| Bittermann, Heike: Jodversorgung deutscher Wehrpflichtiger im Alter von 17,5 bis 21 Jahren |
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Ausgewertet wurden 778 Fragebögen und 767 Spontanurinproben, für die der Jod/Kreatininquotient bestimmt wurde. Zunächst wird das gesamte Kollektiv beschrieben, dann erfolgt der regionale Vergleich und die Gegenüberstellung von Gruppen mit besonderen Merkmalen.
Diese Ausführungen beziehen sich auf die Tabellen im Anhang. Die Hinweise auf diese Tabellen sind mit einem A für Anhang vor der Tabellennummer gekennzeichnet (z.B. Tabelle A1). Im folgenden Text sind nur die wesentlichen Punkte angeführt. Größtenteils wird auf die Nennung der absoluten und relativen Häufigkeit der Probanden, die eine Frage nicht ausgefüllt haben, verzichtet. Sie sind in den oben genannten Tabellen des Anhanges unter keine Angabe bei der jeweiligen Frage aufgelistet.
Die Probanden sind 17,5 bis 21 Jahre alt. Das durchschnittliche Alter beträgt 19 Jahre. Das Körpergewicht weist eine Streuung von 46 bis 160 kg auf, der Median liegt bei 72 kg. Die Körpergröße schwankt zwischen 159 und 204 cm, der Median hat den Wert 179 cm ( Tabelle A 29 und Tabelle A 30 ). Für alle Probanden wird der individuelle Body-Mass-Index (BMI) errechnet. Die Werte liegen zwischen 15,9 und 48,0 kg/m2, der Median ist 22,4 kg/m2 ( Tabelle A 30 ).
Aufgrund der Einschlußkriterien der Musterungsuntersuchung sind alle Probanden deutscher Nationalität und männlichen Geschlechts.
Zur Wohnlage geben 27% der Probanden an, im Kernbereich einer Stadt, 38% im Umland einer Stadt und 34% auf dem Land zu wohnen ( Tabelle A 19 ).
60
72 % der Befragten besuchen die Haupt- oder Realschule oder haben den Haupt- bzw. Realschulabschluß erworben. 27% sind Abiturienten oder besitzen die Hochschulreife bzw. Fachhochschulreife ( Tabelle A 19 ).Jeder zweite Proband ist Raucher, der mittlere Zigarettenkonsum liegt bei 14 Zigaretten pro Tag ( Tabelle A 19 und Tabelle A 28 ).
Der Jodgehalt im Urin der Probanden (n = 763) liegt zwischen 1,1 und 92,0 µg/dl, im Median bei 8,4 µg/dl. Bezogen auf das Kreatinin ergibt sich eine Spannweite von 13,7 bis 592,4 µg/g Kreatinin und ein Medianwert von 57 µg Jod/g Kreatinin ( Tabelle A 31 ). Dies entspricht einem Jodmangel Grad I nach den Kriterien der WHO.
Die unterschiedlichen Jodausscheidungswerte der Wehrpflichtigen in Deutschland sind in der Abbildung 4 , auf 50 gezeigt.
61
Abbildung 3: Median der Jodausscheidungswerte in µg Jod/g Kreatinin in den einzelnen Kreiswehrersatzämtern

62
Die WHO definiert bezogen auf die Jodausscheidung die Jodmangelgrade I, II,III und kein Mangel. Die Verteilung der untersuchten Wehrpflichtigen auf die Jodmangelgrade ist in Abbildung 5 dargestellt.
Abbildung 4: Verteilung der Studienpopulation 17,5 bis 21 jähriger Männer auf die Jodmangelgrade der WHO

Nur 12% der Studienteilnehmer sind gemessen an den Jodausscheidungswerten ausreichend mit Jod versorgt. Jeder Zweite befindet sich im Jodmangel Grad I und 4 % weisen sogar einen Jodmangel Grad III auf.
Die individuelle Jodzufuhr wird aus den Angaben des Fragebogens für jeden Probanden
(n = 770) geschätzt. Sie liegt zwischen 33,4 und 507,5 µg Jod pro Tag und beträgt im Median 125,2 µg Jod pro Tag (
Tabelle A 32
). Bei einem mittleren Energiebedarf von 2833 kcal/Tag kann für die Joddichte der Nahrung im Median ein Wert von 42,6 µg J/1000 kcal errechnet werden (
Tabelle A 33
).
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Die Mediane der täglichen Jodzufuhrwerte der Wehrpflichtigen in Deutschland sind in der Abbildung 6 , Seite 53 zu sehen.
Die alimentäre Jodzufuhr wird aus den Angaben des Fragebogens (Frage 1 und 2) zu den Verzehrsgewohnheiten potentiell jodreicher Lebensmittel (Backwaren, Wurst) und jodreicher Lebensmittel (Milch, Milchprodukte, Seefisch) näherungsweise ermittelt.
Die Häufigkeit des Verzehrs von Backwaren, Milchprodukten und Wurstwaren wird in einer gesonderten Tabelle ( Tabelle A 4 bis Tabelle A 7 ) im Anhang dargestellt. Brot wird von 93%, Brötchen werden von 58% der Probanden täglich gegessen. 67% der Wehrpflichtigen nehmen täglich Milch zu sich, bei 49% enthält der tägliche Speiseplan Milchprodukte wie Joghurt oder Kefir.
Zwei Drittel der Befragten (62%) geben an, seltener als einmal pro Monat oder nie Fisch zu essen. 38% essen mindestens einmal im Monat Fisch ( Tabelle A 12 ). Die Probanden, die Fisch essen (n = 294), verzehren im Median zwei Fischmahlzeiten im Monat ( Tabelle A 3 ).
Darüber hinaus wird für die Berechnung der Jodzufuhr die Qualität des Speisesalzes im Haushalt berücksichtigt. Jodsalz, Jodsalz mit Fluorid oder jodierter Speisesalzersatz wird von knapp der Hälfte der Befragten (n = 357) als Haushaltssalz verwendet. Von den vorgegebenen Antwortmöglichkeiten zur Qualität des im Haushalt benutzten Salzes wird jodiertes Speisesalz am häufigsten angegeben (n = 296). Gut ein Drittel gebraucht gewöhnliches Speisesalz. 17% wissen nicht, welches Haushaltssalz verwendet wird ( Tabelle A 13 ).
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Abbildung 5: Median der geschätzten Jodzufuhr pro Tag [µg/d] in den einzelnen Kreiswehrersatzämtern

