[Seite 16↓]

3  Ergebnisse

Das untersuchte Kollektiv umfasst 105 Geminischwangerschaften aus den Jahren 1993 bis 1999, von denen 75 (71 %) dichorial und 30 (29 %) monochorial waren. In allen Fällen fand die sonographisch erhobene Chorionizität durch die pathologisch - anatomische Begutachtung der Plazenten Bestätigung. Bei fünf (17 %) monochorialen Schwangerschaften wurde sonographisch ein FFTS diagnostiziert, das durch die pathologisch – anatomische Untersuchung der fünf Plazenten anhand der Anastomosen wahrscheinlich gemacht wurde. Da sich bei den monochorialen Schwangerschaften mit nachgewiesenem FFTS erhebliche Unterschiede zu den monochorialen Schwangerschaften ohne nachgewiesenes FFTS und dichorialen Schwangerschaften in der Blutströmungsanalyse der Nabelschnur herausstellte, bilden diese fünf Fälle eine separate Gruppe.
Die Tragzeiten für die Schwangerschaften dieser Population liegen zwischen 30+0 und 40+0 Schwangerschaftswochen. In der Gruppe der monochorialen Schwangerschaften ohne nachgewiesenes FFTS lag der Geburtstermin im Mittel bei 35 4/7 SSW bei denen mit diagnostiziertem FFTS bei 33 SSW. Die Schwangerschaften mit dichorialen Eihautverhältnissen hatten die längsten Tragzeiten, mit 36 SSW im Mittel.
Um Verzerrungen des Medianwertes des Resistance-Index in den letzten beiden Altersgruppen durch Frühgeburten zu verringern, ist für diese Zeitspanne der Median für jede Schwangerschaftswoche berechnet worden (siehe Tab. 17).


[Seite 17↓]

3.1  Geburtsgewicht der Zwillingspaare im Vergleich zu Einlingen

Anzahl der Zwillingspaare: aufgeteilt nach absoluter Differenz der Geburtsgewichte.

Tabelle 1 : Anzahl der Zwillingspaare: aufgeteilt nach absoluter Differenz der Geburtsgewichte.

Gewichts­differenz

MC ohne FFTS

DC

MC mit FFTS

Kinder

%

Kinder

%

Kinder

%

< 250 g

15

58

51

68

4

80

250-500 g

8

31

14

19

1

20

> 500 g

2

8

10

13

-

-

93 Zwillingspaare (89 %) hatten eine Gewichtsdifferenz innerhalb des Paars von bis zu 500g. Bei zwölf Zwillingspaaren (11 %) differierte das Geburtsgewicht innerhalb des Paares um mehr als 500g.

3.2 Anzahl der Kinder aufgeteilt nach relativer Abweichung des Geburtsgewichts vom Perzentilenstatus des Geburtsgewichts von Einlingen gleichen Geschlechts.

Tabelle 2 : Anzahl der Kinder aufgeteilt nach relativer Abweichung des Geburtsgewichts vom Perzentilenstatus des Geburtsgewichts von Einlingen gleichen Geschlechts.

Rel. Abweichung

MC ohne FFTS

(%)

DC

(%)

MC

mit FFTS

(%)

≤ 25%

39

78

126

84

5

50

> 25%

11

22

24

16

5

50


[Seite 18↓]

Die Geburtsgewichte der Kinder der dichorialen Gemini weichen in 82 % der Fälle um weniger als 25 % vom Erwartungsgewicht der Einlinge ab. Geburtsgewichtsabweichungen über 25 % waren tendenziell am häufigsten bei Kindern von monochorialer Gemini mit sonographisch nachgewiesenem FFTS.

3.3 Befunde der pathologisch-anatomischen Begutachtung der Plazenten

Tabelle 3 : Plazentagewichte nach Chorionizität.

 

Mittel

Minimum

Maximum

Monochorial

322

80

470

Dichorial

378

165

565

Tabelle 4 : Anzahl der Nabelschnurgefäße.

Anzahl der Nabelschnurgefäße

Monochorial

Dichorial

Häufigkeit

Prozent

Häufigkeit

Prozent

drei Gefäße

59

98

148

99

zwei Gefäße

1

2

2

1

Tabelle 5 : Nabelschnuransatz an der Plazenta nach der Chorionizität.

