Kapitel III
Ergebnisse


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1.  Einteilung der Meßergebnisse

Um eine ausreichende Übersichtlichkeit zu wahren, werden im folgenden die Meßergebnisse in Ausgangswerte, Thrombozytapherese- und Effektivitätsparameter eingeteilt.

1.1. Ausgangswerte

In der folgenden Tabelle 4 finden sich die Ausgangswerte aus beiden Separationsverfahren.

Tabelle 4: Mittelwerte, Standardabweichungen, minimale und maximale Werte der entsprechenden Meßgrößen aus beiden Separationsverfahren

Meßgröße

Einheit

konstante Trenngrenze

Periodische Trenngrenze

  

Mittelwert ±

Standardab-

Weichung

Min Max

Mittelwert ±

Standardab-

Weichung

Min Max

Thrombozyten vor Apherese

109 /l

251 ± 43

158 360

243 ± 49

154 418

Leukozyten vor Apherese

109 /l

6,2 ± 1,7

3,4 10,1

6,0 ± 1,6

3,8 10,8

Der statistische Vergleich der Ausgangswerte Thrombozyten- und Leukozytenkonzentration ergibt keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Separationsverfahren.


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1.2.  Thrombozytaphereseparameter

In Tabelle 5 sind die Thrombozytaphereseparameter aus beiden Separationsverfahren ersichtlich.

Tabelle 5: Mittelwerte, Standardabweichungen, minimale und maximale Werte der Thrombozytaphereseparameter aus beiden Separationsverfahren

Meßgröße

Einheit

konstante TG

Periodische TG

     

Mittelwert ±

Standardab-

weichung

Min

Max

Mittelwert ±

Standardab-

Weichung

Min

Max

   

Separations-volumen

ml

3588 ± 499

2570

4820

3737 ± 533

2680

5600

   

Separations-dauer

min

63 ± 12

43

105

64 ± 9

45

94

   

Konzentrat-volumen

ml

284 ± 22

226

356

286 ± 13

233

336

   

Der statistische Vergleich der drei Thrombozytaphereseparameter Separationsvolumen (t-Test: p = 0,152), Separationsdauer (t-Test: p = 0,637) und Konzentratvolumen (U-Test: p = 0,4889) zeigt keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Separationsverfahren.

1.3. Effektivitätsparameter

Tabelle 6 zeigt die Effektivitätsparameter, die nach Thrombozytapherese mit konstanter und periodischer Trenngrenzenposition ermittelt wurden.

Tabelle 6: Mittelwerte, Standardabweichungen, minimale und maximale Werte der einzelnen Meßgrößen aus beiden Separationsverfahren

Meßgröße

Einheit

konstante Trenngrenze

Periodische Trenngrenze

    

Mittelwert ±

Standardab-

weichung

Min

Max

Mittelwert ±

Standardab-

Weichung

Min

Max

  

Thrombozyten-Ertrag

1011 /TE

3,6 ± 0,8

2,4

7,3

3,3 ± 0,7

2,0

5,6

  

Separations-Leistung

109 /min

5,9 ± 1,4

3,6

10,4

5,2 ± 1,4

3,0

9,8

  

Separations-effizienz

%

48,0 ± 8,7

35,3

81,7

43,3 ± 7,6

26,8

68,2

  

Leukozyten im Konzentrat (Abbott CD 3500)

1/µl

58,8 ± 43,1

0

213

18,9 ± 17,9

0

66

  

Leukozyten im Konzentrat (Nageotte-Kammer)

1/µl

17,2 ± 19,5

0,8

116

7,3 ± 13,6

1,2

93,2

  

Leukozyten im Konzentrat (FACScan)

1/µl

17,4 ± 22,2

0,1

33,5

4,1 ± 19,7

0

139,4

  

Leukozyten-Kontamination (Nageotte-Kammer)

106 /TE

4,9 ± 5,6

0,2

33,5

2,1 ± 3,9

0,3

26,9

  

Leukozyten-Kontamination (FACScan)

106 /TE

4,9 ± 6,3

0

35,3

1,2 ± 5,7

0

40,2

  


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1.3.1.  Thrombozytenausbeute

Der Absolutertrag an Thrombozyten liegt bei Anwendung der konstanten

Trenngrenze im Mittel bei 3,6 x 1011 pro Thrombozytenkonzentrat. Im Separationsverfahren mit periodischer Trenngrenze beträgt der Mittelwert für den Thrombozytenertrag 3,3 x 1011 pro Plättchenkonzentrat (t-Test: p = 0,017).

Damit gibt es bei Anwendung der konstanten Trenngrenze für den Parameter Thrombozytenertrag ein um 0,3 x 1011 signifikant höheres Ergebnis als beim

Separationsverfahren mit periodischer Trenngrenze.