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Zur Einschätzung des Speisesalzkonsums wurde nach der Häufigkeit des Nachsalzens der Speisen am Tisch gefragt. Überwiegend wird nicht nachgesalzen. Nur jeder zehnte Studienteilnehmer gibt an, oft nachzusalzen, 3% salzen immer nach ( Tabelle A 12 ).
Zusätzlich wurde die Vorliebe für salzhaltige Speisen ermittelt. Reichlich gesalzene Speisen werden von 12 % der Probanden bevorzugt. 28% aller Probanden haben eher eine Vorliebe für wenig gesalzene Speisen und 60% favorisieren eine mittlere Menge Salz ( Tabelle A 13 ).
Da für die Schätzung der Jodzufuhr die nicht zur Hause eingenommenen Speisen mit einbezogen werden, wurde nach der Häufigkeit und Lokalität der Mahlzeiten außer Haus gefragt. 43% der Probanden nehmen weniger als einmal pro Woche oder nie Mahlzeiten außer Haus zu sich. 10% beantworteten diese Frage nicht ( Tabelle A 14 ).
Etwa die Hälfte der jungen Männer (n = 365) essen mindestens einmal pro Woche außer Haus. Die Häufigkeit liegt im Median bei zweimal wöchentlich ( Tabelle A 28 ). Am ehesten wird eine Imbißstube, dann ein Restaurant und etwas seltener eine Kantine aufgesucht ( Tabelle A 14 ).
Die Zubereitung der Mahlzeiten im Haus erfolgt bei gut der Hälfte der Studienteilnehmer
(n = 408) durch eine andere Person des Haushaltes. Nur 10% der jungen Männer bereiten die Mahlzeiten überwiegend selbst zu (
Tabelle A 12
).
Nur 1% der Probanden achten immer und 7% teilweise beim Einkauf von Suppen und Fertiggerichten darauf, daß diese mit Jodsalz hergestellt werden. 53% interessieren sich nicht dafür. 31% gehen nicht selbst einkaufen ( Tabelle A 13 ).
Die Studienteilnehmer wurden befragt, ob sie regelmäßig beim gleichen Bäcker bzw. Metzger einkaufen. Wenn ja, sollte angeben werden, ob dort Jodsalz zur Produktherstellung eingesetzt wird ( Tabelle A 14 und Tabelle A 15 ).
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Die Probanden, die mehr als einmal wöchentlich außer Haus essen, wurden ebenfalls gebeten anzugeben, ob sie regelmäßig die gleiche Lokalität aufsuchen und dort jodiertes Salz zur Speisenherstellung verwendet wird ( Tabelle A 15 ). Die Ergebnisse sind in der folgenden Tabelle zusammengefaßt.
Tabelle 23: Einkaufsgewohnheiten, Jodsalz als Auswahlkriterium für Lebensmittel und Speisen (Angaben in Prozent)
|
|
Einkauf oder Essen |
Jodsalz |
|||
|
|
nein |
ja |
ja |
nein |
weiß nicht |
|
Bäckerei |
42,4 |
47,9 |
8,0 |
2,4 |
87,7 |
|
Metzgerei |
44,5 |
36,6 |
7,0 |
1,1 |
89,4 |
|
Restaurant/ Kantine/ Imbißstube |
|
|
|
|
|
Es zeigt sich, daß zwischen 37 und 48% der Probanden das gleiche Geschäft zum Einkaufen aufsuchen. Von diesen wissen 88 bis 89% nicht , ob Jodsalz bei der Lebensmittelherstellung verwendet wird.
Rund 32% der Studienteilnehmer essen außer Haus in der gleichen Lokalität. 89% sind nicht informiert , ob Jodsalz zur Speisenzubereitung eingesetzt wird.
Nur 6 bis 8% sind sich sicher, daß Jodsalz zur Produktherstellung benutzt wird. 1 bis 3% erklären, daß kein Jodsalz eingesetzt wird.
Nur 0,5% der Probanden (n = 4) substituieren Jod in Form von Tabletten. 99% machen keinen Gebrauch von Jodtabletten ( Tabelle A 17 ).
Als Quelle erhöhter Jodzufuhr wurden Röntgenuntersuchungen mit der Gabe von Kontrastmitteln in den letzten 6 Monaten und die Einnahme von Medikamenten erfragt (Fragen 22,
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19 und 18). 14% der Studienteilnehmer (n = 110) berichten, daß bei ihnen in den vergangenen 6 Monaten eine Röntgenkontrastmitteluntersuchung durchgeführt worden sei ( Tabelle A 18 ).Um Einflüsse durch andere Lebensgewohnheiten ausschließen zu können, wurde nach einem längeren Auslandaufenthalt unmittelbar vor der Datenerhebung gefragt. Einen längeren Auslandsaufenthalt bestätigen 2% der Probanden ( Tabelle A 18 ).
10% der Probanden nehmen regelmäßig Medikamente ein ( Tabelle A 17 ). Darunter befinden sich neun jodhaltige Präparate oder Präparate, bei denen ein Jodgehalt nicht auszuschließen ist.
Zur Ermittlung einer kurzfristigen erhöhten Jodzufuhr in den letzten 2 Tagen vor Durchführung der Studie werden der Seefischverzehr und die Mahlzeiteneinnahme in einem asiatischen Restaurant erfragt. 11% der Studienteilnehmer erklären, in den letzten zwei Tagen Seefisch, 3% asiatisch gegessen zu haben ( Tabelle A 12 und Tabelle A 15 ).
5% der Probanden haben in den 24 Stunden vor der Datenerhebung Medikamente, die sie sonst nicht regelmäßig nehmen, eingenommen ( Tabelle A 18 ).
30 Probanden (4%) führen anamnestisch eine Schilddrüsenerkrankung an. Davon sind 2 operativ behandelt worden. 23 werden medikamentös und 5 auf eine andere Weise therapiert ( Tabelle A 18 ).
Zur Erfassung des Wissens zum Thema Jod in der Ernährung wurden 4 Fragen gestellt. Die persönliche Jodversorgung wird von 45 % als durchschnittlich eingeschätzt. 5% halten ihre persönliche Jodversorgung für gut, 6% für schlecht. 43% können nicht beurteilen, wie sie sich einstufen sollen ( Tabelle A 16 ).
Ein Viertel der Probanden (n = 195) meint, die eigene Jodversorgung müsse verbessert werden. 13% erachten eine Änderung nicht für notwendig. 61% (n = 477) wissen nicht, ob ihre eigene Jodversorgung erhöht werden soll ( Tabelle A 16 ).
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Bei der Frage nach der Einschätzung der Gefahr durch hohen Jodsalzkonsum zeigt sich, daß 28% Jodsalz als nicht gefährlich bewerten. Eine Gefahr durch einen hohen Konsum von Jodsalz sehen 21%. Jeder Zweite kann nicht einordnen, ob Jodsalz gefährlich ist ( Tabelle A 16 ).52% der Befragten (n = 406) haben keine Kenntnis darüber, was Jod für den Menschen bedeutet. 48% geben mindestens eine sinnvolle Antwort ( Tabelle A 17 ). Von diesen verbinden 59% den Begriff Jod allgemein mit Gesundheit oder Krankheit. 35% geben einen Zusammenhang zu dem Organ Schilddrüse, 9% zu der Entwicklung eines Kropfes, an. Jod als Bestandteil der Schilddrüsenhormone kennen 2% ( Tabelle A 17 ).
Die individuelle Jodzufuhr wird in 6 Gruppen eingeteilt: 0-70, 71-100, 101-130, 131-150,151-200, >200. Die prozentuale Verteilung der geschätzten Jodzufuhr auf die 6 Bereiche zeigt Abbildung 7 .
Abbildung 6: Prozentuale Verteilung der geschätzten Jodzufuhr auf 6 definierte Bereiche

