8 Schlussfolgerungen zum brunstnahen Zeitraum

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Die im brunstnahen Zeitraum erzielten Ergebnisse der 3 gewählten Parameter Bewegungsaktivität, Flächennutzung und Wasseraufnahme sind unterschiedlich zu bewerten.

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Die Untersuchungen zur Bewegungsaktivität im haben gezeigt, dass sich die Veränderungen in den Kurvenverläufen im Gruppenmittel nur am Tag der Hauptbrunst herauskristallisieren. Das gilt sowohl für die Schrittaktivität als auch für die Brustbeinlage. Eine messbare Veränderung der beiden Variablen ist demnach auf einen kurzen Zeitraum beschränkt.

Die Einschätzung der Trends aus der Lowessfunktion erzielte die besten Erkennungsraten. Trotzdem verlaufen die Brunstereignisse nur teilweise mit den gewünschten deutlichen Trendverläufen, sowohl bei der Schrittaktivität als auch bei der Brustbeinlage.

Aus den Ergebnissen der Fourieranalyse geht zunächst hervor, dass die Störung der Tagesperiodik im brunstnahen Zeitraum nicht hoch genug ist, um eine Erkennung der Brunst mit hohen Wahrscheinlichkeit zu ermöglichen. Daraus ergibt sich auch die wenig zufriedenstellende Effizienz in der Brunsterkennung. Die rechnerische Verknüpfung von Lowessfunktion und Fourieranalyse verbessert zwar die Effizienz aus der Fourieranalyse jedoch nicht die der Lowessfunktion.

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Die Seitenlage ist im brunstnahen Zeitraum von geringer Bedeutung. Aussagen zur Auswirkung der Brunst sind aufgrund des geringen Anteils an der Gesamtliegezeit nicht sinnvoll.

Die Flächennutzung erbrachte im Hinblick auf die Erkennung von Brunstereignissen keine verwertbaren Ergebnisse. Grundsätzlich bedeutet es aber nicht, dass eine andere Methode im Rahmen der Flächennutzung keine besseren Ergebnisse erzeugen könnte. Denkbar wäre beispielsweise die Erfassung und Auswertung von Distanzen zwischen verschiedenen Standorten und zwischen den einzelnen Mitgliedern einer Herde.

Anhand der Ergebnisse aus dem brunstnahen Zeitraum ließ sich die höhere Flächennutzung der Tiere in den Nachmittagstunden gegenüber den Vormittagstunden nochmals bestätigen.

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Die Wasseraufnahme im brunstnahen Zeitraum bestätigte in etwa die Ergebnisse aus dem geburtsnahen Zeitraum. Das Niveau der aufgenommenen Wassermenge blieb ungefähr gleich, so dass bei Mutterkühen sie durchschnittlich zwischen 15-25l liegt. Die Veränderung der Wasseraufnahme beim Eintreten der Brunst konnte am deutlichsten über die aufgenommene Wassermenge herausgestellt werden. Das gilt aber ausschließlich für die Analyse der berechneten Mittelwerte.

Die Einzeltieranalyse zeigte, ebenso wie bei der Abkalbung, dass die sichere Identifikation einer Brunst anhand des Wasseraufnahmeverhaltens zeitnah fast ausgeschlossen ist, da große tägliche Schwankungen in der Wasseraufnahme und im Wasseraufnahmeverhalten völlig normal sind.

Die Schwankungen sind auch dafür verantwortlich, dass die Zeitreihenanalyse im Trendverlauf keine entscheidenden Ergebnisse erzielte. Mit der Fourieranalyse konnte kein periodischen Verhalten beim Parameter Wasseraufnahme nachgewiesen werden.


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09.05.2007