Barth, Klaus: Funktionelle postoperative Befunde bei Patienten mit oropharyngealen Tumoren

Aus der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
Direktor: Prof. Dr. med. V. Jahnke


D i s s e r t a t i o n
Funktionelle postoperative Befunde bei Patienten
mit oropharyngealen Tumoren

Zur Erlangung des akademischen Grades
doctor medicinae (Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin

von Klaus Barth ,
aus Heidelberg

Dekan: Prof. Dr. med. Dr. h. c. R. Felix

Gutachter:
Prof. Dr. med. W. Seidner
Prof. Dr. med. Dr. h.c. T. Hacki
Prof. Dr. med. B. Kramp

Einreichung: August 2000

Datum der Promotion: 26. Januar 2001

Kurzzusammenfassung

Die chirurgische und strahlentherapeutische Behandlung oropharyngealer Tumoren führt häufig zu einer Beeinträchtigung des Schluckens und Sprechens. Das Ziel dieser Arbeit ist die Untersuchung des Schweregrades der Schluck- und Sprechprobleme bei Patienten, die wegen Tumoren der Regio tonsillaris nach unterschiedlichen Operationsmethoden behandelt wurden.

54 Patienten mit oropharyngealen Tumoren (unterteilt nach den Operationsmethoden: A: Tumortonsillektomie; B: Oropharynxteilresektion mit primärem Wundverschluß; C: Oro-pharynxteilresektion mit plastischer Rekonstruktion) wurden mittels Befragung, mit einem standarisierten Fragebogen, einem kompletten HNO-Status inklusive transnasaler Endo-skopie, mit drei unterschiedlichen Sprachverständlichkeitstests und einer Röntgenkine-matographie untersucht.

Die besten funktionellen Resultate (sowohl der Schluck- als auch der Sprechfunktion) zeigten sich in Gruppe A, während sich in den Gruppen B und C deutlich schlechtere Ergebnisse fanden. Zwischen den Gruppen B und C ließen sich nur geringe Unterschiede feststellen. Die statistische Analyse konnte eine positive Korrelation der Ergebnisse innerhalb der Sprach-verständlichkeitstests sowie der drei Tests untereinander nachweisen.

Die Arbeit zeigt, daß durch Oropharynxteilresektionen mit primärem Wundverschluß und mit plastischer Rekonstruktion annähernd gleichwertige Resultate erzielt werden, obwohl der operationsbedingte Gewebedefekt vor plastischer Rekonstruktion deutlich größer ist. Diese Ergebnisse widersprechen einigen Literaturangaben, die schlechtere funktionelle Ergebnisse nach plastischer Rekonstruktion beschreiben. Die Arbeit zeigt außerdem, daß sich die drei verwendeten Sprachverständlichkeitstests für die Untersuchung der beeinträchtigten Sprech-funktion nach operativer Behandlung oropharyngealer Tumoren eignen.

Schlagwörter:
oropharyngeale Tumoren, Schluckfunktion, Sprachverständlichkeit, Röntgenkinematographie

Abstract

The surgical and radiotherapeutical treatment of oropharyngeal tumors often results in swallowing and speech malfunction. The purpose of this study is to investigate the severity of swallowing and speech malfunction in patients with tumors of the tonsillar region, which were treated by different surgical strategies.

54 Patients with oropharyngeal tumors (seperated according to the surgical strategy: A: radical tonsillectomy; B: partial oropharyngectomy and primary closure; C: partial oropharyngectomy and plastic reconstruction) were investigated by interrogation, a standardized questionaire, a full otorhinolaryngological examination including transnasal endoscopy, three different speech tests and a radiographic swallow examination.

The best functional results (regarding swallow- as well as speech function) were found in group A. The functional results in group B and C were distinctly worse, but only minimal differences could be found between these two groups. Statistical analysis confirmed a positive correlation of the results of the three speech tests and beetween the three speech tests.

The study shows very similar functional results after partial oropharyngectomy with primary closure and partial oropharyngectomy with plastic reconstruction, although the tissue defect before plastic reconstruction was distinctly greater. These results differ from some results in the literature, which describe worse functional results after plastic reconstruction. The study also shows the usability of the three speech tests to assess variant degrees of speech malfunction after surgical and radiotherapeutical treatment of oropharyngeal tumors.