Nabelschnuransatz

Monochorial

Dichorial

Häufigkeit

Prozent

Häufigkeit

Prozent

marginal

18

30

18

12

extrem exzentrisch

38

63

109

73

zentral

1

2

16

11

velamentös

2

3

7

5

nicht bestimmt

1

2

-

-


[Seite 19↓]

Bei der Plazenta eines Kindes der monochorialen Gemini konnte auf Grund einer ausgerissenen Nabelschnur deren Ansatz nicht sicher bestimmt werden.

3.4 Resistance-Indizes der Nabelschnurarterie

3.4.1 Dichoriale Zwillingspaare

Die Resistance-Indizes, ohne Aufteilung in schwere und leichte Feten, zeigen eine weitgehende Übereinstimmung mit denen der Einlinge im Verlauf der Schwangerschaft. Der Box- und Whisker-Plot-Darstellung ist zu entnehmen, dass der Resistance-Index bis

36 SSW sowohl im Median als auch in der Verteilung der Werte eine abnehmende Tendenz aufweist. Zwischen den ersten vier Wochengruppen gibt es signifikante Sprünge der Medianwerte der Resistance-Indizes.

Abbildung 1 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der dichorialen Zwillingspaare, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile (* p< 0,05).


[Seite 20↓]

Tabelle 6: Statistische Signifikanz der Veränderungen des Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests. Signifikanzniveau: *p<0,05; **p<0,01.

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

p

0,017*

0,008**

0,024*

0,210

Nach Aufteilung der Kinder entsprechend dem Geburtsgewicht in schwere und leichte Kinder zeigt sich bei der Gruppe der schweren Feten ein der Abbildung 1 ähnlicher Abfall des Resistance-Index im Verlauf der Schwangerschaft. Signifikant ist die Impedanzabnahme zwischen den Wochengruppen 24+0 – 27+6 und 28+0 – 31+6 SSW. Der Resistance-Index der leichten Feten zeigt eine gleichmäßige Abnahme des Medianes über die Wochengruppen. Signifikante Sprünge zwischen den Wochengruppen bestehen nicht.
Signifikante Differenzen zwischen den Resistance-Indizes von schweren und leichten Feten innerhalb der Wochengruppen bestehen nicht.

Tabelle 7 : Statistische Signifikanz der Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests. Signifikanzniveau: **p<0,01

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

Schwerere Feten

0,091

0,004**

0,230

0,868

Leichtere Feten

0,090

0,340

0,053

0,090


[Seite 21↓]

Abbildung 2 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der schweren Feten im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile (**p<0,01).

Abbildung 3 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der leichten Feten im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.


[Seite 22↓]

Abbildung 4 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge von weniger als 25%, (*p<0,05, **p<0,01).

Abbildung 5 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge größer als 25%.


[Seite 23↓]

Tabelle 8 : Statistische Signifikanz der Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests. Signfikanzniveau: *p<0,05; **p<0,01.

Rel. Gewichts­abweichung

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

≤ 25 %

0,068

0,006**

0,030*

0,457

> 25 %

0,136

0,266

0,853

0,173

3.4.2 Monochoriale Zwillingspaare ohne fetofetales Transfusionssyndrom

Abbildung 6 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der monochorialen Zwillingspaare ohne FFTS im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile (*p< 0,05).


[Seite 24↓]

Tabelle 9 : Statistische Signifikanz der Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests. Signifikanzniveau: *p< 0,05

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

p

0,011*

0,232

0,041*

0,113

Bei der gemeinsamen Betrachtung der Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien aller Feten mit monochorialen Eihautverhältnissen ohne sonographisch nachgewiesenen FFTS sind im Verlaufe der Schwangerschaft Veränderungen zu niedrigeren Indizes hin erkennbar. Ein signifikanter Sprung besteht nur zwischen den Wochengruppen <24 und 24 — 27 SSW sowie
28 — 31 und 32 — 35 SSW.
Nach Aufteilung dieser Gruppe durch paarweisen Vergleich der Geburtsgewichte der Feten in schwerere und leichtere Feten ist im Schwangerschaftsverlauf nur in der Gruppe der schwereren Feten eine gleichmäßige Tendenz zu niedrigeren Impedanz-Indizes hin erkennbar.
Die leichteren Feten hingegen weisen keinen eindeutigen Trend zu niedrigeren Indizes hin auf. Signifikante Differenzen zwischen den Resistance-Indizes von schwereren und leichteren Feten innerhalb der Wochengruppen bestehen aber nicht.

