[Seite 32↓]

4.  Ergebnisse

4.1 Kennwertdarstellung aller Stadien

4.1.1 Kennwertdarstellung anhand der Klinik

Die Parameter Breite,Asymmetrie und Steilheit links sind in der Berechnung der Streulichtverteilungskurve diejenigen, bei denen die größten durch Rheumatoide Arthritis verursachten Änderungen zu erwarten sind. Werden sie in einem Clusterdiagramm gegeneinander aufgetragen, ermöglicht dies die größer werdende Abweichung vom Sollwert mit fortschreitender Krankheitsschwere graphisch darzustellen. Bei der klinischen Untersuchung wurde jedes Gelenk mit folgenden Scores bewertet:

Im Diagramm Abbildung 5 sind die Breite (x-Achse) gegen die Asymmetrie (y-Achse) der Streulichtverteilungskurve von 1124 mit dem Klinikscore belegten PIP-Gelenken aufgetragen (12 der Bilder waren nicht verwertbar). Ausgewertet wurde im Modus Maximum Integral, das heißt der gesamte Bildbereich des ausgewählten Bildes wurde zur Auswertung herangezogen. Alle proximalen Interphalangealgelenke [Seite 33↓]wurden berücksichtigt. Tendenziell wäre zu erwarten, dass sich die schwarzen, mit dem Score 0 belegten, Kennwerte der Gelenke ohne Krankheitssymptome im linken unteren Quadranten des Diagramms gruppieren, da Breite und Asymmetrie in den Untersuchungen der Vorgängerstudie bei RA-Erkrankten zunahmen. Als Konsequenz daraus müssten sich die mit gelb und orange belegten Scoreberechnungen für geringe und ausgeprägte klinische Arthritis im rechten, oberen Quadranten häufen. Im Diagramm ersichtlich ist aber eine breite Streuung über den gesamten Kennwertbereich, sowohl der klinisch nicht akut betroffenen Gelenke bis hin zu den als schwer entzündet eingestuften Gelenken. Die Balkendiagramme rechts und oberhalb der Clusterung illustrieren die Werteverteilung von Score 0‑Gelenken (schwarze Linie) gegenüber den frühen Entzündungsstadien Score 1 und 2 (rote Linie). Eine Konzentrierung der Kennwerte dieser Gruppen würde sich in einer Zunahme der Balkenhöhe nach oben für die x-Achse, hier also die Breite, beziehungsweise nach rechts für die y-Achse, hier die Asymmetrie, niederschlagen. Für die Breite wird deutlich, dass die Kurven weitgehend parallel verlaufen, das bedeutet, dass nicht entzündete und gering entzündete Fingergelenke zahlenmäßig etwa gleich im Bereich von 3.00 E-1 bis 5.00 E-1 vertreten sind. Was die Berechnung der Asymmetrie betrifft so streuen die Werte der frühen Entzündungsstadien augenscheinlich mehr als die der nicht akut entzündeten Gelenke. Trotzdem lässt sich auch hier keine Wertkonzentrierung auf einen Bereich feststellen.


[Seite 34↓]

Abb. 5: Screenshot Klinik-Score: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

Die Abbildung 6 zeigt für dieselben Gelenke die Berechnung der Steilheit links auf der y-Achse, wieder aufgetragen gegen die Breite der Streulichtverteilung. Es fällt auf, dass sich der Hauptanteil der Berechnungen für die Steilheit links im Bereich 1.70 E+0 bis 3.00 E+0 liegt. Besonders die mit den Scores 3 und 4 bewerteten Gelenke mit florider Arthritis konzentrieren sich bei 1.80 E+0 bis 2.40 E+0, allerdings findet sich hier auch eine Massierung der Kennwerte der gesunden und nur durch Schmerzen oder Weichteilschwellung allein betroffenen Gelenke (siehe Balkendiagramm rechts).


