8 AUSBLICK

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Für zukünftige Arbeiten zum Verständnis des Acarbose-Metabolismus ist es unerlässlich, verschiedene Deletionsmutanten zu untersuchen. Genetische Manipulationen von Actinoplanes sp. sind allerdings zur Zeit noch nicht möglich. Vielversprechend in diesem Sinne ist der Eingriff in die Cosmid-kodierte heterologe Acarbose-Produktion in S. lividans (U. Wehmeier). Insbesondere die Deletion der Gene des ABC-Transportkomplexes AcbHFG könnte die Relevanz dieses Systems aufzeigen und damit den postulierten Acarbosekreislauf verifizieren. In diesem Zusammenhang sollten Transportexperimente mit einer Substratkonzentration durchgeführt werden, die dem ermittelten KD-Wert von 3,8 mM für die Bindung von Acarbose an das AcbH-Protein entsprechen. Ebenso wichtig ist der Nachweis eines Imports radioaktiv markierter Acarbosederivate. Diese Untersuchungen sollten vergleichend mit Actinoplanes sp. und den Cosmid-tragenden Zellen von S. lividans unternommen werden.

Interessant wären hier auch Experimente zum Einfluss der längerkettigen AcarboseHomologe auf den Maltose/Maltodextrintransport bzw. Stoffwechsel von E. coli. Damit könnte der in dieser Arbeit aufgezeigte und von HEMKER ET AL. (2001) spekulierte ausgedehnte Hemmmechanismus der Acarbosevarianten weiter untermauert werden.

MsiK kann nach gemeinsamer Synthese mit den Membranproteinen AcbFG über (His)6-AcbF gereinigt werden. Die Ausbildung eines funktionellen Komplexes ist daher nicht unwahrscheinlich. Daher sollte das System AcbFG-MsiK2 in der definierten Umgebung von Proteoliposomen im Hinblick auf ATPase- und Transportaktivität näher charakterisiert werden. Das ABC-Protein MalK des Maltosetransporters von E. coli erfährt im rekonstituierten Komplex in Proteoliposomen eine Stimulierung der ATPase-Aktivität nur in Verbindung mit einer Substrattranslokation (REICH-SLOTKY ET AL., 2000; LANDMESSER ET AL., 2002). So kann die ATPase-Aktivität Aufschluss darüber geben, ob ein funktionelles Transportsystem vorliegt.


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22.09.2006