8

2/8

2/8

6/8

6/8

1/8

1/8

1/8

1/8

6/8

5/8

amCG (BA32)

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

x

-

0/8

0/8

1/8

2/8

6/8

6/8

1/8

2/8

1/8

2/8

6/8

3/8

BA 10

x

x

x

-

x

x

-

x

-

-

x

x

2/8

4/8

6/8

4/8

7/8

7/8

3/8

3/8

7/8

5/8

7/8

8/8

BA 11

x

x

-

-

-

-

-

-

-

-

x

x

3/8

4/8

3/8

2/8

5/8

5/8

3/8

3/8

5/8

6/8

7/8

5/8

BA 46

-

-

-

-

x

x

-

-

-

-

x

x

0/8

1/8

2/8

2/8

7/8

6/8

1/8

3/8

4/8

3/8

8/8

7/8

BA 7

-

-

-

-

x

x

-

-

-

x

x

x

3/7

4/7

6/7

5/7

6/7

7/7

2/8

2/8

6/8

6/8

8/8

8/8

Hippocampus

-

-

-

-

-

-

-

-

-

-

x

-

2/8

1/8

2/8

1/8

3/8

3/8

0/8

0/8

0/8

1/8

3/8

3/8

Amygdala

-

-

-

-

-

-

-

-

-

-

x

-

1/8

0/8

1/8

1/8

2/8

5/8

0/8

1/8

1/8

0/8

5/8

1/8

Einzelheiten sind in weiteren Tabellen bzw. im Text aufgeführt. BA7: Auswertung unter Ausschluß von pgn005, siehe Text.
Thalamus: latero-posteriore Thalamuskerne; S1: primärer somatosensorischer Cortex (BA1-3); S2: sekundärer somatosensorischer Cortex (Operculum parietale); antCG: anteriorer Gyrus cinguli; amCC: antero-medialer Gyrus cinguli. Näheres zu den Definitionen der RoI siehe Kap. 3.4.5

Thalamus

Tab. 4.1-1: Signalanstieg im postero-lateralen Thalamus. In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

99

14

-14

9

0.18

Thalsupra1

supraliminal

rechts

370

9

-25

10

0.24

Thalsupra3

links

2907

-14

-22

7

0.28

Thalsupra4

supra > sub

rechts

7

8

-23

9

0.20

Thalgroesser2

rechts

72

10

-29

10

0.28

Thalgroesser3

links

1362

-13

-25

8

0.30

Thalgroesser1

Patienten:

rechts

137

11

-14

0

0.11

Thalpatsupra1

supraliminal

supra > sub

rechts

130

10

-14

3

0.29

Thalpatgroesser1

links

43

-12

-26

0

0.27

Thalpatgroesser2

links

13

-7

-23

3

0.27

Thalpatgroesser3

Ausreißer sind in eliminiert und in Tab. 4.1-2 aufgeführt.

↓50

Im Thalamus wurde ein Areal im Bereich der latero-posterioren Kerne über Talairach-Koordinaten definiert und als RoI betrachtet. In der Einzelprobandenauswertung zeigt kein Proband Aktivierung bei subliminaler und nur je ein Gesunder und ein Patient bei liminaler Stimulation. Bei supraliminaler Stimulation jedoch lassen sich Aktivierungen bei fast allen Gesunden und der Hälfte der Patienten nachweisen, die sich auch in der Gruppenauswertung widerspiegeln.

(1) Gesunde

Wie in Tab. 4.1-1 zu sehen ist, zeigt sich auch in der Gruppenauswertung ein Signalanstieg lediglich bei supraliminaler Stimulation. Hier findet sich beidseits ein großes Cluster im posterioren Abschnitt der betrachteten Region, links (2907 Voxel) deutlich ausgeprägter als rechts (insgesamt 507 Voxel). Links läuft dieses Cluster bis in den anterioren Bereich der RoI aus, während rechts im anterioren Bereich ein einzelnes kleines Cluster einen Signalanstieg aufweist (Abb. 4.1-1).

Der Kontrast supraliminal vs. subliminal zeigt ebenfalls im posterioren Abschnitt der betrachteten Region Cluster mit einem signifikant höheren Signal bei supraliminaler Stimulation, wobei das Cluster links wieder deutlich größer ist als rechts. Diese Cluster liegen komplett innerhalb der Aktivitätscluster beim Vergleich der supraliminalen Stimulation mit der Pause.

↓51

Insgesamt ist im latero-posterioren Thalamus ein bilateraler Signalanstieg bei supraliminaler Stimulation zu beobachten, und zwar sowohl gegenüber der Pause als auch weniger aus

geprägt gegenüber subliminaler Stimulation. Dieser Signalanstieg zeigt sich vor allem im posterioren Bereich und ist links deutlich ausgedehnter als rechts.

(2) Patienten

Bei IBS-Patienten zeigt sich im Thalamus ebenfalls nur bei supraliminaler Stimulation eine Aktivierung. Das Cluster liegt im rechten Thalamus und zeigt keine Überlappung mit den bei Gesunden aktivierten Clustern.

↓52

Im Kontrast supraliminal vs. subliminal stellt sich ein höheres Signal für die supraliminale Stimulation dar. Die entsprechenden Cluster liegen links wie bei den Gesunden im posterioren Bereich. Rechts findet sich ein Cluster im anterioren Bereich, das nur teilweise mit dem Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation überlappt.

Insgesamt zeigt sich rechts eine signifikante Aktivierung beim Vergleich gegenüber der Pause. Dieses sowie weitere Cluster im linken Thalamus weisen bei supraliminaler Stimulation ein höheres Signal auf als bei subliminaler. Während die Gruppenauswertung also nur rechts eine Aktivierung gegenüber Pause findet, zeigt sich in der Einzelauswertung keine Bevorzugung einer Hemisphäre (vgl. Tab. 4-1).