6% der Probanden nehmen täglich weniger als 70 µg Jod zu sich. 70 µg Jod entsprechen dem Lowest Treshold Intake (LTI) des wissenschaftlichen Lebensmittelausschusses. Das
69
ist die Menge, unterhalb derer mit dem Auftreten von Mangelsymptomen zu rechnen ist. 71% erreichen eine Jodaufnahme von mindestens 100 µg pro Tag. Nur jeder 10. Wehrpflichtige erfüllt die Empfehlungen der DGE für eine tägliche Jodzufuhr von 200 µg. Als höchster Wert der täglichen Jodzufuhr der Probanden wurde 507,5 µg berechnet. Damit erreicht kein Proband den toxischen Bereich von 1 mg/Tag.Für die oben definierten Bereiche der geschätzten individuellen Jodzufuhr wird der Median der gemessenen individuellen Jodausscheidung berechnet. Das Verhältnis der Mediane der Jodausscheidung der Studienteilnehmer zu den verschiedenen Jodzufuhrbereichen zeigt Abbildung 8 .
Abbildung 7: Median der Jodausscheidung der Studienteilnehmer in µg Jod/g Kreatinin für unterschiedliche Jodzufuhrbereiche [µg Jod/d]

Mit Zunahme der täglichen Jodzufuhr erhöht sich auch die Jodausscheidung im Urin. Bei einer täglichen Jodzufuhr von <70 µg/d liegt der Median der Jodausscheidung bei 48,9 µg Jod/g Kreatinin. Probanden mit einer durchschnittlichen Jodzufuhr von >200 µg/d scheiden im Median 64,5 µg Jod/g Kreatinin aus.
Für die Jod/Kreatininquotienten und die Jodzufuhr wird der Korrelationskoeffizient nach Spearman berechnet. Es zeigt sich eine schwache Korrelation mit r = 0,1561, die jedoch hochsignifikant ist (p = 0,000).
70
Bei der Prüfung der Korrelation der Jod/Kreatininwerte zur Joddichte der Nahrung ergibt sich mit r = 0,1582 ebenfalls ein geringer, aber signifikanter Zusammenhang (p = 0,000).
Zum Vergleich der Regionen wurden 5 Großräume anhand der Bundesländer definiert (Einteilung gemäß
Tabelle 21
und
Tabelle 22
, auf Seite 43 und 43). Im folgenden werden die Großräume Nord (n = 208), Mitte (n = 360), Süd (n = 210) und die alten (West: n = 648) und neuen (Ost: n = 130) Bundesländer einander gegenübergestellt. Für die statistische Bearbeitung wird
= 0,05 als Irrtumswahrscheinlichkeit vorgegeben.
In den Regionen zeigen sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich Alter, Körpergewicht, Körpergröße und Body-Mass-Index ( Tabelle A 29 und Tabelle A 30 ).
Die Wohnlage unterscheidet sich mit p = 0,00000 signifikant für die Probanden aus Nord-Mitte-Süd (n = 773). Die Ungleichheit ergibt sich daraus, daß in Nord 40% der Studienteilnehmer im Kernbereich einer Stadt und 17% auf dem Land wohnen, während in Süd ein umgekehrtes Verhältnis besteht. Es leben 18% im Kernbereich einer Stadt und 42% auf dem Land ( Tabelle A 19 ).
Zwischen den neuen und alten Bundesländern gibt es statistisch keine signifikante Verschiedenheit bezüglich der Verteilung der Wohnlage ( Tabelle A 27 ).
Es folgen die Vergleiche der Schulbildung in den Regionen (n = 772). In Nord und Mitte haben ca. 70% der Befragten den Haupt-/Realschulabschluß erreicht bzw. streben ihn an. Das Abitur/Fachabitur haben in Nord und Mitte 26 bzw. 32% erzielt oder streben diesen Abschluß an. In Süd sind es mit 80% mehr Haupt- und Realschüler, dafür mit 20% weniger Abiturienten. Diese unterschiedliche Verteilung liegt mit p = 0,00763 im statistisch signifikanten Bereich ( Tabelle A 19 ).
71
Für die neuen und alten Bundesländer ist die Verteilung der Schulbildung gleich ( Tabelle A 27 ).
Beim Vergleich der Großräume Nord-Mitte-Süd finden sich folgende Medianwerte für die Jodaussscheidung im Urin (n = 763) ( Tabelle A 31 ). In Nord liegt er bei 58,5 µg Jod/g Kreatinin, in Mitte bei 56,7 µg Jod/g Kreatinin. In Süd findet sich der höchste Medianwert mit 59,7 µg Jod/g Kreatinin. Statistisch gibt es keinen signifikanten Unterschied der Jod/Kreatininquotienten der Wehrpflichtigen aus diesen Regionen (p = 0,4216).
Der Median der Probanden der neuen Bundesländer ist höher (58,8 µg Jod/g Kreatinin) als der der alten Bundesländer (56,7 µg Jod/g Kreatinin) ( Tabelle A 31 ). Es handelt sich aber nicht um einen statistisch signifikanten Unterschied (p = 0,7666).
Die Jodausscheidungswerte werden gemäß der WHO-Definition der Jodmangelgrade eingeteilt. Dann werden die Verteilungen in den Großräumen Nord-Mitte-Süd miteinander verglichen. Die Ergebnisse sind in der Abbildung 9 dargestellt.
Abbildung 8: Ausprägung des Jodmangels in Gradeinteilung der WHO in den Großräumen
Nord-Mitte-Süd

72
In der Region Nord zeigt sich der höchste Anteil an Probanden (14,4%), die mehr alsIm Chi2 Test wird mit p = 0,5465 bestätigt, daß kein signifikanter Unterschied in der Verteilung der Jodmangelgrade in den Großräumen Nord-Mitte-Süd besteht.
Beim Vergleich der Jodausscheidung nach Jodmangelgraden weisen in den neuen Bundesländern mehr Probanden (15,1%) eine Jodausscheidung über 100 µg Jod/g Kreatinin auf, als in den alten Bundesländern (11,4%). Es finden sich aber in den neuen Bundesländern auch mehr Studienteilnehmer (5,6 %), die einem Jodmangel Grad III zugeordnet werden. Diese Unterschiede sind jedoch nicht signifikant (siehe Abbildung 10 ).
Statistisch wird im Chi2 Test belegt, daß sich die Jodmangelgrade gleich auf die neuen und alten Bundesländer verteilen (p = 0,5492).
Abbildung 9: Ausprägung des Jodmangels in Gradeinteilung der WHO in den neuen (Ost) und alten (West) Bundesländern

