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      <submission>Dissertation</submission>
      <title>Endokrine Wirkungen (anti)androgener Substanzen bei der <br/>Ploetze (Rutilus rutilus)</title>
      <degree>zum Erlangen des akademischen Grades<br/>doctor rerum naturalium<br/>(Dr. rer. nat.)<br/>im Fach Biologie</degree>
      <major>Mathematischen-Naturwissenschaftlichen Fakultaet I<br/>der Humboldt-Universitaet zu Berlin<br/></major>
      <author>Diplom-Biologe, <given>Christoph</given> <surname>van Ballegooy</surname><br/><suffix>01.09.1966, Rees</suffix>
      </author>
      <p>Praesident der Humboldt-Universitaet zu Berlin<br/>Prof. Dr. Christoph Markschies</p>
      <dean>Dekan der Mathematischen-Naturwissenschaftlichen Fakultaet I<br/>Prof. Dr. Christian Limberg</dean>
      <approvals>
         <name>Prof. Dr. Werner Kloas</name>
         <name>Prof. Dr. Joerg Oehlmann</name>
         <name>Prof. Dr. Helmut Segner </name>
      </approvals>
      <date>eingereicht: 07.11.2007</date>
      <date>Datum der Promotion: 18.02.2008</date>
      <p><br/><br/><br/><br/><br/></p>
      <motto><p>The man thinks, <br/>The horse thinks,<br/>The sheep thinks,<br/>The cow thinks,<br/>The dog thinks.<br/>The fish doesn't think.<br/>The fish is mute.<br/>Expressionless.<br/>The fish doesn't think,<br/>Because the fish knows<br/>Everything.<br/><br/>The fish knows<br/>Everything.<br/><br/>Iggy Pop &#8220;This is a film&#8221;<br/>in &#8222;Arizona Dream&#8220; </p></motto>
      <p/>
      <p><br/><br/><br/><br/><br/><br/><br/></p>
      <abstract lang="de">
         <head>Zusammenfassung</head>
         <p>Substanzen, die durch ihr hormonell wirksames Potenzial mit dem Hormonsystem interagieren und adverse Effekte auf die Reproduktion von Invertebraten und Vertebraten ausueben koennen, erlangten in den letzten Jahrzehnten große Aufmerksamkeit. Viele dieser Substanzen reduzieren die Fertilitaet oder die Fekunditaet, fuehren zu Abnormalitaeten in der Ontogenese oder im Verhalten der Tiere und haben Einfluss auf die Geschlechterverhaeltnisse. In der vorliegenden Arbeit wurden verschiedene Aspekte dieses Themengebietes bearbeitet. Das in Europa endemisch vorkommende Rotauge (Rutilus rutilus), ein Sueßwasserfisch, wurde als Modelltier fuer den Nachweis von (anti)androgenen Effekten auf aquatisch lebende Organismen etabliert. Zum Nachweis der (anti)androgenen Wirkmechanismen wurden die Tiere mit Modellsubstanzen aus drei verschiedenen Gruppen exponiert. Aus der Gruppe der Substanzen mit potenziell androgener Wirkung wurden Triphenylzinn (TPT) und Methyltestosteron (MT) verwendet, aus der Gruppe der Antiandrogene Vinclozolin (VIN) und Cyproteronazetat (CYP) und aus der Gruppe der Aromatasehemmer, und somit potenziell androgener Wirkung, Letrozol (LET) und Fenarimol (FEN). Feedbackmechanismen auf die Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (mRNA-Expression des Luteinisierenden Hormons, des Follikel stimulierenden Hormons und der Aromatase), mRNA-Expression potentieller Biomarker in der Leber (Androgen-Rezeptor-mRNA, Oestrogen-Rezeptor-mRNA), Sexsteroidspiegel im Blutplasma (17ß-Oestradiol und 11-keto-Testosteron), Enzymaktivitaeten im Gehirn (Aromatase), Histologie der Gonaden, Totallaenge, Gewicht und Geschlechterverteilung wurden als Endpunkte analysiert, um adverse Effekte auf die Reproduktionsbiologie von R. rutilus zu zeigen. Die untersuchten Endpunkte eigneten sich zum Nachweis verschiedener Wirkmechanismen, besonders die mRNA-Expression in der Leber und die Sexsteroidspiegel im Blut. Als besonders sensitiv zeigte sich die histologische Untersuchung der Gonaden. Hierbei zeigte sich, dass die Exposition mit AACs zu fundamentalen adversen Schaedigungen der Gonaden fuehrt. Ebenso wurde eine Beeinflussung der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse durch alle eingesetzten AACs festgestellt. Es zeigte sich, dass in den fruehen Stadien der Ontogenese Androgene ebenso eine entscheidende Rolle fuer die Entwicklung der Gonaden spielen wie sie bisher vor allen Oestrogenen zugeschrieben wurden.</p>
         <p/>
      </abstract>
      <abstract lang="en">
         <head>Summary</head>
         <p>Substances that are able to interact with the endocrine system and cause adverse effects on the reproduction of invertebrates and vertebrates have gained much attention over the last few decades. Many of these substances reduce fertility or fecundity, lead to developmental abnormalities or abnormalities in the behaviour of animals and have an impact on sex ratios. The present study examines various aspects of these topics. The roach (Rutilus rutilus), a freshwater fish endemic in Europe, was established as a model animal for the detection of (anti)androgenic effects on aquatic organisms. For examination of the (anti)androgenic action, the animals were exposed to model compounds from three different groups: triphenyltin (TPT) and methyltestosterone (MT) from the group of substances with potentially androgenic effect, vinclozolin (VIN) and cyproteronacetate (CYP) from the group of antiandrogens, and letrozol (LET) and fenarimol (FEN) from the group of aromatase inhibitors, which thus have a potentially androgenic effect. Feedback mechanisms on the hypothalamus-pituitary-gonad-axis (mRNA expression of luteinising hormone, follicle stimulating hormone and aromatase), mRNA expression of potential biomarkers in the liver (androgen receptor mRNA, oestrogen receptor mRNA), steroid levels in the blood plasma (17ß-oestradiol and 11-ketotestosterone), enzyme activity in the brain (aromatase), histology of the gonads, total length, weight and sex ratios were analysed as endpoints to show adverse effects on the reproductive biology of R. rutilus. The studied endpoints are suitable for the detection of different modes of action, especially the mRNA expression in the liver and the steroid levels in blood. The histological examination of the gonads proved to be especially sensitive with the exposure to AACs to resulting in fundamental adverse damages to the gonads. Similarly, an affect on the hypothalamus-pituitary-gonad-axis by all used AACs was determined as well. It was ascertained that - in the early stages of ontogeny - androgens play as crucial of a role in the development of the gonads as previously attributed primarily to oestrogens.</p>
         <p/>
      </abstract>
   </front>
   <body>
      <chapter id="chapter1" label="1">
         <head>Einleitung</head>
         <section id="N1009A" label="1.1">
            <head> Was sind &#8222;endocrine disruptors&#8220; (EDs)?</head>
            <p>
               <citenumber id="N100A1" start="1"/>Ab den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts nahm die Produktion von industriell produzierten Chemikalien drastisch zu. Der Umgang der Menschheit mit diesen Chemikalien war zunaechst sehr sorglos. Dadurch gelangten Unmengen vom Menschen geschaffener Substanzen oder deren Abbauprodukte in die Umwelt und ueber verschiedene Eintragswege in das aquatische System. Als die US Amerikanerin Rachel Carson 1962 zusammen mit ihrer Assistentin Bette Haney das Buch &#8222;Silent Spring&#8220; veroeffentlichte, in dem sie den Missbrauch synthetischer Pflanzenschutzmittel vor allem von Dichlordiphenyltrichloraethan (DDT) anprangerte, war dies ein Anstoß in zahlreichen Industriestaaten zur Schaffung von bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorhandenen Gesetzen zur Handhabung von Pestiziden. So wurde z.B. 1974 das Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland gegruendet und zwanzig Jahre nach der Veroeffentlichung des Buches 1982 wurde auf dem "Workshop ueber globalen Pestizidhandel" (Workshop on the global pesticide trade) in Penang/Malaysia das internationale Pesticide Action Network (PAN) gegruendet.</p>
            <p>Substanzen, die in die Umwelt eingebracht wurden, gelangten immer mehr in das Bewusstsein der Wissenschaft. Zunaechst befassten sich die meisten Forschungen mit toxischen/letalen Wirkungen von Stoffen auf einen gesunden Organismus. Haeufig standen dabei nur Konzentrationen von Substanzen im Mittelpunkt der Untersuchungen, bei denen 50% der behandelten Tiere starben (lethal concentration 50% (LC<sub>50</sub>)) um aus den Ergebnissen eine Risikoabschaetzung fuer Chemikalien festzulegen (Lloyd und Tooby, 1979; Bucke und Waterman, 1988). Dies erwies sich aber als nicht ausreichend, da einige Substanzen in weit niedrigeren Konzentrationen das Hormonsystem beeinflussen koennen und somit den Organismus schaedigen ohne eine relevante Toxizitaet auf den Organismus zu besitzen (Colborn und Clement, 1992; Colborn et al., 1993; McLachlan und Arnold, 1996). Auf der EU-Konferenz in Weybridge 1996 definierten dann ueber 70 Vertreter aus Wissenschaft und Umweltorganisationen den Begriff &#8222;Endocrine Disruptors&#8220; als: "An endocrine disrupter is a substance or mixture that alters function(s) of the endocrine system and consequently causes adverse health effects in an intact organism, or its progeny, or (sub)populations." Dies bedeutet, dass eine exogene Substanz oder eine Mischung von Stoffen, die die Funktion des endokrinen Systems aendert und infolgedessen gesundheitsschaedigende Wirkung in einem gesundem Organismus, seiner Nachkommenschaft oder einer (Sub)Population hervorruft, als &#8222;endocrine disruptor&#8220; (ED) bezeichnet wird.</p>
            <subsection id="N100AB" label="1.1.1">
               <head>Stand der ED-Forschung</head>
               <p>In den letzten drei Dekaden nahm die Anzahl der Veroeffentlichungen hinsichtlich der Wirkung und der Wirkmechanismen von ED, die in niedrigen Konzentrationen in die Umwelt gelangten, staendig zu. Ein besonderer Focus fiel jetzt auf Substanzen, die das Hormonsystem auf verschiedenen Ebenen beeinflussten ohne eine direkte Toxizitaet zu besitzen. Zunaechst erlangten Stoffe<em color="FF0000" slant="roman"> </em>das Interesse der internationalen Forschungsgruppen, von denen man oestrogene oder antioestrogene Wirkungen auf das Hormonsystem vermutete. Hierbei konzentrierten sich die Untersuchungen zunaechst auf den fuer den Menschen unmittelbar relevanten Substanzen und deren Wirkung auf das menschliche Hormonsystem (Colborn et al., 1993). Deshalb scheint es auch nicht weiter verwunderlich, das viele Versuche an Saeugetieren durchgefuehrt und validiert wurden (vom Saal, 1978; Risher et al., 1987). Erst spaeter erkannte man die Notwendigkeit die Forschung auch auf aquatisch lebende Tiere zu erweitern, da ein Großteil dieser Substanzen in die Oberflaechengewaesser gelangte und dort auf das Oekosystem Einfluss nahm. Nur wenige Arbeiten wurden zu aquatisch lebenden Invertebraten erstellt. Hier sind vor allem die Arbeiten der Arbeitsgruppe um Ole Kusk in Daenemark zu erwaehnen, denen es gelang einen Test zur Wirkung von umweltrelevanten Substanzen an verschiedenen Copepoden fuer die OECD zu validieren (Kusk und Wollenberger, 2007) und die Arbeiten der Arbeitsgruppe um Joerg Oehlmann an der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Universitaet in Frankfurt am Main, die grundlegende Forschung an der im Sueßwasser lebenden Apfelschnecke (<em>Marisa cornuarietis</em>) als einem Vertreter der Invertebraten im Bereich der ED geleistet haben (Oehlmann et al., 2000; Tillmann et al., 2001; Oehlmann et al., 2006). Die meisten Untersuchungen jedoch wurden an Vertretern der Vertrebraten durchgefuehrt. In der Arbeitsgruppe &#8222;ED&#8220; am Leibniz-Institut fuer Gewaesseroekologie und Binnenfischerei in Berlin (IGB) wurde diesbezueglich Grundlagenforschung betrieben und der Suedafrikanische Krallenfrosch, <em>Xenopus laevis</em>, als ein Modell zur Detektierung von endokrin wirksamen Substanzen auf aquatisch lebende Amphibien etabliert (Kloas, 2002). Die meisten Untersuchungen zu ED wurden mit oekotoxikologischen Modellfischen wie dem japanischen Reiskaerpfling (<em>Orizias latipes</em>), dem Zebrabaerbling (<em>Danio rerio</em>) oder der Dickkopfelritze (<em>Pimephales promelas</em>) durchgefuehrt aber kaum mit einheimischen frei lebenden Arten. Eine Ausnahme bilden die Arbeiten von Katsiadaki am dreistachligen Stichling (<em>Gasterosteus aculeatus</em>) (Katsiadaki et al., 2002 &amp; 2006). Aber nur wenige beschaeftigten sich mit der Auswirkung von Chemikalien auf das Geschlechterverhaeltnis, das Hormonsystem, die Reproduktion oder die Population bei endemisch vorkommenden Fischen (van Aerle et al., 2001; Jobling et al., 2002; Liney et al., 2005; Katsu et al., 2007).</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N100CD" label="1.1.2">
               <head>Forschung im EU-Projekt COMPRENDO</head>
               <p>
                  <citenumber id="N100D4" start="2"/>Es gibt nur relativ wenige Untersuchungen zu Substanzen, die androgene und/oder antiandrogene Wirkungen aufweisen. Im Rahmen des EU-Forschungsprojektes COMPRENDO wurden ueber 20 Modellorganismen wie Prosobranchier (Vorderkiemerschnecken: <em color="000000">Marisa cornuarietis, Potamopyrgus antipodarum, Nassarius reticul</em>
                  <em color="000000">a</em>
                  <em color="000000">tus</em>), Crustaceen (Krebstiere: <em color="000000">Acartia tonsa, Hyalella azteca</em>), Echinodermen (Stachelhaeuter: <em color="000000">Antedon medite</em>
                  <em color="000000">r</em>
                  <em color="000000">ranea, Paracentrotus lividus</em>), Amphibien (<em color="000000">Xenopus laevis</em>), Fische (<em color="000000">Rutilus rutilus, Pimephales promelas</em>), Voegel (<em color="000000">Gallus domesticus</em>) und Saeugetiere (<em color="000000">Rattus norvegicus</em>) sowie menschliche Zelllinien mit bis zu 15 Testsubstanzen (Mono-, Di-, Tributylzinn, Triphenylzinn, Fenarimol, Vinclozolin, Linuron, Diuoron, 4,4`-Dichlordiphenyldichlorethylen, Prochloraz, Methyltestosteron, Letrozol, Cyproteronazetat, Flutamid) und nativen Umweltproben als Beispiel fuer komplexe Mischungen mit meist mehreren Testkonzentrationen in dreizehn verschiedenen Laboratorien aus neun europaeischen Laendern exponiert. Endpunkte aus den Bereichen Vitalitaet (Gewicht, Wachstum, Sterblichkeit), Reproduktion (Geschlechterverhaeltnis, Reifegrad der Keimdruesen, Groesse der Sexualdruesen und Geschlechtsorgane, Missbildungen, Vermaennlichung weiblicher Tiere, Spermienbeweglichkeit und -qualitaet, Stoerung der Spermato- und Oogenese, Befruchtungserfolg, Anzahl produzierter Eier/Gelege, Gelegegroeße), Entwicklung (Schlupferfolg, Larvalentwicklung, Regeneration, Zeit bis zur sexuellen Reife) und Physiologie (Sexualsteroid-Konzentrationen, Vitellogenin-Konzentrationen, Enzym-Aktivitaeten, Apoptose, Proteingehalt) wurden, sofern anwendbar, bei allen Testmodellen hinsichtlich adverser Wirkungen dieser potentiellen ED mit androgenen/antiandrogenen Eigenschaften analysiert.</p>
               <p>In Zusammenhang mit diesem Projekt bestand die Aufgabe am IGB Methoden zur Detektion von endokrin wirksamen (anti)androgenen Substanzen (AACs) an einem in Europa endemisch vorkommenden Sueßwasserfisch zu erforschen und zu etablieren. Die Wahl fiel auf das ubiquitaer verbreitete und einmal im Jahr laichende Rotauge, <em>Rutilus rutilus</em>.</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e5014" file="image001.gif" id="N1010C" label="582#263"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10113" start="3"/>Hiermit verbunden waren die Entwicklung neuer Untersuchungstechniken und Haelterungsbedingungen, da die hier vorliegende Arbeit sich erstmalig mit der Aufzucht von <em>R. rutilus</em> in einem semistatischen System beschaeftigte. Bei den Endpunktbestimmungen wurde darauf Wert gelegt, dass diese mit den bis dato bekannten Ergebnissen fuer diese Art und der Gruppe der Teleosteer und auch mit dem innerhalb des COMPRENDO-Projektes gewaehlten anderen Modellorganismen und Parametern vergleichbar waren. Die hier vorliegende Arbeit soll somit zu einem besseren Verstaendnis der Wirkungen von AACs auf das Hormonsystem des heimischen Fisches R. rutilus beitragen.</p>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N1011C" label="1.2">
            <head> Hormonsystem</head>
            <p>Das Hormonsystem ist ein sehr konservatives System im Tierreich. Es gehoert neben dem Immunsystem und dem Nervensystem zu den wichtigsten Kommunikationssystemen des Koerpers. Es reguliert bei Fischen verschiedene physiologische Vorgaenge wie z.B. Osmoregulation, Ontogenese, Geschlechtsdifferenzierung oder Reproduktion. Die Regulation erfolgt ueber Hormone, die in zwei große Gruppen eingeteilt sind. Die eine Gruppe ist die der lipophilen Hormone, zu denen die Steroide und die Schilddruesenhormone zaehlen, die andere ist die der hydrophilen Hormone, zu denen Catecholamine und Peptidhormone zaehlen. Der groeßte Unterschied zwischen diesen beiden besteht darin, dass hydrophile Hormone Rezeptoren die an der Oberflaeche der Zielzellen lokalisiert sind, binden und dadurch eine Signaltransduktionskette in Gang setzen (Norris, 1997). Lipophile Hormone hingegen vermitteln ihre differenzierte Wirkung auf die Genexpression ueber eine Bindung an intrazellulaere Rezeptoren (Beato et al., 1995). Die meisten der bekannten ED sind in ihrer Wirkung den Sexualsteroiden aehnlich, wirken antagonistisch oder beeinflussen deren Synthese und Bioverfuegbarkeit. Daher soll hier am Beispiel der Bildung und Ausschuettung der Sexualsteroide das komplexe System der Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse (HHG) erlaeutert werden.</p>
            <subsection id="N10124" label="1.2.1">
               <head>Endokriner Regelkreis am Beispiel der Sexualsteroide bei Fischen</head>
               <p>Die Synthese, der Transport, die Rezeptorbindung und die Wirkung der Sexualsteroide unterliegen einer komplexen hierarchischen Kontrolle (s. Abb.2). Oberstes Zentrum dieses endokrinen Regelkreises ist der Hypothalamus, welcher im Zentralen Nervensystem (ZNS) liegt. Die Zellen des Hypothalamus sezernieren das Gonadotropin-releasing Hormon (GnRH), welches zur Hypophyse gelangt. Dort bewirkt es in den Zellen des Hypophysenvorderlappen (HVL) die Freisetzung der Gonadotropine. Diese sind das Follikel stimulierende Hormon (FSH) und das Luteinisierende Hormon (LH). Bei beiden handelt es sich um glandotrope (Glandula = Druese) Hormone. Das heißt, es handelt sich nicht um Hormone, die direkt auf die Zielzellen einwirken (effektorische Hormone), sondern um Hormone, die ihrerseits auf Hormondruesen wirken wie z. B. die Gonaden (Ovarien und Testes). Die Gonadotropine stimulieren die Bildung von Sexualsteroiden in den Gonaden. In den Ovarien stimulieren sie dort vor allem die Bildung von 17&#946;-Estradiol (E2). Zu diesem Zweck wird das hauptsaechlich in den Thekazellen gebildete Testosteron (T) in die Granulosazellen transportiert, dort durch das Enzym Aromatase (ARO) in E2 umgewandelt, und in den Blutstrom abgegeben, wo 90-95% des E2 zum Transport an das Sexualsteroid bindende Protein (SBP) gebunden werden. Ein erhoehter E2-Spiegel wirkt in negativer Rueckkopplung auf Hypothalamus und Hypophyse zurueck und vermindert dort die Freisetzung von GnRH bzw. FSH und LH. Freies E2 im Blut kann an der Zielzelle aufgrund seiner lipophilen Struktur die Zellmembran passieren und im Cytosol an den Oestrogenrezeptor binden. Dieser Hormon/Rezeptor-Komplex wandert in den Zellkern, wo ein Dimer dieser Komplexe durch Bindung an E2-responsive Elemente (ERE) der DNA die Transkription E2-spezifischer Gene ausloest (Beato et al., 1995). Die Steuerung der Androgenfreisetzung in den Testes der maennlichen Fische wird analog zum weiblichen Organismus durch die beschriebene hierarchische Struktur und die integrierten Feedback-Mechanismen geleistet. Die Gegenwart von FSH und LH fuehrt in den interstitiellen (Leydigschen) Zellen (IZ) der Hoden zur Produktion der Androgene, bei Fischen sind das hauptsaechlich T und 11-Keto-Testosteron (11-KT). Androgene binden an das gleiche SBP wie E2 und die Vermittlung der Wirkung an den Zielzellen ueber cytosolische Androgenrezeptoren und entsprechende DANN-Interaktionen erfolgt analog zu den Oestrogenen. Es ist allerdings auch zu betonen, dass auch Androgene in den Ovarien und Oestrogene in den Testes gebildet werden, welche physiologische Funktionen in der Reifung der Gonaden erfuellen (Schulz und Miura, 2002).</p>
               <p>
                  <citenumber id="N1012E" start="4"/>
                  <mm entity="ID_d3e5346" file="image002.gif" id="N10131" label="572#534"/>
               </p>
               <block id="N10136" label="1.2.1.1">
                  <head>
                     <em>Beeinflussung des endokrinen Regelkreises durch ED</em>
                  </head>
                  <p>Die schematische Darstellung des Hormonsystems (Abb. 2) zeigt wie komplex die Bildung, Ausschuettung, Bindung und Regulation der Steroidsynthese ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass EDs an verschiedenen Stellen dieser HHG angreifen koennen und den physiologischen Ablauf kurzfristig oder nachhaltig schaedigen koennen. So kann es zum Beispiel (vgl. Abb. 2) zu einer Hemmung der GnRH-Ausschuettung (<em color="FF0000" slant="roman">1</em>)<em color="FF0000" slant="roman"> </em>im zentralen Nervensystem (ZNS) kommen (Amano et al., 2007). Die Bildung und/oder Sezenierung der Steroide in den Gonaden koennen behindert werden (<em color="FF0000" slant="roman">2</em>) (Evanson &amp; van der Kraak, 2001; Opitz et al., 2002). Die Bindung an das SBP wird unterbunden (<em color="FF0000" slant="roman">3</em>), indem ED selbst an dieses binden (Kloas et al., 2000) oder es koennen Stoerungen des AR in den Zielzellen durch diese hervorgerufen werden (<em color="FF0000" slant="roman">4</em>) (Bauer et al., 1998; Baatrup &amp; Junge, 2001). Eine Beeinflussung des endokrinen Regelsystem kann z. B. eine anormale Proteinbildung zur Folge haben und zu Auswirkungen bei der Sexualdifferenzierung und Gametogenese fuehren (van Aerle et al., 2001; Vinggaard et al., 2005). Weiterhin koennen Stoerungen der hormonabbauenden Aktivitaeten in der Leber (<em color="FF0000" slant="roman">5</em>) oder der Ausscheidung ueber die Niere (<em color="FF0000" slant="roman">6</em>) auftreten (Gunderson et al., 2001).</p>
               </block>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N10167" label="1.3">
            <head> Ziele der Arbeit</head>