Abb. 4.1-1: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Bilaterale Aktivierung der dorsolateralen Thalamuskerne, links ausgeprägter als rechts. Coronarer Schnitt bei y = -13.

(3) Ausreißer

↓53

Ein Aktivitätscluster im Vergleich supraliminal vs. Pause geht auf zwei Probanden zurück (pgn006 und pgn012). Bei diesen beiden Probanden ist das Areal nicht nur bei supra-, sondern auch bei subliminaler Stimulation stärker aktiviert, was gegen eine Verursachung durch zeitlich zufällig verteilte Artefakte spricht. Im Mittel zeigt das Areal jedoch bei den restlichen Probanden keinerlei Aktivierung. Die Signalanstiege in diesem Cluster sind exemplarisch in Tab. 4.1.-2 zusammengefaßt.

Tab. 4.1-2: Ausreißer im dorsolateralen Thalamus: Thalsupra2.

Signalanstieg

Signalanstieg bei

in Prozent

pgn006

pgn005

0.32

subliminal

0.30

pgn006

1.33

liminal

-0.08

pgn009

-0.24

supraliminal

1.33

pgn010

0.29

Signalanstieg bei

pgn011

0.08

pgn012

pgn012

1.14

subliminal

0.47

pgn013

-0.70

liminal

0.32

pgn022

0.08

supraliminal

1.14

gesamt

0.29

ohne Ausreißer

-0.18

Clustergröße: 38 Voxel, Lokalisation: x =10; y = -13 ; z = -2.

primärer somatosensorischer Cortex (S1, BA 1-3)

↓54

In der Einzelprobandenauswertung läßt sich in allen Bedingungen bei der Mehrzahl der Probanden Aktivierung nachweisen. Je fünf Gesunde und Patienten zeigen Aktivierungscluster bei subliminaler Stimulation, fünf Gesunde und sechs Patienten bei liminaler und alle Gesunden und sieben Patienten bei supraliminaler Stimulation. Die Cluster sind jedoch meist klein, und die Aktierung läßt sich in der Gruppenauswertung nicht für alle Stimulationsbedingungen beobachten.

Tab. 4.2-1: Signalanstieg im primären somatosensorischen Cortex.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

335

53

-20

37

0.17

S1supra3

supraliminal

links

186

-24

-24

56

0.26

S1supra5

links

616

-40

-18

51

0.33

S1supra6

links

411

-34

-31

54

0.41

S1supra7

links

94

-42

-27

43

0.21

S1supra8

links

30

-57

-26

43

0.20*

S1supra9

supra > sub

rechts

69

51

-19

33

0.25

S1groesser1

links

10

-31

-32

57

0.31*

S1groesser2

links

160

-40

-16

53

0.33

S1groesser3

links

24

-34

-29

49

0.36

S1groesser4

links

33

-41

-27

43

0.22

S1groesser5

links

135

-62

-15

19

0.39

S1groesser6

sub > supra

rechts

9

25

-29

58

-0.21*

S1kleiner1

Patienten:

liminal

rechts

54

42

-14

49

0.11*

S1patlim1

sub > supra:

rechts

28

59

-10

37

0.37

S1patkleiner1

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.* nach Herausrechnen von Ausreißern. Cluster, bei denen nach Herausrechnen von Ausreißern keine Signalanstieg zu finden war, sind eliminiert. Alle Ausreißer sind in Tab. 4.2-2 und -3 zusammengefaßt.

(1) Gesunde

Ein Signalanstieg gegenüber der Ruhebedingung ist in der Gruppenauswertung nur bei supraliminaler Stimulation zu finden. In Tab. 4.2-1 sieht man, daß auch hier die Aktivierung etwas linksbetont ist. Die Aktivierungen sind in craniocaudaler Ausdehnung im oberen und mittleren Bereich des lateralen Gyrus postcentralis lokalisiert, und zwar auf dem Gyrus sowie in der Tiefe der beiden begrenzenden Sulci. Die Cluster im Sulcus centralis zeigen Ausdehnung nach M1 (S1supra5 - 7).

↓55

Der Kontrast supraliminal vs. subliminal zeigt fünf Cluster, die alle innerhalb von Aktivierungen beim Vergleich mit Pause liegen. Außerdem gibt es ein Cluster mit geringerem Signal bei supraliminaler als bei subliminaler Stimulation.

Insgesamt ist in S1 bei supraliminaler Stimulation eine links betonte Aktivitätssteigerung zu beobachten, und zwar ausgeprägter gegenüber der Pause als gegenüber subliminaler Stimulation. Die Aktivitätscluster liegen im mittleren Bereich des lateralen Gyrus postcentralis und in der Tiefe der begrenzenden Sulci.

Abb. 4.1-1: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Bilaterale Aktivierung des primären somatosensorischen Cortex. Horizontaler Schnitt bei z = 47.

(2) Patienten

↓56

Bei IBS-Patienten zeigt sich nur in der liminalen Stimulation ein kleines Cluster mit Signalanstieg im rechten S1 (vgl. Tab. 4.2-3). Beim Kontrast supraliminal vs. subliminal weist ein kleines Cluster rechts eine Signalminderung in der supraliminalen Bedingung auf. Dieses Cluster liegt weiter lateral als die Aktivitätsminderung bei Gesunden.

(3) Ausreißer

Sowohl bei Gesunden als auch bei Patienten kommen Ausreißer vor, nach deren Herausrechnen z.T. ein Signalanstieg verbleibt, zum Teil nicht. Die zugrunde liegenden Probanden zeigen zumeist eine kontinuierliche Zunahme bzw. Abnahme des Signals bei Zunahme der Stimulusintensität, was gegen reine Artefakte spricht, die jedoch natürlich nicht gänzlich ausgeschlossen werden können. Die Signalanstiegsdaten für diese Cluster sind in Tab. 4.2-2 und für einen Patienten exemplarisch in Tab. 4.2-3 aufgeführt.