[Seite 35↓]

Abb. 6: Screenshot Klinik-Score: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, im mm) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

Abbildung 7 illustriert die Berechnung der Steilheit rechts des Streulichtparabelverlaufs. Der Cluster ähnelt dem der Steilheit links: Zwischen 1.80 E+0 und 3.50 E+0 bewegt sich ein Großteil der Werte. Auch hier liegen die gelb und orange gefärbten Scores 4 und 3 für klinisch vorhandene Arthritis bevorzugt im Wertebereich von 1.80 E+0 bis 2.75 E+0, unterscheiden sich aber hinsichtlich diesen Parameters nicht von den Scores 0, 1 und 2. Deutlich wird dies im rechten Stufendiagramm: Die rote Linie zeigt mit ihrem Verlauf nach rechts eine Häufung der Punktwerte der Scores 1 und 2, die schwarze des Scores 0 für die Gelenke ohne Entzündungszeichen. Beide unterscheiden sich in ihrem Verlauf kaum voneinander, eine Trennung der Wertebereiche ist daher nicht möglich.


[Seite 36↓]

Abb. 7: Screenshot Klinik-Score: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. distaler Übergangsbereich (Steilheit rechts, in mm) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])


[Seite 37↓]

Abb. 8: Screenshot Klinik-Score: Gelenksumfang (Umfang, in mm) vs. Gesamtbestrahlungsstärke (Leistung, in cm -2) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

In Abbildung 8 sind die Parameter Umfang des gemessenen Fingergelenks in der x-Achse und Leistung in der y-Achse zueinander in Beziehung gesetzt. Die Leistung  ist mit der Gesamtbestrahlungsstärke gleichzusetzen, der Umfangder PIP-Gelenke ist in “cm“ angegeben. In diesem Cluster ist eine Korrelation der Parameter erkennbar. Im linken, oberen Quadranten finden sich hauptsächlich Werte der Scores 0 für Gelenke ohne klinische Entzündungszeichen und 1 für solche mit Arthralgien. Mit größerem Umfang, also größerer Zahl auf der x‑Achse und sinkender Leistung, gleich kleinerer Zahl der y-Achse häufen sich die orange bzw. gelb markierten Punkte der Scores 3 und 4 für geringe und ausgeprägte klinische Arthritis. Der Score 0 für PIP-Gelenke ohne Entzündungszeichen ist im Wertbereich ab 7.5 cm für den Fingerumfang (Umfang) kaum noch anzutreffen, auch die Scores 1 und 2 sinken in diesem Bereich, wie das obere Balkendiagramm verdeutlicht. Für den Parameter Leistung gilt diese Tendenz [Seite 38↓]auch, nur liegen die Wertebereiche für die verschiedenen Scores sehr nah beieinander. Score 0 hat beispielsweise ein Maximum der Häufigkeitsverteilung bei 2.00 E+5 und liegt dabei sehr nah bei dem Leistungswert (Leistung) um 1.00 E+5, bei dem die meisten der klinisch von Schmerz und Schwellung betroffenen Gelenke liegen.

4.1.2 Kennwertdarstellung anhand der Röntgendaten

Die proximalen Interphalangealgelenke von denen zum Zeitpunkt der Messung ein Röntgenbild nicht älter als drei Monate vorlag, wurden anhand des Befundes nach folgenden Scores eingeteilt.