Keywords:
oropharyngeal tumors, swallow function, speech intelligibility, radiographic swallow examination


Seiten: [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [60] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [82] [83] [84] [85] [86] [87] [88] [89] [90] [91] [92] [93] [94] [95] [96]

Inhaltsverzeichnis

TitelseiteFunktionelle postoperative Befunde bei Patienten mit oropharyngealen Tumoren
Danksagung
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungsverzeichnis
1 EINLEITUNG
1.1 Oropharyngeale Karzinome
1.2 Operative Therapie
1.3 Aero-Digestiv-Trakt
1.4 Schluckfunktion
1.5 Sprechfunktion
1.6 Fragebögen
2 PATIENTEN UND METHODEN
2.1 Operationsmethoden
2.1.1 Tumortonsillektomie
2.1.2 Oropharynxteilresektion
2.1.3 Primäre Wundheilung
2.1.4 Sekundäre Wundheilung
2.1.5 Plastische Rekonstruktion
2.1.5.1 Rekonstruktion mit dem Temporalis-Lappen
2.1.5.2 Rekonstruktion mit dem radialen Unterarmlappen
2.1.6 Neck dissection
2.1.7 Sprechübungsbehandlung
2.2 Untersuchungsmethoden
2.2.1 Fragebogen
2.2.2 HNO-Untersuchungsbefund
2.2.3 Untersuchung der Schluckfunktion
2.2.4 Untersuchung des Sprechens
2.2.4.1 Inverser Freiburger Sprachverständnistest
2.2.4.2 Göttinger Satzverständlichkeitstest
2.2.4.3 Textverständlichkeitstest
3 ERGEBNISSE
3.1 Auswertung der Patientenakten
3.1.1 Gesamtzahl der Patienten, Alters- und Geschlechtsverteilung
3.1.2 Primärtumorstadium
3.1.3 Lymphknotenbefall
3.1.4 Fernmetastasen
3.1.5 Tumorstadium
3.1.6 Operationsmethoden
3.1.7 Histologie
3.1.8 Resektionsbefund
3.1.9 Postoperative Strahlentherapie
3.2 Auswertung des Fragebogens
3.2.1 Nahrungsaufnahme
3.2.2 Empfindungsstörungen
3.2.3 Stimm- und Sprechschwierigkeiten
3.2.4 Verständlichkeitsschwierigkeiten
3.2.5 Einschränkung der Sozialkontakte
3.2.6 Allgemeine Belastbarkeitsprobleme
3.2.7 Beeinträchtigung durch Schmerzen
3.3 Auswertung der HNO-Untersuchungsbefunde
3.3.1 Resektionsvolumen -Gaumensegel-
3.3.2 Resektionsvolumen -Zungengrund-
3.3.3 Velopharyngealer Abschluß
3.3.4 Nasalität / Hyperrhinophonie
3.4 Auswertung der Röntgenkinematographie
3.4.1 Boluskontrolle / Mundhöhlenentleerung
3.4.2 Nasopharyngealer Reflux
3.4.3 Pharynxentleerung / Oesophagussphinkteröffnung
3.4.4 Aspiration
3.5 Auswertung zur Sprachverständlichkeit
3.5.1 Inverser Freiburger Sprachverständnistest
3.5.2 Göttinger Satzverständlichkeitstest
3.5.3 Textverständlichkeitstest („Gleich am Walde...“)
3.5.3.1 Verständlichkeit
3.5.3.2 Klangqualität und Höranstrengung
3.5.3.3 Allgemeine Qualität und Gesamteindruck
3.6 Statistische Auswertung
3.6.1 Bewertung der Ergebnisse des Fragebogens, der HNO-Untersuchungsbefunde und der
Röntgenkinematographie
3.6.2 Bewertung der Ergebnisse der Sprachverständlichkeitstests
4 DISKUSSION
5 ZUSAMMENFASSUNG
Bibliographie Literaturverzeichnis
Anhang A
A.1 ANHANG I: Inverser Freiburger Sprachverständnistest
A.2 ANHANG II: Göttinger Satzverständlichkeitstest
A.3 ANHANG III: Textverständlichkeitstest („Gleich am Walde...“)
Lebenslauf
Selbständigkeitserklärung

