Bittermann, Heike: Jodversorgung deutscher Wehrpflichtiger im Alter von 17,5 bis 21 Jahren

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Kapitel 3. Material und Methode

Die vorliegende Arbeit bezieht sich auf die Teilstudie ”Jodversorgung bei Wehrpflichtigen“ des Jod-Monitoring 1996. In dieser bundesweiten Studie wird die aktuelle Jodversorgung der Bevölkerung in Deutschland sowie deren regionale Verteilung untersucht. Der Aufbau des Jod-Monitoring ist im Vorwort beschrieben. Die vorliegende Untersuchung ist eine Querschnittstudie bei wehrpflichtigen Männern im Alter von 17,5 bis 21 Jahren in 26 zufällig ausgewählten Regionen Deutschlands. Zur Ermittlung des Jodversorgungsstatus wird die individuelle Jodzufuhr nach den Angaben in einem standardisierten Fragebogen berechnet. Die Jodausscheidung wird durch die Analyse von Jod und Kreatinin in Spontanurinproben nach einem standardisierten Verfahren bestimmt. In jeder Region sollen die Daten von 30 Probanden erhoben werden.

Darüber hinaus werden in den 26 Regionen Trinkwasserproben entnommen, um Daten über den Jodgehalt und die Konzentration von gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen zu erhalten.

3.1. Auswahl der Probanden

3.1.1. Zielpopulation

Grundgesamtheit der Studie sind alle in den Zielregionen lebenden Wehrpflichtigen deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 17,5 bis 21 Jahren.

3.1.2. Zielregionen

In Zusammenarbeit mit den anderen Organisatoren der Verbundstudie Jod-Monitoring 1996 werden 26 Zielregionen in Deutschland zufällig ausgewählt. Als Randbedingung soll jede Region mindestens 300.000 Einwohner aufweisen. Die Grundlage bilden die Wahlbezirke der Bundestagswahl bzw. der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus und die Einwohnerzahlen von 1993. Es werden ländliche und städtische Gebiete erfaßt, die in ihrer Verteilung an die Grundgesamtheit angenähert werden.


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Gezielt in die Studie einbezogen werden die Regionen Freiburg und Jena, da dort ein regionaler Jodmangel seit Jahren bekannt ist, und die Region Dortmund, in der Daten zur Jodversorgung von Kindern bereits durch longitudinale Studien zusammengetragen werden.

3.1.3. Zuordnung der zufällig ausgewählten Regionen zu den Kreiswehrersatzämtern der Bundeswehr

Da die Daten zur Jodversorgung der Wehrpflichtigen aus organisatorischen Gründen im Rahmen der Erstmusterung erhoben werden sollen, wird das Bundesministerium der Verteidigung um Unterstützung bei der Durchführung gebeten. Die Studie wird dem Bundesministerium inhaltlich erläutert, das Anspracheschreiben an die Probanden, der Frage- und Dokumentationsbogen werden vorgestellt. Nachdem das Bundesministerium der Verteidigung die Genehmigung zur Durchführung der Studie erteilt hat, werden die Wehrbereichsverwaltungen sowie die Kreiswehrersatzämter informiert.

Über die Dezernatsleiter der Wehrbereichsverwaltungen I bis VII werden die verantwortlichen Kreiswehrersatzämter für die 26 ausgewählten Regionen ermittelt. In der Regel erfaßt ein Kreiswehrersatzamt ein ausgewähltes Gebiet. Eine Ausnahme bilden die Regionen 2, 12 und 26, für die jeweils zwei Kreiswehrersatzämter zuständig sind. Die Regionen 3 und 4 werden von einem gemeinsamen Kreiswehrersatzamt verwaltet.

Tabelle 10 , Seite 23 zeigt die für die Studie ausgewählten Regionen und die zuständigen Kreiswehrersatzämter, in denen die Datenerhebung durchgeführt wird.


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Tabelle 10: Ausgewählte Gebiete und Kreiswehrersatzämter zur Erfassung der Jodversorgung bei Wehrpflichtigen

Regions-nummer

Region

Kreiswehrersatzamt

01

SR Kiel

Kiel

02

SR Hamburg ( 2 Stadtteile)

Hamburg

02

Buxtehude, Umland in Schleswig Holstein

Stade

03

SK Hannover

Hannover

04

LK Hannover

Hannover

05

SR Köln (1 Stadtteil, SR Leverkusen, LK Erftkreis)

Köln

06

SK Dortmund

Dortmund

07

SK Mönchengladbach

Mönchengladbach

08

LK Hochsauerlandkreis

Arnsberg

09

LK Borken

Coesfeld

10

LK Minden-Lübbecke

Herford

11

SR Offenbach, LK Groß-Gerau

Darmstadt

12

LK Fulda

Gelnhausen / Fulda

12

LK Hersfeld-Rotenburg

Kassel

13

LK Trier, SK Trier, LK Bitburg-Prüm

Trier

14

SK Landau, LK Südliche Weinstraße, LK Germersheim

Neustadt/ Wstr.

15

SR Freiburg

Freiburg

16

SR Heilbronn

Heilbronn

17

LK Sigmaringen, LK Bodenseekreis

Ravensburg

18

SK + LK Erlangen, SK + LK Fürth

Nürnberg

19

SK Passau, LK Passau, LK Deggendorf

Deggendorf

20

LK Garmisch-Part., Bad Tölz-Wolfratzshausen, Miesbach

Weilheim

21

SK Aschaffenburg, LK Aschaffenburg, LK Main-Spessart

Würzburg

22

Berlin West + Ost (ein Stadtteil Ost, zwei West)

Berlin

23

SR Rostock

Rostock

24

LK Oberspreewald, LK Dahme-Spreewald

Cottbus

25

SR Dresden (1 Stadtteil, + LK Dresden-Meißen)

Dresden

26

SK Jena, SK Weimar, LK Holzland

Gera

26

LK Weimar

Erfurt

(SR = Stadtregion, SK = Stadtkreis, LK = Landkreis)

 


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3.1.4. Vorbereitungen zur Durchführung der Studie in den Kreiswehrersatzämtern

Die Datenerhebung soll im I. und II. Quartal des Jahres 1996 durchgeführt werden. Die Regionen werden nach einem Zufallsprinzip dem I oder II. Quartal zugeordnet.

Jedes Kreiswehrersatzamt wird angeschrieben und gebeten, nach dem Zufallsprinzip junge Männer im Alter von 17,5 bis 21 Jahren aus den jeweiligen zufällig ausgewählten Gebieten zur Erstmusterung an einem Termin im I. bzw. II. Quartal einzuladen. Dabei sollen die Wehrpflichtigen unterschiedliche Schulbildungen aufweisen, damit repräsentative Daten erhoben werden können.

3.1.5. Zielperson

Die Auswahl der Zielpersonen erfolgt auf der Basis einer bevölkerungsrepräsentativen zufälligen Stichprobe. Ausgewählt werden männliche Personen der entsprechenden Altersgruppe (17,5 - 21 Jahre) und deutscher Staatsangehörigkeit, die innerhalb der vorgegebenen Zielregion wohnen.

3.2. Datenerhebung in den Kreiswehrersatzämtern

Am Tag der Erstmusterung werden alle Wehrpflichtigen in der Reihenfolge ihres Erscheinens im Kreiswehrersatzamt gefragt, ob sie bereit sind, an der Studie teilzunehmen. Insgesamt sollen in jeder ausgewählten Region die Daten von 30 Teilnehmern erhoben werden.