Tabelle 10 : Statistisch signifikante Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests.

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

Schwerere Kinder

0,058

0,157

0,053

0,076

Leichtere Kinder

0,155

0,753

0,397

0,462


[Seite 25↓]

Abbildung 7 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der schweren Feten im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.

Abbildung 8 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der leichten Feten im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.


[Seite 26↓]

Bei Zwillingen mit einer relativen Abweichung der Geburtsgewichte zu den Einlingen von bis zu 25% ist ein kontinuierlicher Abfall des Nabelschnur-Resistance-Index im Verlauf der Schwangerschaft erkennbar. Ein signifikanter Sprung besteht nur zwischen den Wochengruppen 28-31 und 32-35 SSW (Abbildung 9).
Zwillinge mit einer relativen Abweichung der Geburtsgewichte zu den Einlingen von über 25% besitzen keinen kontinuierlichen Abfall des Nabelschnur-Resistance-Index im Verlauf der Schwangerschaft. Vor allem zwischen 28 und 36 Schwangerschaftswochen ist der Nabelschnur-Resistance-Index nahezu konstant. Erst zwischen den beiden Wochengruppen 32-35 und 36-39 gibt es einen Sprung der Resistance-Indizes zu niedrigeren Werten hin (Abbildung 10).

Abbildung 9 : Nabelschnur- Resistance-Index der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge von weniger als 25%, ( *p< 0,05).


[Seite 27↓]

Abbildung 10 : Resistance-Indizes der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge größer als 25%.

Tabelle 11 : Statistische Signifikanz der Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests, Signifikanzniveau: *p<0,05; **p<0,01.

Rel. Gewichts­abweichung

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

≤ 25 %

0,060

0,241

0,005**

0,812

> 25 %

0,079

0,504

0,448

0,018*

3.4.3 Monochoriale Zwillingspaare mit fetofetalem Transfusionssyndrom

Bei fünf monochorialen Zwillingspaaren konnte die Diagnose FFTS sonographisch gestellt werden. Vier Paare erfüllten alle der unter 2.2. genannten Kriterien zur Diagnose eines FFTS. Bei einem Paar konnte keine Gewichtsdiskrepanz nachgewiesen werden, die Feten hatten identische Geburtsgewichte.
Bei vier der fünf Zwillingspaare war der Akzeptor der schwerere Fet und der Donator der [Seite 28↓] leichtere Fet. Im Verlauf der Schwangerschaft ist eine Tendenz zu niedrigeren Resistance-Indizes zuerkennen. Signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Wochengruppen bestehen aber nicht.

Abbildung 11 : Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien der monochorialen Zwillingspaare mit FFTS, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.

Tabelle 12 : Statistische signifikante Veränderungen der Nabelschnur-Resistance-Indizes im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests.

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

p

0,411

0,318

0,345

-

Den Box- und Whisker-Plot-Darstellungen ist zu entnehmen, dass die Resistance-Indizes der Donatoren und Akzeptoren sich im Verlaufe der Schwangerschaft annähern. Der Median der Akzeptoren zeigt keine abnehmende Tendenz während der Schwangerschaft, er beträgt in allen Wochengruppen ca. 0,65. Der Resistance-Index der Donatoren weist im Median eine abnehmende Tendenz und eine große Streuung der Werte auf.


[Seite 29↓]

Tabelle 13 : Statistisch signifikante Veränderungen des Nabelschnur-RI im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests.

 

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

Akzeptor

0,064

0,804

0,977

-

Donator

0,828

0,509

0,265

-

Abbildung 12 : Resistance-Index der Nabelschnurarterie des Donors im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.


[Seite 30↓]

Abbildung 13 : Resistance-Index der Nabelschnurarterie des Akzeptors im Verlauf der Schwangerschaft, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker: 10. und 90. Perzentile.

