Anhang A: Text des ersten Anschreibens an die Frauen

Liebe Patientin,

seit Beginn letzten Jahres führen wir an der Humboldt-Universität ein groß angelegtes Forschungsprojekt durch, in dessen Mittelpunkt Frauen stehen, die durch Fehlgeburten ungewollt ihre Schwangerschaft verloren haben. Im Rahmen dieser Studie soll untersucht werden, wie Frauen und ihre Partner den Schwangerschaftsverlust körperlich und psychisch verarbeiten und ob bzw. welche Auswirkungen solche Schwangerschaftsverluste auf eine neu eingetretene Schwangerschaft und deren Verlauf haben können. Eine solche Untersuchung ist notwendig, um feststellen zu können, welche Art von medizinischer, aber auch psychologischer Betreuung für Frauen nach einer Fehlgeburt erforderlich und angemessen sind. Für diese Untersuchung bitten wir um Ihre Mitarbeit.

Wenn Sie sich an unserer Studie beteiligen, möchten wir Sie über einen Zeitraum von ca. 2 Jahren begleiten. Sie erhalten dann postalisch von uns in halbjährlichen Abständen einen Fragebogen zur Beantwortung. Darin enthalten sind Fragen zu Ihrer gesundheitlichen Situation, Ihrem Umgang mit der Fehlgeburt, und zu Ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen. Die Befragung bleibt völlig anonym. Wenn Ihr Partner einverstanden ist, möchten wir auch ihn über einen gesonderten Fragebogen in die Befragung miteinbeziehen.

Über den gesamten Zeitraum der Untersuchung stehen wir Ihnen als Ansprechpartner bei Fragen oder Problemen in Hinblick auf die Fehlgeburt oder eine neue Schwangerschaft zur Verfügung.

Wir bitten Sie, uns innerhalb der nächsten zwei Wochen auf beiliegenden Antwortkärtchen mitzuteilen, ob Sie bereit sind, an dieser Studie teilzunehmen. Wenn ja, erhalten Sie von uns den ersten Fragebogen, der auch detailliertere Informationen über das Projekt enthält. Hierbei ist es notwendig, Ihre Anschrift (Absender) lesbar auf dem Antwortkärtchen zu vermerken. Das Vorgehen ist mit dem Berliner Datenschutzbeauftragten (Tel.: 75 60 47 86, Vorgangsnr. 54.1933.1) abgesprochen. Genauere Ausführungen zu unserem Vorgehen, das auf die aktuellen datenschutzrechtlichen Bestimmungen abgestimmt ist, finden Sie auf der nächsten Seite.

Datenschutzrechtliche Bestimmungen: Wie kommen wir zu Ihrer Anschrift?

Die Mitarbeiter Ihrer behandelnden Klinik wurden von uns gebeten, allen Frauen, die wegen einer Fehlgeburt im letzten Monat behandelt wurden, unser Anschreiben zuzuschicken. Da wir als Forschungseinrichtung natürlich die Portokosten übernehmen müssen, wurden diese Briefe in einem verschlossenen Umschlag von Ihrer Klinik zunächst dem Universitätsklinikum Charité übergeben und von dort aus zu Ihnen weitergeleitet. Uns, den Mitarbeitern dieses Projektes sind damit augenblicklich weder Ihr Name noch Ihre Anschrift bekannt. Erst, wenn Sie uns das Antwortkärtchen mit Ihrem Absender zurücksenden, erfahren wir diese persönlichen Daten von Ihnen.

Diese persönlichen Daten (Ihr Name und Ihre Anschrift) werden getrennt von allen weiteren Daten der Fragebögen (die anonymisiert bleiben) gespeichert und sind nur den Mitarbeitern unseres Projektes, die selbstverständlich unter Schweigepflicht stehen, zugänglich. Sollten Sie sich trotz Zusage aus irgendeinem Grunde gegen eine weitere Teilnahme an der Studie entscheiden, so können Sie Ihr Einverständnis jederzeit widerrufen. Ihre persönlichen Daten werden dann umgehend gelöscht. Das gleiche geschieht mit den Anschriften aller Teilnehmerinnen nach Abschluß der Studie.

Des weiteren hat uns Ihre Klinik eine anonymisierte Liste zur Verfügung gestellt, die allgemeine Daten der Frauen, die wegen einer Fehlgeburt behandelt wurden, enthält (u.a. Alter der Frauen, Anzahl der Kinder, Anzahl früherer Schwangerschaften). Es ist nicht möglich, aus diesen Angaben auf eine bestimmte Person zurück zu schließen. Die Liste enthält Kode-Nummern, die Sie auch auf dem Antwortkärtchen finden. Diese Kode-Nummern ermöglichen uns eine Zuordnung der Frauen, die an der Studie teilnehmen.

Die anonymisierten „Kontrolldaten“ zu denjenigen Frauen, die nicht an der Untersuchung teilnehmen, sind wichtig, um die wissenschaftliche Qualität einer Untersuchung zu sichern. Ein konstruiertes Beispiel soll Ihnen das verdeutlichen: Damit soll beispielsweise vermieden werden, daß ohne unsere Kenntnis nur Frauen ohne Kindern an der Untersuchung teilnehmen, während Frauen mit Kindern möglicherweise aus Zeitgründen ablehnen. Dies hätte natürlich erhebliche Konsequenzen für die Ergebnisse unserer Untersuchung, die Aussagen über alle Frauen mit Fehlgeburten treffen möchte.

Sollten Sie Fragen an uns haben, so können Sie sich gern unter den im Briefkopf aufgeführten Telefonnummern an uns wenden.


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24.07.2006