Abb. 9: Screenshot Röntgen-Score: relative Skewness (Asymmetrie, dimensionlos) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])


[Seite 39↓]

Abb. 9: Screenshot Röntgen-Score: relative Skewness (Asymmetrie, dimensionlos) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

In Abbildung 9 kommen 793 im Röntgenbild befundete Gelenke nach Clusterung durch die REX-Software zur Darstellung, 7 Messungen waren wegen Verwackelung nicht verwertbar. Ausgewählt wurden die PIP II-V der rechten und linken Hand aller Altersgruppen, berechnet wurden die mittleren Zeilen des Streulichtbildes mit der größten Leistung. Geclustert wurde mit dem Parameter Breite auf der y-Achse und der Streulichtprofil-Asymmetrieauf der x-Achse. Die Punktverteilung zeigt, dass die Werte sich nicht nach Farben anordnen. Gelenke, die eine arthritische Demineralisation in der Röntgenaufnahme zeigen (Score 2) streuen über das gleiche Areal des Diagramms wie solche mit Normalbefund. Eine Zuordnung eines Röntgenstatus zu [Seite 40↓]einem entsprechenden Kennwert der Kurven-Asymmetrie oder -Breite ist somit ausgeschlossen.

Die Berechnung der Steilheit links in der Abbildung 10 bezieht sich auf die gleichen Patientendaten. Abzulesen an der x-Achse, verteilen sich die Werte für die Steilheit der linken Streulichtverteilungsparabel (Steilheit links) auf einen Bereich von 0.99 mm bis 5.93 mm. Dabei ist keine farbliche Gruppierung der Scorepunkte nach Röntgenstadium ersichtlich. Gelenke, die als unauffällig befundet wurden, hier schwarz dargestellt, mischen sich mit denen, die eine arthritische Demineralisation aufweisen (grün dargestellt). Patienten mit erosiven Veränderungen (Score 3) der PIP-Gelenke waren im Patientenpool wenig vorhanden, da bei der Rekrutierung der Schwerpunkt auf symptomatischer Arthritis im Frühstadium lag. Auch diese lassen sich weder anhand der gemessenen Steilheit, noch nach der Kurven-Breite von den übrigen Scores trennen.


[Seite 41↓]

Abb. 10: Screenshot Röntgen-Score: proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, in mm) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

4.1.3 Kennwertdarstellung anhand der Ultraschalldaten

Mittels der sonographischen Untersuchung wurden 681 Fingergelenke (7 Messungen waren nicht verwertbar) nach dem Ultraschall-Score (Tab. 7) klassifiziert. Patienten aller Altersgruppen und beiderlei Geschlechts wurden für diese Clusterung zusammengefasst und die Daten der PIP-Gelenke II-V der rechten und linken Hand berechnet.


[Seite 42↓]

Abbildung 11 zeigt die Parabel-Breite auf der y-Achse, aufgetragen über dieAsymmetrie auf der x-Achse. Ähnlich wie bei der Sortierung der Streulichtmessungen nach Klinik- und Röntgenscore liegen die Werte für die Breite bei 0.20 bis 0.85. Gelenke aller Entzündungsgrade sind in dieser Spanne vertreten, bevorzugt zwischen 0.35 und 0.65, allerdings ohne eine mögliche Zuordnung eines Scores zu einem eingeschränkten Wertebereich. PIP-Gelenke der Scores 1 und 2, die im Ultraschall eine durch Synovitis bedingte Weichteilschwellung aufweisen, sollten sich erwartungsgemäß in einem benachbarten Wertecluster befinden. Offensichtlich mischen sich die Scorequadrate und sind weder betreffend ihrer Breite noch ihrer Asymmetrie von den schwarzen der Gelenke mit Normalbefund zu separieren. Die Asymmetrie des Parabelverlaufs bewegt sich für die meisten Berechnungen zwischen 0.50 und 1.50. Eine Konzentration eines Scores um einen Wert ist nicht ersichtlich.


[Seite 43↓]

Abb. 11: Screenshot Ultraschall-Score: relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

Bei Betrachtung des Clusters in Abbildung 12 findet sich der Parameter Steilheit links auf der x-Achse in Abhängigkeit von der Breite auf der y‑Achse. Die bunte Verteilung der Scores für die gemessene Breite ist aus der vorherigen Abbildung bekannt. Für die Steilheit links liegt ein Großteil der Werte zwischen 1.00 mm und 4.50 mm, einzelne Ausreißer sind erkennbar. Wie die vorher bestimmten Parameter ist auch dieser nicht dafür geeignet eine Aussage über das sonographisch eruierte Entzündungsstadium zu geben, da sich die Scores 0 bis 4 nicht anhand ihrer Parabel-Steilheit links trennen lassen.