3.2.1. Erhobene Parameter

Eine Teilnahme an der Studie beinhaltet


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Von der Teilnahme ausgeschlossen sind Wehrpflichtige, die wegen ungenügender deutscher Sprachkenntnisse den Fragebogen nicht ausfüllen können und diejenigen, die der Altersgrenze nicht entsprechen.

3.2.2. Einverständniserklärung und Datenschutz

Die Zielpersonen werden in einem kurzen Schreiben über den Hintergrund und das Ziel der Studie, sowie über die Erhebungsmittel informiert (Anlage 1).

Die Urinsammelgefäße und Fragebögen werden vor der Ausgabe an die Studienteilnehmer mit einer Codenummer versehen. Personenbezogene Daten, wie z.B. Name und Anschrift, die eine Identifizierung ermöglichen würden, werden nicht erhoben. Am Ende des Fragebogens wird mit einem Stempelaufdruck ausdrücklich darauf hingewiesen, daß dieser ohne Unterschrift zurückzugeben ist.

Eine Nichtteilnahme bleibt ohne Konsequenzen.

3.2.3. Betreuung der Probanden

Die ausgewählten Regionen werden den 6 Zentren, Dortmund, München, Berlin, Heidelberg, Hamburg und Jena, die das Jod-Monitoring 1996 realisieren, zugeordnet. Jedem Zentrum steht zur Datenerhebung ein ausgewählter Mitarbeiter zur Verfügung, der in einem Trainingswochenende speziell geschult wurde.

Die Datensammlung in den einzelnen Kreiswehrersatzämtern wird von dem Studienbetreuer des zuständigen Zentrums der Region durchgeführt.

3.3. Erhebungsinstrumente

Zur Erfassung der individuellen Jodzufuhr und des Ernährungswissens bezüglich Jod wurde ein allgemeiner Fragebogen entwickelt, der allen Studienteilnehmern zur schriftlichen Beantwortung vorgelegt wird. Von jedem Probanden wird eine Spontanurinprobe eingesammelt, in der die individuelle Jodausscheidung anhand des Jod- und Kreatiningehaltes gemessen wird.


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In jedem Kreiswehrersatzamt werden von dem Studienbetreuer zwei weitere Bögen zur Kontrolle des Studienablaufs und der Ladungskriterien ausgefüllt (Anlage 3 und 4).

3.3.1. Allgemeiner Fragebogen

Jeder Studienteilnehmer wird anhand des allgemeinen Fragebogens zu seiner individuellen Jodzufuhr und Jodversorgung befragt (Anlage 2).

Formal handelt es sich überwiegend um Fragen mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten, bei denen eine Einfachauswahl durch Markierung vom Befragten vorgenommen wird. Daneben werden Zahlenwerte zur Ermittlung von Häufigkeiten und Mengen gefordert (Frage 1, 2, 9, 18, 19, 20, 24). Wenige Fragen verlangen zusätzlich konkrete Bezeichnungen (Frage 18 - 20). In einer Frage wird ein freier Text als Antwort erwartet (Frage 17).

Die Fragen sind fortlaufend numeriert, insgesamt werden 31 Fragen gestellt.

Inhaltlich werden Auskünfte zu folgenden Themenkreisen eingeholt:

Da in Deutschland nur Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit zur Musterung geladen werden, erübrigen sich die Fragen nach Geschlecht und Nationalität der Probanden. Die Körpergröße und das Gewicht werden am Tag der Erstmusterung im Kreiswehrersatzamt gemessen. Daher sind die Fragen 25 bis 28 im Gegensatz zu den anderen Teilstudien des Jod Monitoring 1996 (siehe Vorwort) nicht im Fragebogen aufgeführt.

Der Geburtsmonat und das Geburtsjahr werden von den Probanden eingetragen (Frage 29).

Es werden Angaben zur Schulbildung, zur Wohnlage (Kernbereich einer Stadt, Umland einer Stadt oder auf dem Lande) und zum Rauchverhalten erhoben (Frage 24, 30, 31).

Zur Ermittlung der Jodzufuhr wird die Verzehrshäufigkeit jodreicher Lebensmittel erfragt. In einer Tabelle werden bestimmte potentiell jodreiche Lebensmittel wie Backwaren, Wurstwaren und Milchprodukte aufgelistet, zu denen die Probanden die Häufigkeit des


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Verzehrs protokollieren (Frage 1). Die Häufigkeit des Seefischverzehrs wird extra erfaßt (Frage 2).

Der Jodgehalt der Wurst- und Backwaren ist davon abhängig, ob bei der Lebensmittelherstellung jodiertes Salz verwendet wird. Die Studienteilnehmer geben an, ob für sie Jodsalz ein Auswahlkriterium beim Einkaufen von Back- und Wurstwaren, Suppen und Fertiggerichten darstellt (Fragen 8, 10,11).

Da der Gebrauch von jodiertem Speisesalz sich positiv auf die Jodzufuhr auswirkt [71], werden die Zusalzgewohnheiten sowie die Qualität des Speisesalzes im Haushalt berücksichtigt (Frage 5, 6, 7). Es wird erfragt, ob der Proband die Mahlzeiten üblicherweise selbst zubereitet (Frage 4).

Um den Anteil der nicht zu Hause eingenommenen Mahlzeiten (z. B. Kantinenessen) in die Berechnung der individuellen Jodzufuhr mit einbeziehen zu können, werden der Ort (Kantine, Restaurant, Imbißstube), die Häufigkeit des Außer-Haus-Verzehrs (Frage 9) und die Verwendung von Jodsalz bei der Zubereitung der Speisen des Außer-Haus-Verzehrs (Frage 10, 11, 13) ermittelt.

Die bewußte Jodzufuhr durch Jodtabletten wird ebenfalls registriert (Frage 18).

Für die Beurteilung des Jod/Kreatininquotienten ist eine erhöhte Jodzufuhr während der letzten 48 Stunden vor der Sammlung des Spontanurins z.B. durch Fischverzehr am Vortag oder den Besuch eines asiatischen Restaurants mit z.T. sehr jodreichen Würzmitteln von Bedeutung (Frage 3, 12).

Zusätzlich werden andere Möglichkeiten einer hohen Jodzufuhr, wie z.B. im Rahmen einer Röntgenkontrastmitteluntersuchung (Frage 22, 23) oder einer unbewußten Jodaufnahme durch die Einnahme von jodhaltigen Medikamenten (Frage 19, 20) beachtet.

Anamnestisch wird nach dem Vorliegen einer Schilddrüsenerkrankung und gegebenenfalls nach angewandten Therapiemaßnahmen gefragt (Frage 21).

Um sich gesund ernähren zu können, ist ein bestimmtes Wissen erforderlich. Daher wird der allgemeine Wissensstand zum Begriff ”Jod“ und die Einschätzung des Risikos einer


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hohen Jodzufuhr durch Jodsalz erfragt (Frage 16, 17). Die Probanden werden aufgefordert, ihren eigenen Jodversorgungsstatus einzuschätzen (Frage 14, 15).

3.3.2. Spontanurinprobe

Zur Bestimmung des Jod- und Kreatiningehaltes im Urin wird von jedem Studienteilnehmer eine Spontanurinprobe analysiert.

Die Wehrpflichtigen geben ihre Spontanurinprobe vor der Musterung in ein codiertes 250 ml Urinauffanggefäß aus Plastik. Dieses wird mit einem Deckel verschlossen und an das medizinische Hilfspersonal weitergegeben. Der Urin wird in ein codiertes 20ml Urinsammelgefäß umgefüllt und sofort bei minus 20°C tiefgekühlt. Vor Ort erfolgt die Kühlung mit einem transportablen Tiefkühlgerät.