In den Wochengruppen <24 SSW und 24-28 SSW bestehen signifikante Unterschiede zwischen Donor und Akzeptor im Resistance-Index (p<0,05).
Die Resistance-Indizes bei Zwillingen mit diagnostiziertem FFTS bei einer relativen Geburtsgewichtsdifferenz im Vergleich zu den Einlingen von bis zu 25% und über 25% zeigen keine fallende Tendenz im Verlauf der Schwangerschaft. Kinder mit einer Gewichtsabweichung von über 25% zeigen, im Vergleich zu den Kindern mit einer Abweichung bis zu 25%, in allen Wochengruppen im Mittel höhere Resistance-Indizes. Die Differenzen sind nicht signifikant.


[Seite 31↓]

Abbildung 14 : Nabelschnur-Resistance-Index der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge von weniger als 25%.

Abbildung 15 : Nabelschnur-Resistance-Index der Kinder mit einer relativen Abweichung des Geburtsgewichts vom Erwartungswert der Einlinge größer als 25%.


[Seite 32↓]

Tabelle 14 : Statistisch signifikante Veränderungen des Nabelschnur-Resistance-Index im Verlauf der Schwangerschaft. Vergleiche zwischen benachbarten Wochengruppen. p-Werte des Wilcoxon-Vorzeichen-Rang-Tests.

Rel. Gewichts­

abweichung

SSW

<24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

≤ 25 %

0,215

0,237

0,901

-

> 25 %

0,651

0,610

0,132

-

3.4.4 Vergleich der Messergebnisse der Zwillingspaare mit unterschiedlicher Chorionizität

3.4.4.1 Vergleich innerhalb der Wochengruppen

Tabelle 15 : Medianwerte des Resistance-Index der Nabelschnurarterie im Verlauf der Schwangerschaft. N= Anzahl der Messungen des Resistance-Index

Wochengruppe

MC ohne FFTS

N

DC

N

MC mit FFTS

N

< 24+0 SSW

0,82

8

0,75

20

0,79

24

24+0 – 27+6 SSW

0,72

32

0,71

55

0,68

15

28+0 – 31+6 SSW

0,70

46

0,67

138

0,69

30

32+0 – 35+6 SSW

0,65

47

0,65

160

0,65

20

36+0 – 39+6 SSW

0,63

14

0,63

50

-

-

Insgesamt

0,68

147

0,67

423

0,70

89


[Seite 33↓]

Abbildung 16 : Medianwerte des Resistance-Index der Nabelschnurarterie im Verlauf der Schwangerschaft.

Die graphische Darstellung der Mediane des Nabelschnur-Resistance-Index über die fünf Wochengruppen zeigt für die Feten der dichorialen Zwillingspaare in allen Wochengruppen die niedrigsten Werte, eine signifikante Differenz besteht nicht.

Tabelle 16 : p-Werte des Vergleichs der Resistance-Indizes der dichorialen Schwangerschaften mit monochorialen Schwangerschaften mit und ohne FFTS innerhalb der fünf Wochengruppen.

Wochengruppe

dichorial/monochorialohne FFTS

dichorial/monochorialmit FFTS

monochorial/mono-chorial mit FFTS

< 24+0

0,480

0,407

0,839

24+0 – 27+6

0,701

0,589

0,864

28+0 – 31+6

0,096

0,423

1,000

32+0 – 35+6

0,813

0,678

0,769

36+0 – 39+6

0,409

-

-


[Seite 34↓]

Im Vergleich der monochorialen Schwangerschaften ohne FFTS mit den dichorialen Schwangerschaften bestehen keine signifikanten Unterschiede der Resistance-Indizes innerhalb der Wochengruppen. Auch der Vergleich dichorialer und monochorialer Schwangerschaften ohne FFTS zu Schwangerschaften mit FFTS weist keine Signifikanz im Unterschied der Resistance-Indizes auf.

Die Verlaufskontrolle des Resistance-Index im wöchentlichem Intervall über die letzten neun Schwangerschaftswochen ergibt keine Unterschiede zwischen den drei Untersuchungsgruppen bzw. zwischen den einzelnen Wochen.

