Badakhshi , Harun R : Thymustumoren Die Rolle der Chirurgie im multimodalen Therapiekonzept - Prognosefaktoren anhand des Krankengutes der Charité zwischen 1983-1998 und einer systmatischen Literaturanalyse

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Kapitel 6. Zusammenfassung

Die Thymome gehören zu den häufigsten Tumoren des vorderen Mediastinums. Sie zeigen ein vielfältiges biologisches Verhalten. Nach allen bisherigen Studien ist das Stadium der Invasion der maßgebende Faktor für die Prognose.

Mit dem Ziel der Optimierung des therapeutischen Konzeptes haben wir in einer retrospektiven Studie die Patienten mit Thymomen und Thymuskarzinomen erfasst, die von 1983-1998 in der Chirurgischen Klinik der Charité einer Thymektomie unterzogen und teilweise adjuvant bestrahlt und chemotherapiert worden sind. Wir adaptierten alle pathologischen Berichte an die neueren Klassifikationssysteme nach Müller-Hermelink. Unsere Ergebnisse zeigen die klinische Relevanz des Invasionsstadiums nach Masaoka und der histogenetischen Klassifikation nach Müller-Hermelink. Sie werden als wichtige Prädiktivfaktoren betrachtet, die in der Therapieplanung und in der Nachuntersuchung berücksichtigt werden müssen.

Dieses Faktum führte zur Empfehlung des folgenden Therapieschemas: Die erweiterte Thymektomie ist die Therapie der Wahl. Als Zugang ist die mediane Sternotomie zu bevorzugen. Die Rolle der adjuvanten Radiotherapie im kurativen oder palliativen Sinn ist bei allen Thymomen im Stadium II-IV als obligat anzusehen. Die Chemotherapie ist im Stadium III-IV und bei inoperablen Tumoren anwendbar. Alle Thymom- und Karzinompatienten müssen regelmäßig und nach standardisiertem Schema nachuntersucht werden. Nur die Kombination einer stadiengerechten Therapie und konsequenten Nachuntersuchung ermöglicht eine adäquate und reproduzierbare Behandlung für Patienten. Die lokale Tumorkontrolle, die Verlängerung des Überlebens und Erlangung einer entsprechenden Lebensqualität ist das Ziel der Therapie und das Grundmotiv unseres ärztlichen Handelns.


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Mon Sep 24 14:29:09 2001