Bei der geschätzten Jodzufuhr (n = 770) zeigt sich in Süd der niedrigste Median mit 113,2 µg Jodzufuhr pro Tag. In Mitte liegt er bei 126,8 µg Jod/d und in Nord findet sich der
73
höchste Wert mit 129,6 µg Jod/d ( Tabelle A 32 ). Dieser Unterschied erreicht im H-Test nach Kruskal und Wallis mit p = 0,0597 nicht das Signifikanzniveau.Im Median ist die geschätzte Jodzufuhr der neuen Bundesländer mit 132,7 µg Jod/d höhe r als die der alten Bundesländer mit 122,1 µg Jod/d ( Tabelle A 32 ). Diese Ungleichheit läßt sich statistisch im U-Test nach Mann und Whitney mit p = 0,0049 belegen.
Für die Joddichte der Nahrung zeigt sich ebenfalls, daß die Medianwerte in Süd (39,6 µg Jod/1000kcal) niedriger sind als in Mitte (44,0 µg Jod/1000kcal) und Nord (46,8 µg Jod/1000kcal) ( Tabelle A 33 ). Der Unterschied ist aber im H-Test nach Kruskal und Wallis mit p = 0,0519 statistisch nicht signifikant.
Statistisch bedeutend ist dagegen die Verschiedenheit der Joddichte der Nahrung in West und Ost (p = 0,0080), nachgewiesen im U-Test nach Mann und Whitney. Für die neuen Bundesländer wird mit 47,8 µg Jod/1000 kcal eine höhere Joddichte der Nahrung berechnet als in den alten Bundesländern, in denen ein Wert von 42,2 µg Jod/1000 kcal ermittelt wird ( Tabelle A 33 ).
Für den Vergleich des Lebensmittelverzehrs in den Großräumen wird das erfragte Produkt nach seiner Häufigkeit aufgelistet und in Gruppen eingeteilt, so daß Wenig- bzw. Vielesser einander gegenübergestellt werden können. Zur statistischen Beurteilung wird der Chi2-Test angewendet.
Brot
Die Einteilung erfolgt in die Gruppen 0, 1-5 und >5 Scheiben Brot pro Tag. In Süd wird weniger Brot gegessen als in Mitte und Nord. 11% der jungen Männer in Süd essen kein Brot verglichen mit 5% in Mitte und 4% in Nord. Weniger Probanden in Süd (14%) essen mehr als 5 Scheiben täglich, gegenüber 25% in Mitte und 28% in Nord ( Tabelle A 4 ). Es zeigen sich signifikante Differenzen im Brotverzehr der Großräumen Nord-Mitte-Süd mit p = 0,00007.
Beim Vergleich der neuen und alten Bundesländer gibt es ebenfalls einen signifikanten Unterschied p = 0,00011. Die Probanden der neuen Bundesländer geben zu 37% an, viel Brot (>5 Scheiben) zu essen. In den alten Bundesländer sind es nur 20% ( Tabelle A 8 ).
74
BrötchenEs werden Gruppen mit täglicher Aufnahme von 0, 1-3 und >3 Brötchen gebildet. In den Großräumen Nord-Mitte-Süd zeigen sich keine signifikanten Unterschiede des täglichen Brötchenverzehrs ( Tabelle A 5 ).
77% der Probanden der neuen Bundesländer essen mindestens ein Brötchen pro Tag. In den alten Bundesländern erfüllen nur 55% dieses Merkmal ( Tabelle A 9 ). Der Unterschied entspricht mit p = 0,00001 dem Signifikanzniveau.
Wurst
Für den Wurstverzehr lassen sich in Nord-Mitte-Süd ebenfalls keine signifikanten Unterschiede feststellen ( Tabelle A 6 ).
Die Probanden der neuen Bundesländer essen eher viel Wurst. 21% geben mehr als 5 Portionen täglich an. Diesen stehen 10% in den alten Bundesländern gegenüber. Gleichzeitig finden sich in Ost wenig Probanden (9%), die keine Wurstwaren verzehren. In West sind es 18%, die Wurst als Lebensmittel ablehnen ( Tabelle A 10 ). Der Wurstkonsum weicht in den neuen und alten Bundesländern signifikant voneinander ab (p = 0,00059).
Milch
Bezüglich des Milchverzehrs lassen sich signifikante Unterschiede (p = 0,00135) in den Großräumen Nord-Mitte-Süd feststellen. Während in Nord von 77% wenigstens eine Tasse Milch am Tag getrunken wird, gehört in Süd für 44% der Probanden die Milch gar nicht auf den Speiseplan ( Tabelle A 7 ).
Unterschiede im Milchverzehr der neuen und alten Bundesländer werden nicht beobachtet ( Tabelle A 11 ).
Keine regionalen Unterschiede sind beim Seefischverzehr in den Großräumen Nord-Mitte-Süd und West-Ost festzustellen, wie in den Abbildung 12 und Abbildung 13 gezeigt wird. Insgesamt geben 62% an, selten oder nie Fisch zu essen, 33% essen 1 bis 4 mal pro Monat Fisch und 5% mehr als 4 mal monatlich.
75
Abbildung 10: Monatlicher Seefischverzehr in den Großräumen Nord-Mitte-Süd

Abbildung 11: Monatlicher Seefischverzehr in den Großräumen West und Ost

777 Probanden haben die Frage nach der Salzqualität des im Haushalt verwendeten Salzes beantwortet. In Nord und Mitte liegt der Anteil des jodierten Speisesalzes bei 39 bzw. 44%. Damit wird geringfügig mehr jodiertes Speisesalz gegenüber nicht jodiertem Speisesalz mit 36 bzw. 41% eingesetzt. In Süd liegt der Gebrauch von jodiertem Speisesalz mit 55% deutlich höher, der des nicht jodierten Speisesalzes mit 26% entsprechend niedriger ( Tabelle A 13 ). Es zeigen sich Abweichungen in der Verteilung von jodiertem und nicht jodiertem Speisesalz als Haushaltssalz in den Großräumen Nord-Mitte-Süd (siehe Abbildung 14 ). Dieser Unterschied erreicht mit p = 0,00143 das Signifikanzniveau.
76
Abbildung 12: Qualität des Speisesalzes im Haushalt in den Großräumen Nord-Mitte-Süd

Zwischen den neuen und alten Bundesländern gibt es keinen bedeutenden Unterschied bezogen auf die Art des im Haushalt verwendeten Speisesalzes. 18% der Probanden in den alten Bundesländern und 11% der jungen Männer in den neuen Bundesländern wissen nicht, welche Qualität das Haushaltssalz aufweist ( Tabelle A 21 ). Diese Ergebnisse zeigt Abbildung 15 .
Abbildung 13: Qualität des Haushaltssalzes in den Großräumen West und Ost

