Fragestellung

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Die Peritonealdialyse ist in den letzten Jahrzehnten zu einem effektiven Nierenersatzverfahren bei Patienten mit terminaler Niereninsuffizienz herangreift. Doch seit Beginn der Peritonealdialyse sind mehr oder weniger dieselben Peritonealdialyselösungen in Gebrauch. Diese haben aufgrund ihrer Zusammensetzung und Eigenschaften, wie niedriger pH-Wert, hohe Osmolalität und Toxizität durch Glukose und dessen Degradationsprodukte mit konsekutiver AGE-Bildung einen negativen Einfluss auf den Langzeiterhalt des Peritoneum und dessen Fähigkeit, sich immunologisch mit fremden Erregern auseinanderzusetzen. Seit einigen Jahren wird an der Entwicklung modifizierter, auf Glukose basierender PDL und PDL mit alternativen osmotischen Agenzien, wie Icodextrin und Aminosäuren gearbeitet, bislang ist aber keine der neuen Lösungen weltweit für die klinische Anwendung zugelassen.

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Die zentralen Fragen der Arbeit waren die folgenden:

- Welche akuten und chronischen Wirkungen haben herkömmliche Glukose-PDL im Vergleich zu modifzierten auf Glukose basierenden PDL auf HPMC im Zellkulturmodell?

- Wie verhalten sich HPMC nach Inkubation mit den alternativen osmotischen Agenzien Icodextrin und Aminosäuren?

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Im akuten Modell wurden die Zellen den Lösungen unterschiedlich lange (ein und vier Stunden) ausgesetzt und dann für 24 Stunden in ein Ruhemedium überführt. Damit lassen sich die akut toxischen Effekte der Lösungen bezüglich Vitalitäts- und Synthesefunktionsminderung miteinander vergleichen. In einem zweiten Schritt wurden die Zellen einem Mix aus gleichen Teilen Lösung und Zellkulturmedium chronisch, d.h. für bis zu zehn Tage, repetitiv ausgesetzt. Dadurch war es möglich sich den in-vivo-Verhältnissen anzunähern, bei denen das Peritoneum über lange Zeit (Monate und Jahre) immer wieder den Lösungen ausgesetzt ist. Wie bereits in der Einleitung näher erläutert, scheinen insbesondere die Glukosedegradationsprodukte eher einen chronisch toxischen Effekt zu haben, der in bisherigen (Akut-)Modellen unterschätzt wurde. Um das Peritoneum zu schützen und damit auch eine lange Nierenersatztherapie mittels Peritonealdialyse zu ermöglichen, war es dringend erforderlich, die wesentlichen toxischen Effekte der herkömmlichen als auch der alternativen Peritonealdialyselösungen zu analysieren, um damit neue Therapiestrategien zu entwickeln bzw. bereits entwickelte in ihrer Toxizität zu überprüfen, um damit auf Grundlage der Daten das Risiko einer klinischen Anwendung zu minimieren.


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11.12.2006