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4.  Ergebnisse

4.1. Klinische Charakteristika

Metoprolol wurde von den Probanden nur einmalig 2h vor der Untersuchung in unserer Einrichtung eingenommen. Kein Proband bemerkte innerhalb der Untersuchungszeit spezifische Nebenwirkungen von Metoprolol. Sibutramin wurde zu zwei Untersuchungstagen eingenommen. Da Metoprolol nur einmalig obendrein in unserer Einrichtung eingenommen wurde, liegt die Fallzahl für Sibutramin bei n=22. 19 Probanden bemerkten mit Sibutramin Nebenwirkungen. 7 Probanden nannten Schüttelfrost, sechs Freiwillige berichteten über Schlaflosigkeit. In drei Fällen wurden gleichzeitig Müdigkeit, Mundtrockenheit und Hitzewallungen bemerkt. Jeweils einmal wurden Kopfschmerzen und Palpitationen genannt (Tabelle 4).

Tab. 4: Nebenwirkungen von Sibutramin, Placebo und Metoprolol. Mehrfach Nennungen waren möglich

 

Placebo

 

 

Sibutramin

  

Metoprolol+

Sibutramin

 

 

Anzahl

%

 

Anzahl

%

 

Anzahl

%

 

n=11

  

n=22

  

n=11

 

Schüttelfrost

-

0

 

7

32

 

-

0

Schlafstörungen

1 (#)

9

 

6

27

 

-

0

Müdigkeit

-

0

 

3 (§)

14

 

-

0

Mundtrockenheit

1

0

 

3 (§)

14

 

-

0

Wärmegefühl

1 (#)

9

 

3 (§)

14

 

-

0

Kopfschmerz

-

0

 

1

5

 

-

0

Palpitationen

-

0

 

1

5

 

-

0

Schwindel

1 (#)

9

 

-

0

 

-

0

Insgesamt

4

  

17

  

0

 

§ Probanden gaben gleichzeitig die genannten Nebenwirkungen an.
# Proband gab gleichzeitig diese Nebenwirkungen an.

4.2. Kardiale und zirkulatorische Parameter

4.2.1. Herzfrequenz im Liegen und Stehen

In liegender Position betrug die Herzfrequenz 58±2 Schläge/min unter Placebo, 62±2 Schläge/min unter Sibutramin (p<0.001 versus (vs.) Placebo) und 54±2 Schläge/min unter Sibutramin und Metoprolol (p<0.001 vs. Placebo und Sibutramin) (Abbildung 7).

Jeder einzelne Proband wies unter Sibutramin im Mittelwert eine höhere Herzfrequenz auf als unter Placebo.

Im Stehen (nach 3 Minuten 75° Stehwinkel) war die Herzfrequenz 85±2 Schläge/min unter Placebo, 97±3 Schläge/min unter Sibutramin (p<0.01 vs. Placebo) und 68±2 Schläge/min unter Sibutramin und Metoprolol (p<0.001 vs. Sibutramin und Placebo). (Abbildung 8). Zwei Probanden hatten nach 3 Minuten 75° mit Placebo eine höhere Herzfrequenz als mit Sibutramin. Bei diesen Probanden kam es im Verlauf des Kipptischversuchs zu schnelleren Herzfrequenzen mit Sibutramin. Am Ende des Kipptischversuchs betrugen die mittleren Herzfrequenzen aller Testpersonen 91±4 Schläge/min unter Placebo, 106±4 Schläge/min unter Sibutramin (p<0.001 vs. Placebo) und 66±3 Schläge/min unter Sibutramin und Metoprolol (p<0.001 vs. Sibutramin und Placebo).

Abb. 7: Herzfrequenz in liegender Position während der 30minütigen Ruhephase. Sibutramin erhöht die Herzfrequenz, durch die Kombination von Sibutramin und Metoprolol lässt sich dieser Effekt wieder aufheben. *** = p<0.001


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Abb. 8: Oben: Herzfrequenz (Hf) während des Kipptischversuchs von 0-75°. Mit Sibutramin steigt die Herzfrequenz während der orthostatischen Belastung stärker an als mit Placebo. Mit der Kombination von Sibutramin und Metoprolol wird der Anstieg der Herzfrequenz vollständig aufgehoben. ***=p<0.001
Unten: Individuelle Veränderungen der Herzfrequenz nach 3 Minuten 75°. Bei 2 Probanden war die Hf zu diesem Zeitpunkt mit Placebo höher als mit Sibutramin.