Tabelle 17 : Medianwerte der Resistance-Indizes der Nabelschnurarterien im wöchentlichem Verlauf. N= Anzahl der Messungen des Resistance-Index.

SSW

MC ohne FFTS

N

DC

N

MC mit FFTS

N

30+0 – 30+6

0,66

8

0,65

42

0,74

5

31+0 – 31+6

0,71

18

0,65

29

0,67

13

32+0 – 32+6

0,68

14

0,68

40

0,66

12

33+0 – 33+6

0,65

13

0,65

39

0,66

6

34+0 – 34+6

0,68

10

0,64

47

-

-

35+0 – 35+6

0,64

10

0,65

34

0,64

2

36+0 – 36+6

0,62

12

0,64

34

-

-

37+0 – 37+6

-

-

0,62

10

-

-

39+0 – 39+6

-

-

0,58

6

-

-

Insgesamt

0,65

87

0,65

281

0,67

38


[Seite 35↓]

3.4.4.2  Vergleich der Wochengruppen untereinander

Tabelle 18 : p-Werte der Vergleiche der Resistance-Indizes der dichorialen Schwangerschaften mit monochorialen Schwangerschaften mit und ohne FFTS, Vergleich benachbarter Wochengruppen. Signifikanzniveau: p*<0,05; **p<0,01.

Chorionizität

SSW

< 24/24-27

SSW

24-27/28-31

SSW

28-31/32-35

SSW

32-35/36-39

MC ohne FFTS

0,011*

0,232

0,041*

0,113

DC

0,017*

0,008**

0,024*

0,210

MC mit FFTS

0,302

0,488

0,281

-

Dichoriale Schwangerschaften weisen eine signifikante Abnahme des Resistance-Indizes zwischen benachbarter Wochengruppen bis zu 35 Schwangerschaftswochen auf (siehe Abbildung 1). Nicht signifikant ist die Abnahme zwischen den beiden Wochengruppen
32+0 – 35+6 und 36+0 – 39+6 SSW.
Monochoriale Schwangerschaften ohne FFTS weisen eine signifikante Abnahme des Resistance-Indizes zwischen den Wochengruppen <24+0 und 24+0 – 27+6 SSW sowie 28+0 – 31+6 und 32+0 – 35+6 SSW auf.
Zwischen den Resistance-Indizes der monochorialen Schwangerschaften mit FFTS bestehen keine signifikanten Unterschiede zwischen benachbarten Wochengruppen.

3.4.4.3 Differenzen der Resistance-Indizes innerhalb der Zwillingspaare

Berechnet wurde die absolute Differenz der Resistance-Indizes zwischen den Feten der einzelnen Zwillingspaare. Die Feten der dichorialen Zwillingspaare und der monochorialen Zwillingspaare, ohne sonographisch diagnostiziertem FFTS, haben ähnliche Differenzen zwischen den Nabelschnur-Resistance-Indizes. Die Feten der Zwillingspaare mit sonographisch diagnostiziertem FFTS hatten die größten Differenzen zwischen ihren Nabelschnur-Resistance-Indizes.


[Seite 36↓]

Tabelle 19 : p-Werte der Vergleiche der absoluten Differenzen der Resistance-Indizes der Zwillingspaare mit unterschiedlichen Eihautverhältnissen.

 

dichorial/monochorialohne FFTS

dichorial/monochorialmit FFTS

monochorial/

monochorial mit FFTS

p-Wert

0,388

0,000

0,000

Abbildung 17 : Absolute Differenz der Resistance-Indizes der Feten innerhalb der Zwillingspaare, Box- und Whisker-Plot-Darstellung: Box: 25., 50. und 75. Perzentile, Whisker:10. und 90. Perzentile (**p<0,01).


[Seite 37↓]

3.4.5  Vergleich mit den Normwerten des Resistance-Index von Einlingsschwangerschaften

Tabelle 20 : Verteilung Messwerte der Zwillinge zwischen den 5., 50. und 95. Perzentilen der Einlinge.