[Seite 44↓]

Abb. 12: Screenshot Ultraschall-Score: proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, in mm) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002]).

4.1.4 Kennwertdarstellung anhand der MRT-Daten

Magnetresonanztomographische Bilder wurden für 208 mit der SAL-Methode gemessenen Fingergelenke bewertet und die entsprechenden Streulichtaufnahmen bezüglich der von Prapavat [1997a] vorgeschlagenen Parameter analysiert. Folgende Scores wurden für die Einstufung des Entzündungsgeschehens verwandt:


[Seite 45↓]

Abbildung 13 zeigt die Punktverteilung für die Breite der Streulichtaufnahme auf der y-Achse gegenüber der Asymmetrie auf der x‑Achse. Für keinen der beiden Parameter lässt sich eine Auftrennung der Scores nach Farben erkennen. Score 4, der die schwerwiegender betroffenen Gelenke mit Erosionen und florider Entzündung repräsentiert, sollte, legt man die Voruntersuchungen zugrunde, tendenziell eine größere Parabel-Breite und Asymmetrie aufweisen als Score 0, der für Gelenke mit Normalbefund steht. Diese Tendenz lässt sich aber in dieser Messung nicht nachvollziehen, da sich die Werte aller Scores innerhalb der Spanne von 0.29 bis 0.85 für die Breite und 0.59 bis 0.74 für die Asymmetrie wiederfinden.


[Seite 46↓]

Abb. 13: Screenshot MRT-Score: relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

Das Clusterdiagramm Breite (y-Achse) gegen Steilheit links (x-Achse) in Abbildung 14 verdeutlicht, dass sich eine Korrelation dieser Parameter mit dem Befund in der MRT nicht vorhanden ist. Die Scorequadrate ordnen sich nicht abgestuft nach Entzündungsgrad an, sondern sind im Bereich 0.29 ‑ 0.85 für die Breite der entsprechenden SAL-Parabel und 1.23 mm ‑ 4.52 mm für ihre Steilheit links weitläufig gestreut.


[Seite 47↓]

Abb. 14: Screenshot MRT-Score: proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, in mm) vs. Standardabweichung (Breite, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

4.2 Kennwertdarstellung der Stadien “0“ und “3“

Die Ergebnisse des ersten Teils zusammengenommen ergibt sich eine fehlende Korrelation der vorgegebenen Parameter Breite, Asymmetrie und Steilheit links mit dem Grad der Entzündung, verglichen mit den verschiedenen, etablierten Verfahren zur Darstellung entzündlich-rheumatischer Veränderungen. Um eine falsche Beurteilung des Entzündungsstadiums durch die befundenden Untersucher von Klinik, Röntgen, Ultraschall und MRT als Ursache zu minimieren, wurde ein Score gebildet, für den alle vorhanden Untersuchungsergebnisse herangezogen wurden. Ziel [Seite 48↓]war es nur die sich klinisch, radiologisch, sowie sonographisch und im MRT akut entzündeten Gelenke herauszufiltern und denen der Kontrollgruppe gegenüberzustellen. Aus praktischen Gründen um Verwechslungen mit den vorherigen Scores zu verhindern wurde diese Einteilung als “Stadium“ bezeichnet, was nicht mit anderen rheumatologischen Stadienbewertungen gleichzusetzen ist:

4.2.1 Die Stadien “0“ und “3“ im Vergleich

In der folgenden zweiten Auswertung werden Fingergelenke der Bewertung Stadium 0 (Kontrollgruppe) mit denen des Stadium 3 verglichen. Per definitionem liegt im Gelenk eine akute Entzündung vor, wenn klinisch Schmerzen und Schwellung vorhanden sind. Kriterien für die Zuordnung zu Stadium 3 sind, dass sich die klinisch diagnostizierte Entzündung im Ultraschall- und MRT-Bild verifizieren lässt und röntgenologisch noch keine Erosionen nachweisbar sind.