Tab. 4.2-2: Ausreißer in S1. Signalanstieg in % vor und nach Herausrechnen von Ausreißern für die oben markierten bzw. die eliminierten Cluster

Cluster

gesamt

ohne Ausreißer

Ausreißer

S1supra9

0.56

0.20

pgn012

S1groesser2

0.80

0.31

pgn005

S1kleiner1

-0.69

-0.21

pgn005

eliminiert:

S1supra1

0.24

0.18

pgn012

305 Voxel

x = 42

y = -25

z = 48

S1supra2

0.26

0.13

pgn012

154 Voxel

x = 43

y = -21

z = 49

S1supra4

0.40

-0.04

pgn005

17 Voxel

x = 53

y = -20

z = 37

↓57

Tab. 4.2-3: Ausreißer in S1 bei Patienten: S1patlim1 (s. Tab. 4.2-1)

Signalanstieg

Signalanstieg bei

in Prozent

pgn054

pgn053

0.17

subliminal

-0.44

pgn054

1.12

liminal

1.12

pgn055

0.25

supraliminal

-1.43

pgn057

0.30

pgn061

0.22

pgn066

0.11

pgn073

0.06

pgn078

0.12

gesamt

0.24

ohne Ausreißer

0.11

4.1  sekundärer somatosensorischer Cortex (S2, Operculum parietale, BA43 und z.T. BA40)

Kein Gesunder und nur ein Patient zeigen S2-Aktivierung bei subliminaler Stimulation, während bei supraliminaler Stimulation je sieben Gesunde und Patienten Aktivierung aufweisen. Ähnlich fallen die Ergebnisse der Gruppenauswertung aus.

Tab. 4.3-1: Signalanstieg im sekundären somatosensorischen Cortex.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

919

52

-8

10

0.25

S2supra1

supraliminal

links

1611

-53

-13

12

0.23

S2supra2

supra > sub

rechts

687

51

-7

10

0.34

S2groesser1

links

688

-52

-6

8

0.31

S2groesser2

Patienten:

rechts

75

52

-3

7

0.13

S2patsupra1

supraliminal

links

62

-56

-3

7

0.13

S2patsupra2

links

80

-59

-18

16

0.14

S2patsupra3

supra > sub

rechts

565

47

-6

9

0.26

S2patgroesser1

links

587

-57

-12

13

0.33

S2patsupra2

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

(1) Gesunde

↓58

Nur bei supraliminaler Stimulation ist in der Gruppenauswertung eine Aktivierung zu beobachten. Hier zeigen sich beiderseits große Aktivitätscluster, links etwas größer als rechts, mit Ausdehnung in Insula und ins frontale Operculum.

Zwei kleinere Cluster weisen ein höheres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation auf. Bis auf einzelne Voxel liegen sie vollständig innerhalb der Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation.

(2) Patienten

Auch bei Patienten läßt sich Aktivierung nur bei supraliminaler Stimulation nachweisen. Drei kleine Cluster liegen in Gebieten, die auch bei Gesunden aktiviert sind. Zwei davon erstrecken sich weit ins frontale Operculum.

↓59

Deutlich größer, aber mit den Akivitätsclustern überlappend sind die Cluster mit höherem Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation.

Abb. 4.3-1: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Bilaterale Aktivierung des parietalen Operculums. Coronarer Schnitt bei y = -12.

4.2  Insula (antIn und postIn)

↓60

Aktivierung der Insula findet sich bei subliminaler Stimulation überhaupt nicht, bei supraliminaler Stimulation jedoch bei der Mehrzahl der Probanden und Patienten. Ähnliches zeigt sich in den Gruppenergebnissen.

Tab. 4.4-1: Signalanstieg in der Insula.

Bedingung

Hemisphäre

Abschnitt

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

ant.

73

35

4

7

0.20

antInsupra1

supraliminal

rechts

post.

944

38

-4

8

0.16

postInsupra1

links

ant.

904

-35

13

5

0.25

antInsupra2

links

ant.

141

-28

20

17

0.27

antInsupra3

links

post.

2125

-38

-10

5

0.21

postInsupra2

supra > sub

rechts

ant.

60

37

3

5

0.20

antIngroesser1

links

post.

521

39

-2

7

0.24

postIngroesser1

rechts

ant.

435

-36

7

7

0.25

antIngroesser2

links

post.

919

-38

-8

3

0.25

postIngroesser2

Patienten

rechts

ant.

1467

36

10

6

0.18

antInpatsupra1

supraliminal

rechts

post.

1189

38

-4

0

0.15

postInpatsupra1

links

ant.

629

-39

15

-1

0.20

antInpatsupra2

links

post.

113

-40

-2

0

0.19

postInpatsupra2

links

post.

43

-36

0

12

0.21

postInpatsupra3

supra > sub

rechts

ant.

1801

36

10

4

0.36

antInpatgroesser1

rechts

post.

2162

38

-6

2

0.30

postInpatgroesser1

links

ant.

189

-38

15

0

0.29

antInpatgroesser2

links

post.

422

-39

-4

4

0.25

postInpatgroesser2

links

post.

36

-37

-8

-2

0.24

postInpatgroesser3

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

(1) Gesunde

↓61

Aus Tab. 4.4-1 ist ersichtlich, daß es in beiden Hemisphären zu einer Aktivierung der Insula bei supraliminaler Stimulation kommt. Man sieht zwei große Aktivierungscluster (je in einen anterioren und einen posterioren Teil unterteilt), die sich bis ins Operculum erstrecken. Sie sind in der Hauptausdehnung posterior gelegen, das linke Cluster ist deutlich größer als das rechte (insgesamt 3170 vs. 1017 Voxel). Außerdem findet sich in der Nähe der anterioren Begrenzung der Insula ein kleines Cluster mit Ausdehnung ins Operculum.