            <p>Viele ED, die mit dem Hormonsystem von Invertebraten und Vertebraten interagieren, sind synthetische Substanzen (z.B. Medikamente, Duengemittel, Pestizide, Herbizide, Fungizide, Bleichmittel, Weichmacher oder andere industrielle Abfaelle, wie zum Beispiel polychlorierte Kohlenwasserstoffe (PAK) oder polychlorierte Biphenyle (PCBs)). Die meisten dieser Substanzen sind lipophil und wurden vor allem hinsichtlich (anti)oestrogener Wirkungen untersucht. Neuste Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch eine potentielle Belastung der Umwelt mit (anti)androgenen Substanzen vorliegen koennte (Christiaens et al., 2005; Urbatzka et al., 2007). Es ist daher von großer Bedeutung, ED mit einer voraussichtlich (anti)androgenen Wirkung auch an einem einheimischen Fisch zu untersuchen. Um umfassende Aussagen ueber den Einfluss von AACs machen zu koennen, war es notwendig Versuche sowohl in vivo als auch in vitro durchzufuehren. In vitro Versuche haben den Vorteil, Wirkungen von AACs ohne die Beeinflussung durch andere moegliche endogene Gegenregulationen aufzeigen zu koennen, doch ist es ebenso wichtig, die Auswirkungen von AACs auf die Fische im Ganzen zu betrachten, da auch unsere Umwelt holistisch betrachtet werden muss. Daher war es wichtig <em>R. rutilus</em> zum einen mit verschiedenen in vitro und in vivo Methoden zu untersuchen, die nach kurzer Zeit Ergebnisse zeigen (z.B. RARA, Enzymassay, RT-PCR), als auch laengerfristige in vivo Expositionen vorzunehmen mit verschiedenen Endpunktbestimmungen (z.B. Mortalitaet, Geschlechterverhaeltnis, Gonadenhistologie, RT-PCR).</p>
            <p>
               <citenumber id="N10174" start="5"/>Da, wie oben erwaehnt, das Hormonsystem auf diversen Ebenen gestoert werden kann, war es erforderlich auch Untersuchungen auf diesen verschiedenen Ebenen durchzufuehren. Daher sollten die Expression von FSH und LH sowie der ARO im Gehirn und den Gonaden der exponierten Tiere bestimmt werden. Als weitere Biomarker sollten die Expression von AR und ER in der Leber und den Gonaden der Fische bestimmt werden. Fuer diese Untersuchungen sollten im Rahmen der vorliegenden Arbeit die notwendigen Versuchsprotokolle fuer die RT-PCR zum semiquantitativen Nachweis der Genexpression von FSH und LH erstmalig etabliert und validiert werden. Ebenso sollten in Kooperation mit der Universitaet Bonn bestimmte Enzymaktivitaeten analysiert werden, um einen Effekt durch AACs nachweisen zu koennen (z.B. Aromatase und 17ß-Hydroxysteroid-Dehydrogenaseaktivitaet (17ß-HSD)) und die Sexualsteroidbestimmung im Blutplasma bestimmt werden (E2 und 11-KT). Da waehrend der Ontogenese Hormone eine groeßere Bedeutung haben und das Hormonsystem hoechstwahrscheinlich nachhaltiger beeinflussbar ist als in einem ausgewachsenen Tier, wurden zum Nachweis dieser Hypothese Versuche sowohl bei larvalen Fischen als auch bei adulten Fischen durchgefuehrt. Ziel war es hierbei die Wirkungen von AACs auf <em>R. rutilus</em> moeglichst differenziert und auf verschiedenen Wegen zu bestimmen.</p>
            <p/>
         </section>
      </chapter>
      <chapter id="chapter2" label="2">
         <head>Material und Methoden</head>
         <section id="N10184" label="2.1">
            <head>Charakterisierung der Bindung von (anti)androgenen Substanzen (AACs) an Androgenrezeptoren mittels Radiorezeptorassay (RARA)</head>
            <p><citenumber helper="true" id="N10189" start="5"/>Die Methode des RARA dient dazu die biologische Bindungsaktivitaet verschiedener Hormonrezeptoren mittels radioaktiver markierter Hormone quantitativ zu bestimmen, ohne dass die Markierung die Bindung beeinflusst. Die radioaktive Markierung ermoeglicht die rezeptorgebundenen Liganden zu charakterisieren. Diese quantitative Bestimmung gibt Auskunft ueber das Bindungsverhalten der Rezeptoren gegenueber bestimmten Liganden. Um eine Aussage ueber den zeitlichen Verlauf treffen zu koennen, in dem die Liganden an die Rezeptoren binden, wurden kinetische Experimente durchgefuehrt.</p>
            <subsection id="N1018C" label="2.1.1">
               <head>Kinetische Experimente</head>
               <p>Der zeitliche Verlauf der Ligandenbindung an die Rezeptoren wurde untersucht, indem eine konstante Menge an Hormonrezeptoren mit einer definierten Menge an radioaktiv markierten Liganden ueber verschieden lange Zeitraeume inkubiert wurde. Die spezifisch gebundene Ligandenmenge (SB &#8222;specific binding&#8220;) wurde aus der Differenz zwischen der Gesamtbindung (TB &#8222;total binding&#8220;) und der unspezifischen Bindung (NB &#8222;nonspecific binding&#8220;) errechnet. Bei der TB wurde nur mit radioaktiven Liganden inkubiert, waehrend bei der NB zusaetzlich ein Ueberschuss an unmarkierten Liganden zugegeben wurde. Der Zeitpunkt, an dem sich ein stabiles Gleichgewicht (&#8222;steady state&#8220;) der Ligandenbindung  an den Rezeptoren einstellte, also ein Gleichgewicht von Assoziation und Dissoziation, konnte danach anhand der Bindungskurve abgelesen werden.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10197" label="2.1.2">
               <head>Kompetitionsexperimente</head>
               <p>
                  <citenumber id="N1019E" start="6"/>Um Wechselwirkungen der Rezeptoren mit exogenen Substanzen aufzeigen zu koennen, nutzt man indirekt die Bindung des Radioliganden an die Rezeptoren, indem man im Experiment Rezeptoren und den Radioliganden in fest definierten Konzentrationen und parallel hierzu die Kompetitoren in steigenden Konzentrationen inkubierte. Die fuer jede Konzentration der Kompetitoren gemessene Bindung des Radioliganden wurde in Prozent der spezifischen Bindung des Ausgangwertes ohne Kompetitor (Basis = 100%) in Kompetitionskurven dargestellt. Mittels dieser Kompetitionskurven konnte der IC<sub>50</sub>-Wert (&#8222;inhibiting concentration 50 percent) errechnet werden. Hierbei handelt es sich um den Wert, bei dem 50 % des spezifisch gebundenen Radioliganden durch den unmarkierten Kompetitor ersetzt wird. Die Berechnung der IC<sub>50</sub>-Werte erfolgt ueber die Formel: logit (P) = ln (P/ (1P)). Hierzu wurde die Kompetitionskurve durch eine logit-log-Transformation linearisiert. Somit entspricht P dem prozentualen Anteil der spezifischen Bindung des Ausgangswertes (Basis = 1). Die graphische Darstellung erfolgt in einem logit-log-Plot, wodurch der IC<sub>50</sub>-Wert bei logit = 0 (P = 0,5) mittels einer linearen Regressionsanalyse bestimmt werden kann.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N101AE" label="2.1.3">
               <head>Arbeitsloesungen und Chemikalien</head>
               <p>
                  <strong>Tris-HCl-Pufferloesung:</strong>
               </p>
               <p>20 mM Tris-HCl (Boehringer; Ingelheim)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N101BE" start="7"/>250 mM Saccharose (Merck; Darmstadt)</p>
               <p>10 mM Na<sub>2</sub>-Molybdat (Merck; Darmstadt)</p>
               <p>5 mM Dithiothreitol (Boehringer; Ingelheim)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N101CD" start="8"/>Die Pufferloesung wurde unmittelbar vor jedem Versuchsansatz neu angesetzt.</p>
               <p>
                  <strong>Aktivkohlesuspension:</strong>
               </p>
               <p>20 mM Tris-HCl-Pufferloesung </p>
               <p>
                  <citenumber id="N101DC" start="9"/>3,75 % Aktivkohle Norit A (Boehringer; Ingelheim)</p>
               <p>0,375 % Dextran T70 (Roth, Karlsruhe)</p>
               <p>Die Suspension wurde mehrere Stunden geruehrt und bei 8°C gelagert. Vor dem Gebrauch wurde erneut 15 min geruehrt.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N101E8" start="10"/>
                  <strong>Hormonloesung:</strong>
               </p>
               <p>[<sup>3</sup>H]-T 96 Ci/mmol in Ethanol (Amersham; Braunschweig)</p>
               <p>Das radioaktive Hormon wurde unter Stickstoffbegasung entnommen und in 5% Ethanol aufgenommen.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N101FA" start="11"/>
                  <strong>Unmarkierte endogene Liganden:</strong>
               </p>
               <p>Testosteron (T) (Sigma; Deisenhofen)</p>
               <p>17-ß-Oestradiol (E2) (Sigma; Deisenhofen)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10209" start="12"/>
                  <strong>Unmarkierte exogene Liganden:</strong>
               </p>
               <p>Triphenylzinn (TPT)</p>
               <p>Cyproteronacetat (CYP)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10218" start="13"/>4, 4`-Dichlordiphenyldichlorethylen (p, p`-DDE)</p>
               <p>17-ß-Oestradiol (E2)</p>
               <p>Methyltestosteron (MT)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10224" start="14"/>Testosteron (T)</p>
               <p>Alle aufgefuehrten exogenen Liganden wurden von Sigma-Aldrich, Steinheim, bezogen.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N1022E" label="2.1.4">
               <head>Gewebeentnahme und Verarbeitung</head>
               <p>Die Tiere wurden mit einem Schlag auf dem Kopf betaeubt und das Rueckenmark durchtrennt. Ventral wurde die Bauchhoehle eroeffnet und die Leber sowie die Gonaden entnommen. Sowohl die Leber als auch die Gonaden wurden direkt in eine eiskalte Tris-HCl-Pufferloesung ueberfuehrt und gewogen. Die Gewebe wurden zerkleinert und zweimal in Pufferloesung gewaschen, um das Blut zu entfernen. Danach wurden die Proben in Tris-HCl-Pufferloesung (3 ml/g Gewebe) aufgenommen und anschließend mit einem Teflon Pistill (Braun, Melsungen) in einem Glaspottergefaeß  zwanzigmal bei 1000 U/min homogenisiert.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10238" start="15"/>Das Homogenat wurde zweimal zentrifugiert:</p>
               <p>1. Schritt: 12000 g fuer 10 min bei 4°C</p>
               <p>2. Schritt: 100000 g fuer 60 min bei 4°C (L-90K Ultrazentrifuge, Beckmann)</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10244" start="16"/>Mit einer Pasteurpipette wurde das Homogenat in eisgekuehlte Erlenmeierkolben ueberfuehrt und das Pellet sowie die Lipidschicht verworfen. Zur Bestimmung der spezifisch gebundenen Ligandenmenge wurden Inkubationsansaetze fuer TB und NB nach folgendem Schema pipettiert:</p>
               <p>
                  <strong>Gesamtbindung:</strong>
               </p>
               <p>150 µl Puffer</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10253" start="17"/>10 µl Ethanol 96%</p>
               <p>100 µl Homogenat</p>
               <p>25 µl [<sup>3</sup>H]-T </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10262" start="18"/>
                  <strong>Unspezifische Bindung:</strong>
               </p>
               <p>150 µl Puffer</p>
               <p>10 µl unmarkiertes Hormon in Ethanol 96%</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10271" start="19"/>(1000&#8211;facher Ueberschuss)</p>
               <p>100 µl Homogenat</p>
               <p>25 µl [<sup>3</sup>H]-T</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10280" start="20"/>Bei den Kompetitionsexperimenten wurden anstelle des unmarkierten natuerlichen Liganden die entsprechenden Mengen (s. 2.1.6) an unmarkierten Kompetitoren zugegeben. Die Inkubationsansaetze zur Bestimmung der Hormonrezeptorbindung erfolgten bei 4°C.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10287" label="2.1.5">
               <head>Trennung von rezeptorgebundenen und freiem Hormon</head>
               <p>Nach 24 h Inkubation wurden die nicht gebundenen Hormone von den rezeptorgebundenen Hormonen durch Zugabe von 300 µl Aktivkohlesuspension abgetrennt. Die freien Hormone wurden hierbei durch die Aktivkohle absorbiert. Nach weiteren 5 min Inkubation wurden die Proben fuer 15 min bei 3750 g zentrifugiert und 300 µl Ueberstand, in dem sich das rezeptorgebundene Hormon befindet, in einen Szintillationscocktail (Packard Instrument B.V; Groningen; Niederlande) pipettiert. Die Messung der Radioaktivitaet erfolgte in einem Fluessigkeits-Szintillationszaehler (Liquid Scintillation Counter LSC, Tri Carb 3000; Packard Instrument B.V; Groningen; Niederlande).</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10292" label="2.1.6">
               <head>Kinetische Experimente am Androgenrezeptor</head>
               <p>In Lebern und Gonaden von maennlichen und weiblichen Ploetzen wurde der Assoziationsverlauf der [<sup>3</sup>H]-Testosteronbindung an Androgenrezeptoren zur Ermittlung der optimalen Inkubationszeit bestimmt. Alle Experimente wurden mit einer Doppelbestimmung pro Ansatz durchgefuehrt. Die Inkubation fuer TB und NB erfolgte bei den Weibchen mit 0,38 bzw. 1,63 * 10<sup>-8</sup> M [<sup>3</sup>H]-T, bei den Maennchen mit 0,5 bzw. 2,0 * 10<sup>-8 </sup>M [<sup>3</sup>H]-T fuer 1, 2, 3, 5, 7, 10, 20 und 24 Stunden. Die Konzentration des unmarkierten T betrug bei der NB 10<sup>-5 </sup>M. Die Kompetitionsexperimente wurden mit sieben Maennchen und sieben Weibchen von R. rutilus durchgefuehrt. Die Inkubationszeit von 24 Stunden ergab sich aus den Assoziationsexperimenten, die ueber diesen Zeitraum ein &#8222;steady state&#8220; der Bindung erkennen ließen. Die Konzentration von [<sup>3</sup>H]-T wurde bei allen Experimenten konstant eingehalten (1,5 * 10<sup>-8</sup> M). Anschließend wurde das Experiment mit Aktivkohlesuspension abgestoppt und der Radioligand in Abhaengigkeit zu den steigenden Konzentrationen der Kompetitoren gemessen. Als endogene Liganden wurden T und E2 in Konzentrationen von 10<sup>-8 </sup>M bis 10<sup>-4 </sup>M eingesetzt. MT als artifizielles Hormon, CYP, Tamoxifen (TAM) und Bisphenol A (BPA) als exogene Liganden wurden ebenfalls in einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M bis 10<sup>-4 </sup>M eingesetzt. In einem Konzentrationsbereich von 10<sup>-5</sup> M bis 10<sup>-3</sup> M wurden die beiden Substanzen TPT und p,p`-DDE verwendet. Die Auswertung zur Bestimmung der individuellen IC50-Werte erfolgte durch die Umformung in den logit-log-Plot.</p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N102C8" label="2.2">
            <head>Tiere, Haelterung und Versuchsdurchfuehrungen der in vivo Expositionen mit larvalen <em>R. rutilus</em>
            </head>
            <subsection id="N102D0" label="2.2.1">
               <head>Mortalitaet</head>
               <p>
                  <citenumber id="N102D7" start="21"/>Die Anzahl der <em>R. rutilus </em>(n = 30/ Becken) zu Beginn der Expositionen 1 und 2 (EX1 und EX2) wurden 100 % gesetzt. Waehrend der 210-taegigen Expositionszeit wurde die Anzahl der toten Fische dokumentiert. Nach Beendigung wurden die prozentualen Mortalitaeten fuer jede einzelne Behandlungsgruppe errechnet.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N102E1" label="2.2.2">
               <head>In vivo Exposition 1 (EX1) und Exposition 2 (EX2) mit larvalen <em>R. rutilus</em>
               </head>
               <p>Fuer die in vivo EX1 und EX2 wurden im Fruehjahr geschlechtsreife, adulte Rotaugen (<em>R. rutilus</em>) aus dem Mueggelsee in Berlin, Deutschland gefangen und bis zum Laichen in 200 L Becken gehaeltert. Unmittelbar nach dem Laichen wurden die Eier gesammelt und nach dem Zufallsverfahren auf 28 Becken mit 10 L Volumen verteilt. Um die Osmolaritaet von Trinkwasser zu erreichen wurden zu 10 L Aqua dest. 2,5 g marines Salz (Tagis Tropical Marine, Dreieich) hinzugegeben. Die antizyklisch angeordneten Becken wurden durch Sprudelsteine belueftet und bei einer Temperatur von 20 ± 1°C gehalten. Waehrend der folgenden 210 Tage wurde dreimal in der Woche die Haelfte des Behandlungsmediums gewechselt. Die Tiere wurden 2-3-mal taeglich mit <em>Artemia salina</em> ad libitum gefuettert. Nach der Expositionszeit wurden die Tiere durch einen Genickschnitt getoetet und die Totallaenge der Fische gemessen. Dies ist die Distanz zwischen der Kopfspitze und dem Hinterende der natuerlich ausgebreiteten Schwanzflosse. Die Ablesegenauigkeit betrug ± 1 mm. Anschließend wurde das Gewicht der <em>R. rutilus</em> mit einer Feinwaage (Sartorius Werk, Goettingen) bestimmt. Die Genauigkeit der Messung betrug ± 0,001 g.</p>
               <p>Jedem Fisch wurden Gehirn, Leber und Gonaden entnommen und in Reaktionsgefaeße gegeben, die sofort in fluessigen Stickstoff ueberfuehrt wurden. Anschließend wurden die Proben bis zur weiteren Bearbeitung bei minus 80°C aufbewahrt. Beim EX1 wurden je 30 Eier pro Becken eingesetzt und nach einem Tag wurden die Substanzen hinzugegeben. Die Behandlungen waren: 2 * Loesungsmittelkontrolle (Soco); TPT 2 * (10<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>, 0.5*10<sup>-9</sup> [M]); Vinclozolin (VIN) 2 *(10*<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>) 1 * (0.5*10<sup>-9</sup>) [M]) und  Fenarimol (FEN) 2 * (10*<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>) 1 * (0.5*10<sup>-9</sup>) [M]). In EX2 wurden ebenfalls je 30 Eier pro Becken eingesetzt. Die Behandlungen waren: 2 * Soco; MT 2 * (10<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>, 0.5*10<sup>-9</sup> [M]); CYP 2 * (10*<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>, 0.5*10<sup>-9</sup> [M]) und Letrozol (LET) 2 * (10*<sup>-8</sup>, 0.5*10<sup>-8</sup>, 10<sup>-9</sup>, 0.5*10<sup>-9</sup> [M]).</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10343" label="2.2.3">
               <head>Geschlechterbestimmung</head>
               <p>
                  <citenumber id="N1034A" start="22"/>Nach dem Wiegen der Fische wurde ventral von der Kloake bis zur Kiemenkonjungation mit einem Sagitalschnitt der Bauchraum eroeffnet und nach dem Entnehmen von Leber und Darm, das Geschlecht anhand der Gonaden morphologisch bestimmt. Zur Ueberpruefung der morphologischen Geschlechtsbestimmung sowie zur Bestimmung von Veraenderungen auf zellulaerer Ebene wurde ein Teil der Gonaden histologisch untersucht.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10351" label="2.2.4">
               <head>Bestimmung der Genexpression in Geweben larvaler <em>R. rutilus</em> mittels der Reverse Transcriptase-Polymerase Chain Reaction (RT-PCR)</head>
               <p>Die RT-PCR ist eine Methode mit deren Hilfe extrem geringe Mengen an mRNA spezifisch detektiert werden koennen, indem die mRNA durch die reverse Transkription in eine komplementaere DNA (cDNA) umgeschrieben wird. Diese cDNA wird dann in einer &#8222;Polymerase-Chain-Reaction&#8220; (PCR) durch Einsatz spezifischer Primer und des Enzyms Taq-Polymerase amplifiziert. Die Methode der RT-PCR ist eine weitaus sensitivere Methode als die bisherigen RNA-Blot-Techniken (Byrne et al., 1988; Wang et al., 1989). Die Gesamt-RNA, die auch die mRNA enthaelt, wird aus den Zellen phenolisch extrahiert. Die RT-PCR beginnt mit der cDNA-Erststrangsynthese. Mit Hilfe der &#8222;Avian Myeloblastosis Virus-Reverse Transcriptase&#8220; (AMV-RT), einer RNA abhaengigen DNA-Polymerase, kann die cDNA synthetisiert werden. Eine einzelstraengige RNA dient der AMV-RT als Matrize und wird in Anwesenheit eines Primer in 5` &#9826; 3`Richtung synthetisiert. Die resultierende cDNA wird zur PCR eingesetzt, welche es ermoeglicht, gezielt diese DNA-Abschnitte zu vervielfaeltigen. Durch zyklische Wiederholung der einzelnen PCR-Schritte kann die geringe Ausgangsmenge der cDNA amplifiziert werden. Mittels der PCR wurde in dieser Untersuchung eine spezifische Amplifikation verschiedener cDNA durchgefuehrt. Als interner Standard fuer die semiquantitative Bestimmung der mRNAs, wurde die mRNA des Elongationsfaktor 1&#945; (EF) als &#8222;house-keeping gene&#8220; (Dostal et al., 1994) aus der jeweiligen gleichen Probe mitbestimmt. Die PCR-Produkte wurden in einem ethidiumbromidhaltigen Agarosegel elektrophoretisch aufgetrennt. Anschließend wurde unter UV-Licht mittels Fluoreszenzmessung die Intensitaet der Banden bestimmt. Die Ergebnisse der densitometrischen Auswertung fuer die cDNA wurden mit Hilfe der EF-Werte im Bezug auf etwaige Artefakte normalisiert.</p>
               <block id="N1035C" label="2.2.4.1">
                  <head>
                     <em>Phenolische Extraktion der RNA</em>
                  </head>
                  <p>
                     <strong>Chemikalien:</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1036C" start="23"/>Trizol-RNA-Isolationsmedium (Gibco BRL, Eggenstein)</p>
                  <p>Chloroform (Roth, Karlsruhe)</p>
                  <p>Isopropanol (Roth, Karlsruhe)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10378" start="24"/>Ethanol 70% (Merck, Darmstadt)</p>
                  <p>DEPC (Diethylpyrocarbonat) behandeltes Wasser (0,01%; 100 µl/l), autoklaviert. (Roth, Karlsruhe)</p>
                  <p>
                     <strong>RNA-Extraktion aus den Geweben:</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10387" start="25"/>Die Proben in einem 2 ml Eppendorfgefaeß wurden kurz angetaut und 700 µl Trizol hinzugegeben und mit einem Ultra-Turrax (IKA Labortechnik, Staufen) homogenisiert. Nach einer 5-minuetigen Inkubationszeit (Membranen und sonstige Kompartimente wurden geloest) wurden 160 µl Chloroform zur Trennung der lipophilen von der hydrophilen Phase hinzugegeben. Dieses Gemisch wurde 15 s gemixt und erneut fuer 3 min bei Raumtemperatur inkubiert. Zur vollstaendigen Trennung der beiden Phasen wurden die Eppendorfgefaeße 15 min lang zentrifugiert (4°C; 12000 rpm). Von dem Gesamt-RNA enthaltenen Ueberstand wurden 200 µl abgenommen und in sterile Eppendorfgefaeße (1,5 ml) ueberfuehrt. Unmittelbar nach der darauf folgenden Zugabe von 300 µl Isopropanol wurden die Gefaeße kurz geschuettelt und bei Raumtemperatur 10 min inkubiert (Faellung der RNA).</p>
                  <p>Der Ueberstand, der sich nach einer weiteren 10-minuetigen Zentrifugation (Heraeus Inc., Hanau) (4°C; 12000 rpm) ergab, wurde entnommen und verworfen. Um das im Eppendorfgefaeß verbliebene RNA-Pellet zu waschen, wurden 300 µl Ethanol (70% p.a.) hinzugegeben. Dieses Gemisch wurde erneut zentrifugiert (5 min; 4°C und 12000 rpm) und anschließend der Ueberstand verworfen. Das RNA-Pellet wurde bei 37°C getrocknet und stand nun allen weiteren Arbeitsschritten, die auf Eis durchgefuehrt wurden, zur Verfuegung.</p>
               </block>
               <block id="N1038F" label="2.2.4.2">
                  <head>
                     <em>Bestimmung der Menge und der Reinheit der RNA</em>
                  </head>
                  <p>Zunaechst wurde das Pellet in 20 µl DEPC-Wasser aufgenommen und vorsichtig resuspendiert. Von der resuspendierten RNA-Loesung wurden 2 µl zusammen mit 198 µl DEPC-Wasser in 96-Well-Platten (Greiner, Frickenhausen) pipettiert und in einen Plattenreader (Spectrafluor; Tecan, Crailsheim) gegeben, um die Menge der RNA zu bestimmen. Die Auswertung erfolgte ueber das Computerprogramm Magellan (Tecan, Crailsheim), welches die Absorption bei Wellenlaengen von 260 nm und 280 nm ermittelt. Der bei 260 nm gemessene Extinktionswert wurde mit dem Faktor 4 multipliziert und ergab den RNAGehalt in µg/µl. Die Reinheit der RNA wird durch den Quotienten der Extinktionswerte bei 260/280 nm charakterisiert.</p>
               </block>
               <block id="N1039B" label="2.2.4.3">
                  <head>
                     <em>Erststrang cDNA-Synthese durch Reverse-Transcriptase (RT)</em>
                  </head>
                  <p>
                     <citenumber id="N103A5" start="26"/>Die Gesamt-RNA-Loesung wurde auf 1 µg/8 µl verduennt.</p>
                  <p>
                     <strong>Chemikalien:</strong>
                  </p>