Bezüglich des Salzkonsums lassen sich keine signifikanten Unterschiede in den Regionen feststellen.
77
46,9% der Probanden essen mehr als einmal pro Woche außer Haus ( Tabelle A 14 und Tabelle A 22 ). In der Auswahl der Lokalität des Außer-Haus-Essens (Restaurant, Kantine, Imbißstube) gibt es Differenzen zwischen Nord-Mitte-Süd. Während in Nord und Mitte um die 28% auswärts im Restaurant essen, sind es in Süd 49%. In der Kantine essen durchschnittlich 27% der Probanden. Die Imbißstube suchen in Nord und Mitte ca. 43% auf, in Süd nur 29%. Diese unterschiedliche Verteilung ist mit einem Wert von p = 0,00332 statistisch signifikant.
Beim Vergleich der neuen und alten Bundesländer zeigt sich, daß in den neuen Bundesländern häufiger die Kantine frequentiert wird (49%), als in den alten Bundesländern (22%). Der Wert für p beträgt 0,00004.
Regionale Unterschiede bei der Berücksichtigung von Jodsalz als Auswahlkriterium beim Einkauf von Lebensmitteln lassen sich nicht feststellen.
Da nur 4 Probanden Jod in Form von Tabletten substituieren, ist ein regionaler Vergleich nicht sinnvoll.
Die Verteilung der Schilddrüsenerkrankungen über die Großräume Nord-Mitte-Süd unterscheidet sich nicht (p = 0,17396), ( Tabelle A 18 ).
Auch die Probanden der neuen und alten Bundesländer sind gleichermaßen von einer Schilddrüsenerkrankung betroffen (p = 0,11459), ( Tabelle A 26 ).
78
Für die Quellen hoher Jodzufuhr zeigen sich keine signifikanten Unterschiede in den Regionen.
Grundsätzlich unterscheidet sich die Einnahme von Medikamenten in den alten und neuen Bundesländern. Medikamente werden in den alten Bundesländern regelmäßig von 11% der Befragten, in den neuen Bundesländern nur von 4%, eingenommen ( Tabelle A 25 ). Diese unterschiedliche Verteilung erreicht mit p = 0,01003 das Signifikanzniveau.
Es gibt keine regionalen Unterschiede zwischen Nord-Mitte-Süd und den neuen und alten Bundesländern bezüglich des Wissens über die Bedeutung von Jod für den Menschen ( Tabelle A 17 und Tabelle A 25 ).
Es liegen 90 Wasserproben der Regionen vor, die auf ihren Jodgehalt untersucht worden sind. In 94 Wasserproben der Regionen wurde der Gehalt an gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen als Indikator für die Huminsäurekonzentration bestimmt
Für den Jodgehalt im Trinkwasser der Regionen schwanken die Werte zwischen 0,2 und
15,5 µg/l. Der Median liegt bei 2,6 µg/l. In 75% der Trinkwasserproben wird ein Jodgehalt unter 5,5 µg/l gemessen (siehe
Abbildung 16
, auf Seite 65) .
79
Abbildung 14: Jodgehalt in den Trinkwasserproben

Die höchsten Jodwerte des Trinkwassers werden im Norden, die niedrigsten im Süden gemessen ( Tabelle A 34 ). Die Mediane des Jodgehaltes des Trinkwassers der einzelnen Regionen sind in Abbildung 17 , auf Seite 66 dargestellt.
80
Abbildung 15: Mediane des Jodgehaltes des Trinkwassers [µg/l] der einzelnen Regionen, in Klammern ( ) Anzahl der Proben

81
Die Trinkwassergehalte werden auf regionale Unterschiede in den Großräumen Nord-Mitte-Süd statistisch mit dem H-Test nach Kruskal und Wallis untersucht. Die Verteilung des Jodgehaltes im Trinkwasser der Großräumen ist in Tabelle 24 dargestellt.
Tabelle 24: Vergleich des Jodgehaltes [µg /l] in den Trinkwasserproben der Großräume
Nord-Mitte-Süd
|
|
Jodgehalt im Trinkwasser [µg/l] |
|||
|
|
Großraum1 |
|
||
|
|
Nord |
Mitte |
Süd |
Gesamt |
|
|
n = 23 |
n = 45 |
n = 22 |
n = 90 |
|
arithmetischer Mittelwert |
6,54 |
3,10 |
1,97 |
3,70 |
|
Standardabweichung |
3,67 |
2,14 |
1,66 |
3,04 |
|
Minimum |
1,50 |
0,20 |
0,40 |
0,20 |
|
5. Perzentile |
1,52 |
0,56 |
0,40 |
0,55 |
|
25. Perzentile |
4,20 |
1,45 |
0,95 |
1,47 |
|
Median |
5,90 |
2,50 |
1,55 |
2,60 |
|
75. Perzentile |
7,60 |
4,15 |
2,43 |
5,50 |
|
95. Perzentile |
15,30 |
7,56 |
7,11 |
9,57 |
|
Maximum |
15,50 |
9,90 |
7,40 |
15,50 |
1 Großraum:
|
Nord: |
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, |
|
Mitte: |
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Thüringen, Sachsen |
|
Süd: |
Baden-Württemberg, Bayern |
Die Jodwerte im Trinkwasser unterscheiden sich in den Großräumen Nord-Mitte-Süd signifikant voneinander (p = 0,000). Die Mediane (Nord 5,90 µg/l, Mitte 2,50 µg/l, Süd
1,55 µg/l) weisen auf ein Nord-Süd-Gefälle hin.
82
Mit Hilfe des U-Test nach Mann und Whitney werden die Jodwerte im Trinkwasser der neuen und alten Bundesländer einander gegenübergestellt. Einen Überblick über den Jodgehalt des Trinkwassers in diesen Großräumen bietet Tabelle 25 .
Tabelle 25: Jodgehalt [µg/l] im Trinkwasser der neuen und alten Bundesländer
|
|
Jodgehalt im Trinkwasser [µg/l] |
||
|
|
Großraum1 |
|
|
|
West |
Ost |
Gesamt |
|
|
|
n = 72 |
n = 18 |
n = 90 |
|
arithmetischer Mittelwert |
3,46 |
4,59 |
3,70 |
|
Standardabweichung |
3,02 |
3,06 |
3,04 |
|
Minimum |
0,20 |
0,50 |
0,20 |
|
5. Perzentile |
0,53 |
0,50 |
0,55 |
|
25. Perzentile |
1,23 |
2,15 |
1,47 |
|
Median |
2,50 |
4,25 |
2,60 |
|
75. Perzentile |
5,23 |
6,18 |
5,50 |
|
95. Perzentile |
9,06 |
12,30 |
9,57 |
|
Maximum |
15,50 |
12,30 |
15,50 |
1 Großraum:
West: alte Bundesländer
Ost: neue Bundesländer
Beim Vergleich der neuen und alten Bundesländer läßt sich in den neuen Bundesländern ein höherer Median feststellen. Dieser Unterschied ist statistisch nicht signifikant
(p = 0,783).
Die gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe (DOC) weisen im Trinkwasser eine Spannweite von 0,8 bis 6,4 mg C/l auf. Der Median liegt bei 1,5 mg C/l. 75% der Proben weisen einen Gehalt an gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen unter 2,5 mg C/l auf (siehe Abbildung 18 , auf Seite 69).
83
Abbildung 16: Wertebereich der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe (DOC) im Trinkwasser