Bei supraliminaler Stimulation findet sich ein stärkeres Signal als bei subliminaler Stimulation in vier Clustern, die beinahe vollständig innerhalb der Aktivierungscluster bei supraliminaler Stimulation liegen und auch wesentlich kleiner sind. Auch hier liegt der Schwerpunkt links.

Insgesamt ist in der Insula eine bilaterale Aktivierung zu sehen, deren Schwerpunkt etwas posterior liegt. Links sind die Aktivitätscluster wesentlich größer als rechts.

↓62

Abb. 4.4-1: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Bilaterale Aktivierung der posterioren Insula. Coronarer Schnitt bei y = -8.

Abb. 4.4-2: supraliminale Stimulation bei Patienten. Rechtshemisphärische Aktivierung der posterioren Insula. Coronarer Schnitt bei y = -8

(2) Patienten

Wie bei Gesunden findet sich bei Patienten bilaterale Insula-Aktivierung bei supraliminaler Stimulation. Anders als bei Gesunden ist hier jedoch die rechte Hemisphäre bevorzugt mit einem großen Aktivitätscluster, das sich gleichermaßen in den anterioren wie in den posterioren Abschnitt der Insula erstreckt. Links dagegen sind nur zwei kleinere Cluster aktiv.

↓63

Ein stärkeres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation läßt sich in fünf Clustern beobachten. Sie überlappen zwar teilweise mit den Aktivitätsclustern bei supraliminaler Stimulation, sind aber erheblich größer. Auch hier ist die rechte Hemisphäre bevorzugt.

4.3  anteriores Cingulum (BA24, antCG und amCG)

Cingulumaktivierung läßt sich bei mehreren Probanden in der subliminalen und liminalen Stimulationsbedingung in beiden Abschnitten nachweisen. Bei supraliminaler Stimulation findet sich Cingulumaktivierung bei der Mehrzahl der Probanden. Hiervon unterscheiden sich die Gruppenergebnisse ewas.

Tab. 4.5-1: Signalanstieg im anterioren Cingulum.

Bedingung

Hemisphäre

Abschnitt

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

antCG/BA24

213

3

33

3

0.31

antCGsub2

subliminal

rechts

antCG/BA32

376

3

35

0

0.40

BA32antsub1

links

antCG/BA24

437

3

-32

2

0.37

antCGsub3

links

antCG/BA32

321

-3

32

-5

0.48

BA32antsub2

links

antCG/BA32

11

-4

50

5

0.48

BA32antsub3

supraliminal

rechts

antCG/BA24

76

5

33

26

0.26

antCGsupra1

rechts

amCG/BA24

1864

4

14

32

0.25

amCGsupra1

rechts

amCG/BA32

1303

3

41

23

0.30

BA32amsupra1

links

antCG/BA24

15

-1

42

14

0.46

antCGsupra3

links

amCG/BA24

1281

-4

7

33

0.36

amCGsupra3

links

amCG/BA32

746

-2

47

21

0.44

BA32amsupra2

supra > sub

rechts

amCG/BA24

199

2

17

29

0.29

amCGgroesser1

rechts

amCG/BA24

265

2

4

33

0.32

amCGgroesser2

links

amCG/BA24

799

-3

8

33

0.39

amCGgroesser3

sub > supra

rechts

amCG/BA32

114

2

34

-2

-0.33

BA32amkleiner1

links

amCG/BA32

195

-3

30

-5

-0.63

BA32amkleiner2

links

antCG/BA24

114

-3

29

-1

-0.62

antCGkleiner1

Patienten:

rechts

amCG/BA24

127

2

2

39

0.17

amCGpatsupra1

supraliminal

rechts

amCG/BA32

103

3

7

48

0.15

BA32ampatsupra1

links

amCG/BA24

88

-1

2

41

0.18

amCGpatsupra2

supra > sub

rechts

amCG/BA24

142

3

24

23

0.26

amCGpatgroesser1

rechts

amCG/BA24

543

3

5

37

0.31

amCGpatgroesser2

rechts

amCG/BA32

281

4

14

45

0.28

BA32ampatgroesser1

links

amCG/BA24

15

-1

24

22

0.27

amCGpatgroesser3

links

amCG/BA24

23

-1

10

32

0.29

amCGpatgroesser4

links

amCG/BA24

513

-4

2

40

0.30

amCGpatgroesser5

sub > supra

links

antCG/BA24

267

-7

39

7

-0.38

antCGpatkleiner1

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt. Cluster, bei denen nach Herausrechnen von Ausreißern keine Signalanstieg zu finden war, sind eliminiert. Alle Ausreißer sind in Tab. 4.5-2 und zusammengefaßt.

(1) Gesunde

↓64

In der Gruppenauswertung ist das Cingulum eins der Areale, in denen auch bei subliminaler Stimulation Aktivität zu beobachten ist. Hier sieht man beidseits zwei korrespondierende Cluster im anterioren Abschnitt (antCG), die infragenual sowohl BA24 als auch BA32 umfassen und sich in BA10 und BA11 ausdehnen (vgl. Kap. 4.6). Das linke Cluster ist etwas größer als das rechte. Ein weiteres kleines Cluster im anterioren Abschnitt von BA32 dehnt sich in BA10 aus.

Bei liminaler Stimulation ist keine Aktivierung im Cingulum zu beobachten.

Bei supraliminaler Stimulation ist Aktivität in beiden Abschnitten zu sehen, deutlich ausgeprägter jedoch antero-medial. Im anterioren Abschnitt von BA24 liegen drei Cluster, zwei davon mit Ausdehnung ins amCG, die jedoch nicht mit den Aktivitätsclustern bei subliminaler Stimulation überlappen, sondern weiter cranial (supragenual) liegen. Antero-medial zeigt sich Aktivierung fast über die gesamte Ausdehnung der Areale BA24 und BA32, rechts in einem einzelnen großen Cluster mit Ausdehnung ins anteriore und posteriore Cingulum, rechts in zwei Cluster geteilt, die sich ebenfalls in die anderen Cingulumabschnitte erstrecken. Von der Voxelanzahl her ist das rechte Cingulum etwas stärker aktiviert.