[Seite 35↓]

4.2.2. Systolischer und diastolischer Blutdruck im Liegen und Stehen

Im Liegen betrug der am Oberarm gemessene systolische Blutdruck 113±3mmHg unter Placebo, 121±3mmHg unter Sibutramin (p<0.001 vs. Placebo) und 111±2mmHg unter Sibutramin und Metoprolol (p<0.001 vs. Sibutramin, nicht signifikant (ns) vs. Placebo) (Abbildung 9 oben). Der diastolische Blutdruck war 62±1mmHg unter Placebo, 65±1mmHg unter Sibutramin (p<0.001 vs. Placebo) und 64±2 unter Sibutramin und Metoprolol (ns vs. Sibutramin, p<0.01 vs. Placebo) (Abbildung 9 unten).

Im Stehen (nach 3 Minuten 75°) führte Placebo zu einem oszillometrisch gemessenen systolischen Blutdruck von 108±3mmHg, Sibutramin zu 120±4mmHg (p<0.01 vs. Placebo) und die Kombination von Sibutramin und Metoprolol zu 103±2mmHg (p<0.001 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Abbildung 10 oben). Der diastolische Blutdruck war 68±2 mmHg mit Placebo, 74±2 mmHg mit Sibutramin (p<0.05 vs. Placebo), und 68±3 mmHg mit Sibutramin und Metoprolol (p<0.01 vs. Sibutramin und ns vs. Placebo) (Abbildung 10 unten).

Vasovagale Reaktionen, mit einer typischen Abnahme der Herzfrequenz und des Blutdrucks, traten unter Placebo in zwei Fällen auf. Ein drittes Mal wurde der Kipptischversuch aufgrund von präsynkopalen Symptomen abgebrochen. Mit Sibutramin und Metoprolol traten drei vasovagale Reaktionen auf und es kam zu zwei Kipptischabbrüchen. Dagegen kam es unter Sibutramin zu keiner solchen Reaktion und zu keinem Versuchsabbruch.


[Seite 36↓]

Abb. 9: Systolischer und diastolischer Blutdruck im Liegen in Ruhe.
Oben: Systolischer Blutdruck (SBD) - Sibutramin erhöhte SBD, Metoprolol machte die Steigerung wieder rückgängig.
Unten: Diastolischer Blutdruck (DBD) -Sibutramin erhöhte auch DBD im Vergleich zu Placebo. *=p<0.05,***= p<0.001, ns=nicht signifikant


[Seite 37↓]

Abb. 10: Oben Systolischer Blutdruck (SBD) während des Kipptischversuchs mit Placebo, Sibutramin und der Kombination von NET- und SERT-Hemmung und Beta1-Adrenorezeptor Blockade.
Unten: Diastolischer Blutdruck (DBD) während des Kipptischversuchs von 0-75°. Der Blutdruck war mit Sibutramin erhöht gegenüber Placebo. Durch die Kombination von Metoprolol und Sibutramin war die Blutdruckerhöhung rückgängig zu machen. ***=p<0.01


[Seite 38↓]

4.2.3. Thorakale Impedanz, Schlagvolumen, Herzzeitvolumen, totaler peripherer Widerstand

Unter Placebo stieg die thorakale Bioimpedanz während des Kipptischversuches von 32±2 Ohm auf 35±2 Ohm. Weder die pharmakologische Hemmung des Noradrenalin- und Serotonin-Transporters, noch die Kombination von Metoprolol und Sibutramin beeinflusste die thorakale Bioimpedanz im Liegen oder während der Kipptischuntersuchung (Abbildung 11 oben) (ns vs. Sibutramin und Metoprolol und Sibutramin).

Das kardialen Schlagvolumen nahm während des Übergangs vom Liegen zum Stehen (0° bis 3 Minuten 75°) mit Placebo und Sibutramin gleich stark ab. Sibutramin und Metoprolol führten zu einer weniger starken Reduktion des Schlagvolumens (p<0.001 vs. Sibutramin und Placebo) (Abbildung 11 unten).

Das Herzzeitvolumen fiel dagegen mit Sibutramin weniger stark ab als mit Placebo (p<0.05 vs. Placebo). Die Kombination von Sibutramin und Metoprolol zeigte zu beiden Interventionsgruppen keinen Unterschied (ns vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Abbildung 12 oben).