Abbildung 15 illustriert die Clusterung der Parameter Breite (x-Achse) und [Seite 49↓]Asymmetrie (y-Achse) der Parabelverläufe im Streulichtbild. Die 320 als unauffällig diagnostizierten Fingergelenke (Stadium 0) sind schwarz dargestellt, die 90 floride Entzündeten (Stadium 3) gelb. Die offensichtliche Streuung beider Stadien über den Wertebereich 2.50 E-1 ‑ 7.50 E-1 für die Breite und 1.00 E+0 ‑ 1.02 E+0 für die Asymmetrie erlaubt keine Trennung von “gesund“ und “krank“ mittels der Streulichtauswertung. Die Balkendiagramme rechts für die Asymmetrie und oben für die Breite verdeutlichen in ihrem ähnlichen Verlauf, dass Stadium 0 und 3 sich ähnliche Wertebereiche teilen. Die rot markierte Linie beschreibt die Konzentrierung der mit Stadium 3 klassifizierten Gelenke, die schwarze die des Stadium 0.

Abb. 15: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

Der Prüfung des Parameters Steilheit linksist in Abbildung 16 dargestellt. Seine Werte finden sich auf der y-Achse, aufgetragen gegen die Breite auf der x-Achse wie [Seite 50↓]in der vorherigen Abbildung. Zwischen 1.42 E+0mm und 4.15 E+0mm bewegt sich die Spanne der Werte, wobei sie sich vorwiegend im Bereich 1.80 E+0mm ‑ 3.00 E+0mm konzentrieren. Eine Tendenz zur Gruppierung des Stadium 0 abseits der Werte, die Gelenke des Stadium 3 aufweisen, lässt sich nicht nachweisen. Im rechten Balkendiagramm wird zwar deutlich, dass sich beispielsweise bei 2.00 E+0mm Steilheit links verhältnismäßig viele Messungen des Stadium 3 liegen, sie liegen aber umgeben von schwarz markierten Werten des Stadium 0 und können aus diesem Grund nicht unterschieden werden.

Abb. 16: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, in mm) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

Abbildung 17 belegt, dass auch die Kombination von Parabel-Asymmetrie und Steilheit links keine separierten Cluster ergibt. PIP-Gelenke des Stadium 0 und 3 finden sich in einer sehr ähnlichen Wertspanne.


[Seite 51↓]

Abb. 17: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) vs. proximaler Übergangsbereich (Steilheit links, in mm) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

In Abbildung 18 ist der Gelenk-Umfang (x-Achse) in Abhängigkeit von der auf dem SAL-Bild registrierten Leistung (y-Achse) dargestellt. Die höhere Korrelation dieser Parameter ist in der tendenziellen Anordnung der Messungen ersichtlich. Der Umfang liegt für alle gemessenen Fingergelenke zwischen 4.03 E+1cm und 8.50 E+1cm, die Leistung nimmt von 1.71 E+6cm-2 mit steigendem Umfang auf 0.00 E+0cm-2 ab. Daraus ergibt sich das Bild der kurvenförmig abfallenden Markierungen, wobei die gelben des Stadium 3 ausschließlich im unteren, vorwiegend rechten Diagrammbereich zu finden sind. Das Balkendiagramm rechts des Clusterbildes zeigt, dass sich sowohl die Werte der unauffälligen Gelenke wie auch die entzündeten im geringeren Leistungsbereich (Leistung) konzentrieren, wobei der Anteil der entzündeten Gelenke höher liegt. Dass sie auch vermehrt größere Umfänge(Umfang) aufweisen, verdeutlicht die rote Linie des Balkendiagramms oberhalb.


