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1  EINLEITUNG

Zahnfarbige plastische Füllungsmaterialien gehören heute zum Standard der modernen Füllungstherapie und werden seit Jahren erfolgreich für diesen Zweck eingesetzt [75].

Eine Vielzahl von Studien und Untersuchungen dokumentiert ihren Erfolg, läßt jedoch auch die Schwachpunkte dieser Materialien erkennen [105], [128].

Nach wie vor ist der Verbund zwischen Zahn und Füllung, die marginale Adaptation, der größte Schwachpunkt einer jeden Restauration [41], [129]. Läßt man die Materialeigenschaften außer Betracht, so kann jeder Arbeitsschritt der Füllungsanfertigung die Qualität und die Haltbarkeit der Restauration positiv oder negativ beeinflussen [28]. Dies gilt selbstverständlich auch für die abschließende Ausarbeitung der bereits applizierten und ausgehärteten Füllung.

Das Ziel einer jeden Ausarbeitung ist, eine möglichst glatte Füllungsoberfläche zu erzielen. Eine nicht ausreichend polierte Oberfläche weist eine Reihe von Nachteilen auf, die sich in Form von erhöhter Plaqueakkumulation, ästhetischen Einbußen und Gewebeirritationen manifestieren [163], [139].

In der Regel werden die Füllungen bei der Ausarbeitung zunächst mit rotierenden Hartmetallfräsern oder feinkörnigen Diamanten getrimmt und abschließend mit Feinstkorn-Diamanten, Hartmetallfinierern, Scheiben, Streifen oder Gummis und Polierpasten finiert [123], [18], [77].

In dieser Studie wurde der Einfluß der Ausarbeitung auf das Randverhalten und die Oberflächenqualität verschiedener Restaurationen untersucht. Die Qualität ist stets von dem angewandten Füllungsmaterial und den zur Ausarbeitung eingesetzten Instrumenten abhängig. Vier verschiedenartige zahnfarbige Füllwerkstoffe wurden mit Diamant- oder Hartmetallfinierern zunächst grob, dann fein ausgearbeitet. Nach jedem Arbeitsschritt erfolgten elektronenmikroskopische Analysen der Materialoberfläche sowie Rauhigkeitsmessungen. Außerdem wurden die Füllungsränder im Sinne der quantitativen Randanalyse segmentweise auf Risse und Unebenheiten im Schmelz und Dentin überprüft. Mit Hilfe dieser Untersuchungen sollte unter anderem festgestellt werden, ob die rotierenden [Seite 10↓]Instrumente Schäden am Verbund zwischen Zahn und Füllung in Form von Randspalten hervorrufen oder diesbezüglich unterschiedliche Ergebnisse erzielen.

Zum Einsatz kamen Diamantfinierer der Hersteller Brasseler und Intensiv, sowie ein neu entwickelter sogenannter Kombifinierer (Brasseler). Beim Letzteren handelt es sich um einen modifizierten Hartmetallfräser, der im Rechtslauf zum groben Ausarbeiten und im Linkslauf zum Finieren angewandt wird. Auf diese Weise soll die Ausarbeitungszeit durch das Einsparen eines Instrumentenwechsels verkürzt werden.

Bei den Füllungsmaterialien handelt es sich um gängige Vertreter unterschiedlicher Materialgruppen. Es wurden 2 Kompositmaterialien (Prodigy, Silux Plus), ein Kompomer (Dyract AP) und ein lichthärtender Glasionomerzement (Fuji LC) eingesetzt.


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19.10.2004