Born, Martin Ludovico: Identifikation von SNARE-Proteinen im Urothel der Ratte

64

Kapitel 6. Zusammenfassung

Die Deckzellen des Urothels sind mit ihrem apikalen Zellpol dem Urin und damit unter Umständen auch zellschädigenden Substanzen direkt ausgesetzt. Als Schutzmaßnahme haben diese Zellen neben gut ausgebildeten Zonulae occludentes, die eine parazelluläre Passage des Urins sicher verhindern, eine spezialisierte apikale Plasmamembran, die Urothel-Plaques enthält. Die Membran ist elektronenmikroskopisch dicker als die normale Zellmembran und ist durch den Einbau des integralen Membranproteins Uroplakin asymmetrisch. Uroplakin III, ist das am häufigsten im Urothel vorhandene Protein mit einer Größe von 47 kDa. Es bildet sehr regelmäßige hexagonale Strukturen aus, die in einer fast parakristallinen Anordnung vorliegen und den Plaques ihre Rigidität und hohe chemische Resistenz verleihen. In den Zellen werden die Urothel-Plaques in der Membran von Vesikeln gespeichert und verschmelzen durch einen Fusionsvorgang mit der apikalen Plasmamembran. Der Mechanismus dieser Fusion war nicht bekannt. In der vorliegenden Arbeit ist untersucht worden, ob bei der Fusion der Reservevesikel mit der apikalen Plasmamembran SNARE-Proteine eine Rolle spielen. Mittels Immunopräzipitation konnte gezeigt werden, daß im Urothel der Ratte die SNARE-Proteine Synaptobrevin, Syntaxin und SNAP 23, die epitheliale Isoform von SNAP 25, vorkommen. Sie bilden wie von der neuronalen Vesikelfusion bekannt, den Kernkomplex, der für die Fusion eine Grundvoraussetzung darstellt.
In licht- und elektronenmikroskopischen Studien konnte die subzelluläre Lokalisation der SNARE-Proteine in den Deckzellen des Urothels gezeigt werden. Die SNARE-Proteine sind entlang der apikalen Plasmamembran und der direkt darunter liegenden Schicht nachweisbar.
Die Frage nach dem Verbleib der ständig neu eingebauten Membranbestandteile konnte nicht hinreichend beantwortet werden. Hinweise auf eine endozytotische Internalisierung verletzter Membranbestandteile oder defekter Urothel-Plaques konnten nicht gefunden werden. Der Prozess des Abknospens von gealterten Membranabschnitten und deren Abgabe mit dem Urin konnte daher als wahrscheinlich angenommen werden.


65

Mittels Westernblotanalyse gelang der Nachweis von Uroplakin in humanem Urin gesunder Probanden. Diese kontinuierliche Abgabe von Membranbestandteilen des Urothels bedeutet einen bemerkenswerten Proteinverlust.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.

DiML DTD Version 2.0
Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML - Version erstellt am:
Fri Feb 7 11:50:51 2003