↓65

Drei Cluster weisen ein stärkeres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation auf. Sie liegen alle im medialen Abschnitt von BA24 und komplett innerhalb der Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation. Ein niedrigeres Signal bei stärkerer Stimulation findet sich in zwei Clustern im anterioren Abschnitt, rechts nur in BA32, links in zwei Abschnitte aufgeteilt (BA24 und BA32) mit Ausdehnung in die angrenzende BA11. Sie liegen komplett innerhalb der Aktivitätscluster bei subliminaler Stimulation.

Es zeigen sich also zusammengefaßt einzelne Aktivierungscluster in unterschiedlicher Lokalisation bei subliminaler und bei supraliminaler Stimulation. Bei supraliminaler Stimulation ist eine deutliche Signalsteigerung im supragenualen anterioren Bereich sowie über den gesamten antero-medialen Bereich zu beobachten. Die supraliminale Aktivierung korrespondiert mit einem stärkeren Signal bei supra- vs. subliminaler Stimulation bzw. umgekehrt bei der subliminalen Aktivierung.

Abb. 4.5-1: subliminale Stimulation bei Gesunden. Aktivierung des linken anterioren Cingulums und des Präfrontalcortex. Sagittaler Schnitt bei x = -1.

↓66

Abb. 4.5-2: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Aktivierung des linken amCG. Sagittaler Schnitt bei x = -1.

(2) Patienten

Nur bei supraliminaler Stimulation stellen sich beidseits korrespondierende Aktivitätscluster im anterio-medialen Abschnitt dar, rechts in Gyrus cinguli (BA24) und paracingularis (BA32) mit Ausdehnung in BA6 und ins posteriore Cingulum, und links nur in BA24 ebenfalls mit Ausdehnung nach posterior.

Cluster mit einem stärkeren Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation finden sich über mehreren Abschnitten des antero-medialen Cingulums. Sie sind wesentlich ausgeprägter als das Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation. Ein schwächeres Signal bei der stärkeren Stimulation läßt sich – ähnlich wie bei Gesunden – im anterioren Abschnitt prägenual links beobachten, jedoch ohne daß hier Aktivierung bei subliminaler Stimulation zu finden wäre.

↓67

Abb. 4.5-2: supraliminale Stimulation bei Patienten. Aktivierung des linken amCG. Sagittaler Schnitt bei x = -1.

(3) Ausreißer

Zwei Cluster bei gesunden Probanden, deren Signalanstieg auf Ausreißer zurückgeht, sind in Tab. 4.5-2 aufgeführt.

↓68

Tab. 4.5-2: Ausreißer im Cingulum.

Cluster

gesamt

ohne Ausreißer

Ausreißer

antCGsupra2

0.21

0.10

pgn013

9 Voxel

x = 1

y = 29

z = 31

amCGsupra2

0.22

0.10

pgn012

30 Voxel

x = -2

y = 27

z = 33

4.4 Frontale Areale: BA 10, BA11, BA46

Aufgrund der bisherigen Literatur wurden drei frontale Areale als Regions of Interest definiert. In allen zeigt die Einzelauswertung Aktivierung in allen Stimulationsintensitäten bei einzelnen Probanden, unter supraliminaler Stimulation bei der Mehrzahl der Probanden.

Tab. 4.6-1: Signalanstieg im Präfrontalcortex: BA10.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

346

3

40

-6

0.43

BA10sub1

subliminal

links

310

-2

34

-10

0.61

BA10sub2

links

23

-4

52

5

0.52

BA10sub3

liminal

rechts

28

50

43

-1

1.07

BA10lim1

supraliminal

rechts

2011

5

55

11

0.52

BA10supra1

rechts

379

23

51

-1

0.76

BA10supra2

rechts

1522

23

55

7

0.69

BA10supra3

rechts

201

16

57

21

0.58

BA10supra4

links

1366

-29

53

1

0.17*

BA10supra5

links

210

-17

56

23

0.46*

BA10supra6

links

611

-3

56

-17

0.62

BA10supra7

supra > sub

rechts

221

4

60

11

0.49

BA10groesser1

rechts

1197

24

54

5

0.60

BA10groesser2

rechts

200

7

57

1

0.75

BA10groesser3

rechts

95

15

58

19

0.97

BA10groesser4

rechts

151

23

51

-2

1.24

BA10groesser6

links

670

-32

52

1

0.93

BA10groesser5

links

137

-24

52

-3

0.60*

BA10groesser7

links

19

-28

29

-8

0.50

BA10groesser8

sub > supra

rechts

72

4

37

-6

0.47

BA10kleiner1

links

72

-3

51

-6

0.97

BA10kleiner2

Patienten:

links

231

-8

53

3

0.32

BA10patlim1

liminal

links

16

-14

53

2

0.54

BA10patlim2

supraliminal

rechts

2258

38

55

13

0.25*

BA10patsupra1

rechts

32

29

51

1

0.14*

BA10patsupra2

rechts

18

20

64

15

0.53

BA10patsupra3

rechts

18

9

64

23

0.44

BA10patsupra4

rechts

117

2

60

25

0.54

BA10patsupra5

links

1786

-30

59

14

0.20*

BA10patsupra6

links

197

-3

57

24

0.26*

BA10patsupra8

supra > sub

rechts

2696

33

54

12

0.55

BA10patgroesser1

rechts

433

20

63

17

0.30*

BA10patgroesser2

links

1454

-30

57

9

0.54

BA10patgroesser3

sub > supra

links

6

-7

52

7

-0.51

BA10patkleiner1

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.* nach Herausrechnen von Ausreißern. Cluster, bei denen nach Herausrechnen von Ausreißern keine Signalanstieg zu finden war, sind eliminiert. Alle Ausreißer sind in Tab. 4.6-4 zusammengefaßt.