                  <p>Wasser (Aqua bidest., autoklaviert)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N103B4" start="27"/>Poly-(dT)-Primer (Intron, Kaltenbrunn;CH)</p>
                  <p>dNTP-Loesung (Biometra, Goettingen)</p>
                  <p>AMV-RT (Biometra, Goettingen)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N103C0" start="28"/>AMV-RT-Puffer (10x) (Biometra, Goettingen)</p>
                  <p>8 µl der Gesamt-RNA wurden in einem 200 µl Mikrogefaeß vorgelegt und 9 µl Wasser und 3 µl Primer hinzugegeben. Nach dem Mixen und Abzentrifugieren wurden diese Gefaeße in einen Cycler (Thermocycler, Biometra, Goettingen) positioniert und fuer 3 min bei 70°C inkubiert. Unter diesen Bedingungen lagert sich der Poly-(dT)-Primer spezifisch an den Poly-(A)-Schwanz der mRNA an. Anschließend wurden 5 µl Wasser, 3 µl Puffer, 1,5 µl dNTPs und 0,5 µl AMV-RT hinzugegeben, gemixt und abzentrifugiert. Die Gefaeße wurden erneut in den Cycler ueberfuehrt und fuer 60 min bei 37°C inkubiert. Aufgrund der mRNA-spezifischen Primerhybridisierung wurde die mRNA in cDNA transkribiert. Die Reaktion wurde durch zweiminuetiges Erhitzen auf 94°C gestoppt. AMV-RT und mRNA werden dadurch zerstoert. Durch Abkuehlung wurde erreicht, dass sich die Nukleotide komplementaer zum jeweiligen cDNA-Erststrang anlagern und somit doppelstraengige cDNA entsteht.</p>
               </block>
               <block id="N103C8" label="2.2.4.4">
                  <head>
                     <em>Amplifikation der cDNA mittels PCR</em>
                  </head>
                  <p/>
                  <p>
                     <em>3 µl cDNA wurden in ein 200 µl Mikrogefaeß vorgelegt. Der PCR-Premix (siehe unten) wurde in einem sterilen Eppendorfgefaeß gemischt und zur cDNA-Vorlage gegeben. Alle PCRs wurden mit Taq-Polymerase und dNTPs von Q-Biogene durchgefuehrt.</em>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N103DA" start="29"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer den Elongationsfaktor 1</strong>
                     <strong>&#945;</strong>
                     <strong> (EF) pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x) </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N103F2" start="30"/>0,2 µl dNTP-Loesung </p>
                  <p>0,2 µl EF-Primer forward: Sequenz: 5` - gAC TgT gCC gTg CTg ATT g - 3`</p>
                  <p>0,2 µl  EF-Primer reverse: Sequenz: 5` - ATT ACC CTC CTT gCg CTC AAT - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N103FE" start="31"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das EF-Programm des Thermocyclers</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1040D" start="32"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>25 Zyklen à:</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10419" start="33"/>59°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNA-Synthese)</p>
                  <p>Abschluss: 72°C 10 min</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10425" start="34"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer die ER-cDNA pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10437" start="35"/>0,2 µl dNTP-Loesung</p>
                  <p>0,2 µl ER-Primer forward: Seq: 5´ - TAG GGC AGC AAG TGG AAG G - 3`</p>
                  <p>0,2 µl ER-Primer reverse: Seq: 5´ - TGT CAG CGA GGG TGG TTA G - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10443" start="36"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das ER-cDNA-Programm im Thermocycler:</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10452" start="37"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>33 Zyklen à</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1045E" start="38"/>66°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNA-Synthese)</p>
                  <p>Abschluss: 72°C 10 min</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1046A" start="39"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer die AR-cDNA pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1047C" start="40"/>0,2 µl dNTP-Loesung</p>
                  <p>0,2 µl AR-Primer forward: Seq: 5´ - CTS TgC AAA gCT gTg TCC gT - 3`</p>
                  <p>0,2 µl AR-Primer reverse: Seq: 5´ - TCR TCT gRR CAg ATC Agg CAC gT - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10488" start="41"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das AR-cDNA-Programm im Thermocycler:</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10497" start="42"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>36 Zyklen à</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104A3" start="43"/>60°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNA-Synthese)</p>
                  <p/>
                  <p>Abschluss: 72°C 10min</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104B1" start="44"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer die LH-cDNA pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104C3" start="45"/>0,2 µl dNTP-Loesung</p>
                  <p>0,2 µl LH-Primer forward: Seq: 5´ - gCT gTg AgC CgA TTA ATg AgA Cg - 3`</p>
                  <p>0,2 µl LH-Primer reverse: Seq: 5´ - CTg CAg gCT CTC gAT ggT g - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104CF" start="46"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das LH-cDNA-Programm im Thermocycler</strong>:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104DE" start="47"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>33 Zyklen à</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104EA" start="48"/>60°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNA-Synthese)</p>
                  <p/>
                  <p>Abschluss: 72°C 10 min</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N104F8" start="49"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer die FSH-cDNA pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1050A" start="50"/>0,2 µl dNTP-Loesung</p>
                  <p>0,2 µl FSH-Primer forward: Seq: 5´ - gCT ggC TgA gAA CTC CAC AgT CTg - 3`</p>
                  <p>0,2 µl FSH-Primer reverse: Seq: 5´ - CAg CgC TAA TgA ggg CAg gAT - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10516" start="51"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das FSH-cDNA-Programm im Thermocycler</strong>:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10525" start="52"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>31 Zyklen à</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10531" start="53"/>64°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNASynthese)</p>
                  <p/>
                  <p>Abschluss: 72°C 10 min</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1053F" start="54"/>
                     <strong>PCR-Premix fuer die ARO-cDNA pro Probe:</strong>
                  </p>
                  <p>18,7 µl PCR-H<sub>2</sub>O</p>
                  <p>2,5 µl Taq-Puffer (10x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10551" start="55"/>0,2 µl dNTP-Loesung</p>
                  <p>0,2 µl ARO-Primer forward: Seq: 5´ - CTA CAT CCC gCT CgC CTA TCT - 3`</p>
                  <p>0,2 µl ARO-Primer reverse: Seq: 5´ - CTg gCA ggC ggT TCT CAT AT - 3`</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1055D" start="56"/>0,2 µl Taq-Polymerase</p>
                  <p>22 µl Gesamtvolumen</p>
                  <p>
                     <strong>Das ARO-cDNA-Programm im Thermocycler:</strong>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1056C" start="57"/>Beginn: 94°C 1 min</p>
                  <p>23 Zyklen à</p>
                  <p>94°C 1 min (Denaturierung)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10578" start="58"/>60°C 1 min (Annealing)</p>
                  <p>72°C 1 min (DNA-Synthese)</p>
                  <p/>
                  <p>Abschluss: 72°C 10 min</p>
               </block>
               <block id="N10585" label="2.2.4.5">
                  <head>
                     <em>Darstellung der amplifizierten cDNA durch Agarose-Gelelektrophorese</em>
                  </head>
                  <p>
                     <citenumber id="N1058F" start="59"/>
                     <strong>Chemikalien:</strong>
                  </p>
                  <p>50 x TAE-Puffer; pH 8,5:</p>
                  <p>242,0 g Tris (Ultra Qualitaet, Roth, Karlsruhe)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1059E" start="60"/>90,0 ml Essigsaeure</p>
                  <p>18,6 g NaEDTA</p>
                  <p>Bromphenolblau-Probenpuffer:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N105AA" start="61"/>10 µl gesaettigte Bromphenolblau-Loesung (Sigma, Deisenhofen)</p>
                  <p>100 µl Glyzerin (Boehringer, Ingelheim)</p>
                  <p>90 µl DEPC behandeltes Wasser</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N105B6" start="62"/>Basenpaarleiter:</p>
                  <p>20 µl; von 100 bis 1000 Basenpaaren (AGS, Heidelberg)</p>
                  <p>460 µl TAE-Puffer (1x)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N105C2" start="63"/>Ethidiumbromid-Faerbeloesung:</p>
                  <p>9 µl Ethidiumbromid-Lsg. (Roth, Karlsruhe)</p>
                  <p>Agarosegel:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N105CE" start="64"/>1,35 g Agarose</p>
                  <p>90 ml 1x TAE-Puffer</p>
                  <p>Durchfuehrung:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N105DA" start="65"/>Die amplifizierte cDNA wurde als Horizontal-Gelelektrophorese bei einer Spannung von 80 mV fuer 30 min in einem ethidiumbromidhaltigen Agarose-Gel (1,5%) mit 1x TAE-Puffer aufgetrennt. Die cDNA-Menge korreliert mit der im UV-Licht hervorgerufenen Fluoreszenz, die aus der Anlagerung des Ethidiumbromids in die doppelstraengige cDNA resultiert. Das Gel wird auf einer UV-Bank bei 254 nm ueber eine Videoapparatur (Gel Doc 2000, Bio-Rad, Hercules, CA, US) aufgenommen und durch ein Computerprogramm (Quantity one, Bio-Rad, Hercules, CA, US) densitometrisch ausgewertet. </p>
                  <p/>
               </block>
            </subsection>
            <subsection id="N105E2" label="2.2.5">
               <head>Histologie</head>
               <block id="N105E7" label="2.2.5.1">
                  <head>
                     <em>Schnitte der Gonaden nach Exposition der larvalen </em>R. rutilus</head>
                  <p>Ein Teil der zur histologischen Bestimmung entnommenen Gonadenproben wurden zur Weiterbehandlung mit Bouin (Sigma-Aldrich, Steinheim) fixiert und nach zweimaliger Waschung in 80%igem Ethanol an das Limnomar-Institut in Hamburg gesendet und dort von Dr. Burkard Watermann bearbeitet. Ein weiterer Teil der gonadalen Proben wurde nach gleicher Behandlung am IGB weiterbearbeitet. Sie wurden in Paraffin eingebettet, am Mikrotom geschnitten und mit Haematoxylin-Eosin gefaerbt (HE-Faerbung). Daraufhin wurden die histologischen Schnitte unter einem Lichtmikroskop angesehen und das Geschlecht morphologisch bestimmt.</p>
               </block>
               <block id="N105F3" label="2.2.5.2">
                  <head>
                     <em>Schnitte der Gonaden nach Exposition der juvenilen </em>R. rutilus</head>
                  <p>Die Geschlechter der juvenilen Fische wurden nach der Beprobung anhand der Gonaden morphologisch bestimmt. Anschließend wurden die Gonaden zur weiteren Bestimmung sofort in Bouin ueberfuehrt und nach zweimaliger Waschung mit 80%igem Ethanol in Paraffin eingebettet, geschnitten und mit HE gefaerbt. Die Schnitte wurden anschließend lichtmikroskopisch analysiert.</p>
                  <p/>
               </block>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N10603" label="2.3">
            <head>Tiere, Haelterung und Versuchsdurchfuehrung der in vivo Exposition (EX3) mit adulten <em>R. rutilus</em>
            </head>
            <subsection id="N1060B" label="2.3.1">
               <head>Mortalitaet</head>
               <p>
                  <citenumber id="N10612" start="66"/>Die Mortalitaet der vierzehntaegigen EX3 wurde wie bei EX1 und EX2 bestimmt.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10619" label="2.3.2">
               <head>In vivo Exposition 3 (EX3) mit adulten <em>R. rutilus</em>
               </head>
               <p>Die adulten <em>R. rutilus</em> (2+) wurden in einer Kreislaufanlage bei 17-20°C am IGB in Berlin aufgezogen. Die ersten drei Monate wurden die Tiere zweimal taeglich mit <em>Artemia salina</em> ad libitum gefuettert. Die restlichen 21 Monate wurden sie mit Trockenfutter gefuettert, wobei die Menge ca. 10 % des Koerpergewichts entsprach. Der Versuchsaufbau beinhaltete, dass je 15 dieser Tiere in ein 30 L-Aquarium ueberfuehrt wurden. Um die Osmolaritaet von Trinkwasser zu erreichen wurden zu 30 L Aqua dest. 7,5 g marines Salz gegeben. Nach einem Tag wurden folgende Expositionsregime aufgebaut: TPT, VIN, CYP und MT wurden in einer nominalen Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M zugegeben. Zum Vergleich wurde eine SoCo mitgefuehrt. Die Becken wurden antizyklisch in Wasserrinnen aufgestellt. Die Wassertemperatur in den Becken wurde auf 20 ± 1°C eingestellt. Nach 14 Tagen  wurden 20-40 µl Blut aus der Caudalvene eines jeden Tieres entnommen und sofort in fluessigen Stickstoff ueberfuehrt. Wie schon bei den larvalen Expositionen (EX1 und EX2) wurden auch die adulten Tiere nach dem Versuch gemessen, gewogen und anschließend Gehirne, Leber und Gonaden entnommen und zur weiteren Behandlung bei minus 80°C gelagert.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10630" label="2.3.3">
               <head>Bestimmung der Genexpression in Geweben adulter <em>R. rutilus</em> mittels der Reverse Transcriptase-Polymerase Chain Reaction (RT-PCR)</head>
               <p>Die mRNA- und PCR-Protokolle sowie die entsprechenden Primer sind wie unter 2.2.4 aufgefuehrt verwendet worden.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N1063E" label="2.3.4">
               <head>Enzymassay</head>
               <block id="N10643" label="2.3.4.1">
                  <head>
                     <em>Gewebepraeparationen</em>
                  </head>
                  <p>
                     <citenumber id="N1064D" start="67"/>Gonaden- und Gehirnproben der exponierten 2+ Ploetzen (<em>R. rutilus</em>) wurden nach der Exposition in der SoCo, in TPT, VIN, LET und MT mit einer Konzentration von jeweils 10<sup>-8 </sup>M entnommen und unmittelbar in fluessigen Stickstoff eingefroren. Die Aufarbeitung der Proben erfolgte wie bei Steckelbroeck (Steckelbroeck et al., 1999) beschrieben. Die Proben wurden gewogen, in einen Glasmoerser mit Homogenatpuffer ueberfuehrt und mit einem Glaspistill homogenisiert. Anschließend wurden die Proben in Plastikgefaeße pipettiert und in einem Ultraschallbad bei 50 Watt behandelt. Das Homogenat wurde bei 4°C und 4000 rpm fuer 15 min zentrifugiert, der Ueberstand abgenommen und in Aliquots aufgeteilt, welche erneut in fluessigen Stickstoff gefroren wurden. Die anschließende Proteinbestimmung erfolgte nach der Methode von Lowry (Lowry et al., 1951).</p>
               </block>
               <block id="N10658" label="2.3.4.2">
                  <head>
                     <em>Steroide und Chemikalien</em>
                  </head>
                  <p>
                     <strong>Markiertes Steroid</strong>:</p>
                  <p>[1ß-<sup>3</sup>H] Androstenedion (25.9 Ci/mmol, PerkinElmer, Rodgau)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1066E" start="68"/>(Aufgereinigt durch eine Duennschicht-Chromatographie</p>
                  <p>(thin-layer chromatography, (TLC)).</p>
                  <p>
                     <strong>Unmarkierte Steroide</strong>:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1067D" start="69"/>Androstanedion </p>
                  <p>Androstenedion</p>
                  <p>5&#945;-Dehydrotestosteron</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10689" start="70"/>Androsteron</p>
                  <p>Testosteron</p>
                  <p>3&#945;-Androstanediol (Referenzsteroid)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10695" start="71"/>Weitere Chemikalien:</p>
                  <p>Ethylendiamintetraacetat (EDTA)</p>
                  <p>Folin &amp; Ciocalteu´s Phenolreagenz</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N106A1" start="72"/>TRIZMA<sup>®</sup>-puffer (Tris[hydroxymethyl]aminomethan)</p>
                  <p>TRIZMA<sup>®</sup>-HCl (Tris[hydroxymethyl]aminomethanhydrochlorid)</p>
                  <p>Zitronensaeure</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N106B3" start="73"/>4-Methoxybenzaldehyd</p>
                  <p>Alle oben aufgelisteten Chemikalien und Steroide wurden bei Sigma-Aldrich, Seelze, bezogen.</p>
                  <p>Szintillationscocktail, Ultima Gold (PerkinElmer, Rodgau)</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N106BF" start="74"/>Nicotinamidadenindinukleotidphosphat (Hoffmann-La Roche, Grenzach-Wyhlen)</p>
                  <p>PolygramTM Kieselgel (Macherey &amp; Nagel, Dueren)</p>
                  <p>Homogenatpuffer zur Aufnahme der Proben</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N106CB" start="75"/>Der Puffer enthaelt 10 mM TRIZMA®-HCl und 1 mM EDTA bei einem pH Wert von 7,4.</p>
               </block>
               <block id="N106D0" label="2.3.4.3">
                  <head>
                     <em>Durchfuehrung</em>
                  </head>
                  <p>Der Enzymassay ist eine Methode zur Bestimmung der Aktivitaet bestimmter Enzyme in unterschiedlichen Geweben. In Zusammenarbeit mit der Medizinischen Fakultaet der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universitaet Bonn wurde die Aromataseaktivitaet in den Gonaden und den Gehirnen beider Geschlechter der 2+ Ploetzen nach der Methode von Steckelbroeck (Steckelbroeck, 1999) untersucht. Hierzu wurden die Aliquot (s. Gewebepraeperation) in Homogenatpuffer geloest und ueber einen Zeitraum von 30 min inkubiert, so dass in einem 50 µl Aliquot circa 10 % des Substrates waehrend der Inkubationszeit umgewandelt wurde. 100 µl [1ß-<sup>3</sup>H] Androstenedion-Loesung (geloest in 0,1 µM Assay-Puffer) wurde danach zu den Proben hinzugegeben.</p>
                  <p>Durch Zugabe von 50 µl einer 3 mM NADPH-Loesung wurde die Enzymreaktion gestartet. Die verschlossenen Reaktionsgefaeße wurden gemixt und fuer 30 min bei 37°C (ARO), bzw. bei 24 °C (5&#945;-Reduktase) geschuettelt. Das Stoppen der Reaktion erfolgte durch Abkuehlen der Reaktionsgefaeße auf Eis. Die organischen Anteile wurden anschließend in eiskaltem Chloroform aufgenommen.</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N106E3" start="76"/>Zur Quantifizierung wurden 100 µl der organischen Phase unter Stickstoffbegasung durch Verdunstung getrocknet. Die getrockneten Aliquots wurden in 50 µl Chloroform geloest, das je 100 µg der unmarkierten Steroide enthielt. Die geloesten Aliquots wurden auf eine 20x20 cm Duennschicht-Chromatographie-Platte (TLC) aufgetragen, die mit Kieselgel in einer Hoehe von 0,25 mm beschichtet waren. Die Separierung wurde auf einer ein-dimensionalen TLC durch Verwendung von Dichlormethan und Azeton in einem Volumenverhaeltnis von 92,5:7,5 erreicht. Die Kieselgelschicht wurde getrocknet, die Referenzsteroide durch Bespruehen einer Mixtur aus Essigsaeure (100 ml), Schwefelsaeure (2 ml) und Anisaldehyd (1 ml) angefaerbt und anschließend bei 130°C wieder getrocknet. Jede Bande wurde ausgeschnitten und in ein Vial mit 15 ml Szintillations-Cocktail transferiert. Nach 48 Stunden wurde die Radioaktivitaet automatisch mit einem Wallac 1409 Liquid-Szintillationszaehler (Wallac, Turku, Finnland) in dots per minute (dpm) gemessen. Die relative Anzahl der korrespondierenden radioaktiven Steroide wurde prozentual zur totalen Radioaktivitaet (100 %) kalkuliert. Der Blindwert wurde von den gemessenen Metabolismusraten der verschiedenen Gewebe subtrahiert. Die Aktivitaet der Enzyme wurde in pmol/h/mg Protein dargestellt.</p>
                  <p/>
               </block>
            </subsection>
            <subsection id="N106EB" label="2.3.5">
               <head>Bindung der Sexualsteroide im Blut von 2+ <em>R. rutilus</em> nach in vivo Kurzzeitexposition mit AACs mittels EnzymImmunoAssay (EIA)</head>
               <p>Der EIA ist eine Methode zur quantitativen Bestimmung kleinster Substanzmengen wie zum Beispiel Hormone in einer Probe durch Antikoerper und gehoert zu den kompetitiven Bindungsassays. Beim EIA handelt es sich um eine immunochemische Reaktion zwischen einem spezifischen Antikoerper, dem Anti-rabbit IgG und einem Kaninchenantikoerper-Hormon-Komplex. Die Oberflaechen der Kavitaeten einer Mikrotiterplatte sind mit diesem spezifischen Antikoerper beschichtet (precoated), an den der Kaninchenantikoerper-Hormon-Komplex bindet. Der Komplex besteht aus einem Antikoerper an den ein enzymmarkierter Tracer (hier Acetylcholinesterase (AchE)) sowie die Hormone aus einer Probe oder Standardmolekuele zur Erstellung der Standardkurve binden. Die Menge des AchE-Tracers, die an das Anti-rabbit IgG in den Kavitaeten der Mikrotitterplatte gebunden wurde, ergibt nach der Zugabe eines Substrates (Ellman`s reagent) eine Reaktion, bei der ein Produkt entsteht, dessen Farbintensitaet photometrisch bei einer Wellenlaenge von 405-420 nm detektiert werden kann. Die gemessene Intensitaet ist der Konzentration des zu messenden Hormons in der Probe umgekehrt proportional. Die Kalibrierung des Enzymimmunoassays wird durch eine Standardloesung des zu bestimmenden Hormons erstellt.</p>
               <block id="N106F6" label="2.3.5.1">
                  <head>
                     <em>Arbeitsloesungen und Chemikalien</em>
                  </head>
                  <p>Loesungspuffer:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10703" start="77"/>15 ml des Konzentrates geloest in 135 ml Aqua dest.</p>
                  <p>Waschpuffer:</p>
                  <p>2 PBS-Tabletten geloest in 200 ml Aqua dest. und Zugabe von 0,2 ml 50% Tween 20</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1070F" start="78"/>Standardloesung:</p>
                  <p>100 µl 11-KT bzw. E2 Standard geloest in 900 µl Loesungspuffer. Ergibt eine Stammloesung von 5 ng/ml</p>
                  <p>AchE-Tracer (100x):</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1071B" start="79"/>55 µl konzentrierter Tracer geloest in 5,45 ml Loesungspuffer</p>
                  <p>Antikoerper (50x):</p>
                  <p>110 µl konzentrierter Antikoerper geloest in 5,4 ml Loesungspuffer</p>
               </block>
               <block id="N10726" label="2.3.5.2">
                  <head>
                     <em>Probenahme und Verarbeitung der Blutproben zur Hormonbesti</em>
                     <em>m</em>
                     <em>mung</em>
                  </head>
                  <p>
