Anhang B: Ergänzungen zur Stichprobenbeschreibung (Abschnitt 4.2)

Bestimmung der erforderlichen Stichprobenumfänge

Die A-Priori-Abschätzung des erforderlichen Mindeststichprobenumfangs erfolgte unter Zuhilfenahme des statistischen Programmpakets „G-Power“ (Faul & Erdfelder, 1992) für die Hypothese 2a): Frauen mit vorausgegangenen Fehlgeburten weisen in einer neuen Schwangerschaft ein gegenüber anamnestisch nicht belasteten Schwangeren erhöhtes Beschwerdeniveau und erhöhte Komplikationsraten auf.

In den bislang vorliegenden Studien werden im Vergleich der anamnestisch durch vorausgegangene Fehlgeburten belasteten Schwangeren mit in dieser Hinsicht unbelasteten Schwangeren für das Beschwerdeniveau, hier in erster Linie der Ängste in der Schwangerschaft, und die Häufigkeit von Schwangerschafts- und Geburtskomplikationen durchgehend mittlere bis hohe Effekte erzielt (vgl. Tabelle 41). Die Berechnung des optimalen Stichprobenumfangs für die geplante Studie erfolgt auf der Basis der in unserer eigenen Untersuchung erzielten mittleren Effektgrößen (Rauchfuß et al., 1996), da der hier verwendete Fragebogen zur Erfassung schwangerschafts- und geburtsbezogener Ängste auch in der vorliegenden Studie zum Einsatz kommen wird. Bei einer Irrtumswahrscheinlichkeit von α = 0,05 und einer Teststärke von 1-β = 0,80 ergibt sich ein für die Prüfung der Hypothesen erforderlicher Stichprobenumfang von n = 72 (berechnet für den T-Test für unabhängige Stichproben). Es sind demnach 72 anamnestisch durch Fehlgeburten belastete Schwangere (Versuchsgruppe) und 72 anamnestisch nicht belastete Gravidae (Kontrollgruppe) zur Prüfung dieser Hypothesen notwendig.

Tabelle 41: Studien, die Grundlage der Schätzung der für die vorliegende Untersuchung notwendigen Stichprobenumfänge bilden

Quelle

Variable/ Meßverfahren

Mittelwert – Schwangere mit vorausgega n genen Fehlgebu r ten

Mittelwert –
anamnestisch nicht b
e lastete Schwangere

mittlere
Sta
n dard abweichung

Effektgröße

Theut et al. (1988)

Schwangerschaft s bezo gene Ängste: Pregnancy Outcome Questionaire (POQ)

32,84

27,81

5,67

0,89
(t-Test)

Läpple & Krumb a cher (1988)

Zustandsängste: State-Trait-Angst-Inventar (STAI, Laux et al., 1981)

7

5

2

1,00
(t-Test)

Rauc h fuß et al. (1996)

Schwangerschaftsbezog e ne Ängste: Fragebogen zu schwangerschafts- und
geburtsbezogenen Äng
s ten

18,49

15,49

4,79

0,59
(t-Test)

 

Auftretenshäufi g keit von Schwangerschafts- und
G
e burtskomplikationen

-

-

-

0,70
(Chi2-Test)

Beschreibung der Untersuchungsgruppe II

Die 232 Frauen der Untersuchungsgruppe II sind im Durchschnitt 31 Jahre alt (M=31,400, sd=6,124), und zum zweiten Mal schwanger (M=2,170, sd=1,395). Von den 232 Frauen haben 56 Frauen (24,1%) bereits zum wiederholten Male eine Fehlgeburt erlitten. 39,7% der Frauen geben an, bereits Kinder zu haben, 60,3% geben an, keine Kinder zu haben. Der Familienstatus verteilt sich in der Stichprobe II wie folgt: 50,9% der Frauen sind verheiratet, 41,8% ledig, 6,5% geschieden und 0,9% verwitwet. 97,8% der Frauen geben an, in einer festen Partnerschaft zu leben. 61,6% können eine Fachhochschulabschluß oder Abitur nachweisen, 31,9% eine mittlere Reife und 4,7% einen Haupt- oder Sonderschulabschluß. Zum ersten Befragungszeitpunkt sind 63,8% der Frauen erwerbstätig, 11,6% in Ausbildung und 24,6% nicht erwerbstätig.

Vergleich der Untersuchungsgruppen I und II mit den Kontrollgruppen I – III anhand soziodemographischer Daten

Tabelle 42: Vergleich der Schwangeren der Untersuchungsgruppen (UG) I und II mit den Schwangeren der Kontrollgruppen (KG) I, II und III anhand soziodemographischer Daten

 

Alter

Anzahl der Ki n der

Gravidität (Anzahl der Schwangerscha f ten)

Familie n stand

Unters u chungsgruppe I zu Erhebungszei t punkt 4 (n=108)

M=31,0
sd=5,10

M=0,454
sd=0,741

M=2,888
sd=1,022

verheiratet: 54,6%
ledig: 41,7%
geschieden: 2,8%
verwitwet: 0,9%

Unters u chungsgruppe II zu Erhebungszei t punkt 4 (n=80)

M=30,676
sd=4,380

M=0,375
sd=0,582

M=2,808
sd=0,854

verheiratet: 50,9%
ledig: 41,8%
geschieden: 6,5%
verwitwet: 0,9%

Kontrollgruppe I (n=69)

