Meyboom, Astrid: Untersuchungen zur Wechselwirkung von Surfactant Protein A mit Liposomen

Kapitel 1. Einleitung

Die Atmung des Menschen, im Ruhezustand etwa zwölf Atemzüge pro Minute, ist eine lebensnotwendige Funktion. Deren Aufrechterhaltung erfordert viele verschiedene Faktoren. Eine physiologisch wichtige Komponente der Atemfunktion ist ein oberflächenaktives Gemisch aus Lipiden und Proteinen, das die innere Oberfläche der Lungen auskleidet und ihr Zusammenfallen verhindert. Dieses Gemisch wird als Surfactant bezeichnet, eine aus dem Englischen übernommene Abkürzung von surface active agent (oberflächenaktiver Stoff).

Die Bestandteile des Surfactants werden von den alveolären Typ-II-Pneumozyten (Lungenzellen) gebildet, in speziellen Organellen, den Lamellarkörpern, gespeichert und nach Bedarf in die Alveolen sezerniert. Neben der Senkung der Oberflächenspannung erfüllt das Surfactant auch Funktionen bei der Immunabwehr der Lunge.

Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht das Surfactantprotein A (SP-A), das unter den vier spezifischen Surfactantproteinen (durchalphabetisiert von SP-A bis SP-D) das mengenmäßig häufigste ist. Den Hauptbestandteil des Surfactants bilden Phospholipide (> 80%), deren Interaktion mit SP-A analysiert wurde.

In der Lunge ist SP-A stets mit Phospholipiden assoziiert; in vitro können Interaktionen zwischen SP-A und Liposomen gemessen werden. Dazu verwendet man ein vereinfachtes, rekonstituiertes System, um die ablaufenden Prozesse in Abhängigkeit verschiedener Faktoren zu analysieren und Kausalbeziehungen aufzustellen. Der methodische Schwerpunkt der hier vorgelegten Arbeit liegt im vergleichenden Einsatz der Resonant Mirror Spektroskopie und der kinetischen Lichtstreuung zur detaillierten Untersuchung der SP-A/Liposomen-Interaktion.

Von einer genauen Kenntnis der im Surfactant ablaufenden molekularen Prozesse ist langfristig ein Beitrag zur Entwicklung wirksamer und spezifischer Therapien von Atemstörungen zu erhoffen.

Um die Thematik zu veranschaulichen, beginnt die Darstellung mit einem Überblick über die Bestandteile des Surfactantsystems und deren funktionelle Bedeutung. Daran schließt sich eine Beschreibung der verwendeten Methoden an. Nachfolgend werden die Ergebnisse dargestellt und in der Diskussion interpretiert.


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Fri May 21 11:47:05 1999