                     <citenumber id="N10736" start="80"/>Das Blut wurde mit heparinisierten Haematokritroehrchen (Brand Micro haematocrit tubes, Roth, Karlsruhe) aus den Bulbus ateriosus entnommen und in ein 1,0 ml Reaktionsgefaeß (Eppendorf, Hamburg) ueberfuehrt. Dieses wurde zur Weiterverarbeitung bei -80°C gelagert. Nach dem Auftauen wurden die Blutproben zentrifugiert und 150 µl Plasma zur Weiterbearbeitung in 1 ml 99,9% Ethanol p.a. aufgenommen. Dieses wurde gevortext und anschließend bei 2500 rpm fuer 5 min zentrifugiert (Eppendorfzentrifuge, Eppendorf, Hamburg). Der Ueberstand wurde in Glasvials ueberfuehrt und unter einem Abzug extrahiert. Anschließend wurde der Extrakt in 250 µl 99,9% Ethanol p.a. aufgenommen und fuer die Hormonbestimmung eingesetzt. Den jeweiligen Protokollen folgend wurden die Doppelbestimmungen von E2 im Serum der Ploetzen mit einem Estradiol-EIA-Kit (Cayman Chemical Company, Michigan, USA) und die des 11-KT mit einem 11-Keto-EIA-Kit (Biosense, Bornheim) durchgefuehrt. Nachdem die Proben auf Eis standen, wurde zunaechst eine Standardreihe erstellt. In ein Reaktionsgefaeß (SL) wurden 900 µl und in acht weitere jeweils 500 µl des Loesungspuffers vorgelegt. In das erste Reaktionsgefaeß wurden 100 µl der Standardloesung hinzugegeben, so dass eine Loesung mit einer Konzentration von 500 pg/ml des Standards hergestellt wurde. Diese Loesung wurde gemixt und 500 µl davon in das zweite Reaktionsgefaeß (S1) ueberfuehrt. Das zweite Reaktionsgefaeß (S1) wurde ebenfalls gemixt und 500 µl in das naechste Gefaeß (S2) gegeben, welches nun 250pg/ml Standardmolekuels erhielt. Dieses Verfahren wiederholt man bis hin zum letzten Reaktionsgefaeß (S8) und erhaelt so die Standardreihe.</p>
                  <p>Die extrahierten Proben wurden mit Loesungspuffer nach folgendem Schema verduennt:</p>
                  <p>1:50 Verduennung: 10 µl Plasmaprobe in 490 µl Loesungspuffer</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N10742" start="81"/>1:100 Verduennung: 5 µl Plasmaprobe in 495 µl Loesungspuffer</p>
                  <p>1:500 Verduennung: 1 µl Plasmaprobe in 499 µl Loesungspuffer</p>
                  <p>Anschließend wurden die Proben und die Standardreihe auf eine 96-Well-Platte (Greiner, Frickenhausen) nach folgendem Arrangement belegt:</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1074E" start="82"/>
                     <table frame="all" id="N10751" orient="port" tocentry="1">
                        <legend>Abkuerzungen:BL = Blank &#9826; Hintergrund Absorption des Ellman`s Reagenz<br/>NB = Nonspecific Binding &#9826; Unspezifische Bindung des 11-KT- bzw. E2-tracers<br/>TA = Total Activity &#9826; Gesamte enzymatische Aktivitaet des Tracers<br/>B0 = Maximum Binding &#9826; Die gesamte Menge des Tracers, der an den Antikoerper in Abwesenheit der Standards und der Proben enthaltenden Enzyme binden konnte.<br/>S1-S8 = Standardreihe<br/>P1/50 = Probe 1 in einer Verduennung von 1:50</legend>
                        <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="12">
                           <colspec colname="1" colnum="1"/>
                           <colspec colname="2" colnum="2"/>
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                           <tbody valign="top">
                              <row>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>BL</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>S1</p>
                                 </entry>
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                                    <p>S5</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">1</em> /50</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">2</em>/100</p>
                                 </entry>
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                                    <p>3</p>
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                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>5</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>6</p>
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                                    <p>7</p>
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                                    <p>9</p>
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                                    <p>10</p>
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                                    <p>11</p>
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                                    <p>BL</p>
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                                    <p>S1</p>
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                                    <p>S5</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">1</em>/ 50</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">2</em>/100</p>
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                                    <p>3</p>
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                                    <p>5</p>
                                 </entry>
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                                    <p>6</p>
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                                    <p>7</p>
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                                    <p>9</p>
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                                    <p>10</p>
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                                    <p>11</p>
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                              </row>
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                                    <p>NB</p>
                                 </entry>
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                                    <p>S2</p>
                                 </entry>
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                                    <p>S6</p>
                                 </entry>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">1</em>/100</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">2</em>/500</p>
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                                    <p>4</p>
                                 </entry>
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                                    <p>5</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>6</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>8</p>
                                 </entry>
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                                    <p>9</p>
                                 </entry>
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                                    <p>10</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>12</p>
                                 </entry>
                              </row>
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                                    <p>NB</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>S2</p>
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                                    <p>S6</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">1</em>/100</p>
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                                    <p>4</p>
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                                    <p>5</p>
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                                    <p>6</p>
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                                    <p>4</p>
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                                    <p>5</p>
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                                    <p>7</p>
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                                    <p>8</p>
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                                    <p>9</p>
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                                    <p>11</p>
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                                    <p>12</p>
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                                    <p>TA</p>
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                                    <p>S4</p>
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                                    <p>S8</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">2 </em>/50</p>
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                                    <p>3</p>
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                                    <p>4</p>
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                                    <p>6</p>
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                                    <p>7</p>
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                                    <p>8</p>
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                                    <p>10</p>
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                                    <p>11</p>
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                                    <p>12</p>
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                              </row>
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                                    <p>TA</p>
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                                    <p>S4</p>
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                                    <p>S8</p>
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                                    <p>P<em color="FF0000" slant="roman">2 </em>/50</p>
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                                    <p>3</p>
                                 </entry>
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                                    <p>4</p>
                                 </entry>
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                                    <p>6</p>
                                 </entry>
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                                    <p>7</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>8</p>
                                 </entry>
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                                    <p>10</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>11</p>
                                 </entry>
                                 <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                    <p>12</p>
                                 </entry>
                              </row>
                           </tbody>
                        </tgroup>
                     </table>
                  </p>
                  <p>In die NB-wells wurden 100 µl, in die B0-wells 50 µl des Loesungspuffers vorgelegt. Je 50 µl der jeweiligen Standards wurden in die S1 - S8 Wells pipettiert und je 50 µl der entsprechenden verduennten Plasmaproben in die Kavitaeten P1 - P12. Anschließend wurde bei 4°C weitergearbeitet und je 50 µl des AchE-Tracers in jede Kavitaet hinzugegeben mit Ausnahme der TA- und BL-Kavitaeten. Hiernach wurde in jede Kavitaet, mit Ausnahme der TA-, Blank- und NB-Kavitaeten, 50 µl Antikoerperloesung zugefuegt. Die Platte wurde verschlossen und fuer zwei Stunden auf einem Orbitalplattenschuettler bei 400 Rotationen/min und Raumtemperatur geschuettelt. Anschließend wurden die 96-Well-Platten fuenfmal hintereinander vorsichtig mit 200 µl Waschpuffer gewaschen, der durch leichtes schlagen der umgedrehten Platte auf ein Papierhandtuch aus den Kavitaeten entfernt wurde. 200 µl Ellman`s Reagenz wurde in alle Kavitaeten zugegeben. Die TA-Kavitaeten erhielten 5 µl des geloesten Tracers. Die mit Aluminiumfolie abgedeckte Platte wurde fuer eine Stunde auf dem Horizontalschuettler bei Raumtemperatur inkubiert und dann im Tecan<sup>®</sup>-Plattenreader bei einer Wellenlaenge von 405 - 420 nm photometrisch gemessen. Die Ergebnisse wurden mathematisch transformiert und in pg/mol graphisch dargestellt.</p>
               </block>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N10B5D" label="2.4">
            <head/>
            <p>Alle statistischen Analysen wurden mit dem Statistikprogramm GraphPad Prism<sup>®</sup> (San Diego, CA 92130, USA) erstellt.</p>
            <subsection id="N10B67" label="2.4.1">
               <head>Gewicht, Laenge und Geschlechterverhaeltnis der Fische</head>
               <p>
                  <citenumber id="N10B6E" start="83"/>Die Ergebnisse der Messungen wurden mit dem Kolmogorov-Smirnov-Test (KS) auf ihre Normalverteilung getestet. Signifikante Unterschiede zwischen der SoCo und den Behandlungsgruppen wurden bei normalverteilten Daten mit der one-way analysis of variance (ANOVA) gefolgt von Dunnetts-Test geprueft. Bei nicht normalverteilten Daten wurden die Messungen mit dem nicht parametrischen Dunns-Test auf signifikante Unterschiede zur SoCo getestet.</p>
            </subsection>
            <subsection id="N10B73" label="2.4.2">
               <head>Genexpression mittels RT-PCR</head>
               <p>Die densitometrische Werte der PCR-Produkte der ausgewaehlten Gene wurden zur statistischen Analyse verwendet und durch die densitometrischen Werte der PCR-Produkte des EF-1&#945; normalisiert. Effekte der behandelten Gruppen im Vergleich zur SoCo wurden nach Geschlechtern getrennt geprueft. Mit ANOVA wurden signifikante Unterschiede zur SoCo getestet und mit dem Dunnetts-Test geprueft. Beim Auftreten von Varianzen der Ergebnisse wurden die Messungen mit dem nicht parametrischen Dunns-Test auf signifikante Unterschiede zur SoCo getestet.</p>
            </subsection>
            <subsection id="N10B7C" label="2.4.3">
               <head>Enzymbestimmungen und Sexualsteroidspiegel im Blut</head>
               <p>Nach Geschlechtern getrennt wurden signifikante Unterschiede der Ergebnisse der mit AACs exponierten Tiere zur SoCo analysiert. Nach der Untersuchung auf Normalverteilung und Anwendung des ANOVA zur Analyse der Varianz wurde der Dunnetts-Test durchgefuehrt.</p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
      </chapter>
      <chapter id="chapter3" label="3">
         <head>
            <strong>Ergebnisse</strong>
         </head>
         <section id="N10B91" label="3.1">
            <head>Charakterisierung der Bindung der (anti)androgenen Substanzen (AAC`s) an Androgenrezeptoren mittels Radiorezeptorassay</head>
            <subsection id="N10B96" label="3.1.1">
               <head>Kinetische Experimente</head>
               <p>
                  <citenumber id="N10B9D" start="84"/>Zur Bestimmung des zeitlichen Verlaufs der Bindung von [3H]-T an die Androgenrezeptoren in Leber- bzw. Gonadengewebe wurden Versuche an weiblichen und maennlichen Ploetzen durchgefuehrt. Die Ergebnisse zeigten, dass die spezifische Bindung bei beiden Geschlechtern in den ersten beiden Stunden stark ansteigt und sich nach drei Stunden ein Gleichgewicht zwischen Assoziation und Dissoziation einstellt. Um eine Unabhaengigkeit der zeitlichen Bindung von den eingesetzten Konzentrationen des [3H]-T zu zeigen, wurden die kinetischen Experimente mit jeweils einer hohen und einer niedrigen Konzentration bei 4°C durchgefuehrt. Weder wiesen die jeweils eingesetzten Konzentrationen (Abb. 3.1 und 3.2) noch die verschiedenen Geschlechter (Abb. 3.3 und 3.4) Unterschiede im zeitlichen Verlauf der Bindung auf. Dies galt auch fuer den Vergleich von Lebergewebe mit Gonadengewebe (Abb. 3.5 und 3.6). Die aus den Differenzen zwischen Totalbindung (TB) und nichtspezifischer Bindung (NB) resultierende spezifische Bindung (SB) unterschieden sich nur hinsichtlich ihrer Menge.</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12423" file="image003.jpg" id="N10BA3" label="455#415"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12438" file="image004.jpg" id="N10BAA" label="455#415"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10BB1" start="85"/>
                  <mm entity="ID_d3e12449" file="image005.jpg" id="N10BB4" label="454#416"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12460" file="image006.jpg" id="N10BBB" label="454#416"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12471" file="image007.jpg" id="N10BC2" label="452#414"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10BC9" start="86"/>
                  <mm entity="ID_d3e12481" file="image008.jpg" id="N10BCC" label="453#415"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N10BD4" label="3.1.2">
               <head>Kompetitionsexperimente</head>
               <p>Kompetitionsexperimente ermoeglichen es, die Rezeptoren hinsichtlich ihrer Affinitaet fuer verschiedene Liganden zu spezifizieren. Um die kompetitiven Verdraengungen der [³H]-Testosteronbindung an Androgenrezeptoren im Gonaden- bzw. Lebercytosol zu erfassen, wurden fuer die Experimente jeweils sieben maennliche und sieben weibliche Ploetzen eingesetzt. Obwohl die Bindungen auch hier keine geschlechterspezifischen Unterschiede zeigten, werden die Ergebnisse dennoch nach Geschlechter getrennt aufgefuehrt. Die eingesetzten Liganden sind in der gleichen Konzentrationsspanne eingesetzt worden, wie der natuerliche Ligand T, naemlich von 10<sup>-4</sup> M bis 10<sup>-9</sup> M. Ausnahmen waren die beiden Substanzen TPT und p,p`-DDE, die in Konzentrationen von 10<sup>-3</sup> M bis 10<sup>-5</sup> M eingesetzt wurden. Als Positivkontrolle wurde T im Parallelansatz mitgefuehrt (Abb. 3.7). Die eingesetzten Umweltchemikalien TPT und p,p`-DDE zeigten keine Bindung an den Androgenrezeptor, CYP wies eine wesentlich geringere Bindung als die endogenen Liganden, T und E2 auf. MT hingegen zeigte die hoechste Bindungsaffinitaet.</p>
               <p>Die mittels eines korrespondierenden logit-log-Plots (Abb. 3.8) errechneten IC<sub>50</sub>-Werte ergaben im Vergleich fuer die mitgefuehrten Liganden eine Affinitaetsreihenfolge zum Androgenrezeptor wie folgt: MT &#8805; T &gt; E2 &#8805; CYP. TPT und p,p`-DDE wiesen keine Affinitaet zum Androgenrezeptor auf (Tab. 1).</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10BF0" start="87"/>
                  <mm entity="ID_d3e12639" file="image009.jpg" id="N10BF3" label="455#415"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12645" file="image010.gif" id="N10BFA" label="524#409"/>
               </p>
               <p>
                  <table frame="all" id="N10C01" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 1: Korrespondierende Tabelle zu Abb.3.8. Dargestellt sind die mit Hilfe der logit-log-Transformation ermittelten IC50-Werte aus den Mittelwerten (n=7) bei weiblichen 2+ Ploetzen.</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="2">
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                                 <p>Ligand</p>
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                                 <p>IC50Werte (nM)</p>
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                                 <p>Methyltestosteron (MT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>579060</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Testosteron (T)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>856300</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>17ß-OEstradiol (E2)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1564141</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Cyproteronazetat (CYP)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1974591</p>
                              </entry>
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                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Triphenlyzinn (TPT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>4,4` Dichlordiphenyldichlorethylen (p,p`DDE)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10CB3" start="88"/>Bei den maennlichen 2+ Ploetzen wurden die gleichen Substanzen in den gleichen Konzentrationen wie bei den Kompetitionsexperimenten mit den weiblichen 2+ Ploetzen eingesetzt (Abb. 3.9). Die IC50-Werte wurden mittels des korrespondieren logit-log-Plots errechnet (Abb. 3.10). Aus den ermittelten Ergebnissen, lies sich folgende Affinitaetsreihenfolge zum Androgenrezeptor im Gonadencytosol erstellen: MT &gt; T &gt;&gt; E2 &gt; CYP. p,p`-DDE und TPT zeigten keine Affinitaet zum Androgenrezeptor (Tab.2).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12899" file="image011.jpg" id="N10CB9" label="453#415"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e12909" file="image012.gif" id="N10CC0" label="522#394"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10CC7" start="89"/>
                  <table frame="all" id="N10CCA" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 2: Korrespondierende Tabelle zu Abb. 3.10. Dargestellt sind die mit Hilfe der logit-log-Transformation ermittelten IC50-Werte aus den Mittelwerten (n=7) bei maennlichen 2+ Ploetzen.</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="2">
                        <colspec colname="1" colnum="1"/>
                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
                        <tbody valign="top">
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Ligand</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>IC50-Werte (nM)</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Methyltestosteron (MT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>677774</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Testosteron (T)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>689812</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>17ß-Oestradiol (E2)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>3030992</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Cyproteronazetat (CYP)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>94526672</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Triphenlylzinn (TPT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>4,`4 Dichlordiphenyldichlorethylen (p,p`-DDE)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p>Aus den sieben (n=7) kompetitiven Verdraengungsexperimenten im Lebercytosol weiblicher 2+ Ploetzen und den daraus resultierenden logit-log-Plots konnten folgende Reihenfolgen fuer die Affinitaet der Liganden zum Androgenrezeptor mittels der errechneten IC50-Werte fuer die Mittelwerte (Tab. 3) erstellt werden: MT &gt; T &gt;&gt; E2 &#8805; CYP. Es lag keine Affinitaet fuer p,p`-DDE und TPT vor.</p>
               <p>
