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2.  Zielstellung der Arbeit

In dieser Studie soll an einem großen Patientenkollektiv nachvollzogen werden, dass die SAL-Methode in der Lage ist gesunde und entzündlich veränderte Gelenke bereits in einem sehr frühen Stadium der rheumatischen Erkrankung zu unterscheiden. Gelingt dies, soll untersucht werden, ob eine Mehrklassenbewertung zur Bestimmung von unterschiedlichen Stadien der RA möglich ist. Das würde bedeuten, dass Kennwertbereiche eines die Streulichtverteilung beschreibenden Parameters jeweils einem Erkrankungsstadium zugeordnet werden könnten.

Die Untersuchungen am Fingergelenkmodell und an einem kleinen Patientenkollektiv, die 1994 von Prapavat am LMTB durchgeführt wurden, ergaben, dass durch entzündlich-rheumatische Erkrankungen hervorgerufene, optische Veränderungen in der Gelenkkapsel sich indirekt im Streulichtbild der SAL-Messung darstellen. Zur Analyse des Streulichtsignals wurden vier Kennwerte bestimmt, die die Form der Streulichtverteilungskurve beschreiben.

Zur Auswertung wurde eine Kombination von zwei der drei signifikantesten Parameter vorgeschlagen:

Die Kombination dieser Werte erlaubt eine Trennung des gesunden Zustands vom frühen Erkrankungsstadium der Rheumatoiden Arthritis. Die Streulichtanalyse der ersten Patientenmessungen Prapavats zeigte, dass ebenfalls die Steilheit rechts und die Gesamtbestrahlungsstärke (Intensität) als die Kurve beschreibende, geringfügig korrelierende Merkmale zur Auswertung herangezogen werden könnten.

Für den Fall, dass sich die Patienten nicht eindeutig als gesund oder erkrankt identifizieren lassen, werden bei der Analyse der Verteilungskurve die Intensität und die Steilheit rechts herangezogen und auf ihre Aussagekraft überprüft.


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Bei der SAL-Messung in dieser Studie entsteht bei jeder Einzeluntersuchung eine Bildserie von 17 Bildern in der Abfolge, in der der Laserstrahl in vertikaler Richtung über das Gelenk wandert. Diese Vielzahl von Messungen erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass der Gelenkspalt auf einem oder mehreren Bildern optimal durchleuchtet wird. Welches der aufgenommenen Bilder die meiste Information trägt und vorrangig ausgewertet wird, soll in dieser Arbeit festgelegt und begründet werden. Möglicherweise lässt sich aus dem gewählten Streulichtbild ein Teilbereich extrahieren, der die Kennwerttendenzen von gesund und entzündlich-rheumatisch verändert besonders deutlich hervorhebt.

Ein Teil der Patienten hat neben der klinischen Untersuchung auch die etablierten, bildgebenden Verfahren Röntgen, MRT und Sonographie durchlaufen. Bei diesen Patienten ist gesichert, ob sich in einem PIP-Gelenk eine floride Synovitis abspielt und dies soll als Referenz dienen, um zu zeigen, ob das SAL-Verfahren zu vergleichbaren Ergebnissen führt. Dies geschieht mit Hilfe einer Stadieneinteilung (siehe Tabelle 9), die die Ergebnisse der etablierten, bildgebenden Verfahren berücksichtigt. Fingergelenke mit einer durch Röntgen, MRT und Sonographie bestätigten Arthritis (Stadium 3) werden den gesunden Gelenken der Kontrollgruppe gegenübergestellt (Stadium 0)

Auf der einen Seite stehen also die Aussagegenauigkeit und Informationssicherheit im Zentrum des Interesses, auf der anderen die Beurteilung der praktische Handhabung des neuen Geräts zur SAL-Messung. Wie gestaltet sich der Untersuchungsablauf was beispielsweise die Dauer und die Zumutbarkeit für die Patienten anbelangt, deren meist schmerzhaft geschwollene Fingergelenke nur einen eingeschränkten Bewegungsumfang zulassen?

Prapavat [1997b] betont in seiner Arbeit die Notwendigkeit, die Finger optimal zu positionieren, um den störenden Einfluss der Knochenabsorption weitestgehend auszuschalten. Eine Schonhaltung der PIP-Gelenke während des Untersuchungsganges könnte durch einen veränderten Strahlengang des Lasers den Informationsgehalt des Streulichtbildes negativ beeinflussen. Daher gilt es Kriterien festzulegen, die in der Praxis eine Fehlpositionierung korrigierbar machen oder zumindest ein qualitativ schlechtes Bild als solches zu entlarven.


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07.05.2004