3.3.3. Dokumentation zur Überwachung des Studienablaufs im Kreiswehrersatzamt

Die Studienbetreuer füllen in jedem Kreiswehrersatzamt eine Liste der allgemeinen Fragen aus. Sie dient zur Überprüfung der Ladungskriterien und gibt einen Überblick über die Gesamtzahl der angesprochenen Wehrpflichtigen, die Anzahl der Teilnehmer und Nichtteilnehmer (Anlage 3).

Darüber hinaus führen sie während der gesamten Datenerhebung in den einzelnen Kreiswehrersatzämtern einen Dokumentationsbogen (Anlage 4). Darin werden anhand von Codenummern die Körpergröße und das Gewicht der Probanden registriert, sowie die Abgabe des ausgefüllten Fragebogens und der Spontanurinprobe mit Uhrzeit protokolliert.

3.3.4. Trinkwasserproben der Region

Ergänzend zu den Daten der einzelnen Wehrpflichtigen werden in jeder der 26 zufällig ausgewählten Regionen Trinkwasserproben zur Analyse des Jodgehaltes und der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe entnommen. Über die gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe lassen sich Rückschlüsse auf den Huminsäuregehalt des Wassers ziehen. Die Huminsäuren können die Jodversorgung negativ beeinflussen, da beschrieben wird, daß sie


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im Magen-Darm-Trakt die Resorption von Jodid hemmen [104] . Es soll untersucht werden, in welcher Höhe die gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe im Trinkwasser der Regionen vorliegen.

Aus jeder der 26 zufällig ausgewählten Regionen wird je eine Trinkwasserprobe in den entsprechenden Kreiswehrersatzämtern abgefüllt. Da in denselben Regionen die Daten für die Teilstudie 2 des Jod-Monitoring 1996 (siehe Vorwort) in jeweils 3 zufällig festgelegten Geburtskliniken erhoben werden, werden auch in diesen Geburtskliniken Trinkwasserproben gewonnen.

Die Probeentnahmen erfolgen durch die Studienbetreuer der 6 Zentren des Jod Monitoring (Dortmund, München, Berlin, Heidelberg, Hamburg und Jena) nach einem einheitlichen Schema. Dazu wird der Kaltwasserhahn in einem beliebigen Zimmer des Kreiswehrersatzamtes oder der Geburtsklinik bis zum Anschlag aufgedreht und das stagnierende Wasser 5 Minuten laufen gelassen. Die Abfüllung erfolgt in 100 ml und 250 ml Plastikflaschen mit Schraubverschluß. Ort, Postleitzahl und Datum werden auf dem Etikett der Proben vermerkt. Dann werden die Proben sofort in dem transportablen Tiefkühlschrank gefroren.

3.3.5. Lagerung und Versand der Proben

Die Urinproben der Probanden werden in den 6 Zentren des Jod-Monitoring bei minus 20°C zwischengelagert. In speziellen Transportkisten werden sie zum Forschungsinstitut für Kinderernährung nach Dortmund gesandt, wo sie analysiert werden.

Die Fragebögen werden fotokopiert, das Original nach Dortmund, die Kopie zur Auswertung nach Berlin geschickt.

Die Trinkwasserproben der Regionen werden ebenfalls in den 6 Zentren des Jod Monitoring bei minus 20°C gelagert. In speziellen Transportkisten werden sie zum Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin nach Berlin geschickt. Dort werden die Proben registriert und für die Analysen vorbereitet.


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3.4. Methoden der Laboranalysen

Zur Ermittlung der individuellen Jodausscheidung wird die Jod- und Kreatininkonzentration der Spontanurinproben gemessen.

Darüber hinaus sollen die Trinkwasserproben der Regionen auf ihren Gehalt an Jod und gelösten organischen Kohlenstoffen untersucht werden. Die Methoden der Laboranalysen werden nachfolgend beschrieben .

3.4.1. Analyse der Spontanurinproben

Die Messung des Jod- und Kreatiningehaltes aller Spontanurinproben wird im Labor des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund durchgeführt. Sie werden alle nach der gleichen Methode unter standardisierten Bedingungen von dem gleichen Laborpersonal analysiert.

3.4.1.1. Bestimmung von Kreatinin

Die Bestimmung von Kreatinin basiert auf der photometrischen Methode nach Jaffé [90] .

Kreatinin reagiert mit Pikrinsäure, dabei bildet sich ein roter Farbkomplex, dessen Absorption bei 520 nm zeitabhängig gemessen wird. Die Absorption ist proportional zur Konzentration von Kreatinin.

3.4.1.2. Analyse des Jodgehaltes

Zur Messung des Jodgehaltes wird die Methode von Lorenz-Wawschinek et al. [66] angewandt. Nach einer sauren, nassen Veraschung (mit Perchlorsäure und Natriumchlorat, 1h bei 105°C) erfolgt die Sandell-Kolthoff-Reaktion. Dabei wird Cer-Arsenit durch eine Reaktion mit Jodid entfärbt.

Die Jodkonzentration wird durch die Messung der Abnahme der Absorption (405 nm) nach einer definierten Zeit bestimmt. Die hier angewandte Methode von Lorenz-Wawschinek


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wird hinsichtlich des Verhältnisses Probe zu Aufschlußlösung von ursprünglich 1:1 nach 1:2 modifiziert.

Die untere Nachweisgrenze liegt bei 2,5 µg Jod /100 ml. Bei Meßwerten, die unterhalb von 2,5 µg Jod /100 ml liegen, wird die Messung unter Zugabe eines bekannten Standards (10 µg Jod /100 ml) zur Probe wiederholt. Werden dann Meßwerte von <1 µg Jod /100 ml ermittelt, liegt der Wert unterhalb der Nachweisgrenze. In diesem Fall erfolgt keine nähere Angabe des Zahlenwertes.

3.4.2. Analyse der Trinkwasserproben der Regionen

3.4.2.1. Jodgehalt im Trinkwasser

Die Analysen aller Trinkwasserproben auf ihren Jodgehalt erfolgt unter standardisierten Bedingungen durch das Labor von Herrn Prof. Dr. A. Anke in Jena. Die Analyse erfolgt ebenfalls auf der Basis des Sandell-Kolthoff-Verfahrens, wie es für die Analyse des Jodgehaltes im Urin unter Abschnitt 3.4.1.2. beschrieben wurde [36] .

3.4.2.2. Bestimmung der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe

Für die Bestimmung der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe (DOC) werden alle Trinkwasserproben unter gleichen Bedingungen von dem gleichen Laborpersonal im Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin mit 10%iger Schwefelsäure angesäuert und auf einen pH-Wert von 2 eingestellt. Die Proben werden gekühlt. Die Analyse aller Proben erfolgt unter standardisierten Bedingungen im Institut für Wasser, Boden und Luft in Bad Elster unter Leitung von Herrn Dr. Schlosser.

Die gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe werden als leicht zugänglicher, allerdings nicht spezifischer Indikator für den Gehalt der Huminsäuren angesehen [104] . Es wird davon ausgegangen, daß mehr als 65% der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe durch Huminsäuren bedingt sind [114] .

Der Huminsäuregehalt wird somit indirekt über die Messung des gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffes (DOC) nach den Richtlinien des Deutschen Einheitsverfahrens zur Wasser-, Abwasser- und Schlammuntersuchung DIN 38409 ermittelt [89] .


