Bergann, Anna : Möglichkeiten und Grenzen des Vergleichs von pränatalen sonographischen und autoptischen Untersuchungsergebnissen in der fetalen Diagnostik

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Kapitel 2. Aufgabenstellung

Auf der Grundlage pränatal-sonographischer Befunde werden bei schweren, nichttherapierbaren Fehlbildungen vorzeitige Schwangerschaftsbeendigungen durchgeführt. Die genannten Differenzen erschweren die Überprüfung der pränataldiagnostischen Befunde durch die Autopsie. Ziel muss es sein, die Ursachen für Fehldiagnosen zu analysieren. Da sich hinter jedem Befund ein Fall und damit eine betroffene Patientin mit einem ungeborenen Kind verbirgt, besteht dringender Bedarf, die interdisziplinäre Arbeit kritisch zu beleuchten, um den Anteil von Fehldiagnosen zu verringern. Zusätzlich unterscheiden sich die Ergebnisse bei allen verglichenen Studien für identische Befunde so stark, daß der prozentuale Anteil von falsch-positiven und falsch-negativen Befunden de facto zu hoch ist.

Bei den umfangreichen Recherchen wurde keine Studie gefunden, die eine Katalogisierung der möglichen Fehlerfaktoren auf die erhobenen Diagnosen hin vornimmt und deren Einfluss untersucht hat. Aus diesem Grund werden in der vorliegenden Arbeit sämtliche auftretende Fehlbildungen auf einen Zusammenhang zu detaillierten Kategorien von Fehlerursachen untersucht. Diese Fehlerursachen werden auf ihre Relevanz für die Diagnosefindung geprüft, um nicht beeinflußbare (z.B. technische) von beeinflußbaren (z.B. organisatorischen, ausbildungsabhängigen) Ursachen zu unterscheiden und Verbesserungsmöglichkeiten aufzuzeigen.


Die Arbeit verfolgt dabei folgende Zielstellungen:

  1. In Zusammenarbeit mit Pränataldiagnostikern und Pathologen werden Fehldiagnosen und ihre Ursachen untersucht.
  2. Durch eine Kategorisierung der Fehlerursachen in fetale, maternale, temporale, artifizielle, technische und subjektive Ursachen sowie die Analyse ihrer Bedeutung in der fetalen Diagnostik soll das Ziel erreicht werden, interdisziplinäre Gemeinsamkeiten und Unterschiede herauszuarbeiten, um vermeidbare Fehler aufzuzeigen und unvermeidliche Differenzen zu bewerten.
  3. Das soll zu einer Bewusstmachung der Fehlerquellen führen. Die Erkennung dieser Ursachen soll helfen, ihren Einfluss zu verringern.
  4. Aus der Analyse der Differenzen sollen Vorschläge erarbeitet werden, wie die Pränataldiagnostik und Fetalpathologie noch besser zusammenarbeiten können, um vermeidbare Fehler im Vorfeld zu reduzieren.
  5. Die Arbeitsrahmen von Pränataldiagnostik und Fetalautopsie sollen herausgearbeitet werden, um die Erhebung sonographischer Befunde zielgerichtet mit deren pathologischer Überprüfung zu verknüpfen.


Die zu erstellenden Fehlerkategorien werden für eine Fallgruppe angewendet und deren Häufigkeit ausgewertet. Falsch-positive und falsch-negative Befunde sollen ihrer Bedeutung entsprechend im Kontext des Vergleichs analysiert werden.


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Anhand der Obduktionsfälle des Jahres 2000 (119 Feten aus der 13.-36. SSW) am Institut für Pathologie der Charité Berlin soll die Durchführbarkeit der Methode geprüft werden.

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Wed Sep 24 9:44:52 2003