                  <table frame="all" id="N10D7F" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 3: Tabelle zu den Verdraengungsexperimenten an den Androgenrezeptoren (nicht dargestellt) im Lebercytosol. Dargestellt sind die mit Hilfe der logit-log-Transformation ermittelten IC50-Werte aus den Mittelwerten (n=7) bei weiblichen 2+ Ploetzen.</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="2">
                        <colspec colname="1" colnum="1"/>
                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
                        <tbody valign="top">
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Ligand</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>IC50-Werte (nM)</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Methyltestosteron (MT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>45711</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Testosteron (T)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>360938</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>17ß-Oestradiol (E2)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2155146</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Cyproteronazetat (CYP)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>15736374</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>4,`4 Dichlordiphenyldichlorethylen (p,p`-DDE)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Triphenlyzinn (TPT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N10E31" start="90"/>Bei den maennlichen 2+ Ploetzen (n=7) ergibt sich aus den Resultaten folgende Ordnung der Liganden nach ihrer Bindungsaffinitaet an den Androgenrezeptor im Lebercytosol (Tab. 4): MT &gt; T &gt; E2 &gt; CYP. p,p`-DDE und TPT zeigten keine Affinitaet zum Androgenrezeptor.</p>
               <p>
                  <table frame="all" id="N10E37" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 4: Tabelle zu den Verdraengungsexperimenten an den Androgenrezeptoren (nicht dargestellt) im Lebercytosol. Dargestellt sind die mit Hilfe der logit-log-Transformation ermittelten IC50-Werte aus den Mittelwerten (n=7) bei maennlichen 2+ Ploetzen.</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="2">
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                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
                        <tbody valign="top">
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                                 <p>Ligand</p>
                              </entry>
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                                 <p>IC50-Werte (nM)</p>
                              </entry>
                           </row>
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                                 <p>Methyltestosteron (MT)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>98563</p>
                              </entry>
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                                 <p>Testosteron (T)</p>
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                                 <p>142127</p>
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                                 <p>17ß-Oestradiol (E2)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2589572</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Cyproteronazetat (CYP)</p>
                              </entry>
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                                 <p>14382532</p>
                              </entry>
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                                 <p>Triphenlyzinn (TPT)</p>
                              </entry>
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                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
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                                 <p>4,`4 Dichlordiphenyldichlorethylen (p,p`-DDE)</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>---</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N10EEB" label="3.2">
            <head>In vivo Expositionen larvaler <em>R. rutilus</em>
            </head>
            <subsection id="N10EF3" label="3.2.1">
               <head>Mortalitaetsraten der in vivo Expositionen 1 (EX1) und 2 (EX2)</head>
               <p>Die Raten der Mortalitaet betrugen in der EX1:</p>
               <p>
                  <citenumber id="N10EFD" start="91"/>
                  <table frame="all" id="N10F00" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 5: Mortalitaetsraten der ersten Exposition larvaler Ploetzen ueber einen Zeitraum von 210 Tagen (EX1).</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="3">
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                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
                        <colspec colname="3" colnum="3"/>
                        <tbody valign="top">
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Substanz [M]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Mortalitaetsrate [%]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Gestorbene Tiere [n]</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) TPT 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) TPT 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) TPT 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) TPT 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>80,0</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>24</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) TPT 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) TPT 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) TPT 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) TPT 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
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                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) VIN 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) VIN 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>3,33</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1</p>
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                                 <p>1) VIN 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>6,60</p>
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                                 <p>2</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) VIN 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) VIN 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>6,60</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) VIN 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
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                                 <p>1) VIN 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>3,33</p>
                              </entry>
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                                 <p>1</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) FEN 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) FEN 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) FEN 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) FEN 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) FEN 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>6,60</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) FEN 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) FEN 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p>Die Mortalitaetsraten in der EX2 betrugen:</p>
               <p>
                  <table frame="all" id="N11256" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 6: Mortalitaetsraten der zweiten Exposition larvaler Ploetzen ueber einen Zeitraum von 210 Tagen (EX2).</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="3">
                        <colspec colname="1" colnum="1"/>
                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
                        <colspec colname="3" colnum="3"/>
                        <tbody valign="top">
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Substanz [M]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Mortalitaetsrate [%]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Gestorbene Tiere [n]</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) MT 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) MT 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) MT 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) MT 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) MT 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) MT 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) MT 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) MT 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) CYP 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) CYP 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) CYP 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) CYP 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) CYP 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) CYP 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                                 <p>1) CYP 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
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                                 <p>2) CYP 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
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                                 <p>0,00</p>
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                                 <p>0</p>
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                                 <p>1) LET 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) LET 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) LET 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) LET 0,5 * 10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) LET 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) LET 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) LET 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) LET 0,5 * 10<sup>-9</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N115EC" label="3.2.2">
               <head>Totallaengen</head>
               <p>
                  <citenumber id="N115F3" start="92"/>Die Mittelwerte der Totallaengen larvaler Ploetzen von den Expositionen 1 (EX1) und 2 (EX2) wurden im Verhaeltnis zur jeweiligen SoCo verglichen. Alle eingesetzten Konzentrationen von TPT fuehrten zu einer signifikanten Hemmung des Wachstums in der EX1 (Abb. 3.11). Die jeweils niedrigsten Konzentrationen von CYP 0,5*10-9 M und LET 0,5*10-9 M steigerten das Wachstum im Vergleich zur Loesungsmittelkontolle in der EX2 signifikant (Abb. 3.12).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e15624" file="image013.jpg" id="N115F9" label="547#415"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e15634" file="image014.jpg" id="N11600" label="547#414"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11608" label="3.2.3">
               <head>Gewicht</head>
               <p>
                  <citenumber id="N1160F" start="93"/>Das Gewicht der larvalen Ploetzen wurde nach 210 Tagen ermittelt. Daraus ergab sich bei der EX1, dass bezogen auf die Mittelwerte der SoCo, TPT in allen Konzentration das Gewicht reduziert, wobei nur bei der niedrigsten Konzentration (TPT 0,5*10-9 M) ein signifikanter Unterschied vorhanden war.<em color="FF0000" slant="roman"> </em>VIN und FEN fuehrten bei allen Konzentrationen zu einer tendenziellen Gewichtszunahme der larvalen Ploetzen, aber nur bei einer Vinclozolinkonzentration (VIN 0,5*10-8 M) und zwei Konzentrationen von Fenarimol (FEN 0,5*10-8 M und FEN 0,5*10-9 M) unterscheiden sich die Ergebnisse signifikant zur Loesungsmittelkontrolle (Abb. 3.13).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e15800" file="image015.jpg" id="N1161A" label="558#417"/>
               </p>
               <p>Bei der larvalen <em>in vivo</em> EX2 konnte nach 210 Tage bei der niedrigsten Konzentration von Letrozol (LET 0,5*10-9 M) bei der Endpunktmessung eine signifikanten Zunahme des Gewichtes festgestellt werden (Abb. 3.14).</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11627" start="94"/>
                  <mm entity="ID_d3e15856" file="image016.jpg" id="N1162A" label="548#416"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11632" label="3.2.4">
               <head>Geschlechtsdifferenzierung</head>
               <p>Die <em>in vivo</em> eingesetzten Ploetzen (n=60/Konzentration) wurden nach 210 Tagen Exposition mit verschiedenen Substanzen unterschiedlicher Konzentrationen auf ihre Geschlechtsdifferenzierung untersucht. Das Geschlechterverhaeltnis der larvalen Ploetzen der EX1 wurde bestimmt und zeigte keine signifikanten Unterschiede zur Loesungsmittelkontrolle (Abb. 3.15). Die ebenfalls nach 210 Tagen beprobten larvalen Ploetzen aus der zweiten Exposition (EX2) zeigten im Verhaeltnis zur Loesungsmittelkontrolle bei der niedrigsten Konzentration von Methyltestosteron (MT 0,5*10<sup>-9 </sup>M) signifikante Unterschiede. 73 % der 60 Ploetzen entwickelten maennliche Gonaden und nur 27 % weibliche. Bei den beiden hoechsten eingesetzten Konzentrationen von Methyltestosteron (MT 0,5*10<sup>-8 </sup>M und MT 10<sup>-8 </sup>M) entwickelten sich keine oder nur in wenigen Faellen (n = 8) rudimentaere Gonaden (Abb. 3.16).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e16005" file="image017.jpg" id="N11648" label="547#418"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N1164F" start="95"/>
                  <mm entity="ID_d3e16021" file="image018.jpg" id="N11652" label="546#415"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N1165A" label="3.2.5">
               <head>Genexpression mittels Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion (RT-PCR)</head>
               <p>Bei Rutilus rutilus nicht vorhandene Sequenzen fuer LH, FSH, AR und EF 1&#945; wurden von bekannten Sequenzen artverwandter Spezies, wie dem Karpfen (C. carpio) abgeleitet und Primer fuer <em>R. rutilus</em> entworfen. Die PCR-Produkte wurden sequenziert und die Basenlaenge (bp) der cDNA bestimmt.</p>
               <p>
                  <strong>PCR-Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> ARO <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>332 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>99,9 homolog <em>R.rutilus</em>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N1167C" start="96"/>
                  <strong>PCR-Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> LH <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>278 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>97,0 homolog <em>C. carpio</em>
               </p>
               <p>
                  <strong>PCR-Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> FSH <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>385 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>98,0 homolog <em>C. carpio</em>
               </p>
               <p>
                  <strong>PCR-Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> ges.ER <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>303 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>99,9 homolog <em>R.rutilus</em>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N116BE" start="97"/>
                  <strong>PCR-Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> AR <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>423 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>98,0 homolog <em>C. carpio</em>
               </p>
               <p>
                  <strong>PCR</strong>
                  <strong>Produkt</strong> <strong>(cDNA):</strong> EF 1alpha <strong>Produktlänge</strong> <strong>[bp]: </strong>343 <strong>Seq.homologie [%]: </strong>98,0 homolog <em>C. carpio</em>b. 7:</p>
               <block id="N116EC" label="3.2.5.1">
                  <head>
                     <em>Biomarker larvaler Ploetzen (</em>R. rutilus<em>)</em>
                  </head>
                  <p>Die PCRs wurden fuer alle gewaehlten Biomarker als Doppelbestimmung durchgefuehrt. Sechs larvale Tiere, die nach 210 Tagen Exposition beprobt wurden, gingen pro Geschlecht und Behandlungsgruppe in die Analysen ein. Bei der Exposition der Tiere mit MT bei einer Konzentration von 10<sup>-8</sup> M konnte aus Mangel an cDNA die LH-mRNA-Expression fuer weibliche Tiere nicht durchgefuehrt werden. Alle Ergebnisse sind als Mittelwerte mit Standardfehler dargestellt.</p>
                  <freehead>Aromatase (ARO)-mRNA</freehead>
                  <p>
                     <citenumber id="N11702" start="98"/>Bei den weiblichen larvalen Tieren kam es im Gehirn zu keinen signifikanten Unterschieden der Aromatase-mRNA-Expression (Abb. 3.17).</p>
                  <p>Bei den aus dem gleichen Versuchsansatz stammenden maennlichen Tieren zeigte sich, dass MT die Expression von ARO-mRNA signifikant steigerte (Abb. 3.18).</p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e16674" file="image019.jpg" id="N1170B" label="454#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11712" start="99"/>
                     <mm entity="ID_d3e16690" file="image020.jpg" id="N11715" label="453#417"/>
                  </p>
                  <freehead>Luteinisierendes Hormon (LH)-mRNA</freehead>
                  <p>Bei der Bestimmung der LH-mRNA aus dem Gehirngewebe weiblicher und maennlicher larvaler Ploetzen konnte kein signifikanter Unterschied festgestellt werden. Da die Tiere, die nach der 210-taegiger Exposition mit MT bei einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M, entweder maennlichen Geschlechts waren oder keine Gonaden entwickelt hatten, konnte keine Expression von LH-mRNA fuer das weibliche Geschlecht bestimmt werden. Daher sind hier nur die Ergebnisse fuer weibliche larvale Ploetzen aus den Expositionen in Konzentrationen von 10<sup>-8 </sup>M mit TPT, VIN und LET im Verhaeltnis zur SoCo gezeigt (Abb. 3.19). Die MT-Konzentration von 10<sup>-9 </sup>M, bei der es zu einer Gonadenentwicklung kam und eine Geschlechterdifferenzierung moeglich war, zeigte, dass die Ergebnisse nicht signifikant unterschiedlich waren (nicht dargestellt). Die Ergebnisse der Expression der LH-mRNA der maennlichen larvalen Tiere bei 10<sup>-8 </sup>M hingegen sind auch fuer MT dargestellt (Abb. 3.20).</p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e16788" file="image021.jpg" id="N1172E" label="453#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11735" start="100"/>
                     <mm entity="ID_d3e16804" file="image022.jpg" id="N11738" label="453#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <strong>Follikelstimulierendes Hormon (FSH)-mRNA</strong>
                  </p>
                  <p>Die Ergebnisse fuer die FSH-mRNA-Expression der Tiere, die bei einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M exponiert wurden, wiesen keine signifikanten Unterschiede, weder fuer die weiblichen (Abb. 3.21) noch fuer die maennlichen Tiere (Abb. 3.22), auf.</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1174B" start="101"/>
                     <mm entity="ID_d3e16888" file="image023.jpg" id="N1174E" label="454#417"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e16912" file="image024.jpg" id="N11755" label="453#416"/>
                  </p>
                  <freehead>Oestrogenrezeptor (ER)-mRNA</freehead>
                  <p>Die ER-mRNA-Expression auf zellulaerer Ebene bei den lavalen Tieren wurde in der Leber gemessen. Bei den weiblichen larvalen Tieren zeigte sich nach der 210-taegigen Exposition mit Chemikalien in Konzentrationen von 10<sup>-8 </sup>M, dass die mRNA-Expression im Falle von TPT signifikant gehemmt wurde (Abb. 3.23). Bei zwei weiteren Substanzen, LET und CYP, konnte im Lebergewebe maennlicher larvaler Ploetzen eine signifikante Steigerung der ER-mRNA-Expression nachgewiesen werden (Abb. 3.24).</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11765" start="102"/>
                     <mm entity="ID_d3e16997" file="image025.jpg" id="N11768" label="454#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e17015" file="image026.jpg" id="N1176F" label="454#415"/>
                  </p>
                  <freehead>Androgenrezeptor (AR)-mRNA</freehead>
                  <p>Signifikant unterschiedlich zur Loesungsmittelkontrolle zeigte sich die AR-mRNA-Expression im Lebergewebe larvaler weiblicher Ploetzen. TPT hemmte die Expression, waehrend LET, MT und CYP die AR-mRNA bei der eingesetzten Konzentration von 10<sup>-8</sup> M steigerten (Abb. 3.25).</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N1177F" start="103"/>Bei den maennlichen larvalen Ploetzen kam es durch TPT tendenziell auch zu einer Hemmung der Expression. Signifikant gesteigert zur SoCo wurde die mRNA-Expression durch VIN, LET, MT und CYP (Abb. 3.26).</p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e17096" file="image027.jpg" id="N11785" label="453#415"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e17110" file="image028.jpg" id="N1178C" label="454#416"/>
                  </p>
                  <p/>
               </block>
            </subsection>
            <subsection id="N11795" label="3.2.6">
               <head>Histologie</head>
               <p>
                  <citenumber id="N1179C" start="104"/>Die in den Expositionen (EX1) und (EX2) in vivo exponierten Ploetzen wurden nach 210 Tagen untersucht. Hierbei wurden allen Tieren die Gonaden entnommen und nach der phenotypischen Festellung des Geschlechtes je eine Haelfte fuer die Bestimmung der Biomarker eingesetzt und die andere Haelfte fuer histologische Untersuchungen am IGB in Berlin oder am Limnomar-Institut in Hamburg verwendet. Dargestellt sind vergleichende HaemotoxylinEosinSchnitte (HE) aus den 10<sup>-8 </sup>M Konzentrationen beider Expositionen.</p>
               <p>Die Testes der SoCo zeigten aktive Spermatogenese mit fruehen Reifungsstadien, bei denen sich Spermatogonien bis Spermatiden zeigten (Abb. 3.27). Bei den weiblichen Tieren waren die Ovarien mit aktiver Oogenese zu sehen. Diese befanden sich ebenfalls nur in fruehen Reifungsstadien, wobei Oogonien bis vitellogene Oocyten vorhanden waren (Abb 3.28).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17192" file="image029.jpg" id="N117A8" label="483#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N117AF" start="105"/>
                  <mm entity="ID_d3e17201" file="image030.jpg" id="N117B2" label="485#416"/>
               </p>
               <p>Die maennlichen Tiere, die ueber 210 Tage mit TPT exponiert waren, wiesen eine aktive Spermatogenese auf. Allerdings waren Reife und Groeße der Testis reduziert und nur Spematogonien vorhanden. Weiterhin waren stark ausgepraegte Lakunenbildungen zu beobachten (Abb. 3.29). Die Ovarien wiesen aktive Oogenese und einzelne atretische Oocyten sowie lokale Resorption von Oogonien (Abb. 3.30) auf.</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17235" file="image031.jpg" id="N117BC" label="487#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N117C3" start="106"/>