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Grundlage der Analyse ist erstens die Oxidation des Kohlenstoffes der organischen Verbindung zu Kohlendioxid (z. B. durch Verbrennung) und zweitens die Messung des Kohlendioxids mittels Infrarot-Spektrometrie.

3.5. Auswertung des Fragebogens

Aus den Angaben des Fragebogens können Aussagen über die Ernährungsgewohnheiten und das Ernährungswissen der Studienteilnehmer gemacht und die individuelle Jodzufuhr und Joddichte der Ernährung nach einem Schätzverfahren (siehe Abschnitt 3.5.2.) berechnet werden.

3.5.1. Dateneingabe

Die Daten aus den Fragebögen werden zweimal unabhängig voneinander vollständig auf Datenträger aufgenommen.

Eine fehlerhafte Eingabe durch Überschreitung des Wertebereiches wird vom Programm sofort angezeigt.

In der anschließenden Datenprüfung werden die Daten auf Plausibilität und Vollständigkeit geprüft. Es handelt sich hierbei um ein automatisiertes, jedoch speziell an den Fragebogen angepaßtes "Fehler-Suchprogramm". Dieses Programm vergleicht die beiden eingegebenen Datensätze miteinander und erzeugt bei Abweichungen ein Fehlerprotokoll.

Sobald eine Fehlermeldung oder Warnung auftritt, wird im Originalfragebogen nachgesehen, was die mögliche Ursache für den Fehler oder die Implausibilität ist. Grundsätzlich werden Korrekturen an den Daten nur in eindeutig entscheidbaren Fällen vorgenommen. Alle auffindbaren Fehler werden korrigiert.

3.5.2. Schätzverfahren zur Ermittlung der individuellen täglichen Jodzufuhr

Die individuelle Jodzufuhr wird in dieser Studie nicht gemessen. Dazu wären genaue Verzehrsprotokolle und Nahrungsmittelanalysen der verzehrten Speisen erforderlich. Dies ist bei der vorgegebenen Probandenzahl sowohl aus organisatorischen als auch aus


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finanziellen Gründen nicht durchführbar. Daher wird anhand des Fragebogens im Sinne eines Gedächtnisprotokolls die durchschnittliche Verzehrsmenge und -häufigkeit einiger Lebensmittelgruppen erfragt, aus der dann die Jodzufuhr durch die Nahrung geschätzt wird. Aus methodischen Gründen wird somit in Kauf genommen, daß die individuelle Jodzufuhr für die Studienteilnehmer nur näherungsweise bestimmt werden kann.

Als Berechnungsgrundlage für die individuelle Jodzufuhr (IZ) werden in dieser Studie die individuelle Jodgrundzufuhr (IGRUND), die Jodzufuhr durch potentiell jodreiche Lebensmittel (INAHRUNG) und Jodsalz (ZUSALZEN) sowie die Einnahme von Jodtabletten (ITABL) herangezogen. Einen Überblick über die Faktoren des Schätzverfahrens einschließlich der für die Formeln benutzten Abkürzungen gibt Abbildung 1 , auf Seite 32.


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Abbildung 1: Faktoren für die Berechnung der individuellen Jodzufuhr


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3.5.2.2. Schätzung der individuellen Jodgrundzufuhr (IGRUND)

Die individuelle tägliche Jodgrundzufuhr (IGRUND) ist die Jodzufuhr, die besteht, wenn keine jodreichen Lebensmittel (Seefisch, Milch, Jodsalz im Haushalt) gegessen werden. Sie ergibt sich aus dem Produkt der individuellen täglichen Energiezufuhr (EZ) in kcal und der mittleren Joddichte der Nahrung (IDn).

IGRUND =EZ *IDn

Bei ausgewogener Energiebilanz entspricht die Energiezufuhr (EZ) dem Energiebedarf (EB) [79] .

EZ = EB

Der individuelle Energiebedarf (EB) ist das Produkt aus der körperlichen Aktivität (physical activity level) und dem Grundumsatz (basal metabolic rate =BMR).

EB = physical activity level *BMR

Für die Berechnung der Energiezufuhr wird der Faktor 1,6 als Maß für die körperliche Aktivität (physical activity level) eingesetzt. Dies entspricht einer leicht bis mäßig ausgeprägten körperlichen Bewegung [105] .

Der Grundumsatz (BMR) in MJ/24Stunden wird in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht nach Shofield berechnet [106] . Neben verschiedenen Konstanten werden Körpergröße (KL) in Metern und Körpergewicht (KG) in Kilogramm berücksichtigt.

Es ergibt sich dann folgende Formel für die Energiezufuhr:

EZ = 1,6 * (d* KG +e* KL + f)


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Die Faktoren d, e und f sind abhängig von Alter und Geschlecht [106] . Die entsprechenden Werte sind Tabelle 11 zu entnehmen.

Tabelle 11: Faktoren zur Berechnung des Grundumsatzes (BMR) bei Männern im Alter von 10-29 Jahren [106]

 

 

Faktor

Geschlecht

Alter in Jahren

d

e

f

männlich

10-17

0,068

0,574

2,157

männlich

18-29

0,063

-0,042

2,953

Die durchschnittliche Energiezufuhr eines Erwachsenen in Deutschland beträgt 2300 kcal/d [26] . Die geschätzte mittlere Jodzufuhr eines Erwachsenen, der sich ohne Jodsalz ernährt, beträgt in Deutschland ca. 60 µg/d. Wird davon der Jodgehalt durch einen mittleren Fischkonsum (18,2 µg/d) und einen mittleren Milchkonsum (170 ml bei einem Jodgehalt von 70 µg/l =11,9 µg/d) abgezogen, so ergibt sich eine geschätzte durchschnittliche tägliche Jodzufuhr von 30 µg aus nicht jodreichen Lebensmitteln (das heißt kein Seefisch, keine Milch, kein Jodsalzgebrauch im Haushalt) [83] , [48] . Die mittlere Joddichte der Nahrung (IDn) beträgt dann 13 µg/1000 kcal.

Die Formel zur Berechnung der individuellen Jodgrundzufuhr (IGRUND) lautet:

IGRUND = EZ * IDn

IGRUND = (EZ*0,2388*1000)*0,013

Der Faktor 0,2388*1000 wird zur Umrechnung der Energiezufuhr von MJ in kcal eingesetzt.

3.5.2.3. Schätzung der Jodzufuhr aus jodreichen und mit Jodsalz hergestellten Lebensmitteln (INAHRUNG)

Die alimentäre Jodzufuhr wird aus den Angaben des Fragebogens (Frage 1 und 2) zu den Verzehrsgewohnheiten potentiell jodreicher Lebensmittel wie Backwaren (IBACK) und Wurst (IWURST) und jodreicher Lebensmittel (Milch, Milchprodukte (IMILCH), Seefisch (ISEE)) ermittelt. Wurst und Backwaren können zur Jodversorgung beitragen, wenn bei ihrer Herstellung Jodsalz verwendet wird.


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Die Häufigkeit (täglich, wöchentlich, monatlich, selten/nie) und die Anzahl der verzehrten Portionen der Lebensmittelgruppen wird erfragt (Frage 1 und 2). Diese Angaben werden in tägliche Zufuhrmengen umgerechnet. Die Antwort selten/nie gilt als tägliche Verzehrs-
menge = 0. Den erfragten Lebensmittelgruppen wird nach den Angaben des Handbuchs der Arbeitsgruppe Ernährungserhebungen des Forschungsinstituts für Kinderernährung über gebräuchlichen Füllvolumina, Verpackungseinheiten und den üblichen Portionsgrößen ein Schätzwert für das Gewicht pro Portion zugeordnet.