Die höchsten Gehalte an gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen im Trinkwasser werden im Norden gemessen ( Tabelle A 35 ). Die Zuordnung der Mediane der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen im Trinkwasser zu den einzelnen Regionen ist der Abbildung 19 , auf Seite 70 zu entnehmen.
84
Abbildung 17: Mediane der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe im Trinkwasser
[mg C/l] der einzelnen Regionen, in Klammern ( ) Anzahl der Proben

85
Zum Vergleich dieser Regionen wird der H-Test nach Kruskal und Wallis eingesetzt. Die Verteilung der Meßwerte in den Großräumen Nord-Mitte-Süd zeigt Tabelle 26 .
Tabelle 26: Gelöste organisch gebundene Kohlenstoffe [mg C/l] im Trinkwasser der Großräume Nord-Mitte-Süd
|
|
Gelöste organisch gebundene Kohlenstoffe im Trinkwasser |
|||
|
|
Großraum1 |
|
||
|
|
Nord |
Mitte |
Süd |
Gesamt |
|
|
n = 23 |
n = 47 |
n = 24 |
n = 94 |
|
arithmetischer Mittelwert |
3,25 |
1,58 |
1,39 |
1,94 |
|
Standardabweichung |
1,12 |
0,70 |
0,44 |
1,07 |
|
Minimum |
1,60 |
0,78 |
0,84 |
0,78 |
|
5. Perzentile |
1,62 |
0,80 |
0,86 |
0,86 |
|
25. Perzentile |
2,30 |
1,10 |
1,10 |
1,20 |
|
Median |
3,20 |
1,40 |
1,25 |
1,50 |
|
75. Perzentile |
3,90 |
1,90 |
1,48 |
2,45 |
|
95. Perzentile |
6,04 |
3,24 |
2,60 |
4,03 |
|
Maximum |
6,40 |
3,70 |
2,70 |
6,40 |
1 Großraum:
|
Nord: |
Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Mecklenburg Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt Berlin, Brandenburg, |
|
Mitte: |
Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen, Thüringen, Sachsen |
|
Süd: |
Baden-Württemberg, Bayern |
Hier zeigt sich mit p = 0,0000 ein signifikanter Unterschied zwischen den Großräumen Nord-Mitte-Süd. Statistisch unterscheidet sich die Region Nord mit einem Median von 3,2 mg C/l signifikant (p = 0,0000) von Mitte (1,4 mg C/l) und Süd (1,25 mg C/l). Die Regionen Mitte und Süd heben sich statistisch nicht voneinander ab.
Zur Beurteilung der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe im Trinkwasser der neuen und alten Bundesländer wird der U-Test nach Mann und Whitney angewendet. Die Trinkwasserwerte sind in Tabelle 27 zusammengestellt.
86
Tabelle 27: Vergleich der gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffe [mg C/l] im
Trinkwasser der alten und neuen Bundesländer
|
|
Gelöste organisch gebundene Kohlenstoffe im Trinkwasser |
||
|
|
Großraum 1 |
|
|
|
|
West |
Ost |
Gesamt |
|
|
n = 76 |
n = 18 |
n = 94 |
|
arithmetischer Mittelwert |
1,81 |
2,51 |
1,94 |
|
Standardabweichung |
1,05 |
1,02 |
1,07 |
|
Minimum |
0,78 |
0,95 |
0,78 |
|
5. Perzentile |
0,84 |
0,95 |
0,86 |
|
25. Perzentile |
1,10 |
1,48 |
1,20 |
|
Median |
1,40 |
2,50 |
1,50 |
|
75. Perzentile |
2,10 |
3,43 |
2,45 |
|
95. Perzentile |
4,42 |
3,90 |
4,03 |
|
Maximum |
6,40 |
3,90 |
6,40 |
1 Großraum:
West: alte Bundesländer
Ost: neue Bundesländer
In West und Ost differiert der Gehalt an gelösten organisch gebundenen Kohlenstoffen im Trinkwasser. In den neuen Bundesländern liegt der Median mit 2,5 mg C/l höher als in den alten Bundesländern (1,4 mg C/l). Der Unterschied erreicht mit p = 0,0030 das Signifikanzniveau.
Es läßt sich keine Korrelation zwischen dem Jodgehalt des Trinkwassers und den Medianen der Jodausscheidung der einzelnen Regionen nachweisen. Der Korrelationskoeffizient nach Spearman ist r = 0,0542.
87
Es werden Gruppen von Merkmalsträgern (z.B. Raucher) und Nichtmerkmalsträgern (z.B. Nichtraucher) gebildet. Dann werden diese Teilkollektive hinsichtlich der Jodausscheidung und der geschätzten Jodzufuhr miteinander verglichen.
Zum Vergleich der Jodausscheidung der Gruppen wird der U-Test nach Mann und Whitney angewendet. Der Tabelle 28 bis Tabelle 31 sind die Gruppen und die Mediane der Jodausscheidung in µg Jod/g Kreatinin zu entnehmen.
Tabelle 28: Einfluß des Body-Mass-Index (BMI) auf den Median der Jodausscheidung im Urin
|
Merkmal |
BMI groß |
BMI klein |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
|
Body-Mass-Index |
178 |
57,5 |
128 |
57,5 |
Tabelle 29: Unterschiedliche Wohnlage und Median der Jodausscheidung im Urin
|
Merkmal |
Stadt |
Land |
||
|
|
Anzahl |
Median der |
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
|
Wohnlage |
191 |
57,8 |
251 |
60,5 |
Tabelle 30: Unterschiedliche Schulbildung und Median der Jodausscheidung im Urin
|
Merkmal |
Haupt-/Realschule |
Abitur |
||
|
|
Anzahl |
Median der |
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
|
Schulbildung |
529 |
58,9 |
198 |
56,7 |
88
Tabelle 31: Mögliche Einflußfaktoren und der Median der Jodausscheidung im Urin
|
Merkmal |
Merkmal erfüllt |
Merkmal nicht erfüllt |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
Anzahl |
Median der Jodausscheidung |
|
390 |
56,8 |
336 |
59,6 |
|
281 |
59,4 |
451 |
57,2 |
|
234 |
61,6 |
194 |
52,3 |
|
84 |
59,9 |
512 |
56,9 |
|
112 |
59,2 |
608 |
58,3 |
Es sind nur geringfügige Differenzen in den Medianen der Jodausscheidungswerte der Untergruppen feststellbar.