                  <mm entity="ID_d3e17249" file="image032.jpg" id="N117C6" label="483#415"/>
               </p>
               <p>VIN mit einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M fuehrte bei den exponierten Maennchen zu reduzierter Reife und Groeße der Testis. Trotz aktiver Spermatogenese fanden sich nur Spermatogonien in den Testis (Abb. 3.31). In den weiblichen Tieren war eine aktive Oogenese mit normaler Reifung vorhanden (Abb. 3.32).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17298" file="image033.jpg" id="N117D3" label="484#415"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N117DA" start="107"/>
                  <mm entity="ID_d3e17307" file="image034.jpg" id="N117DD" label="483#416"/>
               </p>
               <p>LET mit einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M fuehrte bei den exponierten Maennchen zu normaler Reife und Groeße der Testis und einer aktiven Spermatogenese (Abb. 3.33). In den weiblichen Tieren war eine aktive Oogenese mit normaler Reifung vorhanden (Abb. 3.34).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17336" file="image035.jpg" id="N117EA" label="479#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N117F1" start="108"/>
                  <mm entity="ID_d3e17344" file="image036.jpg" id="N117F4" label="483#395"/>
               </p>
               <p>MT fuehrte zu einer Supprimierung der Gonadenreife beider Geschlechter gegenueber der SoCo. Außerdem kam es zu einer Peritonealduplikation beider Geschlechter bei einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M. Daher sind hier die Schnitte aus der Exposition mit der naechst niedrigeren Konzentration, 0,5*10<sup>-8 </sup>M, dargestellt. Bei den Maennchen (Abb. 3.35) kam es zu einer rudimentaeren Ausbildung der Gonaden in Peritonealduplikation. Die rudimentaeren Ovarien (Abb. 3.36) zeigten ebenfalls Peritonealduplikationen und ein vermehrtes Auftreten von Primordialzellen.</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17391" file="image037.jpg" id="N11804" label="484#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N1180B" start="109"/>
                  <mm entity="ID_d3e17403" file="image038.jpg" id="N1180E" label="484#416"/>
               </p>
               <p>Die Exposition mit CYP mit 10<sup>-8 </sup>M fuehrte in den maennlichen Gonaden zu einer aktiven aber reduzierten Spermatogenese. Die Reifungsstadien sind nur bis zu Spermatozyten vorhanden, Spermatiden fehlen im Vergleich zur SoCo komplett (Abb. 3.37). Weibliche Tiere bildeten eine aktive Oogenese in den Ovarien mit einzelnen atretischen Oozyten aus (Abb. 3.38).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17445" file="image039.jpg" id="N1181B" label="484#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N11822" start="110"/>
                  <mm entity="ID_d3e17460" file="image040.jpg" id="N11825" label="483#416"/>
               </p>
               <p>Bei FEN 10<sup>-8</sup> M fand sich in den Testes der Ploetzen nach 210 Tagen eine aktive Spermatogenese mit reduzierter Reifung. Es waren nur Spermatogonien vorhanden (Abb. 3.39). Bei den Weibchen zeigte sich eine normale Reifung der Ovarien mit aktiver Oogenese. Hier waren alle Stadien der Eireife vorhanden (Abb. 3.40).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e17502" file="image041.jpg" id="N11832" label="485#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N11839" start="111"/>
                  <mm entity="ID_d3e17515" file="image042.jpg" id="N1183C" label="483#416"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N11845" label="3.3">
            <head>In vivo Exposition mit adulten <em>R. rutilus</em> (EX3)</head>
            <subsection id="N1184D" label="3.3.1">
               <head>Mortalitaetsraten der in vivo Exposition (EX3)</head>
               <p>Die Raten der Mortalitaet betrugen in der EX3:</p>
               <p>
                  <table frame="all" id="N11857" orient="port" tocentry="1">
                     <caption>Tab. 7: Mortalität adulter Plötzen nach vierzehntägiger Exsposition (EX3).</caption>
                     <tgroup align="left" char="" charoff="50" cols="3">
                        <colspec colname="1" colnum="1"/>
                        <colspec colname="2" colnum="2"/>
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                        <tbody valign="top">
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Substanz [M]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Mortalitaetsrate [%]</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>Gestorbene Tiere [n]</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) SoCo</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) TPT  10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) TPT  10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) VIN   10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) VIN   10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) LET  10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                           <row>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) LET  10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>1) MT   10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
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                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>2) MT   10<sup>-8</sup>
                                 </p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0,00</p>
                              </entry>
                              <entry morerows="0" rotate="0" valign="top">
                                 <p>0</p>
                              </entry>
                           </row>
                        </tbody>
                     </tgroup>
                  </table>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N119DD" label="3.3.2">
               <head>Reverse Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion (RT-PCR)</head>
               <block id="N119E2" label="3.3.2.1">
                  <head>
                     <em>Biomarker adulter 2+ </em>R. rutilus</head>
                  <p>
                     <citenumber id="N119EC" start="112"/>Je sechs Tiere (n = 6) pro Behandlungsgruppe und Geschlecht wurden untersucht. Pro Probe wurde eine Doppelbestimmung bei jeder PCR durchgefuehrt.</p>
                  <freehead>Aromatase (ARO)-mRNA</freehead>
                  <p>In den Gehirnen der weiblichen 2+ Tieren kam es zu keinen signifikanten Unterschieden der Aromatase-mRNA-Expression nach vierzehntaegiger Exposition mit TPT, VIN, LET und  MT bei einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M (Abb. 3.41).</p>
                  <p>Bei den aus dem gleichen Versuchsansatz stammenden maennlichen Tieren zeigte sich, dass MT die Expression von ARO-mRNA signifikant steigerte gegenueber der SoCo (Abb. 3.42).</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N119FE" start="113"/>
                     <mm entity="ID_d3e18171" file="image043.jpg" id="N11A01" label="454#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e18182" file="image044.jpg" id="N11A08" label="454#416"/>
                  </p>
                  <freehead>Luteinisierendes Hormon (LH)-mRNA</freehead>
                  <p>Die Expression der mRNA des LH wurde bei den 2+ Tieren nach vierzehntaegiger Exposition mit TPT in den Gehirnen beider Geschlechter untersucht. Obwohl die LH-mRNA in beiden Geschlechtern tendenziell erhoeht war, waren weder bei den 2+ Weibchen (Abb. 3.43) noch bei den maennlichen 2+ Ploetzen (Abb. 3.44) signifikante Unterschiede zur SoCo auf der zellulaeren Ebene darstellbar. Alle weiteren Proben waren hinsichtlich des Vergleichs zur SoCo ohne nennenswerten Befund.</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11A15" start="114"/>
                     <mm entity="ID_d3e18233" file="image045.jpg" id="N11A18" label="453#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e18244" file="image046.jpg" id="N11A1F" label="453#416"/>
                  </p>
                  <freehead>Follikel stimulierendes Hormon (FSH)-mRNA</freehead>
                  <p>Bei der Analyse der FSH-mRNAExpression zeigten sich keine signifikanten Unterschiede in allen Proben zur SoCo. Abb. 3.45 zeigt die Ergebnisse fuer die weiblichen Gehirnproben und Abb. 3.46 die der maennlichen 2+ Ploetzen.</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11A2C" start="115"/>
                     <mm entity="ID_d3e18296" file="image047.jpg" id="N11A2F" label="453#416"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e18307" file="image048.jpg" id="N11A36" label="453#416"/>
                  </p>
                  <freehead>Oestrogenrezeptor (ER)-mRNA</freehead>
                  <p>Die Expression der ER-mRNA wurde in den Gonaden der adulten Tiere gemessen. Zur SoCo zeigte sich bei den mit MT exponierten weiblichen 2+ Tieren eine Abnahme der Expression (Abb. 3.47), die bei den maennlichen 2+ Ploetzen nicht gefunden wurde (Abb. 3.48).</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11A43" start="116"/>
                     <mm entity="ID_d3e18339" file="image049.jpg" id="N11A46" label="454#401"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e18350" file="image050.jpg" id="N11A4D" label="453#384"/>
                  </p>
                  <freehead>Androgenrezeptor (AR)-mRNA</freehead>
                  <p>Bei den weiblichen 2+ Ploetzen, die nach vierzehntaegiger Exposition mit Vinclozolin beprobt wurden, zeigte sich eine deutliche Abnahme im Fall der AR-mRNA in den entnommenen Gonaden (Abb. 3.49). Fuer die maennlichen Tiere traf dies nicht zu (Abb. 3.50).</p>
                  <p>
                     <citenumber id="N11A5A" start="117"/>
                     <mm entity="ID_d3e18388" file="image051.jpg" id="N11A5D" label="453#401"/>
                  </p>
                  <p>
                     <mm entity="ID_d3e18399" file="image052.jpg" id="N11A64" label="453#384"/>
                  </p>
                  <p/>
               </block>
            </subsection>
            <subsection id="N11A6D" label="3.3.3">
               <head>Enzymbestimmungen</head>
               <p>Bei den Enzymbestimmungen wurden nach vierzehntaegiger Exposition von 2+ Ploetzen mit TPT, VIN, LET, MT und mitgefuehrten SoCo in einer Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M die Aktivitaeten verschiedener Enzyme im Gehirn und in den Gonaden bestimmt. Die Anzahl der Messung zugrunde liegenden Tiere ist in dem jeweiligen Diagrammbalken vermerkt. Signifikante Unterschiede zur Loesungsmittelkontrolle wurden mit Hilfe des Dunnett`s-Test statistisch ausgewertet und gekennzeichnet. Aromatase, ein Enzym das T in E2 umwandelt, wurde vergleichend sowohl in weiblichen Gehirnen als auch in Gehirnen maennlicher Ploetzen untersucht. Die Aktivi-taeten der Enzyme wurden in pmol/h/mg Protein gemessen und ergaben bei den weiblichen Tieren keine signifikanten Unterschiede zur SoCo (Abb. 3.51).</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11A7A" start="118"/>
                  <mm entity="ID_d3e18527" file="image053.jpg" id="N11A7D" label="453#416"/>
               </p>
               <p>In den maennlichen Tieren hingegen senkte LET die Aromataseaktivitaet und MT steigerte sie (Abb. 3.52).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e18572" file="image054.jpg" id="N11A87" label="454#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N11A8E" start="119"/>Da die Kollegen in der Universitaetklinik Bonn zum Zeitpunkt der Untersuchungen nur die Aromatase-Enzymaktivitaeten in den Gehirnen von beiden Geschlechtern bearbeiten konnten, gibt es keine weiteren Ergebnisse zu den Aktivitaeten von 17ß-Hydroxysteroid-Dehydrogenaseaktivitaet und 5&#945;-Reduktase.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11A95" label="3.3.4">
               <head>Sexualsteroidspiegel im Blut von 2+ <em>R. rutilus</em> nach in vivo Kurzzeitexposition mit AACs</head>
               <p>Nach vierzehntaegiger Exposition (EX3) mit vier verschiedenen Substanzen, TPT, VIN, LET, MT und parallel mitgefuehrten SoCo bei einer Konzentration von jeweils 10-8 M wurden pro Exposition je acht weiblichen (n=8) und acht maennlichen (n=8) 2+ Ploetzen Blut aus der Caudalvene entnommen und mittels eines Enzym-Immuno-Assays (EIA) die Konzentration an 17ß-Oestradiol (E2) und 11-Keto-Testosteron (11-KT) im Blutplasma bestimmt. Hierbei zeigte sich, dass die Konzentrationen von E2 bei den Weibchen gegenueber der Loesungsmittelkontrolle ca. fuenffach hoeher waren als bei den Maennchen. Im Vergleich der weiblichen Tiere untereinander hemmten TPT, LET und MT die Konzentrationen von E2 signifikant zur Loesungsmittelkontrolle (Abb. 3.53). Dargestellt sind die Mittelwerte mit Standardfehler.</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e18756" file="image055.jpg" id="N11AA2" label="454#416"/>
               </p>
               <p>
                  <citenumber id="N11AA9" start="120"/>Bei den Maennchen senkte nur MT bei einer Konzentration von 10-8 M die im Blutplasma gemessene Menge an E2 signifikant zur Loesungsmittelkontrolle (Abb. 3.54).</p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e18809" file="image056.jpg" id="N11AAF" label="454#416"/>
               </p>
               <p>Die 11-KT-Spiegel im Blutplasma der maennlichen 2+ Tiere aus den SoCo waren nach vierzehntaegiger Exposition ca. zwoelffach hoeher als bei den Weibchen. Bei den weiblichen Tieren senkte MT die 11-KT-Konzentration im Blutplasma signifikant zur SoCo (Abb. 3.55). Die Mittelwerte der Konzentrationen von 11-KT im Plasma der MT-behandelten maennlichen 2+ Ploetzen waren im Verhaeltnis zur SoCo signifikant niedriger (Abb. 3.56). Dargestellt sind die Mittelwerte der Ergebnisse aus den EIA von acht Tieren pro Geschlecht und die Standardabweichungen. Signifikante Unterschiede zur SoCo wurden mit dem Dunnett`s-Test ermittelt und gekennzeichnet. </p>
               <p>
                  <citenumber id="N11AB9" start="121"/>
                  <mm entity="ID_d3e18865" file="image057.jpg" id="N11ABC" label="454#416"/>
               </p>
               <p>
                  <mm entity="ID_d3e18876" file="image058.jpg" id="N11AC3" label="454#416"/>
               </p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
      </chapter>
      <chapter id="chapter4" label="4">
         <head>Diskussion</head>
         <p><citenumber helper="true" id="N11AD2" start="121"/>Zur Bestimmung endokriner Wirkungen von AACs bei <em>R. rutilus</em> wurden verschiedene Methoden in vitro und in vivo erstmalig entwickelt, etabliert und angewendet, um potentielle Stoerungen dieser EDs zu bestimmen. Als AACs wurden verwendet:</p>
         <p>
            <citenumber id="N11ADA" start="122"/>Triphenylzinn (TPT) ist eine Substanz, die in Pflanzenschutzmitteln vorkommt und Androgenrezeptor (AR) vermittelte Transkriptionen aktiviert ohne an der Androgenbindungsstelle des Rezeptors zu binden und ohne die Autoinduktion des AR zu behindern (Yamabe et al. 2000). TPT besitzt in Mammalia eine potenziell androgene Wirkung, da durch TPT auch die Aromatase gehemmt wird und somit anstelle von E2 vermehrt Androgene sezerniert werden (Nakanishi et al., 2006).</p>
         <p>Methyltestosteron (MT), ein synthetisch hergestelltes Androgen, das durch Alkylierung von Testosteron in der 17&#945;-Position erzeugt wird, hat eine potenziell androgene Wirkung.</p>
         <p>Vinclozolin (VIN), ein Fungizid, zeigte nur eine geringe Affinitaet zum Androgenrezeptor (AR) beim Menschen (Kelce et al., 1994). Durch Hydrolyse entstehen die beiden  Metabolite, M1 und M2, welche als AR-Antagonisten die Transkription androgenabhaengiger Gene verhindern (Wong et al., 1995).</p>
         <p>
            <citenumber id="N11AE6" start="123"/>Cyproteronazetat (CYP), ein synthetisches Gestagen, das zur Therapie bei Prostatakarzinomen eingesetzt wird, gehoert zu der Wirkstoffklasse der Rezeptorblocker, und weist eine potenzielle antiandrogene  Wirkung auf.</p>
         <p>Letrozol (LET), einem Medikament aus der Brustkrebs-Rezidivprophylaxe, das in Deutschland erst im Maerz 2006 zugelassen wurde, ist ein Aromatasehemmer und somit potenziell androgen.</p>
         <p>Fenarimol (FEN), ein Pflanzenschutzmittel, ist ebenfalls ein Aromatasehemmer und somit potenziell androgen.</p>
         <p>
            <citenumber id="N11AF2" start="124"/>Zusammengefasst wurden drei Gruppen von AACs eingesetzt.</p>
         <p>Die Gruppe mit androgener Wirkung: TPT und MT.</p>
         <p>Die Gruppe mit antiandrogener Wirkung: VIN und CYP.</p>
         <p>
            <citenumber id="N11AFE" start="125"/>Die Gruppe der Aromatasehemmer, und somit androgener Wirkung: LET und FEN.</p>
         <section id="N11B02" label="4.1">
            <head>Charakterisierung der Bindung (anti)androgener Substanzen (AACs) an die Androgenrezeptoren (AR) mittels Radiorezeptorassay (RARA)</head>
            <p>Um festzustellen, ob Umweltchemikalien eine androgene oder antiandrogene Wirkung ueber die Androgen-Rezeptoren hervorrufen, muss zunaechst die Bindungsfaehigkeit solcher Substanzen an den Rezeptor gezeigt werden. Die Bindung an einen Rezeptor ruft nicht unbedingt eine biologische Wirkung hervor. Ebenso koennte durch die Bindung an den Rezeptor eine Blockierung der transaktivierenden Funktionen, also ein antagonistischer Effekt, auftreten. Die Bindung an den Rezeptor stellt somit die erste Moeglichkeit (anti)androgenen Wirkmechanismen dar. Daher ist es von essentieller Bedeutung den Androgenrezeptor bei R. rutilus daraufhin zu charakterisieren, was innerhalb dieser Arbeit anhand der Methode des Radiorezeptorassays mit cytosolischen Extrakten der Gonaden und der Leber von R. rutilus durchgefuehrt wurde.</p>
            <subsection id="N11B0A" label="4.1.1">
               <head>Kinetische Experimente</head>
               <p>Bisher sind noch keine Untersuchungen zur Charakterisierung der Ligandenbindung an Androgen-Rezeptoren bei R. rutilus durchgefuehrt worden. Daher stellen die hier aufgezeigten Befunde die ersten Ergebnisse zur Charakterisierung und Etablierung der Androgen-Rezeptor-Bindung in den Gonaden und der Leber von R. rutilus dar. Optimale Inkubationbedingungen ergaben sich unter der Verwendung von Tris-HCl-Puffer bei einer Temperatur von 4°C wie bei Lutz und Kloas (1999) fuer die Oestrogen-Rezeptor-Bindung bei Xenopus laevis beschrieben, was durch eigene Vorversuche bei R. rutilus bestaetigt wurde. Durch die Ergebnisse des Zeitverlaufs der Bindung von Testosteron an die Androgen-Rezeptoren zeigte sich, ab welchem Zeitraum sich Testosteron an die Androgen-Rezeptoren spezifisch bindet und ueber welchen Zeitraum die Inkubationsbedingungen die Aufrechterhaltung eines stabilen Gleichgewichtes zwischen Assoziation und Dissoziation (steady state) des Liganden und seines Rezeptors ermoeglichten. Bis zu 3 Stunden erfolgte ein kontinuierlicher Anstieg der spezifischen Bindung, um dann eine maximale Bindung als steady state zu erreichen, die fuer 21 Stunden stabil blieb, bevor sie wieder abfiel, was optimale Bedingungen fuer Untersuchungen von AACs hinsichtlich ihrer Bindungsfaehigkeit an die nukleaeren Androgenrezeptoren bei R. rutilus gewaehrleistet.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11B15" label="4.1.2">
               <head>Kompetitionsexperimente</head>
               <p>
                  <citenumber id="N11B1C" start="126"/>Die Ergebnisse zur Spezifizierung des Androgen-Rezeptors in der Leber und den Gonaden von <em>R. rutilus</em> wurden mit maennlichen und weiblichen Tieren durchgefuehrt. Die Affinitaet der verschiedenen Liganden ergab innerhalb einer Gewebeart keine signifikanten statistischen Unterschiede zwischen Maennchen und Weibchen, weshalb die Ergebnisse zusammengefasst betrachtet werden koennen. Bezueglich der IC<sub>50</sub>-Werte ergab sich fuer die kompetitiven Wirkungen der Liganden und den daraus resultierenden Affinitaeten zum Androgen-Rezeptor in den Gonaden folgende Reihenfolge: MT &#8805; T &gt; E2 &#8805; CYP. TPT und p,p`-DDE besaßen keine Affinitaet zum Rezeptor. Die IC<sub>50</sub>-Werte zeigen, dass T, der natuerliche Ligand, und MT, ein synthetisch hergestelltes Steroidhormon, die hoechsten Affinitaeten zum Androgen-Rezeptor besitzen. E2, eines der wichtigsten natuerlichen Oestrogene, und CYP weisen eine deutlich geringere Affinitaet zum AR auf als T und MT.</p>
               <p>Somit konnte erstmals gezeigt werden, dass der AR eine hohe Spezifitaet fuer seinen natuerlichen Liganden T und das synthetische Androgen MT, besitzt. Die hohe Spezifitaet wurde auch durch die geringe Bindungsaffinitaet der Oestrogene belegt. In einer Studie, die dies ebenfalls belegt, wurden 202 Chemikalien auf ihre Bindung an den Androgenrezeptor von Ratten untersucht (Fang et al. 2003). Hierbei wurde die gleiche Reihenfolge der Bindungsaffinitaet an den AR gefunden wie in der hier vorliegenden Studie. Das p,p`-DDE keine Affinitaet zum AR in den Gonaden von <em>R. rutilus</em> zeigt, koennte an der Sensitivitaet des RARAs liegen. Wie Fang et al. zeigten, liegt der IC<sub>50</sub>-Wert fuer p,p`-DDE in der Studie um zwei bis drei Zehnerpotenzen hoeher als der von T oder MT. Obwohl bei <em>R. rutilus</em> die eingesetzte Menge an p,p`-DDE hoeher war als die von T oder MT, koennte der Radiorezeptorassay hier nicht mehr sensibel genug gewesen sein. Eine Verdraengung waere bei hoeheren Konzentrationen von p,p`-DDE aber zu erwarten, was aber aufgrund der Loeslichkeit von p,p`-DDE in diesen Assays nicht mehr durchfuehrbar war. TPT hingegen bindet nicht in der Bindungstasche des AR wie der natuerliche Ligand und zeigt somit keine Affinitaet gegenueber der Bindungsstelle des natuerlichen Liganden (Yamabe et al. 2000). Die gleiche Reihenfolge der Affinitaeten der Liganden und die gleichen Schlussfolgerungen ergaben sich auch bei den Untersuchungen fuer das Bindungsverhalten der AR in der Leber von Maennchen und Weibchen von <em>R. rut</em>
                  <em>i</em>
                  <em>lus</em>.</p>
               <p>Alle hier eingesetzten Substanzen fuehrten zu einer Verdraengung des natuerlichen Liganden am AR außer p,p`-DDE und TPT. p,p`-DDE und TPT zeigten eine geringe oder keine Affinitaet zum AR. Bei p,p`-DDE war die eingesetzte Konzentration zu niedrig und TPT bindet an einer anderen Stelle als der Ligand am Rezeptor. Die charakterisierte AR-Bindung zeigt, dass der AR von <em>R. rutilus</em> eine soweit belegte recht aehnliche Spezifitaet wie andere Vertebraten-Modelle aufweist. Hinsichtlich der Wirkungen von AACs stellt <em>R. rutilus</em> somit ein gutes vergleichendes Modell dar.</p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N11B4B" label="4.2">
            <head>In vivo Expositionen mit larvalen <em>R. rutilus</em>
            </head>
            <subsection id="N11B53" label="4.2.1">
               <head>Mortalitaet</head>
               <p>