Da es nur wenig Daten über den Jodgehalt der Lebensmittel in Deutschland gibt und die großen Datensammlungen wie der Bundeslebensmittelschlüssel und die Nährwerttabelle von Souci / Fachmann / Kraut bei der Angabe des Jodgehaltes nicht unterscheiden, ob das Produkt mit jodiertem Salz hergestellt wurde oder nicht, wird zur Schätzung des Jodgehaltes bei Backwaren und Wurst der Natriumgehalt herangezogen.

Über Literaturangaben zum Natriumgehalt bezogen auf das Gewicht wird ein Schätzwert für den Natriumgehalt pro Portion ermittelt [107] . Daraus wird der Jodgehalt geschätzt, ausgehend von der Annahme, daß die Lebensmittel mit jodiertem Salz hergestellt werden. Dabei wird von einem Jodgehalt von 20 µg pro g Salz ausgegangen.

Die Werte für die geschätzten Portionsgrößen und Jodgehalte der Backwaren zeigt
Tabelle 12 , Seite 35.


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Tabelle 12: Schätzwerte für das Gewicht und den Jodgehalt einer Portion Backwaren

Lebensmittel

Portion

Gewicht einer Portion
(Schätzwert)
g

NaCl-Gehalt

(Schätzwert)
mg/Portion

Jodgehalt

(Schätzwert)
µg/Portion

Brot

Scheibe

50

600

12

Laugenbrötchen/
Brezel

Stück

60

1000

20

Brötchen

Stück

50

600

12

Gebäck, Kuchen

Stück

100

250

5

Die angegebene Anzahl der Portionen der einzelnen Lebensmittel (Frage 1) wird mit dem geschätzten Jodgehalt pro Portion multipliziert.

IBACK = (Anzahl Scheiben Brot*12 µg + Anzahl Laugenbrötchen/Brezeln*20 µg +
Anzahl Brötchen*12 µg + Stück Kuchen/Gebäck*5 µg ) *K

Der Korrekturfaktor K wird eingeführt, um zu berücksichtigen, ob bei der Herstellung der Backwaren Jodsalz eingesetzt wird. Er wird über die Antwortkombinationen der Fragen, ob immer beim gleichen Bäcker eingekauft wird (Frage 10) und ob dort jodiertes Speisesalz zur Herstellung der Backwaren verwendet wird (Frage 11) definiert. Zugrundegelegt wird der Anteil des Jodsalzes am Gesamtsacksalzumsatz der Bäcker. Daraus wird gefolgert, daß 50% der Bäcker Jodsalz zur Herstellung ihrer Backwaren benutzen. Tabelle 13 , auf Seite 36 zeigt den Wert für Korrekturfaktor K, je nach Antwortkombination der Fragen 10 und 11.


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Tabelle 13: Korrekturfaktor K für die Berechnung der Jodzufuhr durch Backwaren

Einkauf beim gleichen Bäcker (Frage 10)

Bäcker verwendet Jodsalz
(Frage 11)

Korrekturfaktor K

ja

ja

1

ja

nein

0

ja

weiß nicht

0,5

nein / kaufe nicht ein

-

0,5

Den Probanden, die regelmäßig beim gleichen Bäcker einkaufen und wissen, daß dieser Jodsalz zur Lebensmittelproduktion verwendet, wird durch den Korrekturfaktor K = 1 die Jodzufuhrmenge der Backwaren vollständig angerechnet.

Die Studienteilnehmer, die sich beim gleichen Bäcker versorgen und angeben, daß dort definitiv kein jodiertes Speisesalz eingesetzt wird, erhalten durch den Korrekturfaktor
K = 0 keine Jodzufuhrmenge über die verzehrten Backwaren. Damit wird der natürliche Jodgehalt der Backwaren vernachlässigt. Dies soll dazu dienen, die Unterschiede in der Jodzufuhr bei Produkten, die mit Jodsalz hergestellt werden gegenüber denjenigen, die mit gewöhnlichem Speisesalz hergestellt werden, besser herausarbeiten zu können.

Für diejenigen, die zwar ihre Backwaren vom gleichen Bäcker beziehen, aber nicht wissen, ob dort Jodsalz zur Herstellung der Backwaren genommen wird, und diejenigen, die in verschiedenen Bäckereien Kunden sind, oder gar nicht einkaufen, wird der Korrekturfaktor
K = 0,5 eingesetzt, da 50% des Gesamtsacksalzverbrauchs der Bäcker Jodsalz ist.

Auch hier werden die Fragen 1, 10 und 11 ausgewertet. Der Jodgehalt einer Portion Wurst wird über den Natriumgehalt geschätzt ( Tabelle 14 , Seite 37).


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Tabelle 14: Schätzwert für das Gewicht und den Jodgehalt einer Portion Wurst

Lebensmittel

Portion

Gewicht einer Portion
(Schätzwert)
g

NaCl-Gehalt

(Schätzwert)
mg/Portion

Jodgehalt

(Schätzwert)
µg/Portion

Wurst

Portion
je Scheibe Brot

20

600

12

Die angegebenen Portionen Wurst (Frage 1) werden mit dem geschätzten Jodgehalt von
12 µg multipliziert.

IWURST = (Anzahl Portionen Wurst*12 µg) *R

Über den Korrekturfaktor R soll berücksichtigt werden, ob bei der Wurstherstellung Jodsalz eingesetzt wird. Er errechnet sich analog dem Korrekturfaktor K aus den Antwortkombinationen der Fragen 10 und 11. Zugrundegelegt wird, daß 40 % des Gesamtsacksalzumsatzes der Metzger jodiertes Salz ist. Tabelle 15 zeigt den Wert für den Korrekturfaktor R entsprechend der Antwortkombinationen.

Tabelle 15: Korrekturfaktor R für die Berechnung der Jodzufuhr durch Wurst

Einkauf beim gleichen Metzger (Frage 10)

Metzger verwendet Jodsalz (Frage 11)

Korrekturfaktor
R

ja

ja

1

ja

nein

0

ja

weiß nicht

0,4

nein / kaufe nicht ein

-

0,4

Für den regelmäßigen Einkauf beim gleichen Metzger, der Jodsalz zur Wurstherstellung nimmt, wird der Korrekturfaktor mit einem Wert von 1 eingesetzt.

Beim regelmäßigen Einkauf in einer Metzgerei, die kein jodiertes Salz zur Wurstproduktion verwendet, wird der Korrekturfaktor R = 0 eingesetzt. Auch hier wird der natürliche Jodgehalt der Wurst bewußt vernachlässigt, um die Unterschiede der Jodzufuhr durch Wurst, die mit Jodsalz hergestellt wurde, gegenüber der, die mit gewöhnlichem Speisesalz zubereitet wird, deutlicher hervorheben zu können.


45

Den Wert R = 0,4 erhalten die Probanden, die immer beim gleichen Metzger einkaufen, aber nicht wissen, welche Qualität das Salz hat, das zur Lebensmittelherstellung benutzt wird.

Studienteilnehmer, die sich in verschiedenen Metzgereien versorgen, wird ebenfalls der Korrekturfaktor R = 0,4 zugeordnet. Dieser Wert basiert darauf, daß 40% des Gesamtsacksalzumsatzes der Metzger jodiertes Salz ist.