↓69

Tab. 4.6-2: Signalanstieg im Präfrontalcortex: BA11.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

29

4

46

-6

0.32

BA11sub1

subliminal

links

23

-2

-36

-13

0.74

BA11sub2

sub > supra

rechts

68

21

27

-12

0.69

BA11kleiner1

Patienten:

rechts

39

7

47

-10

0.40

BA11patsupra1

supraliminal

links

53

-19

23

-15

0.31

BA11patsupra2

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

Tab. 4.6-3: Signalanstieg im Präfrontalcortex: BA46.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

45

50

43

2

0.90

BA46lim1

liminal

supaliminal

rechts

2335

41

40

18

0.28

BA46supra1

links

3663

-37

38

20

0.34

BA46supra2

supra > sub

rechts

357

47

37

15

0.39

BA46groesser4

rechts

65

30

44

22

0.24

BA46groesser5

links

80

-36

45

9

0.37

BA46groesser1

links

262

-48

41

9

0.54

BA46groesser2

links

407

-39

30

29

0.35

BA46groesser3

Patienten

rechts

3296

44

37

17

0.19

BA46patsupra1

supraliminal

links

395

-43

42

3

0.23

BA46patsupra2

links

591

-43

39

24

0.23

BA46patsupra3

supra > sub

rechts

3053

40

39

20

0.35

BA46patgroesser1

links

163

-43

44

2

0.27*

BA46patgroesser2

links

410

-42

38

25

0.33

BA46patgroesser3

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt. * nach Herausrechnen von Ausreißern. Alle Ausreißer sind in Tab. 4.6-4 zusammengefaßt.

(1) Gesunde

In der Gruppenauswertung findet sich in BA10 (wie im Cingulum) Aktivität bei subliminaler und bei liminaler Stimulation, in BA11 nur bei subliminaler Stimulation. BA10 und BA46 werden bei supraliminaler Stimulation aktiviert.

↓70

In BA10 und BA11 finden sich bei der subliminalen Stimulation median gelegeneAktivierungscluster, die sich über BA32 ins Cingulum erstrecken. Ein weiter cranial lokalisiertes Cluster in BA10 dehnt sich bis in BA32 aus. Es wird keine Hemisphäre bevorzugt. Bei liminaler Stimulation ist ein kleines rechtslaterales Cluster in BA10 mit Ausdehnung in BA46 aktiviert. Ausgedehnte Aktivierung von BA10 läßt sich bei supraliminaler Stimulation beobachten, sowohl median als auch an der lateralen Cortexoberfläche. Die großen Cluster erstrecken sich in angrenzende Regionen (BA9, BA32 BA46 und BA47), nicht jedoch nach BA11. In BA46 ist bei supraliminaler Stimulation ebenfalls ausgedehnte Aktivierung nachzuweisen mit einer Betonung der linken Hemisphäre. Die Cluster erstrecken sich in angrenzende Regionen (BA9 und BA10).

In BA11 ist keinerlei Aktivierung bei supraliminaler Stimulation zu beobachten. Ebenfalls nicht aktiviert sind die Bereiche in BA10 und BA46, in denen es bei subliminaler und liminaler Stimulation zur Aktivierung kommt.

Beim Vergleich von supra- und subliminaler Stimulation zeigt sich ein höheres Signal bei supraliminaler Stimulation in mehreren Clustern in BA10 und BA46, die vollständig von den Aktivitätsclustern bei supraliminaler Stimulation umschlossen werden.

↓71

Zwei Cluster in BA10 und BA11 mit Signalabnahme bei supra- im Vergleich zur subliminalen Stimulation liegt außerhalb der Aktivitätscluster bei allen Stimulationsbedingungen. Ein weiteres solches Cluster in BA10 links fällt in das Aktivitätscluster bei subliminaler Stimulation.

Insgesamt können bei Gesunden im Präfrontalcortex Aktivitätscluster bei allen Stimulusintensitäten beobachtet werden. Bei subliminaler Stimulation finden sich Cluster in BA10 und 11, z.T. mit Ausdehnung bis ins Cingulum, v.a. median. Ein laterales Cluster ist auch bei liminaler Stimulation aktiv. Bei supraliminaler Stimulation sind große Bereiche in allen drei Regionen aktiviert. Ein größerer Teil dieser Aktivierung läßt sich auch im Kontrast der stärksten und schwächsten Stimulationsbedingung reproduzieren.

Abb. 4.6-1: supraliminale Stimulation bei Gesunden. Bilaterale präfrontale Aktivierung, rot dargestellt auf der Cortexoberfläche.

Außerdem zu sehen: Aktivierung des anterioren und posterioren Cingulums (medial).

(2) Patienten

↓72

Bei subliminaler Stimulation zeigt sich keine Aktivierung im Präfrontalcortex von Patienten. Bei liminaler Stimulation dagegen finden sich zwei Aktivierungscluster im linken BA10, und zwar in einem Gebiet, in dem keine Aktivierung bei supraliminaler Stimulation zu beobachten ist.

Bei supraliminaler Stimulation läßt sich Aktivierung in allen drei betrachteten präfrontalen Arealen nachweisen. In BA10 kommt es zur Aktivierung großer lateraler Cluster in Bereichen, die bei gesunden Probanden nicht aktiviert sind. Das rechte Cluster erstreckt sich in mehrere angrenzende Areale (BA9, BA44, BA45, BA46 und BA47), das linke bis nach BA46. Zwei kleinere mediane Cluster lassen sich nachweisen (links mit Ausdehnung nach BA9) sowie mehrere kleine Cluster lateral und am Frontalpol, von denen lediglich zwei in Gebieten liegen, die auch bei gesunden Probanden Aktivierung aufweisen (BA10patsupra2und BA10patsupra8). Zwei kleine Aktivitätscluster in BA11 lassen sich bei gesunden Probanden ebenfalls nicht finden. In BA46 kommt es zu einer linksbetonten Aktivierung, die größtenteils mit der Aktivierung bei Gesunden überlappt und sich in angrenzende Areale ausdehnt (rechts: BA9, BA10, BA45, BA47 und links: BA9, BA10).

