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4  Ergebnisse

Die reine Untersuchungszeit für alle drei Verfahren (CCT, CTP, CTA) betrug zusammen weniger als 5 Minuten. Bei keiner Untersuchung kam es zu unerwünschten Nebenwirkungen durch das Kontrastmittel.

4.1 CT-Perfusion

Parameterbilder der CTP konnten von 44 Patienten generiert werden, hiervon entwickelten 22 Patienten im Verlauf einen bildgebend bestätigten territorialen Infarkt. Als Kontrollgruppe dienten die 22 Patienten, bei denen im Verlauf eine Infarktmanifestation ausgeschlossen werden konnte. Die Bildqualität wurde im Mittel mit 1,7 ± 1,0 (1 = sehr gut, 5 = mangelhaft) bewertet, ohne signifikante Unterschiede zwischen der Infarkt- und Kontrollgruppe oder zwischen den Gruppen unterschiedlicher Kontrastmittelapplikationsformen.

Innerhalb der Kontrollgruppe konnten bei 19 Patienten keine ischämietypischen Veränderungen festgestellt werden. Drei Patienten zeigten eine Verlängerung der MTT, einer dieser Patienten zusätzlich eine Reduktion der CBP. Die Kontrollgruppe wies keine signifikanten Unterschiede zwischen dem klinisch betroffenem Stromgebiet und der kontralateralen Hemisphäre bezüglich der Parameter CBP (43,8 ± 16,6 bzw. 42,5 ± 15,3 ml/100ml/min; p = 0,30), CBV (2,9 ± 1,0 bzw. 2,8 ± 1,0 ml/100ml; = 0,08) und MTT (4,6 ± 1,4 bzw. 4,4 ± 1,2 s; p = 0,39) auf. Der Mittelwert der CBP über beide Hemisphären betrug 43,1 ± 15,8 ml/100ml/min.

Innerhalb der Infarktgruppe (n = 22) war bei 20 Patienten in den Bildern der CBP ein Perfusionsdefizit abzugrenzen, in 17 Fällen war das CBV reduziert und in 19 Fällen die MTT verlängert. Ischämische Veränderungen konnten am besten anhand der MTT Bilder (Sensitivität CBP 91 %, CBV 77 %, MTT 95 %) erfasst werden. Die Spezifität war für die CBV Bilder am höchsten (Spezifität CBP 95 %, CBV 100 %, MTT 86 %). Die Gruppe der Infarktpatienten zeigte bezüglich jedem der drei Perfusionsparameter CBP (10,7 ± 5,3 bzw. 38,3 ± 8,1 ml/100ml/min; p < 0,001), CBV (1,3 ± 0,9 bzw. 2,3 ± 0,7 ml/100ml; p < 0,001) und MTT (12,3 ± 2,7 bzw. 4,3 ± 1,3 s; p < 0,001) einen signifikanten Unterschied zwischen der betroffenen Hemisphäre und der Gegenseite. Das Zeitintervall zwischen CTP und Verlaufskontrolle lag im Mittel bei 4,4 Tagen. Die Korrelation zwischen dem Volumen der Perfusionsstörung in den einzelnen Parameterbildern (VCBP, VCBV und VMTT) und den partiellen, innerhalb der Schichten der


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CTP gemessenen Infarktvolumina in Verlaufskontrollen (pVINF) ergab folgende Resultate: VCBP / pVINF  r = 0,73; VCBV / pVINF  r = 0,84; VMTT / pVINF  r= 0,71.