Abbildung 3 zeigt die zugehörigen Histogramme.

Abbildung 3: Häufigkeitsverteilung für den Parameter Thrombozytenertrag für beide Separationsverfahren


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1.3.2.  Separationsleistung und Separationseffizienz

Der statistische Vergleich mit Hilfe des t-Tests ergibt für die Separationsleistung ein P von 0,018 und für die Separationseffizienz ein P von 0,005.

Es resultiert eine signifikant niedrigere Separationsleistung wie auch eine signifikant niedrigere Separationseffizienz bei dem Separationsverfahren mit periodischer Trenngrenze.

Das Histogramm für die Häufigkeitsverteilung der Separationsleistung stellt Abbildung 4 dar.

Nach Anwendung der periodischen Trenngrenze wurden in der Mehrzahl der Thrombozytenkonzentrate Separationsleistungen von 5 x 109 /min ermittelt, während im Separationsverfahren mit konstanter Trenngrenze die Separationsleistungen einen Peak bei 6 x 109 /min zeigen.

Abbildung 4: Häufigkeitsverteilung für den Parameter Separationsleistung für das Separationsverfahren mit periodischer und konstanter Trenngrenze


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Abbildung 5 zeigt die Häufigkeitsverteilung des Parameters Separationseffizienz in beiden Separationsverfahren. Bei Anwendung der periodischen Trenngrenze liegt die Separationseffizienz mehrheitlich unter 50%, bei der konstanten Trenngrenze um 50%.

Weitaus höhere Separationseffizienzen (bis zu 85%) finden sich beim Separations-verfahren mit konstanter Trenngrenze, vor allem deutlich öfter als bei Anwendung der periodischen Trenngrenze.

Abbildung 5: Häufigkeitsverteilung des Parameters Separationseffizienz in beiden Separationsverfahren

1.3.3. Leukozytenkontamination

Die Leukozytenkontamination als weiterer Effektivitätsparameter weicht im Vergleich beider Thrombozytapherese-Verfahren signifikant voneinander ab.

Bei Anwendung der konstanten Trenngrenze findet sich eine Leukozytenkontamination von im Mittel 4,9 x 106 pro Plättchenkonzentrat, sowohl in der Nageotte-Kammer als auch im Durchflußzytometer.

Beim Thrombozytapherese-Verfahren mit periodischer Trenngrenze liegt die Leukozytenkontamination in der Nageotte-Kammer im Mittel bei 2,1 x 106 pro Plättchenkonzentrat und im Durchflußzytometer bei 1,2 x 106 pro Thrombozytenkonzentrat, was einem signifikant niedrigeren Ergebnis entspricht (U-Test: P = 0,0001).


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Abbildung 6 zeigt, das Leukozytenkontaminationen, die mit Hilfe der Nageotte-Kammer gezählt wurden, beim Separationsverfahren mit periodischer Trenngrenze bei deutlich niedrigeren Werten liegen. Dabei finden sich hauptsächlich Leukozytenkontaminationen von 1 x 106 bis 2 x 106 pro Plättchenkonzentrat.

Nach Anwendung der konstanten Trenngrenze liegen die Leukozytenkontaminationen im wesentlichen zwischen 1 x 106 und 9 x 106 pro Thrombozytenkonzentrat, also deutlich höher.

Abbildung 6: Größe der Leukozytenkontaminationen (Nageotte-Zählkammer) in beiden Separationsverfahren

Abbildung 7 veranschaulicht, daß Leukozytenkontaminationen, die mit Hilfe des Durch-flußzytometers ermittelt wurden, beim Separationsverfahren mit periodischer Trenn-grenze signifikant niedriger sind. Bei den meisten Messungen beträgt der Wert 1 x 106 Leukozyten pro Plättchenkonzentrat. Im Vergleich dazu liegen bei Anwendung der konstanten Trenngrenze die Leukozytenkontaminationen im wesentlichen zwischen 1 x 106 und 8 x 106 pro Thrombozytenkonzentrat.


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Abbildung 7: Größe der Leukozytenkontaminationen (FACS) im Separationsverfahren mit konstanter und periodischer Trenngrenze

Die in Histogrammen zusammengefaßten Einzelwerte in den Abbildungen 6 und 7 zeigen, daß sich vor allem bei niedrigen Leukozytenkonzentrationen die Leukozytenkontaminationen, die mittels Durchflußzytometer und Nageotte-Kammer bestimmt wurden, unterscheiden.
Dabei liegen die Werte, die mit Hilfe des Durchflußzytometers bestimmt wurden, unter denen, die mit der Nageotte-Kammer gezählt wurden.