Die geschätzten Jodwerte für die Milch und Milchprodukte richten sich nach dem mittleren Jodgehalt der Milch. Der Jodgehalt der Milch ist abhängig vom Futter der Tiere und schwankt saisonbedingt. Für die Berechnung der individuellen Jodzufuhr wird von 70 µg Jod pro Liter Milch ausgegangen. Den geschätzten Jodgehalt für eine Portion Milch, Joghurt oder Kefir zeigt Tabelle 16 .

Tabelle 16: Schätzwerte für das Gewicht und den Jodgehalt einer Portion Milch oder von Milchprodukten

Lebensmittel

Portion

Gewicht einer Portion
(Schätzwert)
g

Jodgehalt
(Schätzwert)
µg/Portion

Joghurt, Kefir

kleiner Becher

150

10

Milch

Tasse

200

14

Die mittlere Jodzufuhrmenge für einen kleinen Becher Joghurt/Kefir beträgt 10 µg. Eine Tasse (200 ml) Milch weist einen mittleren Jodgehalt von 14 µg auf. Das Produkt der täglichen Portionen mit dem mittleren Jodgehalt einer Portion ergibt die geschätzte individuelle tägliche Jodzufuhr durch Milch und Milchprodukte.

IMILCH = (Anzahl kleiner Becher Joghurt/Kefir *10 µg) +
(Anzahl Tassen Milch*14 µg)


46

Beim Seefisch schwankt der Jodgehalt je nach Art und Fanggebiet zwischen 50 und
200 µg/100g [109] . Da nicht bekannt ist, welche Fischsorte die Probanden gegessen haben, wird für die Berechnung der individuellen Jodzufuhr bei einer Portion von 180g ein mittlerer Jodgehalt von 140 µg angenommen ( Tabelle 17 ).

Tabelle 17: Schätzwert für das Gewicht und den Jodgehalt einer Portion Seefisch

Lebensmittel

Portion

Gewicht einer Portion
(Schätzwert)
g

Jodgehalt
(Schätzwert)
µg/Portion

Seefisch

Portion

180

140

Die Angaben der Frage 2 werden in tägliche Portionen umgerechnet und mit dem geschätzten mittleren Jodgehalt einer Portion multipliziert.

ISEE = Portion Seefisch *140 µg

Die individuelle geschätzte Jodzufuhr durch jodreiche und mit Jodsalz hergestellte Lebensmitteln kann nun durch Addition der beschriebenen Komponenten errechnet werden.

INAHRUNG

=

IBACK

+

IWURST

+

IMILCH

+

ISEE

3.5.2.4. Schätzung der Jodzufuhr durch Verwendung von Jodsalz im Haushalt und bei Mahlzeiten außer Haus (ZUSALZEN)

Die Jodzufuhr durch Jodsalz soll einkalkuliert werden. Die Berechnungsgrundlage wird durch die geschätzte Jodzufuhr in Abhängigkeit von der Qualität des im Haushalt verwendeten Speisesalzes (Frage 7) sowie durch die Jodzufuhr des Außer-Haus-Essens gebildet. Dabei wird die Anzahl (Frage 9) und die Salzqualität der Mahlzeiten außer Haus mitberücksichtigt (Fragen 10 und 11).

ZUSALZEN = 20*X - Z* Anzahl der Mahlzeiten außer Haus


47

X ist der Korrekturfaktor für die Qualität des Speisesalzes im Haushalt.

Z ist der Korrekturfaktor für die Salzqualität der warmen Mahlzeiten außer Haus.

Es wurde nach der Qualität des im Haushalt benutzten Speisesalzes gefragt (Frage 7). Für die Verwendung von jodiertem Speisesalz (Jodsalz, Jodsalz mit Fluorid und /oder jodiertem Kochsalzersatz) im Haushalt wird für einen Erwachsenen eine Jodzufuhr von 20 µg pro Tag angenommen [71] , [118] . Es wird davon ausgegangen, daß etwa 70% der Bevölkerung jodiertes Speisesalz im Haushalt verwenden [7] .

Jodzufuhr durch Salzgebrauch im Haushalt = 20 µg *X

Um auch andere Salzqualitäten zu berücksichtigen wird der Korrekturfaktor X eingeführt ( Tabelle 18 ).

Tabelle 18: Korrekturfaktor X zur Berechnung der Jodzufuhr durch Speisesalz im Haushalt

Jodiertes Speisesalz
wird als Haushaltssalz benutzt

Korrekturfaktor
X

Geschätzte tägliche Jodzufuhr
durch Salzgebrauch im Haushalt

ja

1

20 µg* 1 = 20 µg

nein

0

20 µg* 0 = 0 µg

weiß nicht

0,7

20 µg* 0,7 = 14 µg

Der Korrekturfaktor X=0,7 wird eingesetzt, weil davon ausgegangen wird, daß etwa 70% der Bevölkerung jodiertes Speisesalz verwenden.

Hier werden die Angaben zu den Fragen 9 bis 11 ausgewertet. Ermittelt wird die geschätzte Jodzufuhrmenge von Mahlzeiten, die außerhalb des Hauses, z.B. in einem Restaurant, in einer Kantine, oder an einer Imbißstube eingenommen werden. Die Grundlage für die Berechnungen basieren auf folgenden Annahmen:

  1. Bei ausschließlicher Verpflegung zu Hause und ausschließlicher Verwendung von jodiertem Speisesalz wird die tägliche Jodzufuhr eines Erwachsenen auf 20 µg geschätzt [71] .

    48

  2. Im Haushalt werden 80% des verwendeten jodierten Speisesalzes für die Zubereitung der warmen Mahlzeit benötigt (16 µg/Tag).
  3. Bei einem warmen Außer-Haus-Essen pro Woche verringert sich die geschätzte tägliche Jodzufuhr zu Hause um 2,3 µg (16 µg geteilt durch 7), wenn diese Mahlzeit außer Haus nicht mit jodiertem Salz hergestellt wurde.
  4. Etwa 30% der Restaurants/Kantinen/Imbißstuben verwenden jodiertes Speisesalz.

Für das warme Essen außer Haus wird der Korrekturfaktor Z eingeführt. Dieser Korrekturfaktor setzt sich zusammen aus dem Abzug für die warme Mahlzeit, die außer Haus eingenommen wird, von der Jodversorgung zu Hause (A) und der Addition der Jodzufuhrmenge der warmen Mahlzeit (B).

Eine warme Mahlzeit in der Woche, die mit jodiertem Speisesalz hergestellt wurde, entspricht einer Jodzufuhrmenge von 2,3 µg/d. Die Jodzufuhrmenge, die durch Zusalzen zu Hause zugeführt wird, verringert sich, wenn eine warme Mahlzeit in der Woche (2,3 µg/d) außer Haus gegessen wird. Dabei wird die Salzqualität des im Haushalt gebrauchten Speisesalzes mitberücksichtigt. Tabelle 19 zeigt die Berechnung von A.

Tabelle 19: Berechnung der Verminderung der täglichen Jodzufuhr bei Einnahme einer Mahlzeit außer Haus (Menge A)

Jodiertes Speisesalz
wird
als Haushaltssalz benutzt

Korrekturfaktor

Verringerung
der geschätzten täglichen Jodzufuhrmenge
bei einem Außer-Haus-Essen
in der Woche
(A)

ja

1

2,3 µg* 1 = 2,3 µg

nein

0

2,3 µg* 0 = 0 µg

weiß nicht

0,7

2,3 µg* 0,7 = 1,6 µg

Die Probanden, die jodiertes Speisesalz im Haushalt benutzen, erhalten für eine Mahlzeit in der Woche außer Haus einen Abzug von 2,3 µg pro Tag für die Jodzufuhrmenge durch Zusalzen.