Der totale periphere Widerstand (TPR) nahm während des Kipptischversuchs mit Sibutramin weniger stark zu als mit Placebo (p< 0.01 vs. Sibutramin). Der TPR unter der Kombination von NET- und SERT-Hemmung und Metoprolol lag zwischen den beiden Gruppen (ns vs. Sibutramin und Placebo) (Abbildung 12 unten).


[Seite 39↓]

Abb. 11: Oben: Die thorakale Impedanz, die das thorakale Blutvolumen invers wiederspiegelt, änderte sich im Vergleich der Interventionsgruppen während der Kipptischuntersuchung nicht. Z(o)= Grundimpedanz. Unten: Prozentuale Änderungen des Schlagvolumens (SV). Das SV nahm mit Sibutramin gleich stark ab wie mit Placebo. ns=nicht signifikant, ***=p<0.001


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Abb. 12: Prozentuale Änderungen des Herzzeitvolumens (HZV) und des totalen peripheren Widerstands (TPR) während des Kipptischversuchs. Oben: Das HZV fiel mit Sibutramin weniger stark ab als mit Placebo und der Kombination von Metoprolol und Sibutramin. Unten: TPR. Die hämodynamische Adaptation an das Stehen wurde unter Sibutramin weniger durch die Erhöhung der Gefäßkontraktion bewirkt, als unter Placebo. *=p<0.05, ***=p<0.001.


[Seite 41↓]

4.3.  Autonome Funktionstests

4.3.1. Respiratorische Sinusarrhythmie

Die Respiratorische Sinusarrhythmie war vermindert mit Sibutramin gegenüber Placebo (p=0.05 vs. Placebo). Unter der Kombination von Sibutramin und Metoprolol ergaben sich zu Sibutramin alleine und Placebo keine Unterschiede (ns vs. Sibutramin und Placebo) (Abbildung 13) (Tabelle 5).

Abb. 13: Änderung der Herzfrequenz bei kontrollierter Atmung (Respiratorische Sinusarrhythmie Ratio). Sibutramin und die Kombination von Sibutramin und Metoprolol verminderte die respiratorische SA. * = p<0.05


[Seite 42↓]

4.3.2.  Valsalva-Manöver

Der Abfall des systolischen und diastolischen Blutdrucks während Phase II des Valsalva-Manövers war stärker mit NET- und SERT-Hemmung im Vergleich zu Placebo (p<0.05 vs. Sibutramin) und der Kombination von Sibutramin und Metoprolol (p<0.01 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Abbildung 14) Der Blutdruck „Overshoot“ in Phase IV des Valsalva-Manövers war in allen Gruppen gleich. Die Valsalva Ratio war am größten mit Sibutramin (p<0.05 vs. Placebo), vor allem durch einen stärkeren Anstieg der Herzfrequenz in Phase II. Diese Wirkung ließ sich durch Blockade von adrenergen Beta1-Rezeptoren aufheben (p<0.01 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Tabelle 5).

Abb. 14: Änderung des systolischen Blutdrucks (SBD) in Phase II des Valsalva-Manövers bei einem exspiratorischen Druck von 40mmHg mit Placebo, Sibutramin oder der Kombination von Sibutramin und Metoprolol. Mit Sibutramin fiel der systolische Blutdruck stärker ab als mit Placebo und der Kombination von Sibutramin und Metoprolol. *=p<0.05, **=p<0.01.


[Seite 43↓]

4.3.3.  Hand-Grip Test und Cold-Pressor Test

Unter Sibutramin war der Blutdruckanstieg während des Hand-Grip und Cold-Pressor-Tests vermindert. (p<0.01 vs. Placebo für den Hand-Grip Test, p<0.05 vs. Placebo für den Cold-Pressor Test). Dieses Ergebnis blieb auch durch gleichzeitige Blockade von Beta1-Adrenorezeptoren erhalten (ns vs. Sibutramin, p<0.05 vs. Placebo für den Hand-Grip Test, ns vs. Sibutramin, ns vs. Placebo für den Cold-Pressor Test) (Abbildung 15 oben und unten). Die diastolischen Blutdruckwerte waren nicht unterschiedlich zwischen Sibutramin, Placebo und der Kombination von Metoprolol und Sibutramin (Tabelle 5).