M=30,116
sd=5,043

M=0,493
sd=0,851

M=1,696
sd=0,928

verheiratet: 40,6%
ledig: 56,5%
geschieden: 2,9%

Kontrollgruppe II (n=82)

M=28,744
sd=4,873

M=0,390
sd=0,681

M=1,561
sd=0,833

verheiratet: 42,7%
ledig: 56,1%
geschieden: 1,2%

Kontrollgruppe III (n=97)

M=29,81
sd=4,707

M=0,258
sd=0,582

M=1,500
sd=0,918

verheiratet: 41,2%
ledig: 55,7%
geschieden: 3,1%

     

Kruskal-Wallis-Test 47
Vergleich UGI, KGI, KGII, KGIII

Chi2=5,514
df=3
p=0,138

Chi2=5,505
df=3
p=0,138

Chi 2 =108,657
df=3

p=0,000

Chi2=2,221
df=3
p=0,528

   

U-Test (post hoc):

 

UGI – KGI

  

U=928,500
p=0,000

 

UGI – KGII

  

U=913,500
p=0,000

 

UGI – KGIII

  

U=990,500
p=0,000

 
     

Kruskal-Wallis-Test 48
Vergleich UGII, KGI, KGII, KGIII

Chi2=5,514
df=3
p=0,138

Chi2=5,505
df=3
p=0,138

Chi 2 =108,657
df=3

p=0,000

Chi2=2,221
df=3
p=0,528

   

U-Test (post hoc):

 

UGII – KGI

  

U=928,500
p=0,000

 

UGII – KGII

  

U=913,500
p=0,000

 

UGII – KGIII

  

U=990,500
p=0,000

 

Tabelle 43: Vergleich Schwangeren der Untersuchungsgruppen (UG) I und II mit den Schwangeren der Kontrollgruppen (KG) I, II und III anhand soziodemographischer Daten

 

Partnerschaft (fester Par t ner
ja/nein)

Erwerb s status

Bildungsstatus

Untersuchungsgruppe I zu Erh e bungszeitpunkt 4 (n=108)

ja: 99,1%
nein: 0,9%

erwerbstätig: 66,4%
in Ausbildung: 12,1%
nicht erwerbstätig: 16,8%
fehlend: 4,7%

Hoch-/ Fachschule/ Abitur: 68,5%
mittlere Reife: 26,9%
Haupt-/Sonderschule: 2,8%

Untersuchungsgruppe II zu Erh e bungszeitpunkt 4 (n=80)

ja: 97,8%
nein: 2,2%

erwerbstätig: 63,8%
in Ausbildung: 11,6%
nicht erwerbstätig: 24,6%

Hoch-/ Fachschule/ Abitur: 61,6%
mittlere Reife: 31,9%
Haupt-/Sonderschule: 4,7%

Kontrollgruppe I (n=69)

ja: 98,6%
nein: 1,4%

erwerbstätig: 68,1%
in Ausbildung: 10,1%
nicht erwerbstätig: 21,7%

Hoch-/ Fachschule/ Abitur: 62,3%
mittlere Reife: 33,3%
Haupt-/Sonderschule: 4,3%

Kontrollgruppe II (n=82)

ja: 92,7%
nein: 6,1%
fehlend: 1,2%

erwerbstätig: 56,1%
in Ausbildung: 15,9%
nicht erwerbstätig: 28,0%

Hoch-/ Fachschule/ Abitur: 53,7%
mittlere Reife: 37,8%
Haupt-/Sonderschule: 7,3%

Kontrollgruppe III (n=97)

ja: 99,0%
nein: 1,0%

erwerbstätig: 58,8%
in Ausbildung: 10,3%
nicht erwerbstätig: 28,9%
fehlend: 2,1%

Hoch-/ Fachschule/ Abitur: 63,9%
mittlere Reife: 34,0%
Haupt-/Sonderschule: 2,1%

    

Kruskal-Wallis-Test 49
Vergleich UGI, KGI, KGII, KGIII

Chi2=8,737
df=3
p=0,033

Chi2=2,610
df=3
p=0,456

Chi2=4,390
df=3
p=0,222

 

Kreuztabe l len:

  

UGI – KGI

Standardisierte Residuen: -0,3

  

UGI – KGII

Standard i sierte Resid u en: 2,7

  

UGI – KGIII

Standardisierte Residuen: -0,7

  
    

Kruskal-Wallis-Test 50
Vergleich UGII, KGI, KGII, KGIII

Chi2=8,737
df=3
p=0,033

Chi2=2,610
df=3
p=0,456

Chi2=4,390
df=3
p=0,222

 

Kreuztabe l len:

  

UGII – KGI

Standardisierte Residuen: -0,4

  

UGII – KGII

Standard i sierte Resid u en: 2,5

  

UGII – KGIII

Standardisierte Residuen: -0,7

  


Fußnoten und Endnoten

47  Keine der Variablen ist normalverteilt, so dass ein nichtparametrischer Test angewandt wird.

48  Keine der Variablen ist normalverteilt, so dass ein nichtparametrischer Test für multiple Mittelwertvergleiche angewandt wird.

49  Keine der Variablen ist normalverteilt, so dass ein nichtparametrischer Test angewandt wird.

50  Keine der Variablen ist normalverteilt, so dass ein nichtparametrischer Test für multiple Mittelwertvergleiche angewandt wird.



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24.07.2006