Bei den Studienteilnehmern, die kein jodiertes Speisesalz gebrauchen, ergibt sich keine Jodzufuhr durch das Zusalzen. Daher muß die Mahlzeit außer Haus auch nicht abgezogen werden.

Für diejenigen, denen die Salzqualität des Haushaltssalzes unbekannt ist, wird durch den Korrekturwert 0,7 berücksichtigt, daß 70% der Bevölkerung jodiertes Speisesalz ver-


49

wenden. Ihnen wird daher bei einem Außer-Haus-Essen in der Woche ein Wert von 2,3µg*0,7 abgezogen.

Da zur Zubereitung des Außer-Haus-Essens auch Salz verwendet wird, muß nun je nach Salzqualität der Mahlzeit eine bestimmte Jodzufuhrmenge addiert werden. Dies entspricht der Menge B.

Tabelle 20 zeigt die Werte für die Jodzufuhr der Mahlzeiten außer Haus unter Berücksichtigung der Salzqualität bei der Herstellung der Speisen (Menge B).

Tabelle 20: Berechnung für die geschätzte Jodzufuhr durch eine Mahlzeit außer Haus
(Menge B)

Restaurant/Kantine/Imbißstube benutzt jodiertes Speisesalz zur Speisenherstellung

Korrekturfaktor

Geschätzte tägliche Jodzufuhrmenge
bei einem Außer-Haus-Essen
in der Woche
B

ja

1

2,3 µg* 1 = 2,3 µg

nein

0

2,3 µg* 0 = 0 µg

weiß nicht

0,3

2,3 µg* 0,3 = 0,7 µg

Für eine Mahlzeit außer Haus pro Woche, die mit jodiertem Salz hergestellt wurde, werden zur geschätzten täglichen Jodzufuhr durch Zusalzen 2,3 µg addiert.

Ein Außer-Haus-Essen, das ohne jodiertes Salz zubereitet wurde, hat keinen Einfluß auf die Jodzufuhrmenge.

Für die Mahlzeiten, bei denen nicht bekannt ist, mit welcher Salzqualität sie hergestellt wurden, ergibt sich der Faktor B = 0,3, da 30 % der Restaurants/Kantinen/Imbißstuben jodiertes Speisesalz zur Speisenzubereitung verwenden. Eine wöchentliche Mahlzeit trägt dann 0,7 µg zur täglichen Jodzufuhr bei.

Der Abzug der warmen Mahlzeit, die nicht zu Hause gegessen wird (A) und die Addition der außer Haus gegessenen warmen Mahlzeit (B) bilden den Korrekturfaktor Z.

Z = - A + B


50

Die verschiedenen Möglichkeiten der Jodzufuhr durch Zusalzen sind der Abbildung 3 zu entnehmen. Angegeben werden die jeweiligen Werte für die Korrekturfaktoren X und Z. Die Jodzufuhr durch Zusalzen läßt sich dann nach folgender Formel berechnen:

ZUSALZEN = 20 *X - Z *Anzahl der Mahlzeiten außer Haus

Abbildung 2: Ableitung der Werte für die Korrekturfaktoren X und Z in Abhängigkeit der Möglichkeiten des Zusalzens

3.5.2.5. Schätzung der individuellen täglichen Jodzufuhr durch Einnahme von Jodtabletten (ITABL)

Die regelmäßige Einnahme von Jodtabletten wurde erfragt (Frage 18). Die tägliche Jodzufuhr durch Jodtabletten ergibt sich aus dem Produkt des Jodgehaltes des Präparates und der Anzahl der täglich eingenommenen Tabletten.

ITABL = Jodgehalt der Tablette *Anzahl der Tabletten


51

Die individuelle Jodzufuhr jedes Probanden läßt sich nun durch Zusammensetzen der oben beschriebenen Formeln (siehe Abschnitt ? bis ? .) anhand der Gleichung

IZ = IGRUND + INAHRUNG + ZUSALZEN + ITABL

berechnen (siehe auch Abbildung 1 , Seite 32).

3.5.3. Berechnung der individuellen Joddichte (ID)

Neben der individuellen Jodzufuhr wird die individuelle Joddichte (ID)der Nahrung in µg pro 1000 kcal bestimmt. Sie errechnet sich als Quotient aus der individuellen Jodzufuhr (IZ) und der individuellen Energiezufuhr (EZ) in 1000 kcal.

ID = IZ / (EZ*0,2388)


52

3.6. Einteilung der untersuchten Gebiete zum regionalen Vergleich

Ziel der Studie ist die Beschreibung der Jodversorgung der jungen Männer zwischen 17,5 und 21 Jahren in Deutschland. Darüber hinaus soll über regionale Vergleiche untersucht werden, ob ein Nord-Süd Gefälle der Jodversorgung beobachtet werden kann, wie es frühere Studien beschreiben [42] , [73] . Daher wird eine willkürliche horizontale Einteilung Deutschlands anhand der Bundesländer vorgenommen, so daß die drei Großräume Nord, Mitte und Süd entstehen, die miteinander verglichen werden ( Tabelle 21 ). Die Einzelregionen der Tabelle 10 , Seite 23 werden den Großräumen zugeordnet.

Tabelle 21: Definition der Großräume Nord, Mitte, Süd
1(Angabe der Nummer der Einzelregion gemäß Tabelle 10 , Seite 23)

 

Nord

Mitte

Süd

Bundesländer

Schleswig-Holstein (1)1, Hamburg (2), Bremen (-), Mecklenburg-Vorpommern (23), Niedersachsen (3, 4), Sachsen-Anhalt (-),
Berlin (22),
Brandenburg (24),

Nordrhein-Westfalen
(5, 6, 7, 8, 9, 10), Rheinland-Pfalz (13, 14), Saarland (-)
Hessen (11, 12),
Thüringen (26),
Sachsen (25)

Baden-Württemberg (15, 16, 17),
Bayern
(18, 19, 20, 21)

Anzahl der Regionen


7


12


7

Zahl der
Kreiswehrersatzämter


7


14


7

Anzahl der Probanden


208


360


210

Die unterschiedlichen Zahlen für die Regionen und Kreiswehrersatzämter im Großraum Mitte ergeben sich, weil in den Regionen 12 und 26 zwei Kreiswehrersatzämter zuständig sind ( Tabelle 10 , Seite 23). Für die Region 2 im Großraum Nord sind ebenfalls zwei Kreiswehrersatzämter verantwortlich, da aber die Regionen 3 und 4 nur von einem Kreiswehrersatzamt erfaßt werden, gleicht sich die Anzahl wieder aus ( Tabelle 10 , Seite 23).

Weiterhin soll die Jodversorgung der Wehrpflichtigen in den alten und neuen Bundesländern einander gegenübergestellt werden. Dafür werden in einer zweiten Einteilung die Großräume West und Ost analog der Einteilung Nord, Mitte, Süd definiert. Die Probanden des Kreiswehrersatzamtes Berlin werden anhand der Postleitzahlen zu zwei Dritteln (20


53

Probanden) dem Großraum West und zu einem Drittel (10 Probanden) dem Großraum Ost zugeordnet ( Tabelle 22 ).