Zur Gruppe mit langfristig erhöhter Jodzufuhr werden Probanden gezählt, die regelmäßig jodhaltige Medikamente einnehmen oder eine Röntgenuntersuchung mit Kontrastmittel angeben. Bei den Probanden, die eine langfristig erhöhte Jodzufuhr angeben, schwankt die Jodausscheidung von 14,6 bis 452 µg/g Kreatinin. In der Gruppe derjenigen, die eine langfristig erhöhte Jodzufuhr verneinen, liegt die Jodausscheidung zwischen 13,6 und 592,4 µg/g Kreatinin. Der Median der Jodausscheidung der Studienteilnehmer mit langfristig erhöhter Jodausscheidung (59,2 µg/g Kreatinin) weicht nur geringfügig von denjenigen ab, die keine langfristig erhöhte Jodzufuhr angeben (58,3 µg/gKreatinin). Die Abweichung ist mit p = 0,2452 nicht signifikant.
Zur kurzfristig erhöhten Jodzufuhr zählen der Verzehr von Seefisch oder asiatischen Speisen zwei Tage vor der Datenerhebung. Die Probanden mit langfristig erhöhter Jodzufuhr werden von diesem Test ausgeschlossen. Im Median zeigt sich eine Erhöhung der Jodausscheidung um 3,0 µg/g Kreatinin für die Probanden mit kurzfristig erhöhter Jodzufuhr. Auch dieser Unterschied ist mit p = 0,1883 nicht signifikant.
Für den Vergleich der Jodausscheidung und der Art des verwendeten Speisesalzes im Haushalt werden die Probanden, bei denen eine kurzfristige oder langfristige erhöhte Jodzufuhr bekannt ist, von der statistischen Prüfung ausgeschlossen. Der Gebrauch von Jodsalz im Haushalt führt bei den Studienteilnehmern zu einer Erhöhung der Jod-
89
ausscheidung im Median um 9,3 µg/g Kreatinin. Dieser Unterschied erreicht mitGemäß der Definition der WHO wird die Jodausscheidung der Gradeinteilung des Jodmangels (kein Mangel, Grad I,II und III) zugeordnet. Keine statistisch signifikanten Unterschiede zeigen sich zwischen der Verteilung der Jodmangelgrade und den Merkmalen Body-Mass-Index, Wohnlage, Schulbildung, Rauchen, Seefischverzehr.
Den oben genannten Gruppen werden die geschätzten Jodzufuhren zugeordnet. Die Merkmale und die Jodzufuhr sind in Tabelle 32 bis Tabelle 35 dargestellt.
Tabelle 32: Einfluß des Body-Mass-Index (BMI) auf den Median der Jodzufuhr
|
Merkmal |
BMI groß (>25 [kg/m2]) |
BMI klein (<20 [kg/m2]) |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
|
Body-Mass-Index |
177 |
129,14 |
128 |
126,16 |
Tabelle 33: Unterschiedliche Wohnlage und Median der Jodzufuhr
|
Merkmal |
Stadt |
Land |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
|
Wohnlage |
190 |
122,59 |
251 |
122,04 |
Tabelle 34: Unterschiedliche Schulbildung und Median der Jodzufuhr
|
Merkmal |
Haupt-/Realschule |
Abitur |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
|
Schulbildung |
523 |
125,2 |
198 |
129,1 |
90
Tabelle 35: Einfluß von Rauchen, Seefischverzehr und Jodsalzgebrauch im Haushalt auf
den Median der Jodzufuhr
|
Merkmal |
Merkmal erfüllt |
Merkmal nicht erfüllt |
||
|
|
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
Anzahl |
Median der Jodzufuhr |
|
Rauchen |
386 |
127,74 |
333 |
120,87 |
|
Seefischverzehr (>1x/Monat) |
277 |
143,49 |
448 |
114,72 |
|
Jodsalzgebrauch im Haushalt |
321 |
136,02 |
277 |
108,72 |
Die statistische Berechnung wird mit dem U-Test nach Mann und Whitney durchgeführt. Es zeigen sich nur geringfügige Unterschiede in den Medianwerten der geschätzten Jodzufuhr der Teilkollektive bezüglich der Faktoren Body-Mass-Index, Wohnlage, Rauchen und Schulbildung. Diese Unterschiede erreichen nicht das Signifikanzniveau.
Für die Merkmale Seefischverzehr und Jodsalzgebrauch im Haushalt wird die Signifikanz nicht getestet, da diese Merkmale in die Berechnung der Jodzufuhr eingehen und somit eine statistische Berechnung nicht sinnvoll ist.
Die Probanden werden gefragt, welche Bedeutung Jod für den Menschen hat. Es sollen Stichworte notiert werden. Diese werden den Begriffen Gesundheit, Kropf, Schilddrüse, Schilddrüsenhormone, geistige Entwicklung zugeordnet. Inhaltlich richtige Aussagen werden als Antwort gewertet. 52% der Wehrpflichtigen wissen nicht, was Jod für den Menschen bedeutet. 33% geben eine richtige Antwort. 13% führen zwei zutreffende Bezeichnungen an und nur 2% nennen drei sinnvolle Angaben.
Im folgenden wird mit dem Chi2 Test geprüft, ob sich das Wissen zu dem Begriff Jod in der Verteilung anderer Merkmale widerspiegelt.
91
Die verschiedenen Schulbildungen und die Angaben zur Bedeutung von Jod für den Menschen (n = 727) werden gegenübergestellt. Sie sind in Tabelle 36 aufgeführt.
Tabelle 36: Vergleich der Schulbildung und des Wissens zu dem Begriff Jod
|
|
Bedeutung von Jod für den Menschen |
|||
|
|
Keine Angabe |
Anzahl der richtigen Antworten |
||
|
|
|
1 |
2 |
>2 |
|
Haupt-/Realschule |
58,8% |
31,0% |
8,9% |
1,3% |
|
Abitur |
33,3% |
38,9% |
22,7% |
5,1% |
Die Haupt-/Realschüler haben zu 59% keine Vorstellung, von der Funktion des Elements Jod für den menschlichen Körper und machen weniger richtige Aussagen als die Abiturienten, von denen zwei Drittel den Begriff Jod sinnvoll einordnen können. Dieser Unterschied erreicht mit p = 0,0000 das statistische Signifikanzniveau.
Verglichen werden Probanden (n = 732), die nie oder seltener als einmal pro Monat Seefisch essen mit denjenigen, die mindestens einmal pro Monat Seefisch verzehren, bezogen auf die Antworten zu der Frage, welche Bedeutung Jod für den Menschen hat. Die Tabelle 37 gibt einen Überblick über die Resultate.
Tabelle 37: Gegenüberstellung von Seefischverzehr und den Angaben zur Bedeutung von Jod für den Menschen