Ein stärkeres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation findet sich ebenfalls in BA10 und BA46. In BA46 werden diese Bereiche mit Signalanstieg vollständig von Aktivitätsclustern bei supraliminaler Stimulation umschlossen. In BA10 dagegen sind sie teils etwas ausgedehnter und überlappen nur teilweise mit den Aktivitätsclustern.

↓73

Insgesamt kommt es bei Patienten zu ausgedehnter Aktivierung im präfrontalen Cortex, die in BA46 mit gesunden Probanden vergleichbar ist, in den anderen beiden Arealen sich jedoch größtenteils in anderer Lokalisation befindet.

(3) Ausreißer

In BA10 kommen Ausreißer vor, die in Tab. 4.6-4 zusammengefaßt sind. Bis auf ein Cluster konnten alle nach Herausrechnen der Ausreißer in der Analyse belassen werden

Tab. 4.6-4: Ausreißer in BA10.

Cluster

gesamt

ohne Ausreißer

Ausreißer

BA10supra5

0.75

0.17

006, 011

BA10supra6

0.77

0.46

005

BA10groesser7

1.03

0.60

005

BA10patsupra1

0.55

0.25

078

BA10patsupra2

0.32

0.14

078

BA10patsupra6

0.40

0.20

078

BA10patsupra8

0.51

0.26

054, 078

BA10patgroesser2

0.57

0.30

066

eliminiert:

BA10patsupra7

0.49

-0.04

055, 078

56 Voxel

x = -17

y = 65

z = 25

Signalanstieg vor und nach Herausrechnen von Ausreißern für die oben markierten bzw. ein eliminiertes Cluster

4.5 Parietalcortex: BA7

↓74

BA7 wurde als RoI definiert, weil es enge Verbindungen zu präfrontalen Arealen hat und in Vorstudien beschrieben wurde. Es ist das einzige Areal, in dem in den funktionellen Daten eindeutig artefaktverdächtige Signalanstiege von über 4% bei einem Probanden auftraten (pgn005). Daher wurde die Auswertung dieses Areals unter Ausschluß dieses Probanden vorgenommen. Eine Mehrzahl der Gesunden zeigt hier in allen Stimulationsintensitäten Aktivität. Auch bei Patienten kommt Aktivierung schon bei subliminaler und bei der Mehrzahl der Patienten unter liminaler und supraliminaler Stimulation vor.

Tab. 4.7-1: Signalanstieg im Parietalcortex: BA7.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Gesunde:

rechts

1239

43

-43

46

0.28

BA7neusupra2

supraliminal

rechts

330

8

-60

55

0.19

BA7neusupra3

rechts

1384

7

-72

42

0.27*

BA7neusupra4

links

138

-31

-36

60

0.08

BA7neusupra1

links

783

-27

-48

55

0.25

BA7neusupra5

links

205

-9

-48

54

0.18

BA7neusupra6

links

124

-2

-57

53

0.33

BA7neusupra7

links

1604

-23

-66

45

0.32

BA7neusupra8

links

151

-1

-74

35

0.34

BA7neusupra9

supra > sub

links

369

-21

-61

47

0.336

BA7neugroesser2

supra > sub

rechts

17

33

-54

57

-.21*

BA7neukleiner1

Patienten:

links

46

-42

-66

48

0.43

BA7patlim1

liminal

supraliminal

rechts

35

8

-48

53

0.14

BA7patsupra1

rechts

15

28

-56

48

0.10

BA7patsupra2

rechts

138

8

-71

44

0.13

BA7patsupra3

links

7

-4

-50

51

0.22

BA7patsupra4

links

28

-7

-74

34

0.14*

BA7patsupra6

supra > sub

rechts

53

29

-45

35

0.23

BA7patgroesser1

rechts

65

11

-67

43

0.33

BA7patgroesser2

rechts

65

34

-70

40

0.27

BA7patgroesser3

links

75

-3

-48

49

0.28

BA7patgroesser4

links

37

-7

-72

34

0.34

BA7patgroesser5

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.Ausreißer: diese Aktivierung ist auf einen besonders starken Signalanstieg bei einem Probanden zurückzuführen. Daher sind die Signalanstiege einzeln in Tab. 4.7-2 aufgeführt.

(1) Gesunde

In BA7 läßt sich Aktivierung nur bei supraliminaler Stimulation nachweisen. Hier zeigen sich bilateral verstreute Aktivitätscluster, sowohl median als auch an verschiedenen Lokalisationen lateral, einige davon mit Ausdehnung in BA40 und eins mit Ausdehnung in das visuelle Areal BA19. Es wird keine Hemisphäre bevorzugt.

↓75

Ein stärkeres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation findet sich in einem Cluster links, das vollständig von einem Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation umschlossen wird. Ein anderes Cluster rechts weist ein schwächeres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation auf.

(2) Patienten

Ein Cluster zeigt Aktivierung bei liminaler Stimulation. Jedoch ist auch bei Patienten Aktivierung in BA7 vor allem bei supraliminaler Stimulation zu beobachten. Hier finden sich mehrere kleinere Cluster, die wesentlich weniger ausgedehnt sind als bei Gesunden und mit einer Ausnahme (BA7patsupra3)in anderer Lokalisation liegen, d.h. in Gebieten, die bei Gesunden nicht aktiviert sind. Die Cluster liegen mit einer Ausnahme median, eins davon mit Ausdehnung in BA19 (BA7patsupra3).

Kleinere Cluster zeigen ein höheres Signal bei supra- als bei subliminaler Stimulation. Sie liegen ganz außerhalb der Aktivitätscluster bei supraliminaler Stimulation bzw. überlappen nur zum kleinen Teil.

