5. Zusammenfassung

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Einige Mineralstäube (z.B. Quarz) wirken nach Inhalation fibrogen während sich andere (z.B. Titandioxid) unter gleichen Bedingungen inert verhalten. Der Entstehungsmechanismus der mineralstaubinduzierten Fibrose und die Ursachen des unterschiedlichen Verhaltens verschiedener Stäube sind bisher nicht restlos geklärt. In der vorliegenden Arbeit wurde untersucht, ob die bevorzugte Adsorption von Lipoproteinen eine gemeinsame Eigenschaft der fibrogenen Mineralstäube darstellt, die sie von inerten Mineralstäuben unterscheidet.

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Es wurden Adsorptionsversuche mit menschlichem Serum und bovinem Lipoproteinkonzentrat durchgeführt. Zur Oberflächenbestimmung der Stäube wurde ein Verfahren entwickelt, welches die Oberfläche von Mikroporen unberücksichtigt lässt, da Lipoproteine aufgrund ihres Teilchendurchmessers nicht in die Mikroporen der Stauboberflächen eindringen können. Dieses neue Verfahren basiert auf der Adsorption von Nonadecansäure aus dem stark hydrophoben Lösungsmittel n-Hexadecan und ermöglicht es, unterschiedlich stark porige Stäube miteinander zu vergleichen.

Es konnte gezeigt werden, dass alle sieben untersuchten fibrogenen Stäube signifikant mehr High density lipoproteins (HDL) adsorbieren, als die fünf untersuchten inerten Stäube. Dieses unterschiedliche Verhalten wurde in Gegenwart konkurrierender Adsorbate (Serumproteine) besonders deutlich. Desweiteren konnte gezeigt werden, dass das als Silikoseschutzstoff bekannte Polymer Polyvinylpyridin-N-oxid (PVPNO) die HDL- Adsorption auf Quarzstauboberflächen hemmt.

Die Adsorption von Low density lipoproteins (LDL) zeigte eine unregelmässige Verteilung zwischen beiden Mineralstaubgruppen.

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Die bevorzugte Adsorption von HDL stellt somit eine gemeinsame Eigenschaft der untersuchten fibrogenen Mineralstäube dar, die sie signifikant von den untersuchten inerten Mineralstäuben unterscheidet.


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20.10.2005