|
|
Bedeutung von Jod für den Menschen |
|||
|
|
Keine Angabe |
Anzahl der richtigen Antworten |
||
|
|
|
1 |
2 |
>2 |
|
Seefischverzehr |
42,7% |
38,1% |
15,6% |
3,6% |
|
kein Seefischverzehr |
58,1% |
29,7% |
10,6% |
1,6% |
92
Es zeigt sich ein signifikanter Unterschied mit p = 0,0004. Die Personen, die Seefisch als Nahrungsmittel genießen, können eher etwas über den Begriff Jod aussagen, als diejenigen, die Fisch selten oder nie verspeisen.
Es werden zwei Gruppen gebildet. Der einen Gruppe werden die Probanden, die Jodsalz benutzen, der anderen die, die gewöhnliches Haushaltssalz gebrauchen, zugeordnet
(n = 605). Dann wird die Anzahl der richtigen Antworten zu der Bedeutung von Jod in beiden Gruppen miteinander verglichen. Die Ergebnisse sind in
Tabelle 38
dargestellt.
Tabelle 38: Qualität des Haushaltssalzes und Wissen über Jod
|
|
Bedeutung von Jod für den Menschen |
|||
|
|
keine Angabe |
Anzahl der richtigen Antworten |
||
|
|
|
1 |
2 |
>2 |
|
Jodsalz |
44,0% |
33,8% |
18,5% |
3,7% |
|
kein Jodsalz |
58,6% |
32,1% |
8,2% |
1,1% |
Die Wehrpflichtigen, die Jodsalz im Haushalt verwenden, können doppelt so häufig zwei und mehr Begriffe zur Bedeutung von Jod für den Menschen nennen, als diejenigen, die kein Jodsalz benutzen. 59% derjenigen, die kein Jodsalz verwerten, wissen keine Antwort. Bei den Jodsalzbenutzern sind es 44%. Diese Unterschiede sind statistisch mit p = 0,00006 signifikant.
Von den untersuchten Probanden sind 72% Haupt-/Realschüler und 27% Abiturienten. Im folgenden wird mit dem Chi2 Test die Verteilung der Schulbildung auf bestimmte Merkmale ermittelt.
93
Es wird untersucht, ob sich der Seefischverzehr unterschiedlich auf die Schulbildung der Probanden (n = 600) verteilt. Die Resultate sind in Tabelle 39 aufgeführt.
Tabelle 39: Schulbildung und Verzehr von Seefisch
|
|
Seefischverzehr |
|
|
|
<1 mal pro Monat /nie |
>1 mal pro Monat |
|
Haupt-/Realschule |
65% |
35% |
|
Abitur |
52% |
48% |
Sowohl bei den Abiturienten als auch bei den Haupt-/Realschülern überwiegen diejenigen, die eher selten oder nie Seefisch essen. Die Studienteilnehmer, die mindestens einmal monatlich Seefisch zu sich nehmen, sind signifikant häufiger Abiturienten (p = 0,00133).
In Tabelle 40 wird verglichen, welche Qualität das Haushaltssalz bei den Haupt-/Realschülern und Abiturienten (n = 727) aufweist.
Tabelle 40: Schulbildung und Gebrauch von Jodsalz im Haushalt
|
|
Jodiertes Speisesalz im Haushalt |
|
|
|
ja |
nein |
|
Haupt-/Realschule |
50% |
50% |
|
Abitur |
65% |
35% |
Deutlich weniger Abiturienten gebrauchen nicht jodiertes Speisesalz. Haupt-/Realschüler und Abiturienten unterscheiden sich signifikant mit p = 0,00111 in der Verwendung von jodiertem und nicht jodiertem Speisesalz im Haushalt.
94
Tabelle 41 beschreibt die Prüfung der Einschätzung der persönlichen Jodversorgung bei den Haupt-/Realschülern und Abiturienten (n = 725).
Tabelle 41: Schulbildung und Einschätzung der persönlichen Jodzufuhr
|
|
Einschätzung der persönlichen Jodversorgung |
|||
|
|
gut |
durchschnittlich |
schlecht |
weiß nicht |
|
Haupt-/Realschule |
4,2% |
42,2% |
5,3% |
47,2% |
|
Abitur |
6,1% |
52,8% |
7,1% |
34,0% |
Signifikante Unterschiede zwischen Haupt-/Realschülern und Abiturienten zeigen sich bei der persönlichen Einschätzung der eigenen Jodversorgung. Die Haupt-/Realschüler können die eigene Jodversorgung häufiger nicht beurteilen (p = 0,01544).
Durchschnittlich 21% halten Jodsalz in größeren Mengen für gesundheitlich gefährlich. 28% schätzen einen hohen Jodsalzkonsum als ungefährlich ein. Jeder Zweite kann diese Frage nicht beantworten. Die Einschätzung einer gesundheitlichen Gefahr durch eine hohe Zufuhr von Jodsalz ist unabhängig von der Schulbildung (p = 0,57904).
Da insgesamt die Ausschöpfung des Fragebogens nur sehr gering ist, wird die Gruppe der Abiturienten (n = 209) gesondert untersucht, um zu prüfen, ob sich dadurch weitere Erkenntnisse gewinnen lassen.
Es erfolgt eine Gruppenbildung nach Merkmalsträgern und nicht Merkmalsträgern zum Vergleich der Jodausscheidungswerte mit dem U-Test nach Mann und Whitney.
95
Folgende Merkmale wurden getestet:
|
BMI groß (>25 kg/m2) |
|
BMI klein (<20 kg/m2) |
|
Wohnlage Stadt |
|
Wohnlage Land |
|
Raucher |
|
Nichtraucher |
|
Seefischverzehr |
|
kein Seefischverzehr |
|
Jodsalzverwendung im Haushalt |
|
Verwendung gewöhnlichen Speisesalzes |
|
persönliche Jodversorgung wird als gut eingeschätzt |
|
persönliche Jodausscheidung wird als schlecht eingeschätzt |
|
persönliche Jodversorgung soll verbessert werden |
|
persönliche Jodversorgung soll nicht verbessert werden |
|
hoher Jodsalzkonsum gilt als gefährlich |
|
hoher Jodsalzkonsum ist ungefährlich |
|
Seefischverzehr oder asiatisches Essen 2 Tage vor der Untersuchung |
|
kein Verzehr von Seefisch oder asiatisches Essen in den 2 Tagen vor der Datenerhebung |
Es zeigen sich keine signifikanten Unterschiede beim Vergleich der oben aufgeführten Teilkollektive. Die isolierte Prüfung der Wehrpflichtigen mit Abitur ergibt keine weiteren Aufschlüsse gegenüber der Prüfung aller Probanden.
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HTML - Version erstellt am: Tue Apr 11 19:06:50 2000 |