4.2 CT-Angiographie

Innerhalb der Studienpopulation zur Erprobung des definierten CTA Protokolls konnte bei allen Patienten eine umfassende Visualisierung des gesamten zerviko-zerebralen Gefäßsystems erreicht werden. Beurteilbar dargestellt wurden beidseits die Karotisbifurkation, die extra- und intrakraniellen Abschnitte der Arteria carotis interna (ICA), die ersten, zweiten und dritten Segmente der Arteriae cerebri anterior, media und posterior, die zweiten bis vierten Segmente der Arteria vertebralis (VA), die Arteria basilaris (BA), der Circulus arteriosus Willisii, die Sinus sagittales superior und inferior, der Sinus rectus, die Sinus transverus und sigmoideus, die Vena cerebri magna und die inneren Hirnvenen. Die Dichtewerte in der Arteria carotis interna lagen bei 380 Hounsfield-Einheiten (HE), im Sinus sagittalis superior bei 250 HE. Zwei- und dreidimensionale Bildrekonstruktionen konnten bei allen Patienten durchgeführt werden. Die Untersuchungsdauer von der Karotisbifurkation bis zum Scheitel betrug maximal 40 s. Die mittels eines Kopf-Kalibrationsphantoms gemessene Strahlenexposition der Linse bei aufgelegtem Linsenschutz lag im Mittel bei 30 mGy. Mit der CTA konnte unter anderem eine Sinusvenenthrombose, welche mit einer venösen Magnetresonanz-Angiographie (MRV) nicht erkannt wurde, erfasst werden.

In der CTA-Folgestudie konnte bei 43 von 45 Patienten (96 %) eine umfassende Visualisierung des zerviko-zerebralen Gefäßsystems erreicht werden. Bei zwei Patienten war die Beurteilbarkeit der Bifurkation durch Artefaktüberlagerung eingeschränkt. Von den 41 Patienten mit Zeichen einer akuten Ischämie entwickelten 22 Patienten im Verlauf einen nicht lakunären Infarkt. Unter den Infarktpatienten waren 17 Patienten mit einem Infarkt im Territorium der Arteria cerebri media (MCA) und 5 Patienten mit einem Hirnstamminfarkt.

Die CTA zeigte bei 7 der Patienten mit einem MCA-Infarkt intrakranielle Gefäßpathologien (proximale MCA-Okklusion n = 4, MCA-Okklusion im distalen zweiten Segment n = 1, MCA-Stenose im zweiten Segment n = 1, multiple MCA-Astverschlüsse im dritten Segment n = 1). Der Doppler-US wurde bei 6 dieser 7 Patienten durchgeführt und bestätigte in 2 Fällen die Ergebnisse der CTA. Die bei einem Patienten durchgeführte MRA bestätigte ebenfalls den Befund der CTA.

Bei 10 Patienten mit einem MCA-Infarkt fanden sich in der CTA ipsilaterale extrakranielle Gefäßpathologien (ICA-Okklusion n = 4, hochgradige ICA-Stenose n = 5, mittelgradige


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ICA-Stenose n = 1). Identische Befunde wurden mittels Doppler-US in 6 von 8 Patienten, mittels DSA in 4 von 4 Patienten erhoben. Hochgradige Stenosen wurden durch den Doppler-US in drei Fällen (2 ispilateral, 1 kontralateral) falsch als Okklusion beurteilt.

Bei allen 5 Patienten mit einem Hirnstamminfarkt fanden sich in der CTA Gefäßpathologien im vertebro-basilären Gefäßsystem (BA-Okklusion n = 1, BA-Stenose n = 1, VA-Okklusion n = 1, VA-Stenose n = 2). Der Befund der CTA wurde durch die DSA bei einem, durch den Doppler-US bei vier Patienten bestätigt.

Der Verdacht auf eine Sinusvenenthrombose konnte bei 2 der 4 Patienten durch die CTA bestätigt werden. Mit der MRV wurde das Ausmaß der Thrombosierung in einem Patienten unterschätzt, in einem überschätzt. Ein Patient mit einem Pseudotumor cerebri zeigte eine bilaterale Hypoplasie des Sinus cavernosus sowohl in der CTA, in der MRV als auch in der DSA.

Inzidentelle Zusatzbefunde in der CTA umfassten zwei intrakranielle Aneurysmen, vier asymptomatische ICA-Stenosen und zwei asymptomatische MCA-Stenosen.


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11.03.2005