[Seite 44↓]

Abb. 15: Oben: Anstieg des systolischen Blutdrucks (SBD) während 3 Minuten des Hand-Grip Tests. SBD stieg mit Hemmung der Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahme geringer an als mit Placebo. Durch die gleichzeitige Gabe von Metoprolol blieb dieser Befund erhalten.
Unten: Änderung des systolischen Blutdrucks nach einer Minute Cold-Pressor Test. Sibutramin dämpfte den Anstieg des systolischen Blutdrucks.*=p<0.05, **=p<0.01, ns=nicht signifikant


[Seite 45↓]

Tab. 5: Autonome Funktionstests

Test

Einheit

Placebo

vs.

Sibutramin

vs.

Sibutramin +Metoprolol

vs.

Plc

        

Sinus Arrhythmie

HF Ratio

1.5±0.06

*

1.4±0.04

ns

1.4±0.05

ns

        

Valsalva-

ΔSBD Phase II (mmHg)

-8±6

*

-19±5.8

**

-4± 5

ns

Manöver

ΔSBD Phase IV (mmHg)

2±3

ns

20±7

ns

14±3

ns

 

HF Ratio

1.7±0.07

*

2.0±0.1

**

1.6±0.1

ns

        

Hand-Grip Test

ΔSBD/mmHg

35±4

**

14±4

ns

18±4

*

 

ΔDBD/mmHg

14±2

ns

6±2

ns

11±3

ns

        

Cold-Pressor

ΔSBD/mmHg

17±4

*

2±4

ns

10±3

ns

Test

ΔDBD/mmHg

14±4

ns

7±1

ns

12±3

ns

Ergebnisse unter NET- und SERT-Hemmung im Vergleich zu Placebo und der Kombination aus Sibutramin und Metoprolol. HF=Herzfrequenz, ΔSBD=Änderung des systolischen Blutdrucks während des Tests, ΔDBD=Änderung des diastolische Blutdrucks während des Tests, Plc=Placebo. *=p<0.05, **=p<0.01, ns=nicht signifikant


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4.4.  Herzfrequenz- und Blutdruckvariabilität und Baroreflexsensitivität

Die Ergebnisse sind in Tabelle 6 dargestellt. Im Liegen war die Herzfrequenzvariabilität mit Sibutramin erniedrigt. Dieses Ergebnis wurde durch Metoprolol aufgehoben. Die niedrigere Herzfrequenzvariabilität ist in erster Linie auf die die Reduktion im hochfrequenten Bereich (hf_rri) zurückzuführen. Mit Placebo war hf_rri 1200±210 msec², mit Sibutramin 640±140 msec² (p<0.05 vs. Placebo) und mit Sibutramin und Metoprolol 1400±360 msec² (ns vs. Sibutramin, ns vs. Placebo).

Die systolische Blutdruckvariabilität im niedrigfrequenten Bereich (lf_SBD, „Meyer Wellen“), wurde durch NET- und SERT-Hemmung erniedrigt (p<0.01 vs. Placebo). Dieses Ergebnis zeigte sich auch mit der Kombination von Metoprolol und Sibutramin (ns vs. Sibutramin, p<0.05 vs. Placebo) (Abbildung 16).

Auch im Stehen war die Herzfrequenzvariabilität mit Sibutramin erniedrigt, vor allem durch Erniedrigung von hf_rri. Die Baroreflexsensitivität bei Blutdruckanstiegen war mit Sibutramin im Stehen geringer als mit Placebo (p<0.05 vs. Placebo).

Abb. 16: Niedrigfrequente Oszillationen des systolischen Blutdrucks (lf_SBD) in liegender Position mit Placebo, Sibutramin oder Sibutramin und Metoprolol. lf_SBD wird u.a. durch sympathische Modulation der Nervenaktivität zur glatten Gefäßwandmuskulatur erzeugt (n=10 aufgrund von häufigen Herzrhythmusstörungen einer Patientin). *=p<0.05, **=p<0.01, ns=nicht signifikant


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Tab. 6: Herzfrequenz – und Blutdruckvariabilität und Baroreflexsensitivität

Parameter

Lage

Einheit

Placebo

vs.

Sibutramin

vs.

Metoprolol

+Sibutramin

vs.