Tabelle 22: Definition der Großräume West und Ost

 

West

Ost

Bundesländer

alte Bundesländer

neue Bundesländer

Anzahl der Regionen

21 + Berlin West

4 + Berlin Ost

Zahl der zuständigen Kreiswehrersatzämter

22 + Berlin West

5 + Berlin Ost

Anzahl der Probanden

648

130

Die Abweichungen in der Anzahl der Regionen und Kreiswehrersatzämter erklärt sich analog der Definition für die Großräume Nord, Mitte, Süd über die Zuständigkeit der Kreiswehrersatzämter ( Tabelle 10 , Seite 23).

Die Zuordnung zu den Großräumen bildet die Grundlage für die tabellarische Darstellung der Ergebnisse im Anhang. Diese erfolgt zum einen für Nord, Mitte, Süd, zum anderen für West und Ost.

3.7. Statistische Auswertung

Die statistische Auswertung wird mit dem Programm SPSS (statistical package for social science) für Windows durchgeführt.

Sie beinhaltet die Prüfung der Lage- und Streumaße, der Normalverteilung, der Einflußfaktoren, sowie die Testung regionaler Unterschiede bezüglich der Jodausscheidung, der geschätzten Jodzufuhr, der Angaben des Fragebogens, der Trinkwasserwerte und die Berechnung der Korrelation zwischen Jodzufuhr und Jodausscheidung der Probanden.

3.7.1. Verfahren

Bei der durchgeführten Studie handelt es sich um mehrere unabhängige Stichproben. Es liegen Variablen der Nominal-, der Rang- und der Intervallskala (Meßwerte) vor.


54

Im ersten Schritt werden die Lage- und Streuungsmaße berechnet. Bei der Jodausscheidung liegen einige Werte so extrem außerhalb der zu erwartenden Werte, daß ein Ausreißertest eingesetzt wird, da man einen Meßfehler annehmen muß. Als Ausreißer werden Werte definiert, die größer sind als der Mittelwert plus/minus viermal Standardabweichung [93] .

Für die intervallskalierten Variablen (z.B. Jodausscheidungs- und geschätzte Jodzufuhrwerte) erfolgt die Darstellung als Histogramm und Normalverteilungsplot. Zur Prüfung der Normalverteilung wird der Kolmogoroff-Smirnoff Anpassungstest durchgeführt [96] .

Da sowohl die Jodausscheidungswerte als auch die geschätzten Jodzufuhrwerte nicht der Normalverteilung entsprechen, werden zur statistischen Berechnung nichtparametrische Tests eingesetzt. Zur Anwendung kommen der H-Test nach Kruskal und Wallis [95] sowie der U-Test nach Mann und Whitney [94] . Dafür werden den intervallskalierten Prüfvariablen Ränge zugeordnet. Durch den Vergleich der mittleren Ränge wird geprüft, ob die Stichproben aus ein und derselben Grundgesamtheit stammen. Der H-Test nach Kruskal und Wallis untersucht mehrere unabhängige Stichproben (z. B. die Großräume Nord, Mitte, Süd) [95] . Der U-Test nach Mann und Whitney wird bei zwei unabhängigen Stichproben eingesetzt (z. B. die Großräume West und Ost) [94] .

Für die Variablen des Fragebogens werden die absoluten und relativen Häufigkeiten berechnet. Mit dem Chi2 Test wird geprüft, ob überhaupt ein Zusammenhang zwischen zwei unabhängigen Variablen, die nominalskaliert sind, besteht. Dazu werden die empirisch beobachteten Werte mit den zu erwartenden Werten verglichen [98] .

Der Korrelationskoeffizient nach Spearman wird zur Prüfung des linearen Zusammenhanges zweier nicht normalverteilter Variablen (z.B. Jodausscheidung und geschätzte Jodzufuhr) angewandt. Anstatt der Werte werden die Ränge betrachtet. Der Koeffizient kann Werte zwischen -1 und +1 annehmen. Je näher der Wert an +/-1 heranreicht, desto größer ist die Korrelation der Ränge der beobachteten Variablen. Das negative Vorzeichen weist auf einen umgekehrten Zusammenhang hin [97] .


55

3.8. Ausschöpfung der Stichprobe

Es werden insgesamt 934 Wehrpflichtige zwischen 17,5 und 21 Jahren angesprochen. Davon lehnen 93 eine Teilnahme ab. 841 sind an der Studie interessiert. Von diesen können 63 aufgrund von Ausschlußkriterien nicht in die Studie aufgenommen werden. Zu den Ausschlußkriterien zählen:

Als Teilnehmer gewertet werden Personen, die den Fragebogen ausfüllen und eine Spontanurinprobe bereitstellen. Die endgültige Teilnehmerzahl ergibt sich aus folgender Auflistung:


56

Gesamtzahl der angesprochenen Wehrpflichtigen

934

100,00%

  • Ausfälle durch Nichtteilnahme

- 93

- 9,96%

  • Ausfälle durch Ausschlußkriterien
    nach Zufall
    ungenügende Sprachkenntnisse
    Alter
    andere Gründe

14
6
37
6

 

insgesamt

- 63

- 6,75%

Ausschöpfung I
ausgefüllte Fragebögen
abgegebene Spontanurinproben


778
778


= 83,30%
= 83,30%

Ausschöpfung II
Urinwerte unterhalb des Meßbereichs
analysierte Urinproben


- 11
767



= 82,12%

Insgesamt können 778 Fragebögen und 767 Urinproben ausgewertet werden.

Für die Analyse des Trinkwassers stehen aus den 26 Regionen 90 Proben zur Messung des Jodgehaltes und 94 Proben zur Bestimmung der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe zur Verfügung.

3.8.1. Testkollektiv

Es liegen 778 Fragebögen zur Auswertung vor. Da nicht immer alle Fragen beantwortet wurden, ergeben sich bei den einzelnen Fragen unterschiedliche Probandenzahlen. Die Anzahl und relative Häufigkeit der Probanden, die eine Frage nicht ausgefüllt haben, sind in den Tabellen des Anhangs bei der jeweiligen Frage unter ”keine Angabe“ aufgeführt.

In 767 Urinproben konnte der Jod- und Kreatiningehalt bestimmt werden. Für diese Proben werden die Jod/Kreatininquotienten berechnet. Einige Werte liegen so extrem außerhalb der zu erwartenden Werte, daß ein Ausreißertest eingesetzt wird. Dieser definiert 4 Werte zu Ausreißern. Dadurch ergibt sich für die Testung der Jodausscheidungswerte eine Probandenzahl von n = 763.


57

Da mögliche Einflüsse einer Schilddrüsenerkrankung auf die Jodausscheidungswerte nicht sicher ausgeschlossen werden können, werden die Schilddrüsenerkrankten von den statistischen Untersuchungen über Aussagen zur Jodausscheidung ausgeschlossen. Die folgende Darstellung zeigt die Zusammensetzung der Probandenzahl.

analysierte Urinproben

767

Ausreißer für die Jodausscheidungswerte

- 4

Auswertbare Urinproben

763

Schilddrüsenerkrankung anamnestisch bekannt und Jod/Kreatiningehalt im Urin meßbar

- 29

Frage nach einer Schilddrüsenerkrankung nicht beantwortet

- 2

Basis für die statistische Auswertung der Jodausscheidungswerte

732

Die Grundlage für die statistischen Berechnungen der Jodausscheidungswerte wird somit von n = 732 Probanden gebildet.


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