Verteilung der Messwerte (%)

unterhalb der 5. Perzentile

zwischen 5. und 50. Perzentile

zwischen 50. und 95. Perzentile

oberhalb der 95. Perzentile

Wochengruppe

DC

MC ohne FFTS

MC mit FFTS

DC

MC ohne FFTS

MC mit FFTS

DC

MC ohne FFTS

MC mit FFTS

DC

MC ohne FFTS

MC mit FFTS

24+0 – 27+6

13

0

8

33

47

42

43

50

33

11

3

17

28+0 – 31+6

5

0

25

42

37

14

43

52

32

10

11

29

32+0 – 35+6

6

9

10

30

28

15

51

46

50

14

17

25

36+0 – 39+6

0

14

-

29

14

-

56

57

-

15

14

-

Im Verlauf der Zwillingsschwangerschaften nimmt der prozentuale Anteil der Messergebnisse unterhalb der 50. Perzentile für Einlinge ab. Die Tendenz geht zu Messwerten zwischen der 50. und 95. Perzentile der Einlinge.
Bei den dichorialen Gemini liegen in den beiden letzten Wochengruppen über 50 % der Messwerte zwischen der 50. und 95. und 15 % oberhalb der 95. Perzentile der Einlinge.
Ab 36 Schwangerschaftswochen sind nur 29 % der Werte unterhalb der 50. Perzentile der Einlinge gemessen worden. Der Anteil der Messergebnisse zwischen der 5. und 95. Perzentile steigt von 76 % in der Wochengruppe 24 – 27 SSW auf 85 % in der letzten Wochengruppe. Bei den monochorialen Gemini ohne nachgewiesenen FFTS fällt der Anteil in diesem Intervall von 97 % in der Wochengruppe 24 — 27 SSW auf 71 % in der letzten Wochengruppe. In den beiden letzten Wochengruppen steigt der Anteil außerhalb der 5. und 95. Perzentile auf 26 % bzw. 28 %.
Monochoriale Gemini mit sonographisch nachgewiesenem FFTS zeigen im Verlauf der Schwangerschaft häufiger als dichoriale und monochoriale Schwangerschaften ohne diagnostiziertem FFTS Messwerte unterhalb der 5. und oberhalb der 95. Perzentile der Einlinge. In der letzten Wochengruppe (32+6 – 35+6 SSW) liegen 25 % der gemessenen Werte oberhalb der 95. Einlingsperzentile. Insgesamt liegen in dieser Wochengruppe 35 % der gemessenen Werte außerhalb der 5. und 95. Perzentile.


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3.4.5.1  Vergleich der Perzentilen

Die Berechnung der 5., 50. und 95. Perzentile für die gemessenen Resistance-Indizes dieser Stichprobe innerhalb der Wochengruppen ergibt für die dichorialen Feten einen Medianwert der bis zur 32 SSW dem der Einlinge entspricht. In den letzten beiden Wochengruppen ist die abnehmende Tendenz des Medianes weniger ausgeprägt. Die 95. Perzentile für den Resistance-Index der dichorialen Zwillinge liegt in allen Wochengruppen über der der Einlinge.

Abbildung 18 : Dichoriale Schwangerschaften, Vergleich mit Einlingen,
5., 50. und 95. Perzentile.

Die Mediankurve der monochorialen Feten ohne nachgewiesenes FFTS verläuft ab 24 SSW annähernd parallel über jener der Einlinge. Ab der Wochengruppe 32+0 – 35+6 zeigt sich eine Zunahme von sehr hohen und sehr niedrigen Impedanzindices (Abbildung 19).


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Abbildung 19 : Monochoriale Schwangerschaften ohne FFTS, Vergleich mit Einlingen,
5., 50. und 95. Perzentile.

Monochoriale Feten mit sonographisch nachgewiesenem FFTS zeigen im Median keinen Unterschied zu den Einlingen über die Wochengruppen. Die 95. Perzentile liegt jedoch weit oberhalb derjenigen für Einlinge. In den letzten beiden Wochengruppen gibt es zusätzlich eine Zunahme sehr niedriger Resistance-Indizes unterhalb der 5. Perzentile der Einlinge
(Abbildung 20).

Abbildung 20 : Monochoriale Schwangerschaften mit FFTS, Vergleich mit Einlingen,
5., 50. und 95. Perzentile.


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30.06.2004