Plc

rmssd

liegend

msec

74±6

*

49±6

ns

66±12

ns

rmssd

stehend

msec

46±11

*

20±5

ns

24±5

nsnsns nsnssnsns

pNN50

liegend

%

33±4

**

20±4

**

32±6

ns

pNN50

stehend

%

5±2

*

1±0.5

ns

2±1.0

ns

lf_rri

liegend

msec2

2700±740

ns

1500±330

ns

2400±450

ns

lf_rri

stehend

msec2

1000±280

ns

740±160

ns

730±230

ns

hf_rri

liegend

msec2

1200±210

*

640±140

ns

1400±360

ns

hf_rri

stehend

msec2

250±70

*

90±30

ns

80±30

*

lf/hf_rri

liegend

msec2

2.0±0.3

ns

2.7±0.4

ns

2.1±0.3

ns

lf/hf_rri

stehend

msec2

7.0±1.3

ns

14±3.4

ns

14±2.8

ns

lf_SBD

liegend

mmHg2

18±2.3

**

7.7±1.1

ns

9.0±1.7

*

lf_SBD

stehend

mmHg2

26±4.7

ns

24±8

ns

10±1.5

*

hf_SBD

liegend

mmHg2

3.0±0.8

ns

2.3±0.7

ns

2.2±0.7

ns

hf_SBD

stehend

mmHg2

7.3±2.1

ns

6.6±1.3

ns

2.4±0.6

*

BRS+

liegend

msec/mmHg

20±3

ns

20±4

ns

23±5

ns

BRS+

stehend

msec/mmHg

5.2±0.7

*

3.1±0.4

ns

4.9±0.7

ns

BRS-

liegend

msec/mmHg

20±1

ns

21±3

ns

21±3

ns

BRS-

stehend

msec/mmHg

4.4±0.5

ns

3.8±0.6

**

6.9±1.2

*

rmssd=Quadratwurzel der Mittelwerte der quadrierten Differenzen zwischen benachbarten RR-Intervallen (rri), pnn50=Anzahl der rri, die mehr als 50ms auseinander liegen, geteilt durch die Anzahl der rri, hf_rri=Spektrale Power der RRi im hochfrequenten Bereich (0.15–0.4 Hz), lf_rri=Spektrale Power der rri im niedrigfrequenten Bereich (0.04–0.15 Hz), lf/hf_rri=Quotient aus lf_rri und hf_rri, hf_SBD=Spektrale Power des systolischen Blutdruckes (SBD) im hochfrequenten Bereich, lf_SBD=Spektrale Power des SBD im niedrigfrequenten Bereich, BRS+=Baroreflexsensitivität für ansteigenden Blutdruck, BRS- =Baroreflexsensitivität für abfallenden Blutdruck. (n=10)


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4.5. Venöse Katecholamin-Konzentrationen im Plasma

Plasmakatecholamine im Liegen und am Ende der Kipptischuntersuchung sind in Tabelle 7 dargestellt. Während der Ruhephase war die Noradrenalin-Konzentration im Plasma unter Sibutramin erniedrigt (p<0.05 vs. Placebo). Unter gleichzeitiger Blockade von adrenergen Beta1-Rezeptoren wurde dieses Ergebnis abgeschwächt (ns vs. Sibutramin und Placebo) (Abbildung 17). Dihydroxyphenylglycol (DHPG) war in Ruhe mit Sibutramin und mit Sibutramin und Metoprolol (p<0.01 vs. Placebo, ns vs. Sibutramin) erniedrigt gegenüber Placebo (p<0.01 vs. Sibutramin).

Am Ende der Kipptischuntersuchung unterschieden sich die Noradrenalin-Konzentrationen zwischen den Interventionsgruppen nicht. Im Stehen waren die Plasmakonzentrationen von Noradrenalin, DHPG und Adrenalin höher als im Liegen (p<0.001 für alle).

Dihydroxyphenylglycol wurde im Stehen durch Sibutramin und durch die Kombination von Sibutramin und Metoprolol erniedrigt (p<0.001 Placebo vs. Sibutramin und Placebo vs. Sibutramin und Metoprolol). DHPG/Noradrenalin betrug am Ende der Kipptischuntersuchung mit Placebo 2.1±0.2, mit Sibutramin 1.3±0.1 (p<0.001 vs. Placebo) und mit Sibutramin und Metoprolol 1.6±0.2 (ns vs. Placebo und Sibutramin).


