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6.  ZUSAMMENFASSUNG

Der Scavenger Rezeptor BI (SR-BI) ist, zusammen mit seiner splicing-Variante SR-BII, der einzige bislang charakterisierte Rezeptor für High Density Lipoproteine (HDL). In zahlreichen aktuellen Arbeiten konnte gezeigt werden, daß die Expression von SR-BI einen anthiatherogenen Effekt hat und für die Fertilität und den Lipidstoffwechsel von Bedeutung ist. SR-BI wird besonders in Steroidhormon-produzierenden Zellen und Leberzellen stark exprimiert, wo er eine Schlüsselstellung im Reversen Cholesterol Transport einnimmt. In diesem Zusammenhang ist die Regulation der SR-BI-Expression und der selektiven Aufnahme verschiedener Lipide in der Leber von besonderem Interesse.

Sowohl Cholesterol, als auch Vitamin E werden über den SR-BI-vermittelten Selective Lipid Transfer aus HDL in Leberzellen aufgenommen. Aus der Aufnahme verschiedener Substrate über den gleichen Mechanismus am gleichen Rezeptor ergibt sich die Frage, ob die beiden Prozesse einander beeinflussen. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, daß die Aufnahme verschiedener Lipidklassen aus HDL von der Lipidzusammensetzung der Donorpartikel bestimmt werden könnte.

In der vorliegenden Arbeit wurde gezeigt, daß der Vitamin-E-Gehalt des Donor-HDL die Vitamin-E-Aufnahme in HepG2-Zellen bestimmt, die gleichzeitige Aufnahme von freiem Cholesterol jedoch nicht beeinflußt. Dieses Ergebnis war von der Inkubationszeit unabhängig. Die schrittweise Erhöhung der zellulären Vitamin-E-Konzentration führte zu einer schrittweisen Downregulation der SR-BI-Expression.

Der Fluß von freiem Cholesterol zwischen Zellen und HDL ist bidirektional. In Abhängigkeit vom Konzentrationsgradienten zwischen den Zellen und den Donorpartikeln resultiert ein Netto-Influx bzw. -Efflux von freiem Cholesterol. SR-BI beschleunigt den bidirektionalen Cholesterolflux. Wir konnten zeigen, daß durch Vitamin-E-Anreicherung der Zellen und dadurch reduzierte PKCα- und SR-BI-Expression der Cholesterol-Efflux aus HepG2-Zellen zu HDL als Akzeptorpartikel signifikant erniedrigt wird.

Da frühere Studien einen wechselseitigen Zusammenhang zwischen der SR-BI-Expression und dem Plasmacholesterolgehalt von Versuchstieren zeigten, wurde vermutet, daß Cholesterol die Expression von SR-BI in der Leber reguliert. Jedoch erbrachten Experimente, in denen der Cholesterolgehalt auf zellulärer Ebene manipuliert wurde, widersprüchliche Ergebnisse.


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Diese Arbeit zeigt, daß eine Erhöhung des Cholesterolgehalts von HepG2-Zellen keinen Einfluß auf die Expression von PKCα und SR-BI und die selektive Aufnahme von Vitamin-E und Cholesterol hat. Der Cholesterolefflux aus Zellen mit erhöhtem Cholesterolgehalt ist jedoch signifikant erhöht. Wurden die Zellen an Cholesterol verarmt, resultierte eine Erniedrigung der Expression von SR-BI und PKCα. Hieraus ergibt sich die Schlußfolgerung, daß die zelluläre Konzentration von Vitamin E und Cholesterol die SR-BI-Expression und den SR-BI-vermittelten Cholesterolefflux in HepG2-Zellen reguliert.


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25.11.2004