Beck, Dipl.-Ing. (FH) Michael: Strategien zur Steuerung der Bewässerung im Gewächshaus und Konsequenzen für die Strukturierung von Leitrechnersystemen

7

Kapitel 1. Einleitung

Um den aktuellen und zukünftigen Anforderungen in der Prozessautomatisierung gerecht zu werden sind die zur Bewässerungs- und Klimasteuerung im Gewächshausanbau eingesetzten Hard- und Softwarestrukturen zu überdenken (SCHMIDT 1996) .

Der Zwang zur Kostensenkung, zur Minderung der Umweltbelastung, zur Qualitätssteigerung und zur zielorientierten Massenproduktion erfordert neue Technologien in der Produktion (HENDRICKS 1997) . Aufgrund dieser Anforderungen und der Veränderung der gesetzlichen Rahmenbedingungen wie z.B. Pflanzenschutzgesetz, Wasserschutzgebietsauflagen in Baden-Württemberg (SCHALVO 1991) und Düngemittelverordnung sind die Produktionsbetriebe gezwungen die Klima- und Bewässerungssteuerung zu optimieren.

Sowohl durch eine optimierte Bewässerungssteuerung als auch durch eine optimale Klimaführung kann der Fungizideinsatz minimiert werden (FRENZ 1993); (HENDRICKS 1997) . Neue, dynamische Regelstrategien wie z.B. in der Klimaregelung „Cool Morning“ und „Diff“, sowie eine zeitweise trockene Kulturführung beeinflussen das Längenwachstum. Der Einsatz von Wuchshemmstoffen wird damit verringert (HENDRICKS et al. 1992) .

Sowohl bei der Kultur im gewachsenem Boden als auch bei erdelosen Kulturverfahren ist die Bewässerungssteuerung dem Wasserverbrauch der Pflanzen anzupassen. Dadurch kann eine Wasserversickerung und damit eine Nährstoffauswaschung verhindert und bei den geschlossenen, rezirkulierenden Systemen die Drainwassermenge exakt eingestellt bzw. auf ein Minimum reduziert werden. Forschungsvorhaben wie z.B. „Waterman“ der europäischen Gemeinschaft zeigen die Dringlichkeit und den Bedarf einer Optimierung der Bewässerungssteuerung bei der Bodenkultur (BALDENDONCK 1997) .

Die Transpiration wird hauptsächlich durch die Umgebungsbedingungen, d.h. durch das Gewächshausklima, bestimmt. Obwohl verschiedene Modelle klimatische Parameter berücksichtigen (HEIßNER 1997) und STANGHELLINI in (BAKKER et al. 1995) wird meist nur die außerhalb des Gewächshauses erfasste Einstrahlungssumme für die Bewässerungssteuerung verwendet. Mögliche Auswaschungsverluste werden bei dieser Methode nicht berücksichtigt.

Um Kontrollstrategien für eine automatische Bewässerungssteuerung abzuleiten werden im Rahmen dieser Arbeit die Zusammenhänge zwischen dem Wasserverbrauch, der Bodenfeuchte und dem Gewächshausklima untersucht.


8

Im Einzelnen werden folgende Teilaspekte bearbeitet:


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.

DiML DTD Version 2.0
Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML - Version erstellt am:
Thu Sep 6 16:38:22 2001