Die "critical immunologic load of leucocytes"(cill) beträgt 1 x 106 Leukozyten pro Plättchen-konzentrat. Beim Separationsverfahren mit periodischer Trenngrenze liegen in dieser Arbeit die Leukozytenkontaminationen bei 22 Messungen mit der Nageotte-Kammer bzw. sogar bei 46 Messungen mit dem Durchflußzytometer unter dem cill-Wert von 1 x 106 pro Plättchenkonzentrat. Dagegen gibt es bei Anwendung der konstanten Trenngrenze nur 6 Messungen mit der Nageotte-Kammer und 9 Messungen mit dem Durchflußzytometer, die mit ihrer Leukozytenkontamination unter dem cill-Wert von 1 x 106 pro Plättchenkonzentrat bleiben.

Bei insgesamt 17 Messungen am Durchflußzytometer überschritt die Leukozyten-konzentration in mit konstanter Trenngrenze hergestellten Thrombozytapherese-konzentraten die obere Grenze des cill-Wertes von 5 x 106 Leukozyten pro Plättchenkonzentrat.


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Je ein Ausreißer mit erheblich höherer Leukozytenkontamination in den Thrombozytapherese-konzentraten findet sich bei beiden Separationsverfahren. Der Wert beträgt für die periodische Trenngrenze 40,2 x 106 Leukozyten pro Transfusionseinheit und für die konstante Trenngrenze 35,3 x 106 Leukozyten pro Transfusionseinheit.

2. Korrelation der drei Meßmethoden: modifizierte Nageotte-Zählkammer, FACScan und Blutbildautomat CD 3500 Abbott

Auf der Basis des genauesten der drei Zählverfahren soll in der vorliegenden Arbeit der Vergleich der beiden Trenngrenzenpositionen am Zellseparator FRESENIUS AS 104 erfolgen.

2.1. Korrelation zwischen Nageotte-Kammer und Blutbildautomat Abbott CD 3500

Tabelle 7 zeigt die Höhe der Leukozytenkonzentration in den Thrombozytapherese-konzentraten im Vergleich zwischen Nageotte-Zählkammer und dem Blutbildautomaten Abbott CD 3500.

Tabelle 7: Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozytapheresekonzentraten (konstante und periodische Trenngrenze) nach der Messung am Blutbildautomat Abbott CD 3500 bzw. nach Zählung in der Nageotte-Kammer

Einheit

Konstante TG

periodische TG

Leukozyten im Kon-zentrat (Nageotte)

1/µl

17,2 ± 19,5

7,3 ± 13,6

Leukozyten im Kon-zentrat (Abbott)

1/µl

58,8 ± 43,1

18,9 ± 17,9


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Abbildung 8 soll demonstrieren, daß für beide Trenngrenzenpositionen (konstant und periodisch) der Blutbildautomat Abbott CD 3500 erheblich höhere Leukozytenkon-zentrationen in den Plättchenkonzentraten gemessen hat, als mit Hilfe der Nageotte-Kammer gezählt wurden. Der sehr niedrige Korrelationskoeffizient von 0,546 ist Ausdruck für die unzureichende Genauigkeit des Blutbildautomaten Abbott CD 3500.

Abbildung 8: Grafischer Vergleich der Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozyt-apheresekonzentraten (Nageotte-Kammer und Blutbildautomat CD 3500)

2.2. Korrelation zwischen Nageotte-Kammer und FACScan


Tabelle 8 stellt die Höhe der Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozytapherese-konzentraten (konstante und periodische Trenngrenzenposition) dar, die mit Hilfe der Nageotte-Kammer gezählt bzw. am Durchflußzytometer gemessen wurden.

Tabelle 8: Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozytapheresekonzentraten (konstante und periodische Trenngrenze) nach der Messung am Durchflußzytometer bzw. nach Zählung in der Nageotte-Zählkammer

Meßgrösse

Einheit

konstante TG

Periodische TG

Leukozyten im Konzentrat (Nageotte-Kammer)

1/µl

17,2 ± 19,5

7,3 ± 13,6

Leukozyten im Konzentrat (FACS)

1/µl

17,4 ± 22,2

4,1 ± 19,7

Abbildung 9 zeigt, dass der Vergleich zwischen den beiden Meßmethoden Nageotte-Kammer und FACS eine große Übereinstimmung bezüglich der ermittelten Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozytapheresekonzentraten ergab. Der Korrelationskoeffizient von 0,93 repräsentiert das anschaulich.

Bei Leukozytenkonzentrationen unter 10 pro Mikroliter Plättchenkonzentrat resultierten aus der durchflußzytometrischen Messung allerdings deutlich niedrigere Leukozytenzahlen als bei Zählung mit Hilfe der Nageotte-Kammer.

Abbildung 9: Grafischer Vergleich der Leukozytenkonzentrationen in den Thrombozyt-apheresekonzentraten (Nageotte-Kammer und FACS)


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22.10.2003