                  <citenumber id="N11B5A" start="127"/>Die Aufzucht und Exposition in einem semistatischem System von <em>R. rutilus</em> vom Eistadium ueber 210 Tage nach der Fertilisation mit AACs wurde im Rahmen dieser Arbeit erstmals durchgefuehrt. Die Mortalitaet betrug bei der ersten Exposition (EX1) in allen Faellen unter<em color="FF0000" slant="roman"> </em>6,6 %. TPT, VIN, und FEN wurden hierbei in vier Konzentrationen (0,5*10<sup>-9 </sup>M, 10<sup>-9 </sup>M, 0,5*10<sup>-8 </sup>M und 10<sup>-8 </sup>M) eingesetzt sowie zwei Becken mit Loesungsmittel zur Kontrolle. Eine Ausnahme bildet die Mortalitaetsrate in einem Becken bei einer TPT-Konzentration von 0,5*10<sup>-8</sup> M. Hier starben aus nicht zu klaerenden Ursachen 80,0 % des Beckenbesatzes. Bei der zweiten Exposition (EX2) betrug die Mortalitaet in allen Faellen 0,0 %. Die verwendeten AACs waren hier MT, CYP und LET in den gleichen Konzentrationen wie bei der EX1 (0,5*10<sup>-9 </sup>bis 10<sup>-8 </sup>M). Ebenfalls gab es zwei Loesungsmittelkontrollen (SoCo). Im Vergleich dazu haben Liney et al. (2006) <em>R. rutilus</em> nach der Fertilisation ueber 300 Tage in einer Durchflussanlage exponiert, konnten aber nach Abschluss der Exposition keine Aussagen ueber die Mortalitaet treffen. In aehnlichen Studien mit <em>Danio rerio </em>betrugen die Mortalitaetsraten 21 % bis 34 % (Nash et al., 2004) bzw. 50 % (Hill and Janz, 2003). Somit ist die Mortalitaetsrate von 0,0 % bis 6,6 % bei <em>R. rutilus</em> als sehr gering einzuschaetzen, was auf nahezu optimal entwickelte Haelterungsbedingungen schließen laesst.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11B87" label="4.2.2">
               <head>Gesamtlaenge</head>
               <p>Nach 210-taegiger Exposition wurden die Gesamtlaengen der larvalen <em>R. rutilus</em> gemessen. Hierbei zeigte sich, dass die Laenge aller Fische der  TPT-Expositionen im Mittel signifikant geringer war im Vergleich zur SoCo. Expositionen mit Wasser aus Klaeranlagenauslaeufen zeigten keine Unterschiede im Laengenwachstum bei <em>R. rutilus</em> (Liney et al. 2006). Da bekannt ist, dass bei TPT der Anteil an Zinn hauptverantwortlich ist fuer die adversen Effekte, wurden von den nominellen Konzentrationen, die hier eingesetzt wurden (0,5*10<sup>-9 </sup>M bis 10<sup>-8 </sup>M), nach der Exposition der Anteil von Zinn in µg/L Feuchtgewicht bestimmt. In der hier vorliegenden Studie wurden TPT-Sn-Konzentrationen von 60&#8211;776 µg/kg Feuchtgewicht gemessen (persoenliche Mitteilung: Thierry Dagnac, BRGM, France). Diese liegen unter denen in der Studie von Harino et al. bei adulten japanischen Barschen gemessenen umweltrelevanten Konzentrationen von 1000-130000 µg/kg Feuchtgewicht (Harino et al. 2000), bei der keine Unterschiede im Laengenwachstum gefunden wurden. So konnte hier erstmals gezeigt werden, dass TPT in geringen umweltrelevanten Konzentrationen bei Larven von R. rutilus einen hemmenden Effekt auf das Laengenwachstum hat.</p>
               <p>Weiterhin ist bekannt, dass bei <em>Ambystoma barbouri</em>, einer Art der Querzahnmolche, die im Sueßwasser stattfindende larvale Entwicklung unter Einfluss von TPT in nominellen Konzentrationen von 1 µg/L und 5 µg/L stark beeintraechtigt wurde. Hierbei kam es unter anderem zu einer Dosis abhaengigen extremen Reduktion der Koerperlaenge im Vergleich zur Kontrolle (Rehage et al., 2001). Ebenfalls eine Beeintraechtigung der larvalen Entwicklung und Koerpermissbildungen wurden bei der Elritze (<em>Phoxinus phoxinus</em>) nachgewiesen (Fent und Meier, 1994). Hierbei wurden die Fische bei 21°C und nominellen Konzentrationen von 3,9 µg/L bis 15,9 µg/L gehaeltert. Effekte, wie Koerpermissbildungen und Mortalitaet, traten bereits nach 3 bzw. 5 Tagen auf. In der vorliegenden Studie wurden die larvalen <em>R. rutilus</em> bei 20 ± 1°C und einer nominellen Konzentration von 0,059 µg/L bis 1,187 µg/L TPT exponiert. Diese Konzentrationen liegen unter der Dosis, die Fent und Meier (1994) eingesetzt haben, und bewirkten keine gesteigerte Mortalitaetsrate, hatten aber nach 210 Tagen einen signifikanten Effekt auf die Koerperlaenge der Larven von <em>R. rutilus</em> im Vergleich zur Kontrolle. MT, die zweite hier eingesetzte Substanz mit androgener Wirkung, zeigte hingegen keine signifikanten Unterschiede zur SoCo. Dies erklaert sich aus der schlechteren Gesamtentwicklung, auf die spaeter noch eingegangen wird. Beide Antiandrogene, VIN und CYP, zeigten genau wie FEN, ein potentieller Aromatasehemmer, keine Auswirkung auf das Laengenwachstum der Larven von <em>R. rutilus</em>. Letrozol, ein weiterer potentieller Aromatasehemmer, bewirkte in der niedrigsten Konzentration, dass die Koerperlaenge im Vergleich zur SoCo signifikant hoeher war. Bei einer umfangreichen Studie mit Japanischen Reiskaerpflingen (<em>Oryzias latipes</em>) wurden befruchtete Eier und Larven fuer 14 Tage bei einer maximalen Konzentration von 3125 µg/L Letrozol exponiert. Es zeigten sich allerdings keinerlei Effekte auf die Morphologie (Shuna et al. 2007). Da es sich bei der Exposition von <em>R. rutilus</em> mit Letrozol um die erste Studie ueberhaupt handelt, die ueber einen Zeitraum der gesamten Geschlechtsdifferenzierung durchgefuehrt wurde, ist festzustellen, dass Letrozol in einer Konzentration von 713 µg/L eine signifikante Steigerung der Koerperlaenge hervorgerufen hat, was auf Effekte auf die Wachstumsregulation schließen laesst.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11BB6" label="4.2.3">
               <head>Gewicht</head>
               <p>
                  <citenumber id="N11BBD" start="128"/>Der signifikante Unterschied im Gewicht von <em>R. rutilus</em> bei der niedrigsten TPT-Konzentration im Vergleich zur Loesungsmittelkontrolle ist konform mit der niedrigeren Koerperlaenge. Genauso wie das hoehere Gewicht bei der niedrigsten Letrozol-Konzentration mit der Zunahme der Koerperlaenge.</p>
               <p>Die signifikante Zunahme des Gewichtes bei einer Vinclozolin-Konzentration und zweier Fenarimol-Konzentrationen sind weder Dosis abhaengig noch durch eine anderen Einfluss zu erklaeren und repraesentieren daher wohl eher die zufaellig auftretende biologische Variabilitaet bei <em>R. rutilus</em>.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11BCD" label="4.2.4">
               <head>Geschlechtsdifferenzierung</head>
               <p>MT und TPT sind androgen wirksame Substanzen. Ueber die Auswirkungen von TPT auf das Geschlechter.verhaeltnis bei Sueßwasserfischen ist bis dato nichts bekannt. In Konzentrationen von 38,5 µg/L zeigte sich bei Vorversuchen, dass TPT nach nur 48 h zu 100 % letal auf die Larven von <em>R. rutilus</em> wirkte (van Ballegooy, unveroeffentlicht). Daher wurde in der EX1 als hoechste Konzentration eine Zehnerpotenz niedriger gewaehlt als in den Vorversuchen. Die Fische konnten so ueber einen Zeitraum von 210 Tagen exponiert werden, zeigten aber keine Unterschiede zur SoCo hinsichtlich der Sexualdifferenzierung der Geschlechter.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11BDA" start="129"/>TPT fuehrt in Gastropoden zur Vermaennlichung (Horiguchi, 2006). Bei Fischen wurde gezeigt, dass es zu einer Akkumulation von TPT in verschiedenen Geweben kommt. Dies ergaben Auswertungen von Proben diverser Sueßwasserfische aus verschiedenen Fluessen und Seen in Deutschland zwischen 1988 und 2003 (Rudel et al., 2007). Allerdings hat die Exposition von larvalen <em>R. rutilus</em> mit hoeheren Konzentrationen letale Folgen, so dass TPT wohl hinsichtlich der Geschlechtsdifferenzierung eher toxisch als endokrin wirksam ist.</p>
               <p>Von MT hingegen ist bekannt, dass dieses kuenstliche Androgen zu einer Vermaennlichung bei verschiedenen Tierarten - Invertebraten, Amphibien und Fischen - fuehren kann (Schulte-Oehlmann et al., 2000; Boegi et al., 2002; Seki et al. 2004). Bei den in dieser Arbeit eingesetzten niedrigsten Konzentration von MT (0,151 µg/L) kam es zu einer signifikanten Verschiebung des Phaenotypes in Richtung Maennchen. Bei den progynen Zebrafischen (<em>Danio rerio</em>) kam es in einem &#8222;partial life-cycle test&#8220; bei jeder der verwendeten Konzentrationen (26-1000 µg/L) zu einer totalen Vermaennlichung der eingesetzten juvenilen Tiere (Orn et al., 2003). In einer Studie mit Reiskaerpflingen (<em>Oryzias latipes</em>) kam es durch Injektion von MT zu einer phaenotypischen maennlichen Ausbildung von genotypischen Weibchen (Papoulias et al., 2000). Die beiden hoechsten Konzentrationen (1,51 bzw. 3,02 µg/L) fuehrten dazu, dass die larvalen <em>R. rutilus</em> keine Gonaden ausbildeten. Dieser Effekt ist bei Fischen bisher noch nicht beschrieben worden.</p>
               <p>Die potentiell antiandrogen wirksamen Substanzen VIN und CYP zeigten keine Einfluesse auf die Geschlechtsdifferenzierung bei larvalen <em>R. rutilus</em> in den eingesetzten Konzentrationen. VIN verursachte in einem anderen Versuch ueber 100 Tage nach dem Schluepfen bei einer Konzentration von 2500 µg/L keine Effekte auf die Geschlechtsdifferenzierung bei Japanischen Reiskaerpflingen (<em>Oryzias latipes</em>). Das Gleiche galt auch fuer CYP bei einer eingesetzten Konzentration von 10 µg/L (Kiparissis et al., 2003). Alle bei EX1 und EX2 mit <em>R. rutilus</em> eingesetzten Konzentrationen lagen deutlich unterhalb der von Kiparissis gewaehlten Konzentration, so dass sich auch hier kein Einfluss durch VIN und CYP auf die Geschlechterverteilung festzustellen war.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11BFB" start="130"/>In dieser Arbeit zeigten die beiden eingesetzten Aromatasehemmer FEN und LET keine Effekte auf das Geschlechterverhaeltnis bei larvalen <em>R. rutilus</em> im Verhaeltnis zur SoCo. Dies laesst den Rueckschluss zu, dass die hoechsten gewaehlten Konzentrationen von 2,83 µg/L (LET) bzw. 3,31 µg/L (FEN) unterhalb der effektiven Konzentrationen liegen und ueber den Expositionzeitraum von 210 Tage nach dem Schluepfen der Fische keine direkte Auswirkung auf die Geschlechtsdifferenzierung bei larvalen <em>R. rutilus</em> haben. Bei hoeheren Konzentrationen waere eventuell bei <em>R. rutilus</em> mit einer Verschiebung des Geschlechterverhaeltnisses in Richtung der Maennchen zu rechnen. So fuehrte eine Konzentration von 500 µg/g Futter/Tag eines zur Therapie bei Mammakarzinomen eingesetzten Aromatasehemmers, Fadrozol, bei Zebrafischen (<em>Danio rerio</em>) zu einer 100%igen Vermaennlichung (Fenske und Segner, 2004). In der Japanischen Flunder (<em>Paralichthys olivaceus</em>) kam es durch die taegliche Fuetterung von larvalen Fischen mit Fadrozol in einer Konzentration von 100 µg/g Futter/d vom dreißigsten bis zum 100sten Tag nach dem Schluepfen bei 100 % der genetisch weiblichen Fische zur Entwicklung von maennlichen Gonaden. Bei der niedrigsten Konzentration, 1 µg/g Futter/Tag, belief sich der Anteil der vermaennlichten Tiere nur noch auf 30% (Kitano et al., 2000).</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11C11" label="4.2.5">
               <head>Genexpressionen der Biomarker bei den larvalen <em>R. rutilus</em>
               </head>
               <p>Um die Wirkung von AACs auf der Ebene der Genexpression nachzuweisen und um den Einfluss weiterer Faktoren, wie sie im Gesamtorganismus vorhanden sind, auszuschließen, wurde die Methode der semiquantitativen Reverse-Transkriptase-Polymerase-Ketten-Reaktion (RT-PCR) bei den Zielorganen Gehirn und Leber durchgefuehrt. Hierbei wurde die Expression der mRNA in verschiedenen Geweben nachgewiesen. Im Gehirn wurde die m-RNA-Expression von ARO, LH und FSH bestimmt. In der Leber von <em>R. rutilus</em> wurde die Expression der m-RNA des ER und des AR detektiert. Um eine semiquantitative Bestimmung der jeweiligen m-RNA zu ermoeglichen, wurde parallel das &#8222;housekeeping gene&#8220; EF 1&#945; nachgewiesen. Erstmalig wurde in dieser Arbeit die Expression der LH-mRNA und FSH-mRNA detektiert. Hierzu wurden fuer beide Biomarker neue Primer gestaltet und etabliert. Fuer den Primer der LH-mRNA wurde vor der Erstellung der Arbeit Sequenzen von Carter et al. (2005) veroeffentlich. Diese wurden zunaechst verwendet. Allerdings sind die veroeffentlichen Primersequenzen fehlerhaft und daher fuer die Detektion der LH-mRNA nicht geeignet.</p>
               <p>Die im Gehirn der larvalen <em>R. rutilus</em> gemessenen Ergebnisse zeigten bei allen eingesetzten AACs keine signifikanten Unterschiede in der LH-mRNA-Expression und in der FSH-mRNA-Expression im Vergleich zur Kontrolle. In der Literatur ist beschrieben, dass Aromatasehemmer in Fischen zu einem Anstieg der LH-mRNA im Gehirn und zu einer geringen bis zu keiner Regulation der FSH-mRNA-Expression fuehren (Sohn et al., 1998; Mateos et al., 2002). Dies deutet darauf hin, dass LH auch waehrend der Ontogenese bei <em>R. rutilus</em> eine Schluesselrolle in der Sexualdifferenzierung spielen koennte und durch exogene Substanzen dahingehend beeinflusst werden kann, dass es zu einer Vermaennlichung bzw. zur Hemmung der Gonadenentwicklung kommt. Durch die Testosteronerhoehung im Gehirn der Maennchen kommt es sehr wahrscheinlich zu einer negativen Rueckkopplung ueber die Androgene und somit zu einer Gegenregulation, die zu einer Erhoehung der LH-mRNA-Expression fuehrt. Weiterhin kann durch die tendenzielle Erhoehung der LH-mRNA-Expression in manchen Behandlungsgruppen dieser Studie bestaetigt werden, dass FSH weniger stark reguliert ist wie LH. Wuerde man die mRNA-Expressionen nicht wie hier aus dem Gesamthirn messen sondern beispielsweise lokal in der Hypophyse, koennten gegebenenfalls tendenzielle Aenderungen sich signifikant darstellen.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11C2A" start="131"/>Bei den hier verwendeten maennlichen <em>R. rutilus</em> stieg die ARO-mRNA-Expression in der mit 0,151 µg/L MT behandelten Tiere in den Gehirnen signifikant um das ca. 4,5-fache im Vergleich zu den Tieren aus der SoCo. Die ARO-mRNA-Expression im Gehirn steht im direkten Zusammenhang mit der gonadalen Sexualdifferenzierung. Viele verschiedene Pestizide und Chemikalien, die weltweit im Gebrauch sind, haben in vitro Effekte auf die Aromataseaktivitaet in verschiedenen Gruppen der Vertebraten (z.B. Mason et al., 1987; Vinggaard et al., 2000; Sanderson et al., 2002; Zarn et al., 2003; Heneweer et al., 2004) und Invertebraten (Janer et al., 2006; Duft et al., 2007) gezeigt. Die Hemmung des Enzyms ARO, das maßgeblich an der Umwandlung von T in E2 beteiligt ist, kann zu einer Vermaennlichung fuehren. Allerdings wurde auch eine 100 %ige Verweiblichung von protogynen Zebrafischen (<em>Danio rerio</em>) bei einer Exposition mit 10 µg/L MT beobachtet. Dies ging einher mit dem Anstieg der ARO-mRNA-Expression im Gehirn (Fenske und Segner, 2004). Im Gegensatz zu den Zebrafischen kam es hier bei den gonochoristischen <em>R. rutilus</em> zu einer signifikanten phaenotypischen Vermaennlichung waehrend der gonadalen Entwicklung. Im Gehirn der maennlichen Tiere fuehrt MT voraussichtlich zu einer Gegenregulation. Um dem hohen Anteil an Androgenen gegenzusteuern, kommt es zu einer vermehrten ARO-Synthetisierung. Im weiblichen Gehirn hat der Effekt, der von der erhoehten MT-Konzentration ausgeloest wurde, durch die natuerlich vorkommende hohe Konzentration von E2 keine Auswirkungen auf die Aromatasesynthese. Genau wie bei dem Zebrafisch zeigt das Ergebnis, dass das exogene Androgen MT in den Prozeß der Aromatasesynthese im Gehirn bei <em>R. rutilus</em> drastisch eingreift.</p>
               <p>TPT und alle anderen eingesetzten AACs hatten keinen Einfluss auf die Genexpression der Aromatase-m-RNA-Expression. Allerdings wurde eine Inhibierung der Expression durch den Aromatasehemmer LET erwartet. Tendenziell ist dies auch in den Gehirnen maennlicher Tiere aufgetreten ohne aber signifikant zu sein. Bei hoeheren Konzentrationen waere dies eventuell der Fall gewesen.</p>
               <p>Um die Auswirkungen der eingesetzten AACs auf Zielorgane des endokrinen Systems bei <em>R. rutilus</em> und um die mit dem RARA gewonnenen Ergebnisse auf ein weiteres endokrines Zielorgan zu untersuchen, wurden die Genexpressionen der ER-mRNA und AR-mRNA in der Leber detektiert. Hierbei zeigte sich, dass TPT die ER-mRNA-Expression in den Weibchen stark hemmt. Da die hier eingesetzte Konzentration um nur eine Zehnerpotenz niedriger war als die letale Dosis aus den Vorversuchen, scheint es sich hier um einen toxischen Effekt zu handeln, der nicht letal wirkt dafuer aber die Autoinduktion der ER-mRNA-Expression bzw. generell jede Genexpression inhibiert. Dies wird auch durch die Ergebnisse der AR-mRNA unterstuetzt, die in beiden Geschlechtern von <em>R. rutilus</em> eine Abnahme der Expression aufweist.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11C48" start="132"/>Das Androgen MT steigert die AR-mRNA-Expression in der Leber beider Geschlechter signifikant. Da MT einen erhoehten Androgenspiegel induziert, liegt hier die Vermutung  nahe, dass es sich um eine Autoinduktion handelt.</p>
               <p>CYP reguliert in der Leber der weiblichen und maennlichen Tiere als potenziell antiandrogene Substanz die Expression der AR-mRNA signifikant nach oben im Vergleich zur SoCo. Genauso wie VIN, ebenfalls mit potenzieller antiandrogener Wirkung, in der Leber der Maennchen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass durch die Blockierung der AR es zu einer Zunahme der Expression der AR kommt, um dadurch wieder funktionelle AR zur Verfuegung zu haben. Der Mechanismus, dem eine solche Regulation zugrunde liegt, ist noch unklar, muss aber unabhaengig von der oben beschriebenen Autoinduktion des AR durch Androgene sein. Der potentielle Aromatasehemmer LET erhoeht die AR-mRNA-Expression in der Leber von <em>R. rutilus</em> bei beiden Geschlechtern signifikant. Hier duerfte es sich um eine Autoinduktion des AR durch die Erhoehung der Androgenkonzentration handeln.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11C55" label="4.2.6">
               <head>Histologie</head>
               <p>Neben den morphologischen, biochemischen und molekularbiologischen Endpunkten, wurden die Gonaden histologisch untersucht. Hierbei riefen die verschiedenen eingesetzten Substanzen adverse Effekte in den Gonaden von <em>R. rutilus</em> hervor. War zunaechst bekannt, dass vermutlich EDs in den Gonaden von wild lebenden adulten <em>R. rutilus</em> zu Missentwicklungen, Intersex und zur Minderung der Fertilitaet fuehren (Jobling et al., 2002), wurde spaeter gezeigt, dass auch larvale <em>R. rutilus</em>, die ueber einen Zeitraum von 300 Tagen nach der Befruchtung exponiert wurden, adverse Effekte in der Gonadenentwicklung aufwiesen (Liney et al., 2005, 2006). Bei diesen Untersuchungen handelte es sich vorwiegend um die Exposition mit Klaeranlagenauslaeufen. Dabei wurde der Focus hauptsaechlich auf oestrogen wirksame Substanzen gelenkt.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11C68" start="133"/>In der hier vorliegenden Arbeit wurde erstmals gezeigt, dass AACs die Gametogenese bei larvalen <em>R. rutilus</em> stark beeintraechtigen. So zeigten die maennlichen Tiere nach einer Expositionszeit von 210 Tagen post Fertilisation mit TPT, eine aktive Spermatognese, die aber mit Lakunenbildung einherging und in der nur Spermatogonien und keine weiterfuehrenden Reifestadien wie in den Loesungsmittel-Kontrolltieren vorhanden waren. Wieterhin waren Reife und Groeße der Testes im Verhaeltnis zu den Maennchen der SoCo reduziert. Hier liegt eine Hemmung der Gonadenentwicklung vor, die sich vermutlich durch die nahe an der Toxizitaetsgrenze liegenden Konzentration von 10<sup>-8 </sup>M erklaeren laesst. Die Weibchen weisen eine aktive Oogenese auf, zeigten aber einzelne atretische Oocyten sowie lokale Resorption von Oogonien auf. Dass der Effekt von TPT, einer androgen wirksamen Substanz (Fang et al., 2003), staerker auf die maennlichen Tiere als auf die weiblichen Tiere wirkte, war zu erwarten. Der Wirkmechanismus koennte die Hemmung der Glucuronidisierung von T in Fischen durch TPT sein (Lavado et al., 2004) oder die von Saeugern und Mollusken bekannte Wirkung als Aromatasehemmer (Naganishi et al., 2006; Duft et al., 2007).</p>
               <p>Bei den <em>R. rutilus</em>, die ueber 210 Tage mit MT in Konzentrationen von 1,51 µg/L bzw. 3,02 µg/L exponiert wurden, war die gonadale Entwicklung beider Geschlechter zu 100 % supprimiert, so dass eine histologische Auswertung nicht moeglich war. Bei einer Konzentration von 0,3 µg/L MT waren 6,3 % der maennlichen Gonaden nur rudimentaer ausgebildet und bei den Ovarien kam es bei 6,3 % der Tiere zu Atresien in den Gonaden. Auch bei <em>Pimephales promelas</em> wurde nach einer dreiwoechigen Exposition mit MT in einer Konzentration von 0,1 µg/L bei 5 % der weiblichen Tiere Atresien in den Ovarien detektiert. Bei einer Konzentration von 50 µg/L lag die Rate der Atresien schon bei 11,4 %. Allerdings waren die Fische zum Zeitpunkt der Exposition bereits 10 bis 15 Monate alt (Pawlowski et al., 2004). Dies ist auch der entscheidende Unterschied zu der hier vorgestellten Studie mit <em>R. rutilus</em>, was darauf hindeutet, dass eine Exposition mit dem Androgen MT in der fruehen Ontogenese extrem adverse Effekte auf die Gametogenese bewirkt und sogar zu einer vollstaendigen Supprimierung der Gonadenausbildung fuehren kann.</p>
               <p>Bei VIN zeigte sich bei den maennlichen und weiblichen Tieren ein aehnliches Bild wie bei TPT. Auch hier waren die Testes in Reife und Groeße reduziert und es zeigten sich nur Spermatogonien nach 210 Tagen Exposition. Die Ovarien der weiblichen Fische hatten ein histologisch unauffaelliges Bild. Bis zu dieser Arbeit wurde die hemmende Wirkung von VIN auf die Spermatogenese in larvalen Fischen mit der sehr hohen und nicht umweltrelevanten Konzentration von 2500 µg/L bei Reiskaerpflingen (<em>Oryzias latipes</em>) ueber  einen Expositionszeitraum von drei Monaten nach dem Schluepfen gezeigt (Kiparissis et al., 2003). In dieser Arbeit wurde als hoechste Konzentration 2,86 µg/L VIN eingesetzt und es zeigten sich mit dieser nahezu 1000fach niedrigeren Konzentration die gleichen Effekte wie bei <em>O. latipes</em>. Entscheidende Unterschiede sind die laengere Expositionszeit und die Tatsache, dass die Exposition bereits einen Tag nach der Fertilisation begann. Dies deutet, wie schon die molekularbiologischen Untersuchungen, darauf hin, dass die ersten Tage eine entscheidende Rolle in der Gametogenese spielen und es hier durch AACs zu adversen Stoerungen der Gametogenese kommen kann.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11C89" start="134"/>Bei den maennlichen Tieren von <em>R. rutilus</em>, die mit CYP bei einer maximalen Konzentration von 4,16 µg/L exponiert wurden, zeigte sich, dass es zu einer Reduzierung der Spermatogenese kam. Diese Ergebnisse gehen konform mit denen, die bei <em>O. latipes</em> gefunden wurden (Kiparissis et al., 2003). Auch hier kam es bei einer Exposition ueber 90 Tage mit CYP bei einer Konzentration von 10 µg/L bei 18% der exponierten Tiere zu testikulaeren Effekten. Bei <em>R. rutilus</em> lag der Anteil der rudimentaeren maennlichen Gonaden bei 6,3 %. Auch die Befunde der weiblichen Gonaden fanden sich bei <em>O. latipes</em> ebenso wie bei <em>R. rutilus</em>. Es traten im Vergleich zur SoCo keine nennenswerten Unterschiede in der Reife der Ovarien auf. Die Oogenese wurde durch CYP in keiner der verwendeten Konzentrationen sichtlich beeinflusst. Vereinzelnd auftretende Atresien in den weiblichen Gonaden sind als Artefakte anzusehen.</p>