[Seite 52↓]

Abb. 18: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Gelenksumfang (Umfang, in cm) vs. Gesamtbestrahlungsstärke (Leistung, in cm-2) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken II‑V bds. [Quelle: REX/2002])

Um den Einfluss der unterschiedlichen Umfänge der gemessenen Fingergelenke, der sich wie in Abbildung 18 gezeigt maßgeblich auf das Laserstreulichtbild auswirkt, zu minimieren, werden in Abbildung 19 nur die Mittelfingergelenke (PIP-Gelenk III) zur Auswertung herangezogen. Für 79 Gelenke des Stadium 0 und 31 Gelenke des Stadium 3 sind die Parameter Breite (x‑Achse) und Asymmetrie (y-Achse) im “Maximum Integral“-Modus berechnet. Schwarze und gelbe Punktmarkierungen mischen sich im Bereich von 2.41 E-1 bis 7.71 E-1 für die Breite und 1.02 E+0 bis 9.99 E-1 für die Asymmetrie.


[Seite 53↓]

Abb. 19: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken III bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

4.2.2 Vergleich der Messzeilenauswahl

Werden die gleichen Gelenke im Modus “Center Line“ ausgewertet, entsteht in Abbildung 20 ein anderes Clusterbild, es erfolgt dennoch nicht die Auftrennung der als gesund oder entzündet klassifizierten proximalen Interphalangealgelenke. Dasselbe gilt für den Modus “Projection“ in Abbildung 21: Weder in der Kurven-Breite noch in der Asymmetrie unterscheiden sich die Streulichtbilder des Stadium 0 von denen des Stadium 3.


[Seite 54↓]

Abb. 20: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) Kennwertberechnung per Extraktion der zentralen Linie (Center Line) an den PIP-Gelenken III bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])


[Seite 55↓]

Abb. 21: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Standardabweichung (Breite, dimensionslos) vs. relative Skewness (Asymmetrie, dimensionslos) Kennwertberechnung per Mittelung der Kennwerte über alle 17 gemessenen Streulichtbilder (Projection) an den PIP-Gelenken III bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

In Abbildung 22 wird der Spielraum des Fingerumfangs (Umfang) aller gemessenen Mittelfinger deutlich: er liegt zwischen 4.64 E+1cm und 8.05 E+1cm (x‑Achse). Die y-Achse zeigt die, von der CCD-Kamera registrierte, Leistung, die mit zunehmendem Fingerumfang abnimmt. Die gelb markierten entzündeten Fingergelenke des Stadium 3 weisen tendenziell einen größeren Umfang und eine geringe Leistung der einfallenden Strahlung auf.


[Seite 56↓]

Abb. 22: Screenshot Stadien “0“ und “3“: Gelenksumfang (Umfang, in cm) vs. Gesamtbestrahlungsstärke (Leistung, in cm-2) Kennwertberechnung mit maximaler Intensität (Maximum Integral) an den PIP-Gelenken III bds., E = Exponent [Quelle: REX/2002])

4.3 Wiederholungsmessungen am gleichen Probanden

Abbildung 23 zeigt vier SAL-Messungen des rechten PIP-III-Gelenks eines 30-jährigen gesunden Probanden, aufgenommen an zwei aufeinanderfolgenden Tagen. Die Daten zur Fingerpositionierung wurden für die erste Messung erhoben und anschließend beibehalten. Der Einfluss geringfügigster Änderungen der Positionierung wird in der Variabilität der Streulichtabbildungen sichtbar. Im zweiten Bild beispielweise ist der Gelenkspalt nur zu erahnen, die Bereiche der größten Lichtintensität erscheinen verschoben.


[Seite 57↓]

Abb. 23: Wiederholungsmessungen am gleichen Probanden [Quelle:REX/2002]


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
07.05.2004