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7.  Ausblick

Die Ergebnisse der vollständigen Substitutionsanalyse von VIP bietet mehrere Ansätze, verschiedene VIP-Analoga unter Erhalt der Bindungseigenschaften zu entwickeln. Mit Hilfe der

Substitutionsanalyse von VIP konnten zahlreiche farbstoffmarkierte VIP-Derivate wie zum Beispiel [Arg8 ]-VIP, [Arg16 ]-VIP und [Trp2 ]-VIP identifiziert werden, welche gegenüber dem nativen VIP-Cy5-Konjugat eine höhere Bindung zu VPAC1 -überexprimierten Zellen zeigten. Für eine weitere Optimierung dieser Analoga wären zusätzliche Substitutionsanalysen notwendig. Ferner ist die Position des Farbstoffmoleküls von entscheidender Bedeutung, so daß es bei den verschiedenen VIP-Konjugaten unerläßlich ist, die optimale Farbstoffposition mit einem Farbstoffwalk zu ermitteln.

Die Ergebnisse der Substitutionsanalyse können außerdem für die gezielte Steigerung der Stabilität des VIP genutzt werden. Die Stabilisierung kann über die Substitution von für die Rezeptorbindung nicht essentiellen Aminosäuren mit nichtpeptidischen Verbindungen, unnatürlichen Aminosäuren oder D-Aminosäuren erfolgen. Weiterhin ist auch denkbar, über Cystein oder Homocystein Zyklisierungen in die VIP-Sequenz einzufügen. Derartige Zyklisierungen konnten von Xia et al. am Beispiel von Ro 25-1392, einem zyklisierten VIP-Analogon für VPAC2 , erfolgreich eingesetzt werden. Auch bei der Entwicklung des Somatostatin-Derivates Oktreotid wurde der Ligand zyklisiert (Rosenberg, 1988).

In der vorliegenden Arbeit wurde das VIP-Analogon [Arg8 ]-VIP detailierten in vitro Tests unterzogen. Bei der Untersuchung der metabolischen Stabilität in Rattenleberextrakt hat [Arg8 ]-VIP-Cy5 eine erhöhte Stabilität gegenüber dem nativen VIP-Cy5-Derivat gezeigt. Diese erhöhte Stabilität konnte weiterhin mit einer höheren Halbwertszeit des Analogons im in vivo Imaging mit Mäusen bestätigt werden. Es ist jedoch nicht geklärt, wie sich dieses Analogon auf der Oberfläche der Tumorzellen verhält. Demgemäß sollte untersucht werden, ob der Ligand außen auf der Zelloberfläche bleibt oder mittels Rezeptor-vermittelter Endozytose internalisiert wird.

Für die in vivo Imaging-Experimente in dieser Studie wurden Mäuse mit inokulierten Tumoren verwendet. Um eine Untersuchung der Fluoreszenzbildgebung unter realistischeren Bedingungen durchzuführen, sollten zusätzlich Experimente mit Tieren, die spontan selbst Tumore entwickeln, in Betracht gezogen werden. Im Fall der Weiterentwicklung der VIP-Derivate sollte weiterhin die Toxizität der Substanzen überprüft werden, da toxische Nebeneffekte der farbstoffmarkierten VIP-Derivate nicht ausgeschlossen werden können.


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22.01.2004