               <p>LET, ein Aromatasehemmer, wurde in dieser Studie erstmals auf Wirkungen auf die Entwicklung der Gonaden bei Fischen untersucht. Rein histologisch entwickelten sich die maennlichen sowie die weiblichen Gonaden nach 210 Tagen Exposition mit Fenarimol (0,5*10<sup>-9 </sup>M bis 10<sup>-8 </sup>M) bis zum Vergleich mit den Tieren der SoCo ohne jede Beeinflussung. Das gleiche gilt auch fuer den anderen in dieser Studie untersuchten Aromatasehemmer, FEN, bei Konzentrationen von 0,5*10<sup>-9 </sup>M bis 10<sup>-8  </sup>M. Auch hier bildeten sich die Gonaden beider Geschlechter im Vergleich zur SoCo normal aus. </p>
               <p>TPT, MT, CYP und VIN wirkten sich also negativ auf die Gametogenese aus und deuten somit darauf, dass in den fruehen Stadien der Ontogenese Androgene ebenso eine entscheidende Rolle fuer die Entwicklung der Gonaden spielen wie sie bisher vor allen den Oestrogenen zugeschrieben wurde. Ein Eingreifen durch AACs in die Gametogenese fuehrt ebenfalls zu fundamentalen adversen Schaeden bei <em>R. rutilus</em>, die die Fortpflanzung einer Population stark einschraenken oder gar unmoeglich machen. Deuteten die bisherigen Untersuchungen dieser Arbeit darauf hin, dass alle eingesetzten AACs verschiedene, molekulare Biomarker beeinflussen und die normale Entwicklung der Tiere stoeren koennen, bestaetigt die Histologie dies fuer vier der Substanzen sehr deutlich. Es ist daher unerlaesslich Versuche zu endokriner Beeinflussung der Reproduktion mit histologischen Untersuchungen zu verifizieren.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11CB3" start="135"/>Zusammenfassend zeigte sich bei den larvalen Tieren, dass TPT zu einer Hemmung des Wachstums fuehrte, die die mRNA-Expression der Gonadotropine nicht nachweisbar beeintraechtigte, in der Leber die mRNA-Expression der Steroidrezeptoren signifikant beeinflusste und in den Gonaden extrem adverse Effekte hervorrief. Noch drastischer zeigte sich die Schaedigung der Gametogenese durch MT. Hierbei wurden auf zellulaerer Ebene tief greifende Veraenderungen festgestellt bis hin zum Fehlen der Gonadenanlage. Wenn Oberflaechengewaesser mit den in dieser Studie gewaehlten AACs TPT, MT, CYP und VIN oder AACs mit aehnlichen Wirkungspotenzial belastet sind, koennte es zu dramatischen Einschnitten in Populationen von der in Europa endemisch vorkommenden <em>R. rutilus</em> kommen bis hin zur lokalen Extinktion. Wie hier erstmalig gezeigt werden konnte, sind einige der Substanzen in umweltrelevanten Konzentrationen eingesetzt worden oder haben diese sogar unterschritten. Im Fall von TPT zum Beispiel um ein Vielfaches weniger als die von Harino bestimmten Konzentrationen (Harino et al., 2000). Auch bei den antiandrogenen Substanzen zeigte sich, dass niedrigere Konzentrationen (wie hier 10<sup>-8 </sup>M) als in der Umwelt gefundene Konzentrationen von antiandrogenen Flutamid-Aequivalenten (10<sup>-6 </sup>M; Urbatzka et al., 2007) zu adversen Effekten bei der Gametogenese von <em>R. rutilus</em> fuehren. Weitere Untersuchungen zu Auswirkungen von AACs auf die Sexualdifferenzierung und Gametogenese sind daher zwingend notwendig sowohl bei Modellorganismen wie auch bei endemischen Spezies.</p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N11CC7" label="4.3">
            <head>In vivo Exposition mit adulten <em>R. rutilus</em>
            </head>
            <subsection id="N11CCF" label="4.3.1">
               <head>Mortalitaet</head>
               <p>Die Mortalitaetsrate betrug bei allen verwendeten Substanzen waehrend der vierzehntaegigen Exposition von 2+ <em>R. rutilus</em> 0,0%. Dies ist vergleichbar zu aehnlichen Studien mit <em>Pimephales promelas</em> (Ankley et al. 2002; Panther et al. 2004). Der Vergleich mit den Expositionen der larvalen <em>R. rutilus </em>(EX1 und EX2) zeigt, dass auch hier die Haelterung unter nahezu optimalen Bedingungen stattgefunden hat und ein Einfluss auf die Kondition der Tiere durch die Haelterung ausgeschlossen werden kann.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11CE3" label="4.3.2">
               <head>Genexpression der Biomarker bei adulten <em>R. rutilus</em>
               </head>
               <p>Wie auch bei den larvalen <em>R. rutilus</em> zeigte sich, dass MT in den Gehirnen maennlicher Tiere die Expression der ARO-mRNA um ca. das 3-fache im Vergleich zur SoCo steigert. Alle anderen Substanzen fuehrten zu keiner Beeinflussung der Genexpression der ARO-mRNA. Ebenso kam es wie bei den larvalen Tieren durch die Exposition mit den oben beschriebenen Substanzen zu keiner signifikanten Beeintraechtigung der Expression der LH-mRNA und der FSH-mRNA in den Gehirnen der adulten <em>R. rutilus</em> beider Geschlechter.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11CF6" start="136"/>Die Beeinflussung der ARO-mRNA durch ein kuenstliches Androgen koennte bei laengerer Exposition ein Mechanismus sein, der, wie bei den larvalen Tieren in dieser Studie nachgewiesen, zur Vermaennlichung weiblicher Tiere fuehren kann. Eine dauerhafte Kontamination mit kuenstlichen Androgenen veraendert auch bei adulten Tieren ueber ein negatives Feedback die normale Homoeostase der HHG. Auffaellig bei der Exposition der adulten <em>R. rutilus</em> im Vergleich zu der der larvalen Tiere ist, dass es nur in zwei Faellen zu einer signifikanten Aenderung der mRNA-Expression kam, naemlich der Inhibierung der ER-mRNA in der Leber weiblicher Tiere und der Abnahme der AR-mRNA in den Gonaden weiblicher Tiere durch MT.</p>
               <p>Dies laesst die Schlussfolgerung zu, dass adulte Tiere, die ueber einen kurzen Zeitraum AACs ausgesetzt sind, zunaechst wenig Effekte auf die HHG zeigen, da der Koerper in der Lage zu sein scheint, das durch exogene Stoffe hervorgerufene Ungleichgewicht bei den hier angewandten Konzentrationen von 0,5*10<sup>-9 </sup>M bis 10<sup>-8 </sup>M effizient zu kompensieren. Larvale <em>R. rutilus</em> hingegen sind weitaus empfindlicher und deutlich mehr gefaehrdet adverse Effekte durch AACs zu erhalten. Fuer die weitere Diskussion sei hier nochmals darauf hingewiesen, dass die LH-mRNA-Expression und die FSH-mRNA-Expression weder bei den adulten noch bei den larvalen Tieren eine signifikante Veraenderung gegenueber der SoCo zeigte.</p>
               <p/>
            </subsection>
            <subsection id="N11D0C" label="4.3.3">
               <head>Enzymassays nach in vivo Kurzzeitexposition mit AACs</head>
               <p>Nach vierzehntaegiger Exposition zeigte sich keine signifikante Beeintraechtigung der Aromataseaktivitaet in den Gehirnen der weiblichen 2+ <em>R. rutilus</em> durch die eingesetzten AACs im Vergleich zur SoCo. Bei den maennlichen Tieren zeigte sich, dass MT die Aromataseaktivitaet in den Gehirnen steigert. Dies korreliert mit den in dieser Arbeit gezeigten Ergebnissen aus der Bestimmung der ARO-mRNA-Expression. Hier steigerte MT die Expression der ARO-mRNA im Gehirn ausschließlich bei den maennlichen 2+ Tieren. Durch die Enzymassays wurden die gezeigten Ergebnisse der Genexpression bestaetigt und auch hier kommt es nur bei den maennlichen Tieren durch das vermehrte Vorhandensein von MT zu einer Gegenregulation, um den androgenen Steroidhaushalt zu regulieren. Bei den Weibchen kommt es durch den im Verhaeltnis zu den Maennchen hoeheren Oestrogenspiegel zu keiner Gegenregulation, da sich das Verhaeltnis von Oestrogenen zu Androgenen nur geringfuegig aendert. Maennliche Tiere haben deutlich mehr Androgen als Oestrogen. Durch die Exposition mit MT wird das Verhaeltnis drastischer gestoert als in den Weibchen und durch das vermehrte Angebot an Substrat kommt es zu einem Anstieg der Aromataseaktivitaet, die einhergeht mit der gesteigerten Expression der ARO-mRNA in maennlichen <em>R. rutilus</em> Gehirnen. TPT zeigte keine Beeinflussung der Aromataseaktivitaet genauso wie VIN.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11D1C" start="137"/>In den Gehirnen von maennlichen 2+ <em>R. rutilus</em> fuehrte LET zu einer signifikanten Hemmung der Aromataseaktivitaet. Aus der Literatur ist bekannt, dass FEN, ein Aromatasehemmer, bei <em>C. carpio</em> die Aktivitaet des Enzyms senkte (Thibaut und Porte, 2004). LET, der in dieser Studie verwendete Aromatasehemmer, reduzierte die Aktivitaet von ARO bei Regenbogenforellen (<em>Oncorhynchus mykiss</em>) um 90% (Shilling et al. 1999). Der Mechanismus, der zu dieser Hemmung fuehrt, ist noch nicht geklaert. Die innerhalb dieser Arbeit gewonnen Ergebnisse lassen vermuten, dass dieser Effekt der Hemmung der Aromataseaktivitaet durch den Aromatasehemmer LET vermutlich bei allen Teleosteern zu finden sein wird.</p>
            </subsection>
            <subsection id="N11D2A" label="4.3.4">
               <head> Sexualsteroidspiegel im Blut von 2+ <em>R. rutilus </em>nach in vivo Kurzzeitexposition  mit AACs</head>
               <p>Obwohl TPT nicht in der Bindungstasche des AR bindet, besitzt diese Substanz eine potenzielle androgene Wirkung. Durch Hemmung der Steroidsynthese fuehrte TPT zu einer signifikanten Erniedrigung von E2 im Blutplasma adulter weiblicher <em>R. rutilus</em>. Bei den maennlichen 2+ <em>R. rutilus</em> ist der natuerliche E2-Spiegel im Plasma schon weitaus geringer als bei den Weibchen, so dass eine Erniedrigung nicht signifikant nachweisbar war.</p>
               <p>Das Androgen MT senkte die Konzentrationen von E2 und 11-KT im Blutplasma beider Geschlechter im Vergleich zur SoCo nach 14-taegiger Exposition. Dies ist durch den Mechanismus des negativen Feedbacks zu erklaeren (Kloas und Lutz, 2006). Bedingt durch das Vorhandensein von MT kommt es zu einer vermehrten Bindung an die AR in den Zielorganen sowie in den hoeher regulierenden Zentren des Hypothalamus und der Hypophyse. Durch das negative Feedback wuerde man bei <em>R. rutilus</em> eine Hemmung der Induktion der gonadotropen Hormone der Hypophyse erwarten. Dies ist in diesem Versuch nicht zu belegen gewesen. Allerdings wurde durch Harris et al. (2001) gezeigt, dass es zu einer zyklischen Ausschuettung des Sexualsteroids LH bei Regenbogenforellen (<em>O. mykiss</em>) kommt und sich nach 18 Wochen keine Unterschiede zu den Tieren aus der Kontrollgruppe mehr zeigen. Dies angenommen und mit dem Umstand kombiniert, dass nur zum Ende der Exposition die mRNA der gonadotropen Hormone bestimmt wurde, laesst die Schlussfolgerung zu, dass die Gegenregulation zu diesem Zeitpunkt noch nicht oder nicht mehr ueber die Ausschuettung von LH und FSH geregelt wurde. Es kommt wahrscheinlich zu einer fruehzeitigen Hemmung der Sekretion von LH und FSH, die im Verhaeltnis zur SoCo nach 14 Tagen nicht signifikant nachweisbar ist. Da LH und FSH nicht ausgeschuettet werden, kommt es zu einer Gegenregulation in Form einer vermehrten Produktion von Aromatase im Gehirn von <em>R. rutilus</em>. Dies wurde durch die Messung der Enzymaktivitaet bestaetigt.</p>
               <p>
                  <citenumber id="N11D49" start="138"/>Die vierzehntaegige Exposition adulter <em>R. rutilus</em> zeigt, dass auf der Ebene der Gonadotropine zu diesem Zeitpunkt keine Aenderung der mRNA-Expression stattfand. Ebenfalls gab es nur vereinzelte geringfuegige Aenderungen in der Expression von ER und AR, die in der Leber gemessen wurden. Dagegen sind nach 14 Tagen die Steroidspiegel im Plasma der Fische durch MT drastisch gesenkt worden und im Gehirn kommt es zu einer Steigerung der Aromatasesynthese, bedingt durch negatives Feedback. Wuerde man die Exposition weiterfuehren, duerfte man wohl nach einiger Zeit bei den adulten Tieren massive adverse Effekte auf die Gametogenese erkennen, die den Fortbestand einer Population stark gefaehrden koennten.</p>
               <p/>
            </subsection>
         </section>
         <section id="N11D54" label="4.4">
            <head>Fazit</head>
            <p>Die Auswirkungen von AACs auf <em>R. rutilus</em> wurden auf verschiedenen Untersuchungsebenen (morphologische Parameter, Geschlechterverhaeltnis, EIA, mRNA-Expression, Sexualsteroidspiegel im Blutplasma, Histologie) in dieser Studie erstmalig gezeigt.</p>
            <p>Hierbei zeigte sich, dass besonders die histologischen Untersuchungen eine sensitive Nachweismethode fuer die Wirkung von AACs sind. Die Expositionen von <em>R. rutilus</em> mit TPT, CYP, MT und VIN fuehrten zu adversen Effekten in der Gonadenentwicklung. Bei den Untersuchungen der molekularen Biomarker zeigten sich diverse Effekte. Vor allem die TPT exponierten Tiere zeigten auf molekularer Ebene deutliche Unterschiede zur SoCo. Allerdings bestaetigen die untersuchten Biomarker nicht die physiologischen Veraenderungen der Testes der Fische. Es ist somit zu vermuten, dass hier ein anderer Wirkmechanismus durch TPT vorliegt, als durch die Biomarker gezeigt werden konnte. Im Gegensatz dazu korrelieren die drastischen Veraenderungen der MT behandelten maennlichen <em>R. rutilus</em> mit  der Erhoehung von ARO (mRNA-Epression und Enzymassay), der AR-mRNA-Expression in der Leber, sowie der verringerten Level der Sexualsteroide (11-KT, E2). <em>R. rutilus</em> wurde in dieser Studie als ein gutes Modell zur Untersuchung von AACs etabliert.</p>
            <p/>
         </section>
      </chapter>
      <chapter id="chapter5" label="5">
         <head>Aussichten</head>
         <p>
            <citenumber id="N11D76" start="139"/>Die verschiedenen Versuchsansaetze, die hier in dieser Arbeit durchgefuehrt wurden, zeigen, dass die Kontamination von Oberflaechengewaessern mit AACs zu drastischen Schaeden in einer Fischart fuehren kann. War der Focus der Wissenschaft bisher auf die verheerenden Auswirkungen von (anti)oestrogen wirksamen Substanzen auf aquatisch lebende Tiere gerichtet und durch zahlreiche Publikation belegt worden, so zeigen die Ergebnisse dieser Arbeit, dass es genauso wichtig ist den Focus zusaetzlich auf AACs zu richten und in dieser Richtung weiter zu forschen. Es waere daher wuenschenswert mit dem in dieser Arbeit eingefuehrten Modell <em>R. rutilus</em> einen &#8222;full lifecycle test&#8220; durchzufuehren. Das heißt, Expositionsexperimente durchzufuehren mit AACs von der Fertilisation bis zur Fekunditaet eines Fisches/einer Population. Neben der Tatsache, dass es sich um einen sehr aufwendigen Versuch handeln wuerde, hat man festgestellt, dass 2+ <em>R. rutilus</em>, die man unter gleich bleibenden Bedingungen ueber zwei Jahre in einer Aquarienhalle gehaeltert hat, noch eine innere Saisonalitaet aufweisen aber nie gelaicht haben (persoenliche Mitteilung: Hoelker, IGB, Berlin). Um trotzdem Aussagen ueber den Einfluss von AACs auf das Hormonsystem von <em>R. rutilus</em> unter saisonalen Bedingungen stellen zu koennen, wuerde sich ein partieller &#8222;lifecycle test&#8220;, wie hier zum Teil durchgefuehrt, empfehlen. Hierzu koennten die Fische kontrolliert im Freiland gezuechtet werden, um dann zu der jeweiligen Saison dem Expositionsregime zugefuehrt zu werden. Somit koennte gezeigt werden ob und wie sich die Saisonalitaet auf die Wirkungen der AACs auf das Hormonsystem der Fische auswirkt. Weiterhin haette dies den Vorteil, dass man so gewonnene Resultate mit Ergebnissen aus Expositionen von &#8222;Laborfischen&#8220; wie dem Zebrafisch (<em>Danio rerio</em>) oder der Dickkopfelritze (<em>Pimephales promelas</em>) vergleichen koennte. Eventuelle Unterschiede koennten somit neue Erkenntnisse erbringen, um den Schutz einheimischer Fische zu optimieren. Diese Expositionen sollten dann auch in modernen Durchflussanlagen durchgefuehrt werden, wie es derzeit Standard in der oekotoxikologischen Forschung ist.</p>
         <p>Eine groeßere Anzahl von neuen sensitiven Biomarkern muesste entwickelt werden. Die Trennung von Hyphothalamus und Hypophyse zur Untersuchung verschiedener Biomarker waere essentiell. Weiterhin sollte zur Detektierung ein spezifischer Sexmarker bei <em>R. rutilus</em> gefunden werden, um genauere Aussagen ueber Intersex, Hermaphroditismus und/oder Geschlechtsumwandlung machen zu koennen und dadurch einen wichtigen Biomarker fuer die Oekotoxikologie zu haben. Hierzu wurden bisher verschiedene SOX-Gene (sex-determining region Y-like-box) und DMRT1 (Double Sex - Map Related Transcription Factor 1) als spezifische Primer mit den Methoden der RAPD (Random Amplified Polymorphic DNA) und ISSR (Inter-Simple Sequence Repeats) ausgetestet, ohne bisher einen Marker zu finden, (muendliche Mitteilung: Wuertz, IGB, Berlin). Weitere spezifische Marker und die Methode der ALFP (Amplified Fragment Length Polymorphism) sollten noch getestet werden.</p>
         <p>Die Beeinflussung von Hormonsystem, Schilddruesensystem und Immunsystem durch AACs, sollte parallel an diesem Modell weiter entwickelt und etabliert werden, wie es teilweise in der Arbeitsgruppe &#8222;endocrine disruptors&#8220; am Leibniz-Institut fuer Gewaesseroekologie und Binnenfischerei in Berlin schon stattfindet. All diese Untersuchungen sollten am besten mit <em>R. rutilus</em> durchgefuehrt werden, die unter kontrollierten, saisonal angepassten Bedingungen in einer Durchflussanlage in einem &#8222;full lifecycle test&#8220; gegenueber verschiedenen AACs exponiert werden.</p>
         <p/>
      </chapter>
   </body>
   <back id="N11D99">
      <bibliography id="N11D9B">
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         <head>Abkuerzungen und Akronyme</head>
         <p>[<sup>3</sup>H]-T = Tritium - Testosteron</p>
         <p>11-KT = 11-Keto-Testosteron</p>
         <p>AAC = (Anti)androgene Substanzen</p>
         <p>Abb. = Abbildung</p>
         <p>AchE = Acetylcholinesterase</p>
         <p>ARO = Aromatase</p>
         <p>BPA = Bisphenol A</p>
         <p>COMPRENDO = Comperative Research of Endocrine Disruptors</p>
         <p>CYP = Cyproteronazetat</p>
         <p>DDT = Dichlordiphenyltrichloraethan</p>
         <p>DMRT1 = Double Sex - Map Related Transcription Factor 1</p>
         <p>DNA = Desoxyribonukleinsaeure</p>
         <p>dpm = &#8222;dots per minute&#8220;</p>
         <p>E2 = 17ß-Oestradiol</p>
         <p>ED(s) = endocrine disruptor(s)</p>
         <p>EF = Elongationsfaktor 1&#945;</p>
         <p>EIA = EnzymImmunoAssay</p>
         <p>ERE = E2 -responsive Elemente</p>
         <p>
            <em>et al. = et alii</em>
         </p>
         <p>EX1 = erste Exposition larvaler <em>R. rutilus</em>
         </p>
         <p>EX2 = zweite Exposition larvaler <em>R. rutilus</em>
         </p>
         <p>FEN = Fenarimol</p>
         <p>FSH = Follikel stimulierende Hormon</p>
         <p>GnRH = Gonadotropin-releasing Hormon</p>
         <p>HE = Haematoxylin-Eosin</p>
         <p>HHG = Hypothalamus-Hypophysen-Gonaden-Achse</p>
         <p>HVL = Hypophysenvorderlappen</p>
         <p>IC<sub>50</sub> = &#8222;inhibiting concentration 50 percent&#8220;</p>
         <p>IGB = Leibniz-Institut fuer Gewaesseroekologie und Binnenfischerei</p>
         <p>IgG = Immunglobulin G</p>
         <p>IZ = interstitiellen (Leydigschen) Zellen</p>
         <p>L = Liter</p>
         <p>LC<sub>50 </sub>= lethal concentration 50%</p>
         <p>LET = Letrozol</p>
         <p>LH = Luteinisierende Hormon</p>
         <p>Lsg = Loesung</p>
         <p>mRNA = messenger-Ribonukleinsaeure</p>
         <p>MT = Methyltestosteron</p>
         <p>NB = &#8222;nonspecific binding&#8220; &#8211; unspezifische Bindung</p>
         <p>OECD = Organisation for Economic Co-operation and Development</p>
         <p>p, p`-DDE = Dichlordiphenyldichlorethylen</p>
         <p>PAK = polychlorierte Kohlenwasserstoffe</p>
         <p>PAN = Pesticide Action Network</p>
         <p>PCB = polychlorierte Biphenyle</p>
         <p>RARA = Radiorezeptorassay</p>
         <p>RT-PCR = Reverse Transcriptase-Polymerase Ketten Reaktion</p>
         <p>SB = &#8222;specific binding&#8220; &#8211; spezifisch gebundene Ligandenmenge</p>
         <p>SBP = Sexualsteroid bindende Protein</p>
         <p>Seq = Sequenz</p>
         <p>SoCo = Loesungsmittelkontrolle</p>
         <p>SOX = SRY-like-box</p>
         <p>SRY = sex-determining region Y</p>
         <p>T = Testosteron</p>
         <p>Tab. = Tabelle</p>
         <p>TAM = Tamoxifen</p>
         <p>TB = &#8222;total binding&#8220; &#8211; Gesamtbindung</p>
         <p>TPT = Triphenylzinn</p>
         <p>Tris = Tris(hydroxymethyl)-aminomethan</p>
         <p>UBA = Umweltbundesamt</p>
         <p>VIN = Vinclozolin</p>
         <p>z. B. = zum Beispiel</p>
         <p>ZNS = Zentrales Nervensystem</p>
      </abbreviation>
      <acknowledgement id="N127DE">
         <head>Danksagung</head>
         <p>Ich danke all meinen Kollegen am Institut fuer Gewaesseroekologie und Binnenfischerei in Berlin fuer Ihre Unterstuetzung waehrend meiner Doktorarbeit und eine sehr schoene Zeit, die ich sicher vermissen werde.</p>
         <p>Mein spezieller Dank gilt:</p>
         <p>Prof. Dr. Werner Kloas fuer die Bereitstellung des Forschungsthemas, konstruktiven Diskussionen, wissenschaftliche Unterrichtung und Unterstuetzung waehrend der Doktorarbeit. Weiterhin fuer sein Vertrauen mich in einem internationalen Projekt zu integrieren.</p>
         <p>Prof. Dr. Helmut Segner und Prof. Dr. Joerg Oehlmann fuer Ihre Unterstuetzung und Ihre Bereitschaft diese Arbeit zu beurteilen.</p>
         <p>Meiner Arbeitsgruppe (Ralph Urbatzka, Oana Jagnytsch, Ilka Lutz, Claudia Lorenz, Caterina Wiedemann, Antje Tillack, Wibke Schumacher, Ingo Cuppock, Achim Trubiroha, Bjoern Hermelink, Marcel Simon, Constanze Pietsch, Nadja Neumann, Klaus Knopf, Bernhard Rennert, Robert Opitz und Sven Wuertz) fuer die immer gute Zusammenarbeit und fuer Ihre Art der Wissenschaft auch eine lustige Seite abzugewinnen.</p>
         <p>Ilka und Claudia fuer den morgendlichen Kaffee und das Laecheln fuer den Tag.</p>
         <p>Ralph fuer eine schoene Reise nach Italien zum Fluss Lambro mit vielen neuen wissenschaftlichen und nicht wissenschaftlichen Erkenntnissen.</p>
         <p>Robert fuer viele Ratschlaege und neue Musik.</p>
         <p>Matti, dem besten Fischer von der ganzen Welt.</p>
         <p>Allen Mitstreitern des EU-Projektes COMPRENDO in dessen Rahmen diese Arbeit entstanden ist.</p>
         <p>Dr. Burkhard Waterman (Limnomar, Hamburg) fuer die histologische Aufarbeitung der Proben und fuer seine freundliche Unterstuetzung.</p>
         <p>Meinen Eltern, Geschwistern und Freunden.</p>
         <p>¡Ana mi corazón!</p>
      </acknowledgement>
   </back>
</etd>