Ein Wort voraus

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Die Idee zu dieser Arbeit entstand 1997, in einer Zeit, in der sich die Rahmenbedingungen und gesetzlichen Grundlagen im Gesundheitswesen so rasant verändert hatten und weiter veränderten, dass manches Krankenhausmanagement kaum in der Lage war, dem Reform- und Rationalisierungsdruck standzuhalten. Es wurden „Jahr um Jahr neue Methoden und Strategien ersonnen, Mittel budgetiert, gedeckelt , eingefroren und wieder aufgetaut, um der Probleme, insbesondere der Kostenexplosionen, Herr zu werden“ (s. Zwierlein 1997, S. 3) 1. Humanität, Qualität und Wirtschaftlichkeit wurden zu Attributen, die häufig in Zusammenhang mit der Forderung nach höherer Patientenorientierung genannt wurden.

Ebenfalls 1997 war nach dreijähriger Laufzeit ein Modellprojekt in einem Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung in Rheinland-Pfalz, dem St. Elisabeth Krankenhaus Mayen GmbH (Krankenhaus I) zum Abschluss gebracht worden. Das Modellprojekt mit dem Titel: „Entwicklung eines ganzheitlichen Pflegesystems zum Abbau arbeitsbelastender und qualitätseinschränkender Auswirkungen der Funktionspflege“ war vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert worden. Im Mittelpunkt standen dabei die Sicherung und Steigerung der Pflegequalität, die Verbesserung von Arbeitsbedingungen für Mitarbeiter sowie die Erhöhung von Patientenorientierung durch die Erarbeitung und Erprobung neuer Konzepte der Patientenbetreuung im Krankenhaus.

Zentrales Anliegen war die Partizipation aller Mitarbeiter2 im Untersuchungsfeld, wobei neben dem Pflegedienst alle Bereiche, in denen Mitarbeiter patientenbezogene Leistungen erbrachten, beteiligt wurden. Daher erfolgten im Verlauf des Projektes wissenschaftliche Begleitstudien zum Burnout-Syndrom, die die Auswirkungen der Modellaktivitäten auf das Pflegepersonal mittels einer „systembezogenen Untersuchungsperspe k tive“ (Büssing/Barkhausen 1997, S. 170)3 untersuchten. Eine patientenbezogene Analyse der Wirkung erfolgte nicht.

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Als Mitarbeiterin des Projektteams war ich maßgeblich an der Realisation des Modellprojektes beteiligt. Nach dem Modellprojekt wurden mir die Aufgaben Personalentwicklung, Öffentlichkeitsarbeit und Qualitätsmanagement im gleichen Hause übertragen, wodurch mir der Zugang zum Untersuchungsfeld erhalten blieb. So konnte ich die Sicht der Patienten im Zuge der vorliegenden Studie aufgreifen. Es war mein Ziel zu klären, welche Indikatoren das Konzept der Patientenorientierung abbilden, ob Patienten „Patientenorientierte Pflege, Behandlung und Leistungen“ als solche wahrnehmen, und ob die Ergebnisse aus der Untersuchung für das Krankenhaus- und Qualitätsmanagement genutzt werden können. Um das neu entwickelte Befragungsinstrument auf Reliabilität und Validität zu prüfen, wurde die Untersuchung in einem Vergleichskrankenhaus, dem der Krankenhaus-GmbH Landkreis Miltenberg, Krankenhaus Erlenbach (Krankenhaus II) durchgeführt. Das in Größe, Ausrichtung, Leistungsangebot und Patientenstruktur vergleichbare Haus konnte durch persönlichen Kontakt zur Pflegedirektorin als zweites Untersuchungsfeld gewonnen werden.

Die Studie hätte ohne die Unterstützung anderer nicht durchgeführt und zum Abschluss gebracht werden können. Zu den Menschen, die mich unterstützt haben, gehören im Krankenhaus Erlenbach Anette Liller, Cornelia Göst, Dr. Uwe Schmitz und alle Patienten, die sich an der Befragung beteiligten.

Im Krankenhaus Mayen waren es alle Patienten, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereit waren, an Workshops und Interviews teilzunehmen und ihr Wissen sowie ihre Erfahrung zur Verfügung zu stellen und dazu beitrugen, dass die Patienteninterviews und -befragungen durchgeführt werden konnten. Zudem waren es jene Verantwortlichen, die meinem Forschungsvorhaben zustimmten und es unterstützten – allen voran Ludwig Cremer, Manfred Weber, Dr. med. Burckhard Engelke.

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Besonderer Dank gilt aber meinen Betreuern Prof. Dr. Friedhelm Dietze und Prof. Dr. Theo Dassen, die mich auf meinem Weg begleiteten und mich durch wertvolle Beratung, viel Geduld und großes Vertrauen unterstützten.

Einen besonderen Anteil am erfolgreichen Abschluss dieser Studie hat meine Familie, besonders meine Mutter Maria Bleses. Und alle Freunde, an erster Stelle Roland Wünsch und Dr. Kerstin Rieder, sowie die vielen hier nicht genannten und genauso wichtigen Menschen, die mich auf dem langen Weg begleiteten.

Statt einer langen Rede, an deren Ende auch nur ein Wort stehen könnte, sage ich allen, die es nicht aufgaben daran zu glauben, dass ich diese Arbeit zu Ende bringe:

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Danke!


Fußnoten und Endnoten

1  Zwierlein, E. (1997): Das Krankenhaus der Zukunft – Die Zukunft des Krankenhauses. Auf dem Weg zum „Magnet-Krankenhaus. In: Zwierlein, E. (1997): Klinikmanagement. Erfolgsstrategien für die Zukunft. München. Wien, Baltimore: Urban & Schwarzenberger

2  Als Tribut an eine flüssigere Lesbarkeit wird in dieser Arbeit in der Regel darauf verzichtet, bei den Begriffen „Patient, Mitarbeiter, Bürger, Krankenschwester, Schwester, Arzt, Kollegen, usw.“ das jeweils andere Geschlecht zu benennen; selbstverständlich sind sie eingeschlossen und werden freundlichst um Verständnis gebeten.

3  Büssing, A; Barkhausen, M. (1997): Interdisziplinäre Zusammenarbeit und ganzheitliche Pflege. Eine systemorientierte Schnittstellenanalyse. In: Büssing, A. (Hrsg.) (1997): Von der funktionalen zur ganzheitlichen Pflege. Reorganisation von Dienstleistungsprozessen im Krankenhaus. Göttingen: Verlag für angewandte Psychologie. S. 163 – 192.



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21.11.2005