(3) Ausreißer

↓76

Einige Ausreißer sind in Tab. 4.7-2 berichtet.

Tab. 4.7-2: Ausreißer in BA7.

Cluster

gesamt

ohne Ausreißer

Ausreißer

BA7neusupra4

0.38

0.27

pgn012

BA7neukleiner1

-0.59

-0.21

pgn006, pgn009

BA7patsupra6

0.24

0.14

pgn078

eliminiert

BA7neugroesser1

0.50

0.12

pgn012, pgn013

218 Voxel

x = 8

y = 72

z = 45

BA7patsupra5

0.22

0.03

pgn078

182 Voxel

x = -2

y = -71

z = 40

Signalanstieg vor und nach Herausrechnen von Ausreißern für die oben markierten bzw. eliminierten Cluster

4.6  subcorticale temporale Areale: Amygdala und Hippocampus

Amygdala- und Hippocampusaktivierung findet sich bei subliminaler und liminaler Aktivierung nur bei einzelnen Gesunden und Patienten. Bei der supraliminalen Stimulation zeigt die Mehrheit der Patienten und Gesunden Amygdalaaktivierung, die bei Patienten vor allem rechts und bei Gesunden vor allem links lokalisiert sind. Hippocampusaktivierung kommt ohne Bevorzugung einer Hemisphäre bei je drei Gesunden und Patienten vor.

↓77

In der Gruppenauswertung zeigen dagegen nur die Patienten eine signifikante Aktivierung rechts. Das Cluster liegt klar abgegrenzt in der posterioren Amygdala und im anterioren Hippocampus. In keinem weiterem Vergleich kommen signifikante Voxelcluster vor.

Tab. 4.8-1: Signalanstieg in Amygdala/Hippocampus.

Bedingung

Hemisphäre

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Signalanstieg

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

in %

Patienten

rechts

205

22

-11

-13

0.13

Amypatsupra1

supraliminal

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

Abb. 4.8-1: Supraliminale Stimulation bei Patienten: rechtsseitige Aktivierung eines Clusters, das sich von der posterioren Amygdala bis in den Hippocampus projiziert.

Coronare Schnitte bei y = - 8 und y = - 14.

4.7 Gruppenunterschiede

↓78

Unterschiedliche Aktivierung bei Gesunden und Patienten ist in den Tab. 4.9.-1 für stärkere Aktivierung bei Gesunden und -2 für stärkere Aktivierung bei Patienten dargestellt.

Tab. 4.9-1: Stärkere Aktivierung bei gesunden Probanden in den betrachteten RoI.

Bedingung

Hemisphäre

Areal

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

subliminal

rechts

BA24

12

11

33

16

WWsub4

rechts

BA32

27

5

35

-4

WWsub7

rechts

BA10

55

4

38

-6

WWsub6

rechts

BA10

27

35

54

15

WWsub1

rechts

BA10

86

5

49

-3

WWsub2

links

BA10

21

-1

37

-11

WWsub8

links

BA7

38

-1

-40

50

WWsub5neu

liminal

rechts

BA10

7

44

52

6

WWlim1

rechts

BA46

36

36

28

24

WWlim2

rechts

BA11

47

23

22

-12

WWlim3

supraliminal

rechts

S1

63

44

-23

43

WWsupra11

rechts

BA32

379

6

45

13

WWsupra1

rechts

BA10

784

8

52

9

WWsupra2

rechts

BA10

597

19

56

8

WWsupra3

links

S1

82

-24

-23

56

WWsupra10

links

S2

125

-64

-16

16

WWsupra7

links

BA24

80

-4

42

13

WWsupra4

links

BA32

747

-6

47

10

WWsupra5

links

BA10

251

-8

52

4

WWsupra6

links

BA7

127

-31

-52

59

WWsupra8neu

links

BA7

68

-12

64

48

WWsupra9neu

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

Tab. 4.9-2: Stärkere Aktivierung bei Reizdarmpatienten in den betrachteten RoI.

Bedingung

Hemisphäre

Areal

Clustergröße

Clusterschwerpunkt

Kodierung

in Voxeln

x

y

z

liminal

rechts

BA32

178

9

42

5

WWneglim3

rechts

BA10

11

7

58

21

WWneglim1

rechts

BA10

736

8

49

2

WWneglim2

links

BA32

114

-10

47

6

WWneglim5

links

BA10

355

-8

52

4

WWneglim4

links

BA7

12

-26

-47

54

WWneglim6neu

links

BA7

168

-10

-47

52

WWneglim7neu

supraliminal

rechts

S1

24

23

-29

57

WWnegsupra4

rechts

BA10

233

37

56

16

WWnegsupra1

rechts

BA10

166

37

27

25

WWnegsupra2

rechts

HC

233

22

-14

13

WWnegsupra3

In der letzten Spalte ist die systeminterne Kodierung aufgeführt.

↓79

Unterschiedliche Aktivität findet sich hauptsächlich in Arealen der höheren Reizverarbeitung, nämlich im Cingulum, dem PFC und dem Parietalcortex. Gesunde zeigen in allen Stimulationsbedingungen Cluster größerer Aktvierung, besonders ausgeprägt bei supraliminaler Stimulation. Patienten dagegen weisen bei liminaler Stimulation insgesamt mehr Aktivität auf.

Im Cingulum kommen Cluster verstärkter Aktivität bei Gesunden sowohl bei subliminaler als auch bei supraliminaler Stimulation vor. Diese Cluster liegen in unterschiedlicher Lokalisation und überlappen sich nicht, ebenso wie in der Gruppenauswertung von Gesunden.

Ein Cluster im Hippocampus zeigt unter supraliminaler Stimulation mehr Aktivität bei Patienten als bei Gesunden (vgl. Abb. 4.9-1).

↓80

Abb. 4.9-1: supraliminale Stimulation: stärkere Aktivierung bei Patienten als bei Gesunden im Hippocampus. Coronarer Schnitt bei y = -14.


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11.12.2006