Tabellenverzeichnis

Tab. 1a: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden. (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil)
Tab. 1b: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den Operationsmethoden. (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil)
Tab. 2: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 3a: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 3b: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 4: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 5: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 6: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 7: Fragebogenauswertung anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden (Mittelwerte; prozentualer und absoluter Anteil).
Tab. 8: Auswertung zum resezierten Gaumensegelvolumen anhand einer Verteilung nach
den Operationsmethoden. (Mittelwert in Prozent; prozentualer und absoluter Anteil an den unterschiedlichen Resektionsvolumina)
Tab. 9: Auswertung zum resezierten Zungengrundvolumen anhand einer Verteilung nach
den Operationsmethoden. (Mittelwert in Prozent; prozentualer und absoluter Anteil an den unterschiedlichen Resektionsvolumina)
Tab. 10: Beurteilung des Nasalitätsanteils anhand einer Verteilung der Patienten nach den
Operationsmethoden / Vergleich mit einer Kontrollgruppe. (Mittelwert; prozentualer und absoluter Anteil an den unterschiedlichen Ausprägungsgraden)
Tab. 11: Überschreitungswahrscheinlichkeiten p berechnet mit dem Kolmogorov-Smirnov-Test auf Normalverteilung.
Tab. 12: Werte des Spearmanscher Korrelationsquotient (rs) und Produktmoment-
Korrelationsquotient (r) nach Pearson für die drei unterschiedlichen Tests zur Sprachverständlichkeit.

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Dokumentationsbogen für die Auswertung der Krankenakten
Abb. 2: Einteilung der Neck dissection nach Robbins et al. (1991)[83]
Abb. 3a: Fragebogen für Patienten mit oropharyngealen Tumoren
Abb. 4: Analysebogen zur Beurteilung der Schluckfunktion
Abb. 5: Auswertungsbogen für den Inversen Freiburger Sprachverständnistest
Abb. 6: Auswertungsbogens für den Göttinger Satzverständlichkeitstest
Abb. 7a: Auswertungsbogen für den Textverständlichkeitstest
Abb. 7b: Auswertungsbogen für den Textverständlichkeitstest (Fortsetzung)
Abb. 8: Prozentuale Altersverteilung der weiblichen und männlichen Patienten.
Abb. 9: Prozentuale Verteilung der weiblichen und männlichen Patienten nach den
Primärtumorstadien bei Stellung der Erstdiagnose
Abb. 10: Prozentuale Verteilung der Patienten nach dem regionären Lymphknotenbefall
bei Stellung der Erstdiagnose.
Abb. 11: Prozentuale Verteilung der Patienten nach dem Tumorstadium bei Stellung der
Erstdiagnose.
Abb. 12: Prozentualer Anteil der Operationsmethoden an der Behandlung der unterschiedlichen Primärtumorstadien.
Abb. 13: Tumortonsillektomie mit sekundärer Wundheilung (rechts: Phonation)
Abb. 14: Oropharynxteilresektion mit primärem Wundverschluß (rechts: Phonation)
Abb. 15: Oropharynxteilresektion mit plastischer Rekonstruktion (rechts: Phonation)
Abb. 16: Prozentualer Anteil der Patienten mit normalem bzw. inkomplettem velopharyngealen Abschluß anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden.
Abb. 17: Prozentualer Anteil der Patienten mit normaler bzw. eingeschränkter
Boluskontrolle anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden.
Abb. 18: Prozentualer Anteil der Patienten mit normaler bzw. unvollständiger
Mundhöhlenentleerung anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden.
Abb. 19: Prozentualer Anteil der Patienten mit normaler bzw. eingeschränkter
Pharynxentleerung und Oesophagussphinkteröffnung anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden.
Abb. 20: Prozentualer Anteil der radiologischen Aspirationsschweregrade bei den
Patienten anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden.
Abb. 21: Prozentuale Verständlichkeit der Patienten anhand einer Verteilung nach den
Operationsmethoden (Median, 25. und 75. Perzentil, Streubreite).
Abb. 22: Prozentuale Verständlichkeit der Patienten anhand einer Verteilung nach den
Operationsmethoden (Median, 25. und 75. Perzentil, Streubreite).
Abb. 23: Verständlichkeit der Patienten anhand einer Verteilung nach den
Operationsmethoden (Median, 25. und 75. Perzentil, Streubreite).
Abb. 24: Bewertung des Gesamteindrucks bzw. der allgemeinen Qualität der Sprache anhand einer Verteilung nach den Operationsmethoden (Median, 25. und 75. Perzentil, Streubreite).

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Thu Mar 29 14:16:22 2001