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Abb. 17: Individuelle venöse Plasmakonzentrationen von Noradrenalin mit Placebo, Sibutramin und Sibutramin und Metoprolol in Ruhe. Mit Sibutramin war die Noradrenalin-Konzentration erniedrigt im Vergleich zu Placebo. Venöse Noradrenalin- Plasmakonzentrationen sind mit Einschränkungen Indikatoren der sympathischen Aktivität an der glatten Gefäßwandmuskulatur. (n=10 aufgrund technischer Probleme bei der Noradrenalinbestimmung bei einem Probanden) *=p<0.05, ns=nicht signifikant


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Tab. 7: Katecholamin-Konzentrationen im Plasma in Ruhe und im Stehen

  

Placebo

vs.

Sibutramin

vs.

Sibutramin

+ Metoprolol

vs.

Plc

Liegend

       
 

[pg/ml]

750±52

**

550±36

**

610±27

ns

Noradrenalin

[pg/ml]

210±20

*

160±13

ns

180±15

ns

DHPG/Noradrenalin

 

3.8±0.3

ns

3.7±0.3

ns

3.5±0.3

Ns

Adrenalin

[pg/ml]

8.4±2.0

ns

12±2.2

**

19±2.6

**

DOPA

[pg/ml]

1500±140

ns

1400±120

ns

1500±92

ns

DOPAC

[pg/ml]

1500±380

ns

1500±260

ns

1200±140

ns

        

Stehend

       

DHPG

[pg/ml]

1000±56

***

670±36

ns

690±34

***

Noradrenalin

[pg/ml]

530±69

ns

570±67

ns

510±65

ns

DHPG/Noradrenalin

 

2.1±0.2

***

1.3±0.1

ns

1.6±0.2

ns

Adrenalin

[pg/ml]

66±12

ns

58±6.4

*

130±32

ns

DOPA

[pg/ml]

1300±96

ns

1300±81

ns

1400±94

ns

DOPAC

[pg/ml]

1200±160

ns

1600±290

ns

1200±140

ns

DHPG = Dihydroxyphenylglykol, DOPA = Dihydroxyphenxylalanin, DOPAC = Dihydroxyphenylazetat. * p<0.05, ** = p<0.01, *** =p<0.001, ns=nicht signifikant


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4.6.  Indirekte Kalorimetrie

Der Nüchtern-Ruheenergieumsatz (NRE) war unter pharmakologischer Hemmung des Noradrenalin- und Serotonin-Transporters 6900±320KJ/24h, unter Placebo 6700±250KJ/24h (ns vs. Sibutramin), und unter der Kombination aus Metoprolol und Sibutramin 6500±300KJ/24h (p<0.05 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo). Der respiratorische Quotient war mit Sibutramin in Ruhe 0.74±0.02, mit Placebo 0.76±0.02 (ns vs. Sibutramin) und mit der kombinierten NET- und SERT-Hemmung und Metoprolol 0.76±0.01 (ns vs. Sibutramin und Placebo).

Nach 3 min 75° im Stehen waren der Energieverbrauch und der RQ zwischen den 3 Interventionsgruppen nicht statistisch unterschiedlich.

Bei den männlichen Probanden allein stieg während der gesamten Kipptischuntersuchung unter Noradrenalin- und Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmung der Energieverbrauch stärker als mit Placebo (p<0.05 vs. Placebo). Durch gleichzeitige Gabe von Metoprolol wurde dieses Ergebnis wieder aufgehoben (p<0.05 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Abbildung 18 oben).

Der Anstieg des Energieverbrauchs mit Sibutramin wurde bei den männlichen Freiwilligen durch eine stärkere Oxidation von Lipiden gespeist (ausgedrückt durch einen erniedrigten RQ) (p<0.01 vs. Placebo). Mit Sibutramin und Metoprolol wurde der verstärkte Fettabbau aufgehoben (p<0.05 vs. Sibutramin, ns vs. Placebo) (Abbildung 18 unten).


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Abb. 18: Oben: Energieverbrauch bei männlichen Probanden während der Kipptischuntersuchung. Mit pharmakologischer Hemmung des Noradrenalin- und Serotonin-Transporters stieg der Energieverbrauch stärker an.
Unten: Respiratorischer Quotient bei männlichen Probanden während der Kipptischuntersuchung. Unter Sibutramin wurden zur Energiegewinnung verstärkt Lipide oxidiert. *=p<0.05, **=p<0.01, ns=nicht signifikant.


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HTML-Version erstellt am:
11.11.2004